Nachträgliche Sperre ALG I

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
Hallo

Habe ein Riesenproblem!
Ich habe ein 3/4 Jahr ALG I bezogen und danach eine Arbeit gefunden.
In meiner Arbeitslosenzeit hatte ich ein Vorstellungstermin bei einer Paketfirma.
Dort hatte ich gleich etwas unterschrieben, dachte es wäre für einen Probetag.

Jetzt, nach einen halben Jahr nachdem ich wieder Arbeite, schreibt mich die Agentur an, daß eine Sperre von 3 Monaten eintrifft.

Mir ist auch schon eine Forderung ins Haus geflogen mit einem Überweisungsträger worauf ich bis zum 8. Januar 3000€ nachzahlen soll.

Mir ist schleierhaft wie ich das bezahlen soll!
Durch meine Arbeitslosigkeit bedingt, bin ich mit meinem Konto ins Minus gerutscht und bin froh das ich es jetzt geschafft habe am Ende des Monats +- Null zu haben.

Ein Kredit deswegen kann ich auch nicht aufnehmen, da ich einen Zeitlichen begrenzten (1 Jahr) Arbeitsvertrag habe und so keinen Kredit bekomme.

Wie soll ich vorgehen?

Oh bitte, ihr müsst mir helfen.
Danke euch schon einmal für eure Unterstützung.

mfg
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
unbedingt Widerspruch einlegen und juristischen Rat einholen.

Mein Bauchgefühl sagt,das BA keine Chance auf Rückzahlung hat.(schau mal unter Urteile)

auserdem muss Sanktion und Sperre Zeitnah geschehen,ist also ebenfalls zu vernachlässigen.
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
Danke für deine Antwort.

Vielleicht eine dumme Frage, aber wie genau sollte man einen Widerspruch einlegen bzw. formulieren, so das dieser auch Wirkung zeigt.
An an wem ist dieser genau zu richten, doch nicht an den selben Sachbearbeiter?

Und ein Anwalt, muss ich da einen für Arbeitsrecht nehmen oder was und hat jemand Erfahrung was dieser so im Schnitt kosten würde?

Ihr seid echt super hier, Danke.

mfg
 

ethos07

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 April 2007
Beiträge
5.678
Bewertungen
920
Den Widerspruch kannst du formlos einreichen, also mit einer kurzen Begründung in deinen eigenen Worten.
Und einfach an deine Arge allgemein schreiben, mit "Sehr geehrte Damen und Herren, ...".

(Die Bearbeitung von Widersprüchen sollte in den Argen getrennt von der Sachbearbeitung erfolgen, meist in eigenen Widerspruchsstellen .)

Wichtig ist, dass du dir bei pers. Abgabe die Abgabe auf einer Kopie quittieren lässt. Oder es per Einschreiben schickst. (Zur Sicherheit sende ich immer auch noch ein "Fax vorab" dazu - damit mir die Arge nicht etwa hinterher sagt, das Einschreiben wäre doch leer gewesen...).

Wenn du wenig verdienst, kannst du ev. auch über die Beratungshilfe dir einen Anwalt bezahlen lassen - dies musst du beim zuständigen Sozialgericht beantragen bzw. prüfen lassen.
Oder du nimmst eine erste, meist noch kostenlose/günstige Erstberatung beim Anwalt deiner Wahl in anspruch und fragst diesen Anwalt, wie die Bedingungen für die Beratungshilfe sind.

Ja, es sollte m.E. ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sein, bei Alg 1.

Oder du trittst in die für dich zuständige Gewerkschaft ein - dann erhältst du ebenfalls Rechtsschutz für wenig Geld.
 
E

ExitUser

Gast
Die wesentlichste Information fehlt hier leider noch:

Womit begründet das Arbeitsamt die Verhängung einer Sperrzeit? Welches Fehlverhalten etc. wird Dir also vorgeworfen? Und was ist Deine Sicht des entsprechenden Sachverhalts?

Was genau hast Du damals bei der Paketfirma unterschrieben?
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
Die Firma meinte ich hätte einen Vertrag unterschrieben, wobei ich dachte für einen Probetag.
Da ich dies schon mehrmals getan hatte machte ich mir keine Gedanken.
Und diese Firma hat sich wohl irgendwie mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt.

Und wie geschrieben, ein halbes Jahr nachdem ich wieder arbeite und ein dreiviertel Jahr nachdem ich bei dieser Firma etwas unterschrieben hatte kommt die Forderung vom Arbeitsamt 3000 € nachzuzahlen und dies ist mir einfach nicht möglich.

mfg
 
E

ExitUser

Gast
Die Firma meinte ich hätte einen Vertrag unterschrieben, wobei ich dachte für einen Probetag.
Da ich dies schon mehrmals getan hatte machte ich mir keine Gedanken.
Und diese Firma hat sich wohl irgendwie mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt.

Und wie geschrieben, ein halbes Jahr nachdem ich wieder arbeite und ein dreiviertel Jahr nachdem ich bei dieser Firma etwas unterschrieben hatte kommt die Forderung vom Arbeitsamt 3000 € nachzuzahlen und dies ist mir einfach nicht möglich.
Die Begründung ist mir immer noch nicht völlig klar.

Geht das Arbeitsamt davon aus, daß Du tatsächlich Gehalt von der Firma bezogen hast und dies nicht mitgeteilt hast, so daß nun eine Rückforderung geltend gemacht wird?

Oder wird Dir vorgeworfen, das Zustandekommen einer Beschäftigung pflichtwidrig verhindert zu haben, indem Du später nicht mehr zur Arbeit erschienen bist oder dergleichen? Nur dann wäre es wirklich eine Sperrzeit und keine Rückforderung.

Was genau steht im Bescheid des Arbeitsamtes als Begründung?
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
Nun, das Arbeitsamt teilte mir mit, daß ihnen der Arbeitsvertrag vorliegt.
Tatsächlich wurden mir, nachdem ich meine Kotoauszüge nochmals nachgesehen habe für diesen einen Tag ca. 75 € überwiesen.

In dem Schreiben vom Arbeitsamt steht:

"Eintritt einer Sperrzeit vom 26.02.2008 bis 19.05.2008"

Desweiteren stand dort:

" Sehr geehrter Herr...
in dem oben aufgeführten Zeitraum ist eine Sperrzeit eingetreten. Während dieser Zeit ruht ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Entscheidung über die Bewillligung von Arbeitslosengeld wird vom 26.02.2008 bis 19.05.2008 ganz aufgehoben. Das zu Unrecht gezahlte Arbeitslosengeld ist von Ihnen zu erstatten.

Sie haben ihr Beschäftigungsverhältnis bei der Firma ... GmbH durch eigene Kündigung selbst gelöst.
Sie mussten voraussehen, daß Sie dadurch arbeitslos werden.

Die Entscheidung beruht auf §§ 144, 128 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III)"

mfg
 
E

ExitUser

Gast
Eine Sperrzeit setzt voraus, daß Du tatsächlich selbst gekündigt hast. Dies müßte Dir auch nachgewiesen werden.

Wenn Dir für einen Tag Geld überwiesen wurde, dann deutet das doch darauf hin, daß von Anfang an nur eine Vereinbarung über ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis für diesen Tag geschlossen wurde - eben die Probearbeit (wobei die hier offensichtlich ordnungsgemäß bezahlt wurde). Dieses Gehalt mußt Du dem Arbeitsamt melden, damit es ggf. auf das ALG angerechnet wird.

Eine Kündigung liegt aber, so wie Du das geschildert hast, hier gar nicht vor, denn ein befristetes Arbeitsverhältnis muß man nicht kündigen. Das würde ich so dem Arbeitsamt schreiben.

Liegt Dir denn im übrigen gar kein eigenes Exemplar des vermeintlichen Arbeitsvertrages vor? Falls nicht, Kopie vom Arbeitsamt anfordern. Wenn dort fälschlich von einem unbefristeten Arbeitsvertrag die Rede sein sollte, kannst Du das dann immer noch richtigstellen.

Davon abgesehen dürfte sowieso die Frage sein, ob nach über einem halben Jahr die Sperrzeit noch als zeitnah und damit zulässig gelten kann.
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
Ich Danke euch für eure Antworten.
Ich werde einen Brief mit dem Widerspruch aufsetzen und euch dann weiter berichten wenn ich Rückantwort erhalte.
Zumindest Keimt etwas Hoffnung in mir auf. :)

mfg
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
So, habe nun Nachricht vom Widerspruch bekommen und dieser fällt leider nicht positiv aus.
Zitat: Der Widerspruch wird als unbegründet zurückgewiesen.

Am Ende des Schreibens steht, dass ich Klage beim Sozialgericht einreichen kann.

Da es hier um eine 3000 EUR Forderung geht, sollte ich dies wohl tun, auch auf die Gefahr hin Anwalts- und Gerichtskosten tragen zu müssen.

Da ich mich an ein Sozialgericht wenden muss, sollte ich wohl ein Anwalt für Sozialrecht suchen, sehe ich das richtig?

Könnt ihr mir noch weiteres raten oder Erfahrungen übermitteln, wie ich mich verhalten und mit was ich rechnen muss?

Ich habe keine Ahnung, wo ich das Geld hernehmen soll! :confused:
Danke.

mfg
 

ethos07

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 April 2007
Beiträge
5.678
Bewertungen
920
Hm - also wenn du uns zuvor alle Fakten korrekt mitgeteilt hast, verstehe ich nicht, wie die Agentur auf "unbegründet" schalten kann...
[Am besten hättest deinen Widerspruch auch mal hier eingescannt. ]

- Hast du wirklich keine anderen großen Arbeitslohn-Zahlungen in dem Dreh auf dein Konto bekommen als die 75 € für den Probetag??

- du müsstest schon auch das Stück Papier, was du da auf der Arbeitsstelle unterschrieben hast, in die Hand bekommen - blöd wäre natürlich, du hättest da versehentlich tatsächlich einen richtigen Arbeitsvertrag unterschrieben und wärest einfach am nächsten Tag nicht mehr hingegangen, weil's ne unmögliche Arbeitsstelle war... Dann hätte die Agentur formal ggf. sogar recht, und dann ginge es tatsächlich nur mit pfiffiger Klage.

Was war denn das für ne Arbeit, die du da machen solltest ?

War die über die Agentur vermittelt?

[Machmal hat man nämlich auch den Eindruck dass hier regelrechte Sparbetrugssysteme zwischen Firmen und Amt laufen könnten - wo die Leutz zur Unterschrift unter Verträgen angelockt werden und dann hinterher sich die Augen reiben, wenn das Amt nachträglich ne Sperre erlässt und Leistung zurück verlang... na ja, das ist aber nur so ne sehr vage Vermutung und muss bei dir keineswegs zutreffen.]

Des weiteren: Du kannst selbst oder über den Anwalt Akteneinsicht bei der Agentur verlangen - die müssten ja irgendwelche Belege dafür haben, aus denen hervorgeht, dass dies kein Probetag sondern ein von deiner Seite abgebrochenes Arbeitsvertragsverhältnis war.


Und weiter: Du kannst auch sehr günstig Rechtsschutz erhalten indem du in deine Gewerkschaft eintrittst. Allerdings könnte dort eine Wartezeit ev. zu lang sein, denn du musst innerhalb eines Monats die Klage einreichen.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.734
Bewertungen
2.030
Hallo Goofi!
In deinem Fall könnte Vertrauensschutz eingreifen, wenn du beispielsweise das Geld schon ausgegeben hast.
 

goofy

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Juli 2008
Beiträge
11
Bewertungen
0
@Muzel

Kannst Du das etwas genauer erklären, was es damit auf sich hat?
Und ja, in der Tat handelt es sich nur um 75 €.

Hier fehlt auch mir irgendwie die Verhältnismäßigkeit der Strafe auch scheint mir diese zu drakonisch bei einen einzelnen Vergehen.

Ach ja, der Arbeitgeber war HERMES!

mfg
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.734
Bewertungen
2.030
Eine andere Behörde, nicht die Arge, wollten nach vielen Jahren eine Rückzahlung von mir, weil ein Rechenfehler aufgetreten sei. Ich habe denen erklärt, dass ich arbeitslos sei und das Geld auch schon längst ausgegeben hätte und hatte danach Ruhe. Diesen Ratschlag hat mir die Stadtverwaltung gegeben.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten