Nach wie vielen Folgekrankschreibungen/ verlängerten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen setzt das Jobcenter den ärztlichen Dienst normalerweise ein?

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Nina89

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Momentan bin ich seit 4 Wochen bis Montag AU geschrieben. AUB liegt dem JC vor. Grund ist eine ehemals latente psychologische Störung (Panikattacken), welche durch die aktuelle Situation mit Corona wieder entfacht wurde und mir jeglichen Kontakt zur Außenwelt nahezu unmöglich/unerträglich macht. Einen Termin beim Psychiater habe ich erst nächsten Monat, in knapp 4 Wochen. Jetzt ist die Frage: Wenn ich zu meiner Hausärztin gehe und eine weitere Verlängerung der AU bekomme bis zum Termin beim Psychiater, kann es sein dass das JC mir schon einen Termin beim ärztlichen Dienst aufzwingt oder wird sowas nach wesentlich längerer Krankschreibung gemacht?

Die Frage ist nun ob ichs drauf ankommen lasse oder die AUB auslaufen lasse und bis zum Psychiater Termin hoffe dass keine Einladung, Maßnahme oder sonstiges kommt (und notfalls dann eben sollte ne Einladung/Maßnahme etc. kommen mich einfach dann gezielt wieder krankschreiben lassen bis zu Psychiater Termin)?

Desweiteren: Wie läuft sowas mit dem ärztlichen Dienst in der Regel ab?
 

Slippyjimmy

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Hi Nina,

aufzwingen kann man dir nichts, wenn du krank bist bist du krank. Allerdings Kegelt dich die Afa, (und ich glaube damit auch das JC) nach 6 Wochen raus.

Wie das mit dem ÄD aussieht kann ich dir leider nicht beantworten, würde mich auch interessieren.
 

Slippyjimmy

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Was meinst du damit genau? Ich war bisher nie länger als 2 Wochen krank geschrieben am Stück, deswegen kenn ich mich nicht aus was bei längeren AUs geschieht.

Also hab ich was falsch verstanden? Weil du meintest du bist jetzt seit 4 Wochen AU.

AB Woche 6 zahlt die Agentur nicht mehr und du bist raus

Wenn du gesetzlich Krankenversichert bist und dich weiter lückenlos Krankschreiben lässt, bekommst du Krankengeld
 

HermineL

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AB Woche 6 zahlt die Agentur nicht mehr und du bist raus

Wenn du gesetzlich Krankenversichert bist und dich weiter lückenlos Krankschreiben lässt, bekommst du Krankengeld
Das gilt im SGB III aber nicht im SGB II. Dort gibt es kein Krankengeld und keine 6 Wochen "Lohnfortzahlung".
Es wird einfach weiterhin ALG II gezahlt und sonst nichts.
 

Nina89

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Also hab ich was falsch verstanden? Weil du meintest du bist jetzt seit 4 Wochen AU.

AB Woche 6 zahlt die Agentur nicht mehr und du bist raus

Wenn du gesetzlich Krankenversichert bist und dich weiter lückenlos Krankschreiben lässt, bekommst du Krankengeld
Nene, du hast schon richtig verstanden. Momentan bin ich seit 4 Wochen krank geschrieben. Wie dem auch sei: heißt das dass man nach der 6ten Woche sich an die Krankenkasse wenden muss und denen irgenwelche Unterlagen (ALG2 Bewilligungsbescheid etc.) und die Kontodaten schicken damit die dann auf mein Konto überweisen? Oder wie läuft das ab? Muss man dann nach gesundung wieder einen ALG2 Neu Antrag stellen? Oder bekommt man dann automatisch wieder ALG2?
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Das gilt im SGB III aber nicht im SGB II. Dort gibt es kein Krankengeld und keine 6 Wochen "Lohnfortzahlung".
Ah, OK, dann ist das was Slippyjimmy geschrieben hat nicht auf ALG2 Bezieherinnen bezogen, richtig?
 

samuraji

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aufzwingen kann man dir nichts, wenn du krank bist bist du krank. Allerdings Kegelt dich die Afa, (und ich glaube damit auch das JC) nach 6 Wochen raus.

Interessant, ich bin seit knappen 10 Jahren durchgängig krankgeschrieben und die weigern sich immer noch, mich vom JC die Gutachten mal ordentlich durchzuführen. Mittlerweile haben sie ja Corona als Ausrede für alles.
 

Nina89

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Nach 3 Jahren AU soll ich zum ÄD.. Also das kann dauern...
ALG2/Hartz4: egal wie lange krank, da kegelt dich niemand raus.
Wow, ich hatte schon Sorge dass meine 4 Wochen die ich jetzt krank geschrieben war schon den ÄD zur Folge haben. Dann werde ich mich jetzt wohl doch bis zum Psychiater Termin krankschreiben lassen.

Hast du dem JC mitgeteilt woran du erkrankt warst? Also in den 3 Jahren. Ärztliche Bescheinigungen deiner Erkrankung während der Zeit? Oder imer nur AUBs abgegeben und die haben Ruhe gegeben ohne zu wissen was da los ist?

Meine Sorge ist auch dass wenn ich zum ÄD muss und das JC von meiner psychologischen Erkrankung weiß dass nachher, nach Gesundung Maßnahmen auf mich zukommen, weil sie Vermittlungshemmnisse durch die ganze Geschichte sehen.
 

Ruhrpottmensch

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Meine Sorge ist auch dass wenn ich zum ÄD muss und das JC von meiner psychologischen Erkrankung weiß dass nachher, nach Gesundung Maßnahmen auf mich zukommen, weil sie Vermittlungshemmnisse durch die ganze Geschichte sehen.
Auch hier wieder: Bitte nicht falsch verstehen!

Auch das JC hat das Recht, bei langer "Krankheit", die allgemeine Erwerbsfähigkeit zu überprüfen (Darum geht es ja im Prinzip bim ÄD der AfA/JC).
Das ist -per Gesetz- so vorgeschrieben und -finde ich ebenso- auch legitim. Schließlich könnte man ja sonst "endlos" AU sein und sich zurücklehnen.

Deine Sorge, dass das JC "Diagnosen" erfährt, ist unbegründet. Das dürfen die Haus- & Hofsachbearbeiter gesetzlich nicht. Wenn die das doch -irgendwie- in Erfahrung bringen, kann man denen ne ordentliche Gießkanne einschenken. Natürlich müsste man ggf. dem ÄD seine Krankengeschichte "offen legen". Klar... Ohne Diagnosen geht keine Beurteilung.

Zuletzt kommt es natürlich auch immer auf das JC, den Sachbearbeiter, die Nase drauf an, wie lange eine "Krankschreibung" mitgemacht wird bevor es zum ÄD geht. 3 Jahre sind schon ein sehr heftiges Beispiel...
Und ja, natürlich muss man im Falle einer Erwerbsfähigkeit auch damit rechnen, "anders" angepackt zu werden und/oder mit anderen Hilfeangeboten "bedacht" zu werden...
 

humble

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Schließlich könnte man ja sonst "endlos" AU sein und sich zurücklehnen.
[...]
3 Jahre sind schon ein sehr heftiges Beispiel...

Was heißt hier "zurücklehnen"? :icon_neutral:
Wenn jemand lange Zeit durchgängig AU ist, dann hat das Gründe. Sinnlos macht das kein Arzt einfach so mit.
Und 3 Jahre AU "heftig" hast du aus welcher persönlichen Erfahrung?

Wow, ich hatte schon Sorge dass meine 4 Wochen die ich jetzt krank geschrieben war schon den ÄD zur Folge haben. Dann werde ich mich jetzt wohl doch bis zum Psychiater Termin krankschreiben lassen.

Hast du dem JC mitgeteilt woran du erkrankt warst? Also in den 3 Jahren.

Das jc geht nichts an, woran Du erkrankt bist. Die haben die AUB rechtzeitig zu bekommen und das wars.
Bei mir hat es etwa 10 Monate seit Erst-AUB gedauert bis zur ersten Begutachtung beim äD.

Durchgängig AU ist wichtig und nicht nur kurzzeitig. Vor allem nicht nur AUB, wenn gerade Meldetermine anstehen, die gerade bei psychischen Problemen sehr belastend sein könnten und man die vermeiden möchte. Mit Kurzzeit-AUBs hat man vor Gerichten sehr schlechte Chancen.
 

Nina89

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Auch hier wieder: Bitte nicht falsch verstehen!

Auch das JC hat das Recht, bei langer "Krankheit", die allgemeine Erwerbsfähigkeit zu überprüfen (Darum geht es ja im Prinzip bim ÄD der AfA/JC).
Das ist -per Gesetz- so vorgeschrieben und -finde ich ebenso- auch legitim. Schließlich könnte man ja sonst "endlos" AU sein und sich zurücklehnen.

Deine Sorge, dass das JC "Diagnosen" erfährt, ist unbegründet. Das dürfen die Haus- & Hofsachbearbeiter gesetzlich nicht. Wenn die das doch -irgendwie- in Erfahrung bringen, kann man denen ne ordentliche Gießkanne einschenken. Natürlich müsste man ggf. dem ÄD seine Krankengeschichte "offen legen". Klar... Ohne Diagnosen geht keine Beurteilung.

Zuletzt kommt es natürlich auch immer auf das JC, den Sachbearbeiter, die Nase drauf an, wie lange eine "Krankschreibung" mitgemacht wird bevor es zum ÄD geht. 3 Jahre sind schon ein sehr heftiges Beispiel...
Und ja, natürlich muss man im Falle einer Erwerbsfähigkeit auch damit rechnen, "anders" angepackt zu werden und/oder mit anderen Hilfeangeboten "bedacht" zu werden...

Ich verstehe. Ich glaub ich lass es mir noch zweimal durch den Kopf gehen ob ich mich für weitere 4 Wochen krank schreiben lasse. In den letzten 6 Monaten hat das JC mir lediglich ein paar Stelleninformationen geschickt und zwei einladungen zum Telefongespräch. War alles also ziemlich locker. Deswegen will ichs mir nicht verderben und hoffen dass es so bleibt.
 

Zermürbt38

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Auch das JC hat das Recht, bei langer "Krankheit", die allgemeine Erwerbsfähigkeit zu überprüfen (Darum geht es ja im Prinzip bim ÄD der AfA/JC).
Normalerweise wird die Erwerbsfähigkeit von der DRV geprüft. Oft wird aber vorher zum ÄD des JC geschickt, vorrausgesetzt die haben welchen.

@Nina89 Das passiert aber normalerweise nicht vor 6 Monaten Dauerarbeitsunfähikeit.
 

humble

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Ich verstehe. Ich glaub ich lass es mir noch zweimal durch den Kopf gehen ob ich mich für weitere 4 Wochen krank schreiben lasse.

Lass Dich bloss nicht verunsichern.
"Grund ist eine ehemals latente psychologische Störung (Panikattacken), welche durch die aktuelle Situation mit Corona wieder entfacht wurde und mir jeglichen Kontakt zur Außenwelt nahezu unmöglich/unerträglich macht."
Wenn das ein anhaltender Zustand ist, dann bist Du dauerhaft AU und fertig. Und mit dem ersten Termin beim Psychiater bist Du doch nicht sofort gesundet, also weiterhin AU. Das ist sehr wichtig, dass die AUB durchgängig ist.
 

tonitester

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Interessant, ich bin seit knappen 10 Jahren durchgängig krankgeschrieben und die weigern sich immer noch, mich vom JC die Gutachten mal ordentlich durchzuführen. Mittlerweile haben sie ja Corona als Ausrede für alles.
Krass! hängt davon ab bei welchem SB /JC etc. man ist?!

schon oft hier gelesen, das andere Elos schon nach ein Paar Wocen beim ÄD antanzen müssen

Was verdirbst du dir denn, wenn man dich zum äD schickt? Das ist doch keine Strafe.
wenn das Ergebnis einem zusagt, ansonsten kann das auch zum Eigentor werden, wenn der ÄD einen gesunder macht als man ist!
 

Ruhrpottmensch

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Was heißt hier "zurücklehnen"? :icon_neutral:
Bitte nicht zu viel hinein interpretieren... ;)

Wenn jemand lange Zeit durchgängig AU ist, dann hat das Gründe. Sinnlos macht das kein Arzt einfach so mit.
Und 3 Jahre AU "heftig" hast du aus welcher persönlichen Erfahrung?
Das streite ich ja gar nicht ab oder will der TE hier eine Krankheit absprechen...
Allerdings habe ich von mir bekannten LE -die teilweise auch schwer Krank sind/waren- noch nie eine solche lange Zeit ohne jegliche Reaktion des JC gehört.

Ich finde einfach diesen etwas "laissez-fairen" Umgang mit AUBs in Zusammenhang mit dem JC... Befremdlich...
Wenn ich Krank bin, das auch auf längere Sicht, vielleicht sogar nicht mehr in der Lage bin einem "normalen" Erwerb nachzugehen, dann gibt es andere "Anlaufpunkte" als das JC. 🤷‍♂️
 

humble

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Ich finde einfach diesen etwas "laissez-fairen" Umgang mit AUBs in Zusammenhang mit dem JC... Befremdlich...

Das liegt aber ganz sicher nicht an den chronisch, oder langzeit Erkrankten, sondern an den Leuten, die sich nur kurze AUB ausstellen lassen, gerade vor Meldeterminen o.ä.
Und ist gerade für die wirklich belasteten ein Problem vor Gerichten.
Nichts aber ist an einer mehrjährigen AUB "befremdlich"...
 

Ruhrpottmensch

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Nichts aber ist an einer mehrjährigen AUB "befremdlich"...
Doch, für mich schon. Vor allem in dem Kontext... ;)
Wenn ich "langjährig" AUBs beziehen würde (Oder es stünde im Raum das ich nicht kurz- oder mittelfristig wieder "auf Spur" bin), dann hätte ich meinen (Fach)Arzt schon längst gefragt, ob es da nicht andere Ansprechpartner (Hallo RV) geben würde...

Sorry... Hat nix mit dem Thema zu tun, vielleicht reden wir hier auch aneinander vorbei... Aber Dein Duktus erweckt so ein bisschen den Eindruck, als sei es "okay" als "Langzeiterkrankter" beim JC "unterzukommen". Das ist es für mich allerdings nicht. Dazu sei gesagt, mir gehts hier um indizierte (!) Erwerbsunfähigkeit (Was in meinen Augen noch viel zu selten passiert). In Sachen "Durchfall/Schnupfen/Furz quer sitzen-AUBs" bin ich ja absolut bei Dir...
 

Nina89

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wenn das Ergebnis einem zusagt, ansonsten kann das auch zum Eigentor werden, wenn der ÄD einen gesunder macht als man ist!
Leider meiner Mutter passiert. Hatte dieselbe psychische Problematik wie ich und war für mehrere Jahre in in Behandlung inklusive Medikamenten. Dann hat sie ALG2 beantragt als mein Vater ebenfalls in ALG2 gerutscht ist und dem JC mitgeteilt sie sei arbeitsunfähig. Dann wurde der ÄD eingeschaltet. Jener Facharzt hat sie dann für "gesund erklärt" obwohl sie Jahrelang wie gesagt in psychiatrischer Behandlung war samt Medikamenten.

Aber das ist jetzt so nicht meine Sorge. Ich möchte nicht dass das JC bei mir in nen anderen Gang schaltet sozusagen und mir dann irgenwelche Maßnahmen wg. verminderter Erwerbsfähigkeit aufdrängt.
 

Beebug

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Bei meinen Mitbewohner werden sie langsam "wach" und es wird überlegt, die DRV einzuschalten. Er war/ist von 10/2018-03/2019 und von 05/2019-heute AU geschrieben. Eine Woche Pause gabs zwischendurch mal, als der Hausarzt kurzfristig erkrankte.
Bisher hat er aber keinerlei Informationen bekommen, nur eine einfache Notiz.
 

samuraji

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wenn das Ergebnis einem zusagt, ansonsten kann das auch zum Eigentor werden, wenn der ÄD einen gesunder macht als man ist!

Der ä.D. wird kaum in der Lage sein, aktuelle Facharztbefunde runter zu drücken, es sei denn, er bezieht diese gar nicht erst mit ein. Wenn dem so ist, Widerspruch und das Gutachten wird erneuert.
 
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