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Nach welcher Diagnose ist ein neuer Krankengeldbezug möglich?

Jackey

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#1
Hallo,

es geht um ein erneutes Krankengeld nach bereits 78 Wochen Krankengeldbezug:

Es gab vor rund 2 Jahren wegen einer F-Diagnose 10 Monate Krankengeld. Dann wurde ein Jahr gearbeitet, bis es erneut zu einer F-Diagnose kam (aber einer anderen). Auch da gab es Krankengeld: diesmal vier Monate. Nun kam der Hinweis, dass das Krankengeld bald ausläuft. Ich war verwundert, weil es zwei verschiedene F-Diagnosen waren und habe mich bei der Krankenkasse erkundigt. Dort hieß es, die beiden Diagnosen würden zusammen gefasst, weil sie zusammen gehören. Somit hat man auch die 10 und 4 Monate bisher für F-Diagnosen erhaltenes Krankengeld zusammen gerechnet, mit dem Ergebnis, dass bald die 78 Wochen voll sind.

Ich habe dann versucht heraus zu bekommen, unter welchen Bedingungen es dann innerhalb der 3-Jahres-Frist doch wieder einen Krankengeldanspruch geben würde und habe als Beispiel "ein gebrochener Arm mit Folgen" und "ein gebrochenes Bein mit Folgen" genannt. Daraufhin hieß es, dass für beides 78 Wochen Krankengeld bezogen werden könnte, weil es zwei verschiedene Körperteile sind. So ganz verstehe ich es nicht. Arm und Bein sind zwei verschiedene Körperteile, aber Seele nicht und deshalb bekommt man im F-Bereich nicht pro Diagnose einen neuen Krankengeldanspruch, auch wenn sie noch so unterschiedlich sind (Depression und Psychose z.B. oder Angsstörung und Persönlichkeitsstörung)?

Mir ist grade unklar, bei welcher Diagnose nochmal ein Krankengeldanspruch entstehen könnten (alle anderen als F-Diagnosen oder doch eine andere Diagnose) und ob es auch dem späteren, neuen Krankengeldanspruch nicht zuträglich wäre, wenn man in den 3 Jahren nach dem Ende des ersten Krankengeldanspruchs, nochmal wegen einer F-Diagnose krank geschrieben wird, ohne in Krankengeldbezug zu kommen (z.B. wenn man 2 Wochen deswegen bei der Arbeit fehlt und damit noch in der Lohnfortzahlung durch den AG ist).

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu durcheinander, aber mich hat der Brief und die Informationen von heute ziemlich verwirrt.

Einen schönen Abend wünsche ich noch und Danke für die Hilfen.
 

Bertolino

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#2
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,

das Thema KG ist von Seiten des Gesetzgebers (bewusst?) derart kompliziert geregelt, dass kaum jemand durchblickt. Einerseits gibt es KG ohne zeitliche Begrenzung. Dann kommt die erste Einschränkung: KG wegen derselben Krankheit für längstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren; gefolgt von der nächsten Einschränkung: Eine hinzugetretene Krankheit verlängert den KG Anspruch nicht.

Ich versuche mal deinen Beitrag zu "zerpflücken".
Es gab vor rund 2 Jahren wegen einer F-Diagnose
Wenn du die genauen AU Daten seit Beginn deiner Erkrankung einstellst, kann ich das Aussteuerungsdatum und weitere Ansprüche nachrechnen. Ich nehme an, es handelt sich zunächst ausschließlich um F- Diagnosen?

Ich war verwundert, weil es zwei verschiedene F-Diagnosen waren und habe mich bei der Krankenkasse erkundigt.
Die KK kann dir am Telefon viel erzählen. Was hier gesprochen wird, kannst du niemals beweisen, wenn es drauf ankommt. Nur was du schriftlich vorliegen hast, kannst du auch nachweisen. Die KK behauptet zunächst, dass es sich um dieselbe Krankheit handelt. Wenn du das anders sehen willst, läuft das letztlich auf einen Prozess hinaus.

Krankengeld zusammen gerechnet, mit dem Ergebnis, dass bald die 78 Wochen voll sind.
Das passt dann auch schon für die KK, denn es geht der KK nicht um deine Gesundheit, sondern um die möglichst baldige Einstellung des KG.

Ich habe dann versucht heraus zu bekommen, …
Die SB werden dir sicher nicht verraten, wie du KG bekommst. Stell dir vor, du fragst deinen Finanzbeamten, wie du Steuern sparen kannst…
So ganz verstehe ich es nicht. Arm und Bein
Da hast du auch schon das Verwirrspiel. Das versteht wahrscheinlich keiner. Wie schon erwähnt: Beweise das Gegenteil. Bei „Arm und Bein“ ist das wesentlich einfacher als bei „Seele“, deshalb fasst die KK die F- Diagnosen zusammen: Sparmodell.
Mir ist grade unklar, bei welcher Diagnose nochmal ein Krankengeldanspruch entstehen könnten
Die F- Diagnosen wird die KK vermutlich wie beschrieben als dieselbe Erkrankung behaupten. Bleib bei dem Beispiel „Arm und Bein“. Das löst eine eigene Blockfrist aus mit einem eigenen Anspruch auf KG, aber das kann man so nur sehr allgemein sagen, siehe meine ersten Anmerkungen ganz oben.

und ob es auch dem späteren, neuen Krankengeldanspruch nicht zuträglich wäre, wenn man in den 3 Jahren nach dem Ende des ersten Krankengeldanspruchs, nochmal wegen einer F-Diagnose krank geschrieben wird, ohne in Krankengeldbezug zu kommen (z.B. wenn man 2 Wochen deswegen bei der Arbeit fehlt und damit noch in der Lohnfortzahlung durch den AG ist).
Mir ist nicht so ganz klar, worauf du hinauswillst. Für den erneuten Anspruch auf KG nach 78 Wochen wegen derselben Krankheit gelten erschwerte Bedingungen, übrigens auch für den erneuten Anspruch auf sechs Wochen LFZ im Krankheitsfall. Wenn du dich in der ersten Blockfrist wegen F- Diagnosen befindest, dann läuft diese erste Blockfrist erst in etwa einem Jahr aus. Schaffst du das, indem du (nach Aussteuerung mindestens ein halbes Jahr) arbeiten gehst?

mich hat der Brief und die Informationen von heute ziemlich verwirrt.
Stell das Schreiben anonymisiert ein, wenn du willst (Dateieigenschaften entfernen).

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#3
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

danke für Deine Antwort.

dass kaum jemand durchblickt
Ich finde es auch schräg. Von dieser Regelung, der 3-Jahresfrist und der Sache mit dem "78 Wochen pro Diagnose" (platt gesagt), habe ich durch das Internet erfahren. Ohne dieses "Vorwissen" hätte mich dieser Brief wohl kaum so irritiert. Dann das Gespräch mit der KK und meine weiteren Versuche, etwas durchs Internet heraus zu bekommen (Was erst schwierig war, weswegen ich den Thread schrieb, wobei ich dann doch noch einige Infos fand,...wobei es sicher noch mehr gibt).
So, und nun habe ich im Internet von diesen Blockfristen gelesen und Krankheitsgruppen gelesen und (vermutlich) etwas mehr verstanden.
Ich denke aber, wie schon geschrieben, dass es da noch mehr gibt.

Wenn du die genauen AU Daten seit Beginn deiner Erkrankung einstellst, kann ich das Aussteuerungsdatum und weitere Ansprüche nachrechnen. Ich nehme an, es handelt sich zunächst ausschließlich um F- Diagnosen?
Ja.
Also die genauen Tage weiß ich jetzt nicht, aber ich versuche es mal mit Monaten. Da kommt ja ungefähr das Gleiche bei raus. Ich streite ja grade nicht um ein paar Tage und für das Forum langt es sicherlich.

Also:
Juli 2016-Mai 2017: F-Diagnosen A und B
Juni-September 2018: F-Diagnose C
Oktober 2018: F-Diagnose A und C.

Ich hatte ganz vergessen, dass bei der ersten KG-Zahlung noch eine Diagnose B dabei war.
Rechne ich alle Monate zusammen, komme ich auf 16 (wobei es etwas weniger ist, da, wie gesagt, es nicht taggenau aufgeschrieben ist). Denke ich daran, wieviele Monate 78 Wochen sind, passt der Zeitraum, den die KK mir genannt hat, wann das KG wahrscheinlich ausläuft.
Rechne ich nicht alle Monate mit F-Diagnosen zusammen, sondern pro Diagnose, so habe ich für Diagnose A 12 Monate, für Diagnose B 11 Monate und für Diagnose C 5 Monate.
D.h. würde ich von der Diagnose, mit den meisten Wochen KG-Bezug ausgehen, hätte ich noch etwa 4 Monate KG (wenn es denn bei der Diagnose bliebe).

Wenn du das anders sehen willst, läuft das letztlich auf einen Prozess hinaus.
Also mit Gericht und so.

Ich finde einfach schwierig zu verstehen, wo nun die Grenze zwischen den Diagnosen ist, wo was neu berechnet wird und wo nicht. Bei den F-Diagnosen ist es so, dass viele ähnlich sind. Von daher könnte ich die Begründung verstehen. Es gibt aber auch F-Diagnosen, die relativ gegensätzlich sind oder weniger miteinander zu tun haben (jetzt generell). Die mögen zwar vielleicht auch Symptome beinhalten, die es bei anderen Diagnosen auch gibt (und damit Verbindungen aufweisen), aber das ist bei so manchen anderen Krankheiten auch so (Bluthochdruck taucht z.B. bei verschiedenen Sachen auf).

Kann man eigentlich auch einsehen, was KK-Mitarbeiter nach Telefonaten o.Ä. in den PC eintippen?

Stell dir vor, du fragst deinen Finanzbeamten, wie du Steuern sparen kannst…
Eine Finanzamtdame hat mich wegen so einer ähnlichen Frage mal ans Internet verwiesen!!! :bigsmile:

Für den erneuten Anspruch auf KG nach 78 Wochen wegen derselben Krankheit gelten erschwerte Bedingungen, übrigens auch für den erneuten Anspruch auf sechs Wochen LFZ im Krankheitsfall. Wenn du dich in der ersten Blockfrist wegen F- Diagnosen befindest, dann läuft diese erste Blockfrist erst in etwa einem Jahr aus. Schaffst du das, indem du (nach Aussteuerung mindestens ein halbes Jahr) arbeiten gehst?
Kannst Du mir das nochmal genauer erklären?
Was ich durch die Internetrecherche nun (vermutlich) verstanden habe, ist, dass die Blockfrist mit dem Beginn der Diagnose beginnt und 3 Jahre dauert. Nehmen wir jetzt mal Diagnose A. Die gab es im Juli 2016.D.h. es würde kein neuer Krankengeldanspruch für diese Diagnose (bzw. für F-Diagnosen) geben vor Juni 2019 (plus 6 Monate?)?

...und was würde passieren, wenn ich vor Ende des KG-Anspruches wieder arbeiten gehe oder mich arbeitslos bei der AfA melde und nach 3 Monate wieder eine F-Diagnose samt Krankmeldung für 2 Wochen bekomme?

Und wenn ich wieder arbeiten gehe und dann in eine Klinik gehe (für F-Diagnosen), woher bekäme ich dann Geld, wenn der Arbeitgeber mit der 6-Wochen-Lohnfortzahlung durch ist und kein KG-Anspruch besteht?

Ich hatte gestern echt den Gedanken, ob ich mich vor Ablauf der KG-Anspruches wieder bei der AfA melden soll. Ich habe keinen Arbeitsvertrag und bin daher dann wieder arbeitssuchend. Blöd nur, dass das ALG I geringer, als das KG ist. Auf Vollzeit würde ich mich dann aber nicht arbeitsuchend melden.

Das große Problem, was ich sehe, ist, dass ich den Eindruck habe, dass es mir durch diese Außenbedingungen schlechter geht, als es sein müsste. Im Moment wächst der Druck wieder und mir geht es schlechter. Zudem hat sich ja durch die AU nichts an der Stellensituation geändert. Wie soll man denn so wieder dazu kommen, regelmäßig (und im Falle des Falles auch Vollzeit) zu arbeiten, wenn einen zum Einen die Stellensituation und zum Anderen auch diese ganzen Gelder-,Ämter-sachen soviel Energie kosten?

Stell das Schreiben anonymisiert ein, wenn du willst (Dateieigenschaften entfernen).
Ich schreib einfach nur noch kurz einen Abschnitt ab, da meine Hauptfragen, die durch den Brief entstanden sind, schon oben im Beitrag stehen:

"Darüber hinaus haben Sie,wenn Sie nach Beginn eines neuen Dreijahreszeitraumes wegen Ihrer bisherigen Erkrankungen erneut arbeitsunfähig werden (und mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind), unter bestimmten Bedingungen wieder Anspruch auf Krankengeld."

Sind diese bestimmten Bedingungen, diese 6 Monate, nach dem Ende der Dreimonatsfrist?

Jetzt ist der Beitrag doch länger geworden, als ich eigentlich wollte. Nun ja, ist ja auch schon später (Konzentration).

Einen guten Abend wünsche ich noch und gute Nacht!

Jackey.
 

Bertolino

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#4
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
Von dieser Regelung, der 3-Jahresfrist und der Sache mit dem "78 Wochen pro Diagnose" … von diesen Blockfristen gelesen und Krankheitsgruppen gelesen und (vermutlich) etwas mehr verstanden.
Wenn du mehr wissen willst, lies hier nach:
https://www.vdek.com/vertragspartne...emeinsame_verlautbarung_48_SGB_V_20120905.pdf
Hier findest du auch die Informationen zum Thema „erschwerte Bedingungen (4.3)“.
Also die genauen Tage weiß ich jetzt nicht, aber ich versuche es mal mit Monaten. Da kommt ja ungefähr das Gleiche bei raus. Ich streite ja grade nicht um ein paar Tage
Das kannst du so machen, allerdings verlässt du dich damit auf die Aussage der KK und kannst es letztlich nicht nachprüfen. Du hast die Möglichkeit, von der KK deine AU Zeiten schriftlich anzufordern.

Also:
Juli 2016-Mai 2017: F-Diagnosen A und B
Juni-September 2018: F-Diagnose C
Oktober 2018: F-Diagnose A und C.

Rechne ich alle Monate zusammen, komme ich auf 16
So wie das auch deine KK berechnet. Demnach wirst du etwa Ende Dezember ausgesteuert.


Rechne ich nicht alle Monate mit F-Diagnosen zusammen, sondern pro Diagnose, so habe ich für Diagnose A 12 Monate, für Diagnose B 11 Monate und für Diagnose C 5 Monate.
D.h. würde ich von der Diagnose, mit den meisten Wochen KG-Bezug ausgehen, hätte ich noch etwa 4 Monate KG (wenn es denn bei der Diagnose bliebe).

Also mit Gericht und so.
Deine KK will das aber offensichtlich nicht so sehen. Da kannst du noch so gute Argumente bringen, deine KK wird sich nicht von ihrer Sicht abbringen lassen (außer durch Gerichtsurteil). Es geht um eine Menge Geld.

Ich finde einfach schwierig zu verstehen, wo nun die Grenze zwischen den Diagnosen ist, wo was neu berechnet wird und wo nicht.
Wenn du mit dem Geld- Argument an die Sache rangehst, wird es vielleicht nachvollziehbarer, wie die KK tickt. Nebenbei: Du, ich, vermutlich alle, argumentieren doch insgeheim genau so. Oder zu welchem anderen Zweck teilst du deine Diagnosen auf?:icon_hihi:


Kann man eigentlich auch einsehen, was KK-Mitarbeiter nach Telefonaten o.Ä. in den PC eintippen?
Gute Idee, da würde ich auch gerne einmal Mäuschen spielen.:icon_lol: Nein, kann man nicht, wenn es sich nicht um offizielle Angelegenheiten handelt (z. B. AU Zeiten). Genau aus diesem Grund kommuniziere ich nur noch und ausschließlich schriftlich und nachweisbar mit der KK und Behörden. Denk drüber nach...

dass die Blockfrist mit dem Beginn der Diagnose beginnt und 3 Jahre dauert.
Richtig.

Nehmen wir jetzt mal Diagnose A. Die gab es im Juli 2016.D.h. es würde kein neuer Krankengeldanspruch für diese Diagnose (bzw. für F-Diagnosen) geben vor Juni 2019 (plus 6 Monate?)?
Diagnose F.A: Blockfrist 1 von 07/16 bis 06/19
Du hast in Blockfrist 1 Anspruch auf 78 Wochen KG. Das heißt noch lange nicht, dass du auch 78 Wochen KG bekommst. Zeiten der LFZ und Zeiten einer Reha zählen zur Anspruchsdauer dazu.
So geht der gesetzliche Trick:
6 Wochen LFZ + 72 Wochen KG= 78 Wochen Anspruch
Nach der Aussteuerung musst du 180 Tage erwerbstätig sein oder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sobald du diese Bedingung erfüllt hast, besteht (frühestens) ab 07/19= Blockfrist 2 erneuter Anspruch auf KG wegen derselben Krankheit F.A.
...und was würde passieren, wenn ich vor Ende des KG-Anspruches wieder arbeiten gehe
Das wäre der Idealfall, aber realistisch?
Du bekommst deinen Arbeitslohn und die KK lässt dich in Ruhe.
oder mich arbeitslos bei der AfA melde und nach 3 Monate wieder eine F-Diagnose samt Krankmeldung für 2 Wochen bekomme?
Ab jetzt bin ich nicht sicher und es wird noch komplizierter. Denn es ist ein Unterschied, ob du noch einen bestehenden und zurzeit ruhenden AV hast oder tatsächlich arbeitslos bist.
Wenn du tatsächlich arbeitslos bist, informiere dich bitte mal umgehend über deine Pflichten zur Arbeitslosmeldung bei der AfA und zum Thema Sperrzeiten.
Wenn du dich bei der AfA arbeitsunfähig meldest, wird sie nach 6 Wochen das ALG einstellen.
Und wenn ich wieder arbeiten gehe und dann in eine Klinik gehe (für F-Diagnosen), woher bekäme ich dann Geld, wenn der Arbeitgeber mit der 6-Wochen-Lohnfortzahlung durch ist und kein KG-Anspruch besteht?
Und noch komplizierter. 78 Wochen innerhalb der Blockfrist verbraucht oder nicht? Welche Art von Klinikaufenthalt? Bei Reha etwa bekommst du ggf. Übergangsgeld von der DRV. Das kann ich leider nicht sachgerecht beantworten. Suche Beiträge im Forum zum Thema Aussteuerung. Am ehesten denke ich an ALG, aber ob das richtig ist, weiß ich nicht. Schreibe die Fragen in einem neuen Beitrag noch einmal rein, sonst gehen sie eventuell unter, wenn andere Leser die Texte hier nur überfliegen.
Ich hatte gestern echt den Gedanken, ob ich mich vor Ablauf der KG-Anspruches wieder bei der AfA melden soll. Ich habe keinen Arbeitsvertrag und bin daher dann wieder arbeitssuchend. Blöd nur, dass das ALG I geringer, als das KG ist. Auf Vollzeit würde ich mich dann aber nicht arbeitsuchend melden.
Oh, ich denke, du solltest dich zügig arbeitslos und arbeitsuchend melden. Auch hier bin ich mir nicht sicher: Wenn du dich nicht VZ arbeitsuchend meldest, hast du auch keinen Anspruch auf volles ALG. Da solltest du weiter nach Informationen suchen.

Das große Problem, was ich sehe, ist, dass ich den Eindruck habe, dass es mir durch diese Außenbedingungen schlechter geht, als es sein müsste.
Ich fürchte, das geht uns allen so. Und leider ist auch wahr, dass das die Ämter nicht interessiert, siehe oben „Argument Geld (sparen)“. Meine Erfahrung: Je mehr ich mich informiere und über arbeits- und sozialrechtliche Vorgaben Bescheid weiß, desto weniger muss ich dauern re- agieren und kann mich darauf konzentrieren selber zu handeln. Das ist anstrengend, sorgt aber langfristig für weniger Druck, wenn ich schon vorher weiß, wie ich die ganzen Fallstricke umgehe.

Sind diese bestimmten Bedingungen, diese 6 Monate, nach dem Ende der Dreimonatsfrist?
Das dürfte nun beantwortet sein, lies oben nochmal nach.

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#5
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Wenn du ausgesteuert bist und noch immer arbeitsunfähig, bekommst du ALG I nach der Nahtlosigkeitsregelung. Such mal nach den Beiträgen von Doppeloma.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Bertolino

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#6
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Wenn du ausgesteuert bist und noch immer arbeitsunfähig, bekommst du ALG I nach der Nahtlosigkeitsregelung. Such mal nach den Beiträgen von Doppeloma.
Das ist richtig. Es hat mich irritiert, weil @Jackey tatsächlich arbeitslos ist.

Es gibt einen bedeutenden Unterschied, auf welcher sozialrechtlichen Grundlage du, @Jackey, Anspruch auf ALG hast: Anspruch wegen Aussteuerung oder Anspruch wegen Arbeitslosigkeit.

Wenn du weiterhin bis zu deiner Aussteuerung AU bist (so wie das bei dir der Fall ist), dann stellst du den Antrag auf ALG wegen deiner Aussteuerung, also nicht wegen Arbeitslosigkeit, und bekommst ALG nach §145 SGB III.

Diesen Antrag bitte nicht zu früh stellen, sonst nerven die von der AfA schon, bevor du überhaupt anspruchsberechtigt bist. Und beachte bei diesem Antrag, dass du dich immer mit deinem vollen Restleistungsvermögen zur Verfügung stellst (nicht: ich will oder kann nur TZ). Denn sonst bekommst du auch nicht das volle ALG. Doppeloma hat irgendwo eine Ausfüllhilfe eingestellt, suche die, speichere sie ab und halte dich genau an die Vorgaben. Es gibt inzwischen ein neueres Formular, aber das ist egal, wichtig ist der Inhalt.

Lass dich auf keinen Fall auf eine EGV ein, nada, nichts da. Die AfA weiß sehr genau, dass sie in deinem Fall zahlen muss, ohne Wenn und Aber.

Die weitere AUB gibst du weiterhin bei deiner KK ab, weil du für deinen bisher ausgeübten Beruf AU bist; das hat auch mit deinen späteren Rentenansprüchen zu tun (die KK leitet die Daten an die DRV weiter und das kann sie nur tun, wenn ihr die Unterlagen vorliegen). Der Durchschlag kommt in dein Archiv. Die AUB geht in keinem Fall an die AfA, sonst fliegst du nach sechs Wochen aus dem ALG Bezug (auch wenn die das gar nicht dürfen, aber das hilft dir reichlich wenig, wenn du ohne Geld dastehst.)

Lass dich nicht irritieren. Am Tag vor deiner letzten AU hattest du einen AV und bist arbeiten gegangen (= pflichtversicherte/r Arbeitnehmer/in). Deshalb hast du Anspruch auf KG. Und in der Folge: Deshalb hast du Anspruch auf ALG nach §145.
Manchmal meint die AfA z. B. noch nicht zahlen zu müssen, weil das Gutachten des ÄD, meist nach Aktenlage, noch nicht vorliegt. Das ist keine Begründung.
Dieses ALG hat am Monatsletzten ab Tag nach Aussteuerung auf deinem Konto zu sein, ansonsten gibt es unverzüglich eine Beschwerde an das Kundenreaktionsmanagement (KRM) Nürnberg. Du wirst staunen, wie schnell die anschließend werden. Aber so weit muss es hoffentlich gar nicht kommen.

Und wieder geht es um eine Menge Geld, und nicht um deine Gesundheit.

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#7
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo,

da mein Beitrag grade "plötzlich verschwand" und meine Konzentration grade nicht mehr für "ganz neu" reicht, wollte ich nur kurz die Situation nochmal erläutern:

Ich hatte einen befristeten Arbeitsvertrag. Kurz vor Ende kam die AU, die bis heute anhält. Gehen wir davon aus, dass es korrekt ist, dass die F-Diagnosen zusammen gefasst werden, läuft in 2-3 Monaten das KG aus.
Ich könnte also, sollte die AU noch anhalten, dann dieses ALG I (Nahtlosigkeitsregelung) beantragen oder mich früher wieder arbeitssuchend melden. Dann würde ich ALG I "normal" beantragen und das KG wäre beendet. Somit hätte ich noch etwas KG-Anspruch "übrig" und wäre wieder bei der AfA, wobei das ALG I niedriger als das KG ist (Problem).
Ob es mir gesundheitlich gut tut, wieder bei der AfA zu sein, ist eine Frage für sich.
Die Überlegung war halt da, sich doch vor dem Ablauf des KG wieder bei der AfA zu melden. Ich arbeite ja auch nicht direkt, da ich noch keine Stelle habe.
Andererseits tun grade weder die Befristungen, noch das was daraus resultiert, gut. Ich weiß nicht, in wie weit die Situation jetzt, die Diagnosen aufrecht halten...und was daraus am Ende die Folge ist. Eigentlich will ich wieder arbeiten. Nur ich brauche einfach mehr Zeit und eine "vernünftige Stelle".
Ansonsten hoppel ich von Stelle zu Stelle und das Risiko, die Diagnosen zu behalten, besteht. Mir geht es grade schlechter, als vor 3 Monaten, aber wenn das KG wirklich nur noch 2-3 Monate geht, bleibt ja wohl nur vorher wieder arbeiten gehen, jetzt schon wieder bei der AfA melden oder diese Nahtlosigkeitssache anzugehen.
Wie ich aber dahin komme, dauerhaft einen Job zu haben, der mich nicht kaputt macht und von dem ich leben kann?

Soweit erstmal. Die Links sehe ich mir heute abend nochmal durch.
 

Bertolino

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#8
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

da mein Beitrag grade "plötzlich verschwand"
Das ist mir auch schon passiert. Manchmal schreibe ich zuerst auf word, kopiere es rein und garniere alles mit icons:biggrin:.

Gehen wir davon aus, dass es korrekt ist, dass die F-Diagnosen zusammen gefasst werden, läuft in 2-3 Monaten das KG aus.
So sieht es aus.

Ich könnte also, sollte die AU noch anhalten, dann dieses ALG I (Nahtlosigkeitsregelung) beantragen oder mich früher wieder arbeitssuchend melden. Dann würde ich ALG I "normal" beantragen und das KG wäre beendet.
Das ist richtig, aber...

Somit hätte ich noch etwas KG-Anspruch "übrig" und wäre wieder bei der AfA, wobei das ALG I niedriger als das KG ist (Problem).
… das ALG ist niedriger, leider.:icon_neutral:


Ob es mir gesundheitlich gut tut, wieder bei der AfA zu sein, ist eine Frage für sich.
Wenn ich von mir ausgehe, lautet meine Antwort: Das tut mir nicht gut. Aber soviel Auswahlmöglichkeit gibt es ja nicht.

Ich arbeite ja auch nicht direkt,
Um es auf den Punkt zu bringen: Du arbeitest gar nicht, weil du a) arbeitslos und b) krankgeschrieben bist.:icon_evil:

Eigentlich will ich wieder arbeiten. Nur ich brauche einfach mehr Zeit und eine "vernünftige Stelle".
Entscheidungen dazu triffst du selbst. Ich gebe nur mal zum drüber Nachdenken: Mehr Zeit lassen, Druck rausnehmen (nicht nur den der KK/AfA, sondern auch den selbst gemachten Druck)? Dafür bekomme ich, wenn alles gut geht, mehr Gesundheit. Preis: Weniger Geld auf dem Konto.

Ja, das fehlende Geld ist ein Problem. Die fehlende Gesundheit aber auch, eher sogar das unvergleichlich größere Problem.

bleibt ja wohl nur vorher wieder arbeiten gehen, jetzt schon wieder bei der AfA melden oder diese Nahtlosigkeitssache anzugehen.
Frag dich mal für dich selbst, welche der drei Optionen das geringere Übel ist. Und bedenke die jeweiligen Konsequenzen.

Wie ich aber dahin komme, dauerhaft einen Job zu haben, der mich nicht kaputt macht und von dem ich leben kann?
Jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende. Tut mir Leid. Ich kann dir nur wünschen, dass es eines Tages klappt, dazu braucht es vermutlich auch für dich sehr viel Geduld.

Die Links sehe ich mir heute abend nochmal durch.
Na, da hast du dir aber eine schwer verdauliche Gute- Nacht- Lektüre aufgehoben.:icon_sleep: Viel Vergnügen dabei.:icon_mad:

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#9
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

So, nochmal hier.
Fehlt hier ein Beitrag oder wurde der Thread nur in einen anderen Bereich gesetzt?

Du hast die Möglichkeit, von der KK deine AU Zeiten schriftlich anzufordern.
Die habe ich ja (meine AU´s und die KG-Bescheide). ...oder meinst Du ne Zusammenrechnung von denen, was die zu den 78 Wochen zählen?

Und beachte bei diesem Antrag, dass du dich immer mit deinem vollen Restleistungsvermögen zur Verfügung stellst (nicht: ich will oder kann nur TZ).
Ich hab da gar keine Aussage drüber, was mein Leistungsvermögen betrifft.
...und wegen dem TZ hat man mir bei der letzten Arbeitssuchendmeldung gesagt, dass man keine Abzüge beim ALG I hat, wenn man vorher auch nur in TZ gearbeitet hat. Demnach dürfte der ALG I Betrag nicht weniger werden, wenn ich denen nun sage, dass ich TZ Arbeit suche.

Lass dich auf keinen Fall auf eine EGV ein, nada, nichts da. Die AfA weiß sehr genau, dass sie in deinem Fall zahlen muss, ohne Wenn und Aber.
Wie meinst Du das?

Wenn ich von mir ausgehe, lautet meine Antwort: Das tut mir nicht gut. Aber soviel Auswahlmöglichkeit gibt es ja nicht.
Das stimmt. Gut tun tut mir die ganze Situation nicht. ...und ich weiß keinen Ausweg (wenn ich auf den Arbeitsmarkt sehe).

Mehr Zeit lassen, Druck rausnehmen (nicht nur den der KK/AfA, sondern auch den selbst gemachten Druck)? Dafür bekomme ich, wenn alles gut geht, mehr Gesundheit. Preis: Weniger Geld auf dem Konto.
Da stecken für mich gleich drei "Sachen" drin.
Zum Einen mehr Zeit lassen in Bezug auf KK und AfA. Da könnte ich erstmal alles laufen lassen (Wobei ich mich frage, wie es mir so auf Dauer besser gehen soll,...denn die unklare Situation mit Arbeit bleibt bestehen). Ich habe nur irgendwo gelesen, dass die AfA will, dass man in Reha und/oder med. Dienst geht, wenn man diese Nahtlosigkeitsregelung macht. D.h. dann hat man doch nicht "mehr Zeit"?
Bisher gab es auch noch keinen med. Dienst.
Zum Zweiten: Meinen eigenen Druck. Der steigt grade ziemlich. Habe grade keine Ahnung, wie ich da runter kommen soll.
Zum Dritten: Mehr Gesundheit, aber ggf. weniger Geld auf dem Konto. Das ist richtig.
Ich glaube, das braucht noch was Auseinandersetzung und Veränderung des Selbstbildes, seiner Rolle, etc. . Also was kann ich, was brauche ich, was geht, bis wohin kämpfe ich, womit arrangiere ich mich, etc. .
Das braucht noch ne Weile (mehr als ein paar Monate).

Frag dich mal für dich selbst, welche der drei Optionen das geringere Übel ist. Und bedenke die jeweiligen Konsequenzen.
Die muss man ja überblicken können,...weswegen ich im Netz recherchiert und den Thread hier eröffnet habe.

Ich kann dir nur wünschen, dass es eines Tages klappt,
Danke Dir!!!!

...und dann werde ich mich mal an Eure Links machen bzw. Doppeloma´s Beiträge suchen.

Einen schönen Abend noch.
 

Jackey

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#10
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Nachtrag:
Mir ist noch eingefallen, dass die Person bei der KK eine Liste am PC aufgemacht hat und ich da den Namen einer Praxis gefunden habe, bei denen ich eine Heilbehandlung bekommen habe. Spielt das eine Rolle (für den KG-Bezug bzw. die Blockfristen), wenn das Rezept auch über einer der F-Diagnosen erstellt wurde, auch wenn sie z.T. außerhalb der KG-Zeiten lagen?
 

Bertolino

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#11
Hallo, Jackey
Fehlt hier ein Beitrag oder wurde der Thread nur in einen anderen Bereich gesetzt?
Keine Ahnung, da müsste es ja noch einen anderen thread geben?

Die habe ich ja (meine AU´s und die KG-Bescheide)
.
Na, dann weißt du doch auch genau den Beginn deiner Blockfrist (= 1. Tag der ersten AU) und kannst deine Zeiten berechnen und mit dem Aussteuerungstermin vergleichen.
...oder meinst Du ne Zusammenrechnung von denen, was die zu den 78 Wochen zählen?
Ein ordentlicher AUD Beleg sieht so aus:
https://www.deutsche-rentenversiche...ge/_pdf/G0120.pdf?__blob=publicationFile&v=12
Du kannst einen Beleg von der KK anfordern, da stehen alle AU Zeiten und Diagnosen drauf, für die du KG bekommst und auf deren Grundlage der Aussteuerungstermin berechnet wird.

Die KK sollte wenigstens eine einfache Auflistung mit den Diagnosen schicken.

Bei vielen Ausgesteuerten kommt heraus, dass die KK den Aussteuerungstermin z. T. horrend falsch berechnet hat (bis zu 78 Wochen!), weil sie z. B. den Beginn der Blockfrist "nach Gutdünken" gesetzt hat, dreimal darfst du raten: zu ihrem Vorteil.

Das wird bei dir nicht der Fall sein, weil es sich ausschließlich um F- Diagnosen handelt. Aber, mal Hand aufs Herz: wegen ein paar Tagen hin oder her, ok, da würde ich wahrscheinlich auch nicht rumtun, aber was hältst du z. B. von zwei Wochen? Du weißt genau, wieviel Geld das für dich ist. Mich würde es viel mehr ärgern, wenn ich das irgendwann herausbekomme. Und wenn ich auf den selben Termin der KK komme, zumindest wenn ich der Argumentation "alles zusammenzählen" folge, auch gut. Dann weiß ich Bescheid und muss nicht einzig der Aussage der KK vertrauen. In meinem Fall war die Berechnung der KK seinerzeit taggenau richtig.

Ich hab da gar keine Aussage drüber, was mein Leistungsvermögen betrifft.
Kannst du auch nicht, weil das erst beim Gutachten des ÄD der AfA beurteilt wird, meist nach Aktenlage.

...und wegen dem TZ hat man mir bei der letzten Arbeitssuchendmeldung gesagt, dass man keine Abzüge beim ALG I hat, wenn man vorher auch nur in TZ gearbeitet hat.
Siehst du, und schon hat man dich über den Tisch gezogen, ohne dass du es gemerkt hast, denn das ist nur die halbe Wahrheit. Das meine ich, wenn ich sage: nicht den Aussagen der SB vertrauen, da bist du hier im Forum besser aufgehoben. Die Rechnung geht so:

VZ Arbeitnehmer wird arbeitslos: Er erhält ALG abhängig von den letzten 12 Monaten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.

50% TZ Arbeitnehmer wird arbeitslos: Er erhält ebenso ALG, aber eben auf Grundlage des niedrigeren Lohnes. Hätte der AN Vollzeit gearbeitet, wäre auch das ALG doppelt so hoch.

Der SB hatte also mit seiner Aussage recht, aber er hat nicht dazu gesagt, dass das ALG bei Teilzeit entsprechend niedriger ausfällt.:doh:

Ähnliches gilt übrigens beim KG. Dieses ist allerdings abhängig von der allerletzten Lohnabrechnung. In deinem Fall gehe ich davon aus, dass du über lange Zeit TZ gearbeitet hattest. Auch hier wird die Höhe deines KG auf Basis der letzten Lohnabrechnung berechnet.

Nun lass dir erzählen, wie das bei mir war: Ich arbeitete seit langer Zeit VZ, krankheitsbedingt hatte ich mit dem AG TZ vereinbart, das lief genau zwei Monate lang so. Noch eine OP, vier Wochen AU, anschließend arbeiten. So hatte ich mir das vorgestellt. Und es kam so: AU über viele Monate hinweg. Und das KG wurde auf Grundlage des letzten und niedrigeren TZ Einkommens berechnet.

Dem ALG bin ich gerade noch entkommen, da wäre das niedrigere Einkommen auch noch mit herangezogen worden. Alles in allem dürfte sich der Verlust etwa auf Höhe eines gebrauchten Kleinwagens bewegen…:icon_motz:

Wenn mir also ein SB erklärt, dass ich 100% Anspruch auf KG aus meinen (letzten) Lohn habe oder 100% ALG aus den letzten 12 Monaten, dann hat er damit so recht, dass ich ihm am liebsten… na, ich lass mal meiner Fantasie freien Lauf.:icon_twisted:

Demnach dürfte der ALG I Betrag nicht weniger werden, wenn ich denen nun sage, dass ich TZ Arbeit suche.
Das kommt also ganz auf die Betrachtungsweise an.
Und ab jetzt kommt es auf die Ausgangssituation an:

Als „echter“ Arbeitsloser, das ist bei dir eine Option, bekommst du ALG wie beschrieben. Du kannst dir selbstverständlich eine TZ suchen.

Die sog. „Nahtlosigkeits- Regelung“, das ist bei dir auch eine Option, zielt in eine vollkommen andere Richtung. Die Bezeichnung „arbeitslos“ für diesen Personenkreis ist ohnehin schon irreführend, denn in den meisten Fällen haben diese Arbeitsunfähigen noch einen bestehenden, aber ruhenden AV.

Sie erhalten das Nahtlosigkeits- ALG wegen Aussteuerung – nicht wegen Arbeitsunfähigkeit. Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn auf dieses Nahtlosigkeits- ALG habe ich Anspruch, solange bis der Rentenversicherungsträger über das „Vorliegen einer verminderten Erwerbsfähigkeit“ entschieden hat. Bis dahin kann die AfA überhaupt nicht prüfen, ob du für den allgemeinenen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. Der §145 wirkt für die AfA wie eine Sperre, für den Anspruchsberechtigten wie eine Schutzfunktion. Der Begriff „nahtlos“ bezieht sich nicht auf den Übergang von KG zu ALG, sondern auf den Übergang von ALG zur EMR.

Auch das sog. Gutachten des ÄD ändert daran nichts, auch wenn die AfA das gerne so sehen will. Das Gutachten stellt fest, ob du mit einem Restleistungsvermögen von 0 bis unter drei, von drei bis unter sechs oder von über sechs Stunden dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. Ja, und jetzt? Die DRV hat aber noch keine Entscheidung getroffen, also habe ich weiterhin Anspruch auf ALG wegen Aussteuerung.
Falls die AfA an dieser Stelle Schwierigkeiten macht, sollte eine Beschwerde beim KMR dem Einhalt gebieten.

Und auch die Tatsache, dass du inzwischen arbeitslos und weiterhin AU bist, ändert daran nichts. Denn: noch einmal, du erhältst in diesem Fall ALG wegen Aussteuerung, nicht wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

Wie meinst Du das?
Die „145er“, ich nenne sie mal so, gehören genau genommen in den Bereich der DRV, aber der Gesetzgeber hat entschieden, dass dieser Personenkreis von der AfA zu „bedienen“ ist. Warum das so ist? Keine Ahnung, aber das muss uns auch nicht interessieren. Was aber interessant ist: dieser Zustand ärgert die AfA und sie versucht, diese Leute so schnell wie möglich abzuschieben.

Nun weiß der SB bei der AfA sehr genau, dass es im Fall des 145ers die Sperrwirkung gibt, das ALG muss solange bezahlt werden, bis die DRV eine Entscheidung getroffen hat. Ohne Wenn und Aber, Punkt, Aus, Amen. Nur du und die meisten armen Würstchen (und ich vor längerer Zeit) wissen das nicht, was das Gesetz in dieser Situation vorschreibt.
An diesem Punkt kommen nun weitere Sachverhalte ins Spiel:

Erstens

Du gehst (als 145er) zum SB und sagst: Ich möchte TZ arbeiten. Zum einen ist das ein Widerspruch, denn du kannst wegen AU nicht arbeiten und du bekommst das 145er ALG wegen Aussteuerung bis zur Entscheidung der DRV.
Der SB wird deine Aussage dahingehend interpretieren, dass du dich mit dem Restleistungsvermögen, welches durch den ÄD noch festzustellen sein wird, nicht zur Verfügung stellst. Hier nochmal der Hinweis auf die Vorlage von Doppeloma. Hast du sie schon gefunden? Wenn nicht, dann suche ich auch mit.

Folge: Der SB wird die Höhe des ALG kürzen, denn du stehst nicht mit dem Restleistungsvermögen zur Verfügung. Auch wenn das rechtlich nicht in Ordnung ist (siehe oben zur Erklärung Nahtlosigkeit/Gutachten), was hilft mir das, wenn ich am Ende gekürztes ALG auf dem Konto habe?

Ein 145er geht also zum SB, stellt einen Antrag auf ALG wegen Aussteuerung und sagt (wie ein Roboter): Ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung, ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung, nichts anderes.:icon_hihi:

Der Anspruch auf ALG wegen Nahtlosigkeit entfällt erst mit der Entscheidung der DRV zum Anspruch auf EMR.

Zweitens

Ist schon verständlicher, warum eine EGV für einen 145er keinen Sinn macht (außer für den SB)?

Die EGV soll dich in Arbeit vermitteln, aber der 145er ist gar nicht vermittelbar vor der Entscheidung der DRV. Merkst du, die SB ziehen dich damit über den Tisch. Wenn du eine EGV unterschreibst, stellst du gleichzeitig klar, dass du Arbeit suchst und eine Entscheidung der DRV bezüglich Erwerbsminderung erwartest. Was die DRV wohl davon hält?

Ich bin mir nicht sicher, was jetzt passiert, aber ich denke, das läuft so: Du bekommst anschließend einen Bescheid, dass du keinen Anspruch auf ALG nach §145 hast. Die DRV wird keine Entscheidung treffen, weil du kein 145er mehr bist und du wirst von der AfA als normaler Arbeitsloser behandelt, was du dann ja auch bist.:icon_motz: Und die AfA hat auf ganzer Linie gewonnen.

Drittens

Das ist die Geschichte mit der AUB, die auf keinen Fall an die AfA gehen darf. Das habe ich weiter oben beschrieben.
Puh, es gibt eine Menge Fallstricke, wie sie dich aus dem 145er rausdrängen wollen…

Zum Einen mehr Zeit lassen in Bezug auf KK und AfA. Da könnte ich erstmal alles laufen lassen (Wobei ich mich frage, wie es mir so auf Dauer besser gehen soll,...denn die unklare Situation mit Arbeit bleibt bestehen).
Je mehr ich zum 145er schreibe... Wäre das nicht genau der Weg? Zeit lassen: Die DRV trifft so schnell keine Entscheidung, Arbeitssituation: du bist beim 145er nicht vermittelbar.

ch habe nur irgendwo gelesen, dass die AfA will, dass man in Reha und/oder med. Dienst geht, wenn man diese Nahtlosigkeitsregelung macht. D.h. dann hat man doch nicht "mehr Zeit"?
Den Weg habe ich schon beschrieben, Gutachten ÄD nach Aktenlage, Reha/EMR hat ausschließlich die DRV zu entscheiden, bis zur Entscheidung der DRV dauert es doch einige Zeit, und sollte die DRV keine EMR oder Teil- EMR genehmigen, dann giltst du erst ab diesem Zeitpunkt der Entscheidung als echte/r Arbeitslose/r und erst dann bekommt auch das Gutachten des ÄD die Bedeutung, die ihm zukommt, nämlich ob und in welchem Umfang du vermittelbar bist.

Bisher gab es auch noch keinen med. Dienst.
Auch schon beschrieben, der ÄD der AfA kommt erst nach der Aussteuerung ins Spiel. Der ÄD entscheidet meist nach Aktenlage. Das Gutachten kannst/solltest du dir für dein Archiv aushändigen lassen, sobald du vom SB der AfA den Bescheid bekommst, aufgrund des ÄD Befundes.

Zum Zweiten: Meinen eigenen Druck. Der steigt grade ziemlich. Habe grade keine Ahnung, wie ich da runter kommen soll.
Überlege dir das mit §145. Letztlich musst du ja selbst deinen Weg entscheiden. Stichwort „geringeres Übel“.

Zum Dritten: Mehr Gesundheit, aber ggf. weniger Geld auf dem Konto. Das ist richtig.
Ich glaube, das braucht noch was Auseinandersetzung und Veränderung des Selbstbildes, seiner Rolle, etc. . Also was kann ich, was brauche ich, was geht, bis wohin kämpfe ich, womit arrangiere ich mich, etc. .
Ja, das braucht Zeit, bei mir sind es nun dreieinhalb Jahre. Und: Veränderung ist möglich. Ein „Das wird schon wieder“ hilft hier gar nichts. Bei mir wird das nie wieder so wie früher. Deine Situation kann ich dahingehend nicht beurteilen.

Aber wir Kranken müssen nicht die Hände in den Schoß legen und uns dem Schicksal als Opfer überlassen. Auch wenn es ziemlich anstrengend ist, aber du bist doch schon auf dem richtigen Weg. Du informierst dich, du machst dir Gedanken zu den Möglichkeiten, du hast deine Krankheit/Gesundheit im Blick… und es gibt noch mehr als sich „nur“ mit der eigenen gesundheitlichen und finanziellen Situation auseinandersetzen zu müssen, ich sehe z. B. gerade aus dem Fenster und freue mich, weil die Sonne scheint, setze mich jetzt anschließend ein wenig raus und lasse mich von der Herbstsonne aufwärmen.:icon_klatsch:

Gruß
Bertolino

Mir ist noch eingefallen, dass die Person bei der KK eine Liste am PC aufgemacht hat und ich da den Namen einer Praxis gefunden habe, bei denen ich eine Heilbehandlung bekommen habe.
Echt jetzt? Der SB hat dich in seinen PC schauen lassen? So ein Eumel, da können auch Daten anderer Personen aufploppen. Datenschutz? Fragt ein Datenschutzbeauftragter. Ok das klingt jetzt besonders wichtig, aber ich kann auch nicht immer ganz sachlich bleiben.:icon_party: Vergiss es gleich wieder, das war ja schließlich zu deinem Vorteil.:icon_daumen:

Spielt das eine Rolle (für den KG-Bezug bzw. die Blockfristen), wenn das Rezept auch über einer der F-Diagnosen erstellt wurde, auch wenn sie z.T. außerhalb der KG-Zeiten lagen?
Nein, das spielt keine Rolle. Für den Anspruch auf KG gelten ausschließlich die Zeiten der AU. Du schreibst auch selbst, dass du teilweise die Heilmittelbehandlung außerhalb der AU Zeiten lag.

So aber jetzt ab in die Sonne.:bigsmile:

Gruß
Bertolino
 
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Bertolino

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#12

Jackey

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#13
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Danke Dir, Bertolino. Ich antworte auch noch "richtig". Es ist grade nur soviel hier... .
Ich meld mich in den nächsten Tagen.
 

Jackey

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#14
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

danke Dir nochmal. An den Links bin ich dran, brauche ich aber noch etwas zum Durcharbeiten.

VZ Arbeitnehmer wird arbeitslos: Er erhält ALG abhängig von den letzten 12 Monaten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
50% TZ Arbeitnehmer wird arbeitslos: Er erhält ebenso ALG, aber eben auf Grundlage des niedrigeren Lohnes. Hätte der AN Vollzeit gearbeitet, wäre auch das ALG doppelt so hoch.

Der SB hatte also mit seiner Aussage recht, aber er hat nicht dazu gesagt, dass das ALG bei Teilzeit entsprechend niedriger ausfällt.
Naja, aber das ist ja klar, dass ich, wenn ich 1000€ netto im Monat hatte (durch TZ-Stelle) weniger ALG I habe, als wie wenn ich 2000€ netto im Monat gehabt hätte (durch VZ-Stelle). ...oder habe ich da jetzt missverstanden? Also ich muss sicher gehen, dass ich nicht noch weniger ALG I bekomme, nur weil ich im Antrag angebe, dass ich eine TZ-Stelle suche. Solange mir dann das Geld, was mir von dem 1000€ netto bleibt (wenn daraus das ALG I berechnet wird) nicht auch noch gekürzt wird, weil ich angegeben habe, dass ich eine TZ-Stelle suche, ist ja alles klar (Nicht gut, da es zu wenig ist, aber nicht so schlimm, als wenn das Geld dann nochmal gekürzt worden wäre).
VZ will ich im Moment einfach nicht. Dadurch, dass ich mich trotz AU beworben habe und in mir selber so einen Druck habe, habe ich mich in den letzten Monaten sehr angestrengt. Wenn ich jetzt bei der AfA bin und VZ-Stellenangebote zugeschickt bekomme,...bin ich wirklich irgendwann zwangsweise nicht mehr arbeitsfähig. Ich brauche eigentlich viel mehr Zeit, mir selber die Stelle zu suchen, als in irgendwas drin zu hängen, was mich noch kranker macht.
Alles in allem dürfte sich der Verlust etwa auf Höhe eines gebrauchten Kleinwagens bewegen…
Das ist echt übel.... .
Sie erhalten das Nahtlosigkeits- ALG wegen Aussteuerung – nicht wegen Arbeitsunfähigkeit. Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn auf dieses Nahtlosigkeits- ALG habe ich Anspruch, solange bis der Rentenversicherungsträger über das „Vorliegen einer verminderten Erwerbsfähigkeit“ entschieden hat
D.h. ich habe rein theoretisch dann mehr mit der RV zu tun, als mit der Afa? Wer schreibt mich dann wegen Reha und ÄD an? Die Afa oder die RV? Machen die das schnell oder hat man erstmal eine Weile Ruhe?...und fangen die damit erst an, wenn man in diesem Nahtlosigkeits-ALG-I ist oder schon vorher, wenn ersichtlich ist, dass das KG in ein paar Monaten auslaufen könnte?

...und wenn ich z.B. in der Zeit ein paar Tage zur Aushilfe arbeiten gehen würde, müsste ich nochmal einen Antrag auf "normales ALG I" stellen?

sollte eine Beschwerde beim KMR dem Einhalt gebieten.
Was ist das?
Puh, es gibt eine Menge Fallstricke, wie sie dich aus dem 145er rausdrängen wollen…
Ja, ich merke das. ...und es ist schwer, das Alles zu überblicken und behalten. Man darf als als 145-er nicht sagen, dass man TZ arbeiten will, aber das man sich mit seinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stellt. Wenn dann der Sachbearbeiter selber auf die Idee kommt, dass das noch festgestellt werden muss, ist es ja okay.

Wäre das nicht genau der Weg? Zeit lassen: Die DRV trifft so schnell keine Entscheidung, Arbeitssituation: du bist beim 145er nicht vermittelbar.
Das klingt ansich gut, steht nur grade wie ein Berg vor mir, was Alles zu beachten ist... .
Tut mir leid, wenn ich zwischendurch irgendwas vergessen habe oder nochmal frage. Ist viel.
der ÄD der AfA kommt erst nach der Aussteuerung ins Spiel. Der ÄD entscheidet meist nach Aktenlage.
Ah, da. Also meldet sich auch die RV vorher nicht bei mir, außer mir zu sagen, dass das KG dann und dann ausläuft?

Auch wenn es ziemlich anstrengend ist, aber du bist doch schon auf dem richtigen Weg. Du informierst dich, du machst dir Gedanken zu den Möglichkeiten, du hast deine Krankheit/Gesundheit im Blick… und es gibt noch mehr als sich „nur“ mit der eigenen gesundheitlichen und finanziellen Situation auseinandersetzen zu müssen, ich sehe z. B. gerade aus dem Fenster und freue mich, weil die Sonne scheint, setze mich jetzt anschließend ein wenig raus und lasse mich von der Herbstsonne aufwärmen
Ja, danke, dass Du siehst, dass ich mich schon gut damit auseinander setze. ...und ja klar, sollte man auch sehen, was sonst noch ist.
Es gab schon mehrere Momente, wo ich draußen war, es schön war und ich dachte, dass man dafür gar kein Geld haben braucht (man braucht dann eher innen Ruhe, um das wahrnehmen und genießen zu können).

Datenschutz? Fragt ein Datenschutzbeauftragter. Ok das klingt jetzt besonders wichtig, aber ich kann auch nicht immer ganz sachlich bleiben.
Ich hab grad voll die Probleme damit, wenn ich Bewerbungen abschicke und keine Antwort bekomme, nicht mal einen Hinweis darauf, dass meine Daten sicher gelöscht worden sind (wenn ich darum gebeten habe) oder ich meine Mappe zurück bekommen habe (nach dem Verfahren). Ich habe schon Gespräche gehabt, bei Stellen, wo ich per Mail meine Unterlagen zugesandt habe und dann lagen sie in zweifacher Ausführung kopiert auf dem Tisch und ich bekomme die Info, dass man sie xy auch noch geschickt hat. Das finde ich wahrlich schlimm, wie da mit Daten umgegangen wird!!!! (...und ich hab noch keine Ahnung, wie ich mich da wehren kann)

Also falls ich jetzt was wiederholt habe: Tut mir leid. Es ist wirklich schwer, das Alles zu behalten. Vielleicht gelingt es mir nachher, den Thread hier irgendwie zu kopieren, am Besten so, dass man die Zitate noch sieht.

Einen ruhigen Abend noch,

Jackey.
 

Bertolino

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#15
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
An den Links bin ich dran,
Ganz schön kompliziert, das alles.:icon_mad:

Naja, aber das ist ja klar, dass ich, wenn ich 1000€ netto im Monat hatte (durch TZ-Stelle) weniger ALG I habe, als wie wenn ich 2000€ netto im Monat gehabt hätte (durch VZ-Stelle). ...oder habe ich da jetzt missverstanden?
Nein, das ist schon richtig. Nur, manche lassen sich eben über´s Ohr hauen.

Also ich muss sicher gehen, dass ich nicht noch weniger ALG I bekomme, nur weil ich im Antrag angebe, dass ich eine TZ-Stelle suche.
Entscheidend im Antrag ist, dass du angibst: Ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung. Das ist Punkt 2e im Formular. (Es gibt inzwischen übrigens ein aktualisiertes Formular, das sieht anders aus, aber inhaltlich kommt es auf dasselbe raus).

Vorsicht jetzt bei Punkt 2f und 2g:
Wenn du hier angibst: 2f Ja, ich will ohne zwingenden Grund nur noch zeitlich eingeschränkt arbeiten, und unter 2g eine bestimmte TZ angibst, dann wird genau von dieser Angabe dein TZ ALG berechnet!

Deshalb, mach es genau so wie im Formular angegeben.

Solange mir dann das Geld, was mir von dem 1000€ netto bleibt (wenn daraus das ALG I berechnet wird) nicht auch noch gekürzt wird, weil ich angegeben habe, dass ich eine TZ-Stelle suche, ist ja alles klar
Genau so ist es.

VZ will ich im Moment einfach nicht.
Das ist dein gutes Recht, ich denke, das dient auch deiner Gesundung.


in mir selber so einen Druck habe,
Ich kenne mich bestens aus...:icon_kotz:

D.h. ich habe rein theoretisch dann mehr mit der RV zu tun, als mit der Afa?
Zunächst hast du mit der AfA zu tun. Das läuft so ab: Du gehst dorthin und holst dir sämtliche Antragsunterlagen. Lass dich auf nichts ein, von wegen sofort unterschreiben. Prüfe alles zu Hause in Ruhe und überlege dir gut, was du unterschreibst. Den Antrag kannst du per Übergabe- Einschreiben schicken. Es geht eben darum, dass du später jeden einzelnen Vorgang auch nachweisen kannst. Die Unterlagen für den ÄD kannst du z. B. selbst dort in Kopie gegen Eingangsstempel vorlegen. Bedenke, es geht nicht darum, ob ein SB freundlich oder unfreundlich ist, es geht um viel Geld, und zwar um deins.

Der ÄD erstellt ein Gutachten und stellt dein Restleistungsvermögen fest (erinnere dich an deinen Antrag und was du zum Restleistungsvermögen angibst), entweder auf Grundlage deiner eingereichten Unterlagen oder du bekommst einen Vorstellungstermin.

Danach bekommst du den Bescheid der AfA, der §145 ist dort nicht aufgeführt, was irritiert.

Wenn absehbar ist, dass sich deine Leistungsfähigkeit nicht mehr dauerhaft herstellen lässt, wird dich die AfA auffordern, einen Rentenantrag zu stellen. Das ist viel zu weit vorausgegriffen.

Du stellst den Antrag und bis zur Entscheidung über die EMR bekommst du ALG, das ist die sog. Nahtlosigkeitsregelung.

Wer schreibt mich dann wegen Reha und ÄD an?
Das macht der SB der AfA.

Machen die das schnell oder hat man erstmal eine Weile Ruhe?.
Das kann mit wenigen Wochen relativ schnell gehen, das sind bürokratische Vorgänge. Viel wichtiger ist, dass du gar nicht für den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelbar bist. Oder wer soll jemanden einstellen, der EMR beantragt? Das weiß auch der SB und wird dich in Ruhe lassen.

@Doppeloma hat dieses Procedere schon sehr oft hier im Forum beschrieben, suche mal nach ihren Beiträgen zum Thema Aussteuerung. Sie beschreibt das viel genauer als ich und vor allem: definitiv kompetent.

..und fangen die damit erst an, wenn man in diesem Nahtlosigkeits-ALG-I ist oder schon vorher, wenn ersichtlich ist, dass das KG in ein paar Monaten auslaufen könnte?
Genau deshalb sollte man diesen Antrag "wegen Aussteuerung" erst kurz vor Ablauf des KG stellen, sonst "nerven" die schon entsprechend früher, obwohl du noch gar keinen Anspruch hast.

Deine Fragen zielen letztlich darauf, dass du deine Ruhe willst, richtig? Die Vorgänge nach der Aussteuerung und rund um deinen Antrag sind aber längst nicht so dramatisch wie sie klingen.

- Unterlagen abholen: persönliches Erscheinen beim SB
- Antragstellung: von zu Hause, per Übergabe- Einschreiben
- Gutachten ÄD, meist nach Aktenlage (seltener durch persönliche Begutachtung)
- Feststellungsbescheid
- Aufforderung der AfA
- Rentenantrag: von zu Hause

Du musst also nur ein einziges Mal persönlich zur AfA.

...und wenn ich z.B. in der Zeit ein paar Tage zur Aushilfe arbeiten gehen würde, müsste ich nochmal einen Antrag auf "normales ALG I" stellen?
Na, da wäre ich aber sehr vorsichtig. Denn mit auch nur einem einzigen Tag Arbeitslohn aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung weiß die AfA, dass du arbeitsfähig und gesund bist. Jede andere Art von "Beschäftigung" - lass die Finger davon, das kann gefährlich sein.:icon_evil:

Die AfA wird deinen Antrag "wegen Aussteuerung" sofort in die Tonne hauen, du giltst als normaler "Arbeitsloser", bekommst auf dieser Grundlage ALG und die AfA wird versuchen dich zu vermitteln.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du genau das nicht, bzw. du bist noch am Überlegen. Es gibt ja auch den Weg, dass du den Antrag "wegen Arbeitslosigkeit" stellst.

Wenn du diesen Weg wählst, dann solltest du das bald erledigen, nicht dass dir schon am Anfang eine Sperre droht. Du musst der AfA die Möglichkeit geben, dass sie sich frühzeitig um eine mögliche Vermittlung kümmern kann, sobald du also den Aussteuerungstermin mitgeteilt bekommst, gehst du damit zur AfA.


Was ist das?
KMR ist eine falsche Buchstabenreihenfolge.:sorry:
Richtig heißt es: KRM= KundenReaktionsManagement Nürnberg
Irgendwo habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass die im Moment ihre Homepage umbauen und nicht erreichbar sind. Ich habe noch nicht nachgeschaut, du kannst dich aber auch selbst informieren, wenn du willst. Es ist ja noch lange nicht so weit, dass du das in Anspruch nehmen müsstest.

Das KRM prüft Beschwerden bei Leistungsansprüchen und wenn die Beschwerde berechtigt ist, dann bekommen die SB vor Ort „eins auf die Mütze“. Du kannst dir vorstellen, dass auch die SB ein gewisses Vermeidungsverhalten haben.:icon_hihi:



Ja, ich merke das. ...und es ist schwer, das Alles zu überblicken und behalten. Man darf als als 145-er nicht sagen, dass man TZ arbeiten will, aber das man sich mit seinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stellt.
Das ist z. B. ein solcher Fallstrick. Denn jeder spricht im Alltag natürlich von „arbeiten“, was denn sonst. Aber in der Fachsprache sind eben die Begriffe „Arbeit“ und „Restleistungsvermögen“ zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Wenn ich arbeitsfähig bin, dann kann ich arbeiten. Wenn ich aber krank und ausgesteuert bin, kann ich weiterhin krank sein, aber immer noch über ein gewisses Restleistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verfügen. Deinen alten Arbeitsplatz kannst du nicht mehr ausüben, einen neuen nur unter Berücksichtigung deines Restleistungsvermögens.


Ah, da. Also meldet sich auch die RV vorher nicht bei mir, außer mir zu sagen, dass das KG dann und dann ausläuft?
Nein, die DRV kommt vorher ganz sicher nicht auf dich zu, auf welcher Grundlage auch? Du hast ja keinen Antrag gestellt.
Die Information über deinen Aussteuerungstermin, wann das KG ausläuft, bekommst du allerdings von deiner KK.

Es gab schon mehrere Momente, wo ich draußen war, es schön war und ich dachte, dass man dafür gar kein Geld haben braucht (man braucht dann eher innen Ruhe, um das wahrnehmen und genießen zu können).
Alle Langzeitkranken müssen sich mit den sozialrechtlichen Hürden auseinandersetzen. Wenn sie das nicht tun, wird die Sache mit dem Geld sehr schnell ein riesiges Problem.
Also halte ich es für besser, sich frühzeitig zu informieren, als später den Ärger zu haben, der mich auch nicht gerade gesunder macht, aber dafür bin einzig ich selbst verantwortlich. Hier im Forum findest du tausend Fälle dazu in die eine und in die andere Richtung.
Ich hab grad voll die Probleme damit, wenn ich Bewerbungen abschicke
Nochmal der Hinweis, dass dies dem Antrag „wegen Aussteuerung“ widerspricht. Ich denke, du solltest dich wirklich damit auseinandersetzen, ob du noch „arbeitsfähig“ bist und das bei einem neuen AV wirklich durchhältst oder ob du noch über „Restleistungsvermögen“ verfügst und zuletzt eine Erwerbsminderung durch die DRV festgestellt wird.
dass meine Daten sicher gelöscht worden sind …Das finde ich wahrlich schlimm, wie da mit Daten umgegangen wird!!!! (...und ich hab noch keine Ahnung, wie ich mich da wehren kann)
Gerade in Zeiten der neuen Datenschutzverordnung kannst du dein Recht relativ einfach einfordern, das geht sogar online mit einer Beschwerde. Ich selbst habe das noch nicht gemacht, suche mal nach den Begriffen „Bundesdatenschutzbeauftragter“, „Landesdatenschutzbeauftragter“.
Wenn du willst, kannst du dazu auch mal einen kleinen „Testlauf“ machen, indem du z. B. von deiner KK eine Bescheinigung anforderst, welche „personenbezogenen Daten“ dort gespeichert sind. Dazu hast du einen Rechtsanspruch. Selbiges gilt selbstverständlich auch für Firmen, bei denen du dich beworben hast. Nur dort wird deine Aufforderung, die nicht mehr benötigten personenbezogenen Daten zu löschen, vermutlich schwerer durchzusetzen sein. Es sei denn, du setzt eine Beschwerde auf. Das wirkt.
Also falls ich jetzt was wiederholt habe: Tut mir leid. Es ist wirklich schwer, das Alles zu behalten. Vielleicht gelingt es mir nachher, den Thread hier irgendwie zu kopieren, am Besten so, dass man die Zitate noch sieht.
Was meinst du, wie oft ich meine eigenen Beiträge nachlese, weil ich schon wieder was vergessen habe. Dazu muss dir nun wirklich nicht irgend etwas „leid tun“.
Ich bin ja auch kein Allwissender in Sachen Sozialrecht, im Gegenteil, ebenso Hilfesuchender in meinem eigenen Thread. Ich beschränke mich auf die vergleichsweise winzigen Bereiche, in denen ich eigene Erfahrungen habe, das sind die Themen Aussteuerung und Blockfrist. Und selbst hier unterlaufen mehr immer wieder Fehler.
Dann gibt es meist ein freundliches :icon_evil: anderer User und eine Korrektur zur Sache im Sinne des Hilfesuchenden. Hier im Forum findest du eben keine Hintergedanken wie etwa bei freundlichen SB, die letztlich angewiesen sind, Geld zu sparen. :idea:

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#16
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

danke Dir nochmal für Deine Ausführungen.

Ich brauche ein wenig, um das sacken zu lassen und zu sortieren. Von daher gehe ich den Beitrag erstmal von oben nach unten durch und muss dann wirklich erstmal wieder für mich in Ruhe durchdenken. Vielleicht schreibe ich gleich nochmal ein paar Fragen auf. Wenn Du was weißt, kannst Du dazu antworten und dann muss ich gucken, was ich daraus mache.

...aber erstmal wollte ich noch hierzu was sagen:

Was meinst du, wie oft ich meine eigenen Beiträge nachlese, weil ich schon wieder was vergessen habe. Dazu muss dir nun wirklich nicht irgend etwas „leid tun“.
Danke Dir. Ich dachte, ich schreib es nur mal, weil ich Foren schon mehrfach erlebt (und es hier auch schon gesehen habe), dass Leute dann ungeduldig wurden, nicht mehr geschrieben haben oder einem ein "Nicht-wollen" diagnostiziert haben, weil man anscheinend nicht so reagierte, wie Hilfegeber erwünscht haben. Das finde ich schade. Um dem vorzubeugen, schrieb ich die Erklärung und freue mich, wenn es bei Dir nicht so ist.
Ich muss wirklich in der nächsten Zeit erstmal ein paar Sachen sacken lassen und in Ruhe überlegen, was ich tue. Da ist es schon gut, Beiträge zu haben, die man nach und nach nochmal für sich durch gehen kann.
Ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung. Das ist Punkt 2e im Formular.
Mache ich das auch, wenn ich den Antrag auf ALG I normal stelle?...Also wenn ich z.B. mich vor Ende des KG-Anspruchs wieder bei der AfA melde, aber lieber TZ arbeiten möchte, damit ich es besser packe?

Die Unterlagen für den ÄD kannst du z. B. selbst dort in Kopie gegen Eingangsstempel vorlegen.
Wo bekomme ich die her? Das ist der ÄD der AfA, richtig? Sitzt der mit bei denen im Haus?

Wenn absehbar ist, dass sich deine Leistungsfähigkeit nicht mehr dauerhaft herstellen lässt,
Woran wollen die das festmachen? (Mal abgesehen davon, dass ein Teil meines Problemes mit befristeten Arbeitsstellen und damit mangelnder Sicherheit und Mehraufwand durch Immer-wieder-einarbeiten zu tun hat).

Du stellst den Antrag und bis zur Entscheidung über die EMR bekommst du ALG, das ist die sog. Nahtlosigkeitsregelung.
Und was ist, wenn man nicht in die EMR will (die müsste dann wohl noch niedriger sein? Ich will ja arbeiten, nur halt nicht "alles". Ich brauch einfach Zeit... .

...und wenn man dann diesen Antrag stellt (gibt die AfA das dann an die RV weiter, die dann prüft, ob man EMR bekommt?) und man dann doch arbeiten kann,...bricht man dann quasi die EMR ab oder kann man für ein paar Std. gelegentlich arbeiten? Ich hab mal irgendwas von Zuverdienst und Rente gelesen).

Deine Fragen zielen letztlich darauf, dass du deine Ruhe willst, richtig? Die Vorgänge nach der Aussteuerung und rund um deinen Antrag sind aber längst nicht so dramatisch wie sie klingen.
Ja. Im Moment ist es ein Riesenwust und ich versuche das alles zusammen zu bekommen, einen Überblick zu bekommen und für mich das richtige Vorgehen zu verstehen.

Denn mit auch nur einem einzigen Tag Arbeitslohn aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung weiß die AfA, dass du arbeitsfähig und gesund bist. Jede andere Art von "Beschäftigung" - lass die Finger davon, das kann gefährlich sein.
Was meinst Du mit "andere Art von Beschäftigung"?
Es geht um eine Honorartätigkeit, die ich schon lange mache. Es kann sein, dass die mich bald wieder brauchen. Ich würde das ungerne sein lassen, weil ich mir damit auch eine Chance nehmen könnte. Das sind wirklich nur so 1-3 Tage in manchen Monaten für 3-5 Std. am Tag. Das hat nichts damit zu tun, dass ich regelmäßig über einen längeren Zeitraum einen Job habe.

Es gibt ja auch den Weg, dass du den Antrag "wegen Arbeitslosigkeit" stellst.

Wenn du diesen Weg wählst, dann solltest du das bald erledigen, nicht dass dir schon am Anfang eine Sperre droht.
Wie meinst Du das?...Wenn ich am Freitag meinen Arzttermin habe und dann keine AU-Verlängerung mehr bekommen würde, wann müsste ich mich dann bei der AfA melden? Am Freitag oder jetzt schon mit der Info, dass es ein könnte, dass ich mich bald wieder bei denen arbeitslos melde?

Vermutlich kann man eh nicht alles überblicken, aber sich wenigstens etwas vorbereiten und informieren. Das ist mein Versuch.

Wenn ich arbeitsfähig bin, dann kann ich arbeiten. Wenn ich aber krank und ausgesteuert bin, kann ich weiterhin krank sein, aber immer noch über ein gewisses Restleistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verfügen.
Okay. ...und wenn ich mich normal arbeitslos melde, aber nur 4 Tage arbeiten will (mit Attest?), dann ist das "Arbeit" oder auch "Restleistungsvermögen"?...Denn ganz will ich ja nicht, wegen Gesundheit und so.

Selbiges gilt selbstverständlich auch für Firmen, bei denen du dich beworben hast. Nur dort wird deine Aufforderung, die nicht mehr benötigten personenbezogenen Daten zu löschen, vermutlich schwerer durchzusetzen sein. Es sei denn, du setzt eine Beschwerde auf. Das wirkt.
Wo kann ich mich da beschweren? Im Moment reagieren einige Arbeitgeber nicht mal auf meine Mails mit Info darüber, wo meine Unterlagen sind bzw. die Bitte auf Rücksendung/Löschung meiner Daten.
Ich denke, du solltest dich wirklich damit auseinandersetzen, ob du noch „arbeitsfähig“ bist und das bei einem neuen AV wirklich durchhältst oder ob du noch über „Restleistungsvermögen“ verfügst und zuletzt eine Erwerbsminderung durch die DRV festgestellt wird.
Das ist richtig. Ich hab das noch nicht klar. Ich kann mir eher vorstellen, arbeitslos oder krank geschrieben zu sein (oder Arbeitnehmer), als jemand zu sein, der EM-Rente bezieht. Ich hab da noch kein Bild von mir zu und was das wirklich bedeutet. Einfach nur Ruhe oder doch mehr? Weniger Geld? Ein Zustand, der erstmal bleibt? Wann kann ich es wieder ändern?
Ich hab das noch nicht klar. Es ist nur so, dass die Zeit etwas für mich drängt, weil ich mich zum Einen passend informieren muss (was ich hier z.B. tue) und weil unklar ist, was mit meinen Honorarstunden ist. Wenn ich die jetzt komplett aufgeben müsste, wäre das blöd.

Ich muss jetzt mal aufhören, weil es schon spät wird. Vielleicht stelle ich gleich nochmal meine Fragen hier rein, die ich eben aufgeschrieben habe. Mag sein, dass sich manches doppelt. Dann übersehe es einfach.

Eine ruhige Nacht wünsche ich,

Jackey.
 

Jackey

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#17
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Aufgeschriebene Frage von "vor dem letzten Beitrag". Wie gesagt: Was doppelt ist,...überles es einfach. Ich bin jetzt echt platt... .

-Wenn ich mich wieder arbeitslos melden würde, bräuchte ich dann wirklich erst am Tag der letzten AU zur AfA?

- Wenn man z.B. am 30.11. den letzten AU-Tag hat hat und das ein Freitag ist (weiß ich nicht, was das für ein Tag ist,…ich nehme es jetzt als Bsp.) ,…und man hat am Samstag einen Nebenjob, der aber nur an dem Tag ist,…meldet man sich dann am Freitag arbeitslos, gibt dann an, dass man am Samstag ein paar Std. arbeitet und ab Sonntag wieder arbeitslos ist?

- Wenn man z.B. am 30.11. den letzten AU-Tag hat, sich dann arbeitssuchend meldet, obwohl man noch 2 Monate KG-Anspruch hätte (wenn man noch AU wäre), dann zwei Monate ALG I bezieht und sich dann wieder AU meldet und das KG dann wirklich ausläuft,…kommt man dann automatisch in dieses ALG-I mit Nahtlosigkeitsregelung bzw. muss einen neuen Antrag stellen? Dann käme man ja nicht direkt aus dem Ende des KG in das ALG I mit Nahtlosigkeitsregelung, sondern hätte erstmal nach dem KG-Ende 2 Monate ALG I, dann die 6 Wochen weiterhin ALG I (wie bei der Lohnfortzahlung beim Arbeitgeber), dann die beiden restlichen Monate vom KG-Anspruch,…und dann, wenn man weiterhin AU ist, das ALG-I im Sinne der Nahtlosigkeitsregelung?

Ich habe einen Vordruck für den Antrag auf ALG I von diesem Jahr hier. Ich geh den mal eben durch. Vielleicht weißt Du ja was.

-Punkt 2 b müsste ich ausfüllen (Nebenbeschäftigung) und irgendwo vermerken, dass das nur sporadisch ist. Wieviel Std. das ist und ob es stattfindet, kann ich im Vorfeld nicht sagen.

-Punkt 2 c (ehrenamtliche Tätigkeit) muss ich nicht ausfüllen, da ich kein Geld dafür bekomme und es nichts Festes ist, wo ich irgendwie kündigen müsste oder was einer Arbeitssuche ins Gehege käme.

-Punkt 2d (Arbeitsunfähigkeit) kann ich dann nur nein ankreuzen, denn sonst würde ich ja keinen Antrag stellen (Ich muss nur irgendwo vermerken, dass ich aus dem Arbeitsvertrag ins KG gekommen bin. Das habe ich zwar der AfA schon vor Monaten gemeldet, wo ich eigentlich mich arbeitslos melden wollte, aber ich frag mich, ob ich das nun auch irgendwo notieren muss, damit ich keine Nachteile habe.

-Punkt 2 e wird spannend. Wenn ich ankreuze, dass ich bestimmte Beschäftigungen nicht mehr ausüben möchte oder ich mich zeitlich einschränken muss,…muss ich dann einen ärztlichen Attest vorlegen oder schicken die mich dann zum ärztlichen Dienst? Also wenn ich z.B. in bestimmte Bereiche meines Ausbildungsjobs nicht möchte oder nur 4 Tage in der Woche,…brauche ich dann dafür ein Schreiben von meinem Arzt und bekomme ich dann nicht weniger ALG I?

-Punkt 2 f würde ich natürlich nicht ankreuzen, da ich nicht ohne zwingenden Grund weniger arbeiten will. Ich habe nur (noch) keinen ärztlichen Attest. Andere Möglichkeit wäre, alles so anzukreuzen, dass man voll zur Vermittlung steht und dann guckt, was passiert.

-Punkt 2 g (Verteilung der Arbeitszeit): Kann ich da einfach eintragen, dass ich z.B. 4 Tage in der Woche 8 Std. arbeiten will…oder braucht es dafür etwas vom Arzt?
 

Bertolino

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#18
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
Ich muss wirklich in der nächsten Zeit erstmal ein paar Sachen sacken lassen und in Ruhe überlegen, was ich tue. Da ist es schon gut, Beiträge zu haben, die man nach und nach nochmal für sich durch gehen kann.
Das sehe ich genauso. Deshalb schlage ich vor, wir gehen das stückweise an. Mir raucht schon der Kopf, und wenn es mir schon so geht… Ich habe nämlich den Eindruck, wir befinden uns beide auf dem Holzweg, was die Überlegungen zum 145er als möglichen Weg für dich betrifft. Bei der Frage nach der EMR geht es nämlich weniger darum, ob ich die will; vielmehr darum, ob ich überhaupt gar nichts mehr anderes kann. Deshalb wie immer: Schön der Reihe nach, das ist ja alles auch nicht einfach.:icon_smile:

Deine berechtigten Fragen stelle ich deshalb zunächst bis zum Wochenende hinten an.

Ok, der folgende Gedanke mit dem „Schieberegler“ ist mein persönliches Hilfswerkzeug, das stammt nicht von einer wissenschaftlichen Studie und kann jederzeit anders geordnet werden::idea:

Stelle dir eine Skala von 0 bis 10 vor und verschiebe den Regler nach deiner eigenen Einschätzung:

0 bedeutet: Ich bin kerngesund.
2 bedeutet: Ich bin AU, z. B. wegen Grippe
4 bedeutet: Ich bin dauerhaft leistungseingeschränkt, z. B. weil ich nach oder wegen einer schweren Erkrankung meinen Arm nicht mehr benutzen kann; oder es liegt eine psychische Erkrankung vor (jeweils ärztlich und durch Reha dauerhaft diagnostiziert)
6 bedeutet: Ich bin leistungseingeschränkt und die Rentenversicherung bestätigt (irgendwann) eine teilweise Erwerbsminderung.
8 bedeutet: Ich bin leistungseingeschränkt und die Rentenversicherung bestätigt (irgendwann) eine volle Erwerbsminderung.

_______

Jetzt zu den Begriffen „arbeitsfähig“, „leistungsfähig“, „erwerbsfähig“ zur Orientierung für dich. Hier kannst du ebenfalls vergleichen, „wo du stehst“.


Arbeitsfähig: Ich bin gesund und kann, darf, muss arbeiten. (Ein Arbeitsvertrag TZ/VZ spielt dafür keine Rolle. Ein Millionär braucht vermutlich keinen AV. Wenn er gesund ist, so ist er auch arbeitsfähig.)
Wenn ich Grippe habe oder mir ein Bein breche, bin ich (vorübergehend) AU. Soweit klar.


Leistungsfähig: Das kennen wir alle. Nicht jeder Tag ist gleich. Bei einer angehenden Grippe werde ich voraussichtlich nicht die „volle Leistung“ bringen. Ich schleppe mich über einen kurzen oder langen Zeitraum zur Arbeit. Irgendwann sind die Kollegen genervt. Grundsätzlich bin ich arbeitsfähig.

Und wer dokumentiert, ob ich vorübergehend, über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft „leistungseingeschränkt“ bin?

Wegen meiner Erkrankung schätze ich das zuallererst selbst ein. Aber diese Einschätzung ist subjektiv. Deshalb gehe ich zum Arzt.

Mein HA oder FA dokumentiert und objektiviert das meist über einen längeren Zeitraum. „Leistungseigeschränkt“ bedeutet noch lange nicht, dass ich auch AU sein muss.

Wenn jemand z. B. aufgrund einer Wirbelsäulenerkrankung nicht mehr „schwer heben darf“ oder nicht mehr „über Kopf arbeiten kann“ (wie bei mir), ist es zunächst kein Widerspruch, wenn dieser Mensch VZ arbeitet. Er kann ansonsten gesund sein, nur in diesem Bereich besteht eben ein „eingeschränktes Leistungsvermögen“. Sofern er einen AV hat und bisher dauernd körperlich schwer arbeiten musste, ist der AG verpflichtet, den AN „umzusetzen auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz“. (Das ist in der Praxis oft schwierig, aber darum geht es hier nicht.)

Als nächstes dokumentiert der Reha- Abschlussbericht deine Leistungsfähigkeit, denn die Aussage des HA/FA allein reicht nicht. Dein Arzt kann dich nämlich auch aus Gefälligkeit AU schreiben oder dich „leistungsgemindert“ einschätzen – so unterstellt man das jedenfalls.

In diesem Bericht steht, ob du leistungsfähig für 0 bis unter drei Stunden/tgl., für drei bis unter sechs Stunden oder vollschichtig für mehr als sechs Stunden bist. Und auch, ob es Einschränkungen gibt.

Nun stelle dir vor, dass jemand erfolgreich auf Reha war, bei seinem Krankheitsbild aber vollkommen klar ist, dass der vollständige Heilungsprozess noch etwa ein halbes Jahr benötigt. Er wird AU entlassen, aber sein Leistungsvermögen kann dennoch für mehr als sechs Stunden dokumentiert werden (sobald er eben wieder gesund ist). Das ist kein Widerspruch.


Erwerbsfähig: Wer arbeitsfähig ist, der ist auch erwerbsfähig, soweit klar. Wenn du Grippe hast, bist du dennoch grundsätzlich erwerbsfähig, aber im Moment arbeitsunfähig. Wer teilweise Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit hat, der kann auch teilweise oder ganz erwerbsfähig sein. (Stelle dir einen Rollstuhlfahrer vor, der natürlich Einschränkungen im Vergleich zu einem gesunden Menschen hat, aber dennoch einen VZ Arbeitsplatz hat, z. B. am Schreibtisch.)

Und wer definiert, ob, ab wann und in welchem Maß ich teilweise oder ganz erwerbsgemindert bin oder nicht, d. h. ob ich aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr arbeiten kann, weder in meinem bisherigen Beruf noch in irgendeiner anderen Tätigkeit?

Das ist ausschließlich die Aufgabe der Rentenversicherung, denn sie zahlt auch die (Teil)- EMR. Sie, und nur sie, beurteilt letztlich, ob du soweit eingeschränkt bist, dass du nicht mehr selbständig für deinen Lebensunterhalt sorgen kannst und dir deswegen eine EMR zusteht. Für diese Beurteilung ist die DRV nicht verpflichtet, irgendwelche anderen Beurteilungen heranzuziehen (sie kann, muss aber nicht).

Das sind
- deine eigene Ansicht
- die Beurteilung durch deinen HA/FA
- der Abschlussbericht Reha
- das Gutachten des ÄD (bleibt meist unberücksichtigt)
- sonstige Gutachten


Das sind mal die Überlegungen, mit denen du eventuell für dich persönlich einschätzen kannst, wo auf der Skala von 0 bis 10 du stehst. Ich lasse dir ein paar Tage Zeit, dann werde ich deine Fragen beantworten. Schritt für Schritt.:icon_pause:

Wenn ich am Freitag meinen Arzttermin habe
Freitag, 26.10.18? Lass was hören, was rausgekommen ist, wenn du magst. Dann können wir das gleich in die Beiträge mit einbauen.

Gruß
Bertolino:bigsmile:
 

Jackey

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#19
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Das sind mal die Überlegungen, mit denen du eventuell für dich persönlich einschätzen kannst, wo auf der Skala von 0 bis 10 du stehst. Ich lasse dir ein paar Tage Zeit, dann werde ich deine Fragen beantworten. Schritt für Schritt.
Hallo Bertolino,

danke Dir. Ich brauche die Antworten nur jetzt, weil ich eben wegen dem Nebenjob schnell Dinge klarer haben muss und nächste Woche (ggf. auch schon Montag) die Entscheidung ansteht, wann die mich brauchen. Es geht ja, wie gesagt, nicht um was Regelmäßiges, sondern nur um ein paar Std. .
Also wenn Du dazu was sagen kannst: Gerne.
...und dann gehe ich Stück für Stück für mich alles durch und guck, was ich damit mache.

Einen schönen Freitag wünsche ich schon mal (ich denk, ich bin jetzt am Wochenende erstmal nicht hier),

Jackey.
 

saurbier

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#20
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

dein Versuch der Erklärungen ist mal nicht schlecht!

Aber ein kleines Manko sehe ich da leider doch,

Das ist ausschließlich die Aufgabe der Rentenversicherung, denn sie zahlt auch die (Teil)- EMR. Sie, und nur sie, beurteilt letztlich, ob du soweit eingeschränkt bist, dass du nicht mehr selbständig für deinen Lebensunterhalt sorgen kannst und dir deswegen eine EMR zusteht.
Eine zutreffende Aussage.

Aber dies leider nicht,

Für diese Beurteilung ist die DRV nicht verpflichtet, irgendwelche anderen Beurteilungen heranzuziehen (sie kann, muss aber nicht).
Das stimmt leider nicht.

Die sozialmedizinische Begutachtung in der Reha ist für die DRV eben genau die Beurteilung welche sie für eine eventuelle Rentenentscheidung heran ziehen MUSS.

Über die Qualität dieser Begutachtung haben wir ja schon mal diskutiert, nicht war. Da gab es dann auch die eigenen Richtlinien der DRV nach welchen die Begutachtung abzulaufen hat.

Neben diesem sozialmedizinischen Gutachten gibt es dann immer noch die Möglichkeit von gesonderten Gutachten welche die DRV im Zweifelsfall heran ziehen kann und von welchen sie nicht wenig gebrauch macht, weil eben ein Mitarbeiter in der Verwaltung (gen. Schreibtischtäter) meint mein können die Rente vermeiden.


Grüße saurbier
 

Bertolino

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#21
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,

so, dann lass uns das durcharbeiten. Das wird nun einiges an Text.

Mache ich das auch, wenn ich den Antrag auf ALG I normal stelle?
Als „echter“ Arbeitsloser hast du nicht unbedingt ein festgestelltes Restleistungsvermögen. Wenn ich deine Beiträge richtig verstanden habe, ist dieses Restleistungsvermögen bei dir noch gar nicht festgestellt worden? Das bedeutet, du bist -zumindest aus Sicht der AfA- zunächst vollschichtig leistungsfähig. Erst die ärztliche Feststellung kann zu einem anderen Ergebnis kommen.

Wo bekomme ich die her?
Das war die Frage, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass du eventuell gar keine Unterlagen hast. Gemeint ist der Reha- Entlassungsbericht und ggf. weitere (fach-)ärztliche Befunde.

Eine Reha dient ja vordergründig dazu, dass ich wieder „gesund“ werde bzw. dass meine Erkrankung nicht weiter voranschreitet. Im Idealfall ist das auch so.

Zugleich eröffnet eine Reha das Rentenverfahren, siehe Beitrag #20 von @saurbier:
Die sozialmedizinische Begutachtung in der Reha ist für die DRV eben genau die Beurteilung welche sie für eine eventuelle Rentenentscheidung heran ziehen MUSS.
Denk mal drüber nach, ob nicht eine Reha hilfreich für dich wäre. Das kannst du mit deinem Arzt besprechen.

Das ist der ÄD der AfA, richtig? Sitzt der mit bei denen im Haus?
Ja, meistens ist der im selben Haus. Du kannst den SB nach der Adresse fragen. Allerdings wird der nicht sonderlich begeistert sein, wenn er merkt, dass du deine ärztlichen Unterlagen nicht über seinen Tisch laufen lässt.

Wenn absehbar ist, dass sich deine Leistungsfähigkeit nicht mehr dauerhaft herstellen lässt,...
Woran wollen die das festmachen?
Konkret: Nicht die KK oder die AfA stellt meine Leistungsfähigkeit fest. Das ist immer Aufgabe der jeweiligen Ärzte: bei der KK der MDK, in der Reha der Reha- Arzt, bei der AfA der ÄD. Grundlage dazu: vorhandene Unterlagen und/oder eigene Begutachtung.

Und was ist, wenn man nicht in die EMR will (die müsste dann wohl noch niedriger sein? Ich will ja arbeiten, nur halt nicht "alles". Ich brauch einfach Zeit
Die EMR ist nicht erstrebenswert, denn sie ist noch einmal niedriger als KG oder ALG. Das war die zweite Frage, die mich aufmerksam machte, dass der 145 eventuell gar nicht in Frage kommt. Denn bei EMR geht es gar nicht mehr wirklich darum, ob ich das will.

...und wenn man dann diesen Antrag stellt (gibt die AfA das dann an die RV weiter, die dann prüft, ob man EMR bekommt?)
Wenn man den Antrag auf ALG wegen Aussteuerung stellt, wird die AfA relativ rasch den ÄD einschalten, der deine Restleistungsfähigkeit prüft. Je nach Ergebnis bekommst du ALG nach §145 (oder nicht). Die AfA fordert dich (im Fall des §145) zum Rentenantrag auf, die DRV prüft deinen Antrag und trifft eine Entscheidung. Bis zur Entscheidung der DRV hast du Anspruch nach §145.

und man dann doch arbeiten kann,...bricht man dann quasi die EMR ab oder kann man für ein paar Std. gelegentlich arbeiten? Ich hab mal irgendwas von Zuverdienst und Rente gelesen).
Hier sind Infos:

https://www.arbeitsagentur.de/arbei...igung-und-sozialversicherung-arbeitslosengeld

https://con.arbeitsagentur.de/prod/...cuments/Merkblatt-Nebeneinkommen_ba015792.pdf

Für EMR gibt es ebenfalls bestimmte Regeln, was die Stundenzahl und den Lohn betrifft, aber so weit bist du noch lange nicht.

Ja. Im Moment ist es ein Riesenwust und ich versuche das alles zusammen zu bekommen, einen Überblick zu bekommen und für mich das richtige Vorgehen zu verstehen.
Das ist schon wahr. Und zugleich hilft es nicht. Denn jeder Langzeit- Kranke ist leider mit denselben Fragen konfrontiert, die auch du hast. Also heißt es, sich weiter zu informieren und sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Nur Mut!

Was meinst Du mit "andere Art von Beschäftigung"?
Es geht um eine Honorartätigkeit,
Jedenfalls meinte ich nicht deine Honorartätigkeit mit weißer Weste, die du auch bei der AfA anmeldest. Da gibt es Tätigkeiten mit anderer Einfärbung, so in Richtung dunkelgrau. Das gilt nicht für dich, sondern im Zweifel für anonyme Mitleser:icon_hihi:

die ich schon lange mache. Es kann sein, dass die mich bald wieder brauchen. Ich würde das ungerne sein lassen, weil ich mir damit auch eine Chance nehmen könnte. Das sind wirklich nur so 1-3 Tage in manchen Monaten für 3-5 Std. am Tag.
Das kenne ich. Es gibt eben Tätigkeiten, die mir in der Erkrankung eher gut tun und mir förderlich sind, als dass sie mich auch zusätzlich noch belasten würden.

Deshalb prüfe sehr genau für dich, das sind persönliche Fragen als Anregung: Tut mir diese Tätigkeit gut? Belastet sie mich? Für wen mache ich das letztlich? Was habe ich davon? Geld, Ansehen, Belastung, gesundheitliche Stabilisierung, weitere langfristige Erkrankung, Dankbarkeit, Ausnutzung, Anerkennung, Zufriedenheit…


Es gibt ja auch den Weg, dass du den Antrag "wegen Arbeitslosigkeit" stellst.
Wenn du diesen Weg wählst, dann solltest du das bald erledigen, nicht dass dir schon am Anfang eine Sperre droht. Wie meinst Du das?
Sobald dir das Datum deiner tatsächlichen Arbeitslosigkeit bekannt ist, musst du dich bei der AfA melden, um eine Sperre zu vermeiden.

Wenn ich am Freitag meinen Arzttermin habe und dann keine AU-Verlängerung mehr bekommen würde, wann müsste ich mich dann bei der AfA melden? Am Freitag oder jetzt schon mit der Info, dass es ein könnte, dass ich mich bald wieder bei denen arbeitslos melde?
Sofern deine AU am Freitag beendet wurde und du noch nicht bei der AfA warst, erledige das am Montag. „Unverzüglich“ ist das Stichwort.


Okay. ...und wenn ich mich normal arbeitslos melde, aber nur 4 Tage arbeiten will (mit Attest?), dann ist das "Arbeit" oder auch "Restleistungsvermögen"?...Denn ganz will ich ja nicht, wegen Gesundheit und so.
Beim „Restleistungsvermögen“ wird dich der SB ebenso in Arbeit vermitteln wollen, allerdings mit Rücksicht auf die ärztlich dokumentierten Einschränkungen. Das Attest deines Arztes wird dazu wohl nicht reichen, dafür benötigst du den entsprechenden Entlassungsbericht einer Reha.

Wenn du dich arbeitslos meldest und angibst, dass du TZ arbeiten willst, ist das deine freie Entscheidung. Das kannst du selbstverständlich so machen.

Aber auch hier wäre ich vorsichtig, was du in deinem Antrag angibst. Nicht, dass dir das ALG hier auch nur für TZ gewährt wird, weil du das so angegeben hast. Ich selbst würde das nicht schon im Antrag festlegen wollen. Das kannst du immer noch dem zuständigen SB zu gegebener Zeit mitteilen und dich über die Folgen informieren lassen.

Es handelt sich eben um zwei völlig unterschiedliche Situationen mit unterschiedlichen Vorzeichen:
- Antrag ALG nach §145 wegen Aussteuerung
Oder
- Antrag ALG wegen Arbeitslosigkeit

Wo kann ich mich da beschweren? Im Moment reagieren einige Arbeitgeber nicht mal auf meine Mails mit Info darüber, wo meine Unterlagen sind bzw. die Bitte auf Rücksendung/Löschung meiner Daten.
https://www.bfdi.bund.de/DE/Datensc...tikel/BeschwerdeBeiDatenschutzbehoereden.html

Wer annimmt, bei der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung seiner persönlichen Daten in seinen Rechten verletzt worden zu sein, kann sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wenden. Diese geht der Beschwerde nach und unterrichtet den Betroffenen über das Ergebnis.
Frag einfach nach. Sie werden dich auf die richtige Stelle verweisen.

Das ist richtig. Ich hab das noch nicht klar. Ich kann mir eher vorstellen, arbeitslos oder krank geschrieben zu sein (oder Arbeitnehmer), als jemand zu sein, der EM-Rente bezieht.
Und da hast du dir auch schon selbst die Antwort gegeben, welchen Antrag du stellen willst/sollst/musst. „Arbeitsuchendmeldung“, „Arbeitslosmeldung“ beim SB der AfA, nimm alle Unterlagen mit nach Hause und prüfe in Ruhe, was du unterschreiben willst. Erzähle wirklich nur das Nötige, deine Krankengeschichte geht den SB nichts an.
Wenn du unsicher bist, stelle deine Fragen im Forum, bevor du etwas unterschreibst.

Ich hab da noch kein Bild von mir zu und was das wirklich bedeutet. Einfach nur Ruhe oder doch mehr? Weniger Geld? Ein Zustand, der erstmal bleibt? Wann kann ich es wieder ändern?
Das kann dir leider niemand abnehmen. Mir helfen jedenfalls die Informationen, um zur Ruhe zu kommen. Der ganze „Mist“ im Umgang mit Behörden und Ämtern bleibt ja trotzdem.

was mit meinen Honorarstunden ist. Wenn ich die jetzt komplett aufgeben müsste, wäre das blöd.
Ich denke nicht, dass du deine Honorartätigkeit aus arbeits- oder sozialrechtlichen Gründen aufgeben musst. Das wäre ja kontraproduktiv zu den Vermittlungsbemühungen der AfA. Lies dazu die Bedingungen zur Nebentätigkeit.
Wenn ich mich wieder arbeitslos melden würde, bräuchte ich dann wirklich erst am Tag der letzten AU zur AfA?
Im Fall einer echten Arbeitslosmeldung nicht am letzten Tag, sondern wie beschrieben, sobald bekannt. Aber wenn du ausgesteuert wirst und dich deshalb "arbeitslos" meldest, kannst du bis kurz vor dem Aussteuerungstermin warten. Diesen Antrag stellst du nicht zu früh, es könnte ja sein, dass du wieder gesund wirst.:icon_hihi:

Wenn man z.B. am 30.11. den letzten AU-Tag hat hat und das ein Freitag ist (weiß ich nicht, was das für ein Tag ist,…ich nehme es jetzt als Bsp.) ,…und man hat am Samstag einen Nebenjob, der aber nur an dem Tag ist,…meldet man sich dann am Freitag arbeitslos, gibt dann an, dass man am Samstag ein paar Std. arbeitet und ab Sonntag wieder arbeitslos ist?
Du meldest spätestens am Freitag, dass du ab Samstag arbeitslos bist. Ich glaube, Samstage zählen nicht als Arbeitstage. Die exakte Aussage ist: Freitag ist der letzte Tag der AU. Anschließend bin ich arbeitslos. Und wie schon erwähnt: die Arbeitslosmeldung am Freitag dürfte in diesem Fall zu spät sein, denn das Ende der AU war schon länger bekannt und damit auch das Datum der Arbeitslosigkeit. Die Frage der Honorartätigkeit wird bei den Bedingungen in Bezug auf Nebentätigkeiten erläutert. Dabei handelt es sich, so wie du das in deinem Fall beschreibst, vermutlich nicht um einen AV mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Was anderes wäre es, wenn du jeden Tag VZ auf Honorarbasis ausüben würdest.

- Wenn man z.B. am 30.11. den letzten AU-Tag hat, sich dann arbeitssuchend meldet, obwohl man noch 2 Monate KG-Anspruch hätte (wenn man noch AU wäre), dann zwei Monate ALG I bezieht und sich dann wieder AU meldet und das KG dann wirklich ausläuft,…
Das ist ein Fallstrick! (Finde den „Fehler“!)

Das geht so:
Datum ab xx.xx.xx bis 30.11.18: AU mit KG, berechnet aus dem letzten sozialversicherungspflichtigen Entgelt

01.12.18 bis 31.01.19 ALG 1, berechnet aus dem Entgelt der letzten 12 (bzw. 24) Monate mit sozialversicherungspflichtigen Entgelt.

01.02.19 bis 31.03.19 AU mit KG, berechnet aus dem letzten sozialversicherungspflichtigen „Entgelt“, und das war in deinem Rechenbeispiel ALG I.

Das bedeutet, dass das zweite KG noch einmal niedriger ist als das erste KG. Es entspricht der Höhe des zuletzt gezahlten ALG. Der Gesetzgeber weiß eben, wie man richtig spart!

Falls du an dieser Stelle nicht auch noch erhebliche Schwierigkeiten mit deiner KK bekommst. Nach der Aussteuerung entfällt die Mitgliedschaft in der KK und damit der Anspruch auf KG. Es gibt zwar die vierwöchige Nachversicherung und auch die Möglichkeit sich selbst zu versichern.

Aber wenn sich das nun so überschneidet, dass die KK deine Aussteuerung feststellt zu einem Zeitpunkt vor dem 01.02.19 (siehe Rechenbeispiel), hast du ein gewaltiges Problem, denn der Anspruch auf KG wäre verbraucht und wegen deiner AU hättest du auch keinen Anspruch auf ALG, ziemlich kompliziert, Denkfehler meinerseits?

Vielleicht meldet sich @saurbier oder @Doppeloma oder sonst jemand, der in der Frage weiterhelfen kann.

Hier zur Information:
https://www.finanztip.de/krank-arbeitslosigkeit/

kommt man dann automatisch in dieses ALG-I mit Nahtlosigkeitsregelung bzw. muss einen neuen Antrag stellen?
Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich denke, für die Nahtlosigkeit ist zu diesem Zeitpunkt der „Zug abgefahren“. Du warst in der Zwischenzeit echter Arbeitsloser, ob du dich da noch auf die Aussteuerung berufen kannst? Eher nicht, meine ich.

Dann käme man ja nicht direkt aus dem Ende des KG in das ALG I mit Nahtlosigkeitsregelung, sondern hätte erstmal nach dem KG-Ende 2 Monate ALG I,
Bis hierher richtig.

dann die 6 Wochen weiterhin ALG I (wie bei der Lohnfortzahlung beim Arbeitgeber),
Möglicher Fallstrick, denn du musst dich nicht zwingend AU bei der AfA melden, und bei der KK bekommst du in jedem Fall kein höheres KG mehr.

Deine Angabe ist richtig, wenn du die AUB bei der AfA abgibst. Damit zeigst du bei der AfA allerdings an, dass du für die Vermittlung nicht zur Verfügung stehst.

Die AfA interessiert sich jedoch eigentlich gar nicht für deine AUB.

Die AUB zeigt an, dass du für deine bisherige Tätigkeit AU bist, deshalb geht die AU weiterhin an die KK (aus rentenrechtlichen Gründen) und an den AG (falls er das will), nicht an die AfA.

dann die beiden restlichen Monate vom KG-Anspruch,…und dann, wenn man weiterhin AU ist, das ALG-I im Sinne der Nahtlosigkeitsregelung?
Wie schon beschrieben, niedrigeres KG und Nahtlosigkeit eher nicht mehr, meine ich.

Weiterer Fallstrick, da bin ich mir auch nicht ganz sicher. Ich meine, die ALG- Zeit wird auf die Anspruchsdauer für KG (und umgekehrt) angerechnet.

Das bedeutet, wenn es sich so verhält, dass es an dieser Stelle schnell ein ganz böses Erwachen geben kann, was deine Ansprüche und auch die Durchsetzung dieser Ansprüche betrifft.

Mit vorprogrammiertem Bluthochdruck.

-Punkt 2 b müsste ich ausfüllen (Nebenbeschäftigung) und irgendwo vermerken, dass das nur sporadisch ist. Wieviel Std. das ist und ob es stattfindet, kann ich im Vorfeld nicht sagen.
Richtig; die genauen Angaben wird sich die AfA mit Sicherheit holen, wegen eventueller Verrechnung mit ALG.

-Punkt 2 c (ehrenamtliche Tätigkeit) muss ich nicht ausfüllen, da ich kein Geld dafür bekomme und es nichts Festes ist, wo ich irgendwie kündigen müsste oder was einer Arbeitssuche ins Gehege käme.
Richtig. Bei den Fragen geht es immer darum, ob du von irgendwoher Geld beziehst.

-Punkt 2d (Arbeitsunfähigkeit) kann ich dann nur nein ankreuzen, denn sonst würde ich ja keinen Antrag stellen (Ich muss nur irgendwo vermerken, dass ich aus dem Arbeitsvertrag ins KG gekommen bin. Das habe ich zwar der AfA schon vor Monaten gemeldet, wo ich eigentlich mich arbeitslos melden wollte, aber ich frag mich, ob ich das nun auch irgendwo notieren muss, damit ich keine Nachteile habe.
Punkt 2d bezieht sich zum jetzigen Zeitpunkt auf deine bisherige (langfristige) Erkrankung. Deshalb kreuzt du hier Ja mit Zeitangabe „von bis“ an und fügst eine Kopie deiner letztmaligen AU bei. Der letzte Tag der AU ist zugleich der Aussteuerungstermin und der darauffolgende Tag ist der erste Tag mit Anspruch auf ALG.

Das ist genau der Grund, warum du zum jetzigen Zeitpunkt deinen ALG- Antrag stellst: weil du ausgesteuert bist. Den Anspruch nach §145 wird die AfA wie beschrieben prüfen. In deinem Fall, das haben wir beide schon ganz schön gründlich durchdacht, wird das vermutlich nicht durchzusetzen sein. Macht aber auch nichts, denn Anspruch auf ALG hast du so oder so, dann eben mit anderer Begründung.

-Punkt 2 e wird spannend. Wenn ich ankreuze, dass ich bestimmte Beschäftigungen nicht mehr ausüben möchte
Genau dieses „Ich möchte/will nicht, wäre der Super- GAU, denn dadurch würdest du tatsächlich nur anteilig ALG erhalten.

oder ich mich zeitlich einschränken muss,
Beachte genau die Fragestellung: Es geht um können und müssen, nicht um wollen.

muss ich dann einen ärztlichen Attest vorlegen oder schicken die mich dann zum ärztlichen Dienst?
Ob du ein ärztliches Attest vorlegst, entscheidest du zunächst selbst (auch wenn dir die SB dazu etwas anderes erzählen). Wir sind immer noch freie Menschen.

Allerdings gibt es natürlich die Mitwirkungspflicht. Entweder du reichst ein Attest ein, bitte direkt beim ÄD mit Eingangsbestätigung, nicht beim SB (wir wollen niemandem unterstellen, dass jemand unbefugt ärztliche Unterlagen mitliest, oder?) Die Eingangsbestätigung für die ärztlichen Unterlagen bekommt der SB in Kopie und wiederum gegen Eingangsbestätigung (persönliche Abgabe, Übergabe- Einschreiben, Fax mit qualifiziertem Sendebericht).

Oder du bekommst einen Termin zur persönlichen Vorstellung bei ÄD. Der ÄD erstellt ein Gutachten mit zwei Teilen. Einen Teil bekommt der SB der AfA, auf dessen Grundlage ALG bezahlt wird. Den Befund kannst/solltest du dir für deine Unterlagen anfordern.

Es geht darum, dass du immer alles nachweisen kannst, wenn es drauf ankommt. Leider gehen immer wieder Unterlagen „verloren“ und dann hast du ohne Nachweismöglichkeit ein gewaltiges Problem: Es geht um dein Geld.

Also wenn ich z.B. in bestimmte Bereiche meines Ausbildungsjobs nicht möchte oder nur 4 Tage in der Woche,…brauche ich dann dafür ein Schreiben von meinem Arzt und bekomme ich dann nicht weniger ALG I?
Darüber habe ich schon ausführlich geschrieben. Das ist jetzt wirklich wichtig, denn bei dieser Frage geht es um dein „Restleistungsvermögen“, das zum Zeitpunkt deines Antrags noch gar nicht festgestellt ist.

Ich kann bestimmte Beschäftigungen nicht mehr ausüben oder muss mich zeitlich einschränken (siehe Merkblatt 1 Abschnitt 2.5)
Kreuze an: Ja, (kann nicht, muss mich zeitlich einschränken)

Bei einer ärztlichen Begutachtung bin ich bereit, mich im Rahmen des fest- gestellten Leistungsvermögens für die Vermittlung zur Verfügung zu stellen
Kreuze an: Ja
Ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung.

Sei also im Antrag vorsichtig, was das möchten/wollen betrifft.
Es geht nur darum, ob und in welchem Umfang du (nicht) kannst. Das stellen die Ärzte fest.

-Punkt 2 f würde ich natürlich nicht ankreuzen, da ich nicht ohne zwingenden Grund weniger arbeiten will. Ich habe nur (noch) keinen ärztlichen Attest. Andere Möglichkeit wäre, alles so anzukreuzen, dass man voll zur Vermittlung steht und dann guckt, was passiert.
Richtig, das sind eben „Fangfragen“. Kreuze an: Nein. Frage 2e und 2f sind kein Widerspruch, also nicht eine „andere Möglichkeit“, wie du das beschreibst. Denn deine persönliche Situation muss erst in der Zukunft durch den ÄD festgestellt werden.

Kreuze alles wie beschrieben an.

-Punkt 2 g (Verteilung der Arbeitszeit): Kann ich da einfach eintragen, dass ich z.B. 4 Tage in der Woche 8 Std. arbeiten will…oder braucht es dafür etwas vom Arzt?
Schreibe hier am besten gar nichts rein, denn sonst legst du dich jetzt schon im Antrag fest und das zu ändern, kann schwierig sein.

Frage 3b solltest du, wenn möglich auch ausfüllen.
Du brauchst von deiner KK die Bescheinigung deiner AU Zeiten (kurzer Einzeiler an die KK), oder es liegen dir die jeweiligen Jahresmeldungen der KK vor (Bescheinigung über den Bezug von Entgeltersatzleistungen), und von deinem letzten AG die Arbeitsbescheinigung gemäß §312 SGB III, davon wird die Höhe deines ALG- Anspruchs berechnet.https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/Arbeitsbescheinigung_ba013140.pdf

...und dann gehe ich Stück für Stück für mich alles durch und guck, was ich damit mache.
Also bist jetzt du dran...:idea:

Gruß
Bertolino
 
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Jackey

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#22
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Lieber Bertolino,

ich danke Dir sehr für Deinen Einsatz. Soviel habe ich in diesem Forum noch nie erlebt (selber!!!!).

Das Ding ist, dass ich grade mit dem Text nicht mitkommen. Ich stehe grade etwas unter Druck und für den Text braucht man Ruhe.

Die Situation ist eh schwierig und ich habe das hier z.B. gar nicht verstanden:

Falls du an dieser Stelle nicht auch noch erhebliche Schwierigkeiten mit deiner KK bekommst. Nach der Aussteuerung entfällt die Mitgliedschaft in der KK und damit der Anspruch auf KG. Es gibt zwar die vierwöchige Nachversicherung und auch die Möglichkeit sich selbst zu versichern.

Aber wenn sich das nun so überschneidet, dass die KK deine Aussteuerung feststellt zu einem Zeitpunkt vor dem 01.02.19 (siehe Rechenbeispiel), hast du ein gewaltiges Problem, denn der Anspruch auf KG wäre verbraucht und wegen deiner AU hättest du auch keinen Anspruch auf ALG, ziemlich kompliziert, Denkfehler meinerseits?
Ansonsten, kannst Du mir vielleicht kurz erklären, was ich am Besten mache? Wirklich kurz, denn mit soviel Text und sovielen Zusätzen komme ich grade nicht gut klar. Wenn ich wieder mehr Ruhe habe, okay, aber ich muss jetzt wissen, was ich machen kann und brauche dafür einen Überblick.

Ich möchte die Nebentätigkeit geben, weil sie mir gut tut und für mich auch gesundheitlich förderlich ist. Demnach muss ich mich vorher wieder "normal" arbeitslos melden und warte demnach nicht bis zur Aussteuerung. Ich möchte derzeit auch keine Reha. machen, sondern gucken, dass ich möglichst schnell wieder in einen Job komme (ohne Druck von der AfA, denn was dabei heraus kommen kann, habe ich schon gesehen).
Mir ist es zuviel Vollzeit zu arbeiten (unabhängig von den Nebentätigkeiten). Ich brauche eine Teilzeitstelle, wo ich gut lange bleiben kann (und nicht diese Befristungen).
Mein KG läuft noch rund 2 Monate, mein Nebenjob fängt jetzt wieder an.

Wenn ich mich jetzt wieder "normal" arbeitslos melde, aber mir VZ zuviel ist, was gebe ich dann im Antrag an und wie erkläre ich der AfA, dass ich einen Tag nach dem Ende der AU (freitags) für drei Stunden arbeite (samstags) und dann quasi am Sonntag wirklich arbeitslos bin?

Zudem frage ich mich, wie man sich rechtzeitig wieder arbeitsfähig bzw. arbeitslos melden soll, denn auf jeder AU steht ja (bei mir zumindestens) ein vorläufiges Enddatum drauf. D.h. ich hätte mich ja bei jeder neuen AU (Verlängerung) bei der AfA melden müssen, dass ich zum Tag x vermutlich wieder arbeitslos bin.

...und dann noch: Wenn ich bei 2e "gesundheitliche Gründe" angebe, schickt man mich dann gleich zum ärztlichen Dienst, um zu testen, wieviel TZ nur noch geht?


....Wenn der KG-Anspruch einmal weg ist, kann ich zudem eh nur noch über RV in eine Klinik, weil ich bei einer KK-Behandlung kein Krankengeld bekommen würde (glaube ich).

...aber...ich brauche einfach Infos zu dem farblichen Abschnitten. Mag sein, dass Sie oben schon drin sind, aber ich pack grad einfach nicht soviel Text, obwohl ich, wie gesagt, Deine Mühe sehr schätze. Mein Kopf "packt" das nur grade nicht. Ich hab den Text angefangen zu lesen und kam irgendwann nicht mehr mit. Tut mir leid.

Ich wünsche trotzdem noch einen schönen Abend,

Jackey.
 

Bertolino

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#23
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Ok, Jackey,

ich melde mich am Sonntag Abend und beantworte deine farblichen Markierungen kurz. Ich denke, das wichtigste bei allem verständlichen Druck, den du empfindest, heute ist: Versuche dich zu beruhigen, wenn es irgendwie geht. Deine Honorartätigkeit ist aus meiner Sicht nicht in Gefahr.

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#24
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Ich denke, das wichtigste bei allem verständlichen Druck, den du empfindest, heute ist: Versuche dich zu beruhigen, wenn es irgendwie geht. Deine Honorartätigkeit ist aus meiner Sicht nicht in Gefahr.
Danke Dir.

Ich weiß ja, dass das grade nicht gut ist (der Druck) und ich eigentlich mehr Zeit bräuchte. Nur ist halt bald das KG-Ende und dann ist entweder Nahtlosigkeit (mit den ganzen EMR-Sachen und Gutachten, etc.) oder "normal arbeitslos" (oder Job, aber den bekommt man auch nicht so schnell,...zumindestens keinen, der direkt passend und unbefristet ist). Naja, und dann das mit dem Nebenjob.

Also ist war wirklich nicht böse gemeint. Den ersten Teil vom Thread und einige Links habe ich mir schon kopiert. Der Rest folgt noch, so dass ich es dann noch zum Nachlesen habe.

So,...und jetzt mach ich mal Yoga oder Atemmeditation oder sowas. Vielleicht hilft es.... .

...und irgendwann habe ich dann soviel Ahnung von der ganzen Sache, dass ich noch mehr den Durchblick habe, sollte so etwas nochmal kommen.
 

Bertolino

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#25
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,

so kurz wie möglich und sinnvoll das Wesentliche, alles andere später, gar nicht so einfach. Du denkst noch mit falschen Vorzeichen, die dir das Leben schwer machen. Ich verzichte also zuerst auf Details.

Wenn ich mich jetzt wieder "normal" arbeitslos melde, aber mir VZ zuviel ist, was gebe ich dann im Antrag an und wie erkläre ich der AfA, dass ich einen Tag nach dem Ende der AU (freitags) für drei Stunden arbeite (samstags) und dann quasi am Sonntag wirklich arbeitslos bin? .
Ich sage dir, was ich tun werde, denn meine Situation ist durchaus vergleichbar, auch wenn sich das gut möglich bei mir noch einige Jahre hinzieht:

Angenommener Aussteuerungstermin 31.12.2018
Ich gehe am 15.12.2018 zur Afa und stelle einen Antrag auf ALG „wegen Aussteuerung“ zum 31.12.2018. Anspruch ALG ab 01.01.2019

Frage AfA: Warum so spät?

Meine Antwort: Es kann sein, dass ich wieder gesund werde. Richtig, es kann sein!

Ich nehme alle Unterlagen mit nach Hause und prüfe in Ruhe, was ich unterschreibe.

Das nächste schreibe ich als Zitat, das kannst du jetzt auslassen und später lesen:

Im Antrag schreibe ich und halte mich genau daran:

Punkt 2a: Ich werde alle zumutbaren Möglichkeiten nutzen,
um meine Beschäftigungslosigkeit zu beenden

Ich kreuze JA an.

Punkt 2b: Ich übe eine Nebenbeschäftigung/-tätigkeit als Arbeitnehmer/in,

Ich kreuze JA an.

Punkt 2d: Ich bin AU krankgeschrieben seit

Ich kreuze JA an!!! Ich bin AU von xx bis 31.12.2018.

Punkt 2e: Ich kann bestimmte Beschäftigungen nicht mehr ausüben oder muss mich zeitlich einschränken

Ich kreuze JA an.

Bei einer ärztlichen Begutachtung bin ich bereit, mich im Rahmen des fest- gestellten Leistungsvermögens für die Vermittlung zur Verfügung zu stellen

Ich kreuze JA an.

Punkt 2f: Ich will ohne zwingenden Grund nur noch zeitlich eingeschränkt arbeiten.

Ich kreuze NEIN an.

Punkt 2g: Ich mache keine Angaben.



Zudem frage ich mich, wie man sich rechtzeitig wieder arbeitsfähig bzw. arbeitslos melden soll, denn auf jeder AU steht ja (bei mir zumindestens) ein vorläufiges Enddatum drauf.
Auf der AUB kreuzt der Arzt rechts unten irgendwann „Endbescheinigung“ an. Erst dann wird AF oder AfA relevant.

...und dann noch: Wenn ich bei 2e "gesundheitliche Gründe" angebe, schickt man mich dann gleich zum ärztlichen Dienst, um zu testen, wieviel TZ nur noch geht?
Der ÄD stellt deine Leistungsfähigkeit fest, keine Angst davor, das geht meist nach Aktenlage und der SB bekommt so etwas oder Ähnliches zu lesen, wieder als Zitat:

Beispiel: …ist leistungsfähig für den allgemeinen Arbeitsmarkt für mehr als sechs Stunden.
Einschränkung: leichte bis mittelschwere körperliche Arbeitsschwere, Arbeitshaltung überwiegend im Sitzen, Tagesschicht bei Einschränkung der psychomentalen Funktionen.

Der Vorteil: Ich habe die kommenden Wochen Ruhe. Der Antrag wegen Aussteuerung wird geprüft und bei (zu erwartender) Ablehnung habe ich Anspruch als „echter Arbeitsloser“ ab 01.01.2019, so als hätte ich den Antrag „wegen Arbeitslosigkeit“ sofort (= jetzt) gestellt.

„Meine“ Nebentätigkeit auf Honorarbasis (weniger als 15 Stunden pro Woche!) habe ich im Antrag angegeben. Sie spielt höchstens für die Verrechnung mit ALG eine Rolle. Ich arbeite vom 30.12.2018 bis 03.01.2019 jeden Tag. Mein Anspruch ALG beginnt am 01.01.2019.

Ich hoffe, das Wesentliche ist für dich drin. Weitere Fragen jederzeit.

Gruß
Bertolino:bigsmile:
 
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Jackey

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#26
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Danke.

Nur die Honorartätigkeit würde ja jetzt schon beginnen und nicht erst nach der Aussteuerung. Deswegen ja die Frage in Bezug darauf, wenn ich mich jetzt schon "normal arbeitslos" melde.
Also z.B. läuft AU in zwei Wochen freitags aus, am Samstag wäre ein Seminar und ab Sonntag wäre ich dann wirklich arbeitslos (aber da ist ja Wochenende und die AfA zu).

Du denkst noch mit falschen Vorzeichen, die dir das Leben schwer machen.

Was meinst Du damit?

Der ÄD stellt deine Leistungsfähigkeit fest, keine Angst davor, das geht meist nach Aktenlage
Schicken die mich als gleich nach dem ich den Antrag abgeben habe zum ÄD, noch bevor ich von denen Geld bekomme?...und was für eine Akte? Es gibt keine!!!

Auf der AUB kreuzt der Arzt rechts unten irgendwann „Endbescheinigung“ an. Erst dann wird AF oder AfA relevant.

Und wenn da bisher immer nur ein voraussichtliches Datum drauf stand, z.B. mit Endtermin Freitag in 2 Wochen...und ich an dem Mittwoch davor zum Arzt gehe und der dann sagt, ab Montag können Sie wieder zur AfA,...dann würde ich ja erst dann dieses Kreuz "bei Endbescheinigung bekommen. ...und das würde dann der AfA reichen und ich würde keine Sperre bekommen, weil es nur 2 Tage vor Ablauf der AU sind?

Muss mal langsam ins Bett.

Einen guten Abend noch,

Jackey.


Nachtrag: Ist es sinnvoller, die Arbeitsvermittlung wegen solchen Fragen anzumailen oder den Service-Center anzurufen?
 

Bertolino

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#27
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
Also z.B. läuft AU in zwei Wochen freitags aus, am Samstag wäre ein Seminar und ab Sonntag wäre ich dann wirklich arbeitslos (aber da ist ja Wochenende und die AfA zu).
Bei der Honorartätigkeit handelt es sich um eine (geringfügige, unter 15 Stunden pro Woche) Nebentätigkeit. Wenn deine AU wie im Beispiel hier am Freitag endet, hast du Anspruch auf ALG ab Samstag (auch wenn du am Samstag auf Honorarbasis arbeitest, denn das ist eben eine Nebentätigkeit).

Die wenigen Stunden Nebentätigkeit spielen praktisch keine Rolle, was den Anspruch auf ALG betrifft. Du bist arbeitslos.


Du denkst noch mit falschen Vorzeichen, die dir das Leben schwer machen.

Was meinst Du damit?
Das mit der Honorartätigkeit zum Beispiel. Mir scheint, du verwechselst das irgendwie mit einem normalen Arbeitsvertrag. Die wenigen Stunden Nebentätigkeit gibst du im ALG Antrag an, das ist alles.



Schicken die mich als gleich nach dem ich den Antrag abgeben habe zum ÄD, noch bevor ich von denen Geld bekomme?
Du scheinst einen Zusammenhang herzustellen, den es gar nicht gibt.

Du hast wegen der Aussteuerung Anspruch auf ALG. Punkt.

Der ÄD stellt deine Restleistungsfähigkeit fest. Diese Feststellung benötigt der SB, damit er dir mitteilen kann, auf welcher Grundlage du ALG Anspruch hast. Es wird nicht in Frage gestellt, dass du grundsätzlich ALG Anspruch hast.

Auch ist es eher unwahrscheinlich, dass du persönlich beim ÄD erscheinen musst, das wird meist nach Aktenlage entschieden.
Und das erkläre ich dir nachfolgend, wie das geht.

und was für eine Akte? Es gibt keine!!!
Richtig, das habe ich mittlerweile auch schon erkannt.
Das kannst du leicht ändern, das Wort "Akte" klingt ja auch so hochtrabend.

Du gehst zu deinem Arzt und bittest ihn darum, dass er ein Schreiben zu deiner Krankengeschichte verfasst. Da stehen etwa deine AU Zeiten drauf, deine Diagnosen, vielleicht Medikamente, und einige Zeilen über deine Erkrankung aus seiner ärztlichen Sicht.

Das ist die Akte!

Die Akte (also das eine Blatt) bringst du in Kopie gegen Eingangsstempel zum ÄD. Jetzt entscheidet der ÄD aufgrund Aktenlage über deine Leistungsfähigkeit - oder der ÄD will dich persönlich begutachten, aber mal ganz ehrlich, warum sollte er das tun, da kommt auch nichts anderes raus. Ich denke, der wird sich auch nicht unnötig Mehrarbeit verschaffen.

Das war es auch schon. Der SB schickt dir den Feststellungsbescheid. Fertig.

Unabhängig vom Bescheid sollte aber das ALG am Monatsende auf deinem Konto sein.


Und wenn da bisher immer nur ein voraussichtliches Datum drauf stand,
kennst du auch tatsächlich nicht das Datum deiner Arbeitslosigkeit.

z.B. mit Endtermin Freitag in 2 Wochen...und ich an dem Mittwoch davor zum Arzt gehe und der dann sagt, ab Montag können Sie wieder zur AfA,...dann würde ich ja erst dann dieses Kreuz "bei Endbescheinigung bekommen. ...und das würde dann der AfA reichen und ich würde keine Sperre bekommen, weil es nur 2 Tage vor Ablauf der AU sind?
Richtig, idealerweise teilst du das, ausgehend von deinem Beispiel, auch gleich an dem "Mittwoch davor" mit.
Überlege mal: Du kannst vielleicht ahnen, wann du arbeitslos bist. Aber wissen wirst du es erst wirklich, wenn "Endbescheinigung" angekreuzt ist und dir das schriftlich vorliegt, richtig? Daraus kann dir niemand ein Fehlverhalten ankreiden.


Nachtrag: Ist es sinnvoller, die Arbeitsvermittlung wegen solchen Fragen anzumailen oder den Service-Center anzurufen?
Ich würde keine von beiden kontaktieren. Die können dir viel erzählen. Und du müsstest das auch noch als Wahrheit annehmen. Stell dir vor, du machst irgendwas, weil die das so gesagt haben und später stellt sich dein Verhalten als nachteilig für dich heraus. Wen willst du verantwortlich machen?

Stelle deine Fragen lieber im Forum. Hier will dich niemand über den Tisch ziehen oder an dir mit Falschinformationen Geld sparen.

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#28
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

so Manches wird mir nun klarer. Ich muss Einiges aber auch nochmal durchlesen.

Der ÄD stellt deine Restleistungsfähigkeit fest. Diese Feststellung benötigt der SB, damit er dir mitteilen kann, auf welcher Grundlage du ALG Anspruch hast. Es wird nicht in Frage gestellt, dass du grundsätzlich ALG Anspruch hast.

Auch ist es eher unwahrscheinlich, dass du persönlich beim ÄD erscheinen musst,
Achso!!!! :idea:

Hm, aber wenn ich mich "normal" arbeitslos melde und auf dem Antrag angebe, dass man nur noch begrenzt arbeiten kann, aus gesundheitlichen Gründen,...muss das dann auch über der ÄD laufen?
...oder schreibt man in so einem Fall am Besten gar nicht rein, dass man eingeschränkt arbeiten "will"? (Also Vollzeit wäre grade echt zuviel und in meinem Ausgangsberuf auch).

Du gehst zu deinem Arzt und bittest ihn darum, dass er ein Schreiben zu deiner Krankengeschichte verfasst. Da stehen etwa deine AU Zeiten drauf, deine Diagnosen, vielleicht Medikamente, und einige Zeilen über deine Erkrankung aus seiner ärztlichen Sicht.

Das ist die Akte!
Achso!!! :bigsmile:

Überlege mal: Du kannst vielleicht ahnen, wann du arbeitslos bist. Aber wissen wirst du es erst wirklich, wenn "Endbescheinigung" angekreuzt ist und dir das schriftlich vorliegt, richtig? Daraus kann dir niemand ein Fehlverhalten ankreiden.
Ja. Wenn die Agentur das auch so sieht, ist es ja gut.
Es wäre ziemlich doof, wenn ich vor der Aussteuerung mich "normal" arbeitslos melde und die AfA dann meint, ich hätte zu spät Bescheid gesagt.

...Muss irgendwie in den nächsten Tagen das Ganze nochmal speichern, damit ich es nicht vergesse.

...und gleich mal ins Bett gehen. Ich bin sowas von müde!...:icon_mued:

Gute Nacht!
 

Jackey

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#29
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Nachtrag: Was ist eigentlich, wenn man während des ALG I-Bezugs noch Gelder von einer Arbeit bekommt, die vor der Arbeitslosmeldung entstanden sind? Gibt man die dann noch nachträglich an, damit das ALG I neu berechnet wird?

Die andere Frage habe ich grade vergessen. Kommt vielleicht wieder.

...Auf jeden Fall finde ich EM-Rente zu früh. Wie lange ich durchhalte, weiß ich nicht.
 
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Bertolino

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#30
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
so Manches wird mir nun klarer.
Mir auch, z. B. dass dir deine Honorartätigkeit in besonderem Maß am Herzen liegt. Deine Fragen beantworte ich weiter unten.
Ich habe dir einige wichtige Punkte zusammengestellt, die deine jetzige Situation betreffen. Achte auch auf die Angaben zu "Nebentätigkeit".

Du kannst über die einzelnen Punkte „drüberfliegen“ und dir auswählen, was du gerade für lesenswert hältst. Beachte dazu die fett gedruckten Überschriften und wähle aus.:idea:



Leitfaden für Arbeitslose

https://con.arbeitsagentur.de/prod/...ments/Merkblatt-fuer-Arbeitslose_ba015368.pdf

Anspruch ALG

§ 136 Anspruch auf Arbeitslosengeld
(1) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Arbeitslosengeld
1.
bei Arbeitslosigkeit…
Arbeitslosigkeit, Nebenbeschäftigung

§ 138 SGB III Arbeitslosigkeit
(1) Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und
1.
nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
(2) Eine ehrenamtliche Betätigung schließt Arbeitslosigkeit nicht aus, …
(3) Die Ausübung einer Beschäftigung, …schließt die Beschäftigungslosigkeit nicht aus, wenn die Arbeits- oder Tätigkeitszeit (Arbeitszeit) weniger als 15 Stunden wöchentlich umfasst;
Das Restleistungsvermögen stellt der ÄD fest:
§ 138 SGB III
5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer
1.
eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung … ausüben kann und darf,
Nebentätigkeit während AU

LAG Köln, Urteil vom 16.10.2013 - 11 Sa 915/12,
Punkt II.2,a:
Ein arbeitsunfähig erkrankter Arbeitnehmer muss sich so verhalten, dass er bald wieder gesund wird und an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann. Er hat alles zu unterlassen, was seine Genesung verzögern könnte. …
https://www.haufe.de/personal/perso...heit-arbeitsrecht_idesk_PI10413_HI727054.html

...Ein krankgeschriebener Arbeitnehmer ist nur verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird, und alles zu unterlassen, was seine Genesung verzögern könnte. Deshalb spielt es im Entgeltfortzahlungsgesetz keine Rolle, ob der Arbeitnehmer bettlägerig ist oder nicht; der Anspruch ist deshalb auch nicht ausgeschlossen, wenn der Arbeitnehmer einer Nebentätigkeit nachgeht. Nur ein Verhalten, durch das der Heilungsprozess während einer Behandlung verzögert würde, ist insoweit relevant; ...
Im Umkehrschluss: Deine Nebentätigkeit ist vermutlich deiner Genesung eher förderlich als hinderlich. Wenn du also während deiner AU tätig wirst, solltest du dir vorher schriftlich von deiner KK bestätigen lassen, dass sie keine Einwände hat.

Unterscheidung „Arbeitsuchendmeldung“ und „Arbeitslosmeldung“

https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/arbeitslosmeldung_idesk_PI434_HI524347.html
1.1 Persönliche Meldung bei der Agentur für Arbeit
Eine persönliche Meldung im Sinne der Regelung liegt nur dann vor, wenn der Arbeitslose sich selbst zur Agentur für Arbeit begibt und die Tatsache der Arbeitslosigkeit anzeigt. Eine schriftliche oder telefonische Anzeige oder eine Arbeitslosmeldung durch einen Vertreter genügt diesen Anforderungen grundsätzlich nicht.

Dies darf nicht verwechselt werden mit der Pflicht zur frühzeitigen Meldung zur Arbeitsuche nach § 38 SGB III. Während diese nach neuer Rechtslage vorab auch telefonisch erbracht werden kann, muss die Arbeitslosmeldung stets persönlich erfolgen.
Ist dir eigentlich dein Aussteuerungstermin schon bekannt, d. h. hat dir deine KK den Aussteuerungstermin schriftlich mitgeteilt? Spätestens mit dieser Mitteilung solltest du dich also in jedem Fall arbeitsuchend melden,

Zeitpunkt der Arbeitsuchendmeldung

§38 SGB III
(1) Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden. Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden.
dass man nur noch begrenzt arbeiten kann, aus gesundheitlichen Gründen,...muss das dann auch über der ÄD laufen?
Nur Ärzte können deine gesundheitlichen Einschränkungen feststellen, der ÄD wie beschrieben vermutlich nach Aktenlage. Du weißt schon, diese deine bald sehr gewichtige Akte:icon_hihi:.

...oder schreibt man in so einem Fall am Besten gar nicht rein, dass man eingeschränkt arbeiten "will"?
Es ist dein Recht, wenn du nicht Vollzeit arbeiten willst. Ich wäre an dieser Stelle sehr vorsichtig, was ich hier schon im Antrag angebe (verminderte ALG Ansprüche). Das kannst du im Zweifel später immer noch nachholen.

Lass doch den ÄD feststellen, wie viel du noch leisten kannst und welche Einschränkungen du hast.:idea:

Ja. Wenn die Agentur das auch so sieht, ist es ja gut.
Es wäre ziemlich doof, wenn ich vor der Aussteuerung mich "normal" arbeitslos melde und die AfA dann meint, ich hätte zu spät Bescheid gesagt.
siehe oben, Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung

Ich bin sowas von müde!...:icon_mued:
Wünsche wohl geruht zu haben:icon_smile:

Nachtrag: Was ist eigentlich, wenn man während des ALG I-Bezugs noch Gelder von einer Arbeit bekommt, die vor der Arbeitslosmeldung entstanden sind? Gibt man die dann noch nachträglich an, damit das ALG I neu berechnet wird?
Was passiert mit eigenem Vermögen? Was hat Einfluss auf das ALG?

siehe hier:https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/einkommen-vermoegen-arbeitslosengeld

Wieviel darf man im Nebenjob arbeiten, hinzuverdienen? Muss ich das melden? Versicherungsschutz?

siehe hier:https://www.arbeitsagentur.de/arbei...igung-und-sozialversicherung-arbeitslosengeld


Die andere Frage habe ich grade vergessen. Kommt vielleicht wieder.
Ist ja auch schon wieder ganz schön viel geworden. Ich habe aber den Eindruck, dass sich das Dickicht langsam lichtet.:idea:

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#31
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

Mir auch, z. B. dass dir deine Honorartätigkeit in besonderem Maß am Herzen liegt.
Ja. Das ist sie. Für jetzt und für die Zukunft.

Gestern meinte jemand was von Teilerwerbsunfähigkeitsrente, d.h. dass er halb arbeitet und halb Rente bekommt. Das wäre vielleicht auch noch ne Überlegung, wie das geht und was das auf Dauer fürs Geld und das Leben bedeutet.

Ist dir eigentlich dein Aussteuerungstermin schon bekannt, d. h. hat dir deine KK den Aussteuerungstermin schriftlich mitgeteilt?
Den Termin kenne ich seit knapp einem Monat. Allerdings überlege ich ja noch, mich vorher wieder arbeitsfähig zu melden...und auch auf der jetzigen AU steht nicht "Endbescheinigung" drauf.

Vielleicht muss ich beruflich etwas ganz Anderes machen. Etwas, wo man mal eine längere Zeit gut bleiben kann. Ich weiß nur nicht was.

Es ist dein Recht, wenn du nicht Vollzeit arbeiten willst. Ich wäre an dieser Stelle sehr vorsichtig, was ich hier schon im Antrag angebe (verminderte ALG Ansprüche). Das kannst du im Zweifel später immer noch nachholen.

Lass doch den ÄD feststellen, wie viel du noch leisten kannst und welche Einschränkungen du hast.
Also besser doch rein schreiben, dass man eingeschränkt arbeiten will/kann...oder doch besser alles so eintragen, als wenn man voll fit wäre und auch Vollzeit arbeiten wollen/können würde?
Wünsche wohl geruht zu haben
Danke Dir. Ich bräuchte grade irgendwie Urlaub von den ganzen Themen.

Nachtrag: Was ist eigentlich, wenn man während des ALG I-Bezugs noch Gelder von einer Arbeit bekommt, die vor der Arbeitslosmeldung entstanden sind? Gibt man die dann noch nachträglich an, damit das ALG I neu berechnet wird?
Darauf habe ich noch keine Antwort bekommen, denn es ist ja nicht im ALG-I-Bezug entstanden, sondern vorher, nur bekommt man das Geld halt erst später, wo man ggf. im ALG-I-Bezug ist.

Mich laugt das Thema zunehmend aus. Es ist gut, soviele Hinweise zu bekommen und zu wissen, woran man denken sollte. Ich brauche nur grade echt "Urlaub" von der Sache. Das Ding ist nur, dass das nichts daran ändert, das bald das KG ausläuft und ich gucken muss, was ich machen kann und was geht.

Einen schönen Nachmittag wünsche ich,

Jackey.
 

Bertolino

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#32
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
Mir auch, z. B. dass dir deine Honorartätigkeit in besonderem Maß am Herzen liegt.
Ja. Das ist sie. Für jetzt und für die Zukunft.
Na, das ist doch mal eine klare und schöne Ansage! Bleib dran.:idea:

Teilerwerbsunfähigkeitsrente
TeilEMR ist natürlich eine Möglichkeit.
Allerdings beachte: Man stellt immer nur einen Antrag wegen EMR. Grundsatz: Reha vor Rente. Die DRV beurteilt, ob volle oder teilweise EMR bewilligt wird. Schiene "145" geht in diese Richtung.

Den Termin kenne ich seit knapp einem Monat. Allerdings überlege ich ja noch, mich vorher wieder arbeitsfähig zu melden...und auch auf der jetzigen AU steht nicht "Endbescheinigung" drauf.
Weil dir der Aussteuerungstermin bekannt ist, solltest du dich mindestens arbeitsuchend ab xx (Tag nach der Aussteuerung) bei der AfA melden. Keine Arbeitslosmeldung abgeben, denn du weißt heute nicht, ob du tatsächlich arbeitslos wirst (Endbescheinigung).

Variante 1: Arbeitslosmeldung bei Endbescheinigung innerhalb von drei Tagen, sobald dir der Termin deiner Arbeitslosigkeit bekannt ist.

Variante 2: Bei fortdauernder AU über den Aussteuerungstermin hinaus Antrag ALG wegen Aussteuerung etwa 2 Wochen vor Aussteuerungstermin (sobald die letzte AUB über den Aussteuerungstermin hinausgeht).

Vielleicht muss ich beruflich etwas ganz Anderes machen. Etwas, wo man mal eine längere Zeit gut bleiben kann. Ich weiß nur nicht was.
Neuorientierung?
Es gibt ja die Möglichkeit der Berufsberatung unabhängig von ALG. Das kannst du auch jetzt schon angehen. (Anstrengend, ich weiß…)

Also besser doch rein schreiben, dass man eingeschränkt arbeiten will/kann...oder doch besser alles so eintragen, als wenn man voll fit wäre und auch Vollzeit arbeiten wollen/können würde?
Einige Begriffe scheinst du noch nicht ordentlich voneinander zu trennen, Jackey.

„Arbeitsfähigkeit“ und „Leistungsfähigkeit“.
und
„Wollen“: deine Entscheidung; „Können“: Entscheidung des ÄD

Ich versuche es und weiß selbst (aus eigener Erfahrung), dass der Unterschied nicht so leicht in den Kopf zu bekommen ist.

Wenn du gesund bist, bist du auch arbeitsfähig, klar.
Du selbst bist im Moment krank, also arbeitsunfähig, auch klar.
Wenn deine AU vor dem Aussteuerungstermin (Endbescheinigung) beendet wird, bist du auch nicht mehr krank, also arbeitsfähig. Du gehst zur AfA und meldest dich arbeitslos.
Das ist Variante 1. Bei diesem Weg bist du auch tatsächlich gesund, also (angeblich) voll fit. Das bestätigt dir dein Arzt durch die Endbescheinigung. Du kannst und willst in von dir bestimmtem Umfang arbeiten.

Wenn du über deinen Aussteuerungstermin hinaus arbeitsunfähig krank bist, gehst du zur AfA und stellst den Antrag wegen Aussteuerung. Du bist weiterhin krank und kannst nicht arbeiten.
Du willst natürlich arbeiten, und zwar in dem Umfang, den der ÄD (in der Zukunft) noch feststellen wird.
Ob und wieviel und mit welchen Einschränkungen du noch etwas tun kannst, das stellt der ÄD fest, also nicht du. Du bist weiterhin krank, aber leisten kannst du vielleicht immer noch etwas, wenn auch mit Einschränkungen. Das ist Variante 2.
Bei Variante 2 stellst du dich also immer mit deinem „vollen Restleistungsvermögen“ zur Verfügung. Vielleicht sagt der ÄD: Jackey hat gesundheitliche Einschränkungen und zwar…, kann aber noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten. Oder der ÄD stellt fest: Jackey kann täglich drei bis unter sechs Stunden arbeiten, darf aber nur leichte Tätigkeiten bei eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit verrichten. Oder, oder...

Diese Aussage bedeutet dein „eingeschränktes Leistungsvermögen“ und der SB darf dich ausschließlich nach den Angaben des ÄD in einen entsprechenden Arbeitsplatz vermitteln.
Du bist eben nicht „voll fit“, aber vielleicht findest sich eben doch ein „leidensgerechter Arbeitsplatz“. (Ob es diesen Arbeitsplatz überhaupt gibt, ist ein anderes Thema).

Deshalb ist es so wichtig, im Antrag „Ja“ anzukreuzen bei:
Bei einer ärztlichen Begutachtung bin ich bereit, mich im Rahmen des fest- gestellten Leistungsvermögens für die Vermittlung zur Verfügung zu stellen
JA
Denn wenn du hier „Nein“ ankreuzt, wirst du auch nur anteilig ALG aus deinem Anspruch bekommen.

Für beide Wege gilt: Du hast in jedem Fall Anspruch auf ALG, sei es wegen Arbeitslosigkeit oder wegen Aussteuerung.

Nachtrag: Was ist eigentlich, wenn man während des ALG I-Bezugs noch Gelder von einer Arbeit bekommt, die vor der Arbeitslosmeldung entstanden sind? Gibt man die dann noch nachträglich an, damit das ALG I neu berechnet wird?
Ich kenne mich diesbezüglich leider nicht genau genug aus. Es geht wohl in die Richtung, die du im Zitat benennst. Wie das genau zu berechnen ist, weiß ich nicht.
Hier kannst du im Gesetz zum Thema Ruhen des Anspruchs auf ALG nachlesen:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/157.html

Jackey, es ist mir sehr wohl bewusst, wie anstrengend das alles ist, noch dazu wenn man ohnehin krank ist. Bei mir sind es nun vier Jahre und da kommt langfristig nicht mehr "gesund" heraus. Also hatte ich viel Zeit, um manchen Fallstrick persönlich kennenzulernen. Das kann wesentlich schmerzhafter sein als die eigentliche Erkrankung.

Deshalb sage ich dir zu, dass du dir selbst noch sehr dankbar sein wirst, diese Anstrengungen auf dich genommen zu haben.
Bei konkreten Ereignissen kannst du in deinem eigenen Thread auch immer wieder nachlesen, was zu beachten ist – selbst nach Jahren noch.

Hab Mut!

Gruß
Bertolino:bigsmile:
 

Jackey

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#33
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Bertolino,

TeilEMR ist natürlich eine Möglichkeit.
Allerdings beachte: Man stellt immer nur einen Antrag wegen EMR. Grundsatz: Reha vor Rente. Die DRV beurteilt, ob volle oder teilweise EMR bewilligt wird. Schiene "145" geht in diese Richtung.
Bekommt man die dann auch erstmal "nur für 2 Jahre"?...und ist das richtig, dass man dann volles Gehalt bekommt, aber nur die Hälfte arbeitet, wenn z.B. festgestellt wird, dass man nur halb arbeiten kann? So hat mir das mal jemand erklärt. Kann auch sein, dass damit gemeint ist, dass man halt für die Zeit, die man arbeiten kann (laut Gutachter) arbeitet und damit Geld verdient und dann die Teil-Rente da drauf kommt. Ist das dann mehr, als ALG II?

Weil dir der Aussteuerungstermin bekannt ist, solltest du dich mindestens arbeitsuchend ab xx (Tag nach der Aussteuerung) bei der AfA melden. Keine Arbeitslosmeldung abgeben, denn du weißt heute nicht, ob du tatsächlich arbeitslos wirst (Endbescheinigung).
Mir hat man bei der AfA nur gesagt, dass es ausreicht, wenn ich am Tag, wo die AU endet mich bei der AfA melde oder eben am Tag, wo das KG endet.

Es gibt ja die Möglichkeit der Berufsberatung unabhängig von ALG.
Ich hab da bisher nicht so die wirkliche Unterstützung bekommen. Vielleicht gibt es für meinen Fall nichts Anderes. Jedenfalls hieß es, dass ich, wenn ich in einen anderen Beruf will, Quereinsteigerin bin, dass es schwierig wird, eine Umschulung bezahlt zu bekommen, weil es in meinem Job viele Stellen gibt und es auch nicht so gut ist, wenn ich mich als "nicht mehr geeignet" für meinen Beruf erklären lassen würde, da man mit Menschen (mein Beruf) ja auch in anderen Jobs arbeitet.
Von daher gucke ich bisher lieber selbst, außer, dass ich das Coaching angenommen habe, was mir die AfA finanziert hat.

Jackey hat gesundheitliche Einschränkungen und zwar…, kann aber noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten. Oder der ÄD stellt fest: Jackey kann täglich drei bis unter sechs Stunden arbeiten, darf aber nur leichte Tätigkeiten bei eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit verrichten. Oder, oder...
Kann man auch 4 Tage 5 Std. arbeiten, anstatt 5 Tage 4 Std.? Als Beispiel jetzt. Ich kann eher mehr Std. an einem Tag arbeiten und dann einen Tag mehr frei haben, als weniger Std. pro Tag, dann aber jeden Tag raus müssen.

Deshalb sage ich dir zu, dass du dir selbst noch sehr dankbar sein wirst, diese Anstrengungen auf dich genommen zu haben.
Bei konkreten Ereignissen kannst du in deinem eigenen Thread auch immer wieder nachlesen, was zu beachten ist – selbst nach Jahren noch.
Ja, genau. Ich sehe das auch nicht als "umsonst" an, hier gefragt zu haben und was ich an Infos bekommen habe. Ich glaube, das ist sogar der Thread, wo ich bisher am Meisten Infos bekam. Ich werde ihn mir auf jeden Fall kopieren, denn das sind ja Infos, die man auch später noch brauchen kann. ...und selbst wenn sich manche Sachen verändert haben, kann man mit den Infos hier Anhaltspunkte haben, um weiter zu suchen.
Was wird, weiß man eh nicht so genau. Wichtig ist, sich die Arbeits- und vor allen Dingen Lebensfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten (und die Fähigkeiten zum Erholen, Genießen, Entspannen, Ablenken, Abstand-halten,...denn ohne das klappt das auch mit dem Anderen nicht lange).

Ein gutes Wochenende wünsche ich,

Jackey.
 

Bertolino

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#34
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo Jackey,

Bekommt man die dann auch erstmal "nur für 2 Jahre"?...
Heutzutage ist es, denke ich, eher üblich, eine zeitlich begrenzte EMR zu bekommen, meist für drei Jahre, aber das ist keine Grundsatzregel und die DRV entscheidet die zeitliche Begrenzung auch abweichend von dem, was üblich ist. Das gilt sowohl für volle als auch für teilweise EMR. Erst relativ kurz vor der normalen Altersrente wird das meist in „unbegrenzt“ umgewandelt.

und ist das richtig, dass man dann volles Gehalt bekommt, aber nur die Hälfte arbeitet,
Oh, den AG hätte ich auch gerne. Nein, das geht so nicht.

Richtig ist: Dein AG vergütet dir deine arbeitsvertraglich geschuldete Arbeitsleistung, egal wie viel du arbeitest.

wenn z.B. festgestellt wird, dass man nur halb arbeiten kann? So hat mir das mal jemand erklärt.
Bekommst du von deinem AG auch halbes Gehalt. Was dir da jemand erklärt hat, ist irreführend. Niemand stellt fest, dass du „nur halb arbeiten kannst“. Es geht um die Feststellung der Restleistungsfähigkeit durch den ÄD der AfA. Die Erwerbsminderung wiederum wird durch die DRV festgestellt.

Um es zu präzisieren:

Bei voller EMR darfst du pro Jahr bis zu 6300 € hinzuverdienen. Was darüber hinausgeht, wird zu einem gewissen Teil auf die EMR angerechnet.

Bei teilweiser EMR (das ist die Hälfte der vollen EMR) wird deine Hinzuverdienstgrenze für dich persönlich berechnet. Das ist abhängig von deinem höchsten Lohn, den du in den letzten 15 Jahren verdient hast. Das genauer zu erklären, ist jetzt viel zu kompliziert, bei Interesse siehe §34 SGB VI.
Hier kannst du weiterlesen, wenn du willst:

https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/erwerbsunfaehigkeitsrente/
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__34.html

Kann auch sein, dass damit gemeint ist, dass man halt für die Zeit, die man arbeiten kann (laut Gutachter) arbeitet und damit Geld verdient und dann die Teil-Rente da drauf kommt. Ist das dann mehr, als ALG II?
So ist das richtig. Bei ALG II kann ich nicht sachgerecht antworten. Ich gehe davon aus, dass Lohn aus eigener Kraft plus EMR deutlich mehr als ALG II sein wird.

Es gibt ja diese Abstufung, bei der dein Geld auf dem Konto immer weniger wird: eigener Lohn, Krankengeld, ALG 1 …

Bei der Gelegenheit: Falls du die Information nicht vorliegen hast, fordere doch einmal deinen Versicherungsverlauf und die Renteninformation von der DRV an. Das geht ganz einfach, dazu benötigst du lediglich deine Versicherungsnummer:

https://www.deutsche-rentenversiche...X/versicherungsunterlagen_anfordern_node.html

Aber setze dich vorher hin, nicht dass du mir vom Stuhl fällst. Denn die angegebenen Rentenbeträge werden auch bei dir vermutlich erschreckend niedrig sein. Und noch dazu sind das nicht einmal die Beträge, die letztlich auf deinem Konto landen werden, denn weitere Beträge, Krankenversicherung etwa, sind noch gar nicht abgezogen.
Jedenfalls hast du mit dieser Information einen ersten Anhaltspunkt, wieviel, besser wie wenig dir im Monat zum Leben bleibt. Beim Versicherungsverlauf kannst du überprüfen, ob die angegebenen Daten richtig eingetragen sind, oder ob nicht etwa Zeiten fehlen. Auch das kann vorkommen.

Mir hat man bei der AfA nur gesagt, dass es ausreicht, wenn ich am Tag, wo die AU endet mich bei der AfA melde oder eben am Tag, wo das KG endet.
Nun, man muss auch nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen, es gibt eben auch die Möchtegernmächtigen SB, die dir damit Druck machen wollen, weil du eventuell nicht so spurst, wie die das gerne hätten. Aber vielleicht ist das bei dir jetzt nicht so. Ich weiß nicht, ich wäre trotzdem vorsichtig.

Notiere dir Datum/Uhrzeit und Namen dessen, der dir „das gesagt hat“, falls es noch möglich ist. Denn wenn dir plötzlich jemand anderer wieder etwas anderes sagt… Naja, du hast letztlich keinen Beweis für ein gesprochenes Wort.

Ich hab da bisher nicht so die wirkliche Unterstützung bekommen. … dass es schwierig wird, eine Umschulung bezahlt zu bekommen, weil es in meinem Job viele Stellen gibt
Oh, schade, war eben so eine Idee von mir. Es wird wohl unter den genannten Vorgaben eher unmöglich, dass du eine Umschulung bezahlt bekommst.

Von daher gucke ich bisher lieber selbst, außer, dass ich das Coaching angenommen habe, was mir die AfA finanziert hat.
Ich persönlich finde es auch besser selbst aktiv zu werden, so gut es eben geht. ALG ist ja nicht wirklich erstrebenswert, EMR schon gar nicht.

Kann man auch 4 Tage 5 Std. arbeiten, anstatt 5 Tage 4 Std.? Als Beispiel jetzt. Ich kann eher mehr Std. an einem Tag arbeiten und dann einen Tag mehr frei haben, als weniger Std. pro Tag, dann aber jeden Tag raus müssen.
Das ist grundsätzlich immer eine Sache zwischen deinem AG und dir und je nach AG auch verhandelbar.




Was wird, weiß man eh nicht so genau. Wichtig ist, sich die Arbeits- und vor allen Dingen Lebensfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten (und die Fähigkeiten zum Erholen, Genießen, Entspannen, Ablenken, Abstand-halten,...denn ohne das klappt das auch mit dem Anderen nicht lange).
Wie wahr! Deshalb unternehme ich heute mit Familie etwas … Lebenswertes!:idea:

Gruß
Bertolino
 

Jackey

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#35
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Interessant irgendwie, dass wir beide hier so gut wie alleine schreiben. Ob das was zu bedeuten hat?

Hallo Bertolino,

Heutzutage ist es, denke ich, eher üblich, eine zeitlich begrenzte EMR zu bekommen, meist für drei Jahre,
Meinst Du, man hat dann innerlich wirklich Ruhe, in der Zeit? Ich vermute, man kämpft erstmal für die Rente (oder dagegen), hat dann eine Zeit Ruhe und dann wieder Sorge, was wird...und ob man dann entweder weiter EM-Rente bekommt oder noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, oder?

Bei teilweiser EMR (das ist die Hälfte der vollen EMR) wird deine Hinzuverdienstgrenze für dich persönlich berechnet.
Ist irgendwie schon komisch, dass man einseits Rente bekommt, weil man nicht mehr soviel arbeiten kann und dann doch arbeitet. Letztlich aber auch gut, wenn man z.B. mein Thema mit dem Nebenjob sieht. Muss man den Arbeitgebern eigentlich (unabhängig von Kursen) sagen, dass man EMR bekommt, wenn man eine Stelle sucht?...oder betrifft das eher Leute, die eh schon einen Vertrag haben und jetzt mit weniger Std. wieder kommen?

Es gibt ja diese Abstufung, bei der dein Geld auf dem Konto immer weniger wird: eigener Lohn, Krankengeld, ALG 1 …
Auf was beziehst Du das jetzt? Weniger Lohn=weniger ALG I=weniger KG? ...oder dass das Geld auf dem Konto immer weniger wird, wenn das Geld durch diese Ersatzleistungen bzw. weniger Gehalt nicht reicht?

Jedenfalls hast du mit dieser Information einen ersten Anhaltspunkt, wieviel, besser wie wenig dir im Monat zum Leben bleibt.
Ich denke, da kann man sich fragen, wie weit man überhaupt noch Energie in Arbeit steckt. ...bzw. nur noch soviel, dass es für das Jetzt fürs Leben besser ist. Finanziell...und ansonsten auch erträglich. Rente? Nun ja.
Vor allen Dingen zahlen ja auch nicht alle Arbeitgeber in gesonderte Zusatzversicherungen, Betriebsrenten mit ein.

Notiere dir Datum/Uhrzeit und Namen dessen, der dir „das gesagt hat“, falls es noch möglich ist.
Naja, steht ja dann eh Aussage gegen Aussage, wenn sie es nicht notiert hat.

Das ist grundsätzlich immer eine Sache zwischen deinem AG und dir und je nach AG auch verhandelbar.
Ich meinte das in Bezug auf die AfA bzw. den ÄD, weil es ja "immer" heißt, wieviel Std. man am Tag arbeiten kann. Naja, und wenn jemand lieber bzw. besser an 4 Tagen 8 Std. arbeiten kann, als an 5 Tagen 6 bzw. 6,5, dann kann man im ersten Fall mehr Std. am Tag arbeiten,...braucht halt nur einen Tag mehr frei.
Beispiel jetzt.
Wie wahr! Deshalb unternehme ich heute mit Familie etwas … Lebenswertes!
War gut??? :smile:

Sag mal,...wenn man arbeiten versucht, es aber doch nicht geht,...was meinst Du, wäre der besser Weg, um seinen Nebenjob geben zu können (denn die sind ja nur ein paar Std. an aufs Jahr verstreuten, einzelnen Tagen)?
Wenn man AU ist, kann man den wohl kaum machen, wenn man EMR bekommt, aber wohl schon. ...und wenn man ALG I nach der Aussteuerung bekommt auch? (Muss nochmal nachlesen). ...aber...was macht man denn damit in der Zwischenzeit, wenn man noch KG bekommt (und damit keinen Nebenjob machen kann) und noch keine EMR bekommt (wo man den Nebenjob machen darf?)
Also wenn man arbeiten versucht, aber es doch nicht geht, was macht man dann am Besten?

Einen schönen Abend wünsche ich noch.
 

Kerstin_K

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#36
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Wenn man ALG I bekommt, muss man unter 15 Stunden Wochenarbeitszeit bleiben. Und alles was man über monatlich 165 EUR verdient, wird angerechnet.
 

Bertolino

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#37
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,
Interessant irgendwie, dass wir beide hier so gut wie alleine schreiben. Ob das was zu bedeuten hat?
Ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe auch noch keinen anderen Thread gefunden, wo das so ist. Keine Ahnung…

Allerdings heißt das noch lange nicht, dass wir auch alleine lesen. Scroll mal fast ganz nach unten, dort findest du „Aktive Nutzer in diesem Thema“, da waren schon mal ich glaube 8 Leute gleichzeitig unterwegs.:bigsmile:

Meinst Du, man hat dann innerlich wirklich Ruhe, in der Zeit? Ich vermute, man kämpft erstmal für die Rente (oder dagegen),
In der Zeit der EMR hast du (z. B. für drei Jahre) Ruhe, aber am Ende der drei Jahre kann der ganze Mist schnell von vorne losgehen, etwa wenn die DRV mitteilt, dass Erwerbsunfähigkeit nicht mehr besteht.
Bis zur EMR allerdings ist im schlechtesten Fall ein sehr weiter Weg. Das siehst du ja schon an deinem eigenen Beispiel. Die 78 Wochen sind demnächst vorbei. Nun musst du dich – zurecht – damit auseinandersetzen, wie es weitergeht. Demnächst kommt das ALG und schon jetzt gibt es keine einfache Antwort auf die Frage, welcher Weg für dich der bessere ist. Dabei geht es noch lange nicht um EMR.

hat dann eine Zeit Ruhe und dann wieder Sorge, was wird...und ob man dann entweder weiter EM-Rente bekommt oder noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, oder?
Genau so ist es.

Ist irgendwie schon komisch, dass man einseits Rente bekommt, weil man nicht mehr soviel arbeiten kann und dann doch arbeitet.
Ja, und es gibt noch viel seltsamere Geschichten, etwa dass du z. B. als TeilEMR anerkannt wirst und trotzdem die volle EMR bekommst, obwohl du nur Anspruch auf TeilEMR hast. Das nennt sich „Arbeitsmarktrente“ und bedeutet, dass du zwar nach Ansicht der DRV noch was arbeiten könntest, aber weil es für dich keinen passenden Arbeitsplatz gibt, ist der allgemeine Arbeitsmarkt für dich verschlossen – und du bekommst volle EMR.:icon_eek:

Muss man den Arbeitgebern eigentlich (unabhängig von Kursen) sagen, dass man EMR bekommt, wenn man eine Stelle sucht?
Das würde ich eher bleiben lassen, ich denke wenn ich AG wäre, würde ich dazu neigen so jemanden nicht anzustellen (zu hohe Kosten wegen zu erwartender überdurchschnittlicher AU). Ob ich das jetzt rechtlich korrekt gesagt habe, weiß ich aber nicht.

...oder betrifft das eher Leute, die eh schon einen Vertrag haben und jetzt mit weniger Std. wieder kommen?
Die Frage ist eher theoretischer Natur. Stell dir vor, du kommst nach langer Zeit mit deinem bestehenden AV zu deinem AG und sagst: Hier bin ich wieder und will/kann wieder arbeiten, nur mit weniger Stunden. Wenn es überhaupt einen AG gäbe, der damit einverstanden wäre, so müsste er a) für deine weitere Tätigkeit dein zwischenzeitlich ärztlich festgestelltes Restleistungsvermögen berücksichtigen, d. h. er dürfte dich gar nicht mehr an deinem bisherigen Arbeitsplatz tätig werden lassen, denn dafür ist schon lange AU festgestellt. Und er müsste auch noch hinnehmen, dass du künftig überdurchschnittlich häufig weiterhin AU bist, dafür auf deine Arbeitskraft verzichten und dich auch noch dafür bezahlen (Lohnfortzahlung). Eine frühzeitige Kündigung ist sehr viel günstiger.

Auf was beziehst Du das jetzt?
Es stimmen beide Aussagen, ich hatte das auf die letztere bezogen. Dein ALG wird niedriger ausfallen als dein bisheriges KG (und EMR noch niedriger).

Ich meinte das in Bezug auf die AfA bzw. den ÄD, weil es ja "immer" heißt, wieviel Std. man am Tag arbeiten kann.
Du beziehst das auf die Frage nach deiner Leistungsfähigkeit unter drei Stunden, drei bis unter sechs Stunden oder über sechs Stunden, richtig?

Das ist immer wieder die Unterscheidung zwischen Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit. Der ÄD wird niemals deine Arbeitsfähigkeit feststellen, das ist Aufgabe deines HA oder FA.

Immer noch verwirrend, richtig?

Für deinen bisherigen Beruf bist du auch jetzt AU, sowohl halbtags als auch ganztags oder sonst irgendeine Teilzeit.
Wenn es anders wäre, könntest du jederzeit auch jetzt schon zu deinem AG gehen und sagen: Hallo, lass uns über neue Arbeitsbedingungen verhandeln, z. B. ich will an 4 Tagen 8 Std. arbeiten. Wenn der AG einverstanden ist, bekommst du vielleicht einen neuen AV und du gehst arbeiten. Vielleicht ist das so bei dir? Eher nicht, oder?

Naja, und wenn jemand lieber bzw. besser an 4 Tagen 8 Std. arbeiten kann, als an 5 Tagen 6 bzw. 6,5, dann kann man im ersten Fall mehr Std. am Tag arbeiten,...braucht halt nur einen Tag mehr frei.
Beispiel jetzt.
Das habe ich verstanden, nochmal zur Warnung: Mach solche Aussagen nicht bei der AfA, die legen dir das ggf. zu deinem Nachteil aus, das ist ausschließlich Verhandlungssache mit deinem AG.

Damit schränkst du nämlich die Aussagen des ÄD bezüglich deines Restleistungsvermögens ein und folgerichtig schränkt der SB deinen ALG Anspruch ein.

War gut??? :smile:
Kurzfristig abgesagt,:icon_sad: und innerhalb kürzester Zeit waren sämtliche Familienmitglieder in alle Himmelsrichtungen verstreut… c´est la vie, ich hab´s überlebt.

Wenn man AU ist, kann man den wohl kaum machen,
Richtig, genau genommen gar nicht. Das war eine politische Diskussion vor einigen Jahren, „teilweise Arbeitsunfähigkeit“.


wenn man EMR bekommt, aber wohl schon.
Richtig, unter den genannten Bedingungen.

...und wenn man ALG I nach der Aussteuerung bekommt auch?
Wird die geringfügige Nebenbeschäftigung keine Auswirkungen auf den ALG Anspruch haben, angeben musst du diese Tätigkeit bei deinem ALG Antrag aber schon.

was macht man denn damit in der Zwischenzeit, wenn man noch KG bekommt (und damit keinen Nebenjob machen kann) und noch keine EMR bekommt (wo man den Nebenjob machen darf?)
Also wenn man arbeiten versucht, aber es doch nicht geht, was macht man dann am Besten?
Wenn deine AU beendet ist, erfüllst du deinen AV. Wenn du deine arbeitsvertraglich geregelte Arbeitsleistung nicht erfüllst, musst du dich wieder krankschreiben lassen. Dadurch verschiebt sich selbstverständlich auch dein Aussteuerungstermin, sofern du noch im KG Bezug bist.
Nach der Aussteuerung erhältst du ALG. Wenn deine AU beendet wird, musst du auch wieder arbeiten. Wenn du wieder AU wirst, hast du keinen Anspruch auf KG (weil bereits ausgesteuert). Also musst du wieder zur AfA.

Bedenke aber auch die menschliche Ebene, auch aus Sicht deines AG. Er wird sich nach so langer Zeit (bald Aussteuerung) nicht unbedingt sonderlich freuen, wenn du zurückkehrst. Du brauchst erst wieder eine gewisse Einarbeitungszeit, du bist definitiv leistungsgemindert (auch wenn das noch nicht durch den ÄD festgestellt ist, das kannst du sicher selbst am besten beurteilen). Dein AG wird ebenso bemerken, dass du nicht allzu lange arbeitstätig sein wirst, und dafür muss er dich auch noch entlohnen. Deiner Gesundheit wird eine solche Aktion wohl auch nicht sonderlich zugute kommen?

Was aber bleibt: Die Möglichkeit dazu hast du. Geh in dich und frage dich, wieviele Tage möglich sind. Wäge ab: für kurze Zeit mehr Geld versus Gesundheit? Wenn das wirklich möglich ist, ja warum nicht? Aber sei mit dir selbst achtsam!

Geld ist sehr wohl sehr wichtig, aber nicht das Allerwichtigste!

Kurzer Nachtrag: Ich habe gerade auf deinen #1 hochgescrollt.
Es gab vor rund 2 Jahren
Also 2016? Weißt du noch den Monat deiner ersten AU? Wenn du willst, stelle die Information ein.

Gruß
Bertolino:bigsmile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Jackey

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#38
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Ich habe auch noch keinen anderen Thread gefunden, wo das so ist. Keine Ahnung…
Es gibt jedenfalls viele Klicks. Schon fast tausend, bei nicht mal 50 Beiträgen.

Genau so ist es.
Also eigentlich ist "alles irgendwie doof". Es sei denn, man ist so fit, dass man ausreichend und dauerhaft arbeiten kann und hat eine passende Stelle, ist schon im Rentenalter (und fit), so dass man nicht mehr arbeiten muss, hat im Lotto gewonnen, gut geerbt, einen Partner, der einen mitfinanziert, o.Ä. (?).

Damit schränkst du nämlich die Aussagen des ÄD bezüglich deines Restleistungsvermögens ein und folgerichtig schränkt der SB deinen ALG Anspruch ein.
Und wenn es keinen ÄD gibt? Wenn ich einfach in den Antrag schreibe, dass ich an 4 Tagen bis zu 8 Std. arbeite?...Muss also alles, wo ich angebe, dass ich nicht Vollzeit arbeiten will, damit begründet sein, dass der ÄD meine Leistungsfähigkeit feststellen soll? Selbst in dem Fall, dass ich einen TZ-Vertrag habe und angebe, weiterhin TZ arbeiten zu wollen?

Kurzfristig abgesagt,
Schade.

Wenn deine AU beendet ist, erfüllst du deinen AV. Wenn du deine arbeitsvertraglich geregelte Arbeitsleistung nicht erfüllst, musst du dich wieder krankschreiben lassen. Dadurch verschiebt sich selbstverständlich auch dein Aussteuerungstermin, sofern du noch im KG Bezug bist.
Nach der Aussteuerung erhältst du ALG. Wenn deine AU beendet wird, musst du auch wieder arbeiten. Wenn du wieder AU wirst, hast du keinen Anspruch auf KG (weil bereits ausgesteuert). Also musst du wieder zur AfA.
Was für einen Arbeitsvertrag?
Ich meine die Nebentätigkeit. Also wenn ich sie mit AU nicht geben darf, aber mit EMR schon, was mache ich mit dem Nebenjob während der Zeit zwischen AU (vor der Aussteuerung) und Feststellung der EMR (nach der Aussteuerung)? Ich bin ja dann immer noch AU, beziehe ALG I nach der Aussteuerung und komme ja dann erst ggf. in die EMR. D.h. ja, dass ich den Nebenjob erst wieder nachgehen könnte, wenn ich die EMR bekomme (oder vorher wieder normal arbeiten gehe bzw. mich normal arbeitslos melden würde mit "normalen" ALG I).

Geld ist sehr wohl sehr wichtig, aber nicht das Allerwichtigste!
Ja.
 

Bertolino

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#39
AW: Neuer Krankengeldbezug nach welcher Diagnose möglich?

Hallo, Jackey,

jetzt habe ich nochmals nachgelesen, weil ich bemerkte, dass sich bei mir nach dem inzwischen längeren Zeitraum einige gedankliche Fehler eingeschlichen hatten. Ich fasse also nochmal zusammen:

Aktuell bist du AU und bekommst KG. Dein sozialversicherungspflichtiger AV ist in der Zwischenzeit gekündigt, deshalb bist du arbeitslos.
Du hast immer noch die Nebentätigkeit auf sozialversicherungsfreier Honorarbasis.

Am Tag vor deiner jetzigen ununterbrochen andauernden AU hattest du einen sozialversicherungspflichtigen AV.

Der KG Anspruch begann erstmalig im Juli 2016, die jetzige AU begann im Oktober und etwa im Dezember ist der KG Anspruch verbraucht, falls du weiterhin AU bleibst.

Zwei Optionen für die nahe Zukunft, die wir schon besprochen haben, wobei jeweils auch die Frage wegen Honorartätigkeit im Raum steht:
a) Beendigung AU vor der Aussteuerung und Antrag ALG wegen Arbeitslosigkeit
b) Ende des KG Anspruchs mit Aussteuerung und Antrag ALG wegen Aussteuerung

Habe ich das richtig dargestellt? Ansonsten korrigiere das bitte, sonst reden wir aneinander vorbei.
Also eigentlich ist "alles irgendwie doof". Es sei denn,
So sieht es leider aus. Ganz offensichtlich ist unser Sozialsystem darauf ausgelegt, die Kranken nach unten wegzutreten, im wahrsten Sinn des Wortes. Jammern hilft nicht, die Realtität bleibt.
Und wenn es keinen ÄD gibt? Wenn ich einfach in den Antrag schreibe, dass ich an 4 Tagen bis zu 8 Std. arbeite?
Unterscheide:
- a)Antrag wegen Arbeitslosigkeit
- b) Antrag wegen Aussteuerung

Bei a) gibt es tatsächlich keinen ÄD, der irgend etwas festzustellen hätte, denn deine AU ist ja beendet, demzufolge bist du auch arbeitsfähig, aber arbeitslos.

Du stellst den Antrag wegen Arbeitslosigkeit und bekommst ALG.
Was ich immer noch nicht verstehe: Warum/wozu willst du dich selbst bereits in deinem Antrag zeitlich einschränken? Das kannst du später vermutlich nicht ändern, weder in die eine noch in die andere Richtung. Und ich fürchte – allerdings bin ich mir nicht sicher – dass diese deine schriftliche zeitliche Einschränkung in deinem Antrag zu einer entsprechenden zusätzlichen Reduzierung deines ALG Anspruchs führt.

Ich habe verstanden, warum du dich – zum Beispiel – auf vier Tage mit acht Stunden beschränken willst. Aber das ist eine Sache, die du mit deinem künftigen AG verhandelst, nicht mit der AfA.

Die AfA prüft lediglich, ob und in welcher Höhe du einen Anspruch aufgrund deiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung der letzten 12 (bzw. auf Antrag 24) Monate hast. Nur auf dieser Grundlage wird die Höhe deines ALG berechnet.

Neben der Arbeitslosmeldung meldest du dich auch arbeitsuchend, d. h. du stellst deine Arbeitsleistung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Der SB der AfA hat nun die Aufgabe, dir passende Arbeitsplätze anzubieten. Genau das aber schränkst du ein, wenn du in deinem ALG Antrag eine zeitliche Einschränkung angibst und der SB kann dir nicht in vollem Anfang die vorhandenen Arbeitsplätze anbieten.

Nun stelle dir vor, der SB bietet dir einen Arbeitsplatz an, du verhandelst mit dem AG so, wie du es oben angegeben hast, der AG ist einverstanden und du hast unter diesen Bedingungen einen neuen Arbeitsplatz. Die Aufgabe der AfA ist erfüllt, ALG wird eingestellt und du erhältst Arbeitslohn.

Ich halte die Möglichkeit, bereits im Antrag zeitliche Einschränkungen angeben zu können, für einen Fallstrick, um dir deinen ALG Anspruch zu kürzen. Bist du erst einmal drauf hereingefallen, gibt es keinen Weg zurück.:icon_evil:

Muss also alles, wo ich angebe, dass ich nicht Vollzeit arbeiten will, damit begründet sein, dass der ÄD meine Leistungsfähigkeit feststellen soll? Selbst in dem Fall, dass ich einen TZ-Vertrag habe und angebe, weiterhin TZ arbeiten zu wollen?
Das ist nun Situation b) Antrag wegen Aussteuerung
Hier bist du ja auch weiterhin AU. Die AU stellt dein HA/FA fest, nicht der ÄD.
Der ÄD beurteilt nach deiner Aussteuerung deine Restleistungsfähigkeit. Das wiederum ist nicht Aufgabe deines HA/FA, und auch nicht deine Aufgabe (weil das nur Ärzte beurteilen können).
„Restleistung“ bedeutet aber nicht nur etwa eine zeitliche Einschränkung deiner Arbeitsleistung, sondern auch z. B. körperliche Einschränkungen. Wenn du selbst bei deinem Antrag zeitliche Einschränkungen angibst, bevor der ÄD deine Restleistung mit zeitlicher Einschränkung feststellt, wird dir der SB der AfA dein ALG kürzen, denn du schränkst mit deiner Aussage die Feststellung des ÄD zusätzlich ein.

Auch hier gilt: Fallstrick. Bitte keine Angaben machen. Lass den ÄD deine Restleistungsfähigkeit beurteilen. Alles andere kannst du später in Absprache mit einem späteren AG festlegen, z. B. eben TZ nach deinen Vorstellungen.
Was für einen Arbeitsvertrag?
Irrtum meinerseits, du hast keinen Arbeitsvertrag mehr, bist weiterhin AU und arbeitslos.
Ich meine die Nebentätigkeit.
Richtig.
Also wenn ich sie mit AU nicht geben darf,
Richtig, genau genommen übrigens nicht wegen deiner AU, sondern weil du von deiner Krankenversicherung KG beziehst, also aus versicherungstechnischen Gründen. Wenn dir nun bei deiner Honorartätigkeit etwas passiert, etwa ein Beinbruch, kann ich mir gut vorstellen, dass du kein Geld bekommst, weil die KK genau mit deiner AU und dem KG Bezug argumentiert: Du darfst nicht arbeiten. Wir bezahlen dir KG. Also selbst schuld. Selbstzahler... Finanzielle Konsequenzen mag ich nicht ausdenken, wenn es ein Unfall mit Spätfolgen wäre.
aber mit EMR schon,
Auch richtig, denn hier gelten ganz andere Spielregeln. Mit EMR darfst du bis zu bestimmten Grenzen hinzuverdienen (und die KK interessiert sich nicht mehr für deine AU, du bekommst kein KG mehr, deswegen entfällt auch die Argumentation).
was mache ich mit dem Nebenjob während der Zeit zwischen AU (vor der Aussteuerung) und Feststellung der EMR (nach der Aussteuerung)?
Jetzt habe ich es auch verstanden. Siehst du, manchmal dauert es eben etwas länger und nicht nur ich bin geduldig:icon_hihi:

Vor der Aussteuerung: KG Bezug, keine Nebentätigkeit wegen AU

Nach deiner Aussteuerung interessiert sich deine KK nicht mehr für dich, denn sie muss auch nicht mehr KG für dich bezahlen. Die DRV ist noch nicht zuständig mit Geldleistungen bis zur Feststellung der EMR.
Und bei der AfA gelten eben auch wieder andere Spielregeln. Du gibst deine Nebentätigkeit an und die AfA wird dir die Nebentätigkeit ggf. auf deinen ALG Anspruch anrechnen, siehe #36 von @Kerstin_K:
Wenn man ALG I bekommt, muss man unter 15 Stunden Wochenarbeitszeit bleiben. Und alles was man über monatlich 165 EUR verdient, wird angerechnet.
D.h. ja, dass ich den Nebenjob erst wieder nachgehen könnte, wenn ich die EMR bekomme (oder vorher wieder normal arbeiten gehe bzw. mich normal arbeitslos melden würde mit "normalen" ALG I).
Deine Nebentätigkeit kannst du also ausüben, solange du nicht KG beziehst, unter jeweils etwas anderen Bedingungen, aber mit deinen wenigen Stunden wird das keine Rolle spielen.

So und so: Allzu lange ist nicht mehr hin, bis du deine Nebentätigkeit wieder problemfrei ausüben kannst.:idea:

Wäre doch schön, wenn es ein Gesetz gäbe, in dem steht: Bei AU darf man bedingungslos einer Nebenbeschäftigung bis zu x Stunden nachgehen. Viele komplizierte Dinge, die wir schon gemeinsam durchdacht haben, hätten sich damit erledigt. Deutsche Gesetze eben...

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#40
Wenn man vor Krankheit und ALGI nur ™eilzeit gearbeitet hat, kann man sich im ALG Antrag auch bei Nahtlosigkeit zeitlich einschränken. Das ALG I wird ja eh nur aus dem Teilzeitgehalt berechnet.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Bertolino

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#41
Wenn man vor Krankheit und ALGI nur ™eilzeit gearbeitet hat, kann man sich im ALG Antrag auch bei Nahtlosigkeit zeitlich einschränken. Das ALG I wird ja eh nur aus dem Teilzeitgehalt berechnet.
[>Posted via Mobile Device<]
Hallo, Kerstin_K,

danke dir.
Es ist eben eine gewisse gefährliche Rutschpartie, wenn man das schon im Antrag einschränkt. Einen zwingenden Grund sehe ich nicht. Es kommt auch darauf an, an welchen SB du gerätst.
@Jackey: Zeitliche Einschränkung bei Nahtlosigkeit vor allem nicht verwechseln mit: "Ich stelle mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung". Antwort Nein (ich will nur zeitlich eingeschränkt arbeiten) wäre der finanzielle GAU.

Gruß
Bertolino:bigsmile:
 

Kerstin_K

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#42
Sorry Bertolino, aber das sehe ich anders.

Wenn man nur für zum Beispiel 20 Stunden Arbeitslosengeld bekommt, warum sollte man sich dann Vollzeit zur Verfügung stellen müssen? Dafür gibt es keinen Grund.

Bei meiner Bekannten haben wir ea auch so gemacht.

Sie hat 20 Stunden in der Woche als Reinigungskraft gearbeitet, wurde dann krank, bekam Krankengeld eben aus dem Gehalt, dass sie aus diesen 20 Stunden bezogen hat und bekommt jetzt nach der Aussteuerung ALG I ebenso auf der Basis von 20 Stunden.

Im ALG I Antrag haben wir dann noch die Zeiten angegeben, zu denen der siebenjährige Sohn betreut wird (Schule und Hort), das sind in Summe mehr als 20 Stunden, so dass auch die Wegezeiten abgedeckt sind. Das ALG I bekommt sie jetzt auf Basis eben genau dieser 20 Stunden. Da hat kein SB dran herumzudeuteln. Mehr könnte sie auch wenn sie nicht krank wäre gar nicht arbeiten, weil der Papa nämlich in Schicht arbeitet und sene Verfügbarkeit für die Kinderbetreuung deshalb von der jeweiligen Schicht abhängt.

Was man natürlich nicht machen sollte ist, dass man die Verfügbarkeit unter die Stundenzahl absenkt, nach der das ALG I berechnet wurde. Das hat dann tatsächlich finanzielle Konsequenzen.

Wenn Jackey also vorher zum Beispiel 30 Stunden je Woche gearbeitet hat, wird das ALG I auf Basis dieser 30 Stunden berechnet. Wenn sie dann sagt, sie kann nur an 4 Tagen in der Woche jeweils 8 Stunden arbeiten, ist auch das kein Problem.

Einzige Einschränkung: Wenn Jackey dadurch nicht mehr vermittelbar ist, weil dieses Arbeitszeitmodell in ihrem Beruf unüblich ist, dann kan es Probleme geben. Dann sollte sie sich für 30 Stunden zur Verfügung stellen und die zeitliche Verteilung der AfA überlassen. Was sie dann mit einem Arbeitgeber bespricht, ist Ihre Sache, so lange eine Arbeitsaufnahme nicht an an diesen Arbeitszeitmodell scheitert (Es sei denn, der ärztliche Dienst hätte festgestellt, dass Jackey aus gesundheitlichen Gründen nur in diesem Arbeitszeitmodell arbeiten kann, dann muss das bereits bei der Vermittlung berücksichtigt werden.)

Hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach und logisch.
 
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Jackey

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#43
Also ich werde nichts wegen Einschränkungen da angeben. Wegen der EMR-Rente werde ich mich am Besten nochmal genauer informieren, wenn es soweit ist. Ich habe jetzt Einiges an Ansätze und ich glaube, mehr "pack" ich auch einfach grade nicht, weil soviele andere Themen auch noch da sind. Außerdem will ich ja versuchen, bald wieder in Arbeit zu kommen. Wenigstens Teilzeit. Ich denke, es macht Sinn, das mit der Rente erstmal weiter hinaus zu zögern. Zwar habe ich dann für eine Weile Ruhe, aber der Weg dorthin ist schwierig, es ist wenig Geld und nach einiger Zeit geht es wieder um die Überprüfung, wie es weiter geht.
Wenn man in der Arbeitslosigkeit gelegentlich ein paar Std. arbeitet, dann muss man das ja bei der AfA angeben. Muss man auch den Arbeitgeber angeben bzw. der der AfA irgendwas ausfüllen? Bei gelegentlichen Honorartätigkeiten finde ich das etwas schwierig.
 

Kerstin_K

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#44
Irgendwie musst du die Stunden und das Geld nachweisen.

Es gibt ein Formular einkommensbescheinigung zum Ausfuellen durch den Arbeitgeber, da sind Stempel und Unterschrift des Arbeitgebers vorgesehen.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Jackey

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#45
Ich hab das dazu gefunden: https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/Bescheinigung-NEK_ba014840.pdf .

Das passt für mich aber nicht, da es sich um Honorar handelt. Das ist wie, als wenn Du bei einem Bildungsträger, wie der VHS, ev. .Familienbildungswerk, etc. einmal im Monat samstags ein Seminar von 4 Std. gibst. Ich bekomme von denen keine Belege. Ich habe nur den Vertrag pro Seminar und eben hinterher das Geld auf dem Konto. Das gebe ich dann hinterher irgendwo auf der Steuererklärung an (Anlage N?). Lange habe ich dann die Verträge oder die Kontoauszüge beigelegt, wobei man wohl jetzt keine Belege mehr beilegen muss, habe ich gehört.
 

Kerstin_K

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#46
Dann wirst du den Vertrag vorlegen muessen, eventuell geschwärzt oder in Teilen.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Jackey

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#47
Hm, oder man meldet sich für den Tag bei der AfA ab. Ob man sich dann wirklich für den einen Tag selber krankenversichern muss?...und was ist, wenn man sich für Tag x dann abmeldet, aber 2 Wochen später, wenn man wieder bei der AfA gemeldet ist, das Geld kommt? Ist das dann egal?
Schwierig, das Ganze.
 

Kerstin_K

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#48
Wann das Geld bei Dir ankommt, ist im ALG I egal, da gibt es kein Zuflussprinzip. Aber alles über 165 EUR/Monat wird angerechnet.
 

Jackey

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#49
Okay. Es zählt also nicht der Tag, an dem das Geld kommt, sondern der, an dem man es erwirtschaftet hat.
Bleibt dann nur noch die Entscheidung, ob man sich für den Tag dann ganz abmeldet oder arbeitslos gemeldet bleibt und das Geld dann ggf. nur angerechnet wird.
 
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