Nach Unfall vollständige Wiederherstellung unklar - soll ich dennoch versuchen, zu arbeiten?/Angst vor Sozialhilfe

Mona Lisa

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Hallo!

Vor zwei Monaten hatte ich einen Unfall. Es ist fraglich, ob die vollständige Beweglichkeit meines Ellenbogens und damit meiner rechten Hand wieder hergestellt werden kann. Die Hand läßt sich auch nach 12 Sitzungen Physiotherapie nicht mehr nach außen drehen. Dadurch habe ich Einschränkungen. Manche Bewegungen kann ich gar nicht mit der rechten Hand machen (Probleme bei der Körperhygiene und beim Essen und Trinken), manche dauern selbst mit zwei Händen viel länger. Außerdem ist der Ellenbogen noch nicht voll belastbar und schmerzt bei manchen Bewegungen. Dadurch, daß das Handgelenk sich nicht mehr nach rechts drehen läßt, sind meine Finger sehr strapaziert und etwas steif. Schreiben kann ich mit Mühe rechts und am Computer, allerdings habe ich das noch nicht stundenlang probiert, sondern nur ein paar Minuten.

Im Moment bin ich AU und werde natürlich diesen Monat kein Gehalt mehr bekommen. Physiotherapie bekomme ich nur noch sechsmal. Mehr bezahle die Krankenkasse nicht, meint mein Orthopäde.

Wie geht es weiter? Da eine Heilung nicht abzusehen ist, frage ich mich, ob ich nicht einfach arbeiten und "ausprobieren" soll, ob ich die Arbeit bewältigen kann. Ich arbeite überwiegend am Schreibtisch, mache aber auch Tätigkeiten wie Briefe frankieren, Botengänge, Spülmaschine aus- und einräumen, Kühlschrank putzen.

Diese Arbeit erfolgt in zwei Stunden täglich, also in einem Mini-Job. Natürlich werde ich bei einigen Tätigkeiten länger brauchen. Aber da wird sich der Arbeitgeber sicher auch melden, falls ich ihm zu langsam bin.

Aber abwarten, bis sich die Hand wieder voll bewegt, wird wohl unsinnig sein, da eine Bewegungseinschränkung nach einer Ellenbogenfraktur nicht selten ist. Außerdem droht mir dann wohl die Überprüfung der Erwerbsfähigkeit, oder?

Davor habe ich Angst, da ich nicht in die Sozialhilfe abrutschen will.

Was ich auf jeden Fall bei bleibender Bewegungseinschränkung der Hand machen möchte, ist das Stellen eines Verschlimmerungsantrages beim Versorgungsamt. Ich habe jetzt 40 Gdb.

Was meint Ihr? "Probearbeiten" oder auf die Reaktionen des JC warten? Mein Arzt wird mich vielleicht auch nicht ewig AU schreiben.

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.

LG

Mona Lisa
 

Kerstin_K

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Wenn Physio nicht mehr geht, dann frag mal, ob der Arzt Dir nicht Ergotherapie verschreiben kann.
 

Onkel Tom

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Ich würde versuchen, noch Zeit für Genesung zu gewinnen, bis es mit den Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen soweit weniger geworden ist, das durch Arbeiten keine
Verschlechterungsgefahr mehr besteht.

Verletzungen an Gelenken allgemein ist oft eine langwierige Angelegenheit.
Besonders beim Handgelenk und Fußgelenk.

Für mein Fußgelenk brauchte ich 6 Monate, bis es wieder schmerzfrei und einigermaßen belastbar war..

Das JC könnte automatisch auf dem Gedanken kommen, deine gesundheitlichen Einschränkungen
überprüfen zu wollen. Kommt anbei heraus, das Du (vorübergehend) nur unter 3h arbeiten kannst, schickt man
Dich zum Grundsicherungsamt. Die würden dich nach einer Zeit auch zum ÄD schicken und wenn Du wieder
ab 3h arbeiten kannst, darfst Du dich wieder beim JC melden..

Gesundheit geht vor. :wink:
 

Mona Lisa

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Hallo, Onkel Tom,

also könnte ich gar nichts gegen das JC unternehmen, wenn das meine Erwerbsfähigkeit prüfen will?

Ich habe vor allem Angst um mein Schonvermögen, das ich mir durch den Mini-Job mühsam aufgebaut habe, um wenigstens alle zwei, drei Jahre für ein paar Tage eine Kulturreise machen zu können.

Das, was ich vorher nicht wußte: Eine Verletzung des Ellenbogens kann zur Unfähigkeit, die Hand zu drehen, führen, da er u.a. für die Supination zuständig ist.

Shit happens. Es ist passiert.

LG

Mona Lisa
 

Kerstin_K

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Kann schon sein, dass das JC na scauen will, was Du noch machen kannst. Aber das muss ja nicht gleich vollständige Erwerbsminderung bedeuten.

Ich an Deiner Stelle würde mich erstmal voll auf die Genesung konzentrieren und dann alles auf mich zukommen lasssen. Und wenn Du meist, dass Du es mit Arbeiten versuchen möchtest, dann besprich das mit Deinen Ärzten und wenn die grünes Licht geben, dann versuchst Du es halt.

Wenn es Deinem Chef dann zu langsam geht, dann hat er hal Pech gehabt, mehr geht eben nicht.

Sich jetzt schon Gedaken über eine Abschiebeung ins SGB XII zu machen halte ich für viel zu früh. Es steht doch noch gar nicht fest, ob das so bleibt.
 

Fairina

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Also erst einmal: Such dir einen anderen Orthopäden. Er kann sehr wohl weiterhin Physio verschreiben.

Hol die DRV ins Boot.

Sieh zu das du ergänzende Ergo bekommst.

Was hat das mit deinem Schonvermögen zu tun? Ich vermute mal, du meinst den niedrigeren Wert Schonvermögen im SG-II und in der Grusi.

Warte erst einmal ab. Sieh zu wie weit du mit deinem Arm kommst und mach dich nicht verrückt.
 

Muzel

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Der Arzt sollte dich so lange krank schreiben bis die Schmerzen im Ellenbogen aufgehört haben, alles andere ist unzumutbar.
 

Mona Lisa

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Hallo an Euch alle!

Ihr habt ja recht. Ich muß zuerst an meine Gesundheit denken und nicht an irgendwelche geringere Vermögensgrenzen bei Sozialhilfe oder Grundsicherung.

Ich wollte ohnehin morgen bei einem anderen Orthopäden einen Termin vereinbaren, da mir der jetzige nicht so gefällt. Ich war vor allem bei dem, weil ich da zu Fuß in 10 Minuten bin und ich mit dem Arm nach dem Unfall nicht so weit fahren wollte. Leider wußte ich nicht, daß ich am besten den Rettungswagen nach dem Unfall hätte rufen sollen. Dann wäre ich auch früher operiert worden. Na, ja, hätte, hätte, Fahrradkette.

LG

Mona Lisa
 

Muzel

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Wie kommst du darauf, dass du früher operiert worden wärst, wenn du mit dem Rettungswagen zum KH gefahren wärst? Die OPs sind doch immer besetzt?
 

Mona Lisa

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Hallo, Muzel,

die Chronologie war folgende:

12.5.: Sturz, samstags, Schmerzen, die aber durch Schonen des Ellenbogens quasi nicht vorhanden waren, Verdacht: Ellenbogenprellung

14.5.: Schmerzen bei Bewegung immer noch vorhanden, Beschluß zum Arztbesuch, Röntgen: Ellenbogen gebrochen, genaue Art und Größe soll durch CT herausgefunden werden, da dann entschieden werden kann, ob OP notwendig

15.5.: CT

18.5.: CT-Befund vorhanden, Arzt rät zur OP, Gang zum Krankenhaus, das auch zur OP rät, Termin für den 24.5. (Pfingsten dazwischen)

23.5.: Blutuntersuchung und Aufklärungsgespräche

24.5.: OP

Mittlerweile 12 Tage seit Unfall vergangen, insgesamt fünf Wochen Gipsschiene

Gut, ich dachte nicht, daß etwas gebrochen ist. Sonst wäre ich wohl gleich ins Krankenhaus gegangen und wäre ganz sicher viel früher operiert worden.

LG

Mona Lisa
 

Kerstin_K

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Du kannst es eh nicht mehr ändern und Du weisst auch nicht, ob der Verlauf dann anders gewesen wäre. Wenn die Ärzte eine Dringlichkeit gesehen hätte, hätte man die sicher auch an Pfingsten operiert.

Von daher hake das ab und orientire Dich nach vorne.
 

Fairina

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Die OP erst 6 Tage später würde ich trotzdem prüfen lassen. Da haben die entsprechenden Zellen bereits mit Knochenwachstum begonnen.
Bei einem Gelenkbruch ist nicht immer gesagt, das der Schmerz aufhört wenn es nicht bewegt wird. Gerade bei den großen Drehscharniergelenken.
 

Onkel Tom

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Stell dir vor, du stehst wieder dem Arbeitsmarkt zu Verfügung und SB will dir einen Job in einer Postdienststelle
vermitteln und du antwortest ehrlicherweise "Ich weiß nicht, ob ich das schon machen kann, weil ich mir vor xy
das Handgelenk gebrochen habe"..

Da klingelt es gleich beim SB im Kopf "Arbeitsmedizinischen Dienst" einschalten.

Du kannst dich zwar bis zu einem Punkt dagegen wehren, macht jedoch in manchen Fällen (teilweise) wenig Sinn,
zumal Du ohne "Prüfung gesundheitlicher Einschränkungen" Probleme mit der "Zumutbarkeit" bekommen kannst..

(Bewerbungsstress und damit verbundener Sanktionsfallen lass nach..)

Je nach dem, wie die Befunde so sind (möchte ich hier nicht genau wissen !), halte ich es für besser,
die RV mit ins Boot zu nehmen. Die werden sich schon bemühen, das Du nicht zum "Sozialfall" wirst :wink:

Sollte der Ärztliche Dienst ins Spiel kommen, bitte nicht sofort etwas unterschreiben, sondern erst
hier darüber weiter plaudern, wie weiteres am besten gewuppt werden kann.
Da gibt es auch so einiges zu beachten aber soweit ist es ja noch nicht :wink:
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Du hast aber sehr naive Vorstellungen von den Leistungen der RV.
 

saurbier

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Hallo Onkel Tom,

Die werden sich schon bemühen, das Du nicht zum "Sozialfall" wirst
Die Aussage darf man wohl als Scherz abhaken, oder wie.

Der DRV ist es völlig egal, wovon man wie lebt, hauptsache sie muß nicht zahlen und wenn schon dann zumindest so wenig wie möglich. Wer schon mal wegen seiner Rente mit der DRV gestritten hat, wird dies sehr gut wissen.


Grüße saurbier
 

Onkel Tom

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Ich habe bislang korrekte Erfahrungen mit der RV gemacht, anbei muss man mich auch nicht ernst nehmen..

Hier geht es zunächst um Rehageschichten, nicht um Rente..
 

Mona Lisa

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@ Fairina

Du meinst, ich solle gegen das Krankenhaus vorgehen, wenn Einschränkungen bleiben?

@ Kerstin

Ja, natürlich, was passiert ist, ist passiert. Zähne putzen, essen und Toilettenhygiene mit rechts wären schon super.

@ alle:

Mit Reha meint Ihr sicher eine medizinische? Ergotherapie wäre sicher eine Option, damit ich lerne, mit einer fehlenden Supination auszukommen und zu arbeiten. Oder was meint Ihr mit Reha?

Ich versuche ja schon länger, meine Aufmerksamkeit testen zu lassen, da dies nicht mein erster Unfall ist, den ich selbst verschuldet habe und ich auch sonst ganz viele Fehler mache.

Aber immer geht es um ADS, und dann wird eine ausführliche Testung abgelehnt, da ich die Probleme noch nicht als Kind hatte und ich Abitur und Studium besitze, wobei letzteres Kriterium ich für lächerlich halte.

Dummerweise leide ich noch unter der bipolaren Störung, und da meint der Arzt gerne: Sie haben leichte Depressionen, und da macht man gerne mal Fehler. Grrmpf.

Schon bei fünf Stellen bin ich abgeblitzt. Morgen gehe ich in eine Selbsthilfegruppe für ADS. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen.

Ich fühle mich wie eine tickende Zeitbombe, die irgendwann mal die Treppe runterfällt und sich das Genick bricht.

LG

Mona Lisa
 

Kerstin_K

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Ergotherapie heisst nicht nur, dass man lernt, mit einer Beeinträchtigung umzugehen, das ist genauso Therapie wie Physio.

Ich kenne sogar Leute, die machen, weil sie keine Langzeitverordnung durchbekommen folgendes: Immer im Wechsel ein Rezept Ergo, ein Rezept Physio. Gemacht wird dann in der Therapie durchgängig das gleiche. Aber so müssen sie niemals pausieren.
 

Fairina

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Das habe ich nicht gesagt. Das ist müßig jetzt. Aber du solltest dir und dem Arm Zeit geben. Und den Arzt wechseln, wenn der Probleme damit hat, dir Hilfen zu geben.
 
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