Nach Umschulung sofort in Arbeit aber nach 10 Monaten wieder arbeitslos. Restanspruch ALG1? (2 Betrachter)

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HamburgerJung

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Hallo Forum,

ich habe schon viel recherchiert aber nicht wirklich einen passenden Beitrag gefunden.

Zur Situation: ich habe im Juli 2017 meine Umschulung erfolgreich abgeschlossen und sofort am nächsten Tag angefangen zu arbeiten. Den Restanspruch nach einer Umschulung von 30 Tagen also nicht "genutzt".

Vor zwei Monaten habe ich dann den Arbeitgeber gewechselt und kann dort aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Ich musste von mir aus kündigen, meine Ärztin kann mir aber bestätigen, dass ich das aus gesundheitlichen Gründen tun musste.

Mit etwas Glück kann ich bei meinem alten Arbeitgeber im Juli wieder anfangen, wäre dann aber den Juni über arbeitslos.

Kann ich nun den nicht genutzten Restanspruch, den ich direkt nach dem Umschulung gehabt hätte geltend machen? Gibt es da etwas im Gesetz zu?

Ist ein bisschen ein Sonderfall und ich konnte dazu nichts aktuelles finden.

Für Hilfe wäre ich sehr dankbar.
 

harakduru

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Wenn du aus gesundheitlichen Gründen kündigen musstest und deine Ärztin das bestätigen konnte, warum wurdest du nicht einfach krank geschrieben?
 

HamburgerJung

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Ich bin krank geschrieben (bis Ende des Monats vorerst), habe aber trotzdem eigenständig gekündigt zum Ende des Monats, weil ich nicht meinem Arbeitgeber zur Last fallen will. Der hat mir in dem Sinne nämlich nichts "getan".

Was passiert denn wenn ich weiter krankgeschrieben werde auch über die Dauer meiner Kündigung hinaus? Bestünde dann Anspruch auf Krankengeld?
 

harakduru

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Wenn du eine Sperrzeit erhältst gilt meines Wissens nach der Krankengeldanspruch nicht.

So sehr ich deine Begründung auch verstehen kann, ich kann mir nicht vorstellen, dass das Arbeitsamt diese auch akzeptieren wird.

Meines Wissens nach wirst du in dem Fall auch eine Sperrzeit für den Restanspruch erhalten, d.h. du würdest kein Geld im Juni erhalten.
 

RonnyX

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Kann ich nun den nicht genutzten Restanspruch, den ich direkt nach dem Umschulung gehabt hätte geltend machen? Gibt es da etwas im Gesetz zu?
Um überhaupt Anspruch auf ALG zu haben, musst du innerhalb der letzten 2 Jahre insgesamt 12 Monate sv-pflichtig beschäftigt gewesen sein.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__143.html

Was meinst du mit *geltend machen*?
Wie viele Tage bzw.Monate fehlen dir zu 1 Jahr sv-pflichtig beschäftigt?
 

HamburgerJung

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Danke für eure Antworten.

Ich habe zwischenzeitlich mit der AfA telefoniert und folgende Antwort erhalten, vielleicht hilft sie anderen in meiner Situation.

Ich war vor meiner Umschulung 3 Jahre berufstätigt, hatte also Anspruch auf ALG1. Diesen hat man auch noch 30 Tage im Anschluss an eine Umschulung.

Da ich sofort an dem Tag nach meiner erflogreichen IHK Prüfung angefangen habe zu arbeiten, habe ich diese 30 Tage nicht genutzt.

Diese stehen mir also noch zu und sind noch nicht verjährt.

In meiner Situation kommt nun eben hinzu, dass ich selbst aus der AU heraus gekündigt habe. Meine Ärztin muss mir nun bescheinigen, dass sie mir dazu geraten hat (in meinem Fall aufgrund einer ähnlichen Vorerkrankung) und dann werde ich auch nicht gesperrt.

Nochmals danke für eure Mühe!
 

Katzenfan

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Was passiert denn wenn ich weiter krankgeschrieben werde auch über die Dauer meiner Kündigung hinaus? Bestünde dann Anspruch auf Krankengeld?
Ja, dann bekämst Du Krankengeld, dessen Höhe auf der Grundlage Deines letzten Gehalts berechnet wird.

Krankengeldrechner:
https://www.finanz-tools.de/krankengeldrechner.php

Nach § 47 SGB V beträgt das Krankengeld 70 % des zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit erzielten Bruttoarbeitsentgelts (Regelentgelt).
...
Bei der Krankengeldberechnung erfolgt noch zusätzlich eine Begrenzung auf 90 Prozent des erzielten Nettoarbeitsentgelts. Von daher hat immer eine Vergleichsberechnung zwischen dem Regelentgelt (70 % des Bruttoarbeitsentgelts) und 90 Prozent des Nettoentgelts zu erfolgen. Der in der Vergleichsberechnung ermittelte niedrigere Betrag ergibt grundsätzlich den Krankengeldzahlbetrag.

https://krankengeld24.de/berechnung/81-krankengeldhoehe.html

In der Regel ist das Krankengeld also höher als das Arbeitslosengeld, es sei denn, man kann noch einen Restanspruch aus einer früheren Arbeitslosigkeit geltend machen, der auf einer wesentlich höheren Gehaltszahlung (aus der Vor-Beschäftigung) beruht.

Will heißen:
Solltest Du zum Ende Deines jetzigen Jobs noch nicht wieder richtig fit sein, musst Du nichts "befürchten", wenn Du noch länger AU geschrieben wirst.
 
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