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Nach langer Arbeitsunfähigkeit, nun Start einer "Betreuungssache". Wie kann ich dagegen vorgehen?

mindblown

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Hallo Ihr Lieben,

ich brauche dringend euren Rat, ich bin am verzweifeln!

Kurz zur Vorgeschichte...

Ich bin seit einigen Monaten aufgrund von Depressionen AU geschrieben. Ich befinde mich auch schon seit längerer Zeit in Therapie.
Nachdem ich bereits 3 Monate AU war, trudelte mir eine Einladung zum Beratungsgespräch vom JC ins Haus. Es geht um die Einschaltung des ärztlichen Dienstes.
Dazu solle doch eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen werden. Bei nichterscheinen bräuchte ich eine Wegunfähigkeitsbescheinigung.
Da ich mich schon häufiger hier im Forum belesen habe, wusste ich, dass eine EGV bezüglich der Einschaltung des ärztlichen Dienstes nicht notwendig ist.
Es sei auch erwähnt, dass ich noch keine unterschriebene EGV habe. Um mir die erneute Tortur bezüglich EGV zu ersparen ( der Stress den das verursachen kann hat mitunter dafür gesorgt das die Depression in dem Maße wieder ausbrach)
hat mir meine Therapeutin die geforderte WUB ausgestellt. Danach gab das JC erst einmal Ruhe. Ich rechnete damit, dass dann irgendwann eine direkte Vorladung zum ärztlichen Dienst eintreffen würde. Falsch gedacht!


Heute, nochmal ca 2 Monate später trifft mich der Schlag.
Es schreibt mir nicht das hiesige Jobcenter, sondern das Amts/Betreuungsgericht.
In meiner "Betreuungssache"!? prüft das Gericht ob mir ein Betreuer bestellt werden solle.
Angelegenheiten im Bereich Vermögenssorge, Wohnungsangelegenheiten sowie Behördenangelegenheiten kämen in Frage.
Es wurde durch Beweisbeschluss( ich frage mich WELCHER Beweis, die WUB?!) eine Ärztin damit beauftragt, zu begutachten ob ein derartiger Betreuer für mich in Frage käme.
Ein Schreiben dieser Sachverständigen habe ich auch erhalten.(teilweise handschriftlich ausgefüllt,sehr unseriöse Mailadresse) Sie möchte mich nächste Woche bei mir zu Hause besuchen und mich ca 1 Stunde lang begutachten. (Ist für mich aufgrund meiner Symptome sehr unangenehm und nahezu unmöglich). Ich habe kein Problem zu einem Arzttermin zu gehen, die WUB bezog sich nur auf das Jobcenter.
Desweiteren soll die Betreuungsbehörde noch einen Sozialbericht!? über mich anfertigen? Dazu ein kleiner Hinweis, dass diese sich demnächst auch bei mir melden wird.
Zu guter letzt wird mich das Gericht nun auch persönlich anhören wollen um eine Entscheidung bezüglich meiner Betreuung zu treffen.
Dazu soll ich noch einen Antwortbogen ausfüllen und dem Gericht zurücksenden.

Soweit erstmal dazu. Ich bin total baff, und weiss nicht was ich machen soll. Ich habe von so etwas noch NIE gelesen bzw. gehört. Wie gesagt, ich hatte ja eine Einladung zu einem Amtsarzt erwartet, aber so etwas?

Eine Betreuung kommt für mich überhaupt nicht in Frage, dass müsste das Jobcenter auch teilweise selbst wissen. Meine Schreiben sind fristgerecht, ordentlich etc. Auch zu Hause komme ich klar, also ich biete dem Jobcenter, bzw dem Gericht KEINEN Anlass zu glauben, dass für mich eine Betreuung in Frage käme. Für mich sieht das (mal wieder) nach einer Schikane seitens des JC aus. Hauptsache nochmal reintreten, wenn es leuten sowieso schon beschi**en geht...

Nun Frage ich euch. Was soll ich nun machen? Ich bin schlichtweg überfordert. Diese ganze Szenerie, die das JC da in Gang gesetzt hat soll sich auflösen. :( Ich bitte und hoffe um euren Rat.

Mindblown
 

Larsson

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Was soll ich nun machen? Ich bin schlichtweg überfordert. Diese ganze Szenerie, die das JC da in Gang gesetzt hat soll sich auflö
Ruhig bleiben. Das ist alles nicht schlimm. Die werden dir sicher keine Betreuung "aufdrücken", so etwas kostet eine Menge Geld, wenn Gutachter und Behörde den Eindruck haben, dass du allein deinen Kram regeln kannst.
Ich hatte selbst mal eine Betreuung angestrebt, weil ich halt nicht mehr in der Lage war etwas zu regeln. Das wurde aus einer Klinik heraus beantragt. Ich musste zu einer Stelle der Gemeinde und mein Anliegen einer Sozialarbeiterin erklären. Diese hat dann eine Begutachtung beim Gesundheitsamt beantragt. Ich durfte selbst entscheiden, ob ich selbst zur Gutachterin gehe ider diese zu mir nach Hause kommt. Und auch für den Gerichtsbeschluss durfte ich entscheiden ob die Richterin zu mir kommt oder ich zum Gericht gehe.
 

gila

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Da hauts dir nen Vogel aussi - wie der Bayer sagt :oops:

Du "klingst" definitiv nicht so, als ob du nach einer gesetzlichen Betreuung lechzt ...

Vielleicht wäre eine "höfliche" Möglichkeit mal, dem Gericht ein gut formuliertes Schreiben zu senden,
dass man "sehr erstaunt" ist über das Schreiben und VERMUTET, dass es sich hier um einen IRRTUM handelt.
Denn auf keinen Fall ist bei der eine gesetzliche Betreuung je ein Thema gewesen - zwar wärest du schon länger
erkrankt und in Behandlung - aber auch deine Ärztin/Therapeutin sei hier äußerst "irritiert".

Du möchtest gern - möglichst innerhalb der nächsten 8-10 Tage - eine aufklärende Antwort, ob es sich um einen
Irrtum handelt oder ggf. WER hier einen Anlass gegeben hat, solcherart fälschlicher Dinge über dich zu verbreiten und
ein Betreuungsverfahren zu initiieren.
Dir wäre hierüber nichts bekannt - und sollte es sich um eine böswillige Unterstellung handeln, möchtest du gern
deine dir zur Verfügung stehenden Rechtsmittel hiergegen und die jeweilige Person nutzen.

Bevor die Angelegenheit nicht umfassend geklärt ist, seiest du nicht bereit, für einen Termin zur Verfügung zu stehen - schon gar nicht in deiner Wohnung.


Termin setzen für Antwort - umgehend mit deinen Ärzten und Therapeuten darüber reden! Vorwarnen und abchecken!
Beigefügten Bogen erstmal NICHT ausfüllen!
Vielleicht sprichst du mal beim örtlichen VDK vor oder anderem Sozialverband?

Ruhig bleiben. Das ist alles nicht schlimm. Die werden dir sicher keine Betreuung "aufdrücken", so etwas kostet eine Menge Geld, wenn Gutachter und Behörde den Eindruck haben, dass du allein deinen Kram regeln kannst.
Ich hatte selbst mal eine Betreuung angestrebt, .......
Das ist was GANZ anderes! Hier wurden wohl Mühlen hinter dem Rücken in Gang gesetzt und irgendjemand
muss dafür verantwortlich sein!
Und WEHE DEM, ein Jobcenter hätte hier seine Kompetenzen überschritten!

Ja wo samma denn! :mad:

Da sich das JC offensichtlich wegen EGV und ÄD nicht mehr gezuckt hat, ist erstmal wohl hier kein Handlungsbedarf deinerseits. Wenn die was WOLLEN, sollen die nach Vorschrift vorgehen und einen Termin beim ÄD veranschlagen!
 

mindblown

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Hallo, zunächst vielen Dank für die schnellen Antworten.

@Sprotte Danke für die Links, werde mich da mal einlesen. Ich hoffe ich komme um einen Anwalt drumrum.
So ein Justiz und Behördenmarathon wäre/ist ein Alptraum für mich.

@Larsson Ich sehe es wie Gila. Ich finde es eine Frechheit, dass hinter meinem Rücken so ein Verfahren initiiert wird und das ohne mögliche vorhandene Begründung (außer der WUB, was absolut lächerlich ist).
Ich möchte dieses doofe Verfahren also garnicht über mich ergehen lassen müssen.

@gila Nachdem die erste Empörung/Erregung/Wut/Verzweiflung sich ein wenig gelegt hat, war dein Vorschlag auch in etwa das, an was ich gedacht hatte. Ich denke es ist eine gute Idee ausschließlich mit dem Gericht in Kontakt zu treten, und die Gutachterin sowie das vermutlich bald eintrudelnde Schreiben der Betreuungsbehörde zu ignorieren - hab ich ja nicht veranlasst... .
Einem Sozialverband und dem VDK gehöre ich (noch) nicht an. Eines meiner Hauptsymptome ist die Isolation. Ich gehe darum die meisten Dinge bevorzugt allein an. (Gott sei Dank gibt es dieses Forum! Danke!)
Werde auch umgehend meinen Therapeuten darüber informieren und die Sache auch noch einmal mit ihm besprechen.

Ich frage mich einfach wie das möglich war, dass das Gericht überhaupt diese Überprüfung in Erwägung zieht. Es gibt und gab überhaupt KEINEN Anlass ausser der WUB. Das geht mir einfach nicht in den Kopf. Mir liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Institutionen unter einer Decke stecken. Man kann doch nicht einfach ein Gericht zu so etwas animieren, ohne überzeugende Beweise vorzulegen. Wenn weitere Leser noch Erfahrungen haben, immer her damit.

(wirklich) Mindblown
 

Kreativlos

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Könnte es nicht vielleicht sein, dass Dein Therapeut das ganze angeleiert hat? Hat er während der Therapie mal irgendwas in Richtung Betreuung angedeutet?

Nachtrag: Ich traue den Jobcenter ja so einiges zu, aber auch Psychotherapeuten traue ich so einiges zu.
 

Kerstin_K

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Eine Betreuug anregen kann jeder, und dann geht das Betreuungsgericht eben der Sache nach.

Es gibt eine Möglichkeit, wie Du der Sache blitzschnell ein Ende bereiten kannst. eine Vorsorgevollmacht.

Also eine Person Deines Vertrauens bevollmäcjtigen für den Fall, dass Du Deine angelegenheiten nicht mehr selber regeln kannst. Bevor eie Betreuung angeordnet wir, musst Du ommer von einem Richter angehört werden. Sobald Du dem die Vorsogevollmacht vorlegst ist Ende im Gelände.
 

mindblown

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@Kreativlos das halte ich für ausgeschlossen. Bin schon lange bei ihm in Behandlung und kann mir das überhaupt nicht vorstellen.

Ich habe mir mal die links angeschaut welche Sprotte verlinkt hat. Es scheint ja sehr leicht und von Jedermann möglich zu sein so ein Verfahren in die Wege zu leiten.
Das Gericht ist dann quasi dazu verpflichtet dem nachzugehen. Hätte ich nicht gedacht. Also aus meiner Sicht kann es nur das Jobcenter gewesen sein, gerade bei der Vorgeschichte.
Habe auch Hoffnung geschöpft, dass nach einem höflichen Schreiben ans Gericht ( a la Methode gila) die Sache eingestampft wird, da daraus ja ersichtlich wird, dass ich noch für mich selbst sorgen kann.
Werde morgen mal so ein Schreiben verfassen und raushauen. Und dann heißt es wohl abwarten...

Mindblown

edit.

@Kerstin_K das ist gut zu wissen. Besteht dann aber nicht das Risiko, dass der nette Herr SB sagt mein Bevollmächtigter könne dann die Termine wahrnehmen? :)
 

Kerstin_K

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Nein, die Vorsorgevollmacht geht Deinen SB nichts an. Der muss das gar nicht wissen. Und wann die greift, also wann er die einsetzt, dass entscheidet die Person, die Du bevollmächtigst. Man bestimmt mit so einer Vollmacht, wer die Angelegenheiten regeln soll, wenn man es selber nicht mehr kann. Nur mal einen Termin nicht warhrnehmen können, weil man krank ist, reicht dafür aber nicht aus. Das kann man aber auch etsprechend absprechen mit der bevollmäctigten Person. Das sollte sowieso jemand sein, dem man voll vetraut.

Eigentlich sollte so eine Vorsorgevollmacht jeder haben. Es kann ja ganz plötzlich passieren, dass man seine Sachen nicht mehr selber Regeln kann, Schlaganfall, Unfall......Dann sind oft auch die Krankenhäuser ganz schnell mit dem Anregen einer Betreuung, weil ja Einwilligungen für Eingriffe unterschrieben werden müssen zum Beispiel.

Es gibt ein Vorsorgeregister, dort kann man eine Vorsorgevollmacht hinterlegen. Kostet glaube ich 10 EUR oder so. Dort schaut das Betreuungsgericht als erstes nach und wenn da was hinterlegt ist, ist die Sache sofort erledigt.

Einer Freundin von mir ist folgendes passiert: Sie ist von Geburt an schwerbehindert, vor allen Dingen körperlich, sie hat aber auch leichte geistige Einschränkungen, sie kann nicht gut rechnen. Aber das kann sie so gut kompensieren, dass ich das jahrelang nicht gemerkt habe. Im Alltag kommt sie gut alleine zurecht und wenn sie wirklich mal Hilfe braucht, hat sie nette Nacharn, Freunde und Bekannte, die sie fragen kann.

Ihre Eltern haben ein Haus gebaut und abgezahlt und von Anfang an festgelegt, dass sie das mal erben soll. Erst hat sie mit beiden Eltern in der grossen Wohnung gewohnt und die Einliegerwohnung war vermietet, nach dem Tod ihres Vaters ist sie mit ihrer Mutter in die Einliegerwohnung gewogen und die grosse Wohnung wurde vermietet, vor einigen Jahren ist ihre Mutter verstorben und das Haus fiel an sie. Ihre Geschwister haben etwas Barvermögen bekommen.

Einer ihrer Brüder war damit nicht einverstanden und der war sowieso immer so drauf, dass er meinte, er sei etwas besseres und dass er sich für seine behinderte Schwester schämen müsste. Er sahh seine Chance gekommen, sich jetzt das Haus unter den Nagel zu reissen, auf dass er schon lange scharf war und hat dann eine Betreuung für deine Schwester angeregt.

Die Richterin kam zu meiner Freundin nach Hause, um mit ihr zu sprechen. Sie hatte sich eine Nachbarin als Zeigin dazugeholt. Die Richterin war sehr freundlich und als meine Freundin die von ihr erstellte Vorsorgevollmacht vorgelegt hat, hat sie nur gesagt, dann sei ja alles geregelt und meiner Freundin noch den Tipp mit dem Vorsorgeregister gegeben. Da es offensichtlich war, dass der Antrag des Bruders mutwillig war, hat der auch noch Ärger bekommen und musste den Spass bezahlen.
 

ela1953

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Ja, das geht schnell mit amtlicher Betreuung.
Meinen Nachbarn wollte ein Krankenhaus in ein Heim abschieben. Und vom Amtsgericht kam ein Fragebogen wegen Einkommen, Grundbesitz, Haus und Vermögen. Danach sollte berechnet werden, wieviel er für die Betreuung zu zahlen hat.
 

Kerstin_K

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So schlimm ist das nicht. diesen Bogen hat meine Mutter auch einemal imJahr bekommen. Bis zu ic glaueb 25.000 EUR Vermögen zahlt man pauschal 50 EUR Gerichtsgebühren im Jahr.

Ich weiss allerdings nicht, was an Vergütung für den Betreuer noch dazu kommt. Ich hätte mich in Grund und Boden geschämt, wenn ich meiner Mutter für die Betreuung Geld abgenommen hätte.
 

mindblown

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Sooo, habe ein Schreiben fürs Amtsgericht fertig gestellt und rausgefaxt. Inhalt deckt sich mit dem, den Gila vorschlug.
Antwortbogen liegt noch unangetastet hier. Ich frage mich ob ich mit "
und sollte es sich um eine böswillige Unterstellung handeln, möchtest du gern
deine dir zur Verfügung stehenden Rechtsmittel hiergegen und die jeweilige Person nutzen."

nicht ein zu großes Fass geöffnet habe.
Jetzt heisst es erstmal abwarten und Tee trinken.

Da es offensichtlich war, dass der Antrag des Bruders mutwillig war, hat der auch noch Ärger bekommen und musste den Spass bezahlen.
Na das wäre ja ein Happy End in meinem Fall.
 

gila

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Je länger ich über diese Sache nachdenke, desto mehr erschreckt mich diese ganze Geschichte eigentlich muss ich sagen.

Wenn deine Darstellungen über dich selbst und deine Situation den Tatsachen so entsprechend wie man es hier lesen kann, und du - ich sage jetzt mal "nur" wegen Depressionen schon länger erkrankt bist und weder für deinen behandelnden Arzt noch für deinen Therapeuten eine erkennbare Einschränkung in deinem täglichen Handeln, in deiner eigenen rechtlichen Vertretung sprich auch in deiner Mündigkeit und Eigenständigkeit gibt, oder gravierende Selbstmord Tendenzen... Dann finde ich es mehr als erschreckend, wenn dann plötzlich so ein in meinen Augen schon gewaltiger Eingriff in deine Persönlichkeitsrechte und auch in dein privates Leben stattfindet.

Vor allem weil hier schon gleich Druck gemacht wird dich zu Hause zu besuchen und das durch einen Arzt oder Gutachter, noch bevor man ein milderes Mittel versucht hat, nämlich dich erst einmal in Kenntnis setzen dass dem Amtsgericht hier etwas zugetragen wurde und sie möchten deine schriftliche oder persönliche Stellungnahme dafür haben.

Ganz davon abgesehen, dass es deiner Erkrankung - gerade Depression - mit Sicherheit nicht zuträglich ist mit einer solchen amtlichen Kanone wie einer quasi Zwangs Bevormundung auch noch konfrontiert zu werden.

Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, wenn es keine konkreten Gründe auch für irgendjemanden in Deinem Umkreis gibt, hier irgendwelche BERECHTIGTEN Sorgen oder Ahnungen oder was auch immer zu haben, dass man zum Amtsgericht laufen muss und hier gleich einen wirkliches Fass aufgemacht wird, um eine Ungeheuerlichkeit handelt... durchaus dann mit evtl. strafrechtlicher Relevanz.
Sollte hier durch das Jobcenter die Initiative ergriffen worden sein, wäre das für mich morgen schon ein Fall für die Presse...

wie gesagt ich kann es nur so beurteilen nach dem was ich von dir an Informationen und zu lesen bekomme und auch nur genau darauf 1 zu 1 mir eine Meinung bilden.
 

gila

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Von meinem Rechtsempfinden müsste das schon so sein, denn es könnte sich ja um einen Tatbestand der üblen Nachrede Verleumdung Rufmord weiß der Geier was man da hier anziehen könnte handeln und vielleicht auch um eine böswillige Handlung, mit der jemand der sowieso schon mit Depressionen zu tun hat auch schwer geschadet werden kann.
Wenn ich überlege, wenn sowas damals bei den schweren Schikanen die meine Schwester durch ein Jobcenter erleiden musste, bei der sie sogar ihre heißgeliebte Stelle verloren hat weil sie psychisch krank gemacht worden ist passiert wäre...
 

Sprotte

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Je länger ich über diese Sache nachdenke, desto mehr erschreckt mich diese ganze Geschichte eigentlich muss ich sagen.
......es ist mehr als erschreckend,wenn einem klar wird,das selbst der Postbote eine Betreuung anregen kann oder der Nachbar.
Bloss gut,das viele Menschen nichts davon wissen.
Wie hoch der Missbrauch wohl wäre.........

Keine Ahnung, ob man Anspruhc darauf hat, das zu erfahren.
Als Verfahrensbeteiligter hast du Anspruch auf Akteneinsicht.Dein Anwalt sowieso.

Wäre ich der TE,würde ich jetzt schon mal vorsorgen,das ich im Falle eines Falles professionelle Hilfe abrufen kann.....schliesslich ist es ein Unterschied,ob jemand eine Betreuung beantragt oder ob sie von Dritten angeregt wird.
Viele Dinge kann man alleine regeln,gar keine Frage.....bei manchen Dingen ist es besser nicht alleine zu sein :
Betreuungsrecht,PsychKG.........
 

Sprotte

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Die Beste Vorsorge ist wie gesagt die Vorsorgevollmacht.
Eigentlich schon........sie kann angegriffen werden,wenn z.b. ein Gutachter behauptet,das du zum Erstellungszeitpunkt nicht über deinen "freien Willen" verfügt hast,also gar nicht geschäftstfähig warst : BGB § 104 .
Dann wäre die Vollmacht hinfällig und das Gericht setzt einen Betreuer ein,das passiert auch,wenn der eigentlich Bevollmächtigte nicht will.

Gegenmassnahme gegen den "Worst Case" wäre z.B. a. ein Attest (d)eines Arztes,der deine Geschäftsfähigkeit und damit deinen "freien Willen" zu diesem Zeitpunkt bescheinigt und b. ein Ersatzbevollmächtigter.
 

mindblown

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Der Wissenstand des Jobcenters ist lediglich, dass ich lange krank bin und eine Therapie mache. Das mit der Therapie ist irgendwie in die WUB gerutscht, das wollte ich eigentlich nicht, da es die Herrschaften dort nichts angeht. Aber ich wollte auch nicht meinem bemühten und hilfsbereiten Therapeuten sagen, das er was ändern soll. Also hab ich das mal so hingenommen.Vielleicht ein Fehler. Allgemein gebe ich dem Jobcenter nur die nötigsten Informationen. Also offiziell bin ich nur länger Erkrankt und mache Therapie. Ich bin zwar sehr eingeschränkt da ich mich halt isoliere bzw. mit anderen Worten zu Hause einsperre und Kontakte meide, kann aber dennoch nicht von einer Einschränkung meiner Mündigkeit oder Eigenständigkeit reden. Im Gegenteil, es gibt da draußen sicher einige Leute, die sich in diesen Bereichen von mir die eine oder andere Scheibe abschneiden können. Ich gehe auch vor die Tür so ist es nicht, jedoch ist es für mich mit großem Stress verbunden weshalb ich das halt so gut es geht minimiere, fragt mich nicht warum das weiss ich selbst nicht. Um es kurz zu sagen, ich bin WEIT davon entfernt eine Betreuung zu benötigen.


Dann finde ich es mehr als erschreckend, wenn dann plötzlich so ein in meinen Augen schon gewaltiger Eingriff in deine Persönlichkeitsrechte und auch in dein privates Leben stattfindet.

Vor allem weil hier schon gleich Druck gemacht wird dich zu Hause zu besuchen und das durch einen Arzt oder Gutachter, noch bevor man ein milderes Mittel versucht hat, nämlich dich erst einmal in Kenntnis setzen dass dem Amtsgericht hier etwas zugetragen wurde und sie möchten deine schriftliche oder persönliche Stellungnahme dafür haben.

Ganz davon abgesehen, dass es deiner Erkrankung - gerade Depression - mit Sicherheit nicht zuträglich ist mit einer solchen amtlichen Kanone wie einer quasi Zwangs Bevormundung auch noch konfrontiert zu werden.
Ja für mich war das erstmal ein schlechter Scherz als ich den Brief gelesen habe. Wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll. Zumal oben schon steht "IN IHRER BETREUUNGSSACHE". Da ist nichts mit antasten oder mal nachfragen ob alles in Ordnung ist, nein nein die Maschinerie ist schon voll im Gange und mitten im Prozess. Alles ist so formuliert als ob ich das jetzt sofort machen MUSS, gleichzeitig schon das Schreiben der Gutachterin dabei welche mir Mitteilt, dass SIE den Termin festgelegt hat und nächste woche zu MIR kommt. Keine Absprache nichts. War halt sehr überlastend, gerade in meinem Zustand. Ich bin schon gestresst und unruhig wenn der Dienstleister 2 Minuten die Heizung ablesen kommt, nur mal als Vergleich...

Gut, man kann es auch so sehen, die wissen ja nicht das ich Depressionen habe, dennoch wäre ein "mal nachfragen" besser als ein "überrollen". Gerade weil man nicht weiß, was der Betroffene hat.

Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, wenn es keine konkreten Gründe auch für irgendjemanden in Deinem Umkreis gibt, hier irgendwelche BERECHTIGTEN Sorgen oder Ahnungen oder was auch immer zu haben, dass man zum Amtsgericht laufen muss und hier gleich einen wirkliches Fass aufgemacht wird, um eine Ungeheuerlichkeit handelt... durchaus dann mit evtl. strafrechtlicher Relevanz.
Sollte hier durch das Jobcenter die Initiative ergriffen worden sein, wäre das für mich morgen schon ein Fall für die Presse...
Mein Umfeld halte ich für ausgeschlossen, ich denke das war ziemlich sicher das JC. Es passt zur Situation und es werden 3 Punkte aufgeführt in denen ich doch betreut werden könnte.
  1. Vermögenssorge
  2. Wohnungsangelegenheiten
  3. Rechts-/Antrags- und Behördenangelegenheiten
Wäre doch ziemlich praktisch für das JC wenn jemand anderes in meinem Namen ins JC marschiert und den ganzen Kram unterschreibt. Konnte mich ja bis Dato gegen EGV und Maßnahme wehren. Auch dank der Hilfe dieses Forums. :) Die haben aber leider den Druck dermaßen erhöht das mir das alles wieder zuviel wurde und meine Erkrankung wieder ausbrach...

Mein Gerechtigkeitssinn stimmt dir auch voll zu, dass man in aller härte rechtlich und von mir aus öffentlich dagegen vorgehen sollte. Aber das ist halt gesundheitlich eine gewaltige Hürde...

......es ist mehr als erschreckend,wenn einem klar wird,das selbst der Postbote eine Betreuung anregen kann oder der Nachbar.
Bloss gut,das viele Menschen nichts davon wissen.
Wie hoch der Missbrauch wohl wäre.........
Ich muss sagen, dass hat mich auch sehr verwundert.


Ich denke das beste was ich tun kann für mich ( und meine Gesundheit ), ist erstmal runterkommen und schauen was das Gericht antwortet. Ob Sie sagen wer es veranlasst hat, ob es eingestellt wird, und und und...
Sollte es nicht eingestellt werden, was ich kaum glauben kann, da mein Schreiben sehr wohl darstellt, dass ich mich um Behördenkram kümmern kann, werde ich mir sicherheitshalber auch eine Vorsorgevollmacht zulegen. Soll ja soweit ich weiss relativ fix möglich sein. Sollten alle Stricke reißen (bitte nicht), komme ich wohl nicht drumherum mir zusätzlich rechtlichen Beistand zu suchen.

Mal schauen. Erneut vielen Dank für eure Beteiligung, hilft mir sehr!

Mindblown
 

gila

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Gut, man kann es auch so sehen, die wissen ja nicht das ich Depressionen habe, dennoch wäre ein "mal nachfragen" besser als ein "überrollen". Gerade weil man nicht weiß, was der Betroffene hat.
Das wäre das MINDESTE!

Ich kenne deine Problematiken sehr gut (Tochter mit psych. Behinderung und Depressionen) - in schlimmen Zeiten hat sie sich auch eine Bescheinigung geholt, dass sie während Behandlung und AU nicht in der Lage ist, an Terminen beim JC teilzunehmen.
Hätte hier einer gleich eine Betreuungsmühle angezettelt, wäre sicher schlimmes passiert!

Was wurde denn in deiner WUB formuliert? Kann sich hier ein eifriger Scherge gedacht haben: Oh ... die kann "nix regeln" - aber ich will ja uuuunbedingt was von ihr (weil ich nicht abwarten kann, und ne EGV abschließen will)? und dann aufgrund seiner übermächtigen psychiatrischen Kompetenz hier eine Mitteilung ans Gericht geschickt haben? Oder weil er denkt, du "simulierst" womöglich?

Ich würde unbedingt auf Akteneinsicht bestehen - such dir juristische Unterstützung (VDK oder ähnlich) und WENN da im Namen des Jobcenters was angeleiert wurde, würde es von MIR sowas von Gegenwind geben - und zwar auch ganz persönlich gegen den Jeweiligen, wenn sich das als rechtswidrig und grenzüberschreitend darstellt!
Wäre sicher auch hier für die Forumsleitung interessant, da nachzuleuchten!

Wo simmer denn? Sowas kennt man eigentlich nur aus Erzählungen von Omma und Oppa über dererlei
Willkürlichkeiten so vor 70, 80 Jahren?
Geht ja GAR nicht!

Puh - ich muss an die frische Luft!!!
 
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