Nach Klage eines Erwerbslosen urteilt das Bundessozialgericht, Bonuszahlung bei Stromanbieterwechsel darf zum Großteil als Einnahme angerechnet werden.

ZynHH

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Ist das nicht eigentlich ein zinsloses Darlehen? Er spart dadurch ja nichts. Er hat gewechselt um die 242€ in bar zu haben, nicht um einen günstigeren Tarif zu haben. Meiner Meinung nach eine Milchmädchenrechnung, da die Boni in der Regel vom Kunden selbst durch höhere kwh-Preise und Grundgebühr gezahlt werden.... War das nicht bei anderen Boni, z.b. telefonverträge auch schon so?
 

Piiiter

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Nein, so ist das nicht immer.
Früher bin ich regelmäßig zu Anbietern gewechselt, die einen Wechselbonus offerierten.
Die Preise für Stromverbrauch und Grundgebühr waren durchaus vergleichbar mit anderen Anbietern, welche keinen Wechselbonus anboten.
Durch jährliches Wechseln konnte ich zwischen 100-190€ sparen, der Bonus, ob Wechsel- oder Neukundenbonus machte sich durchaus bezahlt.
Kann sich jeder bei Stormvergleichsportalen anschauen. Der Bonus ist meistens wirklich ein Bonus, der Preis aber gleich.
 

Larsson

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Man sollte nicht mit anderen Anbietern vergleichen. Man sucht sich Anbieter X und bei dem vergleicht man die Preise mit und ohne Bonus. Ich habe da noch keinen gefunden, bei dem ich mir den Bonus nicht selbst gezahlt hätte. Genauso verhält es sich mit Sachprämien wie z.B. Handy und Co.
Insofern bin ich da ganz bei ZnHH
 

Piiiter

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Nein. Bei Stromwechsel nicht.
Macht euch erstmal schlau bevor ihr was schreibt :)
Die Tarife für Grundgebühr und Monatspreis sind vergleichbar. Der Neukundenbonus ist bei Strom in der Tat ein Bonus. Das Vertragsunternehmen rechnet damit, dass der Kunde bei dem Unternehmen bleibt und nicht nach einem Jahr wieder wechselt.

Ich habe im Schnitt 450€ Stromkosten pro Jahr. Durch Wechsel- und Neukundenbonus habe ich teilweise nur 250-350€ effektiv im Jahr gezahlt, danach aber sofort gewechselt, bevor es im 2. Jahr teurer wird!

Guckt es euch (wo immer ihr wollt) an und vergleicht.
 

avrschmitz

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Ich habe vor einigen Jahren bei meinem Anbieter nachgefragt, was die am Preis machen können. Gleichzeitig habe ich denen mitgeteilt, dass ich bei einem Wechsel zu Anbieter XY einen Bonus von 150€ bekommen würde. Plötzlich hatte man den Tarif so angepasst, dass ich auf dasselbe gekommen bin. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es da auch einen Bonus, der mit den Abschlägen verrechnet wurde. Also kein Einkommen und trotzdem günstigeren Strom.

Dabei fällt mir ein, dass ich das vielleicht bald wieder machen sollte.
 

ZynHH

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Nein. Bei Stromwechsel nicht
Natürlich spart man beim Wechsel des Anbieters. Man spart aber noch mehr, wenn man auf den Bonus verzichtet.
Das ist meine Erfahrung. Wenn ein Anbieter günstige Preise +Bonus anbietet, ist er noch günstiger, wenn man auf den Bonus verzichtet. Mir sind niedrige Grundpreise und KW/h wichtiger als ein Bonus.
Viele Bonus-Anbieter zahlen diesen mittlerweile sogar nur noch, wenn man das zweite teurere Jahr dortbleibt.

Ich schaue auch auf Vergleichsportalen, aber abschliessen tue ich dann direkt beim Anbieter, was in der Regel nochmal günstiger ist.
Ich mach das nun schon viele Jahre, beim Telefon/DSL genauso.
 

Piiiter

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Dann hast du merkwürdige Erfahrungen gemacht :)
Mit Wechselbonus kann man extrem sparen, wenn man nach einem Jahr, bevor es teurer wird, wieder den Anbieter wechselt.
Das bestätigt sogar die Verbraucherzentrale :cheer2:
Egal welchen Anbieter du raus suchst, ich wette den kann ich mit Bonuszahlungen im 1. Jahr um mindestens 100€ im Gesamtpreis unterbieten. Und genau aus diesem Grund hat das Gericht so entschieden, da es in der Tat eine Bonuszahlung ist die unabhängig vom Strompreis existiert.
 

götzb

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Also immer diese Art von Verträgen nehmen, wo der Bonus mit der Stromrechnung verrechnet, und nicht bar ausgezahlt wird.
Oder Amazon Gutscheine, da jene auch nicht zu Bargeld gemacht werden können.

Aber das JC MK ist berühmt berüchtigt, als Art von Fisimatenten.
 

Larsson

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Also ich habe mal schnell verglichen.
mit Bonus:
Grundgebühr monatlich 22,32€
kWh 26,49

gleicher Anbieter ohne Bonus
Grundgebühr monatlich 8,50€
kWh 24,34

Soll mir mal einer erzählen, dass ich mir den Bonus nicht selbst zahle.

Man darf halt nicht verschiedene Anbieter vergleichen, sondern den gleichen Anbieter mit und ohne Bonus.
 

romeo1222

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Finde das Urteil auch fragwürdig. Schließlich reichen die gezahlten Stromkosten, die im Regelsatz enthalten sind, in der Regel nicht aus.

Bin froh dass wir derzeit einen günstigen Anbieter haben, der eine geringere Grundgebühr sowie geringeren Strompreis verlangt als Bonus für Neukunden im ersten Jahr und keine Geldüberweisung.
 

Piiiter

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Also ich habe mal schnell verglichen.
Man darf halt nicht verschiedene Anbieter vergleichen, sondern den gleichen Anbieter mit und ohne Bonus.
Was macht es für einen Sinn nur einen Anbieter zu vergleichen?
Wenn du mit anderen vergleichst wirst du durchaus 100+€ sparen können.

Aber nur für dich... Wenn du mir kwh/cent/grundpreis/gesamtpreis nennst dann nutze ich extra für dich mal eine Vergleichsseite :cheer2:
 

Larsson

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Was macht es für einen Sinn nur einen Anbieter zu vergleichen?
Wenn du mit anderen vergleichst wirst du durchaus 100+€ sparen können.
Weil man dann genau sieht, dass der Bonus ein Fake ist. Und das ist bei allen Anbietern so. Es mag Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern geben. Aber man sollte immer auf die Grund- und Arbeitspreise eines Anbieters schauen und zwar einmal mit und Bonus berechnen lassen. Dann stellt man unweigerlich fest, das man sich den Bonus selbst zahlt.
 

Uhus

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Liegt eigentlich das komplette BSG-Urteil samt Begründung schon vor? Bis dahin verweise ich mal kurz auf meinen Beitrag #27 in einem Parallelthema.

Soweit verfügbar könnte man auch auf Boni ausweichen, die nicht in Form von Geld, sondern als Sachleistungen gezahlt werden. Das kann, juristisch abgesichert über § 11 SGB II, seit August 2016 behalten werden. Bei einer Kontoeröffnung erhielt ich einst einen hochwertigen Hartschalenkoffer von Samsonite.
 
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Piiiter

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Wenn du bei deinem Anbieter 500€ im Jahr zahlst, bei einem anderem mit Bonus aber nur 400€, dann zahlst du also den Bonus selbst :)
Köstlich. Jetzt verstehe ich auch warum soviel Bonus gezahlt wird, weil kaum einer fähig ist richtig zu vergleichen.
 

Larsson

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Wenn du bei deinem Anbieter 500€ im Jahr zahlst, bei einem anderem mit Bonus aber nur 400€, dann zahlst du also den Bonus selbst :)
Köstlich. Jetzt verstehe ich auch warum soviel Bonus gezahlt wird, weil kaum einer fähig ist richtig zu vergleichen.
Wenn ich bei Anbieter x
mit Bonus eine Grundgebühr habe im Jahr von 267,84€
während die Grundgebühr vom gleichen Anbieter ohne Bonus 96€ ist, dann habe ich im Falle mit Bonus 171,74€ mehr bezahlt, wo mit einem Wechselbonus von 160€ geworben wird. Die Rechnung ist doch ganz einfach. Du hast also 171,74€ mehr Grundgebühr bezahlt und bekommst 160€ zurück, ich sehe da keinen Bonus.

Du kannst gerne verschiedene Anbieter vergleichen, mache ich auch. Aber ich Vergleiche nur ohne Bonus. Meist stelle ich dann fest, dass der Wechselstress sich wegen 20€ im Jahr meist nicht lohnt, zumindest in der Sparte Strom. Bei Gas kann man eher mal was einsparen, selbstverständlich ohne Bonus.
 
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Uhus

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Nicht vergessen: Stromanbieter schließen inzwischen öfter keine Verträge mehr mit allzu wechselwütigen Kunden ab. Das Modell, immer nur kurz den Bonus abzufassen, um danach sofort zum nächsten Anbieter weiterzuziehen, dürfte damit an eine Grenze gelangen.
 

Piiiter

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Ja, das ist richtig.
Man kann aber beim Netzbetreiber/Grundversorger die Wechselhistory löschen lassen ;)

@Larsson Wenn du bei einem mit Bonus insgesamt 100€ weniger zahlst, hast du 100€ gespart. Ich geb's auf...
 

Uhus

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@Larsson Wenn du bei einem mit Bonus insgesamt 100€ weniger zahlst, hast du 100€ gespart. Ich geb's auf...
Das schon. ABER, Vorsicht:
Viele Bonus-Anbieter zahlen diesen mittlerweile sogar nur noch, wenn man das zweite teurere Jahr dortbleibt.
Spätestens dann zahlt man seinen Bonus selbst und insgesamt mehr, als es ohne Bonus nötig gewesen wäre. So manche AGB sind diesbezüglich very tricky.
 

Piiiter

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Ja, bisher hatte ich immer Glück. Auch studiere ich die Vertrags/Bonusbedingungen immer sehr genau.
Sogar der Ultrabonus von 175€ kam pünktlich nach einem Jahr Belieferung, so dass ich im nächsten Monat ohne Sorge wechseln konnte. Das war damals fast die Hälfte meiner Jahresrechnung.
 

matze111

Neu hier...
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Hi, vielleicht verstehe ich das Urteil falsch! es steht dort das der Sofortbonus nicht angerechnet werden würde,
wenn man Vorauszahlungen (hoch genug) geleistet hätte.

https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2020/2020_10_14_B_04_AS_14_20_R.html

Die Revision des Klägers hatte keinen Erfolg. Mit dem ihm zugeflossenen Sofortbonus hat er Einkommen erzielt, das zu berücksichtigen war. Denn diesen Bonus erhielt er als eine einmalige Wechselprämie unabhängig vom Stromverbrauch gleich zu Beginn der Vertragslaufzeit. Zudem war er in der Verwendung nicht gebunden. Zwar hat das BSG Rückzahlungen von Stromkosten, die auf Vorauszahlungen in Zeiträumen beruhen, in denen Hilfebedürftigkeit nach §§ 7, 9 SGB II bestand, nicht als zu berücksichtigendes Einkommen angesehen. Voraussetzung war aber eine wirtschaftliche Konnexität zum Stromverbrauch und den geleisteten Vorauszahlungen, die hier fehlt. Der Sofortbonus kann deshalb auch nicht als antizipierte Rückzahlung aufgefasst werden. Die Sonderregelung des § 22 Abs 3 Halbs 2 SGB II kommt nicht zur Anwendung, weil diese Vorschrift sich nur auf Rückzahlungen und Guthaben aus Vorauszahlungen für Haushaltsenergie bezieht, die hier nicht im Streit stehen.
 

Uhus

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@matze111: Das Urteil B 4 AS 14/20 R ist noch gar nicht frei zugänglich im Internet veröffentlicht worden. Du hast aus dem kurzen Terminbericht des BSG zitiert. Zur abschließenden Beurteilung müsste man den Volltext des Urteils lesen und verstehen. Bis dahin gilt, dass man nur dann mit Boni auf der ganz sicheren Seite ist, wenn diese als Sachwerte bzw. geldwerter Vorteil zufließen.
 
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