Nach Erbe aus ALG2 in Wohngeld wechseln?

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Gegenwind

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Hallo zusammen,

mal angenommen eine Familie lebt von ALG2 (Aufstocker, 900 Euro kommen vom Jobcenter der Rest wird erarbeitet). Die Mutter erbt plötzlich 40.000 Euro. Dadurch würde die Familie ja (zumindest vorübergehend) aus dem ALG2-Bezug raus fallen.

Jetzt habe ich gelesen, das die Vermögens-Freibeträge bei Wohngeld wesentlich großzügiger sind als bei ALG2 (60.000 Euro für die erste und 30.000 Euro für die zweite Person sollten nicht überschritten werden – 40.000 Euro dürfte man also auf dem Konto haben). Das Wohngeld was der Familie zustehen würde, liegt bei etwa 500 Euro wodurch sie „nur“ 400 weniger als im ALG2 hätten.

Wäre es möglich sich zum Stichtag (Todestag oder Tag an dem das Erbe auf dem Konto eingeht?) aus dem ALG2-Bezug abzumelden und direkt Wohngeld zu beantragen?

Wenn die Familie das Geld gewinnbringend anlegt könnte man, mit dem zusätzlichen Einkommen, die 400-Euro-Lücke zwischen ALG2 und „nur Wohngeld“ schließen und das Geld behalten. Ein weiterer Vorteil wäre, das keine Einladungen vom Jobcenter mehr kommen würden.


Ist das so möglich oder ist man, wenn man sich aufgrund einer Erbschaft aus ALG2 abmeldet, auch für Wohngeld gesperrt?

Lg, Gegenwind
 

abcabc

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Hey,
sehe da spontan keinen Haken. Wohngeld ist sogar vorrangig zu beantragen und niemand kann gezwungen werden ALG IIzu beziehen, wenn er/sie das nicht will.

Gibt nur ein riesen Problem: Aus 40k monatlich auf Dauer 400€ zu erwirtschaften durch Aktien etc. pp. ist nahezu unmöglich. Das wären 12% Rendite pro Jahr und da sind noch nichtmal Steuern und Transaktionsgebühren etc. pp. eingerechnet
Wenn man dann noch bedenkt, dass öfter mal was schief laufen wird und es zu Verlusten kommen wird, absolut unmöglich!


Dann eher das Geld taktisch einsetzen: Wohngeld beantragen und Investitionen, die sich für die Zukunft lohnen und so viel als Schonvermögrn beiseite legen wie möglich. Da gibts Online Rechner, wieviel du und deine Frau besitzen dürfen. Als Faustregel Alter x150 +750€. Sobald ihr einen Euro unter der Maximalgrenze seid, wieder ALG II beantragen - falls ihr bis dahin nicht beruflich glück habt und mehr verdient.
 
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Gegenwind

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Gibt nur ein riesen Problem: Aus 40k monatlich auf Dauer 400€ zu erwirtschaften durch Aktien etc. pp. ist nahezu unmöglich. Das wären 12% Rendite pro Jahr und da sind noch nichtmal Steuern und Transaktionsgebühren etc. pp. eingerechnet
Wenn man dann noch bedenkt, dass öfter mal was schief laufen wird und es zu Verlusten kommen wird, absolut unmöglich!

Da gebe ich dir recht ABER: selbst wenn man garnichts an Rendiete bekommt sind 400 Euro monatlich nur 4800 Euro pro Jahr. Wir rechnen auf grund des Grundsatzurteils vom 05.11.2019 mit einer Reform des Sozialsystems. Wenn diese Reform innerhalb von 2 Jahren kommt wäre das Ohne Rendite ein Verlust von 9600 Euro. Damit wären immer noch über 30.000 Euro vorhanden. Wenn jetzt die Sozialsysteme humaner werden und die Freibeträge höher kann so ein Puffer schon ganz nett sein :)

Aber du hast schon recht, man kann sich auch ein schönes Auto für 7500 Euro kaufen, die Wohnung renovieren, kaputte Möbel durch neue ersetzen und sobald die Freibetragsgrenze (aufgrund des Alters immernoch über 12.000 Euro) unterschritten ist wieder zurück in ALG2 gehen. nur halt etwas angstfreier :)
 

vidar

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Zu beachten hierbei ist, dass das Erbe nur dann als vorher vorhandenes Vermögen bewertet wird, wenn noch kein Wohngeldbezug gegeben ist. Ansonsten wird die Erbsumme als Einkommen betrachtet, was dann ggf. dem Wohngeldbezug entgegen stünde (Zufluss-Prinzip).

Vermögen Freibetrag beim Wohngeld
.
 

Gegenwind

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Nein Wohngeld wurde noch nie bezogen. Nur KdU im ALG2-Bezug.Gibt es hier denn trotzdem Fristen?

Wenn beispielsweise am 25.01.2020 die Erbschaft verfügbar ist, könnte sich die Familie dann schon zum 01.02.2020 für Wohngeld anmelden? Oder gilt dann das Erbe erst mal auch für die Wohngeldkasse als Einkommen?

Im ALG2 wäre man ja erst mal 6 Monate raus, auch wenn man das Geld schon nach 3 Monaten verpulvert hätte.

Gibt es ein offizielles Mindesteinkommen für Wohngeld (so wie es beim Kindergeldzuschuss der Fall ist) oder könnte man theoretisch auch auf Einkommen verzichten wie Raphael Fellmer zu Zeiten seines Geldstreiks?
 
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iSlave

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Habt ihr ein Einkommen, welches knapp unter ALG 2 liegt? Wohngeldanspruch gibt es, soweit ich weiß, erst ab einem bestimmten Einkommen....
 

iSlave

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Hätte es wohl gründlich lesen sollen ^^. Ich halte mich da raus, weiß selbst nicht, wie hoch das eigene Einkommen sein muss.
 

Gegenwind

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Habt ihr ein Einkommen, welches knapp unter ALG 2 liegt? Wohngeldanspruch gibt es, soweit ich weiß, erst ab einem bestimmten Einkommen....
Aktuell nicht. Trotzdem wäre es interessant zu wissen ob uns theoretisch auch Wohngeld zusteht wenn das Einkommen einmal wegbrechen sollte. Ich habe nur bei Kindergeldzuschlag ein Mindesteinkommen gefunden. Bei Wohngeld bisher nicht.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Eine Reform... und wer sagt, das da etwas humaner wird? Wird der Kapitalismus abgeschafft?
Die Hoffnung stirbt zuletzt 🙃 :cool::D
 

vidar

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Wenn beispielsweise am 25.01.2020 die Erbschaft verfügbar ist, könnte sich die Familie dann schon zum 01.02.2020 für Wohngeld anmelden?
Das wird so wohl nicht funktionieren. Auch ergänzendes ALG-2 wird vorschüssig ausgezahlt. Soll heißen, dass zu dem von dir genannten Zeitpunkt der Leistungsbetrag für den Februar bereits bearbeitet und auch sicherlich zu dem entsprechenden Zahlungstermin schon angewiesen worden ist. Der auf das Konto eingegangene Erbbetrag würde somit vom JC als Einkommen bewertet werden.
Gibt es ein offizielles Mindesteinkommen für Wohngeld ...
Guckst du hier: Wohngeld ••• 2020 / Dort gibt es auch einen Wohngeldrechner
.
 

iSlave

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Ich meine auch mal gelesen zu haben, man könne auch einen Teil des Ersparten nehmen und sagen ich verwende Betrag x pro Monat, um Wohngeldberechtigt zu sein. Das war jedoch immer in Kombination mit einem vorhandenen Einkommen (welches ohne Betrag x nicht ausgereicht hätte, um einen Wohngeldanspruch zu haben). Ob das ganze auch ohne Einkommen möglich ist (und überhaupt sinn macht) kann ich nicht beurteilen.
 

Gegenwind

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Das wird so wohl nicht funktionieren. Auch ergänzendes ALG-2 wird vorschüssig ausgezahlt. Soll heißen, dass zu dem von dir genannten Zeitpunkt der Leistungsbetrag für den Februar bereits bearbeitet und auch sicherlich zu dem entsprechenden Zahlungstermin schon angewiesen worden ist. Der auf das Konto eingegangene Erbbetrag würde somit vom JC als Einkommen bewertet werden.
.

Danke für den Link.

Naja das ALG2 müsste ja eh zum Zeitpunkt des Zuflusses der Erbschaft abgemeldet werden. Wenn dann zum 1.2. noch ALG2 kommt müsste man es zurück überweisen weil es der Familie für Februar ja schon nicht mehr zustünde.

Wenn der Familie ab 25.01. kein ALG2 mehr zusteht könnte ich mir schon vorstellen das Wohngeld ab dem 01.02. bewilligt wird, wenn das Jobcenter die abmeldung aus dem ALG2-Bezug zum 25.01. bestätigt hat.
 

iSlave

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Gilt der Geldeingang nicht für den kompletten Monat und man müsste das ALG 2 für den Januar zurückzahlen? Schließlich wird ALG 2 für den gesamten Monat im Voraus bezahlt.
 

Gegenwind

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Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Wenn man das Erbe am 25.01.2020 bekommt ist man ja zumindest bis zum 24.01.2020 noch bedürftig gewesen. Ich würde da auf die Rechnung Bedarf_der_BG geteilt durch 31 Tage mal 8 Tage = Rückzahlung für den Monat Januar bestehen :-D Ob das so rechtens ist weiß ich aber nicht.

Eine andere Frage ist, welcher Tag bei einem Erbe für das Jobcenter relevant ist: Der Todestag des Erblassers? oder der Tag an dem der ALG2-Bezieher das Erbe auf sein Konto überwiesen bekommt?

Dazwischen können ja Monate liegen die nicht jeder mal eben so überbrücken kann.
 

Else Kling

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Zu beachten hierbei ist, dass das Erbe nur dann als vorher vorhandenes Vermögen bewertet wird, wenn noch kein Wohngeldbezug gegeben ist. Ansonsten wird die Erbsumme als Einkommen betrachtet, was dann ggf. dem Wohngeldbezug entgegen stünde (Zufluss-Prinzip).

Vermögen Freibetrag beim Wohngeld
.
Beim Wohngeld gibt es kein Zuflussprinzip. Das im verlinkten Beitrag genannte Urteil (BVG Az.: 5 C 35.97 vom 18.02.1999) bezieht sich auf das BSHG, jetzt sicherlich vergleichbar mit dem SGB II.
 

vidar

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Im entsprechenden Textauszug (Link: wohngeld.org) heißt es jedoch:
Auf den Zeitpunkt des Zuflusses kommt es an
Alles, was das zu berücksichtigende Haushaltsmitglied/ Mitglieder vor dem Leistungsbezug (Bewilligungszeitraum) wertmäßig besaß, wird dem Vermögen zugeordnet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein wertmäßiger Zuwachs während des Wohngeldbezuges als Einkommen gilt. Siehe auch Urteil des BVG Az.: 5 C 35.97 vom 18.02.1999.
In der gesamten Information geht es in erster Linie auch nur um das Wohngeld.
.
 

Uhus

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Wenn die Familie das Geld gewinnbringend anlegt könnte man, mit dem zusätzlichen Einkommen, die 400-Euro-Lücke zwischen ALG2 und „nur Wohngeld“ schließen und das Geld behalten.
Das zusätzlich erwirtschaftete Einkommen wird beim Wohngeld unter Berücksichtigung gewisser Freibeträge aber angerechnet. Insofern geht diese "geniale" Rechnung nicht auf.
 

Woodruff

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Hallo Gegenwind,

Die Mutter erbt plötzlich 40.000 Euro. Dadurch würde die Familie ja (zumindest vorübergehend) aus dem ALG2-Bezug raus fallen.

Hast Du mal in dieser ganzen Angelegenheit an die Erbschaftssteuer gedacht?

Die Frage ist, von wem die Mutter die Mutter das Geld erbt? Denn je nach Verwandschafts- Grad ist die Erbschaftssteuer unterschiedlich hoch.

Wer mit dem Erblasser z. B. gar nicht verwandt war, zahlt den höchsten Steuersatz.

Erbschaftssteuer Freibetrag
In der folgenden Übersicht werden alle Steuerfreibeträge aufgeführt, die beim Antritt eines Erbes gelten sowie die entsprechende Erbschaftssteuerklasse, nach der sich der Erbschaftsteuersatz richtet.

SteuerklasseVerwandtschaftsgradErbschaftsteuer Freibetrag
IEhegatten, Lebenspartner500.000 €
IKinder, Enkelkinder
(wenn deren Eltern verstorben sind),
Stiefkinder, Adoptivkinder
400.000 €
IEnkelkinder200.000 €
IEltern und Großeltern100.000 €
IIGeschwister, Kinder der Geschwister,
Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.
20.000 €
IIINicht verwandte Erben20.000 €
Quelle: IBV Neue Medien GmbH, Wilhelmstr. 2, 32545 Bad Oeynhausen

Quelle: IBV Neue Medien GmbH, Wilhelmstr. 2, 32545 Bad Oeynhausen
 

Kerstin_K

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Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Wenn man das Erbe am 25.01.2020 bekommt ist man ja zumindest bis zum 24.01.2020 noch bedürftig gewesen. Ich würde da auf die Rechnung Bedarf_der_BG geteilt durch 31 Tage mal 8 Tage = Rückzahlung für den Monat Januar bestehen :-D Ob das so rechtens ist weiß ich aber nicht.

Das wird so mit Sicherheit nicht funktionieren. Nicht umsonst empfehlen wir hier öfter bei Arbeitsaufnahme aus dem bezug heraus die erste Zahlung des Arbeitsgebers wenn möglich auf den ersten tag des 2. Arbeitsmonats zu legen, eben um die Rückzahlung zu vermeiden, wenn der Arbeitgeber dieersteEntlohnung am Ende des ersten Arbeitsmonats zahlt.
 

Gegenwind

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Das zusätzlich erwirtschaftete Einkommen wird beim Wohngeld unter Berücksichtigung gewisser Freibeträge aber angerechnet. Insofern geht diese "geniale" Rechnung nicht auf.
Falsch! Die 400 Euro, die die Frau mit ihrer Erbschaft erzielen wurde (z.B. durch P2P-Kredite, durch Aktienhandel oder durch den Handel physischer Waren) würden zwar neben den 900 Euro die der Mann bekommt berücksichtigt, aber nicht zu 100% angerechnet wie bei ALG2.
Laut Wohngeldrechner bekommt die Familie mit nur 900 Euro Einkommen 538 Euro Wohngeld. Wenn die Frau zusätzlich noch 400 Euro einnimmt bekommen sie immerhin noch 439 Euro. Und damit geht die Rechnung tatsächlich einigermaßen auf, wenn es dem Paar gelingt die 400 Euro über das Kapital zu erwirtschaften.

Hast Du mal in dieser ganzen Angelegenheit an die Erbschaftssteuer gedacht?
Ja. Verwandtschaftsverhältnis. 400.000 Euro Freibetrag. Erbschaftssteuer ist bei 40.000 Euro = 0 Euro.

Das wird so mit Sicherheit nicht funktionieren. Nicht umsonst empfehlen wir hier öfter bei Arbeitsaufnahme aus dem bezug heraus die erste Zahlung des Arbeitsgebers wenn möglich auf den ersten tag des 2. Arbeitsmonats zu legen, eben um die Rückzahlung zu vermeiden, wenn der Arbeitgeber dieersteEntlohnung am Ende des ersten Arbeitsmonats zahlt.

Okay. Also müsste man für den kompletten Januar zurück zahlen auch wenn man erst am 30. Januar erbt? :oops:
Welches Datum ist den bei einer Erbschaft fürs Jobcenter relevant? der Todestag des Erblassers oder der Tag an dem das Geld auf dem Konto eingeht?
 

iSlave

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Also ich habe mal vor über einem Jahr nach Wohngeldrechnern geschaut. Die spucken zwar alle tolle zahlen aus, jedoch prüft keiner von denen ob man überhaupt Anspruch auf Wohngeld hat. Aber sei es drum, ich bin aus diesem Thread raus.
 
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