Nach Ende ALG1-Bezug ohne ALG2-arbeitssuchend oder nicht?/Urlaubsbuchung (2 Betrachter)

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steinfisch

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Guten Morgen in die Runde,

ich habe Fragen zu folgender Situation:

Eine Frau, verheiratet, ist noch bis Ende Juni im ALG 1 Bezug.
Falls sie bis dahin keinen (vernünftigen) Job findet, bekommt sie danach kein Hartz 4 und ist bei ihrem Ehemann familien-(kranken)versichert, da der Ehemann immerhin soviel verdient, dass sie eben nichts vom Amt bekommen würde.

Nun die Fragen:

1. Macht es Sinn/warum/warum nicht, sich nach dem Ende des ALG 1-Bezuges noch weiter als "arbeitssuchend" beim Amt führen (und eventuell gängeln) zu lassen? Ordentliche Stellen wurden bisher noch nicht einmal angeboten - da ist ja ohnehin selbst suchen angesagt.

2. Das Ehepaar würde gern mit den Eltern eine Busrundreise im Juli buchen. Kann die Agentur für Arbeit, obwohl der ALG1 Bezug ja Ende Juni endet, da irgendwie zwischenfunken (Maßnahmen, Aufnahme zumutbare Arbeit) oder sollte man doch lieber nicht buchen?

Falls Euch noch mehr wichtige Informationen dazu einfallen, bitte gern.

Vielen Dank und viele Grüße vom Steinfisch.
 

bla47

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Um eine Renten Lücke zu vermeiden, sollte sie sich "arbeitslos ohne Leistungsbezug" bei der AfA melden. Wegen der Anrechnungszeit.
Wegen der Busreise ist genehmigte OAW möglich. Dürfte auch in ihrem Fall problemlos sein.
 

steinfisch

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Vielen Dank bla47.

Aber was kann denn passieren, wenn sie sich nicht arbeitslos ohne Leistungsbezug meldet? Man geht doch in Zuklunft ohnehin davon aus, dass die Renten maximal Sozialhilfeniveau haben, wenn man unter 3500 Euro verdient und mit Lücken gearbeitet hat?
Und könnte sie nicht auch den Rentenbeitrag monatlich aus eigener Tasche bezahlen?
Warum sollte sie sich dann in ihrer Freiheit von der AfA einschränken lassen, wenn die AfA ohnehin keine Leistungen zahlt?
Gibt es noch andere Ideen?

Vielen Dank vom Steinfisch.
 

doppelhexe

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um evtl. rente wegen erwerbsunfähigkeit beommen zu können, ist ein möglichst lückenloser RV-versicherungsverlauf nötig. man muss in den letzten 5 jahren vor antragstellung mindestens 3 jahre versicherungszeiten/anrechnungszeiten haben.

wie das ist, wenn die frau sich für paar monate nicht arbeitsuchend meldet, weiss ich nicht... ob sie dann bloss die paar monate lücke hat oder garnicht mehr reinkommt in die anrechnung kann ich nicht sagen...

selbst einzahlen ist wohl möglich, kostet aber mindestens um die 100€ monatl. https://www.deutsche-rentenversiche...freiwillig_rentenversichert_ihre_vorteile.pdf
 

AndreasB

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Kerstin_K

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gelöscht weil doppelt
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Freiwillige Beiträge halten im Normalfall aber nicht den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente aufrecht. (Ausnahme sind Fälle, die bereits vor 1984 die fünfjährige Wartezeit erfüllt hatten.)
Da steht in dr Broschüre aber was anderes (Seite 8).
 

doppelhexe

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Freiwillige Beiträge halten im Normalfall aber nicht den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente aufrecht. (Ausnahme sind Fälle, die bereits vor 1984 die fünfjährige Wartezeit erfüllt hatten.)
mir persönlich wurde aber bei der rentenberatung gesagt, das ich freiwillige beiträge einzahlen könnte, um eben diesen anspruch aufrecht zu erhalten...

Mit freiwilligen Beiträgen können Sie einen Anspruch auf Rente erwerben, unter bestimmten Voraussetzungen eine schon bestehende Anwartschaft
auf Erwerbsminderungsrente aufrecht erhalten und Ihren Rentenanspruch
erhöhen.



konnte mir bloss nicht die etwas über 90€ monatl. leisten...
 

steinfisch

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Vielen Dank,

also zusammengefasst könnten sie, falls finanziell machbar, die freiwillige Rentenversicherung mit ca. 90 Euro im Monat am ALG1-Ende durchgängig selbst für sie zahlen. Dann wären Rente und Erwerbsminderungsrente soweit abgesichert und sie hätte ihre Freiheiten (u.a. auch die, wegzufahren, wann und wohin sie will). Sie bräuchte auch keine sinnlosen Maßnahmen mitmachen oder sich in Stellen zwingen lassen und die Stellenvorschläge der AfA - naja... Ist ja hier hinlänglich bekannt, dass man besser selbst etwas sucht... Und für die Krankenversicherung gilt ja die Familienversicherung.

Wie machen das nur die Millionärsgattinnen? Sind die alle bei der AfA arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet?:icon_lol:

Viele Grüße vom Steinfisch.
 

bla47

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Die Millionärs Gattin leistet sich vielleicht den Luxus, sich nur "arbeitsuchend" zu melden. Ohne Druck, dafür dann auch ohne Anrechnungszeit.
Und zahlt in der RV freiwillig den Höchstsatz.

Es gibt übrigens noch eine "Light Version" von der begehrten Anrechnungszeit.
Nennt sich im RV Verlauf " Überbrückungstatbestand vorgemerkt ".
Für diejenigen, die etwas zickiger waren beim " arbeitslos ohne Leistungsbezug " und eine Vermittlungssperre kassierten. Dafür muss man aber danach besonders lieb sein. :icon_hihi:
 

AndreasB

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Da steht in dr Broschüre aber was anderes (Seite 8).
Ich zitiere aus der Broschüre Seite 8:
Bitte beachten Sie:
Sie können sich Ihren Anspruch auf eine Rente im Fall einer Erwerbsminderung mit freiwilligen Beiträgen sichern, wenn Sie
  • am 31. Dezember 1983 bereits die Wartezeit von fünf Jahren erreicht,
  • seit Januar 1984 jeden Monat mit einer rentenrechtlich relevanten Zeit belegt haben und
  • jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beiträge zahlen.
mir persönlich wurde aber bei der rentenberatung gesagt, das ich freiwillige beiträge einzahlen könnte, um eben diesen anspruch aufrecht zu erhalten...
Das kann ja auch sein, wenn Du die Voraussetzungen erfüllst (siehe Zitat von Seite 8 der Broschüre). Wenn nicht, dann wäre es nicht die erste Falschberatung.

Dann wären Rente und Erwerbsminderungsrente soweit abgesichert und sie hätte ihre Freiheiten (u.a. auch die, wegzufahren, wann und wohin sie will).
Es gibt immer weniger Menschen, die die nötigen Voraussetzungen erfüllen und nicht bereits in Rente sind ... das mit der Erwerbsminderungsrente trifft für die Dame also vermutlich eher nicht zu.
 

AndreasB

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Heisst jetzt was?:icon_question::icon_confused:
Wenn die Dame nicht bereits bis 1984 fünf Jahre Beiträge in die Rentenkasse entrichtet hat, dann kann mit freiwilligen Beiträgen der Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente nicht aufrecht erhalten werden.

Rechtsgrundlage ist § 241 SGB VI:
(2) Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vor Eintritt der Erwerbsminderung oder Berufsunfähigkeit (§ 240) sind für Versicherte nicht erforderlich, die vor dem 1. Januar 1984 die allgemeine Wartezeit erfüllt haben, ...
 
Zuletzt bearbeitet:

doppelhexe

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... Das kann ja auch sein, wenn Du die Voraussetzungen erfüllst (siehe Zitat von Seite 8 der Broschüre). Wenn nicht, dann wäre es nicht die erste Falschberatung....
hmmmm ... das ginge bei mir garnicht...

Zitat: Bitte beachten Sie:
Sie können sich Ihren Anspruch auf eine Rente im Fall einer Erwerbsminderung mit freiwilligen Beiträgen sichern, wenn Sie
  • am 31. Dezember 1983 bereits die Wartezeit von fünf Jahren erreicht,
  • seit Januar 1984 jeden Monat mit einer rentenrechtlich relevanten Zeit belegt haben und
  • jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beiträge zahlen.
da ging ich noch zur schule...

versteh nicht, warum man bei den beratungsstellen immer falsch beraten wird... wäre noch die frage, ob man die nicht iwie in ´"regress" nehmen könnte... also wenn man, so wie ich (wenn ich gekonnt hätte) nun monatl. gezahlt hätte...
 

AndreasB

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versteh nicht, warum man bei den beratungsstellen immer falsch beraten wird...
Gegenfrage ... welche Qualifikation benötigt man, um in einer Beratungsstelle zu arbeiten?

wäre noch die frage, ob man die nicht iwie in ´"regress" nehmen könnte... also wenn man, so wie ich (wenn ich gekonnt hätte) nun monatl. gezahlt hätte...
War es ein Mitarbeiter der DRV? Wenn nicht, dann war die Beratung vermutlich nicht rechtsverbindlich ...


Ich selbst weiß es auch nur, weil diese Frage im Rentenforum (www.ihre-vorsorge.de) schon mehrfach gestellt wurde, seitdem ich dort mitlese.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
@doppelhexe:

Evtl. habt ihr auch aneinander vorbeigeredet.

Durch freiwillige Einzahlungen kann man auch für jüngere Jahrgänge die Anwartschaft auf die 35 Jahre erreichen.

Für die Anspruchsvoraussetzungen der EMR aber aus den beschriebenen Gründen nicht mehr für Jüngere.
 

steinfisch

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Nach Rücksprache mit dem RV nun folgende Aussage:

Falls man die freiwilligen RV-Beiträge nahtlos (auch rückwirkend) für den Zeitraum, in welchem man erwerbslos und nicht arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet war, zahlt und innerhalb von 2 Jahren nach ALG 1-Bezugsende einen Minijob antritt, über welchen die Sozialbeiträge gezahlt werden, erhält sich die Anwartschaft auch auf Erwerbsminderungsrente...

Man kann also festhalten: Wer beim Ehepartner familenkrankenversichert ist und sich den Mindest-RV-Beitragssatz (freiwillig) leisten kann, braucht sich weder arbeitssuchend noch arbeitslos ohne Leistungsbezug melden und sich damit auch nicht in seinen Freiheiten von der AfA einschränken lassen...

Viele Grüße vom Steinfisch
 

AndreasB

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Falls man die freiwilligen RV-Beiträge nahtlos (auch rückwirkend) für den Zeitraum, in welchem man erwerbslos und nicht arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet war, zahlt und innerhalb von 2 Jahren nach ALG 1-Bezugsende einen Minijob antritt, über welchen die Sozialbeiträge gezahlt werden, erhält sich die Anwartschaft auch auf Erwerbsminderungsrente...
Wenn Du innerhalb von 2 Jahren nach den zuletzt gezahlten Pflichtbeiträgen einen versicherungspflichtigen Minijob aufnimmst, dann wird allein durch diesen Minijob die Anwartschaft auf Erwerbsminderungsrente erhalten.

In Bezug auf EM-Rente sind freiwillige Beiträge nutzlos - sie zählen nämlich nicht - es sei denn du erfüllst die weiter oben im Thread genannten Voraussetzungen. Es mag dann ja Sinn machen aus anderen Gründen freiwillige Beiträge zu zahlen (z.B. Anrechnung auf 35 Jahre Wartezeit), aber nicht wegen der EM-Rente.
 

steinfisch

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Danke AndreasB,

macht es dann überhaupt Sinn, die freiwilligen rentenbeiträge zu zahlen bzw. wann macht es Sinn/wann nicht?

Vielen Dank vom Steinfisch
 

AndreasB

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macht es dann überhaupt Sinn, die freiwilligen rentenbeiträge zu zahlen bzw. wann macht es Sinn/wann nicht?
Es macht Sinn,
  • wenn man ohne freiwillige Beiträge die 35 Jahre für die Rente für langjährig Versicherte nicht voll bekommt.
  • wenn man dadurch Steuern sparen kann.
  • wenn man ein hohes Lebensalter und damit langen Rentenbezug kalkuliert (ab ca. 17 Jahre Rente lohnen sich die Beiträge - das kann im Einzelfall anders sein, man sollte sich dazu in einer der Beratungsstellen der DRV beraten lassen).
Freiwillige Beiträge sind eine Form der Altersvorsorge. Sollten sich die gegenwärtigen rechtlichen Voraussetzungen nicht ändern, haben sie im Vergleich zu anderen Formen der Altersvorsorge sogar eine relativ gute Rendite.
 
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