Nach ein paar Monaten ALG I bin ich nun im Krankengeldbezug und mir wird eine REHA geraten. Wird dieser Antrag nach Ablehnung in einen Erwerbsminderungsantrag umgedeutet? Bliebe ein Restanspruch ALG I wenn alles abgelehnt wird?

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Sigrid1

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Guten Tag,

ich habe ein paar Fragen zum Thema ALG1 , REHA, KG, Sozialhilfe, Erwerbsminderungrente da ich meine Situation nicht mehr durchblicke, hoffe ich hier Hilfe zu bekommen.

Folgende Ausgangslage: Ein paar Monate ALG1 liegen inzwischen hinter mir, bin aber leider aktuell im Krankengeldbezug und mein Mediziner meint nach insgesamt 7Wochen AU müsste ich mich mal um eine REHA kümmern, da ansonsten die Genesung nicht voranschreiten wird.

Wenn ich mich nun um eine REHA kümmer und beantrage (beim wem eigentlich KK oder RV?) oder von der AfA dazu aufgefordert werden sollte eine REHA zu beantragen (Mediziner meint das könnte wohl auch passieren und vorher selbst zu handeln wäre besser), die REHA aber nicht genehmigt wird ( zB. nach so „kurzer“ Zeit der AU oder was sonst auch immer denen evt. einfällt) habe ich gehört der REHA-Antrag würde bei Nichtgenehmigung automatisch in einen Erwerbsminderungsrentenantrag umgewandelt. Stimmt das?

Und sollte dieser in Erwerbsminderungsrente umgewandelte Antrag dann auch abgelehnt werden müßte ich Sozialhilfe beantragen, da ALG1 dann nicht mehr gezahlt wird, auch nicht wenn man noch Restanspruch von ALG1 hätte. Stimmt das etwa und verfällt mein Restanspruch in dem Fall tatsächlich? Das wäre finanziell eine Katastrophe für mich dann Sozialhilfe beantragen zu müßen! Gibt es Möglichkeiten des Widerspruchs gegen eine solche Vorgehensweise der Beteiligten oder hat man mir da Blödsinn erzählt oder läuft das tatsächlich so rechtens ab?

Außerdem frage ich mich, ob mir bei einer evt. genehmigten Erwerbsminderungsrente Rentenabschläge drohen, da ich noch von der Regelaltersrentengrenze entfernt bin. Ich könnte zwar in Kürze normale vorgezogene Rente beantragen aber da habe ich enorme Abschläge und die Rente wird so nicht reichen. Und weiß hier jemand ob die AfA oder RV mich „zwingen“ kann diese normale Rente mit Abschlägen im beschrieben Fall oder grundsätzlich zu beantragen, wo ich doch aber noch arbeiten muss um die Abschläge nicht zu haben.

Ab wann würde denn im Falle eines Falles die o.g. eine Erwerbsminderungrente (wenn sie denn genehmigt wird) tatsächlich mit welchem Wirkungsdatum gezahlt? Habe was von frühestens ab dem 7. Monat nach Genehmigung gehört und wie soll man sich dann in der Zeit finanzieren, KG (sind ja noch div. Wochen über), ALG1 oder Sozialhilfe?

Tut mir leid sind eine Menge Fragen, aber meine Zukunft hängt davon ab. Allein blicke ich durch den Regelungswald echt nicht mehr durch, so viel wenns und abers und Abhängigkeiten, weiß noch nicht mal ob ich jetzt alles gefragt habe um später nich finanziell bei Sozialhilfe zu landen….. :-(

Jetzt schon mal vielen Dank für eure Mühe und Zeit.
 

saurbier

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Hallo und herzlich willkommen im elo-forum.org.

Zuerst einmal, du machst dir hier doch noch viel zu viele Gedanken um sozusagen - ungelegte Eier -.

Wenn du wegen einer mehr als 6 Wochen laufender AU jetzt aus dem ALG-I raus und an die KK zwecks KG verwiesen wurdest, ist nun vorrangig die KK für dich zuständig, deshalb erhältst du von ihr ja auch dein KG.

Die Leistungen bei der AfA ruhen jetzt so lange, bis du wieder genesen bis bzw. kein anderer Leistungsträger vorrangig für dich zuständig ist.

Wenn dein behandelnder Arzt der Meinung ist, eine Reha wäre angeraten, dann kann er doch bitte eine Rehaverordnung ausfüllen.

Dass diese bei dir jetzt bereits nach so kurzer Zeit (7 Wochen) empfohlen wird, ist auch nicht unbedingt neu, allerdings schon etwas verwunderlich, da sowas meist erst nach einigen Monaten mit Behandlung geschieht. Am Ende kommt es allerdings hier auch immer auf das Krankheitsbild und der Auffassung des Arztes an.

Ich persönlich kenne es nur so, als dass mich meine KK nach zig Monaten AU (7 Monate und mehr) dann erstmals schriftlich dazu aufforderte einen Reha-Antrag beim Rententräger zu stellen und auch gleich entsprechende Antragsformulare mit versendete, sowie einmal nach Abschluss meiner stationären Schmerztherapie es eine Rehaverordnung direkt vom Schmerztherapeuten gab. Meist erfolgte zuvor eine Einladung seitens meiner KK zum MdK (medizinischen Dienst der Krankenkasse), welcher dann die Notwendigkeit einer Reha sah.
Wenn ich mich nun um eine REHA kümmer und beantrage (beim wem eigentlich KK oder RV?) oder von der AfA dazu aufgefordert werden sollte eine REHA zu beantragen
Eine Reha beantragt man selbst am besten direkt bei seinem Rententräger. Die DRV z.B. stellt dazu auch online entsprechende Formulare zur Verfügung.


Wichtig ist dabei das Formular G0100-00 sowie G0110-00. Sollte noch etwas fehlen, so wird der Rententräger einen informieren.

Du kannst allerdings auch bei deiner KK diesbzgl. vorsprechen und um entsprechende Formulare bitten.
die REHA aber nicht genehmigt wird ( zB. nach so „kurzer“ Zeit der AU oder was sonst auch immer denen evt. einfällt) habe ich gehört der REHA-Antrag würde bei Nichtgenehmigung automatisch in einen Erwerbsminderungsrentenantrag umgewandelt.
Ein Reha-Antrag wird nur dann in einen EMR-Antrag umgewandelt, § 116 SGB VI, wenn die Reha aus medizinischen Gründen erfolglos verlief, z.B. weil man keinen Heilungserfolg sah. Das würde dann bedeuten du wärst derzeit nicht leistungsfähig einer Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen.

Sollte die Reha nicht bewilligt werden, bedeutet dies jedoch noch lange nicht, dass man erwerbsgemindert ist. Eine Ablehnung kann auch deshalb bereits erfolgen, weil der Rententräger anhand der eingereichten bzw. vorliegenden medizinischen Befunde schlicht gar keine Notwendigkeit für eine Reha sieht, z.B. weil dein behandelnder Arzt noch nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausgenutzt hat.
Und sollte dieser in Erwerbsminderungsrente umgewandelte Antrag dann auch abgelehnt werden müßte ich Sozialhilfe beantragen,
Also so weit bist du doch noch gar nicht, um zu wissen, ob deine Reha in einer Erwerbsminderungsrente umgewandelt werden könnte, noch viel weniger, ob dann diese abgelehnt wird.

Würde dein Reha-Antrag abgelehnt, darf/kann dich dein behandelnder Arzt zumindest mal bis zu Ende deines KG Anspruches (max. 78 Wochen) weiter behandeln und somit versuchen deine Erwerbsfähigkeit wieder vollständig herzustellen.

Solltest du jetzt nach einigen Wochen wieder genesen sein, könntest du bei der AfA einen Antrag auf ALG-I stellen.

Sollte sich deine Behandlung jedoch bis zum Ende deiner KG Anspruchsdauer (max. 78 Wochen ab dem 1. Tag AU ) hinziehen und du würdest dann von deiner KK aus dem KG ausgesteuert, eben weil du deine KG-Bezugsdauer ausgeschöpft hast, dann kannst du dich gleichfalls im Anschluss nach der Aussteuerung mit dem Aussteuerungsschreiben deiner KK bei deiner AfA als sogenannter Nahtlosigkeitsfall (§ 145 SGB III) melden, sofern du auch weiterhin AU wärst. In dem Fall würde die AfA durch ihren ärztlichen Gutachter feststellen lassen, inwieweit deine Leistungsfähigkeit für den allgemeinen Arbeitsmarkt eingeschränkt bzw. noch gegeben ist. Sollte der ärztliche Gutachter dann zu dem Ergebnis kommen, du wärst für mehr als 6 Monate weniger als 15 Wochenstunden leistungsfähig, dann würde dich die AfA schriftlich dazu auffordern binnen 1 Monat bei dem Rententräger nachweislich einen Reha-/Renten-Antrag zu stellen. Bis zu einer abschließenden Entscheidung des Rententrägers stehst du dann der Arbeitsvermittlung zwar nicht zur Verfügung, erhältst aber weiterhin von dort dein ALG-I.

Nur solltest du dir nach erst 7 Wochen AU Zeit nicht so einfach vorstellen, mal eben schnell eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, denn bis diese - wenn überhaupt - bewilligt wird, ist es meist ein langer und oft genug beschwerlicher Weg.
Außerdem frage ich mich, ob mir bei einer evt. genehmigten Erwerbsminderungsrente Rentenabschläge drohen,
Ja, bei einer bewilligten EMR werden automatisch 10,8 % abgezogen, die sich auch bei einem nahtlosen Übergang in die Regelaltersrente fortschreiben.
Und weiß hier jemand ob die AfA oder RV mich „zwingen“ kann diese normale Rente mit Abschlägen im beschrieben Fall oder grundsätzlich zu beantragen,
Weder AfA noch RV können dich zu einer vorzeitigen Verrentung zwingen. Einzig dem JC wäre dies unter ganz engen Voraussetzungen erlaubt (z.B. wenn du alleine deswegen nicht zum Sozialfall würdest).
Ab wann würde denn im Falle eines Falles die o.g. eine Erwerbsminderungrente (wenn sie denn genehmigt wird) tatsächlich mit welchem Wirkungsdatum gezahlt?
Das kommt darf an, welche Form der Erwerbsminderungsrente du erhältst. Bei einer vollen EMR wird diese ab dem ersten Tag gezahlt, bei einer Teil-EMR hingegen erst ab dem 7. Monat. In der Regel stellt der Rententräger als Beginn einer EMR auf den 1. Tag der den Leistungsfall auslösenden AU Schreibung ab.
wie soll man sich dann in der Zeit finanzieren, KG (sind ja noch div. Wochen über), ALG1 oder Sozialhilfe?
Wie gesagt, in der Regel dürften die meisten Fälle zuerst einmal ihr KG ausschöpfen, um im Anschluss als Nahtlosigkeitsfall ALG-I zu erhalten, aus welchem heraus sie dann einen Reha-/Renten-Antrag stellen. Sollte der Rententräger, warum auch immer länger für eine Entscheidung benötigen (bzw. es gar zu einem Rechtsstreit bzgl. der EMR vor dem SG kommen) als der ALG-I Anspruch läuft, bleibt am Ende nur ALG-II .

Allerdings, sollte der Rechtsstreit dann zugunsten des Betroffenen ausgehen, wird der Rentenbeginn in der Regel entweder auf den 1. Tag der AU oder aber auf das Datum des Widerspruchsverfahrens festgelegt, womit dann die Rentennachzahlung entsprechend hoch ausfallen dürfte, von der allerdings in dem Fall die gezahlten Leistungen für AFA/JC während der Verfahrensdauer wieder abzuziehen wären. Ein möglicher Abzug wäre allerdings nur bezogen auf eine Rentennachzahlung zulässig.
 
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