Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Ich bitte um Hilfe!

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
Hallo Ihr lieben,
Ich lese hier schon still seit einigen Tagen mit aber ich bin immernoch Ratlos, und bitte euch daher um Hilfe.

Der Sachverhalt sieht wie folgt aus:

Ich habe ein Jahr lang Alg 1 bezogen und nun den Weiterbewilligungsantrag gestellt.
Ich lebe in einer WG mit meiner besten Freundin zusammen, wir haben uns damals entschieden diesen Schritt zu gehen um uns eine besser Lebensqualität zu ermöglichen. Unter anderem auch weil in Ihrer alten Wohnung eingebrochen wurde und sie sich alleine in einer Wohnung nicht mehr sicher gefühlt hat. So weit so gut, wurde ich beim Erstantrag auch noch mal auf Herz und Nieren geprüft und musste dies auch erklären und begründen. Seit dem war alles OK und die WG wurde anerkannt.

Jetzt habe ich den WBA gestellt, ein paar Tage später kam ein Schreiben man würde gerne Kopien der Nebenkostenabrechnungen sehen von 2014 & 2015. Am Tag darauf klingelte es um halb neun Morgens an der Tür. Meine Mitbewohnerin ging an die Gegensprechanlage und ein Herr sagte er würde mich gerne sprechen dürfte aber nicht sagen worum es geht und woher er kommt. Nach mehrmaligem Nachfragen wollte er immer noch nicht mit der Sprache rausrücken(Zur Info, hier klingeln ständig irgendwelche Leute an der Tür und sind angeblich von der Telekom, haben Hunger und wollen was zu essen oder haben sonst irgendwelche Fadenscheinigen Begründungen um ins Haus gelassen zu werden). Meine Mitbewohnerin mitlerweile panisch sagt Moment ich hole meinen Mann, um zu demonstrieren das sie nicht alleine dort lebt. Wie gesagt sie hat immer noch Angst aufgrund des Einbruchs vor anderthalb Jahren in Ihrer alten Wohnung.

Sie klopfte an mein Zimmer machte mich wach und sagte mir da sei Jemand der mich sprechen will. Ich also total verpennt (Nichtmal einen Kaffee getrunken) an die Gegensprechanlage und fragte wer denn da sei. Der Herr sagte mir seinen Namen und das er vom JC komme. Er fragte direkt welche Etage und forderte einlass, ich daraufhin: Nein, jetzt ist es ganz schlecht.(Da ich mir total überfallen vor kam). Daraufhin sagte er noch er würde nicht nochmal kommen und das wars.

Ein paar Tage später kam dann ein Ablehnungsbescheid mit der Begründung:
..., weil Sie einer Überprüfung Ihrer Hilfebedürftigkeit durch den Aussendienst am ..... nicht zugestimmt haben.

Die Entscheidung beruht auf §7 und §11 SGB II.




Ich bedanke mich vorab für eure Hilfe und wüsche einen schönen Tag.



Liebe Grüße,
Marvi
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.664
Bewertungen
17.055
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

so ein Blödsinn, wie kann ein Außendienst die Bedürftigkeit prüfen. Ich würde Widerspruch erheben. Wie Du den formulierst, muss jemand Anderes schreiben, auch, ob ein Eilantrag beim Sozialgericht geht.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.727
Bewertungen
17.137
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Die Entscheidung beruht auf § 7 und § 11 SGB II.
Was für mich garnicht nachvollziehbar ist, wie kommt man hier zu dem Schluß das ein Einkommen
erzielt wurde?

Hat deine Mitbewohnerin einen Job? Oder du eventuell Job und Aufstockung?

Wie @Gelibeh schon geschrieben hat, bitte schreibe einen Widerspruch und diesen reichst du
unbedingt belegbar noch besser persönlich beim JC gegen Empfangsbestätigung auf der
der Kopie vom Schreiben ein.

Jetzt habe ich den WBA gestellt, ein paar Tage später kam ein Schreiben man würde gerne Kopien der Nebenkostenabrechnungen sehen von 2014 & 2015.
Gut und was hast du in dieser Angelegenheit unternommen?
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Hallo Seepferdchen,
ich habe leider noch keinen Job. Meine Mitbewohnerin schon.

Die Nebenkostenabrechnungen habe ich noch nicht eingereicht, da sich das ja mit dem "Besuch" und dem anschließendem Ablehnungsbescheid überschnitten hat.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.727
Bewertungen
17.137
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Meine Mitbewohnerin schon.
Gut dann ist mir klar warum der § 11 SGB II als Begründung angegeben wurde.

Ich habe ein Jahr lang Alg 1 bezogen und nun den Weiterbewilligungsantrag gestellt.
Hier noch eine Frage du hast ein Erstantrag gestellt auf ALG II, richtig?
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Ja, also als Weiterbewilligungsantrag.

Nach dem ich ein Jahr Alg 1 plus Aufstockung(AlgII) bekommen habe(Ich habe vorher schon zu wenig verdient um nur Alg1 zu bekommen).
 

Imaginaer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Februar 2011
Beiträge
2.056
Bewertungen
2.504
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Widerspruch einlegen! Dies ist 1 Monat ab Bekanntgabe möglich.

Dem Außendienstmitarbeiter in vollem Umfang widersprechen. Am besten Eilantrag gleichzeitig beim zuständigen Sozialgericht stellen, aufgrund der Widerspruchs Begründung.

Die WG war und ist anerkannt worden im ersten Bescheid!? Hat sich etwas geändert, was darauf schließen könnte euch als Bedarfsgemeinschaft/Lebensgemeinschaft nun einzustufen?

Nach einem Jahr unterstellt Jobcenter einfach eine Bedarfsgemeinschaft/Lebensgemeinschaft. Natürlich rechtswidrig! Also dagegen vorgehen bleibt das einzige Mittel.

Hier auch gut behandelt, vor allem das Urteil vom LSG Niedersachsen-Bremen https://www.elo-forum.org/alg-ii/hausbesuche-rechtslage-4765/index26.html#post2048718

Weiß nicht ob Du da wohnst!?
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Widerspruch einlegen! Dies ist 1 Monat ab Bekanntgabe möglich.

Dem Außendienstmitarbeiter in vollem Umfang widersprechen. Am besten Eilantrag gleichzeitig beim zuständigen Sozialgericht stellen, aufgrund der Widerspruchs Begründung.

Die WG war und ist anerkannt worden im ersten Bescheid!? Hat sich etwas geändert, was darauf schließen könnte euch als Bedarfsgemeinschaft/Lebensgemeinschaft nun einzustufen?

Nach einem Jahr unterstellt Jobcenter einfach eine Bedarfsgemeinschaft/Lebensgemeinschaft. Natürlich rechtswidrig! Also dagegen vorgehen bleibt das einzige Mittel.

Hier auch gut behandelt, vor allem das Urteil vom LSG Niedersachsen-Bremen https://www.elo-forum.org/alg-ii/hausbesuche-rechtslage-4765/index26.html#post2048718

Weiß nicht ob Du da wohnst!?

Danke Dir!
Genau, die WG wurde im ersten Jahr anerkannt. Habe im WBA auch eingetragen das es keine Veränderungen gibt.
 

Imaginaer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Februar 2011
Beiträge
2.056
Bewertungen
2.504
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Danke Dir!
Genau, die WG wurde im ersten Jahr anerkannt. Habe im WBA auch eingetragen das es keine Veränderungen gibt.
Ok, hab es also richtig mitbekommen. Würde aber hier Widerspruch bzw. Eilantrag gegen lesen lassen. Jetzt nicht in Panik Schnellschüsse machen.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Ok, und was meinst du wenn ich persönlich dort vorspreche und versuche den Sachverhalt zu klären? Macht das Sinn?
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Auszug des Wiederspruchs:


...
...
...

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihren Bescheid ein, den ich am XXX erhalten habe.

In Ihrem Bescheid lehnen Sie meinen Antrag auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch – SGB II ab. Als Begründung führen Sie an, dass ich einer Überprüfung meiner Hilfebedürftigkeit durch Ihren Aussendienst nicht zugestimmt habe. Und Ihre Begründung beruht auf § 7 und § 11 SGB II.

Die von Ihnen genannten Sachverhalte treffen jedoch nicht zu. Die Sachlage stellt sich vielmehr wie folgt dar:
Der Aussendienstler hat sich in keinster Weise erklärt bzw. Den Grund seines Erscheinens dargelegt. Vielmehr war er kurz gebunden und drohte damit das dies sein letzter Besuch war, und implizierte damit das mir jegliche Leistungen als Hilfebedürftiger gestrichen werden. -Was aus meiner Sicht schon den Tatbestand der Nötigung mit sich bringt. Ich bis jetzt aber von einer Klage absehe.
Mir wurde also kein Grund genannt geschweige denn hat sich jemand als Jobcenter Mitarbeiter ausgewiesen.
Wie Ihnen sicherlich bekannt ist wohne ich nicht gerade in einer Vorzeigeggegend und es klingelt mindesten 2-mal im Monat jemand an der Tür und ist angeblich von Irgendwelchen Institutionen um sich Zugang zum Hausflur zu verschaffen(Es gibt auch eionen Aushang bei uns im Hausflur, der vor diesen Methoden warnt). Daher bin ich sehr Vorsichtig geworden was unangekündigten "Besuch" angeht. Darüber hinaus war seiner Zeit einer der Hintergründe für das Zusammenziehen mit meiner Mitbewohnerin und mir der, dass bei Ihr eingebrochen wurde. Da sich an meiner Mittellosigkeit nach wie vor nichts geändert hat und es keine Person gibt die für mich einsteht, bin ich darauf angewiesen diese Leistung in Anspruch zu nehmen bis sich an meiner Situation etwas ändert. Da dieser Ablehnungbescheid für mich eine wirtschaftliche Katastrophe mit sich zieht und meine Mitbewohnerin mir schon mitgeteilt hat, sollte ich die Miete nicht mehr zahlen können, dass sie sich gezwungen sieht mich gegen einen anderen zahlungsfähigen Mitbewohner auszutauschen, sehe ich meine Existenz bedroht.



Ich fordere Sie daher auf, Ihren Bescheid zu überprüfen.

...
...
...



So ungefähr?
 

flandry

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Februar 2013
Beiträge
1.190
Bewertungen
209
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Da sich die Verhältnisse bei dir nicht geändert haben: Wieso überprüfen die das jetzt? Und dann noch durch den Außendienst.
Vorschlag für den Widerspruch:
Bitte teilen Sie mir mit, weshalb Sie annnehmen, dass sich meine Verhältnisse geändert haben und das eine unangemeldet Nachprüfung durch den Außendiest erforderlich macht.

Darauf wird wohl nichts sinnvolles kommen und du hast dann beim Sozialgericht gute Karten.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Da sich die Verhältnisse bei dir nicht geändert haben: Wieso überprüfen die das jetzt? Und dann noch durch den Außendienst.
Vorschlag für den Widerspruch:
Bitte teilen Sie mir mit, weshalb Sie annnehmen, dass sich meine Verhältnisse geändert haben und das eine unangemeldet Nachprüfung durch den Außendiest erforderlich macht.

Darauf wird wohl nichts sinnvolles kommen und du hast dann beim Sozialgericht gute Karten.
Danke für deine Hilfe!

Meinst du das ergänzend oder anstatt meines Textes?
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.727
Bewertungen
17.137
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

@Marvi,

mal kurz ein Gedanke dazu, bitte überdenke dein Schreiben nochmal.

Zum einem bringst du dich zu sehr in die Position der Rechtfertigung und diesen Satz würde ich völlig
rauslassen:

Was aus meiner Sicht schon den Tatbestand der Nötigung mit sich bringt. Ich bis jetzt aber von einer Klage absehe.
@flandry hat dir schon ein Vorlage geschrieben, hierrauf würde ich kurz und sachlich noch ein paar Worte schreiben.

wenn ich persönlich dort vorspreche und versuche den Sachverhalt zu klären? Macht das Sinn?
Nein das bringt nichts, mach das bitte schriftlich, du hast einen Bescheid erhalten und somit
wird auch schriftlich darauf geantwortet.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Was haltet ihr davon?



Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihren Bescheid ein, den ich am XXX erhalten habe.

In Ihrem Bescheid lehnen Sie meinen Antrag auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch – SGB II ab. Als Begründung führen Sie an, dass ich einer Überprüfung meiner Hilfebedürftigkeit durch Ihren Aussendienst nicht zugestimmt habe. Und Ihre Begründung beruht auf § 7 und § 11 SGB II.

Die von Ihnen genannten Sachverhalte treffen jedoch nicht zu. Die Sachlage stellt sich vielmehr wie folgt dar:

Der Aussendienstler hat sich in keinster Weise erklärt bzw. den Grund seines Erscheinens dargelegt. Vielmehr war er kurz gebunden und drohte damit das dies sein letzter Besuch war, und implizierte damit das mir jegliche Leistungen als Hilfebedürftiger gestrichen werden. Mir wurde also kein Grund genannt geschweige denn hat sich jemand als Jobcenter Mitarbeiter ausgewiesen.

Bitte teilen Sie mir mit, weshalb Sie annnehmen, dass sich meine Verhältnisse geändert haben und das eine unangemeldet Nachprüfung durch den Außendiest erforderlich macht.



Ich fordere Sie daher auf, Ihren Bescheid zu überprüfen.

...
...
...

Kann man das so schreiben?
 

Fabiola

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Mai 2015
Beiträge
2.221
Bewertungen
3.367
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Ok, und was meinst du wenn ich persönlich dort vorspreche und versuche den Sachverhalt zu klären? Macht das Sinn?
Wenn überhaupt, dann macht das evtl. nur Sinn, wenn ...

1. ... Du den fertigen Widerspruch in zweifacher Ausfertigung in Deiner Tasche dabei hast, falls das Gepräch zu keinem Erfolg führt, den Du dann gleich gegen schriftliche Empfangsbestätigung da läßt.

2. ... SB Dir eine schriftliche Rücknahme der Leistungseinstellung in die Hand drückt.

Ein persönliches Gespräch birgt jedoch immer die Gefahr, dass man zu viel unnötiges redet und SB Deine Aussagen dann verfälscht protokolliert ... mit entsprechend ärgerlichen Folgen für Dich.

Wenn Du Dir allerdings zutraust, einsilbig und beharrlich zu sein, dann legst Du SB den mitgebrachten Widerspruch mit einem kurzen "Hallo, ich habe da etwas für Sie" auf den Tisch und läßt SB in Ruhe lesen.
Wenn SB eine Diskussion beginnen möchte, dann antwortest Du penetrant, mehr habe ich dazu nicht zu sagen - alles Notwendige steht in dem Widerspruch. Und das bitte gebetsmühlenartig, falls SB weiterhin drängeln sollte!
Du verlangst allenfalls umgehend die schriftliche Rücknahme, und läßt Dir bei Uneinsichtigkeit die Vorlage des Widerspruchs schriftlich von SB bestätigen.

Wenn möglich, dann nimm einen Beistand mit.

Hast Du die Nerven für ein solches'Gespräch'?
Falls nein, dann solttest Du das ausschließlich schriftlich machen.

Deinen Widerspruch finde ich noch immer verbesserungswürdig, da müssen aber andere User noch mal drüber schauen.
 
E

ExitUser

Gast
Ist das eine exterritoriale Optionskommune oder gelten für Euer JC die Spielregeln der BA? Für Besuche des Außendienstes gibt es Vorschriften, die unter anderem auch dafür sorgen sollten, daß der Mann nicht wie ein Trickbetrüger daherkommt. Dazu gehört beispielsweise, daß der Besuch vorher angekündigt werden muß.

Die Vorschriften sind hier im Forum schon alle mal verlinkt und diskutiert worden - https://www.arbeitsagentur.de/web/w...tei/mdaw/mdi4/~edisp/l6019022dstbai377915.pdf - Stand 08.2010.

https://www.arbeitsagentur.de/web/c...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI627529
 
E

ExitUser

Gast
AW: Nach abgewehrtem Hausbesuch kam der Ablehnungsbescheid. Hilfe!

Ok, und was meinst du wenn ich persönlich dort vorspreche und versuche den Sachverhalt zu klären? Macht das Sinn?
Eher nicht. Weil sich die Gesprächsprotokolle, die vom SB in die Leistungsakte eingepflegt werden, oft genug inhaltlich ziemlich weit von den Aussagen der Elos entfernt haben, sind mündliche Auseinandersetzungen tunlichst zu vermeiden.

Mal unter uns Pastorentöchtern - das Konstruieren einer Einstehensgemeinschaft ist das beliebteste Steckenpferd der JC und führt zwangsläufig zum Sozialgericht. In Deinem Fall, wo Du schon den Ablehnungsbescheid hast, sowieso. Du tätest also gut daran, Dir sofort einen im SGB II bewanderten Anwalt zu suchen, bevor Du Dir mit ungewollten Ungeschicklichkeiten noch das letzte verbliebene Porzellan zerschlägst. Schau, daß man Dir in einer Elo-Initiative vor Ort einen empfiehlt oder nimm die Adressdatenbank von tacheles.de

Als Widerspruch einen Zweizeiler: Gegen den Bescheid vom ... wird zur Wahrung der Rechtsbehelfsfrist Widerspruch eingelegt, die Begründung wird nachgereicht.

Das Ding gegen Empfangsbestätigung auf einem Doppel morgen am Tresen abgeben. Und die Begründung überläßt Du dann besser einem fähigen Anwalt.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
Vielen Dank für eure Mithilfe!

Ich habe soweit alles vorbereitet und werde dann gleich mal los ziehen.

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.




Grüße
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
Hello again,
hier mal zum Ablauf.

War eben(11:45) beim Jobcenter, um mir den Wiederspruch quittieren zu lassen. Merke: Geht nur bis 11:30. Und am Schalter vorne sagte man mir die dürften das nicht. Aber ich könne ihn ja in den Briefkasten werfen ;-) - Ne, Danke!

Also schnell zum Amtsgericht, mir einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe ausstellen zu lassen(Geht bei uns auch nur bis 12:30) Aber ich war noch in der Zeit. Kurz gewartet, meine Situation erklärt. Sagte man mir ich müsse auf Antwort des Wiederspruchs warten... Nach kurzem hin & her habe ich noch mal auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht... Zack, den Schein in der Tasche!

Nächster Schritt, gleich einen Anwalt kontaktieren und morgen früh zum Jobcenter um den Wiederspruch quittieren zu lassen. Im besten Fall anschließend den Anwalt konsultieren wenn ich nicht bis 18.00 Uhr im Jobcenter warten muss...

Soviel zum Zwischenstand. Ich halte euch weiterhin up to date.


Drückt mir die Daumen.




Beste Grüße
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
13.621
Bewertungen
20.116
Alles ein wenig "quer"...

Der gerade Weg wäre:

Einen EINFACH formulierten Widerspruch machen.
Sich NUR auf die Argumente des Bescheides beziehen.
Die im Bescheid angeführten Rechtsgrundlagen lesen.

Der Widerspruch könnte/hätte dann einfach eher lauten (sollen):

Betr.: Mein Antrag auf Weiterbewilligung ..... Ihr Ablehnungsbescheid vom: .....

Hier lege ich WIDERSPRUCH gegen Ihren o.a. Ablehnungsbescheid.

In Ihrem Bescheid lehnen Sie meinen Antrag auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch – SGB II ab.
Als Begründung führen Sie an, dass ich einer Überprüfung meiner Hilfebedürftigkeit durch Ihren Aussendienst nicht zugestimmt habe. Und Ihre Begründung beruht auf § 7 und § 11 SGB II.

Begründung:

Eine Überprüfung der Hilfebedürftigkeit durch einen Hausbesuch ist grundsätzlich gesetzlich nicht vorgesehen
und eine Weiterbewilligung von Leistung kann auch nicht von einem - zumal hier unangemeldeten - Hausbesuch abhängig gemacht werden.

Ihre angeführten Rechtsgrundlagen führen hier ins Leere und begründen dies gerade nicht.

Meine Hilfebedürftigkeit habe ich durch die "Angabe von Tatsachen" im WBA dargelegt.
Die noch fehlenden Unterlagen (Nebenkosten) habe ich parallel am .... eingereicht.
An den sonstigen wirtschaftlichen Verhältnissen hat sich nichts geändert - die Wohnsituation (WG) ist
nach wie vor wie bereits aktenkundig..

Die Ablehnung ist rechtswidrig und sofort aufzuheben.

----------------------------------------------------------
dann damit notfalls vorsprechen und falls das Geld seit dem 1.8. schon fällig wäre, vor Ort
einen Antrag auf Vorschuss stellen.

ALLES ANDERE was die konischen Umstände des Besuches betrifft, zurück halten, falls dem
Widerspruch nicht statt gegeben wird und es ans Eingemachte gehen soll.
Auch nicht SELBST vermuten, dass man Euch zu einer BG schmieden will - das sollen DIE schriftlich
erstmal unterstellen!!!


- natürlich kann man das auch Anwalt überlassen und wenn du einen Termin hast und Beratungsschein,
dann WIRD er das auch selbst übernehmen. Dann solltest/kannst du nicht parallel noch agieren.
Der RA spekuliert dann sicher auf einen weitergehenden Fall - denn damit verdient er sein Geld - nicht
mit lumpigen Gebühren für Beratung :wink:
 

Imaginaer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Februar 2011
Beiträge
2.056
Bewertungen
2.504
Bevor man dem Anwalt den Beratungshilfeschein gibt, sollte man nach seiner Strategie sich erkundigen.

Hier reicht nun einmal kein einfacher Widerspruch, der dann in 3 Monaten + x Monate irgendwann beschieden wird. Gute Fachanwälte in Sozialrecht sehen da sofortigen Handlungsbedarf!

Aber Widerspruch sollte eingelegt werden. Schon alleine um den Eigenanteil zur Beratungshilfe (falls vom Anwalt verlangt) wieder erstattet wird. Also nach gewonnen Widerspruch bzw. Klage diese immer wiederholen.

Mal sehen wie Marvi´s Anwalt so ist.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
@gila

Ich habe bis jetzt den Wiederspruchvorschlag von P123 genommen:
Gegen den Bescheid vom ... wird zur Wahrung der Rechtsbehelfsfrist Widerspruch eingelegt, die Begründung wird nachgereicht.

Aber das hört sich auch nicht falsch an, und gibt dem JC ja noch die Möglichkeit ihn umgehend aufzuheben. Oder den Wiederspruch doch lieber vom Anwalt verfassen lassen?! Ich habe ihn ja noch nicht abgeben können...

:icon_confused:
 
E

ExitUser

Gast
Die Auswahl des Anwaltes darf kein Schnellschuß werden, das braucht Zeit und Sorgfalt - hatte ich schon geschrieben.

Im Übrigen verhindert der Fredstarter mit meinem Vorschlag den Ablauf der Rechtsbehelfsfrist und verschafft sich Luft, eine gut durchdachte und sauber formulierte Begründung nachzuliefern bzw. nachliefern zu lassen, die dann auch der Verteidigungsstrategie bei Gericht Rechnung trägt. Der Streit mid dem JobCenter zog sich in solchen Fällen stets über Monate und oft Jahre hin und die Leute waren regelmäßig mit diesem Problem überfordert, was man hier und auch in anderen Foren immer wieder nachlesen kann.

Dazu kommt, daß die Reaktion der Mitbewohnerin zwar gegenüber einem Trickbetrüger richtig, aber gegenüber dem JC nicht so prall war (was sie ja nicht wissen konnte).
Inwiefern man das in der Widerspruchsbegründung berücksichtigen und geradebiegen sollte, wäre besser dem Anwalt zu überlassen, der das letztlich vor Gericht durchfechten soll. Anderenfalls schneidet man ihm jetzt schon mit ungeschickten Einlassungen die Argumente ab.

Der Anwalt müßte dafür Sorge tragen, daß der Aufhebungsbescheid aufgehoben und nicht etwa ein Neuantrag für die BG gefordert und letztlich unter dem Druck der Zahlungsverweigerung des JC auch abgegeben wird. Der wäre dann das schärfste Argument des JC eben für eine BG, weil niemand zusammen mit irgendjemandem, den er jetzt grade mal zufällig in der Straßenbahn getroffen hat, einen gemeinsamen Antrag auf ALG2 stellen würde.
 

Marvi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 August 2016
Beiträge
18
Bewertungen
19
Ok, hab ich verstanden soweit.

Aber wenn es dazu kommen sollte, dass es Monate oder Jahre dauert... Wovon bezahle ich meine Miete?

Mir geht es im Prinzip nur noch um 2 Monate(so Gott will), dann habe ich höchstwahrscheinlich wieder ein geregeltes Einkommen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten