Nach abgelaufener Elternzeit erste EGV ALG II erhalten , bitte wer kann was dazu sagen ?

Elwing76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Oktober 2012
Beiträge
269
Bewertungen
72
Hallöchen liebes Forum,

heute war eine gute Bekannte ( mehrfache Mutter 40 + ) das erste Mal wieder beim Sachbearbeiter im hiesigen Jobcenter . Sozusagen das letzte Kind ist 3 Jahre alt , müsste ja nun eigentlich in der Kita sein. Ergo ist Mutter wieder frei verfügbar für Maßnahme und sonstigen Quatsch :peace:

Leider schaut die Realität anders aus , die Mutter hat endlich nach laaaangem suchen einen Kitaplatz für das 3 jährige Kind bekommen. Allerdings erstmal Probezeit , soll heißen ist noch nicht in sicheren Tüchern. Sie ist jetzt bis Juni erstmal noch raus aus der Vermittlung .

Aber hat unten abgebildete EGV zum prüfen und unterschreiben mit nach Hause bekommen. Ist auf unbestimmte Dauer angelegt ! Der SB sagte ihr , das sie nur noch als ungelernte Hilfskraft gilt - da schon 5 Jahre aus dem letzten Job raus. Sie hat einen Abschluß als Hauswirtschafterin. Aber auf Grund Elternzeit gilt der nichts mehr. Aber was ihr für Möglichkeiten bleiben , ob Umschulung oder Weiterbildung dazu ist nichts in der EGV zu finden. Auch erfolgte kein Profiling , nur abfragen der Adresse und wie gesagt wie es mit Kitaplatz aussieht.

In der EGV ist von Bewerbungen die Rede , aber wieviele seh ich nicht. Auch nicht in welcher Höhe Kosten dafür erstattet werden.

Die Mutter möchte arbeiten . allerdings in sinnvollen Jobs und nicht von Maßnahme zu Maßnahme . Mit Blick das die Betreuung der Kinder gesichert ist , da fast alle unter 14 Jahre alt sind.

Was soll sie machen bzw kann ich ihr raten ? Verhandeln oder ignorieren ? Sie ist sehr unsicher im Umgang mit dem Jobcenter , bin froh das sie es geschaft hat die EGV mitzunehmen. Konnte sie leider nicht begleiten, da so kurzfristig nicht frei machen konnte. Sie hat halt Bammel vor Sanktion wenn sie nicht unerschreibt bzw dem VA ! Da sie ja noch Kinder zu versorgen hat und nicht für sich alleine verantwortlich ist , sondern die Existenzen der Kinder mit dran hängen.

Wer hat sinnvolle Tips - Danke im Voraus. :icon_smile:
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
E

ExitUser

Gast
Ich kann hier auf den ersten Blick nichts Schlimmes erkennen.

Die Höhe der Kosten für Bewerbungen fehlt zwar, dafür gibt es auch keine feste monatliche Bewerbungszahl.

Die Unterzeichnung der EGV böte einigermaßen Schutz vor einer Maßnahme, da der Leistungsberechtigten hier "Arbeitsmarkttauglichkeit" bescheinigt wird, was ein gewichtiges Argument gegen eine spätere mögliche Zuweisung in eine Sinnlos-Maßnahme wäre.

Andererseits würde das Abwarten eines VA in dieser Hinsicht die Lage auch nicht verschlechtern.

Ich bin unentschieden in Bezug auf das weitere Vorgehen.
 

Elwing76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Oktober 2012
Beiträge
269
Bewertungen
72
Die Unterzeichnung der EGV böte einigermaßen Schutz vor einer Maßnahme.....
Verstehe ich das so richtig, da ja noch keine festgeschrieben ist .....Was wäre wenn sie beim nächsten Termin ( vorausgesetzt die EGV ist unterschrieben worden ) eine Zuweisung bekäme ? Kann sie diese dann ablehnen ? Sofern es eine unsinnige Maßnahme wäre....

VG
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.576
Bewertungen
2.529
Verstehe ich das so richtig, da ja noch keine festgeschrieben ist .....Was wäre wenn sie beim nächsten Termin ( vorausgesetzt die EGV ist unterschrieben worden ) eine Zuweisung bekäme ? Kann sie diese dann ablehnen ?
Man kann auch ohne EGV oder EGV-VA einer Maßnahme zugewiesen werden. Dies passiert dann per Zuweisungsbescheid. Dieser muss jedoch rechtlich korrekt sein.
 
E

ExitUser

Gast
Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit sind Ermessensleistungen der Behörde. In einer Zuweisung muß das JC seine Ermessensentscheidung hinreichend begründen. Wenn es in einer EGV zuvor die "Arbeitsmarkttauglichkeit" des Betroffenen festgestellt hat, ist es schwierig, nachträglich die Notwendigkeit zur Teilnahme an einer Maßnahmen sinnvoll zu begründen. Immerhin muß dem Handeln des JC ein schlüssiges auf den Leistungsberechtigten zugeschnittenes Eingliederungskonzept zugrunde liegen. Wenn das nicht existiert, kann man sich gegen eine Maßnahme leichter zur Wehr setzen. Deswegen könnte es sinnvoll sein, die EGV zu unterschreiben, bevor SB auf die Idee kommt, Blödsinn da reinzuschreiben. Diese Entscheidung muß aber die Leistungsberechtigte selbst treffen.
 

Elwing76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Oktober 2012
Beiträge
269
Bewertungen
72
Deswegen könnte es sinnvoll sein, die EGV zu unterschreiben, bevor SB auf die Idee kommt, Blödsinn da reinzuschreiben.

Okay vielen Dank , nun hab ich das verstanden. Werde es so weiter geben.

Mhmm also wenn er mal eine Maßnahme für *toll* erachtet , braucht es eine dann eine neue EGV ? Oder geht das dann doch noch per Zuweisung ?
Ich hatte vor Jahren mal eine Maßnahme per Zuweisung bekommen , aber ich hab die zeitgleich mit der damaligen EGV erhalten. Daher bin ich da etwas unsicher....vor allem es geht ja nicht um mich.

Soll sie irgendwas machen wegen der fehlenden Kostenerstattung für Bewerbungen ? Oder lieber nicht :icon_kinn:
 
E

ExitUser

Gast
Laut Fachlichen Weisungen zu § 15 SGB II gibt es drei Wege der Maßnahmezuweisung:
Variante 1 - Regelung der Teilnahme in der EinV (Rn. 15.15)
(2) Wird die Teilnahme an einer konkreten Eingliederungsmaßnahme verbindlich über die EinV geregelt, sind neben dem verfolgten Maßnahmeziel insbesondere der Träger, der Ort, die Dauer, sonstige Pflichten, übernahmefähige notwendige Kosten, etc. aufzunehmen (Angebot per EinV). Bei der Vereinbarung einer AGH ist die Art der Tätigkeit, der Tätigkeitsort, der zeitliche Umfang, die zeitliche Verteilung und die Höhe
der Mehraufwandsentschädigung zu bestimmen.

Variante 2 – Grundsätzliche Teilnahme und schriftliches Angebot (Rn. 15.16)
(3) Sofern in der EinV nur die grundsätzliche Teilnahme an einer Eingliederungsmaßnahme vereinbart wird und eine Konkretisierung der inhaltlichen Ausgestaltung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann, ist in der EinV zunächst auf die Bedeutung und geplante Ausgestaltung der Eingliederungsmaßnahme hinzuweisen. Daraufhin hat ein die EinV ergänzendes, konkretes schriftliches Angebot zu erfolgen.

Ausnahmen (Rn. 15.17)
(4) Im begründeten Einzelfall kann der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person eine zumutbare Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit unabhängig von der grundsätzlichen Vereinbarung in der EinV angeboten werden. Diese muss der bislang angelegten Handlungsstrategie und den identifizierten Handlungsbedarfen entsprechen. Die Entscheidung ist zu dokumentieren.
 

Elwing76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Oktober 2012
Beiträge
269
Bewertungen
72
Ich danke für Eure Hinweise , werde das an die Mutter weiter geben . Entscheiden muss letzten Endes sie selbst , ich kann nur das weitergeben was ich weiß bzw erfahren konnte. Die Unterschrift muss sie setzen oder auch nicht .....

Denke das sie im Juni/Juli eh wieder antanzen darf , da bis dahin ja vermerkt ist das sie nicht vermittelbar sei auf Grund des unsicheren Kindergartenplatzes.

Es ist hier ( große Stadt ) ziemlich schwierig was zu bekommen an Kinderbetreuung. Wenn ich diverse Gruppen in sozialen Medien durchlese , da sind so viele verzweifelte Eltern. Gibt einfach zu wenig und die Mutter ist wirklich bei vielen vorstellig geworden oder vorgemerkt , auch bei der Verwaltung der Stadt etc.....aber da sagt man ihr lapidar seien sie froh wenn sie noch einen Platz bekommen bevor das Kind in die Schule muss ( sozusagen für das letzte Jahr im Kindergarten ) . Aber das interessiert das Jobcenter nicht und nicht jeder hat einen riesen Freundeskreis oder Oma/Opa in der Nähe .
 

Elwing76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
7 Oktober 2012
Beiträge
269
Bewertungen
72
Immerhin muß dem Handeln des JC ein schlüssiges auf den Leistungsberechtigten zugeschnittenes Eingliederungskonzept zugrunde liegen. Wenn das nicht existiert, kann man sich gegen eine Maßnahme leichter zur Wehr setzen. Deswegen könnte es sinnvoll sein, die EGV zu unterschreiben, bevor SB auf die Idee kommt, Blödsinn da reinzuschreiben.
Mhmm mir ist gerade beim nochmaligen lesen Seite 3 Punkt 5 aufgefallen bei Allgemeines .....da steht doch * Ich verpflichte mich alle Möglichkeiten zu nutzen , um meinen eigenen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln und Kräften zu bestreiten und an allen Integrationsstrategien mitzuwirken . *

Unterschreibt sie da nicht , sozusagen ja ihr ( JC ) könnt mich auch in Maßnahmen stecken die keinen Sinn machen ????
Ist jetzt nur ein Gedanke - vielleicht seh ich da auch was falsch .....:icon_kinn:
 
Oben Unten