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Nach 450 Euro Job: Jobcenter möchte Unterlagen die ich noch nicht erhielt. Was dem Jobcenter schreiben?

Forennutzer

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#1
Hallo,

das war so:

- Vorstellungsgespräch bei Arbeitgeber für 450,- Euro Job im Juli. Arbeitgeber machte Anmeldung bei Knappschaft, aber im Juli keine Arbeit.
- Arbeit dann wenige Stunden im August, Gehalt innerhalb Freibetrag.
- Arbeitgeber ist problematisch, schwierig mit ihm. Darauf angesprochen kündigte er mir die Arbeit, auch im August.
- Bis heute noch keine Lohnabrechnung von ihm. Nur Gehalt überwiesen. Vermutlich wird es so bald keine Lohnabrechnung von ihm geben, wenn überhaupt.
- Jobcenter möchte nun Arbeitsvertrag, aber es gibt keinen, muss es ja auch nicht. Dazu noch Lohnabrechnung und Kontoauszug.

Vom letzten 450,- Euro Job weiß ich noch, dass der Jobcenter nach dem Ende der Beschäftigung wissen möchte, warum die Beschäftigung beendet wurde. Wenn der Arbeitgeber die Beschäftigung beendete, möchte Jobcenter das schriftlich, also vom Arbeitgeber an mich geschrieben, und dann von mir an den Jobcenter weitergeleitet.

Fragen:
1. Was soll ich dem Jobcenter schreiben wegen der Lohnabrechnung die noch nicht da ist?
2. Soll ich dem Jobcenter gleich schreiben, dass die Beschäftigung zu Ende ist? Dann wollen sie aber vermutlich wieder schriftlich, dass der Arbeitgeber die Beschäftigung beendete, und so ich wie den Arbeitgeber kenne, wird er das nicht schreiben.

Danke.
 
E

ExitUser

Gast
#2
- Vorstellungsgespräch bei Arbeitgeber für 450,- Euro Job im Juli. Arbeitgeber machte Anmeldung bei Knappschaft, aber im Juli keine Arbeit.
Meldung zur Sozialversicherung bestätigt bekommen?
Juli muss trotzdem bezahlt werden! 615 BGB.
Knappschaft anrufen ob Job gemeldet wurde.

- Arbeit dann wenige Stunden im August, Gehalt innerhalb Freibetrag.
Egal, er muss 450 € zahlen -> 615 BGB.
- Arbeitgeber ist problematisch, schwierig mit ihm. Darauf angesprochen kündigte er mir die Arbeit, auch im August.
Schriftlich? Kündigungsfrist eingehalten?
Wenn kein schriftliche AV -> Nachweisgesetz missachtet -> AG hat kein Beweis, ob Probezeit vereinbart war -> dann KüFri länger als 2 Wochen.

- Bis heute noch keine Lohnabrechnung von ihm.
Verstoß gg. 108 GewO. 1. Abrechnung muss erstellt werden.

Nur Gehalt überwiesen.
Immerhin, aber zu wenig!! ---> Lohnklage beim Arbeitsgericht einlegen!!!
- Jobcenter möchte nun Arbeitsvertrag, aber es gibt keinen, muss es ja auch nicht. Dazu noch Lohnabrechnung und Kontoauszug.
Dem JC Vorgang schildern. Fragen, ob Meldung Sozialversicherung erfolgt ist. Sagen, dass du Lohnklage einreichen willst.
Fragen, was JC empfiehlt. Alles schriftlich mit Nachweis machen.
Auch vom JC!


Vom letzten 450,- Euro Job weiß ich noch, dass der Jobcenter nach dem Ende der Beschäftigung wissen möchte, warum die Beschäftigung beendet wurde. Wenn der Arbeitgeber die Beschäftigung beendete, möchte Jobcenter das schriftlich vom Arbeitgeber.
Wenn keine schriftliche Kündigung kam, bist du noch im Arbeitsverhältnis und bekommst ab Juli 450 €/monatl. bis Ende Kündigungsfrist nachdem Kü schriftlich gekommen ist !!! Darum Lohnklage!
Sind immerhin 1350 € bzw. bissl mehr, wenn er noch schriftlich kündigen muss.
PS: Wie gibt kein Kontoauszug? Lohn bar erhalten?
Erhalt quittiert? Riecht sonst nach Schwarzarbeit. Darum musst du zwingend handeln!! Sonst hängen die dir Schwarzarbeit an -> strafbar!!
Zeugen vorhanden, dass du dort gearbeitet hast?
Falls nicht, hast du ja Infos zum Arbeitsplatz.
 

dagobert1

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#3
- Vorstellungsgespräch bei Arbeitgeber für 450,- Euro Job im Juli. Arbeitgeber machte Anmeldung bei Knappschaft, aber im Juli keine Arbeit.
Wenn ein Vertrag bestand, muss er trotzdem entsprechend der vereinbarten Arbeitszeit den Lohn zahlen.
1. Was soll ich dem Jobcenter schreiben wegen der Lohnabrechnung die noch nicht da ist?
Genau das.
2. Soll ich dem Jobcenter gleich schreiben, dass die Beschäftigung zu Ende ist? Dann wollen sie aber vermutlich wieder schriftlich, dass der Arbeitgeber die Beschäftigung beendete, und so ich wie den Arbeitgeber kenne, wird er das nicht schreiben.
Die Kündigung eines Arbeitsvertrages bedarf nach § 623 BGB der Schriftform.
Eine nur mündliche Kündigung ist unwirksam, der Arbeitsvertrag besteht weiter.
 

Forennutzer

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#4
@ entoma
- Meldung zur Sozialversicherung ist da.
- Wieso muss er 450,- bezahlen wenn ich da nur wenige Stunden arbeitete und es auf Basis Stundenlohn war?
- Kontoauszug ist da.
 

Forennutzer

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#5
Wenn ein Vertrag bestand, muss er trotzdem entsprechend der vereinbarten Arbeitszeit den Lohn zahlen.

Die Kündigung eines Arbeitsvertrages bedarf nach § 623 BGB der Schriftform.
Eine nur mündliche Kündigung ist unwirksam, der Arbeitsvertrag besteht weiter.
Kein Vertrag da. Also auch keine schriftl. Kündigung nötig um den Arbeitsvertrag zu beenden? Das Schriftliche will ja nur Jobcenter als Nachweis, dass ich nicht selbst kündigte.
 

Kerstin_K

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#6
- Wieso muss er 450,- bezahlen wenn ich da nur wenige Stunden arbeitete und es auf Basis Stundenlohn war?
Es muss eine Vereinabrung geben, wieviele Stunden gearbeitet wird. Die muss er immer mindestens bezahlen, auch wenn weniger Arbeit da ist.

Gibt es eine solche Vereinbarung nicht, gelten 10 St./Woche als vereinbart.
 
E

ExitUser

Gast
#7
@ entoma
- Meldung zur Sozialversicherung ist da.
Ab Juli? Dann muss ab da Lohn bezahlt werden.
- Wieso muss er 450,- bezahlen wenn ich da nur wenige Stunden arbeitete und es auf Basis Stundenlohn war?
Siehe oben. Nochmal genauer:
§ 615 BGB Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko

Auf Deutsch. Hat der AG keine Arbeit, schuldet er trotzdem den Lohn für die vereinbarten Stunden, bzw. den vereinbarten Lohn. Nennt sich Verzugslohn und ist ein Betriebsrisiko.
Fehlkalkulation und Arbeitsausfall des AG darf nicht auf den AN abgewälzt werden.
Logisch, oder?

Schriftlicher Vertrag ist nicht zwingend, aber nach 1 Monat gilt das Nachweisgesetz. https://dejure.org/gesetze/NachwG
Verstoß dagegen -> keine direkten rechtlichen Konsequenzen. Reine Makulatur. Hilft aber vor dem Arbeitsgericht -> Beweisführung.
 

dagobert1

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#8
Kein Vertrag da. Also auch keine schriftl. Kündigung nötig um den Arbeitsvertrag zu beenden?
Steht bereits oben:
Die Kündigung eines Arbeitsvertrages bedarf nach § 623 BGB der Schriftform.
Eine nur mündliche Kündigung ist unwirksam, der Arbeitsvertrag besteht weiter.
Es muss eine Vereinabrung geben, wieviele Stunden gearbeitet wird. Die muss er immer mindestens bezahlen, auch wenn weniger Arbeit da ist.

Gibt es eine solche Vereinbarung nicht, gelten 10 St./Woche als vereinbart.
Richtig, gesetzliche Grundlage dafür ist § 12 Abs. 1 TzBfG:
§ 12 Arbeit auf Abruf
(1) Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen.
Für diese 10h/W steht dir Lohn zu, bis das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß gekündigt wurde.
 
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