Mutter "steckt" Kindergeld ein - erwachsener Sohn 23 Jahre.

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Dreifachmami

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Hallo!

Ich frage hier für eine Freundin und deren Lebensgefährte, da sie leider keinen Zugriff auf Internet haben.

Folgender Sachverhalt:

Er beginnt zum 01.09. 2015 eine Ausbildung.
Im Februar bittet er seine Mutter Kindergeld für ihn zu beantragen, da er noch U25 ist.
(Hier sollte ich anmerken, dass er 350km von seinen Eltern entfernt lebt und sie sich nicht um ihn kümmern/sorgen/scheren, wie auch immer man das nennen mag..)
Im März ging der Antrag dann wohl endlich mal raus.
Zeitgleich hat er einen Antrag auf Abzweigung gestellt.

Soo, Kindergeldantrag ist durch, Bescheid und Geld wurden aber an seine Mutter gegeben.
Abzweigungsantrag ist auch genehmigt und Geld fließt ab Mai 2016 auf sein Konto.

ABER:
Seine Mutter hat das komplette Geld einfach für sich behalten.
Die Nachzahlung von September bis März und das aktuelle Geld für April sei nie bei ihr angekommen.

Nun ist es so, wenn er bei der Familienkasse telefonisch Auskunft möchte, bekommt er die nicht.
Aber es kann ja nicht sein, dass seine Mutter nun das ganze Geld einbehält und das obwohl sie sich nicht um ihn kümmert, geschweige denn Unterhalt zahlt.

Kann er dagegen irgendwie vorgehen?

(Zum weiteren Verständnis: Meine Freundin ist Vollzeit beschäftigt und es wird kein aufstockendes ALG2 oder BAB oder ähnliches gezahlt, nur ihr Einkommen und sein Ausbildungslohn, daher hätten sich die beiden schon sehr über das Geld gefreut.)

Liebe Grüße! :cool:
 

gelibeh

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Aber es kann ja nicht sein, dass seine Mutter nun das ganze Geld einbehält und das obwohl sie sich nicht um ihn kümmert, geschweige denn Unterhalt zahlt.
Bin das jetzt nicht so fit, aber ich denke, dass die Mutter Unterhalt zahlen müsste, wenn sie sich das Kindergeld einsackt. Das wird er aber einklagen müssen.
 

axellino

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Kann er dagegen irgendwie vorgehen?

Nun müsste er ggfls. gegen seine Mutter, auf Herrausgabe der Nachzahlung und des Kindergelds für April, rechtliche Schritte einleiten.

Kindergeld wurde durch die Mutter beantragt, Bescheid, Nachzahlung und Kindergeld für April, gehen an die Mutter die zum Zeitpunkt des Antrags, als Anspruchsberechtigte zusehen ist.
Der Abzweigungsantrag wurde für die Zukunft bewilligt.

Abzweigungsantrag

Bei der Antragstellung muss das Kind im Einzelnen darlegen, dass eine der o.g. Voraussetzungen erfüllt sind. Bis zur Entscheidung wird die Familienkasse die weiteren Kindergeldzahlungen zunächst vorläufig einstellen und dem Kindergeldberechtigten (Eltern) einräumen, innerhalb von zwei Wochen zu diesem Sachverhalt gem. § 91 Abs.1 AO Stellung zu nehmen. Zu beachten ist, dass

- eine Entscheidung zur Abzweigung immer unter dem Vorbehalt des Widerrufs gem. § 120 Abs. 2 Nr. 3 AO erfolgt
- eine Abzweigung nur erfolgen kann, wenn das Kindergeld noch nicht ausgezahlt wurde (ist rückwirkend also nicht möglich!)

Quelle
Abzweigungsantrag Kindergeld

Ich glaube nicht das die Familienkasse aufgrund des zugrundelegenden Bewilligungsbescheid des Kindergeldes, gegen die Mutter vorgehen wird.

Ist aber nur meine Meinung hierzu, andere User werden sich sicher hierzu auch noch melden.
 

Dreifachmami

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Danke erst einmal für eure Antworten!

Unterhalt sieht eher mäßig aus.
Familienkonstellation ist eher schwierig, von Erzählungen meiner Freundin weiß ich, dass die Mutter mit dem Stiefvater und deren gemeinsamen Kind (jetzt18 und Azubi) zusammen lebt.
Mutter hat wohl nur zwei 450€ Jobs und kann aufgrund dessen wohl keinen Unterhalt zahlen, zumal ja auch der kleine Bruder in dem Falle vorrangig behandelt wird. (Kenne ich mich aber leider auch kaum aus auf diesem Gebiet..)
Zumal auch der Stiefvater die Hand auf das ganze Geld (auch der Mutter) legt und er der "Großverdiener" in der Familie ist. Zum leiblichen Vater besteht kein Kontakt, es soll wohl nicht einmal der Name bekannt sein.
Scheint dann wohl so, als würden die zwei das unter "Pech gehabt" verbuchen müssen und das Lehrgeld dürfte dann eine angeknackste Beziehung zur Mutter sein. Das sind ja rosige Aussichten.. :icon_kinn:
 
P

Pichilemu

Gast
Sind Mutter und Stiefvater miteinander verheiratet? Weil dann müsste der Stiefvater indirekt für den Stiefsohn aufkommen indem er ehelichen Unterhalt an seine Frau zahlt das dann entsprechend ihre Leistungsfähigkeit erhöht.

Der (Halb-)Bruder ist als privilegiertes volljähriges Kind tatsächlich vorrangig unterhaltsberechtigt, allerdings schulden hier beide Elternteile Unterhalt. Je nach Konstellation kann es also durchaus sein dass genug Geld für beide über bleibt.
 

Dreifachmami

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Ja, die beiden sind verheiratet, schon seit etlichen Jahren.
Dementsprechend kann ich den 2 sagen, dass ihnen nur der Anwalt bleiben würde wegen Unterhalt?
Oder würde trotz Ü18 hier auch ein Gespräch mit dem Jugendamt etwas bewirken?
(Kenne das leider nur von meinen 3 Kids, dort lief alles über das JA, allerdings sind die 3 auch noch sehr klein :biggrin:)
 

Fraggle

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Ist das GEld überhaupt nachweislich an die Mutter ausgezahlt worden? Ich finde es etwas voreilig wenn man von "eingesackt" spricht ohne tatsächlich einen Nachweis über die ausgezahlte Summe zu haben.

Mein Vorschlag: Bei der Kindergeldstelle wegen der Zahlung anfragen und um einen Nachweis der Überweisung bitten weil man evtl. per Anwalt diese Angelegenheit regeln möchte.
Damit ist dann der Kindergeldstelle bekannt dass evtl. per Gericht vorgegangen wird. Manchmal ergeben sich dann überraschende Dinge.
Der Anwalt möchte ja auch bezahlt werden, also erst mal selbst klären ob überhaupt ein Anwalt eingeschaltet werden kann gegen die Mutter.

Viel Glück
 

Buchfan

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Ist das GEld überhaupt nachweislich an die Mutter ausgezahlt worden? Ich finde es etwas voreilig wenn man von "eingesackt" spricht ohne tatsächlich einen Nachweis über die ausgezahlte Summe zu haben.
....

Na, wohin sonst?
Ich würde so wie Du es vorschlägst, die Familienkasse anschreiben.und mitteilen, dass das Kindergeld nicht für das Kind verwendet wird. Ob es vielleicht noch garnicht angewiesen sei? Und ob sie ggf. eine Rückbuchung vornehmen könnten?
 

ela1953

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Ist es denn sicher, dass die Mutter das Kindergeld schon bekommen hat?
Wenn der Antrag gleichzeitig mit der Abzweigung gestellt wurde, müsste auch die Nachzahlung auf das Konto gehen, das im Abzweigungsantrag angegeben wurde.

Bei drei erwachsenen Kindern und Kindergeldkasse musste ich immer kämpfen.
Damals gab es nur KG bis zu einer bestimmten Höhe der Ausbildungsvergütung.
Daher stellten wir ca. Im Februar einen Antrag. Nach langem Kampf bekam dann mein Kind die Nachzahlung kurz vor Weihnachten.
Bei den anderen entstand immer eine Lücke wegen der in den Ferien nicht erhältlichen Schulbescheinigung. Die Nachzahlung kam auch immer später wie die wiederaufgenommene reguläre Zahlung.
 

Dreifachmami

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Nein, das Geld ist auf ihrem Konto (und dem ihres Mannes..).
Sie hat ihm den Bescheid so "zerstückelt" abfotografiert, damit man den genauen Betrag nicht entnehmen kann.

Neuestes Update ist also, dass die Mutter behauptet, nach der Berechnung vom Einkommen von ihr und ihrem Mann hätte er nur Anspruch auf Kindergeld von Januar 2016 bis März 2016 (also 570€) und die hat sie ihm nun überwiesen.
(Und ja, ich weiß und ihr wohl alle auch, dass es beim Kindergeld keine Einkommensberechnung der Eltern gibt..)

De facto ist dem aber nicht so, er hat Anspruch ab September 2015 (Beginn Ausbildung) bis heute.
Von der April 2016-Zahlung will sie bis heute nichts wissen.

Da ich ja fies bin und mir meine Freundin die Daten der Mutter herausgegeben hat, habe ich mich als "Mutter von ihm" ausgegeben und bei der Familienkasse angerufen, um nachzuhaken, wo denn die April-Zahlung geblieben sei. (Sehr dreist, ich weiß, aber manchmal kann man sich nicht anders helfen und meine Freundin und ihr Freund tuen mir schon wirklich leid.)

Naja, heraus kam jedenfalls, dass September 2015 bis März 2016 nachgezahlt und angewiesen wurde und am 06.04. auch die April-Zahlung.
Dies sind sage und schreibe 1512€.

Manchmal fehlen mir die Worte...

Und da er nicht per Anwalt gegen seine eigene Mutter vorgehen will, kann man das Thema wohl als abgeschlossen ansehen.
Immerhin bekommt er sein Kindergeld ab Mai auf sein eigenes Konto.

Danke nochmal für all eure Meinungen und Hilfestellungen!
 

Albertt

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ABER:
Seine Mutter hat das komplette Geld einfach für sich behalten.
Die Nachzahlung von September bis März und das aktuelle Geld für April sei nie bei ihr angekommen.

Nun ist es so, wenn er bei der Familienkasse telefonisch Auskunft möchte, bekommt er die nicht.
Aber es kann ja nicht sein, dass seine Mutter nun das ganze Geld einbehält und das obwohl sie sich nicht um ihn kümmert, geschweige denn Unterhalt zahlt.

Kann er dagegen irgendwie vorgehen?
Da hilft nur einklagen. Also das volle Programm. Im übrigen würde ich so einem Fall von "Erziehungsberechtigten" und nicht von "Mutter" reden. Das Geld stand Ihr nämlich nur solange zu, solange das Kind im Haus der Eltern lebt. Ist das Kind raus, geht das Geld auf das Konto des kindes.
 
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