Mutter bekommt ALG II, ich in Ausbildung

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AllesKlar

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Hallo lieber User,

ich bin ganz neu hier & habe ein paar Probleme mit dem Arbeitamt.
Es gibt wahrscheinlich schon etliche Beiträge zu diesem Thema, aber irgendwie sind die alle schon recht alt & ich möchte deswegen das Thema nochmal aufrollen.

Wie schon im Titel steht, bekommt meine Mutter ALGII & ich bin seit Januar diesen Jahres in meiner 2. Ausbildung. Ich bin im 1. Ausbildungsjahr zur Bürokauffrau und habe am Ende des Monats 424 € netto raus, meine Mutter bekommt für mich 184 € Kindergeld. Da wir in einer BG wohnen zahlt das Arbeitsamt für mich noch anteilig Miete. Meine Fragen sind nun: Kann ich aus der BG rausgenommen werden? Eigentlich ist doch mein Einkommen hoch genug oder? Und kann ich Wohngeld beantragen auch wenn ich noch bei meiner Mutter lebe? Im Februar habe ich von meinem Betrieb Urlaubsgeld erhalten das ich jetzt laut Arbeitsamt zurückzahlen musste weil das ja mehr Einkommen ist als ich haben darf. Es ist echt deprimierend wenn man Urlaubsgeld bekommt aber dass ganze wieder an das Arbeitsamt abtreten muss.

Bitte helft mir! :icon_sad:


LG
 

mertenshom

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du kannst gerne aus der bg genommen werden, allerdings werden bis zu 184 euro deiner mutter angerechnet von deinem einkommen, welches du nicht bedarfsdeckend benötigst. oder dir dann halt. sprich dein einkommen wird gerade reichen um deiner mutter miete, strom, lebensmittel etc zu zahlen. für dich wird dabei nix groß bleiben.
 

biddy

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Das sind ca. 533 € Bruttovergütung, ja?

Der Freibetrag beträgt also ca. 186,60 €, ggf. mehr, wenn Du höhere Aufwendungen hast, unter anderem Fahrtkosten.
Vom Netto abgezogen wären dann 237,40 € auf Deinen Gesamtbedarf (Regelbedarf + Kosten der Unterkunft und Heizung) anrechenbar.

237,40 € anrechenbare Azubivergütung
+ 184 € Kindergeld
--------------
= 421,40 € Dein zu berücksichtigendes Gesamteinkommen


421,40 €
- 306 € Regelbedarf, wenn Du über 18 bist
----------
115,40 € noch übrig für Deinen Anteil an den Kosten der Unterkunft und Heizung (Dein KdU-Bedarf steht ganz zu Beginn des Berechnungsbogens)

Liegt Dein Bedarf an den KdU also über 115,40 €, was ich vermute, bekommst Du noch Alg II.

Du könntest Wohngeld beantragen, was dazu führen kann, dass - je nach Höhe des gewährten Wohngeldes - Deiner Mutter ein Teil des Kindergeldes übertragen, also als ihr eigenes Einkommen angerechnet wird (abzüglich 30 € Versicherungspauschale, wenn sie bisher kein eigenes Einkommen hat).
 

biddy

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@gelibeh

Danke, hatte das mit dem Urlaubsgeld vergessen ;)


Das Urlaubsgeld wird, wenn Du dadurch bei 1-monatiger Anrechnung aus dem Alg-II-Bezug fällst, auf 6 Monate verteilt angerechnet. Urlaubsgeld wirkt aber auch freibetragserhöhend, so dass Dir ein Teil verbleibt, wenn auch nur ein geringer.

Letztendlich ist es so: Selbst wenn Du Wohngeld beantragst, wirkt das Ganze dann so, dass Deiner Mutter bis zu 184 € Kindergeld übertragen werden, ihr also als ihr eigenes Einkommen angerechnet werden (mehr nicht, also nur das Kindergeld, was schlimm genug ist, aber eben kein weiteres Einkommen von Dir).
Erst wenn die kompletten 184 € an Deine Mutter übertragen sein sollten und Du also ohne Kindergeld Deinen Bedarf decken könntest und darüber hinaus noch Mehreinkommen hättest, hättest Du mehr, als wenn Du in Alg-II-Bezug wärst. Falls das die Frage ist, die Du Dir stellst ...

Raus aus der BG wärst Du je nach Höhe des Wohngeldes und Höhe Deines Gesamtbedarfs (Regelleistung + Kosten der Unterkunft und Heizung) also schon, hättest aber letztendlich nicht mehr verfügbares Gesamteinkommen.
Gegebenenfalls hätte Deine Mutter 30 € (= Versicherungspauschale auf ihr übertragenes Kindergeld-Einkommen) mehr zur Verfügung, wenn sie nicht bereits anzurechnendes Einkommen hat, weil es darauf ja schon die Versicherungspauschale als "Freibetrag" gibt.
 
S

Snickers

Gast
Moin biddy,

müßte sie dann eventuell GEZ bezahlen und verliert die eventuell günstigere Fahrkarte?

Was wäre wenn der Betrieb ihr einmal im Jahr zum Geburtstag etwas überweisen würde?

LG
 

AllesKlar

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Danke für die Antwort biddy!

Ich bin 21 und verdiene 538 € brutto im Monat.

Man ist das alles kompliziert, eigentlich verstehe ich nur Bahnhof. :icon_cry:

Die Sache ist einfach die das ich von meinem Arbeitgeber auch ein 13. Monatsgehalt bekommen würde & das würde doch dann auch angerechnet werden?! Ich habe im Sommer 3 Wochen Urlaub und das heißt dann wieder dass ich mein Urlaubsgeld ans AA abdrücken muss. Ich möchte einfach aus der BG raus, damit wenn ich mehr Geld bekomme das dann auch komplett behalten kann.
Ich habe in anderen Beiträgen gelesen das meine Mutter auch bei der Kindergeldkasse eine neue Kontoverbindung (in dem Falle dann meine) angeben kann. Geht das denn nicht?

Wie ist das eigentlich mit der Monatskarte? Ich habe den BerlinPass mit dem ich 'nur' 36 € für diese bezahle. Meine Mutter war vor 2 Jahren zu einer Umschulung & dort wurde ihr ebend diese vom AA bezahlt, mir möchte man sie aber nicht bezahlen.
 

biddy

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Ich möchte einfach aus der BG raus, damit wenn ich mehr Geld bekomme das dann auch komplett behalten kann.
Du wirst aber von dem Geld, welches Du erhältst, immer Deinen Anteil an den Kosten der Unterkunft und Heizung zahlen müssen bzw. an Deine Mutter weitergeben müssen, solange sie bzw. ihr Alg II bezieht, damit Deine Mutter die Miete und die Heizkosten überweisen kann und dazu auch einen Anteil an Strom, für Lebensmittel und halt andere Haushaltsartikel, wenn Deine Mum auch für Dich mit einkauft. Deine Mutter hat ja nur ihren eigenen Regelbedarf und die Hälfte der Kosten der Unterkunft und Heizung ... für Dich kann sie da nichts mit übernehmen aus ihrem Alg II.

Würdest Du allein in z.B. einer WG leben, müsstest Du ja ebenfalls Miete, Heizkosten, Strom, Telefon/Internet, Lebensmittel, Drogerieartikel, Kleidung usw. aus Deinem Einkommen bestreiten.

Wie gesagt, das Urlaubsgeld wird nicht komplett angerechnet, aber es bleibt nicht viel übrig.
Jetzt im Augenblick hast Du einen Gesamtfreibetrag von:

100 € Grundfreibetrag
+ 87,60 € (20 % des Brutto ab 100 bis 538 €, also 20 % von 438 €)
----------
= 187,60 €

Diese 187,60 € werden also nicht auf Deinen Alg-II-Bedarf angerechnet; Du hast sie zusätzlich zur Verfügung, also 187,60 € mehr als ein Alg-II-Empfänger, der keinerlei Einkommen hat. Davon musst Du dann z.B. Deine Fahrtkosten bestreiten.

Wenn Du durch das Wohngeld dann "raus aus der BG" wärst, wäre es dahingehend blöd, wenn Dir dadurch das günstige 36-€-Ticket flöten ginge und Du ein teureres nehmen müsstest ... mehr Geld hättest Du ja auch mit Wohngeld vermutlich nicht zur Verfügung, weil gleichzeitig mit Deinem steigenden Einkommen (also plus ggf. ein wenig Wohngeld) "überschüssiges" (= von Dir zur Bedarfsdeckung nicht mehr benötigtes) Kindergeld Deiner Mutter angerechnet wird. Ein Teil des Kindergeldes gehört also dann ihr; sie muss davon leben.
Genaueres kann man aber erst sagen, wenn die Höhe des eventuellen Wohngeldes, welches Du erhältst, bekannt ist und wenn Du Deine Kosten der Unterkunft und Heizung (also Deinen Bedarf daran in der Bedarfsgemeinschaft mit Deiner Mutter ... steht auf dem Berechnungsbogen ganz vorn) mitteilst ... den wissen wir hier ja gar nicht.

Ob in einer solchen Situation, also mit Wohngeld, der BerlinPass noch möglich ist, weiß ich nicht; müsstest Du Dich erkundigen. Ginge das nicht und hättest Du dann hohe Fahrtkosten, würden diese aber eventuell - je nach Höhe - auch wiederum Deinen Freibetrag erhöhen (also weniger des Netto würde angerechnet, da der Freibetrag steigt).

Zur eventuellen "GEZ"-Befreiung von Azubis ohne Alg II, aber mit Wohngeld, kann ich im Moment auch nichts sagen; müsste man mal auf der Rundfunkbeitrag-Seite im Internet nachsehen. Zumindest gilt da auch jetzt eine Härtefallregelung.

Jetzt mal zum Urlaubsgeld bzw. 13. Gehalt.
Bis zur Grenze 1.200 € Brutto wirkt sich Dein Einkommen auf Deinen Freibetrag aus - bei Deinen 538 € sind's ja 187,60 €, die Du "frei/nicht anrechenbar/zusätzlich" zur Verfügung hast.
Würdest Du jetzt in einem Monat 538+538= 1.076 € brutto bekommen, so hättest Du einen Gesamtfreibetrag von:

100 € Grundfreibetrag
+ 180 € (20 % des Brutto ab 100 bis 1.000, also 20 % von 900 €)
+ 7,60 € (10 % des Brutto ab 1.000 bis 1076 €, also 10 % von 7,60 €)
----------------
= 287,60 € Gesamtfreibetrag (statt der bisherigen 187,60 € monatlich bei 538 € brutto)

287,60 € frei mit Urlaubsgeld
- 187,60 € frei ohne Urlaubsgeld
------------
= 100 € mehr hättest zur Verfügung bei Zufluss des Urlaubsgeldes :/

Diese 287,60 €, die frei sind, werden dann von Deinem Gesamtnetto aus Azubivergütung plus Urlaubsgeld abgezogen, der Rest durch 6 Monate geteilt und Dir monatlich dieser Teilbetrag angerechnet.

Man ist das alles kompliziert, eigentlich verstehe ich nur Bahnhof. :icon_cry:
Ja, ich weiß. Ging mir am Anfang auch so. Ich versuch' immer, es möglichst einfach zu erklären, aber irgendwie ist man nach einigen Jahren so drin, dass man ganz vergisst, dass Dinge, die für einen ganz selbstverständlich sind, für andere das noch lange nicht sind.
Deshalb ist es aber auch immer wichtig, von Anfang an möglichst genaue Angaben zu allen Details zu machen wie eben z.B., was ja immer noch fehlt, zu Deinem Bedarf an den Kosten der Unterkunft und Heizung. Dann kann man gut eine Einkommens- und Bedarfsrechung machen und anhand der dann erklären, was mit dem Kindergeld passiert, wenn dann noch Wohngeld dazukommen würde - hier könnte man dann einen fiktiven Betrag nehmen.

Ich habe in anderen Beiträgen gelesen das meine Mutter auch bei der Kindergeldkasse eine neue Kontoverbindung (in dem Falle dann meine) angeben kann. Geht das denn nicht?
Kindergeldabzweigung? Nein, die geht nicht bzw. bringt eh nichts, wenn Du in einem Haushalt mit der Mutter lebst. Nur dann, wenn Du z. B. außerhalb leben würdest und Deine Mutter es an Dich weitereleitet, würde es ihr nicht als Einkommen angerechnet werden.
 

Erolena

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Wie ist das eigentlich mit der Monatskarte? Ich habe den BerlinPass mit dem ich 'nur' 36 € für diese bezahle.

Meine Mutter war vor 2 Jahren zu einer Umschulung & dort wurde ihr ebend diese vom AA bezahlt, mir möchte man sie aber nicht bezahlen.

Als Azubi, der bei den Eltern wohnt - musst du deine Monatskarte aus dem Freibetrag, den du für die Ausbildungsvergütung bekommst, bezahlen.
Nur wenn die Fahrtkosten mehr als ca. 54 Euro betragen würden, gäbe es ein paar Euro zusätzlich vom Jobcenter.

Dagegen bei einer Umschulung gibt es die Monatskarte vom Arbeitsamt.
Denn der Umschüler hat ja nur das 'nackte' ALG 2. Er hat also keinen Freibetrag aus dem er die Fahrkarte bezahlen könnte.
 

AllesKlar

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Danke für deine ausführlichen Antworten biddy.

Ach man, das ist doch alles sch...
Wir haben am Freitag unsere neue Berechnung bekommen. Habe das Gefühl dass da etwas nicht stimmt.
Weiß vielleicht jemand wo man in Berlin seinen ALG II-Bescheid kostenlos prüfen lassen kann?

LG
 
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