Mutter (56) ist arbeitslos: Was sollte sie jetzt tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Stabilo Boss

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Wird ein wenig länger......

Meine Mom hat 15 Jahre bei einem Sanitärbetrieb als Haushaltshilfe gearbeitet und dabei gerade mal 5 € (!) die Stunde bekommen (25 Std./Woche).
Da mein Stiefvater ganz gokay verdient hat (1.700€ netto) ging das einige Zeit klar, obwohl das natürlich schon damals ein Witz war.
Ihr ging es aber im Laufe der Zeit immer schlechter, ihr wurde nichts gedankt, sie wurde immer mieser behandelt (wie ne Dienstmagd, wenn überhaupt), gerade von den Kindern ihrer "Chefs", die ihr nur noch das dreckige Geschirr und ihre Schuhe hingeschmissen haben und sich bei Mammi/Daddy beschwert haben, wenn irgendwas nicht gemacht worden ist etc.

Sie hat uns jahrelang zuhause die Ohren vorgeheult, bis wir es irgendwann nicht mehr ertragen haben, da sie schon kurz vor nem Nervenzusammenbruch stand. Vor nem Jahr hat sie endlich Nägel mit Köpfen gemacht und hat endlich gekündigt!

Dann natürlich erstmal Erleichterung und ein paar Wochen "Urlaub" und sich dann wieder auf Jobsuche begeben. Hat dann auch prompt in nen Haushalt was gefunden (3 mal die Woche/ jew. 4 Stunden/ 13(!)€ pro Stunde/unbefristet).
Das hat dann bis Februar gehalten, bis man sie entlassen hat, weil sich das Ehepaar, das sie einstellte hat scheiden lassen und der Mann sie nicht mehr bezahlen wollte/konnte und ein Hausverkauf im Raum stand.
Die Familie wohnt jetzt übrigens immernoch in dem Haus und selbst der Mann ist wohl noch nicht ausgezogen; so viel dazu......
War natürlich sehr traurig und auch sauer, hat sich aber nicht unterkriegen lassen und weitergesucht und hat wieder ne Stelle (im April) in nem Haushalt gefunden, allerdings diesmal nur als 450€-Kraft und damit nam das jetzige Drama seinen lauf........

Sie hat nur einmal überhaupt Geld gesehen (zu wenig), keine Lohnabrechnungen bekommen und angemeldet hat man sie auch nicht. Im Juni wurde sie per SMS(!) "gekündigt" und ist seitdem freigestellt. Auf ne schriftliche Kündigung wartet sie bis heute genauso wie auf ein Arbeitszeugnis und den ausstehenden Lohn.
Hat jetzt nen Anwalt kontaktiert und will/muss die Sache jetzt darüber regeln lassen. Der kann ihr nicht versprechen, dass sie nen möglichen Prozess gewinnen wird, da ihr ex-Chef wohl bei Arbeits - und Strafgericht recht bekannt ist und u.a. wegen Betrug und Insolvenzverschleppung vorm Richter stand.
Lebt jetzt von Erspartem und meinem Stiefvater (der geht allerdings in nem Jahr in Rente).
Ihre Krankenversicherung bezahlt sie auch selber......

Problem ist jetzt: Sie findet für sich nichts mehr!
Ist jetzt 56, hat zwar Verkäuferin gelernt, aber das war halt vor 35 Jahren und hat seit dem auch nie mehr in dem Beruf gearbeitet. War seitdem entweder Hausfrau oder Haushaltshilfe.
Sie will nicht mehr Vollzeit arbeiten, ist körperlich nicht mehr so belastbar, nicht mobil.
Außerdem hat sie kein aktuelles Foto, keinen Lebenslauf, hat noch nie ne Bewerbung (am Rechner) geschrieben und ihre PC-Kenntnisse sind praktisch nicht vorhanden. Auch kennt sie sich mit Jobportalen überhaupt nicht aus und weiß da auch nicht so recht, wie und nach was sie suchen und auf was sie achten soll.
Hat all ihre Stellen bis jetzt über Mund-zu-Mund-Propaganda oder Stellenanzeigen in der Zeitung gefunden.
Aber das wird halt immer schwieriger; jetzt im Sommer sowieso.
Dazu kommt noch, das sie auf keinen Fall zum Amt will und sie panische Angst vor Hartz-IV hat. Problem ist dabei auch, ob sie überhaupt was bekommen würde, da mein Stiefvater (Anmerkung: die beiden sind nicht verheiratet, aber seit 20 Jahren zusammen) ja ein Vollzeitgehalt hat und ich zumindest noch offiziell da gemeldet bin (wohne aber de facto nicht mehr da) und nen 450€-Job habe. Dazu kostet die Wohnung ordentliche 750€ Miete (90m²) und ich bezweifle, dass das Amt was dazu gibt.

Sie hat jetzt echt Existenzängste und das Rumsitzen und die Ausweglosigkeit machen sie fertig. Sie hat Angst zum Sozialfall zu werden und im Zweifel bis zur Rente vom Amt verwaltet und von Maßnahme zu Maßnahme geschoben zu werden oder auf ewig von meinem Stiefvater abhängig zu sein.
Ihr geht es jetzt wirklich schlecht und ich habe das Gefühl,seitdem sie aus dem 5€-Job raus ist klebt ihr das Pech an den Hacken.

Sie will eigentlich nur noch für die nächsten 6-7 Jahre nen anständigen Job, der ihr einigermaßen auskommen beschehrt, um dann in Ruhe in Rente gehen zu können (wird allerdings auch nicht hoch sein.)
Bin mittlerweile auch ratlos, denn mehr als Hilfestellung geben kann ich auch nicht und ich bin ja auch froh, das ich jetzt erstmal wieder was gefunden habe.

Hat hier irgendjemand nen Rat, was sie jetzt tun sollte bzw. was wir als Familie jetzt machen können?
 
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Kerstin_K

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Also zumindest Haushaltshilfen auf Minijob-Basisi weren bei uns viel gesucht und es ist sehr schwer, jemanden zuverlässiges zu finden. Undschriftliche Bewwerbungen sind in dem Bereich eher unüblich.

Ich würde es einfach mal mit einem Aushang im Supermarlt oder so versuchen.
 

Stabilo Boss

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Also zumindest Haushaltshilfen auf Minijob-Basisi weren bei uns viel gesucht und es ist sehr schwer, jemanden zuverlässiges zu finden. Undschriftliche Bewwerbungen sind in dem Bereich eher unüblich.

Ich würde es einfach mal mit einem Aushang im Supermarlt oder so versuchen.
Auch schon passiert; bis jetzt ohne Ergebnis
 

Katzenstube

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Sag mal Stabiloboss, die von Dir aufgeführten Tätigkeiten, wurden da Beiträge an Renten- oder Arbeitslosenversicherung bezahlt.

Ich denke, um Altersrente zu erhalten müssen ja auch voraussetzungen erfüllt sein. Bei Google kam ich auch nicht weiter ... interessiert mich auch das Handling.

Wären Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entrichtet worden sein und ein Anspruch besteht, so könnte sie hier Bewerbungen und den Umgang mit dem PC ansatzweise erfahren.

Gruss von Katzenstube

Hilfe, wo kommen die Wiederholungen her.....
 
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Stabilo Boss

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Sag mal Stabiloboss, die von Dir aufgeführten Tätigkeiten, wurden da Beiträge an Renten- oder Arbeitslosenversicherung bezahlt.

Ich denke, um Altersrente zu erhalten müssen ja auch voraussetzungen erfüllt sein. Bei Google kam ich auch nicht weiter ... interessiert mich auch das Handling.

Wären Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entrichtet worden sein und ein Anspruch besteht, so könnte sie hier Bewerbungen und den Umgang mit dem PC ansatzweise erfahren.

Gruss von Katzenstube
Bei der 15-Jahres-Beschäftigung wurde vor 10 Jahren ne Teilzeitstelle draus, davor war es geringfügig.
Bei dem Scheidungspärchen ja, beim letzten Arbeitsverhältnis nicht.
 
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Katzenstube

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War das immer als Minijob declariert bzw. Würde der als sozialversicherungspflichtig angemeldet. Wenn ich das richtig recherchiert habe, hätte dann im Monat ein Betrag von knapp unter 17 Euro als Rentenversicherungsbeitrag abgeführt werden müssen.

Bin mal gespannt, was die Fachleute hier sagen. Nicht, dass ich mit meinem dummen Halbwissen etwas verdrehe.

Toi toi toi wünscht Katzenstube
 

Kerstin_K

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Ich glaube der Mindestbeitrag st deitlich höher als 17 EUR, irgendwas in den Siebzigern.
 

Katzenstube

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Boah, das wäre aber hart... Ich habe keine Ahnung wie bei 450 Euro Jobs Altersrente aussieht. Interessiert mich auch. Ich kann mir vorstellen, dass dieses ein Thema für viele Mütter ist oder wird.....
 

HermineL

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Meine Mom hat 15 Jahre bei einem Sanitärbetrieb als Haushaltshilfe gearbeitet und dabei gerade mal 5 € (!) die Stunde bekommen (25 Std./Woche).
Da mein Stiefvater ganz gokay verdient hat (1.700€ netto) ging das einige Zeit klar, obwohl das natürlich schon damals ein Witz war.
Bis wann hat sie denn für dieses Geld dort gearbeitet ?
 

Birgit63

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Wie schon in einem anderen Forum geschrieben, sollte deine Mama und dein Stiefvater über eine Heirat nachdenken. Das hätte positive Auswirkungen. Auch wäre deine Mutter abgesichert (Witwenrente) wenn deinem Stiefvater mal was zustößt.
 

ela1953

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Da sie beim letzten Minijob nicht angemeldet wurde, wurden ja keine Abgaben geleistet.
Wobei im Haushalt anders gerechnet wird, wie bei den anderen Minijobs.
Streng genommen, besteht ja der Minijob noch wegen der fehlenden schriftlichen Kündigung.
Aber bei der Vorgeschichte des "Chefs" wird wohl nichts zu holen sein.

Warum heiraten deine Eltern nicht? Dann könnte deine Mutter in die Familienversicherung und bekäme dann auch mal Witwenrente.
Würde ich nach 20 Jahren, als Frau und auch als der verdienende Partner, drüber nachdenken.
Vom JC und später vom Sozialamt gelten die beiden ja eh als BG.
 

Stabilo Boss

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Bis wann hat sie denn für dieses Geld dort gearbeitet ?
Bis März 2018(!)
Natürlich war das nicht rechtens,aber meine Mom war halt töricht genug, das so lange zu schlucken.
Die hätten sie von selber auch nie rausgeschmissen, das sie im Leben keine andere gefunden hätten, die für die Kröten gekommen wäre.

Ich frage mich ernsthaft wie Menschen ticken müsen, die ihre Mitarbeiter wissentlich (rechtswidrig) unterbezahlen und wie die noch ruhig schlafen und morgens in den Spiegel schauen können; ich könnte es nicht.......
 
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HermineL

Super-Moderation
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Bis Mai 2018(!)
Natürlich war das nicht rechtens,aber meine Mom war halt töricht genug, das so lange zu schlucken.
Der Mindestlohn gilt seit Januar 2015. Da wäre es möglich rückwirkend noch etwas zu machen. Vor allem würde daraus bei der Stundenzahl von 25/Woche rückwirkend ein sozialversicherungspflichtiger Job.
 

Stabilo Boss

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Der Mindestlohn gilt seit Januar 2015. Da wäre es möglich rückwirkend noch etwas zu machen. Vor allem würde daraus bei der Stundenzahl von 25/Woche rückwirkend ein sozialversicherungspflichtiger Job.
Hab mal Nachgefragt: Offiziell war es doch wohl weiter ne 450€-Beschäftigung, den Rest hat meine Mom dann so auf die Kralle bekommen .
Da wird es schwer, da noch groß was zu machen, ohne sich selbst ans Messer zu liefern, mal abgesehen davon, das dann auch die Abrechnungen alle zweifelhaft waren, sie aber trotzdem immer ihren Otto druntersetzen musste, da sie sonst wohl den Job verloren hätte.

Keine Ahnung, warum die das so lange hat mich sich machen lassen, aber sie hatte wohl Angst, das sie dann nichts anderes mehr findet........
 
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SB Feind

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@Kerstin_K

Hat er doch schon gesgat das da einiges bar auf die Hand gab.
Frag doch mal im Lidl da suchen die Aushilfen bis 20 Stunden die Woche also versicherungspflichtig. ( Teilzeit) und da sitzen auch ältere Semester an der Kasse. Und die zahlen 12,50 Euro also weit über Mindestlohn.

Hier kannst du das berechnen was Sie dann verdeinen würde.

 

Gaestin

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also, es ist überhaupt kein Problem bei der Mini-Job Zentrale einen 450 Euro Job (z.B. im Haushalt) anzumelden, wenn
sie das möchte. Die Idee mit der Heirat: sie müssen mindestens fünf Jahre verheiratet gewesen sein. Vorher keine Witwenrente.
Eine Bekannte hat jahrelang ihren Freund gepflegt (Dialyse zu Hause) und dann heirateten sie. Er starb am nächsten Tag. Sie
bekommt überhaupt nichts.
 
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