Muss man Jobcenter Bewerbungsunterlagen vorlegen ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

jockel

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Im Erstantrag gibt man an:

wann man geboren ist?
was man für einen erlernten Beruf hat?
wo man zuvor überall gearbeitet hat?

Nichts anderes steht auch in einem Lebenslauf! Etwaige Umschulungen oder Weiterbildungen während des SGB II Bezuges sind dem Leistungsträger ohnehin bekannt, weil er diese Maßnahmen einleitete.
Richtig, sonst wäre das Profiling völlig sinnlos gewesen. Die kauen nur Bekanntes zum x-ten Mal wieder wie Kühe ihr hochgewürgtes Futter.
 

jockel

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Teddybears (dessen Beiträge ich sehr schätze) Argumentation in diesem Faden hat meiner Meinung nach leider einen entscheidenden Fehler: Du sagst dass der SB sich die Daten aus der Akte raussuchen könnte. Klar kann er das tun. Daraus ergibts sich aber keine Einschätzung darüber ob der TE selbstständig dazu in der Lage ist, angemessene Bewerbungsunterlagen zu erstellen oder nicht. Für eine solche Einschätzung ist es nun mal nötig einen Blick auf eine Muster- bzw. Beispielbewerbung zu werfen.

Gruß
xj3Qr1nL7ys
Genau das soll man als jobsuchender Erwerbsloser eben nicht - Muster- und Beispielsbewerbungen an Arbeitgeber abliefern. Dann würden ja Formularbewerbungen nach einem DIN-Standard ausreichen.

Jeder Jobsuchende soll doch mit Intelligenz und Rafinesse sich so bewerben, daß er aus der Masse aller Bewerber sich auffallend abhebt und auf die vorgegebenen Stellenanforderungen antwortend eingeht.

Am besten, man ist Anwärter auf einen Nobelpreis oder Doktorwürde und bringt das richtige Parteibuch a la Schavan und Guttenberg mit. Dann klappts auch mit dem Arbeitgeber.
 

jockel

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Nun ob der SB generell in der Lage ist das abzuschätzen, kann man ja auch mal anzweifeln! :biggrin:

So gesehen hast du aber recht nur sollte der SB ja schon erkennen, ob er es mit einem Volldeppen zu tun hat oder nicht. Sprich es sich nicht erschließt, warum nun alle unter eine Art von General-Blödheits-Verdacht gestellt werden und diese Bewerbungsunterlagen schon pro forma in der Regel blind abgefordert werden?

Mich hat man auch mal zum Bewerbungstraining einfach so geschickt. War wohl noch ne Stelle frei! :biggrin:

Habe da eine Bewerbung gemacht und die Maßnahme-Tante konnte gar nicht nachvollziehen, was ich in ihrem Kurs soll! Ich auch nicht!!! Sie wollte meine Bewerbung als Muster für andere Kursteilnehmer haben.
Nun bin ich aber nun mal auch leider über 40 Jahre alt und da will mich halt auch keiner mehr mit einer tollen Bewerbung haben. Ich könnte auch die Bewerbung mit Plauener-Spitze verzieren aber so oder so - Ich bin zu alt für den Markt!
Aha der Teddybear kommt aus dem Vogtland, wo die Plauener Spitze von der Treuhand erfolgreich niedergemacht wurde.

Plauener Spitze modern Gardinen Tischdecken Fensterbilder zu Ostern

Ähnlich geht's auch den Erzgebirgern mit den Posamenten und Effekten (Borten, Kordeln, Schnüren, ...) - Stichwort: OPEW- Annaberg-Buchholz

Oder schau Dir die gesamte Textilindustrie im Erzgebirge oder in der Lausitz an. Liegt alles schön am Boden.

Na Du hast es noch nicht mit Brüsseler oder Mailänder Spitze versucht.

Was wir hier erleben mit der Verelendung der Menschen unter kapitalistischen Bedingungen durch Massenarbeitslosigkeit, ist wie bei den Schlesischen Webern. Nur hatten die noch kein Alg II, sondern waren noch schlechter dran.

Heinrich Heine - Schlesische Weber

Aber auch mit der Textilindustrie ist man in Nordrhein-Westfalen nicht anders umgesprungen - Stichwort Bielefeld oder Monschau in der Eifel im 19. Jh. In der Eifel war wohl die Damastweberei zu Hause. Oder schau Dir den Niedergang der Seidenweberei im französischen Lyon an, nachdem über Venedig billige Seide aus China importiert wurde und auf Europa verstreut wurde.

Was in der Textilindustrie auch zur Verelendung beiträgt - das Verlagswesen a la Barbara Uthmann

Verlagswesen in Kopplung mit Heimarbeit

Das gleiche finden wir auch in der Spielwarenindustrie.

Frachising unserer Tage ist auch nichts anders als Verlagswesen.

Unternehmer rangieren Menschen massenweise aus, auch wenn sie noch so fähig sind, wenn sie auf diese Merkmale einzeln oder in Kombination treffen
  • Langarbeitslosigkeit
  • Alter
  • Behinderung
  • mehrfache anspruchsvolle Qualifizierungen - kann man schlecht auf Helferstellen als Ungelernte oder Angelernte abschieben - erklärt man einfach für überqualifiziert und damit zu teuer
  • gewerkschaftlich organisiert oder womöglich schon linkslastig orientiert
Die Ämter stimmen diesem Unternehmertreiben stillschweigend zu, weil sie von der privaten Unternehmensberatung die Schubfächer für Arbeitslose bekommen hat
  • Marktkunde
  • Beratungskunde
  • Betreuungskunde
Der Betreuungskunde gilt als völlig chancenlos und gehört am Besten ins Gas eines KZs. Und die meisten sind Betreuungskunden.

Der 50Plus-Mist war nur ein zwischenzeitliches Strohfeuer und läuft auch völlig ins Leere.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Hier schreib dir hier mal die relevanten Absätze aus dem Brief vom Bundesdatenschutzbeauftragten den janis auf seine Anfrage hin bekommen hat:
Zu einer Bewerbung gehören in der Regel neben einem Anschreiben, einem Foto und einem Lebenslauf im Anhang auch Urkunden, die für die Qualifikation von Bedeutung sind. Dies können unter anderem Schulzeugnisse, Ausbildungsnachweise und auch Arbeitszeugnisse sein. Eine Verpflichtung zur Vorlage eines Arbeitszeugnisses besteht nicht.

Demzufolge ist eine Vermittlung in Arbeit auch ohne Kenntnis des Arbeitszeugnisses möglich und die gesonderte Anforderung nicht zulässig.
 

jockel

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Ja könnte man aber auch heranziehen. Es geht auch dort um den Tenor, dass ich selbst entscheide, wer meine Daten bekommt und wer nicht. Ein Maßnahmeträger bedarf nicht meiner personenbezogenen Daten, wenn er mich nicht einmal einstellen will. Die Daten braucht er nicht einmal für ein Bewerbungstraining, weil ein Training auch mit Musterdaten durchgeführt werden kann. ...
Mittlerweile hat man nicht mal mehr Chancen, wenn man sein Können mit Arbeitsproben und Referenzen untermauert. Es interessiert die Unternehmer einfach nicht, sich diese Beweisführung anzusehen.
 

jockel

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Falsch !!!


Es geht um Bewerbungsunterlagen und dazu gehört auch der Lebenslauf.

Was das Bewerbunganschreiben betrifft so gilt hier das gleiche. Der TE ist verpflichtet seine Bewerbungsbemühungen
nachzuweisen. Nicht mehr und nicht weniger. Das kann mit einer Liste erfolgen in der die Firmen und das Datum eingetragen
werden usw. Die meisten JC nutzen solche Listen.
Der Inhalt der kompletten Bewerbung, dies umfaßt das Anschreiben, den Lebenslauf und die Zeugnisse, unterliegt dem
Datenschutz und geht den SB nichts an. Es gibt auch keine rechtliche Grundlage dazu. Auch sind diese Unterlagen nicht
relevant für die Vermittlung durch den SB. Zu Vermittlung muss der SB nur wissen welchen Beruf man erlernt hat und welche
zusätzlichen Qualifikationen man hat. Hierzu genügt es dies dem SB mündlich mitzuteilen oder dies in einem durch manche JC
genutzte Fragebogen anzugeben. Einen Nachweis das man tasächlich diese Qualifikationen hat muss mann nur dem
zukünftigen Arbeitgeber erbringen und nicht dem JC.
Man kan auch solche Qualifizierungsnachweise türken wie die Beispiele Schavan und von Guttenberg beweisen.

Nur nutzt das keinem arbeitslosen Untertanen. Auch Akademiker mit ehrlich erarbeiteten Abschlüssen sind erfolglos. Es gehört noch die Frage nach der sozialen Herkunft mit dazu, ob man Chancen bekommt oder nicht.
 

jockel

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Ich habe beim Jobcenter nachgefragt:

Die meinen jeder Lesitungsbezieher sei verpflichtet, ALLEZeugnisse vorzulegen die er hat oder haben muss.

Kann das denn wirklich sein ?
Du hast zielgerichtet nur die Zeugnisse vorzulegen, die in die bewerbende Berufsrichtung abzielen.

Was nutzen dem künftigen Arbeitger die Berufsabschlüsse eines Werkzeugmachers, wenn man sich auf eine Bäckerstelle bewirbt.
 

salka

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Grundsätzlich muss man dem Jobcenter NICHTS vorlegen! Man muss nur mit den Konsequenzen leben und die ergeben sich aus der EGV und den gesetzlichen Rahmenbedingungen :icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:

LG
Ja, das ist klar. Aber nur wenn man so eine unterschrieben hat. Bei mir meldet sich der JC jetzt nach 1,5 jahren zum ersten mal überhaupt seit Antragstellung. Während ich in einer unbefristete volzeitbeschäftigung bin und meine frau im erziehungsurlaub. Was kann passieren wenn ich ignoriere die bewerbungsunterlagen und komme leer ins JC zum termin?
 
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