Muss man einer Rechnung eines Anwalts widersprechen? (1 Betrachter)

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Haibu

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Hallo zusammen.

Ich habe von einem Rechtsanwalt eine Rechnung erhalten, die ich für ungerechtfertigt halte. Er hat mir eine Frist von 14 Tagen zur Begleichung gesetzt. Fristbeginn ist das Erstellungsdatum des Schreibens, verschickt wurde es aber erst zwei Tage später, angekommen ist es bei mir vier Tage nach Erstellung.
Muss ich dieser Rechnung erstmal widersprechen, um irgendwelche Fristen zu wahren? Ich möchte dagegen vorgehen, brauche dafür aber Zeit und Hilfe.



Da sicher Nachfragen kämen, schildere ich den Fall so kurz wie möglich. Ich hatte zwei hartnäckige Gläubiger (plus ein paar kleine Gläubiger, insgesamt wenige hundert Euro), mit denen ich mich im Vorfeld meiner Existenzgründung endlich einigen wollte und musste, da dies meine Geschäftsgründung sonst verhindert/gefährdet hätte. Ich hatte dazu auf Empfehlung einen Rechtsanwalt kontaktiert, der mit mir eine Gebühr von 700,- netto für die Durchführung einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung vereinbarte. Damals war es mir dies wert, und ich stand unter Zeitdruck. Vom ersten Termin aber wollte mich dieser Anwalt aber in die Privatinsolvenz führen. Ich versuchte immer wieder, ihm dieses auszureden und dachte, dass ein Anwalt in meinem Sinne zu handeln hat, und das tut, was ich möchte.
Dann ging die Zeit ins Land, ich hörte nichts und fragte nach. Angeblich wären meine Unterlagen (per Mail) nicht angekommen, dann aus Versehen im Spamordner gelandet. Ich erhielt keine Durchschriften der angeblichen Anschreiben, fragte später wieder nach. Mit dem Ergebnis, dass der Anwalt die "kleinen" Gläubiger angeschrieben hatte und auch Antwort erhielt, sich die beiden wichtigen Gläubiger (um die es mir eigentlich ging) aber angeblich nicht zurückmeldeten. Ich solle noch warten. Immer wieder der Vorschlag der Privatinsolvenz. Nach erneuter Wartezeit habe ich wieder nachgefragt und bekam vom Anwalt die Antwort, dass wenn sich die beiden wichtigen Gläubiger nicht melden, dann wollten diese auch nicht. Also bliebe nur die Privatinsolvenz.
Ich konnte mir dies nicht erklären, schrieb die beiden Gläubiger selbst an und erhielt von beiden innerhalb von sechs Tagen die erbetene Forderungsaufstellung. Ich habe mich dann an eine Sozialberatung gewandt, die dann mit beiden Gläubigern komplikationslos innerhalb von ein paar Wochen einen Ratenzahlungsplan ausgehandelt hat. Beide Gläubiger teilten mir dann mit (einer sogar schriftlich), dass sie niemals von diesem Anwalt kontaktiert wurden.
Es gab zu keiner Zeit ein Ratenzahlungs- oder Vergleichsangebot von mir über den besagten Anwalt, noch wurde die Angelegenheit vom Rechtsanwalt in meinem Sinne geregelt. Und dennoch schickt er mir eine Rechnung über 700,- netto plus MwST. plus 20,- Gebührenpauschale.

Und das möchte ich so nicht hinnehmen, weil der Anwalt seine Arbeit nicht gemacht hat und daher auch keinen Schuldenbereinigungsversuch unternommen hat, so wie er ihn in Rechnung stellt. Seine Tätigkeit bestand lediglich darin, fünf kleine Gläubiger anzuschreiben undum eine Forderungsaufstellung zu bitten. Sonst hat er nichts getan.
 

gbgb

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AW: Muss man Rechnungen widersprechen?

Nein, muss man nicht. Es gilt das gleiche, wie für andere Rechnungen auch.

Etwas anderes würde für eine Kostenfestsetzung der RA-Gebühren durch ein Gericht gelten, was hier aber bei der außergerichtlichen Tätigkeit ausscheidet.

für Details, s.a. https://www.rak-freiburg.de/fileadm...hn_Die_Verguetung_und_ihre_Geltendmachung.pdf (= RA darf für die Geltendmachung seiner Rechnung keine Gebühren verlangen, Einschaltung eines anderen RA durch den RA fraglich; außer im gerichtlichen Mahnverfahren, da wären die anderen RA-Kosten erstattungsfähig)
 

axellino

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AW: Muss man Rechnungen widersprechen?

Muss ich dieser Rechnung erstmal widersprechen, um irgendwelche Fristen zu wahren
Hier gibt es für dich derzeit keine Fristen zu wahren.
So denn Du die Dir gesetzte Zahlungsfrist vom Anwalt verstreichen laesst oder Du der aus deiner Sicht ungerechtfertigen Forderung ihm gegenüber widersprichst, bliebe den Gutsten nur, seine Forderung gerichtlich gegen dich geltend zu machen (Zahlungsklage o. Mahnverfahren) und in diesen Fall, gäbe es für dich Fristen einzuhalten, so denn Du dich gegen die aus deiner Sicht ungerechtfertigte Forderung wehren möchtest.
 

Haibu

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Ok, danke. Das hilft mir erstmal ein wenig, zumindest lässt mir etwas Zeit. Denn auch, bzw. gerade wenn man sich selbständig machen will, hat man keine 800 Euro ohne Gegenleistung zu verschenken.

Nur, etwas muss ich ja tun. Vl. versuche ich es erstmal mit einem freundlichen Schreiben und Hinweis darauf, dass die Leistung ja gar nicht erbracht wurde.

Oder hat hier jemand ähnliche Erfahrungen? Vl. direkt an die Schlichtungsstelle? Bundesrechtsanwaltskammer ~ Schlichtung
Oder sich dort rat holen? Deutsche Anwaltshotline - telefonische Rechtsberatung : Rechtsanwalt Hotline

Blöd, wenn man auf der Gegenseite direkt einen Anwalt hat, der dich über den Tisch ziehen wollte.
 

axellino

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Vl. versuche ich es erstmal mit einem freundlichen Schreiben und Hinweis darauf, dass die Leistung ja gar nicht erbracht wurde.
Dies würde ich aus meiner Sicht auch erstmal vorziehen, vor Bundesrechtsanwaltskammer, Anwaltshotline etc.
Daraufhin siehst Du ja dann ggfls. auch, in welche Richtung das ganze mit den Winkeladvokaten laufen wird.

Blöd, wenn man auf der Gegenseite direkt einen Anwalt hat, der dich über den Tisch ziehen wollte.
Das mag deine Sicht der Dinge sein und mag vielleicht auch zutreffend sein, jedoch wird der Anwalt das sicher ggfls. anders sehen und somit müsste ggfls. dann ein Gericht klären, ob die vertraglich vereinbarte Leistung vom Anwalt erbracht wurde.
 
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