Muss man den GDB(Grad der Behinderung) im Bewerbungsanschreiben angeben?

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Michael

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Hallo liebe Leute,

nach langem Kampf hatte mein Widerspruch gegen die Ablehnung einer Feststellung Erfolg:
ich habe jetzt einen GDB von 30.
Herr P. vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft in Brake meinte auf meine Frage,wie sich das rechtlich verhält - ob ich im Bewrbungsschreiben angeben müsse,dass ich zu 30% schwerbehindert bin,da müsse ich mich an das Amt für Gesundheit,Familie und Soziales in Oldenburg wenden - war das ernst gemeint?

Wähend Herr P. grösstenteils in Richtung Ehrlichkeit die gesundheitlichen Verhältnisse betreffend argumentierte,meinte Herr R. von der Agentur in Brake. dass das Erwähnen meiner Herzinfarkte dem Arbeitgeber gegenüber bereits ein Sanktionsgrund sei,also zum Kürzen meiner Leistungen von der ARGE berechtige -
hat da jemand zurückgerudert oder weiss da die rechte Hand nicht,was die linke tut???

Für jede Aufklärung dankt M.
 
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Hallo liebe Leute,

nach langem Kampf hatte mein Widerspruch gegen die Ablehnung einer Feststellung Erfolg:
ich habe jetzt einen GDB von 30.
Herr P. vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft in Brake meinte auf meine Frage,wie sich das rechtlich verhält - ob ich im Bewrbungsschreiben angeben müsse,dass ich zu 30% schwerbehindert bin,da müsse ich mich an das Amt für Gesundheit,Familie und Soziales in Oldenburg wenden - war das ernst gemeint?
Man muß im Bewerbungsschreiben nicht angeben. Sollte man auch tunlichst nicht, wenn man den Job haben will.
Wähend Herr P. grösstenteils in Richtung Ehrlichkeit die gesundheitlichen Verhältnisse betreffend argumentierte,meinte Herr R. von der Agentur in Brake. dass das Erwähnen meiner Herzinfarkte dem Arbeitgeber gegenüber bereits ein Sanktionsgrund sei,also zum Kürzen meiner Leistungen von der ARGE berechtige -
hat da jemand zurückgerudert oder weiss da die rechte Hand nicht,was die linke tut???

Für jede Aufklärung dankt M.
.
 

Michael

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Okay- man muss also ím Bewerbungsanschreiben den Grad der Behinderung nicht angeben - aber beim Vorstellungsgespräch muss man dann die Hosen fallen lassen - oder ?
Denn da geht es doch auch und nicht nur - um Rechtssicherheit,oder?
Danke für die prompte Antwort!
 
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Okay- man muss also ím Bewerbungsanschreiben den Grad der Behinderung nicht angeben - aber beim Vorstellungsgespräch muss man dann die Hosen fallen lassen - oder ?
Denn da geht es doch auch und nicht nur - um Rechtssicherheit,oder?
Danke für die prompte Antwort!

Rechtlich gesehen bist Du mit GdB 30 noch gar nicht schwerbehindert. Du kannst ggf. nur die Gleichstellung beantragen. Schwerbehindert ist man ab GdB 50.

Bzgl. Vorstellungsgespräch: Wenn ich einen Fragebogen ausfüllen mußte, habe ich den GdB immer angegeben. Auch weil es meist den Hinweis gab, daß bei unwahren Angaben der Arbeitsvertrag ungültig ist.

Aber heute ist wohl alles anders. Wenn Deine Behinderung keine Auswirkungen auf die angestrebte Tätigkeit hat, mußt Du sie wohl auch nicht angeben. Außerdem gibt es ja neuerdings dieses europäische Antidiskriminierungsgesetz. Danach könnte evtl. die Frage nach einer Behinderung schon diskriminierend oder rechtswidrig sein.
 

Kerstin_K

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Sagen wirs mal so: Es kommt immer drauf an.

Bei vielen Arbeitgebern ist es so, dass. wenn sich jemand mit Behinderung bewirbt, man auf jeden Fall ein Gespräch bekommt oder bei dem Gespräch auf jeden Fall der Schwerbehindertenbeauftragte der Firma dabei ist. Bei anderen wird man sofort aussortiert. Also muss man sich vorher genau über die Firma erkundigen.

Dann kommt es auf die Art der Arbeit an und ob die Behinderung die Arbeitsleistung beieinrtächtigen könnte. Dann muss man schon mit offenen Karten spielen.

Einen überstandenen Herzinfarkt sieht man dem Betroffenen ja nicht an. Deshalb kann es hier auch reichen, dass Thema im persönlichen Geaspräch auf den Tisch zu bringen. Bei einer Gehbehinderung z. B. sehe ich das anders: Ich habe es schon erlebt, dass Leute erstmal total geschockt sind, wenn ich beim Gespräch auf sie zugehe und sie erst in diesem Moment mit mener Behinderung konfrontiert werden. Dann kommt anschließend kein vernünftiges Gespräch mehr zustande. Ich habe immer ins Anschreiben geschrieben "Trotz meiner Gehbehinderung bin ich sicher, Ihr Team bei den anstehenden Aufgaben erfolgreich unterstützen zu können." oder etwas in der Art. Im Lebenslauf steht dann noch bei einer Schule (Schule für Körperbehinderte) dahinter und meine Ausbildung habe ich in einem Berufsförderungszentrum gemacht. We es dann noch nicht geschnallt hat, dem kann ich auch nicht helfen.

Keinesfalls in eine Bewerbung hinein gehören aus meiner Sicht Diagnosen oder medizinische Fachbegriffe. Das versteht sowieso keiner.

Auch mit der Angabe des GdB muss man vorsichtig sein. Wenn ein Arbeitgeber keine Ahnung hat, wirken 100 % GdB schnelle wie "kann gar nichts".

Dieser Mensch von der Argentur in Brake hat null Ahnung. Eine Behinderung verschwindet nicht dadurch, dass man sie verschweigt und es gibt auch Arbeitgeber die so etwas als Vertrauensbruch ansehen. Ich sehe das so: Am richtigen Arbeitsplatzt mit der richtigen Ausstatung ist ein Behinderter ganauso leistungsfähig wie ein Nichtbehinderter. Mich und meine Behinderung, uns gibt es nur im Doppelpack und wer das nicht akzeptieren will, der hat meine Arbeitsleistung eh nicht verdient.
 

Sonntagsmaja

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Von meiner ehemaligen (Versuchs)Fallmanagerin bin ich zu Zeitarbeitsfirmen geschickt worden mit der Auflage, meine (auch sichtbare!) Behinderungen zu verschweigen und schon gar nicht darauf "herumzureiten".

Als ich dann dort saß und einen Personbogen ausfüllen sollte mit den Angaben zu Einschränkungen und Behinderungen (versicherungstechnisch relevant!), habe ich das Handtuch geworfen und mich hochoffiziell über die Dame beschwert und den Vorfall geschildert.

Besagte FM ist jetzt eine Ex-FM und "darf" in der Widerspruchstelle aushelfen:icon_party:
 

Kerstin_K

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Diese Auflage hätte ich mir schriftlich geben lassen! Eine sichtbare Behinderung verschweigen, wie hohl ist das denn?

Ich war mal bei einem Ver,ittler speziell für Berhinderte. Weil ich damals dachte, um mich vermitteln zu können, müsste dr ja erstmal meinen Werdegang und so kennen, habe ich im beim ersten Gespräch einen Lebenslauf in die Hand gedrückt, in dem auch der GdB stand. Da sagte der Typ zu mir, in dem Lebenslauf sei ein Fehler. Ich dachte annnen Tippfehler oder so, da sagt der zu mir GdB 100 und Abi, da könne was nicht mir rechten Dingen zugegangen sein.:eek:

Ich war der Meinung, dass ein Mensch mit dieser Einstellung keine Behinderten vermittel sollte und habe mich an den Amtsleiter gewand. Den Vermittler habe ich nie wieder gesehen.
 

rheinlaenderin

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Ich gehe davon aus, dass man sich nur auf Stellen bewirbt, die man auch realistisch ausüben könnte. Insofern sehe ich keinen Anlass, einen GdB in der Bewerbung zu erwähnen, und im Vorstellungsgespräch eigentlich auch nicht. Solltest Du gefragt werden, ob an dem Gespräch jemand von der Schwerbehindertenvertretung dabei sein soll, kann Du das bejahen.

Der GdB könnte für einen potentiellen Arbeitgeber interessant sein, wenn er einen Eingliederungszuschuss für Schwerbehinderte erhalten könnte. Mit 30% bist Du aber nicht schwerbehindert, und wie es mit einer Gleichstellung bei Dir aussieht, weiß ich nicht.

Außerdem könnte es für Unternehmen interessant sein, Behinderte einzustellen, wenn sie bestimmte Quoten erfüllen müssen/wollen. Auch hier kann ich nicht sagen, ob da nur das Kriterium der Schwerbehinderung relevant ist.
 

berimbau

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Diese Auflage hätte ich mir schriftlich geben lassen! Eine sichtbare Behinderung verschweigen, wie hohl ist das denn?

Ich war mal bei einem Ver,ittler speziell für Berhinderte. Weil ich damals dachte, um mich vermitteln zu können, müsste dr ja erstmal meinen Werdegang und so kennen, habe ich im beim ersten Gespräch einen Lebenslauf in die Hand gedrückt, in dem auch der GdB stand. Da sagte der Typ zu mir, in dem Lebenslauf sei ein Fehler. Ich dachte annnen Tippfehler oder so, da sagt der zu mir GdB 100 und Abi, da könne was nicht mir rechten Dingen zugegangen sein.:eek:

Ich war der Meinung, dass ein Mensch mit dieser Einstellung keine Behinderten vermittel sollte und habe mich an den Amtsleiter gewand. Den Vermittler habe ich nie wieder gesehen.

Ja, das gibt es leider wirklich. Manche FM sind eben Traumtänzer und nicht von dieser Welt. Meine damalige hat mir auch Sanktionen angedroht, wenn ich meine Behinderung weiterhin im Bewerbungsschreiben erwähne. Meinen Rolli übersieht so schnell niemand. :icon_neutral:

Die Dame hat aber auch bezüglich anderer Fragen mit absoluter Unkenntnis "geglänzt"....
 

Michael

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Danke für die Hilfe.
Nur damit ich Nichts falsch verstehe:

Wenn der Fallmanager - wie am 5.3.2009 in Brake geschehen - mir Sanktionen(Leistungskürzungen) androht falls ich meine zwei Herzinfarkte dem potentiellen Arbeitgeber gegenüber erwähnen sollte - verstösst dann der Fallmanager gegen geltendes Recht oder mache ich mich strafbar wenn ich meine Behinderung im Vorstellungsgespräch zur Sprache bringe?
 

Arania

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verstösst dann der Fallmanager gegen geltendes Recht oder mache ich mich strafbar wenn ich meine Behinderung im Vorstellungsgespräch zur Sprache bringe?

1.ja
2.nein
 

Sonntagsmaja

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@Michael
Bestell mal Deinem SB nen schönen Gruß und sage ihm, daß für viele Arbeitgeber die Frage nach Behinderung oder nicht, wichtig ist, da es auch staatliche Förderungen gibt, wenn man Behinderte einstellt.

Oft liesst man auch in Anzeigen, daß bei gleicher Eignung Behinderte bevorzugt eingestellt werden.
Könnte als auch Deine Chancen erhöhen:icon_smile:
Beispiel:
1 Arbeitsplatz = 10 Bewerber, davon 2 behindert ergibt für Dich eine Chance von 50%:icon_smile:
Gleicher Arbeitsplatz = 10 Bewerber, keiner (offiziell) behindert ergibt eine Chance von nur 10%.

Na wenn das kein Argument gegen diese unqualifizierte Sanktionsandrohung ist, dann weiß ich auch nicht.......

Traurig genug, daß man diesen pAp-Nasen auch noch vorbeten muß, wie sie rechtlich korrekt ihre Arbeit zu erledigen haben:icon_eek:
 

Muzel

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So eine Story ist ein Fall für den Behindertenbeauftragten vom Ministerium.
 
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