Muss man dem SB private Fragen beantworten und wenn ja, in welchem Umfang? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Mein neuer SB stellte mir beim letzten Termin auch Fragen, die eigentlich ins Private hineinreichen und für die Vermittlung nicht relevant sind. (Z. B. meine Wohnsituation, familiäre Fragen, ob ich einen PC zuhause habe etc.)
Nun meine allgemeine Frage dazu:
- Welche Art von Fragen muss man beantworten?
- Welche nicht?
Wo ist inhaltlich die Grenze?
Was passiert, wenn man sagt: "Diese Frage möchte ich nicht beantworten." oder wenn ich sage: "Warum wollen Sie das wissen, das hat doch mit der Arbeitsvermittlung nichts zu tun?"

Kann man zu bestimmten Aussagen gezwungen werden?

Bisher wurden mir nie Fragen gestellt, die meine persönliche private Situation betreffen.
Einmal hat ein SB lediglich indirekt versucht, mir etwas zu entlocken, darauf bin ich nicht eingegangen.
Aber wie reagiert man am besten auf direkte Fragen?
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Schweigen und bei Wiederholung das ihn das nichts angeht.
(Habe so mein letzten Coaching nach kurzer Zeit inhaltlich beendet. )
Sei er anderer Meinung bitte um rechtsmittelfähigen schriftlichen Bescheid.
 

Matt45

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Private Fragen muss keiner beantworten. Aber: Wo genau fängt die Grenze an? Familiäre Situation kann wichtig sein, wenn Kinder im "Boot" sind. Auch die Frage nach PC kann wichtig sein, vermutlich meint er Bewerbungen schreiben.

Die Frage nach Hobby, Lieblingsessen..........muss keiner beantworten, es sei denn man versteht sich gut.
 

Krizzo

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Es müssen nur Fragen zur finanziellen Situation von dir und ggf. Bedarfsgemeinschaft beantwortet werden.

Nein auch die Frage nach einem PC ist nicht wichtig. Wenn der Staat fordert, dass ich Bewerbungen am PC schreibe, dann hat er den PC bzw. die Möglichkeit einen PC zu nutzen, zu stellen.
 
E

ExitUser

Gast
Ein Gespräch das ins private gehen soll kann auch gedreht werden
Also genutzt werden um wohlwollend den Werdegang, Sorgen und Nöte des SB zu beleuchten
Klar liegt nicht jedem, grundsätzlich ist es nicht verkehrt etwas Nähe herzustellen
Was ja die Kunst ist Nähe und Distanz im richtigen Maß.
 

erwerbsuchend

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Nein auch die Frage nach einem PC ist nicht wichtig. Wenn der Staat fordert, dass ich Bewerbungen am PC schreibe, dann hat er den PC bzw. die Möglichkeit einen PC zu nutzen, zu stellen.
Dies machen die JC dann auch gern für dich. Dies nennt man Zuweisung zu einer Bewerbungsmaßnahme, wo man dann ganztags nach Stellen suchen und Bewerbungen schreiben kann.
 

faalk

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Dies machen die JC dann auch gern für dich. Dies nennt man Zuweisung zu einer Bewerbungsmaßnahme,
Nö, das hat andere Gründe. z.b. weil die Bewerbung des ELO dem SB nicht passt.

Sollte der ELO in eine Bewerbungsmaßnahme gesteckt werden, nur weil selbiger keinen PC hat, müsste diese Maßnahme unendlich gehen bzw. bis der ELO kein ALG II mehr bezieht. Oder wie soll ELO sonst nach ablauf der x Wochen/Monaten Bewerbungsmaßnahme seine Bewerbung schreiben?
 

erwerbsuchend

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Das ist ein guter Einwand. Gibt es denn gesetzliche Limits, wie häufig ein Elo innerhalb bestimmter Zeiträume einer Bewerbungsmaßnahme zugewiesen werden kann? Schließlich wäre das Nichtvorhandensein von passender Bewerbungstechnik leider ein Grund, dass ein Elo einer Bewerbungsmaßnahme zugewiesen werden kann.
 

franzi

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Die Bewerbung wurde bei mir nicht bemängelt.
Vermutlich kam die Frage, weil der SB wissen wollte, ob ich eine Email habe.
Aber es gibt ja auch PCs ohne Internet-Anschluss ...
 

Birt1959

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Liebe Franzi,
kann das sein, dass Du da ohne Beistand hingehst?

Deine familiäre Situation z.B. geht den SB nur bezüglich der BG was an oder wenn sie die Vermittlung irgendwie einschränkt, z.B. durch die Notwendigkeit der Kinderbetreuung.

Dazu gehört auch, wie Du Dich einrichtest und ob Du einen PC hast oder die Bewerbungen bei jemandem anderen auf dem PC schreibst.

Ansonsten schließe ich mich einem der Vorredner äh Vorschreiber an, dass der Staat dann irgendwie eine Möglichkeit schaffen sollte, damit LBs zu PCs kommen. Und zwar so, dass sie dafür keine Darlehen aufnehmen, sprich sich verschulden, müssen. Die paar Piepen, die der Gesetzgeber für Reparatur und Neuanschaffung veranschlagt, reicht nicht mal für den Besuch eines Repaircafés. Wenn im Wohnort so etwas überhaupt existiert. Auch gibt es nicht in jeder Kommune Initiativen für Menschen mit geringem Einkommen oder Arbeitslose, die PCs bereitstellen. Refurbished PCs kosten auch was...
 

franzi

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@Birt1959: Da ich keine Kinder habe, entfallen diesbezügliche Fragen.
Beistand habe ich bisher leider keinen gefunden. Ich hatte bisher nur einmal einen Beistand dabei, das war ein Angehöriger.
Zum anderen: siehe Post #9
Bisher hat es auch nie jemanden interessiert, wie und wo ich meine Bewerbungen schreiben. Dass ich sie bisher immer ordnungsgemäß geschrieben habe, muss ausreichen.
 

Birt1959

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@Birt1959:
Beistand habe ich bisher leider keinen gefunden. Ich hatte bisher nur einmal einen Beistand dabei, das war ein Angehöriger.
Franzi, such dich mal durch lokale Ehrenamtsbörsen, wenn Du hier keinen Beistand finden solltest. Es gibt ehrenamtliche Gruppen, die Ämterbegleitung anbieten. Die sind nicht immer unter dem Stichwort Arbeitslosigkeit zu finden. In unserer Ehrenamtsbörse findet die entsprechende Gruppe sich bei "Senioren". Liest man aber den Vorstellungstext der Gruppe, erkennt man sofort, dass es sich um allgemeine Ämterbegleitung handelt. (Also von Arbeitsagentur bis Umweltamt.) Eventuell bietet auch ein anderes Erwerbsuchenden-Forum noch so eine Kontaktmöglichkeit. Ob es diese Wir-gehen-mit-Gruppierungen noch gibt, weiß ich nicht. In meinem Gebiet gab es keine, deswegen habe ich das nicht mehr verfolgt.

Solltest Du unseren Suchdienst ;) vergessen haben, hier noch mal der Link.


Meiner Erfahrung nach sollte man hier das Begleitgesuch einstellen, sobald man die Einladung im Briefkasten hat.

Du wirst mit Erstaunen feststellen, dass sich das Verhalten deines Sachbearbeiters schlagartig ändern wird, sobald Du zu zweit auftauchst. Es ist schön, wenn die Begleitung Ahnung vom SGB II hat. Aber sie muss es nicht zwingend haben. (Das können Angehörige sein. Sie sollten nur nicht in einer BG mit Dir leben.) Es geht darum, dass anmaßende SBs wie Deiner ausgebremst werden. Außerdem hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde viel mehr Erfolg, wenn man einen Beistand als Zeugen benennen kann.

Sonst kann die Beschwerde einfach ausgessen werden und außer einer Beschäftigung für Dich nichts weiter bringen... Ein allgemeines Blabla der Marke wir-können-das-nicht-nachvollziehen hat jede Behörde als Briefvorlage im PC. Nach Ablauf einer gewissen Frist wird der Brief dann einfach rausgeschickt und der Rest abgeheftet und archiviert. Damit ist die Angelegenheit dann für die Behörde erledigt und am Umgang mit dir wird sich auch nichts ändern.

Ich fragte in Post 8, weil sich SBs nur dann anmaßen so Dinge wie Bemerkungen zu fehlenden Telefone, PCs und private Fragen nur leisten, wenn sie sich sicher sind, eine eventuelle Dienstaufsichtsbeschwerde abbügeln zu können. Mangels Zeugen auf seiten des LBs können sie immer behaupten "das habe ich nie gesagt" oder "Frau/Herr X hat aber gesagt, dass..." Da da Aussage gegen Aussage steht, wird der JC Chef wohl eher seinem Angestellten als Dir glauben. Und der SB hat eine Abmahnung bzw. einen Eintrag in die Personalakte abgewehrt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Einfachicke

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Wo ist inhaltlich die Grenze?
Hallochen,

ich beantworte Deine Frage mal aus meiner Sicht:
Die Grenze ist genau dort, wo Du sie ziehst. Der/die SB ist jemand, mit dem man gezwungenermaßen Umgang pflegen muss. Und genauso werden die auch von mir behandelt.
Selbst als ich eine ganz nette und vernünftige Fallmanagerin hatte, habe ich die auf Distanz gehalten. Ich musste mir manchmal ganz schön auf die Zunge beißen und das hat mir auch ein bisschen leid getan. Aber ich bin durch diverse schlechte Erfahrungen gebranntes Kind.
Ich habe mein Leben hübsch in einzelne Schubladen verpackt und bestimme selbst, in welche Schublade wer reingucken darf.
Die SB dürfen in die Schublade reingucken, in der alles drinnen ist, was mit meiner Erwerbslosigkeit/Aufstocken zu tun hat. Und auch nur gucken - nicht anfassen!!!
Wobei ich ja seit diesem Monat sozialversicherungspflichtig arbeite. Also kann ich diese Schublade getrost zuknallen und wenn ich Glück habe breche ich dabei ein paar neugierige SB-Fingerchen. :biggrin:

lg Einfachicke
 
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