Muss man als Aufstocker von ALG 2 unbedingt beim Vorstellungsgespräch sagen dass man den Job haben will, was passiert wenn man das Gegenteil nett umschreibt? Gibt es Sanktionen?

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VNiclas

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Folgender Fall, eine Freundin von mir arbeitet als Altenpflegerin und hat eine 29 Stunden Stelle, der Job ist für Sie ein Traumjob, super Klima super Chefs.
Leider muss Ihre Familie aufstocken da Ihr Mann aufgrund von mehreren Krankheiten keinen Job mehr bekommt.

Sie hatte einen Stelle auf die Sie sich bewerben muss vom Amt, mit Belehrung.
Jetzt kommt das Vorstellungsgespräch beim anderen Heim, 100% Stelle, nur etwas mehr Geld und schlechte Arbeitszeiten wie wir in Erfahrung bringen konnten.

Wenn jetzt die Typische Frage kommt, „möchten Sie hier Arbeiten“ oder „warum haben Sie sich beworben“ ?

Was darf man da antworten?

Weil ich aufgrund meiner Hilfebedürftigkeit muss?

oder kann man sogar sagen ich fühle mich beim alten Arbeitgeber wohl und würde gerne da bleiben, musste mich aber bewerben.

Der jetzige AG macht echt alles mit, ständig fällt Sie aus oder muss wegen ihrem Mann oder den Kindern die Arbeit verlassen und es wird Verständnis gezeigt, Sie hat echt Angst vor dem Vorstellungsgespräch.


Diese Anti Zeitarbeitsgespräche Tipps ziehen hier auch nicht so richtig, soziale AG nehmen private Probleme oder unflexibles Verhalten hin.

Danke schonmal für eure Hilfe
 
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abcabc

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Hey,
bei einem VV mit RFB hat der Chef wahrscheinlich schon ein "Verpetzformular" erhalten und weiß entsprechend, dass es sich um eine Zwangsbewerbung handelt (ist aber nicht sicher).

Was heißt denn "etwas mehr Geld"? Lächerliche 50-100€ oder nennenswert mehr?

Wenn jetzt die Typische Frage kommt, „möchten Sie hier Arbeiten“ oder „warum haben Sie sich beworben“ ?
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Job. Aber ich möchte trotzdem mal schauen, ob ich hier ein besseres Angebot bekomme."
Und dann halt mal abfragen, wie das mit Verpflegung, Vermögenswirksamen Leistungen, Schichtdienst, Flexibilität, usw. ist.
Damit bist du sogar bei der Wahrheit geblieben und der Chef wird wenig Interesse an einer potentiellen Mitarbeiterin haben, der es nur ums Geld geht und was er ihr mehr bietet.....
Wobei in der Pflegebranche vielleicht auch andere Gesetze gelten als in normalen Firmen......

Hast du denn eine Anti-ZAF Bewerbung geschickt und wurdest trotzdem eingeladen oder hast du eine hochwertige Bewerbung geschickt?
 
E

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Und es wird sicherlich auch eine Kündigungsfrist geben? Hat Sie denn mal bei ihrem aktuellen AG wegen eine Stundenerhöhung gefragt? Ab 30 Stunden würde die Stelle im JC Jargon als vollschichtig, wenn auch nicht Vollzeit gelten. Ist die aktuelle Stelle unbefristet, wie sieht es bei der neuen aus?
 

VNiclas

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Was heißt denn "etwas mehr Geld"? Lächerliche 50-100€ oder nennenswert mehr?

glaube es sind 300€ mehr im Monat, aber dafür auch viele Stunden mehr im Monat, der Stundenlohn ist also geringer.
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Job. Aber ich möchte trotzdem mal schauen, ob ich hier ein besseres Angebot bekomme."
Ich glaube das wird nicht reichen, da muss man schon einen drauf setzen.
Ich befürchte sogar es wird nicht reichen wenn Sie erwähnt wie unflexibel sie ist und dass Sie oft mal ausfällt wegen Krankheit.



Und dann halt mal abfragen, wie das mit Verpflegung, Vermögenswirksamen Leistungen, Schichtdienst, Flexibilität, usw. ist.
Damit bist du sogar bei der Wahrheit geblieben und der Chef wird wenig Interesse an einer potentiellen Mitarbeiterin haben, der es nur ums Geld geht und was er ihr mehr bietet.....
Wobei in der Pflegebranche vielleicht auch andere Gesetze gelten als in normalen Firmen......

Hast du denn eine Anti-ZAF Bewerbung geschickt und wurdest trotzdem eingeladen oder hast du eine hochwertige Bewerbung geschickt?
Ja da hast du recht, in der Pflegebranche gelten andere Gesetzte, die nehmen fast alles hin, zumindest bei ihrem jetzigen Arbeitgeber, das macht ihr ja soviel Angst dass man Ihr den Job trotz allem gibt.

Die Bewerbung war nicht gut, auch ohne Lebenslauf, denen reicht es schon jemanden zu finden der ein Examen hat, und das hat Sie.
 

VNiclas

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Und es wird sicherlich auch eine Kündigungsfrist geben? Hat Sie denn mal bei ihrem aktuellen AG wegen eine Stundenerhöhung gefragt? Ab 30 Stunden würde die Stelle im JC Jargon als vollschichtig, wenn auch nicht Vollzeit gelten. Ist die aktuelle Stelle unbefristet, wie sieht es bei der neuen aus?

Sie könnte vielleicht sogar eine 39 Stunden Stelle beim aktuellen Arbeitgeber bekommen, allerdings hat Sie dann nur 6 Freie Tage im ganzen Monat, teilweise ist ihr Mann nicht mal in der Lage einkaufen zu gehen, Sie übernimmt es dann in Ihrem Frei, ich denke Sie packt das selbst garnicht noch mehr zu arbeiten und dann noch die private Belastung.

Die aktuelle Stelle ist seit 2012 schon unbefristet und die auf die sie sich beworben hat auch.

Mit der Frage nach Unbefristet kommt mir eine Idee, es ist doch so dass man eine Sperre für ALG 1 bekommt wenn man eine unbefristete Stelle aufgibt und eine Befristete annimmt und nicht übernommen wird, ist es generell dann nicht immer möglich eine neue Stelle die nur auf ein Jahr befristet ist auch mit RFB abzulehnen? Für den Fall das Sie aus dem jetzigen Schlamassel raus kommt?
 

Birgit63

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Also wenn sie die Möglichkeit hat, bei ihrem aktuellen Arbeitgeber aufzustocken, dann würde ich das machen. Das sie dann nur 6 freie Tage hat, ist dann eben so. Hat ihr Mann eine Pflegestufe? Nur dann, aber auch wirklich nur dann, hätte sie vielleicht die Möglichkeit zu sagen, sie kann nicht mehr arbeiten, weil sie ihren Mann pflegen muss. Aber es müssen ja auch nicht gleich 39 Stunden sein. Zwischen 29 und 39 Stunden liegen ja z. B. auch 32 oder 35 Stunden. Wenn der Stundenlohn da höher ist, dann sollte es ja reichen, um die "Stelle, auf die sie sich bewerben muss" auszuschlagen. Es gibt nichts Besseres als ein gutes Arbeitsklima. Mein Mann hat auch jahrelang in der Pflege gearbeitet. Tut er jetzt als Rentner auf 450-Euro-Basis immer noch. Dort wo er seit 13 Jahren ist, ist das Klima super. Davor hatte er 2 Arbeitgeber, wo er nur geackert hat. Oftmals nur einen Tag frei im Monat. Immer wieder gab es Anrufe, dass er wieder einspringen musste. Sie haben uns sogar mal im Urlaub am Urlaubsort angerufen. Sie wussten, dass wir verreist sind. Trotzdem wurde gefragt, ob er nicht am WE einspringen kann. Er könnte ja seinen Urlaub für 2 Tage unterbrechen. Wir seien ja nur an der Nordsee. Das könnte man mit dem Auto doch machen. In der Pflege erlebt man so einiges.
 

VNiclas

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Also wenn sie die Möglichkeit hat, bei ihrem aktuellen Arbeitgeber aufzustocken, dann würde ich das machen. Das sie dann nur 6 freie Tage hat, ist dann eben so.
Ich hatte ja schon geschrieben Sie ist bereits an Ihrer Belastungsgrenze, nur noch 6 Tage frei wird Sie auf Dauer nicht durchhalten, das finde ich auch sehr verständlich bei den privaten Belastungen, genau das versuche ich hier mit Hilfe zu umgehen und finde es löblich dass diese Person noch 29 Stunden arbeitet, deshalb frage ich nach Ideen wie Sie bei dem Vorstellungsgespräch um den Job herum kommt.


Hat ihr Mann eine Pflegestufe?

Nein, er hat nur 50 GdB er hat stark mit Depressionen zu kämpfen und schubweise Rheuma, es gibt auch Zeiten in denen es ihm besser geht, leider nicht planbar.

Sie haben uns sogar mal im Urlaub am Urlaubsort angerufen. Sie wussten, dass wir verreist sind. Trotzdem wurde gefragt, ob er nicht am WE einspringen kann. Er könnte ja seinen Urlaub für 2 Tage unterbrechen. Wir seien ja nur an der Nordsee. Das könnte man mit dem Auto doch machen. In der Pflege erlebt man so einiges.
Ja es gibt immer Menschen denen es sehr schlecht geht und schlechter geht durch Arbeit, trotzdem muss man dann nicht akzeptieren wenn es einem selbst nur schlecht geht.

Man ist garnicht dazu verpflichtet im Frei ans Telefon zu gehen, wenn ich so einen Arbeitgeber hätte dann wüsste der garnicht wohin ich in den Urlaub fahre, so kann er mich auch nicht erreichen.
 

Woodruff

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Nein, er hat nur 50 GdB er hat stark mit Depressionen zu kämpfen und schubweise Rheuma, es gibt auch Zeiten in denen es ihm besser geht, leider nicht planbar.

Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass es auch einen Pflegegrad bei Depressionen gibt. Hier kommt es auch auf die Schwere und Form der Depressionen an, die sehr vielschichtig sind. Öfter kommt es auch vor, dass Menschen mit körperlichen Erkrankungen, die vor allem mit Schmerzen verbunden sind an einer Depression erkranken. Auf alle Fälle würde ich versuchen, auf Grund der Depression einen Pflegegrad- Antrag zu stellen.

Gibt es überhaupt einen Pflegegrad bei Depression?

Eine Depression kann als Folge verschiedenster Ursachen auftreten. Sind u. a. körperliche Defizite für den Hilfebedarf ursächlich verantwortlich, kann aufgrund der Abhängigkeit von fremder Hilfe und der zunehmende Verlust der Selbstständigkeit eine Depression auslösen.
Quelle: https://www.bwpn.de/pflegenetzwerk/pflegeantrag-bei-depression/

Bei einer rheumatischen Erkrankung gilt, ein Pflegegrad ist von der Schwere und Form abhängig.

Auch beim Thema "Rheuma" ist der Pflegegrad abhängig von der Schwere und Form der Erkrankung.
Rheuma macht den Körper unbeweglich. Fast immer verursacht die Krankheit Schmerzen und sie belastet die Betroffenen psychisch. Die erste große Belastung ist die Ungewissheit. Welche Krankheit steckt hinter den Symptomen? Wo finde ich Hilfe?

Wer beantwortet meine Fragen rund um das Thema Pflege?

Die Pflegekassen müssen Antragstellern eine Pflegeberatung anbieten. Dieser Anspruch gilt gleichermaßen für pflegende Angehörige oder ehrenamtliche Pflegepersonen. Die Pflegeberatung ist kostenlos. Sobald Sie einen Antrag gestellt haben, wird Ihnen die Pflegekasse einen direkten Kontakt bei einem Pflegeberater für ein Beratungsgespräch vermitteln. Dieser Kontakt muss innerhalb von 14 Tagen zustande kommen. Die Beratung kann auch zu Hause stattfinden. Oder die Pflegekasse stellt Ihnen einen Beratungsgutschein aus, den Sie bei einer unabhängigen Beratungsstelle einlösen können. Entsprechende Beratungsstellen nennt Ihnen die Pflegekasse oder Ihre Gemeinde. In vielen Bundesländern haben Pflegekassen und Kommunen sogenannte Pflegestützpunkte eingerichtet, die informieren und beraten.
Quelle: https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/pflege/pflegefall
 

Birgit63

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Das JC interessiert aber nicht, ob deine Freundin zu sehr belastet ist. Dann muss sie ein Attest von einem Arzt einreichen, dass sie nicht mehr als 29 Stunden arbeiten kann. Ob du das löblich findest, spielt überhaupt keine Rolle. Wenn sie einen guten Hausarzt hat, soll sie sich ein Attest ausstellen lassen. Ansonsten wird sie immer wieder aufgefordert, sich eine Vollzeitstelle zu suchen. Selbst mit Pflegegrad bei ihrem Mann ist nicht gesagt, dass sie keine Vollzeittätigkeit aufnehmen muss.
 

Steckrübe

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Vielleicht auch interessant zu wissen: Wie viel Geld hätte die BG deiner Freundin weniger wenn es tatsächlich zur Sanktion kommen würde? Wäre das Leben dann noch zu wuppen? Sprich: Was kann das JC max. eingehalten?
 

Holler2008

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Fürs Vorstellungsgespräch den Fragenkatalog an Zeitarbeitsfirmen aus dem Forum ausdrucken. Vorher nicht zutreffende Fragen streichen. Schön ablesen und nicht aus der Hand geben.

Es ist traurig, das sind normale Fragen, die jeder vernünftige Arbeitsuchende beantwortet haben will, aber oft zur Absage führen.
Oft reicht eine direkte Frage nach dem Gehalt.
 

VNiclas

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@Woodruff die Familie hat schon mit Hilfe vom VDK das versucht, leider wurde es abgelehnt, soweit ich weiß ist der Ehemann theoretisch noch Teilzeit arbeitsfähig, es gibt da wie beschrieben gute und schlechte Zeiten, er selbst hat kaum eine Chance, wenn er schon beim Vorstellungsgespräch rein gehumpelt kommt und anschließend kaum aufstehen kann aufgrund seiner Rheuma hat sich das fast erledigt, er hatte einmal eine Stelle bekommen und ist aufgrund der vielen Krankentage in der Probezeit wieder gekündigt worden.

Ich denke mal auf Grund dessen tritt die Arge nun mehr an die Ehefrau heran weil beim Mann nichts zu erreichen ist.


@alle

Mein Vorschlage wäre um nochmal auf die Kernfrage die ich geschrieben hatte folgende Fragen und Aussagen im Vorstellungsgespräch zu tätigen:


1. Ich bewerbe mich um meine Hilfsbedürftigkeit zu beenden, würde ich beim alten AG mehr verdienen dann hätte ich mich nicht beworben, wenn hier bei Ihnen alles so reibungslos für mich als AN läuft wie bei meinem jetzigen AG dann bin ich gerne bereit hier zu arbeiten.
2. Wenn ein Arbeitsvertrag vorgelegt wird, dann sagt Sie, dass Sie den mit nimmt und vom Anwalt prüfen lässt, wenn alles ok ist würde Sie unterschreiben.
3. Bei Fragen wie sind Sie Flexibel? Antwort: Im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten und wenn es die Gesundheit meiner Familie zulässt bin ich flexibel, allerdings in der Freizeit selten erreichbar.
4. die üblichen Fragen stellen die im ZAF Fragenkatalog stehen.
5. Vielleicht auch nochmal drauf hinweisen das man nur so arbeitet wie man arbeitsrechtlich muss, also das es einem wichtig ist dass arbeitnehmerrechte eingehalten werden. ( Arbeitszeiten / Übergangszeiten / Umziehen auf Arbeitszeit / Pausenzeiten ).
6. Während des Gespräches einmal auf Toilette gehen
7. Erwähnen das man selber leider auch oft krank ist.
8. Sagen das man überlegt mit dem eigenen Psychiater zu reden ob man noch schichttauglich ist weil es Schlafstörungen gibt.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Fürs Vorstellungsgespräch den Fragenkatalog an Zeitarbeitsfirmen aus dem Forum ausdrucken. Vorher nicht zutreffende Fragen streichen. Schön ablesen und nicht aus der Hand geben.

Es ist traurig, das sind normale Fragen, die jeder vernünftige Arbeitsuchende beantwortet haben will, aber oft zur Absage führen.
Oft reicht eine direkte Frage nach dem Gehalt.
Danke für die Antwort, jetzt hatte sich meine Antwort überschnitten mit deiner, ich glaube nach dem Gehalt fragen schreckt die auch nicht ab, bei Sozialen Arbeitgebern muss man leider einen drauf setzen.
 

VNiclas

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Vielleicht auch interessant zu wissen: Wie viel Geld hätte die BG deiner Freundin weniger wenn es tatsächlich zur Sanktion kommen würde? Wäre das Leben dann noch zu wuppen? Sprich: Was kann das JC max. eingehalten?
Die Anmerkung finde ich sehr gut, die Gegenfrage die ich hier stellen muss, wird nur sanktioniert in % oder komplett eingestellt?

Wenn z.B. um 500€ aufgestockt wird und die sanktionieren um 30%, werden dann 150 € abgezogen ?

Wenn alles einbehalten wird, dann wird es bremslich.
 
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VNiclas

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Das JC interessiert aber nicht, ob deine Freundin zu sehr belastet ist. Dann muss sie ein Attest von einem Arzt einreichen, dass sie nicht mehr als 29 Stunden arbeiten kann. Ob du das löblich findest, spielt überhaupt keine Rolle. Wenn sie einen guten Hausarzt hat, soll sie sich ein Attest ausstellen lassen. Ansonsten wird sie immer wieder aufgefordert, sich eine Vollzeitstelle zu suchen. Selbst mit Pflegegrad bei ihrem Mann ist nicht gesagt, dass sie keine Vollzeittätigkeit aufnehmen muss.
Und wenn Sie keinen guten HA hat dann muss Sie sich immer wieder bewerben, trotzdem kann Sie ja dann immer wieder versuchen die Jobs abzuschmettern, dafür suche ich hier die Tips.

Die meisten AG haben schon nach der schlechten Bewerbung aufgegeben, oder bei einem hat Sie angerufen und gefragt ob man das Vorstellungsgespräch verschieben kann, Sie hätte so viel Dienste gerade und private Termine und als Sie Ihre Situation am Telefon erklärt hat wurde anschließend eine Absage geschickt.


Ich kann hier schon voraussagen wie das endet wenn Sie Vollzeit arbeitet, dann wird Sie ganz den Job verlieren weil Sie der Belastung nicht stand hält und wahrscheinlich kriegt die Familie dann komplett Leistungen vom Staat, für alle nicht schön.
 

Steckrübe

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[...] wird nur sanktioniert in % oder komplett eingestellt?

Wenn z.B. um 500€ aufgestockt wird und die sanktionieren um 30%, werden dann 150 € abgezogen ?

Wenn man sich regelmäßig meldet und Lebenzeichen von sich gibt sollte (!) es nur eine Sanktion sein. Ggf. kann das JC aber mit einer Leistungseinstellung kommen. Lt. Berichten hier im Forum kann man dagegen aber gut vorgehen.

Die Sanktion bezieht sich auf den jeweiligen Regelsatz. Ich gehe mal davon aus, dass deine Freundin mit ihrem Mann eine BG bildet. Hier wäre ihr Regelsatz 401,- Euro. Die max. Sanktion sollte also bei 120,30 Euro liegen.
 

VNiclas

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Wenn man sich regelmäßig meldet und Lebenzeichen von sich gibt sollte (!) es nur eine Sanktion sein. Ggf. kann das JC aber mit einer Leistungseinstellung kommen. Lt. Berichten hier im Forum kann man dagegen aber gut vorgehen.

in dem Fall würden die dann sogar die Leistung vom Mann und den Kindern sowie Miet einstellen oder nur ihren Regelsatz?
Die Sanktion bezieht sich auf den jeweiligen Regelsatz. Ich gehe mal davon aus, dass deine Freundin mit ihrem Mann eine BG bildet. Hier wäre ihr Regelsatz 401,- Euro. Die max. Sanktion sollte also bei 120,30 Euro liegen.

ja 401€ bekommt Sie plus Werbungskosten für Wegegeld zur Arbeit usw.

Vom Wegegeld darf man doch nichts abziehen, oder?
 

Holler2008

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Zu 1. würde da ganz unschuldig sagen, das Arbeitsamt hat mir die Stelle vorgeschlagen, weil ich hier mehr Geld verdienen kann (statt dem Part mit Hilfsbedürftigkeit verringern)

2. Den Anwalt kann man auch weglassen. Käme mir zu heftig rüber und die Frage vom Amt droht, warum man gleich einen Anwalt einschaltet.

3. Schlichte Antwort nein ich bin nicht flexibel, ich muss mich um jemanden in der Familie kümmern (nicht "pflegen" sagen)

5. Da bekam ich schon die Gegenfrage "Wieso? Was haben sie von uns gehört? Natürlich halten wir uns daran, wo erzählt man sich das Gegenteil?" Also das kann zu einen langen komplizierten Gespräch führen.

7. Das kann zu einer Vorführung von Seiten des Amtes beim ärztlichen Dienst führen. Wenn der Arbeitgeber das weitersagt ist das nach meiner Erfahrung 99% sicher.

8. Kann auch zum ärztlichen Dienst führen und wenn das stimmt, wäre mir das zu persönlich ohne Gutachten, dass dies beweist.
 
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ExUser 60875

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Wenn dwr bisherige Arbeitheber das gleiche anbietet, sie nicht mehr in der Probezeit ist, dann würde ich dort aufstocken. Und da kann man die Ablehnung des aktuellen Gesprächs auch gabz plausibel Begründen. Unbefristeter Vertrag, mit dem bsoherigen Arbeitgeber im Gespräch zur Stundenerhöhung. Und wie gesagt, ab 30 Stunden gilt es als Vollschichtig und das ist neben der Beseitigung der Hilfebedürftigkeit eins der Ziele oftmals in Eingliederungsvereinbarungen. Zumindest stand bei mir nie Vollzeit sondern es ging immer um Vollschichtige stellen. Und wenn Sie erst mal nur auf 35 Stunden aufstockt. Aber wenn ich weiß, was ich habe auch wenn es nicht optimal ist mit der 6 Tage Woche, warum sollte ich mich zu was anderem drängen lassen. Und wenn es gesundheitlich nicht geht. Dann kann Sie immer noch aus gesundheitlichen Gründen wieder reduzieren.
 

VNiclas

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@Holler2008
Danke für die lange und ausführliche Stellungnahme zu den vielen Punkten die ich aufgelistet habe.

Zu 1. würde da ganz unschuldig sagen, das Arbeitsamt hat mir die Stelle vorgeschlagen, weil ich hier mehr Geld verdienen kann (statt dem Part mit Hilfsbedürftigkeit verringern)

Ja das klingt gut, danke.
2. Den Anwalt kann man auch weglassen. Käme mir zu heftig rüber und die Frage vom Amt droht, warum man gleich einen Anwalt einschaltet.

Hätte das Amt denn eine Handhabe? Ich denke man hat doch das Recht einen Vertrag vom Anwalt prüfen zu lassen.

3. Schlichte Antwort nein ich bin nicht flexibel, ich muss mich um jemanden in der Familie kümmern (nicht "pflegen" sagen)
Die Antwort ist perfekt ;-)

5. Da bekam ich schon die Gegenfrage "Wieso? Was haben sie von uns gehört? Natürlich halten wir uns daran, wo erzählt man sich das Gegenteil?" Also das kann zu einen langen komplizierten Gespräch führen.

Wenn man da dann zu sagt, ich hatte bis auf meinen letzten Arbeitgeber immer schlechte Erfahrungen deshalb hatte ich das hier betont.
Mein Hintergedanke ist dass der Arbeitgeber dann direkt denkt, die achtet auf das Arbeitsrecht, die stellen wir besser nicht ein.

7. Das kann zu einer Vorführung von Seiten des Amtes beim ärztlichen Dienst führen. Wenn der Arbeitgeber das weitersagt ist das nach meiner Erfahrung 99% sicher.



Echt, nur wenn man erwähnt beim Vorstellungsgespräch das man sehr oft in letzter Zeit krank war dann geht es zum Amtsarzt? Aber Sie war doch wirklich oft krank in letzter Zeit, dann kann Sie es doch offen kommunizieren, oder? Muss Sie hier lügen?

Ihr Mann sagt auch oft beim Vorstellungsgespräch er habe Depressionen und Rheuma und dann kriegt er meist nur noch eine nette Absage.

8. Kann auch zum ärztlichen Dienst führen und wenn das stimmt, wäre mir das zu persönlich ohne Gutachten, dass dies beweist.

Aber irgendwie muss man den Arbeitgeber doch abschrecken. Welche Ansätze siehst du hier? Sie würde ja nur erwähnen dass Sie überlegt dies mit Ihrem Arzt zu besprechen.
 

Holler2008

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Wenn man da dann zu sagt, ich hatte bis auf meinen letzten Arbeitgeber immer schlechte Erfahrungen deshalb hatte ich das hier betont.
Ach so, dass würde ich das als erstes sagen und danach, dass man deswegen sehr auf die Einhaltung achtet.
Aber Sie war doch wirklich oft krank in letzter Zeit, dann kann Sie es doch offen kommunizieren, oder? Muss Sie hier lügen?
Ihr Mann sagt auch oft beim Vorstellungsgespräch er habe Depressionen und Rheuma und dann kriegt er meist nur noch eine nette Absage.
Nein, sie muss nicht lügen. Wenn das wirklich so ist, hätte das Amt eigentlich längst den ärztlichen Dienst einschalten müssen, um zu prüfen, ob sie dem Arbeitsmarkt überhaupt ausreichend zur Verfügung steht..
Aber irgendwie muss man den Arbeitgeber doch abschrecken. Welche Ansätze siehst du hier? Sie würde ja nur erwähnen dass Sie überlegt dies mit Ihrem Arzt zu besprechen.
Bei mir trat Punkt 7 mit ärztlichem Dienst ein und ich zähle im Gespräch fein auf, welche Arbeiten mein Gutachten für mich ausschließt.
 

VNiclas

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Nein, sie muss nicht lügen. Wenn das wirklich so ist, hätte das Amt eigentlich längst den ärztlichen Dienst einschalten müssen, um zu prüfen, ob sie dem Arbeitsmarkt überhaupt ausreichend zur Verfügung steht..
Ich glaube ich muss das nochmal anders formulieren.
Die Frau ist oft krank, schätze mal so 40-50 Arbeitstage im Jahr, meist mit AU, damit ist sie ja trotzdem Arbeitsfähig.
Der Ärztliche Dienst würde mit Sicherheit bescheinigen dass Sie voll Arbeitfähig ist in den Zeiten in denen keine Krankmeldung vorliegt.

Als Beispiel, Sie hat sehr oft Migräne und ist deshalb ein paar Tage hier und da mal krank, selbst vom Psychiater / Neurologen wurde Sie des Öfteren schon krank geschrieben, einen Aufenthalt in einer Neurologischen Klinik gab es deshalb auch


Wenn die Migräne vorbei ist dann ist Sie z.B. wieder einsatzfähig.

Bei Rückenleiden hat Sie auch Probleme, ist auch oft bei Altenpflegern.

Ich war immer der Auffassung es wäre gut so etwas im Vorstellungsgespräch zu erwähnen und nicht verboten, man sollte ja auch fair sein und mit offenen Karten spielen beim neuen Arbeitgeber.

Ich kann mir schon vorstellen dass einen Chef das abschreckt und er eine nette Absage schreibt.

Ich finde man könnte das mit bei den Abschlussfragen einbringen ob man im Falle einer Krankmeldung AU ab dem ersten Tag vorlegen muss, meine das würde auch im ZAF Fragenkatalog stehen.

Was soll das Amt dann ausrichten mit einem Amtsarzt? Es stimmt ja alles.
 

Holler2008

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Du schilderst einen sehr diffizilen Fall, da muss man auf jedes Wort achten was im Vorstellungsgespräch gesagt und hier geschrieben wird.
Die Frau ist oft krank, schätze mal so 40-50 Arbeitstage im Jahr, meist mit AU, damit ist sie ja trotzdem Arbeitsfähig.
Sie ist mit 40-50 Tagen AU 40-50 Tage wortwörtlich arbeitsunfähig. Das werfe ich ihr nicht vor, das ist aber viel.

Ich war immer der Auffassung es wäre gut so etwas im Vorstellungsgespräch zu erwähnen und nicht verboten, man sollte ja auch fair sein und mit offenen Karten spielen beim neuen Arbeitgeber.
Das soll man auch und muss man sogar, wenn es die Arbeit beeinträchtigt.

Ich kann mir schon vorstellen dass einen Chef das abschreckt und er eine nette Absage schreibt.
Das sehe ich auch so. Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende.

Führst du bei einem Arbeitgeber (oder natürlich auch beim Amt) ein leiden an, wegen dem du einen Job nicht machen kannst, nur schlecht machen kannst oder wegen dem du den Job nicht bekommst, hast du besser einen Nachweis (Gutachten )darüber.
Denn erfährt das Amt davon, geht es ohne Nachweis gerne von Vereitelung des Zustandekommens einen Arbeitsverhältnisses aus und man bekommt eventuell eine Sanktion und zu Abklärung des Leidens einen Termin beim Ärztlichen Dienst.

Und wenn es, wie wahrscheinlich bei deiner Bekannten, ärztliche Unterlagen über ihre Leiden gibt, wird da am Ende herauskommen, dass sie das wirklich hat.

In der Arbeitswelt ist es nach meinem Wissen unüblich sein Leiden zu klagen bis irgendwann ein Nachweis nötig ist, sondern man holt eigentlich von sich aus Atteste und Gutachten zu Leiden, die man berücksichtigt haben möchte.
 
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VNiclas

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Danke nochmal für Deine Hilfe, ich frage mich immer noch wie Sie das genau umschreiben kann in so einem Vorstellungsgespräch, bei einem Sozialen AG ist die Wahrscheinlichkeit glaube ich auch geringer das die jemanden der Krank ist beim Amt ansch....... als bei einer ZAF.

Mein Gedanke um die Krankheit einzuwerfen war jetzt noch ein anderer, Sie könnte ja einfach mal Fragen wie weit die Dienstpläne im Voraus geschrieben werden.
Dabei dann erwähnen das Sie viel organisieren muss in Ihrer privaten Zeit, wegen Arztterminen bei Ihrem Mann und dabei erwähnen das auch Sie selbst sich lange Vorausplanung wünscht um Termine für sich beim Psychiater zu planen.

Da muss doch eigentlich eine Gegenfrage kommen bei der Sie dann auch ehrlich antworten kann.


Sie ist mit 40-50 Tagen AU 40-50 Tage wortwörtlich arbeitsunfähig. Das werfe ich ihr nicht vor, das ist aber viel.
Ich habe einen Personaler in meinem Bekanntenkreis, der sagt auch 40-50 Tage sind nicht gerade wenig, allerdings betont er auch dass diese Anzahl an Krankheitstage nicht ausreichen um Jemand in jedem Fall zu Kündigen. ( Ist zwar Thema Arbeitsrecht, wollte das aber mal einwerfen :) ).



Führst du bei einem Arbeitgeber (oder natürlich auch beim Amt) ein leiden an, wegen dem du einen Job nicht machen kannst, nur schlecht machen kannst oder wegen dem du den Job nicht bekommst, hast du besser einen Nachweis (Gutachten )darüber

Denn erfährt das Amt davon, geht es ohne Nachweis gerne von Vereitelung des Zustandekommens einen Arbeitsverhältnisses aus und man bekommt eventuell eine Sanktion und zu Abklärung des Leidens einen Termin beim Ärztlichen Dienst.

Und wenn es, wie wahrscheinlich bei deiner Bekannten, ärztliche Unterlagen über ihre Leiden gibt, wird da am Ende herauskommen, dass sie das wirklich hat.
Gut zu wissen, mein Gedanke ist ja das es hierzu einen Nachweis gibt, meine Bekannte hat ja massenweise AUs, wenn das Amt Ihr das dann Vereitelung vorwirft, dann hat man zwar erstmal ein Problem, aber ich hatte die Auffassung das Amt könne nicht sanktionieren wenn man hier die Wahrheit sagt, glaube du deutest das mit deiner Antwort auch schon an.


In der Arbeitswelt ist es nach meinem Wissen unüblich sein Leiden zu klagen bis irgendwann ein Nachweis nötig ist, sondern man holt eigentlich von sich aus Atteste und Gutachten zu Leiden, die man berücksichtigt haben möchte.

Ja da hast du wahrscheinlich recht, allerdings ist das jetzt hier zu kurzfristig.

Ich frage mich aber in diesem Fall wie so ein Attest aussehen soll, bei Ihrem Ehemann ist das eindeutig, der kann sich manchmal nicht bewegen, kann nicht richtig greifen, hat sehr oft Depressionen.

Die Frau ist aber wenn Sie keine Migräne hat und geringe Rückenschmerzen voll arbeitsfähig, fällt nur oft aus, vielleicht sollte Sie sich mal eine Bescheinigung über immer wieder kehrende Migräne beim Neurologen holen ?
 
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