Muss im Reha-Entlassungsbericht zwingend die Arbeitsunfähigkeit stehen damit das Krankengeld weiter gezahlt wird oder reicht dann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung meines Hausarztes für die Fortführung des Krankengeldes?

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Bruny

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Hallo,

habe hier gesucht/gelesen & auch viele für mich "hoffnungsvolle" Antworten gelesen, leider nie so richtig passend zu genau meinem Fall deswegen frage ich einfach explizit euch Experten.

Kurz die Fakten:
Bin 58, seit 41 Jahren ununterbrochen arbeitend. Seit Juli 18 ohne Arbeit. Seit Juni 18, also noch als Arbeitnehmer, krank nach meinem mittlerweile dritten Herzinfarkt der mich leistungsschwach sowie depressiv macht.
Seit Juli beziehe ich von der KK Krankengeld.
Habe wegen meiner Gesundung nach Empfehlung meines Hausarztes & natürlich auch von mir aus sehr gern eine Reha bei der RV beantragt & auch bewilligt bekommen die ich derzeit genieße.
Ich möchte natürlich nach der Reha weiter KK beziehen (möglichst die 78 Wochen/bin nicht ausgesteuert) da dieses etwas höher als ALG1 ist.

Allerdings werde ich voraussichtlich im Reha-Entlassungsbericht als arbeitsfähig entlassen. (95% aller Patienten werden so entlassen sagte mir der Doc. in der Reha). Ich habe auch keine Kraft/Muße dagegen anzugehen. Sollte ich als arbeitsunfähig entlassen werden wäre ja alles klar. Davon gehe ich aber erstmal nicht aus.

Ich gehe nach der Reha natürlich sofort zu meinem Hausarzt und lass mich weiterhin AU schreiben & gebe Dies der KK wie auch vor der Reha weiter.

Frage: Muss im Reha-Entlassungsbericht zwingend AU stehen damit die KK das KG weiter zahlt oder reicht dann die AU meines Hausarztes für die Fortführung des KG?

Vielen Dank für eine Antwort sowie eure Erfahrungen.
 

Bitas

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Hallo,

du bekommst weiterhin Krankengeld, wenn dein Arzt dich weiter AU schreibt.
Ob du eventuell 6 Wochen warten mußt, wird dir hoffentlich noch jemand beantworten.
Du wirst dann höchstwahrscheinlich von der KK, zum ärztlichen Dienst der Krankenkasse geschickt.
Der Arzt wird ein Gutachten erstellen, ob er dich weiter AU sieht oder nicht, danach fällt die KK ein Urteil ob das Krankengeld eingestellt wird oder nicht.
Ich war in einer ähnlichen Situation, war dann 6 Wochen AU im ALG1, dann müßte ich irgendwann zum ärztlichen Dienst, die haben die AU bestätigt.

Gruß Bitas
 

Doppeloma

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Hallo Bruny,

habe hier gesucht/gelesen & auch viele für mich "hoffnungsvolle" Antworten gelesen, leider nie so richtig passend zu genau meinem Fall deswegen frage ich einfach explizit euch Experten.

Habe mir erlaubt deine Überschrift etwas zu erweitern, im Grunde gibt es schon genug Antworten was passiert wenn man aus einer Reha als Arbeitsfähig entlassen wird.

Dann ist man wieder fitt genug (nach Ansicht der Reha -Klinik) an einen vorhandenen Arbeitsplatz zurpück zu kehren ODER um bei der Afa in andere Arbeit vermittelt zu werden.

Bin 58, seit 41 Jahren ununterbrochen arbeitend. Seit Juli 18 ohne Arbeit. Seit Juni 18, also noch als Arbeitnehmer, krank nach meinem mittlerweile dritten Herzinfarkt der mich leistungsschwach sowie depressiv macht.
Seit Juli beziehe ich von der KK Krankengeld.

Wegen welcher Diagnosen genau bist du nun AU geschrieben und wegen welcher hast du eine Reha machen wollen ???

Habe wegen meiner Gesundung nach Empfehlung meines Hausarztes & natürlich auch von mir aus sehr gern eine Reha bei der RV beantragt & auch bewilligt bekommen die ich derzeit genieße.

Eine Reha soll ja die Behandlungen abschließen, damit man danach wieder arbeiten könnte (oder eben bei der AfA in Arbeit vermittelt werden kann), ich denke mal der Ratschlag von deinem Hausarzt kam auch nicht so ganz ohne "Nachhilfe" von der KK / vom MDK.

In der Regel wird man sehr bald von der KK aufgefordert eine Reha zu machen, weil die in der Zeit nicht zhalen brauchen und hoffen, dass sie es danach auch nicht mehr müssen.

Gerade zu diesen Vorgängen gibt es hier schon jede Menge Beiträge und Themen, welchen Zwecken diese Reha-Maßnahmen eigentlich dienen sollen.

Ich möchte natürlich nach der Reha weiter KK beziehen (möglichst die 78 Wochen/bin nicht ausgesteuert) da dieses etwas höher als ALG1 ist.

Genau das wird die KK aber gar nicht gut finden wenn deine Entlassung aus der Reha als Arbeits-FÄHIG erfolgt und dein Hausarzt wird (sehr wahrscheinlich) auch nur ungerne eine AU wieder ausstellen wollen.

Allerdings werde ich voraussichtlich im Reha-Entlassungsbericht als arbeitsfähig entlassen. (95% aller Patienten werden so entlassen sagte mir der Doc. in der Reha).

Du bekommst auf jeden Fall eine Entlassungs-Bescheinigung, die auch bei der KK abzugeben ist und da steht drauf ob du Arbeits-Fähig oder Arbeits-Unfähig entlassen wurdest, den kompletten Reha-Bericht gibt es meist erst einige Wochen später.

Ich habe auch keine Kraft/Muße dagegen anzugehen. Sollte ich als arbeitsunfähig entlassen werden wäre ja alles klar. Davon gehe ich aber erstmal nicht aus.

Wenn du tatsächlich noch nicht Arbeitsfähig bist, dann solltest du aber (in der Reha-Klinik) dagegen angehen, die KK wird sich daran halten, wenn du nicht mehr AU sein sollst und wird verweigern die Krankengeld-Zahlungen wieder aufzunehmen nach der Reha.

Da bleibt dir gar nichts Anderes übrig, als dich bei der AfA zur Arbeitsvermittlung zu melden, besonders Hausärzte sind nicht gerade bekannt dafür, dass sie dann bereit sind sich mit KK und MDK "anzulegen", um dich trotzdem weiter AU zu schreiben.

Ich gehe nach der Reha natürlich sofort zu meinem Hausarzt und lass mich weiterhin AU schreiben & gebe Dies der KK wie auch vor der Reha weiter.

Das wird wahrscheinlich aber NICHT genügen, denn der Entlassungsschein muss auch zur KK gegeben werden und wenn da drauf steht, du bist Arbeitsfähig, dann möchte die KK kein Krankengeld mehr zahlen (müssen). :icon_evil:

Frage: Muss im Reha-Entlassungsbericht zwingend AU stehen damit die KK das KG weiter zahlt oder reicht dann die AU meines Hausarztes für die Fortführung des KG?

Was im Reha-Bericht mal stehen wird geht die KK eigentlich GAR NICHTS an, lass den nur zu deinem Hausarzt schicken (wenn der mal fertig ist) und entscheide dann selbst wer den sonst noch bekommen soll.

Die KK weiß aber auch, dass man eine Entlassungs-Bescheinigung bekommt wenn die Reha zu Ende ist und dass da drauf stehen wird / muss ob du Arbeits-FÄHIG sein sollst oder nicht.

Ich fürchte du hast dir vor dieser Reha wenig Gedanken darum gemacht was du dir selber damit einhandeln könntest, eine DRV-Reha soll dich wieder Arbeits-FÄHIG machen, damit du dann kein Krankengeld mehr brauchst ...

Nicht ohne Grund werden so viele als "Arbeits-FÄHIG" entlassen auch wenn sie es oftmals noch gar nicht sind ... das ist doch ein prima Reha-Ergebnis ... AU-krank hingekommen und gesund wieder nach Hause ... das Prinzip gilt nicht nur in dieser Reha-Klinik. :idea:

Ob dein ALGI dann geringer sein wird als das Krankengeld bisher war, ist kein Argument, das dabei Irgendjemanden interessieren wird.

Wenn es dann doch nicht klappt mit der Arbeitsvermittlung bei der AfA und du wirst von deinem Arzt wieder neu AU geschrieben, dann gibt dich die AfA nach 6 Wochen (gemäß § 146 SGB III) wieder zurück an die KK und du bekommst weiterhin den Betrag des ALGI auch als Krankengeld gezahlt.

Das "freut" dann die KK auch schon ein wenig, weil sie so durch die Reha (und die Entlassung als Arbeits-FÄHIG) auch langfristig noch weiter Geld an dir sparen kann.

Die Einzige die von dieser Reha wirklich "profitieren" kann, wird wohl am Ende deine KK sein...

MfG Doppeloma
 

Bruny

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Hallo Bitas & Doppeloma,

erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Sicher gibt es hier schon genug Antworten zum Thema jedoch für mich auch sehr unterschiedliche bzw. sich gegenseitig Wiedersprechende.

Auch deine (Doppeloma) sind für mich wiedersprechend. Du schreibst zuerst:
"Du bekommst auf jeden Fall eine Entlassungs-Bescheinigung, die auch bei der KK abzugeben ist ..."
Am Ende jedoch:
"Was im Reha-Bericht mal stehen wird geht die KK eigentlich GAR NICHTS an, lass den nur zu deinem Hausarzt schicken ..."
Hm, was denn nun? Muss die KK den Entlassungsbericht-Bericht wo drin steht ob AU oder nicht erhalten oder nicht? Oder sprechen wir da von zwei verschiedenen Berichten?

Meine genaue AU-Diagnose sowie Reha-Grund ist unter anderem das meine Leistungsbeeinträchtigung nach dem letzten Infarkt rapide gefallen ist. Da ich in den letzten drei Jahren jeweils nach Belastung (Sport, Gartenarbeit usw.) einen Infarkt erlitt kommt nun auch noch Angst mich zu belasten hinzu wenn du verstehst ... Unwohlsein, Müdigkeit sowie Depressionen sind da sehr wohl auch ausschlaggebend. Nach mittlerweile einer zweistelligen Anzahl Stents an meinem Herzen gibt es zukünftig nicht mehr viele Alternativen. Wer weis schon ob ich einen vierten Infarkt überlebe!?
Ich strebe daher auf Rat einiger Ärzte sowie Eigeninitiative eine Lipid-Apherese (Blutwäsche 1 bis 3 x die Woche) an da bei mir die Häufigkeit der Infarkte zu 99% genbedingt, also vererbt sind. Eltern, Geschwister usw. habe alle Last damit. Vater/Großvater daran gestorben usw. Unsere Kinder machen sich zwar noch keine Gedanken aber sie wurden vom Doc. informiert entsprechend früh danach zu leben und bei Bedarf zu medikamentieren.
Hoffe auch auf Unterstützung der Reha-Ärzte.

Habe im Juni nach dem letzten Infarkt die AHB im KH ablehnen müssen da ich meine bevorstehende Arbeitslosigkeit mit dem Jobcenter regeln musste. Aus der Reha heraus konnte ich mir das nicht vorstellen.
Danach habe ich selbst, also aus Eigeninitiative einen Reha-Antrag mit Hilfe meines Hausarztes gestellt der übrigens ganz hinter mir steht & mich voll unterstützt. Schliesslich ist er Derjenige der mich lange kennt & meine Krankengeschichte am besten beurteilen kann.

Also, steht im Entlassungsbericht der Reha arbeitsfähig muss ich am nächsten Tag sofort zum Jobcenter um mich arbeitslos zu melden und ALG1 beantragen!? Da hilft es auch nicht wenn mein Hausarzt mich AU schreibt? ... erst nach 6 Wochen AU werde ich wieder an die KK übergeben. Es gilt also der Reha-Bericht und nicht die Erfahrung meines Hausarztes?

Danke soweit.
 

Bitas

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Entlassungsbericht und Rehagutachen ist nicht das selbe.
Am Tag deiner Entlassung, bekommst du den Entlassungsbericht, eine A4 Seite, die sendest du an die KK. Dort steht unter anderem drinnen ob AF oder AU.
Das Gutachten geht niemanden was an, ist nur für dich und deine Ärzte.
Du solltest dir schnellstmöglich einen Facharzt suchen, die werden eher für voll genommen.
Jobcenter ist ALG2, Arbeitsagentur ALG1, bei einem der beiden mußt du dich melden
 

Doppeloma

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Hallo Bruny,

Auch deine (Doppeloma) sind für mich wiedersprechend. Du schreibst zuerst:
"Du bekommst auf jeden Fall eine Entlassungs-Bescheinigung, die auch bei der KK abzugeben ist ..."

Die Entlassungsbescheinigung (Entlassungs-Schein) ist ja auch was ganz Anderes als der Reha-Bericht, bitte genau lesen, nicht alles ist das Selbe, nur weil es ähnlich klingt.
Manchmal bekommt man einen "Kurzbericht" und wenigstens bekommt man den Entlassungs-Schein, da steht nur drauf "Herr / Frau X war von / bis in unserer Klinik und die Entlassung erfolgte Arbeits-FÄHIG oder Arbeits-UNFÄHIG", das wird meist sogar nur angekreuzt.

So etwa war der Text meiner Entlassungs-Bescheinigung vor rund 10 Jahren ... das hat der KK zu genügen, um zu wissen, ob weiter Krankengeld zu zahlen wäre oder nicht (natürlich NUR mit AU-Bescheinigung vom Arzt dazu).

Am Ende jedoch:
"Was im Reha-Bericht mal stehen wird geht die KK eigentlich GAR NICHTS an, lass den nur zu deinem Hausarzt schicken ..."
Hm, was denn nun?

Wer den kompletten Reha-Bericht mal bekommen soll, entscheidest du vor deiner Entlassung aus der Reha, dafür musst du unterschreiben (für den Entlassungsschein NICHT), das ist wie eine Schweigepflicht-Entbindung.

Der Reha-Bericht ist eine umfangreiche medizinische Beurteilung zum gesamten Reha-Verlauf und dem Ergebnis (aus Sicht der Reha-Klinik und der Therapeuten und Ärzte dort), das geht NUR medizinisches Personal was an und NICHT die SB der KK.

Falls deine AU mal "überprüft" werden soll (wenn dein Arzt dich weiter oder wieder AU schreibt), dann könnte der MDK (med. Dienst der Krankenkassen) daran Interesse haben, ob du das dort abgeben willst ist aber auch deine Entscheidung.

Du solltest diesen Bericht (wenn er fertig ist) erst mal selber genau lesen können (mit deinem Hausarzt zusammen vielleicht besprechen), damit du eine Vorstellung bekommst, welche Bedeutung der gesamte Inhalt für dich haben könnte.

Muss die KK den Entlassungsbericht-Bericht wo drin steht ob AU oder nicht erhalten oder nicht? Oder sprechen wir da von zwei verschiedenen Berichten?

Die KK-Mitarbeiter sind keine Ärzte, die müssen den Bericht also NICHT bekommen (sie werden es aber trotzdem versuchen), der richtige Bericht ist bei deiner Entlassung auch in der Regel noch gar nicht fertig, das kann sogar einige Wochen dauern.

Ja wir sprechen von verschiedenen Unterlagen, der "Entlassungsschein" ist KEIN Bericht, sondern nur eine ganz einfache Bescheinigung über deinen Klinik-Aufenthalt und wie du entlassen wurdest ...

Nach mittlerweile einer zweistelligen Anzahl Stents an meinem Herzen gibt es zukünftig nicht mehr viele Alternativen. Wer weis schon ob ich einen vierten Infarkt überlebe!?

Das weiß wohl Niemand und ich wünsche dir sehr, dass du von weiteren Infarkten verschont bleibst, ich selbst bin auch Herzkrank und weiß was das bedeutet ... und dass man da nicht mehr so leistungsfähig und schnell erschöpft ist, sehe ich als völlig normal an.

Leider war das in den DRV-Rehas und bei den Gutachtern wegen EM-Rente nicht wirklich "angekommen", da wurde ich auch weiter als "voll belastbar" beurteilt ... :doh:

Ich strebe daher auf Rat einiger Ärzte sowie Eigeninitiative eine Lipid-Apherese (Blutwäsche 1 bis 3 x die Woche) an da bei mir die Häufigkeit der Infarkte zu 99% genbedingt, also vererbt sind. Eltern, Geschwister usw. habe alle Last damit.

Ob das sinnvoll ist in deinem Falle kann ich nicht beurteilen, meine Probleme sind da doch etwas anders gelagert (mechanischer Herzklappen-Ersatz), wird das von der KK übernommen ?

Hoffe auch auf Unterstützung der Reha-Ärzte.

Das wage ich allerdings zu bezweifeln, dass du da Unterstützung bekommen wirst für diese Behandlung, das ist Angelegenheit deiner ambulanten behandelnden Ärzte und ich nehme mal an, dass da unbedingt ein Kardiologe bei deinen Überlegungen beteiligt sein sollte.

Habe im Juni nach dem letzten Infarkt die AHB im KH ablehnen müssen da ich meine bevorstehende Arbeitslosigkeit mit dem Jobcenter regeln musste. Aus der Reha heraus konnte ich mir das nicht vorstellen.

Wieso JobCenter, du hast doch sicher Anspruch auf ALGI gehabt und während einer AHB zahlt doch ohnehin die DRV "Übergangsgeld" und die AfA ist erst danach dran ...

Danach habe ich selbst, also aus Eigeninitiative einen Reha-Antrag mit Hilfe meines Hausarztes gestellt der übrigens ganz hinter mir steht & mich voll unterstützt.

Es war und ist nicht meine Absicht das in Zweifel zu ziehen, aber es gibt Grenzen bei einer Entlassung als Arbeits-FÄHIG, die auch dein Arzt nicht unbedingt gerne überschreiten möchte ...
Wenn es "hart auf hart" kommt kann der MDK ihm verbieten dich weiter AU zu schreiben ... zumindest wirst du damit dann kein Krankengeld mehr bekommen können.

Also, steht im Entlassungsbericht der Reha arbeitsfähig muss ich am nächsten Tag sofort zum Jobcenter um mich arbeitslos zu melden und ALG1 beantragen!?

Es geht um den Entlassungs-SCHEIN, den Bericht bekommst du erst später (bzw. dein Arzt wenn du das so bestimmst in der Klinik), du kannst trotzdem erst zu deinem Arzt gehen.

Da hilft es auch nicht wenn mein Hausarzt mich AU schreibt? ...

Zunächst mal gilt diese Einschätzung für den Tag deiner Entlassung, wenn dein Arzt das anders sehen möchte KANN er dich weiter AU schreiben, es wird aber (wenigstens zunächst) Theater mit der KK geben wegen der Entlassung als Arbeits-FÄHIG ...

Das kann man dir hier gar nicht genau sagen, wie das nun bei dir konkret weitergehen wird, eine AU-Entlassung wäre auf JEDEN FALL für dich (und deinen Arzt) deutlich einfacher ...

erst nach 6 Wochen AU werde ich wieder an die KK übergeben.

Wenn du doch erst zur AfA musst, dann ist das richtig so und du darfst denen (bei der AfA) nicht erzählen, dass du dich eigentlich noch krank fühlst, dann lehnen die auch ab dir Arbeitslosengeld zu zahlen, denn du musst "gesund genug" für die Arbeitsvermittlung sein, wenigstens bis du den Leistungsbescheid bekommen hast.

Zuständig ist übrigens die Agentur für Arbeit (AfA /bei ALG I) und NICHT das JobCenter (da gibt es nur Hartz 4 / ALG II), beim JobCenter würde man dich wegschicken.

Es gilt also der Reha-Bericht und nicht die Erfahrung meines Hausarztes?

NEIN, es gilt die Entlassung als Arbeits-FÄHIG und eine AU soll ja normal wieder zur Genesung führen und die Reha soll dazu beitragen, dass man wieder arbeiten gehen kann (möglichst direkt danach), darüber hast du leider nicht nachgedacht, als du unbedingt eine Reha machen wolltest.

In einer AHB ist das noch ein wenig anders, da war ich auch wenige Tage nach der Klappen-OP aber da war noch klar, dass ich anschließend nicht gleich wieder zur Arbeit gehen kann.

So eine Reha die man später macht soll immer die (möglichst volle) Erwerbsfähigkeit wieder herstellen ... damit man keine AU mehr braucht danach.

Ich weiß das ist sehr schwer zu verstehen, die Meinungen der eigenen Ärzte haben nicht immer so viel Wert wie man sich wünschen würde, dann wäre mein Weg bis zum Gericht (wegen der EM-Rente) auch nicht nötig gewesen.
Meine Ärzte waren schon bei der Antragstellung der Meinung, dass ich gar nicht mehr arbeiten kann und die EM-Rente bekommen muss ... wahr geworden ist das erst fast 3 Jahre später am Sozialgericht.

Während meiner langen AU musste ich auch noch eine Reha machen (bei mir hat das die KK verlangt, weil sie hoffte danach nicht mehr zahlen zu müssen), ich wurde nur deswegen AU entlassen, weil ich an den vorhandenen Arbeitsplatz nicht mehr zurück sollte (mein AG hatte mich aber nicht entlassen).

MfG Doppeloma
 

Bruny

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Hallo Doppeloma,

sorry war in der Reha sehr angespannt und immer völlig fertig und ausgepowert zum raschen Antworten.
Nun, bin ich kurz vor Reha-Entlassung die ich wegen meiner noch nicht voll erreichten Leistungsfähigkeit, Blut-Werte,-Wäsche sowie aus psychologischen Gründen AU verlassen werde. Direkt nach Entlassung gehe ich zu meinem Arzt wegen der AU um Diese dann der KK zukommen zu lassen für die Fortführung des Krankengeldes.

Ich möchte dir allerdings auf deine Fragen/Hinweise antworten und danke dir hiermit für deine kompetenten Antworten/Hinweise. Natürlich auch allen Anderen Beteiligten.

... wird das von der KK übernommen ?
Mein Kardiologe hat die Lipid-Apherese beim Nephrologen, bei dem ich bald vorstellig sein werde, empfohlen. Sobald Dieser ebenfalls die Blutwäsche befürwortet muss nur noch die KK prüfen und das Ganze auch genehmigen denn die KK übernimmt natürlich die Kosten die nicht unerheblich sind.

wage ich allerdings zu bezweifeln, dass du da Unterstützung bekommen wirst für diese Behandlung, das ist Angelegenheit deiner ambulanten behandelnden Ärzte und ich nehme mal an, dass da unbedingt ein Kardiologe bei deinen Überlegungen beteiligt sein sollte.
Stimmt, die Reha-Ärzte sind zwar von mir informiert worden gehen aber nicht tiefer in die Materie, verweisen gar auf meinen Kardiologen. Tatsächlich ist Auslöser dieser Behandlung mein Kardiologe, Nephrologe sowie die KK.

JobCenter, du hast doch sicher Anspruch auf ALGI gehabt und während einer AHB zahlt doch ohnehin die DRV "Übergangsgeld" und die AfA ist erst danach dran ...
Sorry, kam mit JobCenter, AfA und mit den anderen Abkürzungen durcheinander. Für mich gilt natürlich nach dem Krankengeld die AfA.

... geht um den Entlassungs-SCHEIN, den Bericht bekommst du erst später (bzw. dein Arzt wenn du das so bestimmst in der Klinik), du kannst trotzdem erst zu deinem Arzt gehen.
Ja danke, nun ist mir bekannt was welcher Bericht ist. Habe heute mit dem Arzt darüber gesprochen. Es ist genauso wie du beschrieben hast, erst Entlassungsschein wo unter anderem AU steht für meinen Arzt zum weiter AU schreiben und ihm kurz zu berichten, danach irgendwann ein ausführlicher Bericht der nur an meinen Arzt und mich geht.

... eine AU-Entlassung wäre auf JEDEN FALL für dich (und deinen Arzt) deutlich einfacher ...
So ist es nun auch eingetreten, danke für deine Erläuterungen.

I]NEIN[/I]... darüber hast du leider nicht nachgedacht, als du unbedingt eine Reha machen wolltest.
Stimmt genau, aber ich wusste das mir eine Reha gut tut. ... ist ja in meinem Sinne gut gegangen. Nun werde ich alle meine Kraft in Ruhe meiner Gesundung zur Verfügung stellen.

Danke & liebe Grüße in den Norden.
 

Bruny

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... nun verlangt/bittet meine KK mit einer Einwilligungserklärung die ich unterschrieben zurück senden soll um den Entlassungsbericht der Reha, welchen ich noch gar nicht erhalten habe.

da heißt es unter anderem:

Eine umfassende Beurteilung des Krankheitsverlaufs kann bequem ohne eine erneute Untersuchung erfolgen, wenn dem Gutachter des MDK ausführliche Unterlagen vorliegen. Hierfür ist der Entlassungsbericht sehr hilfreich.

Am Ende des Schreibens steht:

Meine Leistungsansprüche bleiben davon unberührt. Gebe ich mein Einverständnis nicht, können mich unter Umständen Informationen (Beurteilung des Krankheitsverlaufs um den Heilerfolg zu sichern) nicht oder nicht zeitnah erhalten.

Was genau ist davon zu halten? Sollte ich nun den Bericht auch an die KK senden??? ... das hatte ich ja abgelehnt.
 

HermineL

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Die Krankenkasse hat kein Anrecht auf den Reha-Bericht aber der medizinische Dienst der Krankenkassen schon.

Zitiere mal den geliebten VDK dazu:
Lediglich der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ist berechtigt, Informationen über den Gesundheitszustand des Versicherten einzuholen, nicht hingegen die Krankenkasse selbst. Es bedarf also keines Einverständnisses der Versicherten, dass die Reha-Einrichtung den vollständigen ärztlichen Entlassungsbericht dem MDK zusendet. Versicherten steht in diesem Fall auch kein Widerspruchsrecht zu. Der Bericht wird allerdings nur dann übersandt, wenn er auch tatsächlich vom MDK in Gesundheitsfragen der Versicherten benötigt wird.

Es ist notwendig, dass Versicherte zukünftig ausführlicher darüber informiert werden, was mit dem ärztlichen Entlassungsbericht geschieht. Es muss darauf hingewiesen werden, dass sie der Weitergabe von Informationen an die Krankenkasse widersprechen können, nicht hingegen, wenn der Entlassungsbericht unmittelbar an den MDK geht.
https://www.vdk.de/rheinland-pfalz/pages/20586/der_aerztliche_entlassungsbericht

Bin mir selber unschlüssig ob das wirklich so ist. Grundlage dafür soll wohl § 275 SGB V sein.

Ich selber tendiere eher dazu das eine komplette Übermittlung des Berichts an den MDK ist zulässig,
wenn der MDK bestätigt, dass eine Einwilligung des Patienten vorliegt. Die Einwilligung selbst muss
nicht vorgelegt werden, gem. § 67 Abs. 2 SGB X gilt: "Erfolgt die Übermittlung auf Ersuchen des Dritten,
an den die Daten übermittelt werden, trägt dieser die Verantwortung für die Richtigkeit der
Angaben in seinem Ersuchen."
Das wiederum öffnet dem Missbrauch Tür und Tor.

Fakt ist das die Krankenkasse den Entlassungsbericht in keinem Fall bekommt da die dortigen
Sachbearbeiter weder befugt noch qualifiziert sind diesen auszuwerten. Dies darf nur der
medizinische Dienst.
 

Bruny

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Habe mich oben im Post nicht korrekt ausgedrückt, sorry.
In dem Schreiben der KK steht natürlich und auch ausdrücklich dass der Bericht vom Leistungsträger nur dem MDK der KK zugestellt werden soll.

Ich warte erstmal ab bis der Bericht da ist, (hoffentlich dauert das nicht zu lange so das die KK Probleme macht?) studiere ihn, möglichst mit meinem Arzt und entscheide dann ob der MDK ihn erhält. Jedoch sehe auch ich keinen Grund warum er ihn nicht erhalten sollte!?

Im Schreiben steht, Zitat:

Eine umfassende Beurteilung des Krankheitsverlaufs kann bequem ohne eine erneute Untersuchung erfolgen, wenn dem Gutachten des MDK ausführliche Unterlagen vorliegen. Hierfür ist der Entlassungsbericht sehr hilfreich. ...

Ich lese daraus dass der MDK selbst oder eben auch vorerst nur nach Aktenlage beurteilen möchte ob ich nun AU oder doch AF bin und zwar ohne dass ich persönlich zum MDK muss.

Natürlich will die KK damit erreichen kein KG mehr zu zahlen aber das ist doch auch ihr gutes Recht, oder?
 

HermineL

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Wenn der MDK das beirteilen möchte, dann soll er dichhalt persönlich untersuchen. Die Aussage dazu imRehabericht ist ja auch nur ine Momentaufnahme.
Das ist absolut richtig.
Jedoch sehe auch ich keinen Grund warum er ihn nicht erhalten sollte!?
Das entscheidest du dann selber aber wenn du den Entlassungsbericht dem MDK geben
willst dann auch eben nur diesem und nicht der KK. Auch nicht zur Weiterleitung. Hierbei kannst du
dich an die seit 2016 geltende Regelung für Ärzte halten die Befundberichte auch nicht mehr an
die Krankenkasse senden dürfen.

Die Übermittlung von Befunden an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ist ab Januar neu geregelt. Vertragsärzte senden Unterlagen für gutachterliche Stellungnahmen künftig zusammen mit einem Weiterleitungsbogen der Krankenkassen direkt an den MDK.

Die Neuregelung geht auf eine geänderte gesetzliche Regelung zurück, nach der Vertragsärzte solche Unterlagen „unmittelbar“ an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) übermitteln müssen. Auslöser für die Änderung war eine Forderung der Bundesdatenschutzbeauftragten. Diese hatte beanstandet, dass bei dem bisherigen Verfahren die Daten nicht ausreichend geschützt seien.
Quelle: https://www.kbv.de/html/1150_26057.php


Ich lese daraus dass der MDK selbst oder eben auch vorerst nur nach Aktenlage beurteilen möchte ob ich nun AU oder doch AF bin und zwar ohne dass ich persönlich zum MDK muss.
Genau das ist aber nicht zulässig.
Hier kannst du auf das Du dieses Urteil des Hessischen Landessozialgerichts vom 18.10.2007,
Az.: L 8 KR 228/06 verweisen.
Das Hessische LSG verurteilte die Krankenkasse zur Weiterzahlung des Krankengeldes, weil die Krankenkasse bzw. der MDK ihrer Pflicht zur sorgfältigen Ermittlung des medizinischen Sachverhalts nicht nachgekommen sind.

Nach Ansicht des Gerichts hat die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit durch einen Arzt keine bindende Wirkung für die Krankenkasse, ihr kommt nur die Bedeutung einer ärztlich-gutachterlichen Stellungnahme zu. Will die Kasse jedoch von dieser ärztlichen Stellungnahme abweichen, so müsse der MDK ein medizinisches Gegengutachten vorlegen, das die ärztlichen Befunde bewerte und wissenschaftlich-methodisch untersuche. Gerade bei psychischen Krankheiten sei dabei die Befragung der behandelnden Ärzte und Untersuchung des Patienten zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit unerlässlich. Der MDK habe aber weder die behandelnden Ärzte noch die Patientin befragt bzw. untersucht und ausschließlich nach (zudem fehlerhaft interpretierter) Aktenlage entschieden. Dieses Vorgehen grenzt nach Ansicht des Gerichts an Willkür.
Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/l...e-beurteilung-rein-nach-aktenlage_000908.html
 

Bertolino

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Hallo, Bruny,
Jedoch sehe auch ich keinen Grund warum er ihn nicht erhalten sollte!?
Das kommt ganz auf den Inhalt an.
Realistisches Szenario: In deinem Bericht steht z. B., dass bei deinem Krankheitsverlauf eine vollständige Genesung innerhalb von 3 Monaten zu erwarten sei. Du übermittelst diese Information an den MDK, der diese Aussage nach Aktenlage übernimmt. Oder der SB bekommt diese Information auf "anderem" Weg. Dein HA schreibt dich selbstverständlich weiterhin AU. Nach drei Monaten bist du aber definitiv immer noch AU und du gibst deine AUB weiterhin bei deiner KK ab. Die KK teilt dir mit, dass der MDK deine Arbeitsfähigkeit überprüft hat und zu dem Ergebnis kommt, dass du ab sofort (also nach Ablauf der drei Monate) arbeitsfähig bist. Na, Zufall oder Zusammenhang? :doh:

Eine umfassende Beurteilung des Krankheitsverlaufs kann bequem

Bequem also für wen? Für die KK, oder auch für dich?

Hierfür ist der Entlassungsbericht sehr hilfreich. ...
Achte auf die Formulierung: "hilfreich", nicht "erforderlich".

Ich lese daraus dass der MDK selbst oder eben auch vorerst nur nach Aktenlage beurteilen möchte ob ich nun AU oder doch AF bin und zwar ohne dass ich persönlich zum MDK muss.
Ja, was die anderen so möchten...In den meisten Fällen wird nach Aktenlage beurteilt. Was möchtest du?

Natürlich will die KK damit erreichen kein KG mehr zu zahlen aber das ist doch auch ihr gutes Recht, oder?
Es ist ihr gutes Recht. Aber es ist nicht deine Pflicht, sie in ihrer Argumentation auch noch zu unterstützen.
Vielmehr hast du ein Recht auf KG, wenn du weiterhin AU bist!
Ich meine, du solltest lieber auf deine eigenen Interessen achten.:idea:

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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Die Krankenkasse hat kein Anrecht auf den Reha-Bericht aber der medizinische Dienst der Krankenkassen schon.
Ich bezweifle, dass der MDK sozusagen "einfach so" ein Anrecht auf den Reha- Bericht hat. Das müsste schon gut begründet sein. Und Anforderung bei der Reha- Einrichtung, ohne mich darüber zu informieren, gerade in Zeiten einer europäischen Datenschutzverordnung? Wozu dann eine Schweigepflichtentbindung oder die Bitte der KK um Übersendung des Entlassungsberichts? Ganz sicher würde der MDK sich dann die nötigen Informationen immer auf diesem Weg holen. Es gibt immer noch die Möglichkeit meine AU/AF durch persönliche Begutachtung überprüfen zu lassen, wenn ich keine Befunde vorlege.

Gruß
Bertolino
 
Zuletzt bearbeitet:

HermineL

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Ich bezweifle, dass der MDK sozusagen "einfach so" ein Anrecht auf den Reha- Bericht hat. Das müsste schon gut begründet sein. Und Anforderung bei der Reha- Einrichtung, ohne mich darüber zu informieren, gerade in Zeiten einer europäischen Datenschutzverordnung? Wozu dann eine Schweigepflichtentbindung oder die Bitte der KK um Übersendung des Entlassungsberichts?
Hier verkennst du folgendes was ich schon zuvor zu § 67d SGB X schrieb.

§ 67d Begriffsbestimmungen SGB X
....
(1) 1Die Verantwortung für die Zulässigkeit der Bekanntgabe von Sozialdaten durch ihre Weitergabe an einen Dritten oder durch die Einsichtnahme oder den Abruf eines Dritten von zur Einsicht oder zum Abruf bereitgehaltenen Daten trägt die übermittelnde Stelle. 2Erfolgt die Übermittlung auf Ersuchen des Dritten, an den die Daten übermittelt werden, trägt dieser die Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben in seinem Ersuchen.
...
Das bedeutet im Klartext das der MDK den Reha-Entlassungsbericht anfordern kann und das
die Reha-Klinik oder DRV noch nicht einmal überprüfen müssen ob der MDK dazu berechtigt
ist oder nicht. Keine Aas kontrolliert das !!! Der Betroffene selber bekommt meist davon nichts mit.
Deswegen schrieb ich ja das damit dem Missbrauch Tür und Tor offen stehen.
Die europäische Datenschutzverordnung setzt § 67d SGB X nicht außer Kraft ob damit vereinbar
oder nicht. Das ist wenn überhaupt Sache des Gesetzgeber und der sieht offensichtlich keine
Notwendigkeit dies zu ändern.

Die KK hingen hat gar kein Anrecht auf eine unterschriebene Schweigepflichtsentbindung sondern einzig
der MDK selber kann diese anfordern. Aber warum sollte er wenn er noch nicht einmal der Reha-Klinik
oder DRV gegenüber nachweisen muss das diese entsprechend vorliegt.
 

Kerstin_K

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DA.nn müsste es doc aber möglich sein, das zumindest im Nachhinein anzugreifen, etwa indem man den MDK beim Datenschiutz anschwärzt, weil der MDK eben keine Schweigepflichtentbindung hatte?

Ich meine, im Nachgang ist bei Daten immer schlecht, aber wenn man das öfter macht, müsste doch dem MDK die Lust an diesem Spiel vergehen?
 

HermineL

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@Kerstin

Da gebe ich dir Recht aber dafür muss der Betroffene das ja überhaupt erst einmal wissen.
Hinterher werden die sich immer mit einem Fehler rausreden. Da findest du im Netz eine
Menge Beispiele für.
 

Kerstin_K

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@Kerstin

Da gebe ich dir Recht aber dafür muss der Betroffene das ja überhaupt erst einmal wissen.
Hinterher werden die sich immer mit einem Fehler rausreden. Da findest du im Netz eine
Menge Beispiele für.

In einem MDK-Gutachten steht auch drin, auf was es beruht. Dassollte man schon anfordern, wenn der MDK dann maent, man sei wieder arbeitsfähig oder so.
 

HermineL

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@Kerstin

Ja das mag ja richtig sein aber es muss nicht immer drin stehen und selbst wenn, sorry, dann ist halt
eine Fehler unterlaufen. MDK Mitarbeiter dachte die Entbindung liegt vor. Sorry. Macht aber ja nicht
den der MDK unterliegt ja auch der Schweigepflicht.

Lese mal in dem folgenden Link was bei einem ähnlichen Fall der Anwalt dazu sagte und
da wurde sogar nachgefragt ob die Erlaubnis vorliegt.
https://www.frag-einen-anwalt.de/Un...-eines-Reha-Entlassungsberichts--f243620.html

Sich dagegen zu wehren dürfte wie das Hornberger Schießen ausgehen. Leider.
 

Kerstin_K

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Naja, dieser Nawalt behauptet auch, dass man de Zustimmung erteilen muss, weil das zur Mitwirkungspflicht gehört. Ich traue dem nicht über den Weg.

Wenn man erst gar nicht versucht, dagegegen anzugehen, kann sich nichts ändern.
 

HermineL

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Auf Grund der Kenntnis die ich schon vor längerer Zeit davon hatte habe ich bei der Reha-Klinik
und der DRV einer Weitergabe an Dritte ohne Ausnahme widersprochen. Meines Wissens nach
hat das geholfen. Ob das was im Verborgenen gelaufen ist weiß ich natürlich nicht.

Ich gebe aber Kerstin ausdrücklich Recht das man sich dagegen wehren sollte nur wird das
nicht ganz so leicht sein wie man sich das erhofft. Man sollte sich also dann bewusst sein das
man Gegenwind bekommen wird da auch der ein oder andere Sozialrichter letztlich doch eher
auf der Seite der Leistungsträger steht.
 

Bertolino

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Jetzt habe ich mit meinen Zweifeln eine Diskussion ausgelöst, hoffentlich auch für @Bruny hilfreich...

Das bedeutet im Klartext das der MDK den Reha-Entlassungsbericht anfordern kann...Keine Aas kontrolliert das !!!
DA.nn müsste es doc aber möglich sein, das zumindest im Nachhinein anzugreifen, etwa indem man den MDK beim Datenschiutz anschwärzt, weil der MDK eben keine Schweigepflichtentbindung hatte?
dafür muss der Betroffene das ja überhaupt erst einmal wissen.
Auf Grund der Kenntnis die ich schon vor längerer Zeit davon hatte habe ich bei der Reha-Klinik
und der DRV einer Weitergabe an Dritte ohne Ausnahme widersprochen.

In den obigen Zitaten ist die ganze Problematik beschrieben. Wer weiß denn schon auch nur im Ansatz, dass eine Schweigepflichtentbindung freiwillig ist? Und wenn es jemand weiß, jetzt bin ich wieder bei @Bruny, der beschriebene Sachverhalt dürfte kaum bekannt sein.

Wieder mal sehr trickreich, unser Gesetzgeber.:icon_party:

Ich jedenfalls bin bisher davon ausgegangen, dass "alles passt" in meinem Sinn, wenn ich die Schweigepflichtentbindung/Einwilligungserklärung nicht unterschreibe. Offensichtlich ein Irrtum.:doh:

Ich muss also aktiv der Weitergabe an Dritte widersprechen. Und wie funktioniert das? Textbausteine auf dem Antrag durchstreichen? Zusätzlich ein formloser Satz?

Gruß
Bertolino
 

HermineL

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Ich muss also aktiv der Weitergabe an Dritte widersprechen. Und wie funktioniert das? Textbausteine auf dem Antrag durchstreichen? Zusätzlich ein formloser Satz?
Wenn die Leistungsträger sich an die Vorgaben halten würden und der Gesetzgeber nicht so
schwammige Gesetze machen würde bräuchte man das sicherlich nicht. Ich für meinen Teil
habe aber eben auf Grund der von mir gemachten Erfahrungen entschieden hier lieber
proaktiv tätig zu werden und bin dazu übergegangen die Weitergabe meiner Daten explizit zu untersagen.
Kann sein das dies doppelt gemoppelt ist aber ich fahre bisher recht gut damit.

Beispiel Rehabericht. Dort wurde mir zu beginn der Reha ein Formular vorgelegt an wen der
Rehabericht gehen soll. Hier habe ich eingetragen das dieser nur an mich selber gehen soll und
zusätzlich einen Satz dabei geschrieben das ich der Weitergabe an andere ohne meine ausdrückliche
Genehmigung grundsätzlich widerspreche. Fertig.

Ich schrieb ja schon in den Postings zuvor das kein Mensch kontrolliert ob z.B. der MDK
überhaupt eine Erlaubnis hat. Sehr schön nachlesen kann man das in folgendem Link in einer
Tabelle der DRV die den Namen trägt "Weitergabe des Reha-Entlassungsberichts an Dritte".
Dort kann man sehr schön sehen das kein einziger Leistungsträger der DRV einen
Nachweis für die Erlaubnis erbringen muss. Selbst die Krankenkassen nicht die eigentlich
überhaupt kein Anrecht auf diese medizinischen Daten haben. Zu Ehrenrettung muss man hier allerdings
darauf hinweisen das seit dem 01.01.2017 auch die DRV die Daten dann nur an den MDK geben
darf und nicht direkt an die Krankernkasse. Ein schwacher Trost.
Einzig Ärzte oder private Versicherungen müssen einen Nachweis vorlegen.

Nach meiner persönlichen Meinung wird damit für alle Leistungsträger die Schweigepflicht
ad Absurdum geführt weil es keinerlei Kontrolle darüber gib und der Betroffene es in der Regel gar
nicht mitbekommt.
https://www.deutsche-rentenversiche...zin_forschung/datenschutz_reha_e_bericht.html
 

Bruny

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... alles gut Bertolino :peace: ... ich ziehe meine Lehren aus der Diskussion.

Ich werde dem MDK der KK den Entlassungsbericht, den ich mittlerweile erhalten habe, zur Verfügung stellen und hoffen das Dieser mir meiner weiteren Zukunft/Genesung nicht zu sehr im Wege steht. :icon_daumen:
 

Kerstin_K

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So wie das in dieser Tabelle steht,bekommt sogar jeder x-beliebeige AfA SB den Bericht, nicht nur der äD.
 
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