Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr lieb!

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YNurse

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Hallo zusammen,

ich (männlich, 46, seit 9 Jahren bei meinem Arbeitgeber) bin seit 13 Monaten wegen depressiver Verstimmung arbeitsunfähig. Ich erhalte demnach Krankengeld, welches Anfang Dezember ausläuft.

Ich hatte bisher einen Termin mit meinem Arbeitgeber, in dem es ums Gesundheitsmanagement ging, sprich, wie geht es mir und was ist möglich. Ich habe dort nichts von einer Depression erwähnt, sondern von "Behandlungen" gesprochen. Auch, dass ich wieder an meinen Platz zurück möchte. Dies ist allerdings nur bedingt richtig, im Grunde möchte ich gerne eine Abfindung ohne Verzicht auf Arbeitslosengeld erwirken.

Weiterhin war ich bereits beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen, dieser hat meine AU bestätigt (einstweilen).

Ich habe nun von meinem Arbeitgeber vor einiger Zeit einen Brief bekommen, in dem ich gebeten werde, einen Termin beim Betriebsarzt zu vereinbaren. Dies habe ich auch getan, da ich weiß dass es nicht ratsam ist, einen solchen Termin nach so langer AU abzulehnen. Der Termin ist morgen, Mittwoch, den 05.09..

In dem genannten Brief stand ebenfalls, dass ich zum Betriebsarzt meine bisherigen Atteste mitnehmen soll.

Ich wollte in dem Gespräch mit dem Betriebsarzt eigentlich nicht detailliert auf die depressive Verstimmung eingehen, sondern nur mitteilen, dass ich derzeit eine "Therapie" oder "Behandlung" mache und sehen muss, wie diese anschlägt.

Detaillierte Atteste möchte ich auch vermeiden, weil darin etwas von Problemen mit dem Arbeitsplatz vermerkt ist und dies soll der Betriebsarzt gar nicht wissen. Ich möchte nicht krankheitsbedingt gekündigt werden.

Wie seht ihr das, muss ich Atteste mitnehmen? Sonstige Tipps?

Sorry für die Kurzfristigkeit und herzlichen Dank und viele Grüße
Bernd
 

DeppvomDienst

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Ich würde spontan sagen, dass Du dazu nicht verpflichtet bist.
Du musst auch keine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben, vermutlich wird das von Dir gefordert werden, wenn Du da bist.

Problem wird dann sein, dass der Betriebsarzt Schwierigkeiten haben dürfte, eine korrekte Diagnose zu erstellen, da er Dich ja nur einmalig und relativ kurz sieht.

Meine Idee wäre (das ist aber heute natürlich zu kurzfristig), dass Dein Therapeut eben einen kurzen Bericht über Dich verfasst, aber eben keine Therapieinhalte bzw. Ursachen dabei benennt.
 

YNurse

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Danke schön. Ich habe gestern meine erste Therapiestunde gehabt, insofern wäre es sogar schlüssig, dass bisher noch gar nichts Großes vom Therapeuten verfasst werden konnte.

Allerdings stelle ich mir vor, dass der Betriebsarzt eben Atteste sehen möchte, die sich auf die vergangenen 13 Monate beziehen, in denen ich nicht arbeitsfähig war. Dabei könnte mir auch der Therapeut nicht helfen.

Im Gegenteil, all die anderen Therapeuten und Psychologen und Ärzte haben über die Monate verteilt immer ihre Sicht der Dinge zu meinem Gesundheitszustand geschrieben und konnten dies auch am besten beurteilen.

Im Grunde muss ich in meinem Termin ja ein wenig so tun, als sitzt der Arbeitgeber vor mir. Wenn es der Arbeitgeber direkt wäre, hätte ich auch kein Problem, mich kaum zu äußern. So habe ich es ja auch im persönlichen Gespräch getan.

Nur, wie soll ich einem Facharzt erklären, dass ich wegen depressiver Episoden AU bin, ohne eben diese Unwörter in den Mund zu nehmen?

Und wenn ich mich entscheide, es doch zu tun, ist das dann mein Todesurteil? Denn aus "Depression" kann der Arbeitgeber eine negative Prognose entwickeln und mir krankheitsbedingt kündigen.
 

ZynHH

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Tja...Zwickmühle.

Wäre denn ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen für dich vorstellbar?

Hast du außer den psychischen noch andere physische Gebrechen?

Muß "man" überhaupt zum Betriebsarzt wenn man AU ist?

Ich mein, man geht ja auch nicht zum JC wenn man AU ist....
 

Fatbon

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Du kannst nur Nachteile haben wenn du den Termin beim Betriebsarzt wahrnimmst. Das ist immer die vorstufe zur Kündigung. Der Arzt wird eine Prognose erstellen wollen/sollen, fällt die negativ aus kann der AG dich kündigen. Rate mal wer den Arzt bezahlt, rate mal ob die Prognose negativ ausfällt. Nimm garnichts mit an unterlagen, das brauchst du nicht, sage immer das du nun endlich einen guten Behandler gefunden hast und sehr positiv in die Zukunft schaust. Du hättest dort nicht hinmüssen, aber nach zusage nun doch. Erzähl nicht zuviel, der schreibt dich nicht krank/gesund, sondern will nur feststellen ob dein AG dich noch einsetzen kann, bzw du in Zukunft öfter mal krank bist. Wie gesagt, mit den richtigen Aussagen vom Betriebsarzt haste die Kündigung ohne Abfindung, ist dann alles rechtens, kannste gerne nachgoogeln lg
 

KlebeFix

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Nur, wie soll ich einem Facharzt erklären, dass ich wegen depressiver Episoden AU bin, ohne eben diese Unwörter in den Mund zu nehmen?
Woher weißt du denn das der Betriebsarzt ein Facharzt für deine Erkrankung ist?

Ich weiß nicht wie oft ich bei unserer Betriebsärztin gesessen habe. Natürlich hat sie mich bei jedem Besuch aufgefordert eine Schweigepflichtsenbindung zu unterschreiben....hab ich aber nicht...niemals. Auch mit Erpressung haben sie es probiert...nix da....keine Unterschrift. Sie hat auch keine Untersuchungsberichte, noch Röntgenbilder von mir bekommen.
Selbstverständlich wußte sie von meiner Erkrankung (schwere chronische Depressionen und paranoide Schrizophrenie), aber eben nur mündlich.
Sie konnte meinem AG nichts negatives mitteilen, weil ich immer gesagt habe, dass ich meine Arbeit gerne mache und sie mir spass macht :icon_kotz: Dazu habe ich meine Arbeit immer korrekt gemacht....trotz Erkrankung. Ich habe also immer guten Willen gezeigt, auch wenn es manchmal echt zum :icon_kotz: war.
 

YNurse

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Danke für eure Antworten.

Ich hatte inzwischen überlegt, nur den Bericht des Medizinischen Dienstes mitzunehmen. Denn dieser basiert auf allen Attesten (die dem MD vorlagen und in denen auch etwas von beruflichen Problemen drinsteht), jedoch steht im Bericht des MD kein Wort über berufliche Sachen, sondern ausschließlich Diagnosen. Da wird das Kind dann aber auch beim Namen genannt.

Allerdings hat der MD die AU bestätigt. Kann aber auch sein, dass dies den Betriebsarzt nicht die Bohne interessiert.

Wenn es rechtens ist, einfach nichts mitzunehmen...hmmm, ich tue mich da etwas schwer, weil im Brief des AG extra darauf verwiesen wurde.
 

Muzel

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Ein Betriebsarzt unterliegt ,wie jeder Arzt auch, der Schweigepflicht. Hast du negative Erfahrungen mit dem Betriebsarzt gemacht? Manchmal hilft er auch.
 

YNurse

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AW: Muss ich zum Betriebsarzt Atteste mitnehmen? Kurzfristige Antworten wären sehr li

Nein, ich bin zum aller ersten Male bei diesem und überhaupt einem Betriebsarzt.
 
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