Muß ich vor der Reha-Maßname zustimmen, unangekündigte Alkoholtests zuzulassen und die Medikation angeben?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
Hallo an alle hier.

Ich bin ja seit etlicher Zeit (Jahre) langzeitarbeitslos, in erster Linie aufgrund gesundheitlicher Defizite. Das wurde auch vom ÄD des Jobcenters bereits festgestellt, bin nun in der sogenannten Reha-Abteilung gelandet. Nun ist es so, dass mir von denen doch zu einer Maßnahme geraten wurde, eine Art berufliche Reha. Für Menschen, die in der Hauptsache aufgrund von psychischen Problemen Schwierigkeiten mit der Jobsuche haben. Bei dieser Maßnahme soll zunächst meine Belastbarkeit und die berufliche Eignung herausgefunden werden. Das Ganze soll erstmal nur einen Monat gehen. Also bin ich vor einigen Wochen zu einem Infogespräch bei dem Maßnahmeträger hin, da wird ja sowieso immer alles schöngefärbt und ich sah da auch ehrlich gesagt keinen Grund, das nicht einfach mal mitzumachen. Ich selbst möchte ja beruflich auch wieder irgendwie auf die Beine kommen. Das JC segnete das kurz darauf ab. Maßnahmestart fünfter Mai.

Heute wurde mir postalisch vom Träger der Maßnahmevertrag zugesandt, den ich am ersten Tag selbstverständlich komplett ausgefüllt mitzubringen hab. Der Großteil in dem Vertrag ist harmlos, meine ich, doch da waren auch Dinge, die mich stutzig machen. So gibt es einen Zettel, auf welchem ich die Zusage für unangekündigte Atemalkoholtests abgeben soll! Dürfen die sowas von mir verlangen?! Ich trinke nicht, dennoch empfinde ich es als Grenzüberschreitung. Desweiteren soll ich meine Medikamente angeben, also wann ich die einnehme, Dosis usw. Ich nehme lediglich ein Schilddrüsenmedikament, das tut eigentlich für diese Maßnahme nix zur Sache. Bin ja deswegen nicht beeinträchtigt oder so. Ferner soll ich meine Ärzte angeben und auch, ob eine Schweigepflichtsentbindung besteht. Wem gegenüber denn??? Und wozu? Ich finde, da reichen meine vom ÄD bescheinigten Einschränkungen bzgl meiner Gesundheit aus und auf deren Grundlage sollte dann halt die berufliche Eignung ermittelt werden. Fertig. Ich mach bei dem Träger schließlich keine Behandlung meiner Gebrechen.

Habe gerade ein echt mulmiges Gefühl bezüglich der bald stattfindenden Maßnahme. Was haltet ihr von den oben erwähnten Sachen? Wie würdet ihr an meiner Stelle darauf reagieren?
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
Glücklicherweise ist das Testzentrum nicht weit weg, da bin ich in weniger als zehn Minuten mitm Fahrrad.

Habe gerade noch mal den Maßnahmevertrag genauer studiert, dabei ist mir noch was aufgefallen: Dem Teilnehmer wird empfohlen, über eine private Haftpflichtversicherung zu verfügen. Das hatte ich vorher gar nicht gesehen. Für mich bedeutet dies, allein ICH werde im Schadensfall zur Rechenschaft gezogen, der MT ist dann fein raus. Oder wie? Ich habe keine Privathaftpflichtversicherung, im Schadensfall müsste ich dann alles aus eigener Tasche bezahlen?! Da traut man sich ja nicht, was anzufassen beim Träger...
 

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
1.163
Bewertungen
1.359
Habe gerade noch mal den Maßnahmevertrag genauer studiert, dabei ist mir noch was aufgefallen: Dem Teilnehmer wird empfohlen, über eine private Haftpflichtversicherung zu verfügen.
Sei mir bitte nicht böse... Aber jetzt fängst Du an, dass Haar in der Suppe zu suchen... ;)

Eine (private) Haftpflichtversicherung ist (beinahe) unabdingbar! Und nicht nur im Rahmen einer Maßnahme vom JC wichtig!
Was ist, wenn Du morgen mit dem Fahrrad durch eine mit Öl verschmutzte Pfütze fährst und das Spritzwasser genau die "alte Dame" mit dem 30.000€ Pelzmantel trifft?! ;)

Genauso ist das eben beim MT... Wenn Du da vor lauter Aufregung & eventuell ein bisschen Tollpatschigkeit, das teure iPad Pro vom Mitarbeiter vom Tisch fegst und es dabei "zerstört" wird, dann bist Du (bzw. Deine Haftpflicht) natürlich haftbar! Da ist der MT dann auch nicht "fein raus" mit...

Ich würde da tatsächlich eher mal morgen wie von @TazD schon geschrieben, anfragen was mit den Kosten für den Test und ggf. "Fahrtkosten" ist. Ob man die bei einer Teilnahme nicht erstattet bekommt (Egal ob jetzt vom MT oder JC!). Das sollte, neben der Frage mit den Alkoholtest, eventuell die deutlich größere Priorität haben, als ein vermeidlicher "Fallstrick" in Bezug zu einer (eigentlich unabdingbaren) Haftpflichtversicherung...

Schon mal überlegt, warum es HaftPFLICHTversicherung heißt?! ;)

§823 BGB
 
Zuletzt bearbeitet:

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
8.464
Bewertungen
22.386
Ergänzend zu meinem vorherigen Beitrag und meinem Vorschreiber:
Ich sehe im Übrigen auch keine Pflicht mit einem negativen Test dort aufzuschlagen. Hier bestünde auch noch die Möglichkeit morgen früh einfach ohne Testergebnis dort zu erscheinen und abwarten, was dann passiert.
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
3.611
Bewertungen
6.905
Dann muss der MT das aber selbst bezahlen. Deine KV-Karte stellst du dafür nicht zur Verfügung.
Da du nur einen kostenlosen Test pro Woche machen kannst, brauchst du den halt schon für einen Friseurbesuch oder sonstiges.....
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
Ups, ich wollte jetzt wegen der Haftpflichtversicherung eigentlich keine Haarspalterei betreiben. Fakt ist, dass ich keine solche Versicherung hab, noch nie hatte.

Das mit dem Coronatest ist aber nochmal ein Punkt, den ich morgen beim Träger auch anbringen werde.
 

Samsara

Elo-User*in
Mitglied seit
18 Mai 2010
Beiträge
375
Bewertungen
710
Meine Therapeutin findet es ja super, wenn ich die Maßnahme mache. Als könnten die da Wunder bewirken. Die findet aber sicherlich auch sämtliche anderen Maßnahmen die vom JC kommen irgendwie sinnvoll. Meine Therapeutin kann sich nur schwer vorstellen, dass solche Maßnahmen oft sinnbefreit oder gar frustrierend sein können.

Aus meiner eigenen Erfahrung mit Psychotherapeuten, kann ich nur bestätigen, dass Therapeuten und Patienten häufig doch aus unterschiedlichen "Welten" stammen. Diese Berufsgruppe verfügt, wenn der Therapeut Mitglied in der Kassenärztlichen Vereinigung ist,
und eine Kassenzulassung nebst vollem Terminkalender hat, schätzungsweise real über ein monatliches Brutto-Grundeinkommen
von 8.000 € bis 12.000 €.

In dieser gut situierten Gehaltsgruppe (und in anderen auch), liegt es oftmals außerhalb jeglicher Vorstellungskraft, nachzuvollziehen,
wie es sich dauerhaft lebt: am Rande des Existenzminimums. Kein Vorwurf! Ich konnte mir das früher auch nicht ausmalen.

Ich habe mehrere Bekannte, die in diesem Berufsfeld tätig sind.
Denen ist mal durch ihre Patienten ein 16i-Werbeprospekt für Arbeitgeber in die Hände gefallen, und sie haben von mir wissen wollen, wie ich das finde: vor allem die begleitenden Coaching-Maßnahmen beim Träger. Ich habe dann erstmal zurückgefragt:
"Weiß nicht, was meint denn Ihr?"

Na, und dann platzte es aus ihnen heraus:
"Es ist unfassbar, was da alles von unseren Steuergeldern für Arbeitslose geleistet wird: Hartz IV, Miete, Nebenkosten, Heizkosten, Strom, Telefon, immer das neueste Handy! Manche von denen fahren auch noch dicke Autos, und haben eine Eigentumswohnung oder sogar ein ganzes Haus. Und dann noch die Reisen bis nach Florida, die vom Amt bezahlt werden. Und die ganzen Umschulungen und Weiterbildungen! Und jetzt auch noch sowas: Rundumbetreuung für die ganze Familie durch Diplom-Sozialpädagogen: bis zu fünf Jahre am Stück. Die kriegen es hinten und vorne reingeschoben. Die werden gepudert und gepampert. Und dabei wollen die gar nicht arbeiten! Wir haben ja selbst solche Figuren in unseren Praxen sitzen. Da könnten wir nur noch kotzen. Naja, es gibt vielleicht auch noch ein paar darunter, die nicht selbst daran schuld sind, aber die meisten schon. Die wollen das so. Genau wie die Rentenjäger,
die gar nicht motiviert in die Psychotherapie kommen, und nur hinter dem Geld her sind." :icon_laber:

Die Maßnahmen selbst werden jedoch als sehr gut befunden, wenn sie nur den Steuerzahler nichts kosten würden.
Ist doch prima, wenn die faulen ELOs endlich wieder eine Tagesstruktur aufgebrummt bekommen, und ihnen Beine gemacht werden.
Es wertet doch ihr Selbstbewusstsein auf, und sie finden wieder einen Sinn im Leben, und auch neue soziale Kontakte.
Und dann brauchen die auch gar keine Psychotherapie mehr. Gibt ja nichts besseres, als Ergotherapie.

Dagegen zu argumentieren, habe ich aufgegeben.
Die jahrelange mediale Dauerberieselung hat sich schon zu fest in den Herzen und Hirnen eingegraben.
Dass die körperlichen Einschränkungen da positiv beeinflusst werden durch diese Maßnahme ist natürlich eher auszuschließen. Und ob die mir in Bezug auf meine seelische Gesundheit gut tut, wird sich zeigen.

Meine Meinung:
Ein Maßnahmeträger, wie der von Dir geschilderte, wird Dir sicher nicht helfen können!
Zum Einen fehlt ihm die medizinische Kompetenz, und zum Anderen arbeitet er zielorientiert an den Vorgaben
seines, ihn bezahlenden Auftragsgebers. Dessen Interessen liegen primär in der Kostensenkung, also darin,
den ELO irgendwie, und vor allem so schnell wie möglich aus dem Leistungsbezug zu drängen.
Die physische und psychische Befindlichkeit des ELOs spielt hierbei eher eine untergeordnete Rolle.

Meine Idee wäre, dass Du Dir noch einmal ganz genau überlegst, was Du Dir wirklich von dieser Maßnahme versprichst.

So ein Vertrag mit Dir selbst, wäre vielleicht gut:
Was reizt mich so sehr an dieser Maßnahme, dass ich ihr eine Chance geben möchte?
Was genau verspreche ich mir von ihr? Könnte ich das auch auf andere Weise verwirklichen?
An welchen Stellen bin ich unter welchen konkreten Bedingungen kompromissbereit?
Welche Grenzen setze ich, und wie setze ich die durch?

Und Dein stärkster Verbündeter und Ratgeber dabei ist: Dein Bauchgefühl!
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
@Samsara: Richtig, etliche Psychotherapeuten (ich pers. hatte mit 4 zu tun) stecken einen Elo mit psych. Problemen gerne in eine Schublade. So nach dem Motto "Wenn Sie einen Job hätten, dann würden Sie nicht so viel über Dinge nachgrübeln, die eigentlich gar keinen großen Raum in Ihrem Leben einnehmen sollten. Ein Job würde Ihnen soooo gut tun." Dabei vergessen die oft, dass ich nicht psychische Probleme habe, weil ich Elo bin, sondern ich bin Elo, weil ich schon seelisch vorbelastet war. Daher meinen halt viele Psychologen, dass diese ganzen Jobcenter-Maßnahmen doch eine gute Sache sind. Und dass das Jobcenter doch einem nur "helfen" will.
 

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
1.163
Bewertungen
1.359

Piiiter

Elo-User*in
Mitglied seit
25 März 2020
Beiträge
406
Bewertungen
744
Es gibt solche und solche.
Als ich das erste Mal bei meinem FA für Neurologie und Psychiatrie war und meine Situation mit dem JobCenter schilderte, kam von ihm wörtlich:"Zeitarbeit... Aha, man möchte sie also Versklaven. Das werden wir unterbinden.".
Maßnahmen vom Amt hat er auch immer sehr skeptisch beäugt.

Leider hat der gute Mann viel zu lange gearbeitet, mit 84 Jahren im Praxisalltag verstorben...
 

Birt1959

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2013
Beiträge
1.472
Bewertungen
4.737
Aus meiner eigenen Erfahrung mit Psychotherapeuten, kann ich nur bestätigen, dass Therapeuten und Patienten häufig doch aus unterschiedlichen "Welten" stammen.
Sorry, das ist ausgemachter Blödsinn. Das ist bei der Berufsgruppe auch nicht anders als bei anderen. Ein*e normale*r Bäcker*in, der*die seit der Lehre nie ohne Job war, kann sich auch nicht vorstellen, wie sich ein*e Übersetzer*in, der*die als Freiberufler*in arbeitet und durchaus mal eine Durststrecke haben kann, fühlt.
Diese Berufsgruppe verfügt, wenn der Therapeut Mitglied in der Kassenärztlichen Vereinigung ist,
und eine Kassenzulassung nebst vollem Terminkalender hat, schätzungsweise real über ein monatliches Brutto-Grundeinkommen
von 8.000 € bis 12.000 €.
Ja, aber Brutto! - Ist dir schon mal aufgefallen, dass die Leute nicht im Angestelltenverhältnis arbeiten? Das heißt, das, was da auf dem Konto ankommt, wird erst dann versteuert und dann werden die Abgaben in die berufstständischen Versicherungen und die Kosten der Praxis abgezogen. Abgesehen davon: Das sind Menschen, die mindestens 4 Jahre studiert haben und dann noch eine 3-Jährige Ausbildung zum*zur Psychotherapeut*in draufgesetzt haben, wo sie meist nicht besonders gut verdienten.

Das Einkommen entspricht ungefähr dem was ein*e freiberufliche Akademiker*in in ihrem Beritt verdient, wenn er*sie Zusatzqualifikationen hat.
In dieser gut situierten Gehaltsgruppe (und in anderen auch), liegt es oftmals außerhalb jeglicher Vorstellungskraft, nachzuvollziehen,
wie es sich dauerhaft lebt: am Rande des Existenzminimums. Kein Vorwurf! Ich konnte mir das früher auch nicht ausmalen.
Da muss ich aber herzhaft lachen: eine gute Bekannter, Fachinformatiker bei der Stadt, kann das auch nicht. Der hat kein Studium oder so etwas und damit keine Gehaltsstufe ab E9. Er verdient nach dem entsprechenden TVÖD.
Ich habe mehrere Bekannte, die in diesem Berufsfeld tätig sind.
Denen ist mal durch ihre Patienten ein 16i-Werbeprospekt für Arbeitgeber in die Hände gefallen, und sie haben von mir wissen wollen, wie ich das finde: vor allem die begleitenden Coaching-Maßnahmen beim Träger. Ich habe dann erstmal zurückgefragt:
"Weiß nicht, was meint denn Ihr?"

Na, und dann platzte es aus ihnen heraus:
"Es ist unfassbar, was da alles von unseren Steuergeldern für Arbeitslose geleistet wird: Hartz IV, Miete, Nebenkosten, Heizkosten, Strom, Telefon, immer das neueste Handy! Manche von denen fahren auch noch dicke Autos, und haben eine Eigentumswohnung oder sogar ein ganzes Haus. Und dann noch die Reisen bis nach Florida, die vom Amt bezahlt werden. Und die ganzen Umschulungen und Weiterbildungen! Und jetzt auch noch sowas: Rundumbetreuung für die ganze Familie durch Diplom-Sozialpädagogen: bis zu fünf Jahre am Stück. Die kriegen es hinten und vorne reingeschoben. Die werden gepudert und gepampert. Und dabei wollen die gar nicht arbeiten! Wir haben ja selbst solche Figuren in unseren Praxen sitzen. Da könnten wir nur noch kotzen. Naja, es gibt vielleicht auch noch ein paar darunter, die nicht selbst daran schuld sind, aber die meisten schon. Die wollen das so. Genau wie die Rentenjäger,
die gar nicht motiviert in die Psychotherapie kommen, und nur hinter dem Geld her sind." :icon_laber:
Echtes Pech für dich, solche Bekannte zu haben.

Ich kenn da auch einige - die haben mir nie so etwas erzählt. Ganz im Gegenteil: als ich Ralf mal so einen Wisch für eine Maßnahme zeigte, wie sie wohl für @Nala87 anvisiert wird, meinte der nur kurz und knapp: "wenn die Agentur oder der JC die Gelder den Bedürftigen zukommen ließe und die Maßnahmen passgenau anbieten würde, dann wären unsere Steuer mal sinnvoll verbraten. Wir brauchen kein Sommermärchen." (Das muss also zu der Zeit gewesen sein, als rauskam, wie viel Geld Vater Staat dem DFB für diese Sause in den Rachen schmiss.)

Er riet mir übrigens von der Teilnahme ab.
Die Maßnahmen selbst werden jedoch als sehr gut befunden, wenn sie nur den Steuerzahler nichts kosten würden.
Ist doch prima, wenn die faulen ELOs endlich wieder eine Tagesstruktur aufgebrummt bekommen, und ihnen Beine gemacht werden.
Es tut mir leid - und wenn sich jetzt ein Shitstorm auf mein Haupt entlädt: Manche Elos müssen wirklich zum Jagen getragen werden. Zwar die allerwenigsten, aber ein paar gibt es. Ob die jetzt faul oder krank sind, kann keine*r auf Anhieb sagen.

Dass manchen Kranken es hilft, wenn sie von außen eine Tagesstruktur vorgesetzt bekommen, kann man aber in Krankenhäusern und Tagesambulanzen sehen.
Es wertet doch ihr Selbstbewusstsein auf, und sie finden wieder einen Sinn im Leben, und auch neue soziale Kontakte.
Was deine Bekannten allerdings übersehen: der Sinn und die Kontakte enden mit der letzten Minute der Maßnahme.
Und dann brauchen die auch gar keine Psychotherapie mehr. Gibt ja nichts besseres, als Ergotherapie.
Du so blöd ist kein*e echte*r Psychotherapeut*in. Der*die würde sich ja selbst das berufliche Grab schaufeln. Die wissen genau, dass eine Behandlungsstunde in Ergo günstiger ist als eine psychotherapeutische Sitzung.
Dagegen zu argumentieren, habe ich aufgegeben.
Gegen Blödheit kann auch nicht argumentiert werden. Egal, worum es geht.
Meine Meinung:
Ein Maßnahmeträger, wie der von Dir geschilderte, wird Dir sicher nicht helfen können!
Leider hat @Nala87 keinen Flyer der Maßnahme hochgeladen.

Aber Du hast mit allergrößter Wahrscheinlichkeit recht. Die meisten dieser Maßnahmen werden im Gießkannenprinzip gebastelt und da ein Mensch mit einer bipolaren Störung eine andere Unterstützung benötigt als jemand, der*die drogenabhängig ist, kann das nicht funktionieren. Es funktioniert noch weniger, wenn die Erkrankten gleich mehrere Erkrankungen haben. So etwas ist eine Verschwendung von Geldern, sorgt aber dafür, dass die da Beschäftigten nicht auch noch bei AfA und JC aufschlagen - sofern sie nicht nur Honorarkräfte sind.
Zum Einen fehlt ihm die medizinische Kompetenz, und zum Anderen arbeitet er zielorientiert an den Vorgaben
seines, ihn bezahlenden Auftragsgebers. Dessen Interessen liegen primär in der Kostensenkung, also darin,
den ELO irgendwie, und vor allem so schnell wie möglich aus dem Leistungsbezug zu drängen.
Den Vorwurf kannste auch einigen Rehakliniken machen...
Die physische und psychische Befindlichkeit des ELOs spielt hierbei eher eine untergeordnete Rolle.
Die Rolle ist nicht nur untergeordnet, sie ist meiner Erfahrung nach gar nicht da.

Sonst kann mir hier jemand mal gelegentlich verraten, was ich Anglistin als Teilnehmer*in in einer Maßnahme sollte, die hauptsächlich "Ihr Englisch aufpeppen" sollte und als Mindestvoraussetzung Englischkenntnisse auf dem Niveau A1 hatte.

Der Maßnahmeträger wollte mich nicht, als er meine Unterlagen sah. Komisch.
Meine Idee wäre, dass Du Dir noch einmal ganz genau überlegst, was Du Dir wirklich von dieser Maßnahme versprichst.
Ich mache so etwas mit Papier und Bleistift, sowie einer Tabelle in der ich Plus und Minus bei den einzelnen Punkten mache. Überwiegt das Minuszeichen fällt, ist das Beabsichtigte schon mal nichts für mich.
So ein Vertrag mit Dir selbst, wäre vielleicht gut:
Was reizt mich so sehr an dieser Maßnahme, dass ich ihr eine Chance geben möchte?
Was genau verspreche ich mir von ihr? Könnte ich das auch auf andere Weise verwirklichen?
An welchen Stellen bin ich unter welchen konkreten Bedingungen kompromissbereit?
Welche Grenzen setze ich, und wie setze ich die durch?

Und Dein stärkster Verbündeter und Ratgeber dabei ist: Dein Bauchgefühl!
Danke für den guten Tipp.

An die Mods: könnte mensch irgendwo so einen nicht verschwindenden Fred der Marke "Best of Entscheidungshilfen" anpinnen, wo Samsaras Hinweise schon mal Beitrag Nr. 1 sind. Beispiele "aus dem wahren Leben" sind manchmal nachvollziehbarer als die Vorschläge diverser Ratgeberbücher.
@Samsara: Richtig, etliche Psychotherapeuten (ich pers. hatte mit 4 zu tun) stecken einen Elo mit psych. Problemen gerne in eine Schublade. So nach dem Motto "Wenn Sie einen Job hätten, dann würden Sie nicht so viel über Dinge nachgrübeln, die eigentlich gar keinen großen Raum in Ihrem Leben einnehmen sollten. Ein Job würde Ihnen soooo gut tun."
Also meine lange Erfahrung zeigt mir, dass Jobs, die zu mir passten, mir meist aus diversen depressiven Phasen raushalfen. Vielleicht gerade, weil ich mich wenigstens während der Arbeitszeit jetzt nicht Problem XY zuwandte. Insofern könnten diese Therapeut*innen recht haben und das ist übrigens auch ein Grund für Arbeitstherapie.
Dabei vergessen die oft, dass ich nicht psychische Probleme habe, weil ich Elo bin, sondern ich bin Elo, weil ich schon seelisch vorbelastet war.
Du, das kenne ich: Meine Depression ist ein Erbstück. Aber manchmal war es für mich schwer zu sagen, ob ich jetzt erwerbslos wegen der Depression war oder depressiv, weil erwerbslos. Irgendwie ist das ein Teufelskreis.
Daher meinen halt viele Psychologen, dass diese ganzen Jobcenter-Maßnahmen doch eine gute Sache sind. Und dass das Jobcenter doch einem nur "helfen" will.
Dann sind die aber ziemlich unerfahren oder sorry, das so hart zu sagen, ziemlich blöd. Sonst bekämen sie durch die Klient*innen mit, was die Erfahrung mit AfA und JC mit ihnen macht.
Diese Summe kommt hin. Eine Sitzung die unentschuldigt ausfällt kostet den Patienten, also mich, 93 Euronen. Kann man bei 6 - 7 Sitzungen pro Tag (Kassenpatienten) x 20 Arbeitstage das Einkommen ausrechnen.
WAS für ein Sozialneid! Das ist ein Brutto-für-Netto Einkommen - da sieht das am Ende auch anders auf dem Konto aus. Nur, dass die Steuern und Abgaben erst gezahlt werden, nachdem das Einkommen auf dem Konto eingetroffen ist. Angestellte und Beamte vergessen das leicht, weil bei Ihnen das Gehalt "bereinigt" auf dem Konto erscheint.

Im Gegensatz zu jemandem, der*die eine Lehre macht - schulische Ausbildungen mal ausgenommen - verdienen Psycholog*innen während des Studiums am Studium nichts, sondern geben Geld dafür aus. Das ist eine Investition in die Zukunft. Ob sie sich auszahlt, wissen die Studis nicht.
Mal wieder meilenweit OT!


Leider ist 1 + 1 nicht immer gleich 2... 😜
Einfach mal selbst in der GOP gucken und dann noch mal den Rechenschieber bemühen... 😉


Es ist mitnichten so, dass jeder Euro beim Arzt/Therapeuten auch 1:1 in deren Taschen wandert...
Danke! Als Anerkennung schicke ich einen in den Pott.
Ihr haut ja ganz schön auf die Therapeuten ein. Wenn ihr mal genauer nachdenken würdet.....
Wie wahr.

Nur weil eine Bäckerei schlecht schmeckendes Brot anbietet, machen das ja nicht alle.
 
Zuletzt bearbeitet:

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
4.675
Bewertungen
9.864
So ist es Birt.

Die praktizierenden Psychotherapeuten müssen noch die laufenden Praxiskosten vom Einkommen bezahlen, ebenso die Fortbildungskosten und wahrscheinlich haben viele von denen auch ne nette Summe Schulden an der Backe. Die Schulden kommen oft von der Ausbildung zum Therapeuten, der hohen Summe für die Approbation und auch das Eröffnen der Praxis.
Viele von den angehenden Therapeuten arbeiten in der Therapeutenausbildung sehr viel, um sich die Ausbildung überhaupt leisten zu können. Im Depriforum las ich mal so 70 Stunden die Woche, das wäre da normal für Berufsanfänger. Sagte der Forenbetreiber, der seit Jahren sich auch um die Ausbildung der jungen Leuts kümmert.

Ich selber schimpfe zwar auch oft auf diese Zunft. Aber mit dem beginnenden Alter denke ich manchmal oder oft an meine damalige Zeit zurück, als es mit mir und den Therapeuten anfing. Ziehe ich mal denen ihre Schuhe an und sehe in denen auf meine damalige Lebenssituation an, fällt mir nur eine Aussage dazu ein: "Gütiger Herr im Himmel, wie soll man da noch helfen?"
Obwohl die Behandler gegenüber mir wahrscheinlich wirklich finanziell und beruflich in einer weit komfortableren Situation waren als ich.

Übrigens hab ich es schon 2mal erlebt, dass Behandler schwer krank wurden für lange Zeit.
Und ja, die eine hat nichtmal eine Bezahlung in den ersten 6 Wochen Krankheit gehabt, mangels Arbeitgeber.
Und bei dem vielen Papierkram werden die keine 6-7 Stunden Therapiesitzungen abhalten, nicht (fast) täglich.
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
So, heute war erster Maßnahmetag. Zuerst war nur die Klärung der organisatorischen Sachen und Informationen zum angedachten Ablauf der ganzen Maßnahme. Naja, das übliche eben. Dann gabs noch eine Führung durch die Räumlichkeiten usw. Schließlich gings darum, dass die unterschriebenen Unterlagen jedes TN abgegeben werden sollten. Nach einem Weilchen wurde ich ins Büro geholt, da bei meinen Unterlagen was nicht komplett wäre (ich erinnere an die nicht unterschriebene Einwilligung zum Alktest und das Auslassen sämtlicher medizinischer Angaben).

Die Bürofrau meinte, ich hätte was vergessen zu unterzeichnen bzw. auszufüllen und hielt mir die beiden Zettel hin. Ich sagte, das sei mit Absicht freigelassen, da ich damit so nicht einverstanden bin. Die Dame schaute erstmal komisch, dann bat sie mich, das doch bitte bis morgen zu erledigen. Ich erwiderte, dass ich ungern meine Ärzte dort aufliste, da sehe ich keinen Sinn drin. Was hat der MT davon, wenn er weiß zu welchem Arzt geh?! Erfahren tun die von den Ärzten ohnehin nix, wegen Schweigepflicht. Auch die Angabe meiner Medikamente und Krankenhausaufenthalte hatte ich ja freigelassen, weil diese schlichtweg keine Rolle spielen in Bezug auf die Maßnahme. Die Bürodame wollte mich dennoch überzeugen, diese Daten bis morgen einzutragen. Werde ich aber nicht tun.

Zu dem Blatt mit dem Alkoholtest konnte sie erstmal nix weiter sagen, da sie ja bloß die Bürokratie abarbeitet. Wegen der Sache mit dem Alkoholtest solle ich morgen nochmal mit der Teamleiterin reden, die hatte wohl tatsächlich beim Vorgespräch den Eindruck, ich hätte vielleicht irgendwie doch ein Alkoholproblem. Das finde ich schlimm! Ich trinke nur selten mal was Alkoholisches. Scheinbar muss ich bei dem Vorgespräch irgendeine Bemerkung gemacht haben, mit der ich mir dieses Eigentor geschossen habe...

Bin gespannt, was da morgen bei rum kommt. Wahrscheinlich werden so Sätze fallen wie "Wieso sträuben Sie Sich dagegen? Wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann können Sie doch getrost den Test machen! Wir wollen doch nur sicherstellen, dass unser Verdacht unbegründet ist".
 

Einfachicke

Elo-User*in
Mitglied seit
30 April 2019
Beiträge
376
Bewertungen
1.683
Bin gespannt, was da morgen bei rum kommt. Wahrscheinlich werden so Sätze fallen wie "Wieso sträuben Sie Sich dagegen? Wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann können Sie doch getrost den Test machen! Wir wollen doch nur sicherstellen, dass unser Verdacht unbegründet ist".
Die Rechtsgrundlage würde mich schon interessieren, nachdem diese ... (bitte hier ein Wort Deiner Wahl einfügen) ... das Recht dazu haben.
Und noch mehr würde mich interessieren, was als Nächstes kommt, wenn Du nachgeben solltest.
Taschenkontrolle jedesmal wenn Du diese Wirkungsstätte verlässt?
Weil Elos ja nicht nur saufen sondern auch klauen?

Es gibt ja dieses Sprichwort:"Der Klügere gibt nach."
Das Fatale daran ist nur, wenn die Klügeren immer wieder nachgeben, gehört die Welt irgendwann den Dummen.

Meine Strategie in so einer Situation wäre, dass ich solche Provokationen ostentativ überhöre.
Gar nicht mit denen diskutieren.

DU musst denen gar nichts beweisen. In Deutschland gilt im Strafrecht immer noch die Unschuldsvermutung (wobei Alkoholkonsum im eigentlichen Sinn ja keine Straftat ist). Und ich vermute (hoffe, bete), dass diese Unschuldsvermutung erst Recht für solche ... (hier bitte wieder ein Wort Deiner Wahl einfügen) ... gilt.
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
Unterschrieben hab ich die auf mich harmlos wirkenden Sachen wie Coronahygiene, Hausordnung, Belehrung im Allgemeinen, Maßnahmevertrag (habe ja keine Zuweisung). Da gab es m.E. keine Punkte, mit denen ich nicht einverstanden war. Außer halt der angehängte Extrazettel mit der Alkoholtestung und das Blatt, wo ich Angaben zu meiner Gesundheit, Ärzten etc. machen soll. Und da sperre ich mich halt.

Ja, das mit der in D geltenden Unschuldsvermutung weiß ich und das ist morgen u.U. auch ein Argument. Habe mich halt schon viel belesen und weiß, dass der MT keinerlei Befugnis hat, mich zum Alkoholtest zu drängen.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.952
Bewertungen
20.700
Maßnahmevertrag (habe ja keine Zuweisung)
Warum in aller Welt hast du einen Maßnahmevertrag unterschrieben ?
Du willst doch nichts von denen sondern die haben ihre Verträge mit dem Jokecenter. Verträge geht man doch nur ein wenn man auch etwas vom Vertragspartner freiwillig will und nicht weil es das Jokecenter so möchte. Das war ehrlich gesagt unter Umständen alles andere als harmlos.
Kannst du den diesen Vertrag hier bitte anonymisiert einstellen ?
 

Nala87

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 August 2012
Beiträge
184
Bewertungen
57
Ich will die Maßnahme im Grunde ja machen, freiwillig sozusagen. Bin ja beim Jobcenter wegen meiner psychischen Gesundheit in die Reha-Abteilung gerutscht. Dort wurde mir halt diese Maßnahme vorgeschlagen bei diesem Beruflichen Trainingszentrum. Daraufhin ging ich da zu einer Infoveranstaltung, hörte mir an, was die da den TN mit psych. bedingten Hemmnissen so anbieten. Hörte sich soweit erstmal gar nicht so übel an und ich dachte halt "Ja, wieso nicht? Vielleicht hilft es mir ja ein wenig"

Daraufhin wurde ein paar Tage später ein Einzelgespräch mit mir geführt, wo ich meine Erwartungen an eine Teilnahme dort äußern sollte und die Beraterin vom BTZ meinte, dass das derzeitige Maßnahmekonzept für mich passend wäre. Ich sagte dann, ich wolle es mit dieser Maßnahme versuchen. Auch wegen Tagesstruktur, wieder ein bisschen unter neue Leute kommen, ein paar Stunden außerhalb meiner Wohnung sein, Ängste vor "Neuem oder Ungewohntem" überwinden usw. Das sind bei mir durchaus Baustellen. Das Jobcenter bewilligte dann die Maßnahme und übernimmt die Kosten dafür.

Nur zur Klarstellung: ich hab ja nichts gegen die Maßnahme an sich, nur dieser Wisch bezogen auf unangekündigte Atemalkoholtests und das Verlangen von medizinischen Details ist mir zuwider.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.952
Bewertungen
20.700
Es ist natürlich deine freie Entscheidung wenn du an der Maßnahme gerne teilnehmen willst aber ich hätte auch dann keinen Maßnahmevertrag unterschrieben. Wozu auch die haben ihre Verträge mit dem Jobcenter und es bedarf keines weiteren Vertrags. Es stellt sich auch die Frage was überhaupt im Vertrag steht und ob dieser evtl. Fußangeln für dich bereit hält.
 

xj3Qr1nL7ys

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
26 Januar 2012
Beiträge
1.582
Bewertungen
2.951
Wegen dem harmlosesten den Aufstand geprobt, aber das schlimmere mit der eigenen Unterschrift besiegelt, kann man machen. Zum Glück für die TE ist ein Monat relativ schnell vorbei.
 

Hyena

Elo-User*in
Mitglied seit
21 Dezember 2020
Beiträge
149
Bewertungen
212
wieder ein bisschen unter neue Leute kommen, ein paar Stunden außerhalb meiner Wohnung sein
Ich befürworte es ja, solche Dinge anzunehmen, wenn man selbst überzeugt ist, dass es einem hilft und man es auch aus freien Stücken macht. So bin ich ja auch wieder in Lohn und Brot gekommen :)

Aber, kann sein das ich das jetzt etwas eng sehe, hab ich was vergessen, oder haben wir eine Pandemie?
die hatte wohl tatsächlich beim Vorgespräch den Eindruck, ich hätte vielleicht irgendwie doch ein Alkoholproblem.
Ich hätte da absolut kein gutes Gefühl mehr. Wenn eine solche extreme Fehleinschätzung schon beim Erstgespräch passieren, auf was für Resultate kommen die denn im laufe einer mehrtägigen Maßnahme.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten