Muß ich vor der Reha-Maßname zustimmen, unangekündigte Alkoholtests zuzulassen und die Medikation angeben?

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Nala87

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Hallo an alle hier.

Ich bin ja seit etlicher Zeit (Jahre) langzeitarbeitslos, in erster Linie aufgrund gesundheitlicher Defizite. Das wurde auch vom ÄD des Jobcenters bereits festgestellt, bin nun in der sogenannten Reha-Abteilung gelandet. Nun ist es so, dass mir von denen doch zu einer Maßnahme geraten wurde, eine Art berufliche Reha. Für Menschen, die in der Hauptsache aufgrund von psychischen Problemen Schwierigkeiten mit der Jobsuche haben. Bei dieser Maßnahme soll zunächst meine Belastbarkeit und die berufliche Eignung herausgefunden werden. Das Ganze soll erstmal nur einen Monat gehen. Also bin ich vor einigen Wochen zu einem Infogespräch bei dem Maßnahmeträger hin, da wird ja sowieso immer alles schöngefärbt und ich sah da auch ehrlich gesagt keinen Grund, das nicht einfach mal mitzumachen. Ich selbst möchte ja beruflich auch wieder irgendwie auf die Beine kommen. Das JC segnete das kurz darauf ab. Maßnahmestart fünfter Mai.

Heute wurde mir postalisch vom Träger der Maßnahmevertrag zugesandt, den ich am ersten Tag selbstverständlich komplett ausgefüllt mitzubringen hab. Der Großteil in dem Vertrag ist harmlos, meine ich, doch da waren auch Dinge, die mich stutzig machen. So gibt es einen Zettel, auf welchem ich die Zusage für unangekündigte Atemalkoholtests abgeben soll! Dürfen die sowas von mir verlangen?! Ich trinke nicht, dennoch empfinde ich es als Grenzüberschreitung. Desweiteren soll ich meine Medikamente angeben, also wann ich die einnehme, Dosis usw. Ich nehme lediglich ein Schilddrüsenmedikament, das tut eigentlich für diese Maßnahme nix zur Sache. Bin ja deswegen nicht beeinträchtigt oder so. Ferner soll ich meine Ärzte angeben und auch, ob eine Schweigepflichtsentbindung besteht. Wem gegenüber denn??? Und wozu? Ich finde, da reichen meine vom ÄD bescheinigten Einschränkungen bzgl meiner Gesundheit aus und auf deren Grundlage sollte dann halt die berufliche Eignung ermittelt werden. Fertig. Ich mach bei dem Träger schließlich keine Behandlung meiner Gebrechen.

Habe gerade ein echt mulmiges Gefühl bezüglich der bald stattfindenden Maßnahme. Was haltet ihr von den oben erwähnten Sachen? Wie würdet ihr an meiner Stelle darauf reagieren?
 

abcabc

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Hallo,

Heute wurde mir postalisch vom Träger der Maßnahmevertrag zugesandt
Lad den am besten mal anonymisiert hoch.

Wenn jetzt schon so übergriffig gehandelt wird, dass irgendwelche Hans Würste, die 0 Ahnung von Medizin haben, das Recht haben wollen sich bei deinen Ärzten über dich zu informieren, dich auf Alkohol zu kontrollieren und wissen wollen, was für Medikamente du nimmst, obwohl sie davon nicht mehr verstehen, als sie bei google darüber finden, ist das kein gutes Zeichen für die Maßnahme.

Wie wärs denn mit einer "echten" Behandlung bei einem "echten" Therapeuten, der das beruflich macht?
 

Nala87

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Eine richtige Psychotherapie mache ich schon seit etwa zwei Jahren. Habe auch bereits ein paar Fortschritte gemacht, allerdings halt langsam. Und es kamen im Laufe der Zeit leider auch noch körperliche Beschwerden (z.T. chronische Krankheiten) dazu. Und nicht alle lassen sich optimal mit Medikamenten in den Griff bekommen, im Sinne von Beschwerdefreiheit. Und welcher Arbeitgeber stellt schon auf Dauer jemanden ein, der sich häufiger krankmeldet...
 

abcabc

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Eine richtige Psychotherapie mache ich schon seit etwa zwei Jahren.
Dann frag mal den Therapeuten, was der von dieser Maßnahme hält..... Du bist sicher nicht die erste Patientin, die so eine Maßnahme machen soll. Und der wird dir sicher sagen können, ob seine Patienten dadurch Fortschritte machen, oder dann total verstört bei ihm sitzen, weil in der Maßnahme stümperhaft versucht wird die Leute zu "therapieren".

Natürlich kann man schnell Fortschritte als MT erreichen, wenn man den Kunden vermittelt, dass sie faul sind, selbst schuld sind an ihrer Situation und endlich mal ihren Hintern hochbekommen sollen. Vielleicht quälen sich dann manche Teilnehmer zu irgendeinem Job. Und schon ist die Maßnahme aufm Papier ein riesen Erfolg - ob der ex Kunde in 2-5 Monaten dann zusammenbricht, ist egal.

Und nicht alle lassen sich optimal mit Medikamenten in den Griff bekommen, im Sinne von Beschwerdefreiheit. Und welcher Arbeitgeber stellt schon auf Dauer jemanden ein, der sich häufiger krankmeldet...
Und was versprichst du dir dann konkret von der Maßnahme?
 

bLum

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Einfach kein Einverständnis genau zu den Punkten, die du kritisierst, dazu geben. Punkt.
Niemand kann dich zu einer Unterschrift zwingen. Du musst das nicht mal begründen, aber es schadet auch nix zu sagen, dass die Sachen da nicht relevant sind. Du schreibst ja, dass du sonst der Maßnahme gegenüber nicht abgeneigt bist.

Steht im Maßnahmenvertrag selbst noch etwas über diese Einwilligungen drin?
Magst du den mal anonymisiert hoch laden?
 

Nala87

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Ich kann den Zettel morgen gerne mal abfotografieren und einstellen. Diese für mich fragwürdigen Zettel auszufüllen bzw. zu unterschreiben, davon sehe ich ab. Gerade auch die Sache mit dem Alkoholtest geht mir entschieden zu weit. Ist für mich auch irgendwie ein Zeichen, dass der Träger meinen Aussagen (nämlich dass ich keine Alkoholikerin bin) keinen Glauben schenkt. Wahrscheinlich bekommt jeder Teilnehmer denselben Wisch. Klar könnte man sagen "Na wenn man nicht trinkt, kann man halt auch mal beim Träger ins Röhrchen pusten, ist doch dann nicht schlimm". Aber mir gehts da halt ums Prinzip. Entweder die vertrauen da meinen Aussagen oder nicht. Das ist wie bei einem kleinen Kind, bei dem man kontrollieren will, ob es die Zähne geputzt hat. Und irgendwie schwingt da auch die Unterstellung mit, dass man dich bestimmt unter Alkoholeinfluss zur Maßnahme erscheint.

@abcabc: Meine Therapeutin findet es ja super, wenn ich die Maßnahme mache. Als könnten die da Wunder bewirken. Die findet aber sicherlich auch sämtliche anderen Maßnahmen die vom JC kommen irgendwie sinnvoll. Meine Therapeutin kann sich nur schwer vorstellen, dass solche Maßnahmen oft sinnbefreit oder gar frustrierend sein können. Diese Psycho-Maßnahme soll ich halt machen, weil ich (neben den erwähnten körperlichen Gebrechen) ja auch psychisch angeschlagen bin. Dass die körperlichen Einschränkungen da positiv beeinflusst werden durch diese Maßnahme ist natürlich eher auszuschließen. Und ob die mir in Bezug auf meine seelische Gesundheit gut tut, wird sich zeigen. Eine Chance geben möchte ich der Sache aber durchaus.
 

bLum

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Klar könnte man sagen "Na wenn man nicht trinkt, kann man halt auch mal beim Träger ins Röhrchen pusten, ist doch dann nicht schlimm". Aber mir gehts da halt ums Prinzip.

Exakt! Ich stimme deiner Überlegung voll zu! Man wird mit fadenscheiniger Argumentation genötigt, seine Grundrechte aufzugeben.
Es kann natürlich sein, dass der Maßnahmenträger dann von deiner Beteiligung absieht, weil du seine Bedingungen nicht erfüllen willst. Aber das ist sein Problem, nicht deines.
 

BuFüArb

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Gerne möchte ich meine persönliche Erfahrung teilen. Ich war eine Zeit lang bei einem Maßnahmenträger zur beruflichen Reha als Mitarbeiter angestellt, und habe eng mit den Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen zusammengearbeitet.

Diese Einrichtungen haben typischerweise einen "ärztlichen Dienst" im Haus. Also mit Ärzten, die entweder fest angestellt sind, oder auf Honorarbasis dort stundenweise arbeiten. Dort wo ich gearbeitet habe war es 1 Chefarzt und 1 festangestellter Arzt, 3 Honorarärzte, 3 Arzthelferinnen, 3 Physiotherapeuten, und 10 Psychotherapeuten (und ebenso viele Sozialpädagogen). Man kann dort also schon behandelt werden, falls es nötig ist. Die Ärzte dort verschreiben zwar keine Medikamente (die schicken einen dann zum Hausarzt, dass der das macht) aber Physiotherapie ist möglich, Blutbilder werden auch ab und zu gemacht.

Der Kostenträger (typischerweise Berufsgenossenschaft oder Arbeitsamt oder Rentenversicherung) kann als Voraussetzung (dass er dir die berufliche Reha bezahlt) festlegen, dass man Drogen- und/oder Alkoholtests machen muss. Ich kenne das aber nur in solchen Fällen, in denen jemand in der Vergangenheit süchtig waren, bzw. aktuell noch Alkohol- oder Drogenprobleme hat. Diese Tests sind unangekündigt, und wenn man die nicht mitmacht, wird das an den Kostenträger gemeldet. Disziplinarisch kann das bis zum Abbruch der Maßnahme aufgrund von fehlender Mitwirkung führen. Am besten erwähnt man nicht, wenn man ab und zu kifft oder einen saufen geht, vielleicht außer der Arzt fragt gezielt wegen auffälliger Leberwerte nach. Was "im Vertrauen und unter Schweigepflicht" erzählt wird, wird trotzdem, solange es in irgendeiner Weise die berufliche Reha betrifft, oder deren Erfolg beeinträchtigen könnte, im kompletten Maßnahmenträgerteam offen dargelegt (dazu gehört auch die berufliche und private Vorgeschichte, Diagnose, etc.) und halbjährlich an den Kostenträger gemeldet.
Ein weiterer Rat von mir ist deshalb, auch dem Psychotherapeuten des Maßnahmenträgers nichts zu erzählen, und lieber "außerhalb", also privat, eine ambulante Psychotherapie zu machen.

Ob das nun richtig oder falsch ist, diese Daten zu erheben, oder nach eingenommenen Medikamenten zu fragen, dazu habe ich keine Meinung, die ich hier teilen möchte.

Ich würde jedem raten, der eine berufliche Reha angeht, sich vorher im Internet die Rezensionen anzusehen! Auch auf Bewertungsportalen für Mitarbeiter, um sich den besten Maßnahmenträger auszusuchen.

Normalerweise macht man erst ein "Assessment" bevor die richtige Maßnahme stattfindet. Oft kann (muss aber nicht) eine ein- oder mehrmonatige "Aktivierung" der beruflichen Reha vorausgehen, in der man Tagesstruktur und das Lernen wieder lernt, diese kann ich sehr empfehlen, vor allem wenn man schon lange aus der Schule raus ist.

Alles Gute für die Zukunft :)
 

Ruhrpottmensch

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Ich denken, auch diese "Geschichte" hier ist mehr als nur "Schwarz-Weiß"... ;)

Dass solche "Maßnahmen" (Ganzheitlich) im Rahmen einer "Zuweisung" (Man wird zugewiesen! Also selten 100% freiwillig!) oftmals nicht das "Gelbe vom Ei" sind, darüber braucht man wohl nicht zu streiten. Auch, dass in den wenigstens Fällen eine wirkliche gesundheitliche (psychische!) Besserung bei dem "Kunden" (Denn das ist man trotz aller angeblichen "Medizinischen Betreuung" noch immer!) in den wenigen Wochen o. Monaten eintritt. Dazu geht die Zielsetzung (Intergarzion in den Arbeitsmarkt) gänzlich in einer völlig "falsche" Richtung (Wenn man es jetzt mal aus dem Blickwinkel der "Genesung" betrachtet).

Was jetzt aber "Hausordnungen"/"Verträge" angeht, so ist das m.E.n. ein anderes Ding...
Es gibt ebenfalls in nicht wenigen "Kliniken"/"Behandlungseinrichtungen" für psychisch erkrankte Menschen, ganz ähnliche "Vorgaben". Ich selbst hab schon mehrfach solche "Behandlungsverträge" unterschrieben, in denen teilweise "unangekündigte" Drogen- bzw. Alkoholscreenings vereinbart wurden. In den wenigstens Fällen wurde davon wirklich Gebrauch gemacht, es gab bloß bei einem "Behandlungsangebot" mal eine "Kontrolle".

Das hatte -auch in Einrichtungen die so gar nix mit dem JC zu tun hatten- aber weniger etwas mit mangelnden Vertrauen, einem "Kontrollwahn" o. einer pauschalen Unterstellung gegenüber den Patienten zu tun. Sondern viel mehr mit dem Schutz ggü. anderen Patienten, die eventuell in diesem Bereich sehr sensibel sind. Da sollte man also -egal bei was für einem "Behandlungsangebot"- vielleicht auch nicht gleich mit dem "ermahnenden Zeigerfinger" kommen und erst einmal vielleicht schauen, was genau hinter der Intention solcher "Kontrollen" steckt... ;)

Ändert natürlich nichts daran, dass ich denke, solche Sachen gehören nicht in die Hand des JC bzw. irgendwelcher MT. Es mag vielleicht bei der Vielzahl der "Maßnahmen", die die JC quer durch die Republik so einkaufen, ein paar wenige "gute" Ausnahmen geben", doch die Mehrzahl wird wohl nur ein Ziel haben: Den Kunden in irgendeiner Form "fit" für den Arbeitsmarkt zu bekommen. Ob das jetzt für jeden "Kunden" wirklich so "gesund" ist, lasse ich mal so stehen...

Letztendlich sollte das natürlich jeder mit sich selbst ausmachen...
Egal ob es jetzt irgendwelche "Verträge" sind oder solche "Maßnahmen" über das JC. Man muss sich halt immer bewusst sein, dass -trotz Schweigepflicht und Co.- gewisse Dinge an den "Träger" oder eben das JC "weitergereicht" werden. Und sei es nur in Form einer schriftlichen "Bewertung/Einschätzung" des MT. Ob man das haben möchte, muss wohl auch jeder für sich entscheiden...
 

Realo

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Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Frage ob du einem Atem-Alkoholtest zustimmst schon ein Kriterium ist. Ob die der Test jemals stattfindet sei mal dahingestellt... Ohne einen Grund wird es wohl auch rechtlich ein Problem sein... Aber wenn du hier nein ankreuzt... Stellt sich natürlich beim Träger die Frage wieso du das tust.. genau wie die Mehrheit der Foren Teilnehmer hier beim arbeitsamt/jobcenter erstmal vom schlimmsten ausgehen... Werden die ja auch ihre Erfahrungen gemacht haben...
 

Nala87

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Ich verstehe schon, worauf ihr hinaus wollt. Aber bei dieser MT ist ja nun mal keine medizinische Einrichtung, sondern halt ein Anbieter, der psychisch angeschlagenen Elos wieder jobmäßig unter die Arme greifen soll. Im Rahmen von beruflicher Reha, Coachings, Arbeitserprobung, Praktika usw. Angeblich arbeiten die da zwar auch mit einer Psychiaterin zusammen irgendwie, inwiefern das stattfindet, weiß ich nicht. Diese Psychiaterin ist wohl auch nicht regelmäßig dort im Hause. Die übrigen Angestellten sind halt Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Coaches etc.

Von daher bin ich unschlüssig, ob eine Angabe von medizinischen Daten dort sinnvoll ist.

Habe den Zettel bzgl der Alkoholkontrollen mal abfotografiert und hochgeladen.
 

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Ruhrpottmensch

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Da es keine Maßnahme von einem "medizinischen" Träger wie z.B. KK o. RV ist, halte ich das für wenig Zielführend einen Kunden mehr oder weniger über seine "Krankengeschichte" auszufragen...

Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass es ein Teil der "Integrationsstrategie" sei und so eventuelle "Vermittlungshemmnisse" aufgedeckt werden sollen... Dabei geht es aber eben bei der "Zielsetzung" in eine andere Richtung, wie Du es Dir eventuell vorstellst.

Die werden da sicherlich nicht (nachhaltig) an Deinen "Baustellen" gemeinsam mit Dir arbeiten, damit es Dir psychisch besser geht...

In der Hinsicht ist man bei einer ambulanten Therapie besser aufgehoben...
 

Einfachicke

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Von daher bin ich unschlüssig, ob eine Angabe von medizinischen Daten dort sinnvoll ist.
Mein Meinung:
Ist es nicht.
Medizinische Dinge, alles was MEINE Gesundheit betrifft, bespreche ich nur mit dem jeweiligen Facharzt MEINES Vertrauens.

Nicht mit irgendeinem Otto Normalverbraucher oder einer Lieschen Müller vom Maßnahmeträger.

Wie gesagt meine Meinung.

Genauso mit dem Alkoholtest. Da würde ich ein freundliches aber konsequentes Nein aussprechen. Ohne Begründung.

Das würde ICH so machen, weil ICH in einer Therapie gelernt habe, meine Grenzen zu definieren und sie auch durchzusetzen.
Wenn ich Deine Posts hier lese, bist Du ja erst auf dem Weg dahin.

Kann sein, dass es für Dich einfacher und hilfreicher ist, dem Ansinnen des MT erstmal nachzugeben. Kann ich nicht einschätzen.

Aber offensichtlich sagt Dir ja schon Dein Bauchgefühl, dass da irgendwas nicht rechtens ist.
Von der kleinen Tatsache mal ganz abgesehen, dass es Dein gutes Recht ist, diese Sachen abzulehnen.
Leider kann es sein, dass das dann widerrechtlich von MT und Jobcenter als Verweigerung der Maßnahme interpretiert wird und mit einer Sanktion geahndet wird, um den ungehorsamen Delinquenten zu disziplinieren.
Sein Recht durchzusetzen gegen die mafiösen Strukturen, die sich via Arbeitslosenbespassungsindustrie gebildet haben, kostet Zeit und Nerven.

Leider kann Dir keiner von hier diese Entscheidungen abnehmen.

Edit:
Gerade eben den Anhang mit den Wisch für den Alkoholtest gelesen.

Ist für mich absolut inakzeptabel.
Entweder Du bist alkoholkrank - dann kannst Du nicht dafür garantieren, dass zu keinem Rückfall kommt, und ein solcher darf auch nicht sanktioniert werden (seit wann werden denn Krankheiten bestraft???).
Oder Du bist eben nicht alkoholkrank - dann ist das ganze Ding sowieso obsolet.
 
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Ruhrpottmensch

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Na ja... Ich würde jetzt zum Beispiel das Ding mit dem Alkoholtest im Rahmen einer Maßnahme nicht so "überbewerten"... Wie gesagt, dazu gibt es das an viel zu vielen anderen Stellen ebenso...

Was aber medizinische und vor allem PERSÖNLICHEN Angaben angeht, so sehe ich das in diesem genauso. Das geht weder den MT noch das JC wirklich was an...
 

Piiiter

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Mal im Ernst...
Ich würde KEINE Maßnahme vom Jobcenter annehmen oder machen, die in irgendeiner Form mit meiner Gesundheit oder gar Psyche zu tun hat oder diese behandelt.
Wenn ich krank bin gehe ich zum Arzt, Therapeuten, mache eine Reha oder gehe zur Kur!
 

Nala87

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Danke für eure Meinungen dazu. Ich habe mir vorgenommen, diesen Alkoholtest-Zettel nicht zu unterzeichnen und am ersten Maßnahmetag beim MT nachzuhaken, warum die drauf bestehen, dass ich für sowas mein Einverständnis gebe. Für einen Sachverhalt, der für mich schlichtweg nicht relevant ist. Wäre ich dem Alkoholismus verfallen, wäre das wohl schon längst meinen behandelnden Ärzten aufgefallen (mir wurde wegen anderem gesundheitlichem Anlass regelmäßig Blut abgenommen) und sicherlich auch irgendwie im Gutachten des ÄD beim JC aufgetaucht. Mein Schwiegervater war Trinker, er hat es lange abgestritten und verharmlost, doch die Hausärztin sah anhand der Blutwerte eindeutig, dass da was nicht hinhaut. So kam dann von der Ärztin recht bald der klare Verdacht, dass mein Schwiegervater regelmäßig trinkt.

@Piiiter: die Maßnahme soll der beruflichen Integration dienen nach langer Phase der Arbeitslosigkeit durch psychische Schwierigkeiten. Man soll quasi wieder an das Arbeiten gewöhnt werden. Es soll trainiert werden, wieder regelmäßig die Wohnung zu verlassen, auch Sozialkompetenz soll geübt werden etc. Eine normale Psychotherapie mache ich ja auch noch nebenbei. Die Maßnahme soll ja nur unterstützen.
 
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xj3Qr1nL7ys

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Ich werde hier keine Handlungsempfehlung aussprechen, kann aber einen durchaus plausiblen und nachvollziehbaren Grund für solche Kontrollen liefern.

Suchtkrankheiten sind in der Psychotherapie (ausserhalb der jeweiligen Fachinstitutionen!) eher unbeliebt. Viele psychische Störungen entstehen einerseits durch Suchtmittelkonsum und andererseits sind unabhängige Störungen bei fehlender Abstinenz schwerer zu bestimmen bzw. ist dann die Ursache unklar.

Viele (eigentlich alle, habe noch nie was anderes gehört) Psychotherapeuten beginnen eine Psychotherapie mit Suchtkranken daher, wenn überhaupt, nur bei nachgewiesener Abstinenz. Da die Massnahme ja auch in so eine Richtung geht, stellt das je nach Standpunkt und Verständnis, durchaus einen, nachvollziehbaren gerechtfertigten Grund für solche Kontrollen dar.

Nicht falsch verstehen. Man muss das weder akzeptieren, gut finden noch verstehen, aber man könnte es...
 
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Fusselsieb

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Eine normale Psychotherapie mache ich ja auch noch nebenbei. Die Maßnahme soll ja nur unterstützen.
Da wäre ich vorsichtig. So eine Massnahme kann deine jetzige Therapie zunichte machen und bisherige Erfolge zerstören.
Genau solche Massnahmen sind in der Regel dazu da Druck auszuüben, gesundheitliche Probleme kleinzuhalten, und einen möglichst schnell in Arbeit zu vermitteln.
Meine Frau hat eben genau diese Erfahrungen machen müssen.
 

Nala87

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@Fusselsieb: Ja, vor diesem Effekt fürchte ich mich auch ein bisschen. Möchte der Sache aber dennoch eine Chance geben, die Maßnahme geht ja nur einen Monat lang. Und wie gesagt, meine Psychologin rät mir auch, daran teilzunehmen. Um meine in ihrer Therapie gelernten Fortschritte auch irgendwie in der Praxis auszutesten und mich wieder an Belastbarkeit heranzuführen.
 

grün_fink

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Vielleicht sind in den Maßnahmen ja auch Suchtkranke drin, und deshalb muss pauschal jeder mit solch Atemtestung rechnen? Sozusagen "Gleichbehandlung"?

Ich würde mir das auch erklären lassen, und da es nur einen Monat geht, ist es fast schon unwahrscheinlich, dass man zu oft pusten darf.

Was die Blutwerte angeht, stehe ich auch fast schon im Dauerverdacht bezüglich Sucht.
Mittlerweile stehe ich wahrscheinlich auch altersbedingt nicht mehr so im Verdacht bezüglich Sucht, gibt eine andere Erklärung, hauptsächlich wegen eines zusätzlich verschlechterten Blutwertes.
 

Nala87

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Habe mit meiner Psychologin neulich darüber gesprochen, dass ich es seltsam finde, dass der MT Alkoholkontrollen durchführt (oder sich zumindest das Recht nehmen will, solche durchzuführen) und dass mich das beschäftigt. Meine Therapeutin war auch ziemlich irritiert, sowas kannte sie im Zusammenhang mit solchen Maßnahmen nicht. Sie meinte ebenfalls, ich solle das am ersten Tag beim Träger abklären. Meine Psychologin meinte dann, dass ich vielleicht beim Vorgespräch beim MT einen subtilen Verdacht bzgl Alkoholikerin hinterlassen hätte, eventuell durch so eine Äußerung wie "Ich trinke nur selten was Alkoholisches, alle paar Wochen höchstens mal ein Glas Wein". Möglicherweise reichte das der Mitarbeiterin des MT schon um mich der Trinkerei zu verdächtigen?! Kann schon sein, dass ich sowas dort gesagt hatte, als ich gefragt wurde ob man Suchtmittel konsumiert.
 

Nala87

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Morgen ist es ja so weit: der erste Tag dieser Maßnahme und ich bin jetzt schon einigermaßen nervös. Nachher muss ich sogar noch zum Coronatestzentrum, weil der MT einen negativen Coronatest nachgewiesen haben möchte...

Kopfzerbrechen bereitet mir die Sache mit dem Alkoholtest nach wie vor. Ich werde wie gesagt diese geforderte Einwilligung zu den unangekündigten Alkoholkontrollen nicht unterzeichnen und abwarten, wie die beim Träger reagieren. Komisch finde ich halt, dass auf dem Einwilligungszettel für die Alktests was von "Mitwirkungspflichten" steht. Soll das etwa doch bedeuten, wenn ich nicht in diese Kontrolle einwillige, automatisch gegen meine Pflichten verstoße?! Was, wenn der MT daraufhin meine Teilnahme an der Maßnahme nicht wünscht? Eine Sanktion seitens des Jobcenters auf dieser Grundlage wäre doch aber sicherlich haltlos. Als Elo gehört es doch nicht zu meiner Pflicht, Alkoholkontrollen ohne konkreten Verdacht mit mir machen zu lassen.

Ich hab im Internet gelesen, dass selbst ein richtiger Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern nicht ohne weiteres Alkoholkontrollen verlangen kann.
 

Ruhrpottmensch

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Komisch finde ich halt, dass auf dem Einwilligungszettel für die Alktests was von "Mitwirkungspflichten" steht. [...] Eine Sanktion seitens des Jobcenters auf dieser Grundlage wäre doch aber sicherlich haltlos.
Na ja... Das würde dann am Ende wohl so ausgehen, wie in den(vielen) "berühmten" Hausordnung-Fällen (ELO unterschreibt die Hausordnung nicht, MT "kündigt" die Teilnahme an der Maßnahme, JC macht daraus eine "fehlende Mitwirkung")... 🤷‍♂️

Ich sag es gerne noch mal (wurde auch irgendwo hier schon geschrieben): Hör Dir das erstmal an, sprich mit den Leuten da und frag nach. Vielleicht hat sich das dann ja schon von selbst erledigt. Zudem würde ich hier stark überlegen, ob es den "Ärger" mit einer möglichen Anhörung/Sanktionierung nach eine (angeblichen) fehlenden Mitwirkungspflicht wert ist (So wie ich das verstanden habe, ist da eine recht "kurze" Maßnahme).
 
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Nala87

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Ja, okay, das stimmt natürlich. Ich bespreche das morgen auf jeden Fall mit den Leuten vom MT.

Mir stößt es eben sauer auf, dass da nun von mir Einwilligungen verlangt werden, von denen vorher kein Sterbenswörtchen gesagt wurde. Die beim Träger hätten ja beim Vorgespräch erwähnen können, dass solche Alkoholkontrollen dort Standard sind. Dann hätte man gewusst woran man ist. Ich fühl mich da jetzt schlichtweg vera*scht. Und da soll man bei dieser Psycho-Maßnahme auf "Augenhöhe" mit dem MT agieren? Also da stell ich mir was anderes vor. Ist für mich persönlich eine eher schlechte Basis, wenn die vom MT schon am Anfang solche Sachen abziehen.
 
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