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Muß ich nun wirklich verkaufen?

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pustekuchen

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Hab ich zwar schon mal geschrieben, aber irgendwie kamen kaum Antworten. Also auf ein Neues.

Habe meinen ALG II Antrag abgegeben und schon gehen meine Probleme los.

Vor 25 Jahren mit Bekannten 2-Familienhaus gebaut. Wohnungen nicht neben- sondern übereinander. 1 Heizkreislauf, 1 Wasserkreislauf.
Obere sollte nun bald meinem Ex-Mann und mir gehören. Da fast abbezahlt (keine 3 J. mehr) setzt sich die monatl. Kreditrate aus 60 € Zinsen und 390 € Tilgung zusammen.
Von dieser Rate zahlte ich bisher 225 € + etwa 120 € monatl. Nebenkosten.
Die gesamten monatl. Wohnkosten betragen also 345 € für mich und meine mit im Haushalt lebende 19 j. Tochter.
Meine Tochter hat eigenes Einkommen aus Unterhalt und Kindergeld, braucht keinen Antrag stellen und hat ihre anteiligen Wohnkosten (172,50 €) selbst zu tragen.
Anteilige KdU für mich wären ebenfalls 172,50 €.

Da die Wohnkosten ja nun aber zum überwiegenden Teil aus Tilgung bestehen, kann ich mit etwa 75 € rechnen (Nebenk. 60 € + 15 € anteilige Zinsen).

Die Kosten für eine Mietwohnung, die sicher deutlich über meinen jetzigen Wohnkosten liegen dürften, wären aber kein Problem für die Arge.

Nun weiß ich natürlich daß die Arge keine Tilgung übernimmt, weil Finanzierung von Eigentum is nich. Da aber auch hinter jeder Mietwohnung für die die Arge die KdU übernimmt ein/e Eigentümer (Vermieter)/Gesellschaft steht, möchte ich das nicht so hinnehmen, sondern dagegen angehen.

Wer hat gleiches erlebt, eventuell auch schon durch, und kann hilfreiche Tipps geben wie ich jetzt am besten vorgehe.

LG
pustekuchen


PS: Für den Fall, daß sich nun auch lauter Meckerer zu Wort melden. Wären meine Wohnkosten nicht so niedrig hätte ich schon längst verkauft.
 

wolliohne

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Aus Erfahrung immer Klagen!

besorge Dir am Besten einen RA,
er soll Deinen Fall vor den Kadi bringen.

Habe einen Bekannten mit ähnlichen Problemen,und bei ihm schaut es gut aus!

Alles Gute.
 

Bruno1st

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Du bist leider voll von dieser Hartz4 Schizophrenie und der genauso bescheuerten Umsetzung betroffen.
Jede Arge darf machen was sie möchte, pickt sich natürlich nur das passende aus den Gesetzen heraus und die unklaren Dinge überläßt man einfach dem ALGII Zangs-Bezieher. Der soll doch gefälligst klagen bis zum Bundesgerichtshof "Wir müssen uns an die Gesetze halten und haben doch gar keinen Einfluß darauf" (Und die Erde ist eine Scheibe). Dabei dürften diese Typen doch am besten Schwachstellen erkennen und am schnellsten zur Änderung bringen können. Aber das liegt außerhalb von deren Interesse und vermutlich auch Horizont.
Es gab bereits irgendwo einen Fernseh-Bericht über jemanden der in einer ähnlichen Situation war wie du, ich weiß nur nicht mehr wo. Aber außer Schulterzucken der arge "Wir dürfen das nicht so machen, auch wenn es billiger wäre", kam nichts heraus. Obwohl die Klage schon läuft und auch wieder Geld kostet.

Ich drücke dir die Daumen, daß du einen guten Anwalt findest und nicht zuviel Streß bekommst. Aber es wird dir sicher nichts übrigbleiben, wie zu klagen. Denn ohne höhere Anweisung tun die Arge Typen nichts.
Alles Gute.
 

Arco

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Re: Aus Erfahrung immer Klagen!

wolliohne schrieb:
besorge Dir am Besten einen RA,
er soll Deinen Fall vor den Kadi bringen.

Habe einen Bekannten mit ähnlichen Problemen,und bei ihm schaut es gut aus!

Alles Gute.
kann wolliohne leider nur zustimmen.....

Gemäß jetziger Gesetzes- und Verordnungslage ist die Tilgung nicht anrechenbar.

Es stimmt, das in der Kaltmiete bei einem "normalen" Mietverhältnis die Tilgung in der Kalkulation eingerechnet werden und somit indirekt von der Arge übernommen werden.

Und genau das müßte bis zum obersten zuständigen Gericht mal durchgeklagt werden.

Anders bekommt man keine Rechtssicherheit.

Es ist leider so..... da gibt es noch so manches was da durchgeklagt werden müßte.


So, ob nun du Pustekuchen diejenige bist ? ? ?

Ich wünsche dir viel Erfolg :daumen: :daumen:
 

Gast

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Die Entscheidung des Gerichts wurde im Wesentlichen auch von den Umständen dieses Einzelfalles beeinflusst (eine Einzelfallbetrachtung wurde auch in BVerwGE 48, 182, 184 ausdrücklich zugelassen). Immerhin sind hier die Tilgungsraten nur noch für einen geringen Zeitraum zu leisten (bis zum 01.11.2008). Zudem kann der Kläger aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr damit rechnen, noch einmal in den ersten Arbeitsmarkt integriert zu werden. Es macht somit nicht nur unter allgemeinen Gesichtspunkten Sinn, die Tilgungsraten in die Kosten der Unterkunft mit einzubeziehen, sondern ganz konkret für die Beklagte, die selbst bei einer vorsichtigen Prognose noch einige Jahre für den Kläger Leistungen zu erbringen hat. Gerade in diesem Fall der noch kurzen Laufzeit von Tilgungsraten bei fortgeschrittenem Alter des Klägers und schlechter Vermittelbarkeit, ist eine sinnvolle Auslegung des § 22 Abs. 1 SGB II nur in der Übernahme der Tilgungsraten zu sehen.

Dies war eine Einzelfallentscheidung. ;)
 

pustekuchen

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Vielen lieben Dank für Eure Antworten,

als die Tante von der Arge mir mitteilte, daß von den Hauskosten nur 15,-€ übernommen werden, hab ich eher zu meiner Tochter als zu dieser hochnäsigen K..gesagt "dann werd´ich wohl einen Anwalt aufsuchen müssen". Sie daraufhin "das können sie gerne machen"

Besonders gefiel mir aber ihre Aussage "Mietwohnung ist immer günstiger als Eigenheim, wegen der hohen Nebenkosten"


hab ja meinen Antrag erst vor ein paar Tagen abgegeben. Den Bescheid werde ich dann wohl erst abwarten müssen, oder?

Anwalt: am besten dann wohl ein FA für Hartz IV, oder?

LG
pustekuchen
 

hellucifer

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Problem ist das Verhältnis von Zinsen und Tilgung

Sprich mal mit deiner Bank, bevor du zur Veräußerung deiner Unterkunft gezwungen bist, ob der Darlehensvertrag nicht geändert werden kann.

Da in der Regel (es gibt scheinbar Ausnahmen) der Leistungsträger keine Tilgung übernimmt, aber Zinsen - und zwar in der sonst üblichen angemessenen Höhe eines Mietzinses für eine gemietete Wohnung, wäre das eine Lösung für dich. Parallel dazu kannst du einen Bausparvertrag abschließen und die Ansprüche darauf an den Gläubiger (Darlehensgeber) abtreten. Damit ist auch der Gläubiger zufriedengestellt, weil er weiß, dass er sein Geld wenigstens allmählich wieder bekommt und kräftig an den Zinsen verdienen kann. Damit ist dir erst einmal geholfen. (Dem Staat und Steuerzahler freilich nicht, denn so werden auf unabsehbare Zeit ständig Zinsen in fast unverminderter Höhe / auf hohem Niveau gezahlt. - Die Tante von der ARGE spinnt übrigens: Denn Nebenkosten sind bei Eigentum und Miete fast identisch. Bei unverschuldetem Eigentum fallen zudem keine Mietzinsen (Kaltmiete) an.
 

pustekuchen

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Heute hatte ich meinen 1. Termin bei meiner Arge-SB´in. Ist ´ne ganz nette.
Bei der Gelegenheit hab ich sie gefragt, ob sie in etwa sagen könne wie weit man mit der Bearbeitung meines ALG II-Antrages ist.
Er war schon fix und fertig bearbeitet, wurde aber wegen zu hoher Heizkosten noch zurückgehalten. Daher auch noch keine Zahlungsanweisung auf mein Konto.
Fand ich ausgesprochen lustig. Mußte mir nämlich schon Geld borgen um überhaupt zur Arge zu kommen (ist weiter weg).

Meine SB meinte das Geld soll am nächsten Tag angewiesen werden und ist dann ca. eine Woche später auf meinem Konto. Eine weitere Woche ohne Geld war nicht so mein Ding, also hat sie mich kurzerhand bei der Leistungabteilung zwecks Barauszahlung (Vorschuß ALG II) angemeldet.

Ich also hin (ist im gleichen Haus), eine Std. gewartet. Und was soll ich sagen, inzwischen war die Zahlungsanweisung erfolgt, nix mit Barzahlung. Einen Lebensmittelgutschein hätte ich bekommen können.

Nun warte ich auf meinen ALG II-Bescheid um endlich wegen der Unterkunftskosten/Heizkosten einen Anwalt aufzusuchen.

Gruß
pustekuchen
 
E

ExitUser

Gast
Das Problem der Tilgung und der Zinsen kommt früher oder später auf alle zu, die ihren Hauskredit mit einem Annuitätsdarlehen abgeschlossen haben.

Wäre ich Hellseher gewesen, hätte ich 1. die EHZ an die Bank abgetreten, auch wenn ich dadurch Verlust in Kauf genommen hätte :dampf: , Zum 2. hätte ich nur die Zinsen abbezahlt und nebenher einen Bausparvertrag bedient. Aber wer kann schon hellsehen.

Eine aus dem SGB abzuleitende Lösung sehe ich z.Z. nicht. Es muß wohl genauso erklagt und erstritten werden, wie die Geschichte mit der EHZ, die zunächst einmal voll abgezockt wurde und jetzt nicht mehr als Einkommen angerechnet werden darf, wenn sie "nachweislich für die Tilgung verwendet wird".

Auch dabei ist es immer noch schwierig, die Argen von der Nachweislichkeit zu überzeugen.

Wie war das mit dem Haushalt der BA? 50 Milliarden? Und was ist mit den Kosten, die durch diese unsäglichen Klagen verursacht werden. Unfähige Politiker haben das zu verantworten. Leider werden sie nicht zur Verantwortung gezogen. :dampf: Sonst wären es unsere "Kollegen". :twisted:
 

pustekuchen

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Gestern hatte ich Anwaltstermin. Adresse habe ich mir aus der hier im Forum befindlichen Liste gesucht.

Beratungshilfeschein vom Amtsgericht (den zu bekommen war nicht einfach, ich mußte mir Dinge anhören wie Kostenexplosion, nimmt alles Überhand, muß schließlich der Staat zahlen) habe ich, nachdem meinerseits die Verantwortlichkeit dafür etwas geradegerückt wurde, erhalten.

Der Anwalt war aber der absolute Höhepunkt.
Ich habe ihm anfangs nur mein Anliegen bezügl. der Tilgung geschildert.

Seine Reaktion:

schwierige Situation, hier in Niedersachsen sind die Entscheidungen noch zu widersprüchlich,

das Sozialgericht am Ort entscheidet meist zu Ungunsten des Hilfesuchenden,

wo soll bezügl. Höhe der Tilgung denn die Grenze gezogen werden, bzw. würde man in Sachen Tilgung ohne wenn und aber positiv entscheiden, so müßte man sich auch über die Heizkosten Gedanken machen. Die dürften dann nicht mehr wie derzeit gedeckelt werden, müßten in tatsächlicher Höhe anerkannt werden. Dann faselte er noch was von Instandhaltungskosten.

Eine Begründung zu meinem bereits eingelegten fristwahrenden Widerspruch ist seiner Meinung nach nicht nötig.
Sollte ich jedoch eine Begründung abgeben wollen, könne ich die auf jeden Fall nachreichen (wenns mir lieber ist könne er das aber auch übernehmen).
Er meinte, wenn vom zuständigen Gericht mal mal bezgl. der Tilgungsratenübernahme positiv geurteilt wird, habe ich mich ja durch den Widerspruch (egal ob begründet oder unbegründet) abgesichert.

Die von mir mitgebrachten ergangenen Urteile anderer Bundesländer (SG Detmold etc.) hab ich ihm dann auch besser nicht mehr unter die Nase gehalten.

Dann hielt er mir noch einen Vortrag darüber daß ja jeder vor dem Schrei nach dem Staat ersteinmal selbst für sich verantwortlich ist. Ich solle mir doch einen Nebenjob oder vorerst eine ehrenamtliche Tätigkeit (unbezahlt versteht sich zum Kontakte knüpfen für Nebenjob) suchen.
Anrechnungsfrei darf ich 100 € hinzuverdienen. Davon könne ich ja dann die Tilgungsraten tragen.

Den Anwalt kann man getrost in die Tonne treten.

Eine Begründung werde ich auf jeden Fall verfassen und der Arge nachreichen.

Des Weiteren habe ich überlegt ob ich mal tel. Kontakt zu meiner Gewerkschaft (bin ja noch Mitglied) aufnehme. Weiß nur nicht ob´s was hilft und mich weiter bringt.

Vielleicht hat ja der/die eine oder andere noch einen Tipp. Eventuell Verein, Verband etc. der begleitend weiterhelfen kann. Darf auch gerne in Hamburg sein.

Gruß pustekuchen
 
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