Muss ich mich sofort arbeitslos melden? (1 Betrachter)

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Stabilo Boss

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Hallo,
ich nehme bezug auf meinen Thread "Kündigen in der Probezeit".

So, war am Dienstag beim Arzt gewesen und der hat mich bis heute Krank geschrieben.
Habe währendessen auch mit meiner Firma korrespondiert, was denn so los sei und denen einfach gesagt, das ich mich überfordert fühle ,ich denke, das ich der Aufgabe nicht gewachsen bin, mir es eh schlecht geht, das ich andere erwartungen hatte usw.
Habe dann letztlich gesagt, das ich nicht mehr vor habe zu kommen und um die Kündigung gebeten.

Wenn sie das heute noch fertig machen und alles glatt geht, sollte sie so Montag/Dienstag bei mir im Briefkasten sein.

Und dann?

Wann muss ich mich bei der Agentur melden?

Geht das telefonisch oder muss ich persönlich dort hin gehen?

Was wollen die dann wissen?/Was muss ich mitbringen?

Und wann würde ich den nächsten Termin beim Sachbearbeiter bekommen?

Ist das dann vllt. diesselbe wie vorher?:wink:

Und gibt es vllt. Probleme bzgl. Geld bzw. muss ich eine Sperre fürchten, da ich ja quasi auf die Kündigung gedrängt habe?

Danke schonmal für die Antworten :D
 
G

Gast1

Gast
Hallo,
ich nehme bezug auf meinen Thread "Kündigen in der Probezeit".
Hier der entsprechende Link:

https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/192905-kuendigen-probezeit-ratsam.html

So, war am Dienstag beim Arzt gewesen und der hat mich bis heute Krank geschrieben.
Eine längere Krankschreibung wäre besser gewesen. Versuche, diese verlängert zu bekommen. Ich weiß nicht, ob das noch heute geschehen müsste, oder ob es reicht, wenn Dein Arzt Dich am Montag Morgen rückwirkend ab heute weiter krankschreiben kann.

Du musst natürlich bei der Arbeit am Montag erscheinen, wenn Du

a) ab Montag nicht wieder krankgeschrieben bist und

b) wenn Du nicht bis morgen die Kündigung durch den Arbeitgeber erhalten hast.

Hat der Arzt Dir attestiert, dass Du aus gesundheitlichen Gründen den Job nicht mehr ausüben kannst? Für den Fall der Fälle wärst Du mit so was besser gegen eine Sperrzeit bzw. Sanktion abgesichert (siehe unten).

Habe währendessen auch mit meiner Firma korrespondiert, was denn so los sei und denen einfach gesagt, das ich mich überfordert fühle ,ich denke, das ich der Aufgabe nicht gewachsen bin, mir es eh schlecht geht, das ich andere erwartungen hatte usw.
Habe dann letztlich gesagt, das ich nicht mehr vor habe zu kommen und um die Kündigung gebeten.
Wenn Dein Arbeitgeber keinen Grund für die Kündigung in seinem Kündigungsschreiben nennt, wäre das schon mal gut, fürs Erste.

Wenn sie das heute noch fertig machen und alles glatt geht, sollte sie so Montag/Dienstag bei mir im Briefkasten sein.

Und dann?

Wann muss ich mich bei der Agentur melden?
Hast Du noch einen Restanspruch auf ALG I? Falls ja => 3 Tage ab Erhalt des Kündigungsschreibens musst Du der Agentur für Arbeit die Kündigung mitteilen, ansonsten bekommst Du eine Sperre von 1 Woche.

Wenn Du keinen Restanspruch auf ALG I hast, wäre Dein Jobcenter für Dich zuständig. Dann wäre es egal, wann Du beim Jobcenter einen Antrag auf ALG II stellst.

Geht das telefonisch oder muss ich persönlich dort hin gehen?
Bei der Agentur für Arbeit (ALG I) geht die Arbeitsuchendmeldung telefonisch oder sogar online auf arbeitsagentur.de, soweit ich weiß.

Was wollen die dann wissen?/Was muss ich mitbringen?
Wenn Du da hingehen willst: Kündigungsschreiben, Personalausweis. Ggf. Kundennummer.

Und wann würde ich den nächsten Termin beim Sachbearbeiter bekommen?
Das weiß ich nicht.

Ist das dann vllt. diesselbe wie vorher?:wink:
Das weiß ich auch nicht.

Und gibt es vllt. Probleme bzgl. Geld bzw. muss ich eine Sperre fürchten, da ich ja quasi auf die Kündigung gedrängt habe?
Ich empfehle Dir den Inhalt der vom Arbeitgeber auszufüllenden Arbeitsbescheinigung zu kontrollieren. Und zwar dahingehend, welcher Kündigungsgrund dort vom AG genannt werden wird. U.u. will dann die Agentur einen Nachweis darüber, dass Du gesundheitsbedingt Deinen aktuellen Job nicht mehr ausüben konntest (Attest vom Arzt).
 

Holler2008

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Wenn Du keinen Restanspruch auf ALG I hast, wäre Dein Jobcenter für Dich zuständig. Dann wäre es egal, wann Du beim Jobcenter einen Antrag auf ALG II stellst.
Wobei es bei ALG II erst Geld ab Antragsstellung gibt.
Antragsstellung ist nicht wenn du die alle Formulare und Nachweise abgegeben hast, die die wollen sondern dann, wenn die zum ersten Mal erfahren, dass du Leistungen willst.
Daher am besten schriftlich und nachweisbar machen.

Einfach: "Hiermit beantrage ich ALG II. (und Datum muss darauf sein)" reicht theoretisch und Eingangsnachweis auf Kopie geben lassen.
Darauf bekommst du einen Stapel Formulare oder einen Termin an dem du dann die Formulare bekommst.
 
G

Gast1

Gast
Wobei es bei ALG II erst Geld ab Antragsstellung gibt.
Nicht ganz. Der Antrag auf ALG II gilt rückwirkend zurück auf den ersten Tag des Monats, in dem der Antrag gestellt wird, siehe § 37 Abs. 2 Satz 2 SGB II.

Antragsstellung ist nicht wenn du die alle Formulare und Nachweise abgegeben hast, die die wollen sondern dann, wenn die zum ersten Mal erfahren, dass du Leistungen willst.
Richtig.

Daher am besten schriftlich und nachweisbar machen.
Warum nicht einfach zum JC gehen und sagen "Ich möchte ALG II beantragen?" So habe ich es bisher gemacht. Im Gespräch, das dann im JC stattfand, habe ich dann die für mich erforderlichen Formulare erhalten und eine Liste über alle Nachweise, die ich im Rahmen meines Antrags beizubringen habe.
 

Holler2008

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Warum nicht einfach zum JC gehen und sagen "Ich möchte ALG II beantragen?" So habe ich es bisher gemacht. Im Gespräch, das dann im JC stattfand, habe ich dann die für mich erforderlichen Formulare erhalten und eine Liste über alle Nachweise, die ich im Rahmen meines Antrags beizubringen habe.
Wie weist du so im Ernstfall nach, wann du den Antrag gestellt hast?

Es kann sein, dass wenn du die Formulare sofort bekommst, dort das Datum darauf steht.
Bei meinen JC bekommst du aber in einem Fall, wie deinem, keine Formulare, sondern einen Termin zur Formular-Aushändigung.
 

Stabilo Boss

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EDIT:
Habe jetzt quasi die Kündigung ausgesprochen bekommen.
Habe ja vorher schon fleißig mit der Empfangsdame per Mail und per Telefon korrespondiert, da der Cheffe ja so gut wie nie im Haus ist....
Ich zitiere mal aus ihrer Mail:

"Sehr geehrter Herr Stabilo Boss,

Herr XY hat Ihrem Wunsch entsprochen und verzichtet auf ein weiteres Gespräch.
Er hat eine Auflösung des Arbeitsvertrages befürwortet.
Ein Schreiben dazu ist heute per Post (Einwurf-Einschreiben) an Ihre Anschrift rausgegangen.

Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und viel mehr Durchhaltevermögen. Wir sind sicher, Sie können es schaffen!
"

Toll,oder:wink:

Jetzt geht der ganze Stress mit Amt und Jobsuche wieder von vorne los.......
 
G

Gast1

Gast
Stabilo Boss, die Antwort Deines Arbeitgebers ist wenigstens für die Zukunft ermunternd, trotz aller aktuellen Widrigkeiten.

Dennoch solltest Du Dir besser die Frage stellen, ob Du (für eine Vollzeitstelle) ausreichend erwerbsfähig bist. Denn Du schriebst in Deinem anderen Thread:

Da ich seit gut 7 Jahren an Depressionen und Angstzuständen leide ( seit gut 3 Jahren auch ärztlich anerkannt ), habe ich jetzt das Gefühl, das bricht jetzt alles wieder stark durch und ich schaffe das alles nicht.
Wenn Du offiziell teilweise erwerbsgemindert wärst (erwerbsfähig zwischen 3 bis unter 6 h täglich), würdest Du die halbe Erwerbsminderungsrente bekommen (falls nicht Dein für Dich in Frage kommender Arbeitsmarkt für Dich verschlossen ist) und könntest zusätzlich zu Deiner Erwerbsminderungsrente einer Arbeit nachgehen mit einer täglichen Arbeitszeit bis unter 6 h, wobei gewisse Einkommensgrenzen nicht überschritten werden dürften, um nicht die Erwerbsminderungsrente zu gefährden.

Wenn Du aber offiziell voll erwerbsgemindert wärst (erwerbsfähig unter 3 h täglich), dann dürftest Du täglich nur bis unter 3 h täglich arbeiten, ohne dass Du Deine Erwerbsminderungsrente gefährden würdest.

Aber der Weg zu so einer Erwerbsminderungsrente ist oft lang und mühsam. Bevor Du so eine Rente bewilligt bekommen würdest, würde Dich die Rentenversicherung erst einmal in eine medizinische Reha schicken. Weil sie nach dem Motto "Reha vor Rente" verfährt.

Aber vielleicht möchtest Du ja mal so ne medizinische Reha machen? Die könnte Deinen Gesundheitszustand verbessern. Es gibt auch Reha-Kliniken mit psychotherapeutischem Ansatz.

So eine medizinische Reha kannst Du bei der Rentenversicherung beantragen.
 

Zerberus X

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Herr XY hat Ihrem Wunsch entsprochen und verzichtet auf ein weiteres Gespräch.
Er hat eine Auflösung des Arbeitsvertrages befürwortet.
Ein Schreiben dazu ist heute per Post (Einwurf-Einschreiben) an Ihre Anschrift rausgegangen.

Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und viel mehr Durchhaltevermögen.
Wenn jetzt noch in der Kündigung steht:Aus eigenen Wunsch gekündigt!
Hast Du ein Problem.
 

Katzenfan

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Ich weiß nicht, ob das noch heute geschehen müsste, oder ob es reicht, wenn Dein Arzt Dich am Montag Morgen rückwirkend ab heute weiter krankschreiben kann.
Es reicht, wenn der Arzt die weitere AU am Montag feststellt (Folgebescheinigung), da Wochenenden und Feiertage für eine "lückenlose Arbeitsunfähigkeit" nicht mehr mitzählen (Gesetzesänderung seit Juli 2015).
Habe dann letztlich gesagt, das ich nicht mehr vor habe zu kommen und um die Kündigung gebeten.
Wenn Du partout nicht mehr zur Arbeit willst, weil es Dir so schlecht geht, solltest Du Deinem Noch-Arbeitgeber UND Deiner Krankenkasse auf jeden Fall eine AU-Bescheinigung bis mindestens zum letzten Tag des Bestehens des Arbeitsverhältnisses zukommen lassen!
In den ersten vier Wochen eines Beschäftigungsverhältnisses greift übrigens die Lohnfortzahlung noch nicht. Für diese Zeit musst Du KRANKENGELD beantragen. Setze Dich also deshalb unverzüglich mit Deiner Krankenkasse in Verbindung!
Solltest Du über das Beschäftigungsende hinaus krankgeschrieben werden, geht die Krankengeldzahlung nahtlos weiter und Du kannst Dich (noch) nicht arbeitslos melden. Achte aber unbedingt auf eine lückenlose Feststellung der AU!
Ich empfehle Dir den Inhalt der vom Arbeitgeber auszufüllenden Arbeitsbescheinigung zu kontrollieren. Und zwar dahingehend, welcher Kündigungsgrund dort vom AG genannt werden wird. U.u. will dann die Agentur einen Nachweis darüber, dass Du gesundheitsbedingt Deinen aktuellen Job nicht mehr ausüben konntest (Attest vom Arzt).
Das kann ich nur unterstreichen.
 
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