Muss ich mich bei der Zeitarbeit bewerben? Bin noch angestellt, aber arbeitssuchend (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Chucky150

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Aufgrund von Personalabbau habe ich meinen Job nach 25 Jahren verloren. Ich bin durchgehend in Vollzeit als kfm. Angestellte bzw. Assistenz auf Managementebene tätig gewesen.
In 12 Monaten habe ich bei 4 (!) Firmen SELBST einen Job gefunden, so dass mein ALGI immer wieder nur neu aufgenommen wurde. Den Glauben an einen guten Arbeitgeber habe ich nicht mehr. Da ich auch nicht ganz blöd bin, weiß ich, dass "Wiederaufnahme" immer wieder bedeutet, dass mein "gutes" Gehalt, was ich mal hatte, als Grundlage gilt. Ich bin nirgendwo länger als 3 Monate gewesen.
Meine letzte Arbeitsstelle war bisher die Schlimmste. Es geht ums Geld, Bankvollmachten, Erpressung untereinander etc. Bin zum 30.11. gekündigt worden, weil ich nicht mitspielen wollte.
Jetzt mein Problem: Ich habe mit der Agentur keine Erfahrung, ich kenne die ganzen Fachbegriffe nicht und das alles soll und setzt mich unter Druck.
Habe eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnet, ich kann damit leben, 6-8 Bewerbungen im Monat zu versenden. Bin eh schon bei 70 Stk. in 3 Wochen. Ich bin breit aufgestellt, deshalb geht das. Es ist also wieder nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder weg bin von der Agentur, so meine Hoffnung. Ich WILL ja wieder arbeiten. Aber bitte mit Menschen die noch einen Funken Moral und Werte haben. Keinen Betrügern!

Und so hat mein übereifriger Sachbearbeiter meine Anschrift an eine Zeitarbeitsfirma gesendet, die mich jetzt zum persönlichen Kennenlernen einlädt.
1.) Noch zahlt mein letzter AG mein Gehalt. Muss ich den Termin wahrnehmen? Muss ich absagen (welche Begründung), kann ich den Termin bei der ZA einfach verstreichen lassen? Ich habe an dem Tag einen Arzttermin, auf den ich lange gewartet habe.
Ich will nicht, dass die Agentur meine Anschrift an Zeitarbeitsfirmen weitergibt. Was kann ich dagegen tun? (War in der ersten Bewerbungsphase bei über 10 Firmen freiwillig registriert. Ohne Erfolg)

Jetzt versucht man, wo es nur geht, mir irgendwelche Sperren reinzuhauen.
1 Woche Sperre wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung. FALSCH! Ich habe mich sofort online arbeitssuchend gemeldet (Screenshot gemacht) und zwei Wochen später bin ich persönlich vor Ort gewesen. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt vom AG noch nicht mal meine Kündigung erhalten, geschweige denn, zu wann ich offiziell gekündigt bin. (es wurde mündlich gekündigt, mit sofortiger Freistellung. Zu wann allerdings die Kündigung wirksam werden sollte, hat man erstmal 6! Wochen ausgesessen). Zu der verspäteten Arbeitssuchendmeldung habe ich ein Papier ausgefüllt und dargelegt, dass ich mich sowohl online als auch persönlich gekümmert habe.
Dann bekam ich eine Einladung zum SB wegen meiner beruflichen Perspektive. Ich habe den Termin telefonisch bei der Hotline abgesagt, weil ich ein Vorstellungsgespräch(VG) an dem Tag hatte. Das haben die überhaupt nicht weitergegeben!!! Ich bekam auf einen Sonntag eine SMS von der Agentur und bin im schweinsgalopp am Montag zum SB und dann ab zum VG.
Mein SB hat fein am Schreibtisch gesessen und auf mich gewartet und sich mit meinem "Werdelauf" beschäftigt. Das ich den Termin tel. abgesagt hatte, hat ihn nicht interessiert. (ich bin hin, weil mir klar war, dass die mir gleich eine Sperre reinhauen, wenn ich dort nicht erscheine).

Und zu guter Letzt bekomme ich jetzt auch noch schwachsinnige Vermittlungsvorschläge, die meiner Quali überhaupt nicht entsprechen. Muss ich mich da bewerben?

Was kann ich gegen die Weitergabe meiner Daten an Zeitarbeitsfirmen tun, ohne gleich eine Sperre zu bekommen?
Was kann ich gegen Vermittlungsangebotr tun, die meiner Qualifikation und Kenntnissen zum größten Teil nicht entsprechen?
Ich brauche meine Nerven und meine Zeit für die Jobsuche und Vorstellungsgespräche.

Ich bin die nächsten 2 Wochen noch angestellt und meinen Lohn zahlt noch bis 30.11. der letzte Arbeitgeber. Gestern ist endlich die schriftliche Kündigung gekommen.
 

Onkel Tom

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Moin @Chucky150 und :welcome:

Ja, tut mir leid für Dich, das Du nun zur Agentur für Arbeit (AfA) hin musst.
Das mann im Job aus Gewissensgründen nicht alles mitmachen kann,
ist verständlich und menschlich..

So, wie ich dich verstanden habe, machst Du Ersterfahrungen mit dem SGB
und Co. Nicht angenehm, aber wenn Du dir vorstellst, das Du Anspruch darauf
hast, den SBs manchmal seltsame Blüten erwachsen, um dir den Anspruch so
unschmackhaft zu machen wie möglich, bist Du schon mal besser gewappnet..

Erfahrene Arbeitsuchende erleben ihre Abhängigkeit auf SGB-Leistungen teils
wie ein Schachspiel.. Die Vorstellung, das es Schachspielerei ist, kann anbei
die Psyche schonen (Nicht persönlich ran lassen)..

Nimm die bisherigen Erfahrungen bitte nicht persönlich.. Die SBs sind nur
"ausführende Organe einer meines Erachten verfehlten Arbeitsmarktpolitik".

Trotz dessen nicht kirre machen lassen.. Die Suppe anbei wird nie so heiß
gegessen, wie sie gekocht wurde.. In der Ruhe liegt die Kraft ;)

...
Jetzt mein Problem: Ich habe mit der Agentur keine Erfahrung, ich kenne die ganzen Fachbegriffe nicht und das alles soll und setzt mich unter Druck.
Habe eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnet, ich kann damit leben, 6-8 Bewerbungen im Monat zu versenden. Bin eh schon bei 70 Stk. in 3 Wochen. Ich bin breit aufgestellt, deshalb geht das.
...
Druck üben SBs gerne aus, damit sie ihrem Sparwahn besser umsetzen können.
Um dem zu begegnen ist es besser, wenn Du dir eine Person deines Vertrauen
im Sinne des § 13 Abs. 4 SGB X als sogenannter Beistand zu den AfA-Terminen
mit nimmst..

Allein machen sie dich ein und wenn Du Begleitung hast, sind die Töne des SB
nicht mehr so schräge.. Mit Begleitung wird der Besuch schon mal etwas sanfter.

...
Und so hat mein übereifriger Sachbearbeiter meine Anschrift an eine Zeitarbeitsfirma
gesendet, die mich jetzt zum persönlichen Kennenlernen einlädt.
...
Anbei fragst Du, ob das so einfach erlaubt ist. Dazu müssste man das untersuchen,
was Du bereits bei der AfA unterschrieben, beziehungsweise eingewilligt hast..
Ausschlaggebend dazu sind Eingliederungsvereinbarung (EGV) und sogenannte
Datenschutzerklärungen oder Datenschutzvereinbarungen (DsV ?).

Wenn Du diese Unterlagen hier annonymisiert hochläds, könnte man zu dem
rechtlichem Bezug besser eingehen.. EGV-Tamtam ist ein großes Feld für sich ;)

Das mit deinen Bewerberdaten so rumgeschleudert wird, kann man anhand
Datenschutzverordnung mittlerweile ganz gut ausbremsen.. Unbeliebt sind
unter Erwerbslosen die Bewerberdatenpools von Zeitarbeitsfirmen..

Hier im Forum kannst Du viel finden, dich auf ausgesriebener Stelle zu bewerben,
ohne gleich im ZAF-Pool zu landen.. Ich empfinde diese Pools als Haifischbecken
in der Leiharbeitsheie nach dir schnappen..

Von daher ist es besser, sich nicht im ZAF-Bewerberpool aufnehmen zu lassen.
In diesen Bewerberfragebögen vor Ort nur das eintragen, was durch deine
Bewerbungsunterlagen hervor geht.. Kein Milligramm mehr.. Auf dumme Fragen
wie "Da fehlt noch was.." antworten, das man dies nach Abschluss eines
Arbeitsvertrages nachholen kann.. Hätte jetzt gern erst das Vorstellungsgespräch.

Wenn das entsprechende Stellenangebot nicht mehr besetzbar ist, war es das und
verlangst die Vernichtung / Löschung deiner Bewerberdaten..

Als Elo steht man unter Nachweispflichten.. Dazu gehört leider auch die Nachweis-
barkeit, wenn SBs Mist bauen und Du das wiedermal grade biegen musst.
Jeden Pup und Trapperködel sollte anhand der Dokumennte nachvollziehbar sein.
Deswegen wollen die meisten Elos nur noch postalisch ereichbar sein..
E-Mail und Tel. löschen lassen..

Mit dem Mobcenter mailt oder telefoniert man nicht.. Besser ist es ;)

...
Und zu guter Letzt bekomme ich jetzt auch noch schwachsinnige Vermittlungsvorschläge,
die meiner Quali überhaupt nicht entsprechen. Muss ich mich da bewerben ?
...
Als "Frisch-Erwerbslos" eigendlich nicht, da bei ALG 1 anfänglich noch "Berufsschutz"
besteht, der nach und nach abgebaut wird.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

Gast
Hallo @Chucky150

Da du ganz offensichtlich gar keine Erfahrungen mit der AfA hast, lege ich dir zu aller erst den Leitfaden unseres Mods @Zeitkind nahe.
In diesem Leitfaden findest du so ziemlich alle Antworten auf deine wichtigsten Fragen.

📌 Leitfaden

Habe eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnet,
Das war leider schon mal ein großer Fehler. Mit Unterzeichnung einer sogenannten EGV gibst du viele deiner Rechte einfach ab, bzw. verzichtest freiwillig auf diese.
Eine EGV unterzeichnet der Elo in keinem Fall. Hier spielt der Elo zuerst auf Zeit, zwingt in der Folge seinen SB dazu, diese EGV so abzuändern, dass diese dem Elo besser passt, obwohl der Elo auch dann nicht unterschreibt.
In der Regel wird dann ein sogenannter Eingliederungsverwaltungsakt vom SB erlassen, gegen den der Elo dann sofort Widerspruch und ggfls. Klage beim SG einreicht.
Ziel des Ganzen ist es, dass es letztlich weder eine gültige EGV, noch einen ersetzenden EGVA gibt. Somit ist der Elo frei von allen Pflichten. ;)

Bitte lies dir in Ruhe den Leitfaden durch, danach weißt du schon deutlich mehr.
 

Kerstin_K

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Das war leider schon mal ein großer Fehler. Mit Unterzeichnung einer sogenannten EGV gibst du viele deiner Rechte einfach ab, bzw. verzichtest freiwillig auf diese.
Eine EGV unterzeichnet der Elo in keinem Fall. Hier spielt der Elo zuerst auf Zeit, zwingt in der Folge seinen SB dazu, diese EGV so abzuändern, dass diese dem Elo besser passt, obwohl der Elo auch dann nicht unterschreibt.
In der Regel wird dann ein sogenannter Eingliederungsverwaltungsakt vom SB erlassen, gegen den der Elo dann sofort Widerspruch und ggfls. Klage beim SG einreicht.
Ziel des Ganzen ist es, dass es letztlich weder eine gültige EGV, noch einen ersetzenden EGVA gibt. Somit ist der Elo frei von allen Pflichten. ;)
Die meisten EGVen im ALGI Bereichhaben kiene Rechtsfolgebelehrung. DAs bedeutet, es sind zahnlose Tiger und auhc wenn man sich nicht dran hält, kann nichts passieren.

UNbedingt mal den §140 SGB III lesen!
 

Chucky150

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Moin moin,

erstmal, vielen Dank für die Tipps. Noch schaffe ich es alleine zum SB zu gehen. Schlimmer sind momentan die Leute, zu denen ich nach der Anmeldung hin muss (Arbeitssuchend melden, ALG beantragen), da muss ich mich echt zusammenreissen.
Die sind richtig provokant. Da bin ich jetzt aber durch, abgehakt.

Unschmackhaft machen funktioniert bei mir nicht. Habe 25 Jahre lang gutes Geld eingezahlt. Jetzt bin nun mal ich dran!
Sparwahn: Ist mir auch klar.

Es nervt mich am meisten, dass meine Anschrift von übereifrigen SB (nicht aus meinem Wohnort, aber immerhin in 30km Nähe) an ZAF weitergegeben wurde und die ZAF mir sofort eine Einladung zusendet. Untermauert ist das Ganze auch noch vom selbigen SB, mit einem Vermittlungsvorschlag an diese ZAF.
Gibt es irgendwo Vorlagen bzgl. Einhaltung der DSGVO?
Banal gefragt: Darf das AfA meine Adresse jetzt an die ZAF´s dieser Welt weitergeben?

Zur ZAF gehe ich nicht.
Hab schon genug eigene Erfahrungen gemacht mit Personalvermittlern. Deren Anzeigen kann ich inzwischen auch deuten und lesen.

Im Anhang noch die EGV. Ich finde sie jetzt erstmal okay, aber Adressenweitergabe geht nicht. Wenn drin steht anonym, dann soll es auch so bleiben.
Und dagegen will ich mich wehren. ABER WIE?
Ansonsten sollen die SB´s ihre VV senden, ist eh nichts Vernünftiges bei. Und eine Bewerbung ist bei mir im Null-Komma-Nix versendet.
 

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Kerstin_K

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Genau. Denn mit anonym sind Deine Qualifikationen nach aussen sichtbar.

In diesem Fall ist aber vemutlich etwas anderes passiert. Wenn du einen Vermittlungsvorschlag bekommsz, dann bekommt der Arbeitgeber automatisch einen Rückmeldebogen mit deinem Namen und Deiner Anschrift. Zeitarbeitsfirman sind dann oft sehr schnell und laden jeden ein, ohne zuvor bewerbungunterlagen gesehen zu haben. Manchmal ist die einladung der ZAF dann schneller da als der VV.

Man sollte den Vermittlungsvorschlag erstmal auf Zumutbarkeit prüfen. wenn er nicht zumutbar ist, muss man sich gar nicht erst bewerben.
 
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