Muß ich jede Stelle annehmen, die mir angeboten wird?

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OF_Hartzer

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Wenn Du eine so gesuchte Fachkraft bist, daß die nächste Arbeitsstelle in dieser Richtung soweit entfernt liegt... Wieso nicht? Außerdem zwingt Dich niemand, die Stelle anzunehmen. Es ist Deine Entscheidung.

Eine langjährige Freundin von mir lebt in Marburg, fand aber letztlich eine Stelle in Frankfurt. Da hat sie sich ein kleines Zimmerchen für die Tage unter der Woche genommen. Am Wochenende fährt sie dann immer in ihre eigentliche Wohnung. Das geht schon seit Jahren so.

Es gibt viele Wochenendheimfahrer.
Hi und frohe Weihnachten an alle.

Ich habe eine Frage zu deinem Post Mutant. Du schreibst, dass eine niemand zwingt die Stelle anzunehmen. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich jede Stelle annehmen muss die mir angeboten wird?

vg
OFH
 

Mutant

E-Mail-Adresse in Prüfung...
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Du schreibst, dass eine niemand zwingt die Stelle anzunehmen. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich jede Stelle annehmen muss die mir angeboten wird?
Die Vertragsfreiheit gilt nach wie vor. Niemand kann Dich zwingen, eine bestimmte Stelle anzunehmen. Gleichzeitig kannst Du aber sanktioniert werden, wenn Du diese Stelle nicht annimmst. Das ist kein Widerspruch.
 

OF_Hartzer

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Genau das habe ich auch gemacht in 2019, hatte mir eine 2. Wohnung aus beruflichen Gründen in Goslar gesucht und bin am WE nach Hannover gefahren. Eigentlich kann ich recht froh sein das der Arbeitgeber in Goslar so unfähig war, ich hatte das ganze dann zum Ende 2019 mittels Kündigung aufgelöst. Das blöde war nur, als Berufspendler zahlst du drauf. Ich habe bei der Steuererklärung bei weitem nicht das wieder bekommen was ich an Kosten hatte. Mein Fazit: Nie wieder Berufspendler, ein so teures Hobby wie die Arbeit in einer weit entfernten Stadt brauch ich dann doch nicht.
Hi,
ich wollte eigentlich überhaupt nicht deinen ganz Beitrag zitieren, wollte eigentlich nur antworten bzw. etwas Fragen. Sorry, bin Klatschneu hier und muss mich hier erst zurecht finden.

Meine Frage : ;)
Ich musste lachen, weil ich in der Signatur steht "überqualifiziert". Ist das Ironisch gemeint? Ich habe das bisher eher nicht für Ernst genommen. Aber ist das tatsächlich ein Grund keine Arbeit zu finden. Ich bekomme eher immer zu hören, dass ich nicht qualifiziert genug bin / keine oder zu geringe Arbeitserfahrung in diesem und jenem Gebiet aufweisen kann. Ich wäre froh, es würde mal jemand sagen, dass ich überqualifiziert bin ;)
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Die Vertragsfreiheit gilt nach wie vor. Niemand kann Dich zwingen, eine bestimmte Stelle anzunehmen. Gleichzeitig kannst Du aber sanktioniert werden, wenn Du diese Stelle nicht annimmst. Das ist kein Widerspruch .
ah ok. Dann ist es aber ein indirekter Zwang. Klar, muss ich den Vertrag nicht unterschreiben, wenn ich es aber nicht tue werde ich direkt sanktioniert. Ein Freund von mir hat eine 100% Sanktion drin und hat jetzt die Befürchtung, dass auch die Miete vom Amt nicht mehr bezahlt wird. Kann das sein. Soviel ich weiß, hat doch das Verfassungsgericht 2019 geurteilt, dass 100 Prozent Sanktionen nicht mehr erlaubt sind, oder? Warum wird das denn dann noch weiterhin gemacht?
 

Curt The Cat

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Moinsen @OF_Hartzer und willkommen hier ...,

... da es wenig zielführend und zudem recht unhöflich ist, das Thema eines anderen Nutzers mit der eigenen Problemstellung zu kapern, habe ich mir erlaubt, mit Deinem Anliegen ein eigenes Thema zu starten ...


:icon_wink:
 

OF_Hartzer

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ah, ok, sorry, mir kam meine Frage quasi erst beim schreiben in den Sinn und ich wollte jetzt kein "großes Fass" aufmachen, sondern wollte es mehr so "Nebenbei" erwähnen.

Sorry nochmal
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Hi, danke für die Antwort.

Du, das weiß ich nicht. Also er bekommt kein Geld mehr, soviel steht wohl in dem Schreiben drin. Habs nicht selber gesehen. Das heißt, Sanktion ist eine Reduzierung der Leistung und die Leistungseinstellung ist der komplette Wegfall der Leistungen?``
 

ZynHH (R.i.P.)

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Sanktion bekommt man, weil man etwas nicht getan hat. Bis max 30%

Die Leistungseinstellung nutzen manche Sachbearbeiter um den Kunden dazu zu bewegen sich zu melden.
Sei es das auf Schreiben des JC nicht reagiert wurde, mehrere Schreiben unbeantwortet blieben.... in der Regel wird weitergezahlt, wenn der Kunde sich meldet. Aber dazu müsste man das Schreiben kennen.
 

avrschmitz

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Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich jede Stelle annehmen muss die mir angeboten wird?
Wenn Dir eine Stelle angeboten wird, zu der Du gesundheitlich nicht in der Lage bist, kannst Du auch nicht sanktioniert werden. Aber einfach zu sagen: "Kann ich gesundheitlich nicht", reicht nicht. Da braucht man mindestens ein Attest.

Desgleichen gilt, wenn Dir die Pendelzeiten nicht zumutbar sind. Dann kannst Du die Stelle auch ohne Sanktion ablehnen.

Es gibt also durchaus Stellen, die Du ablehnen kannst ohne Sanktion.
 

Stauer

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Die Grenzen der Zumutbarkeit sind klar geregelt:
1. physisch oder psychisch ( Attest benötigt)
2. nicht ausreichend qualifiziert ( hier reicht der Lebenslauf )
3. Pendelzeit überschritten ( wie @avrschmitz bereits erwähnte ; hier reichen Fahrpläne bzw. Fahrtzeiten aus, um das nachzuweisen.)
Trifft einer dieser Punkte zu und ist nachweisbar, kann man den Job ablehnen. Das JC kann dann nicht sanktionieren.
 

Stauer

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Ich denke es gibt keinen Berufsschutz (?) bei Hartz IV
Nein den gibt es auch nicht. Da wäre der Beruf gemeint, den der Arbeitslose gelernt hat. Dieser Schutz fällt weg, man muß Jobs annehmen, die weniger Qualifikation voraussetzen.
Hierbei soll der Schutz nicht den gelernten Beruf schützen. Der Gesetzgeber wollte verhindern, das ein Metzger gezwungen werden kann, als Professor der Chirogie zu arbeiten, da die Ergebnisse dieses Zwangs die Friedhöfe überfüllen würden. An Schadensersatzklagen würde es nicht mangeln. Die Schäden, die entstehen, wenn jemand keine Ahnung hat, was er da macht, können enorme Auswirkungen haben, auf Mensch und Umwelt. Wenn jemand bei BASF in der Schaltzentrale sitzt, ist es wirklich besser, wenn er ein Fließbild lesen kann, damit er die Anlage nicht gegen einen geschlossenen Schieber fährt. Ein Jurist kann nicht gezwungen werden, ein Containerschiff, mit 25 km Bremsweg zu steuern.
 

Gretta

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Auch wenn es schon falsche Ärzte gegeben hatte die praktizierten ist es wohl nicht das Problem das die Charite oder die BASF oder das Landgericht dafür völlig ungeeignetes Personal einstellen. Unabhängig davon was ein JC vorschlägt.
 

OF_Hartzer

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Auch wenn es schon falsche Ärzte gegeben hatte die praktizierten ist es wohl nicht das Problem das die Charite oder die BASF oder das Landgericht dafür völlig ungeeignetes Personal einstellen. Unabhängig davon was ein JC vorschlägt.
Absolut. Keine Klinik würde einen Metzger als Chirurg einstellen. Auch andere Firmen stellen kein Personal ein von dem sie nicht überzeugt sind.
 

OF_Hartzer

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Arbeitslose Metzger, Juristen und Schaltzentralen-Mitarbeiter sind äusserst selten.
jupp, wer als Angehöriger dieser Berufe (was ein Schaltzentralen-Mitarbeiter ist weiß jetzt nicht) arbeitslos ist, hat auf den Beruf keinen Bock mehr. Was ich bei Metzger auch verstehen kann. Ich kenne einen der ist Vegetarier, nachdem er den Job lange gemacht hat. Arbeitet auch nicht mehr in dem Beruf. Ein anderer fährt nun S und U Bahn und ist Mega Happy mit dem neuen Job.
 

Lucky Luke

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Nein den gibt es auch nicht. Da wäre der Beruf gemeint, den der Arbeitslose gelernt hat. Dieser Schutz fällt weg, man muß Jobs annehmen, die weniger Qualifikation voraussetzen.
Hmmm, ich musste schon schmunzeln bei diesen Berufs-Beispielen...

In der Realität wird es doch eher so sein, dass sich z.B. der Bilanzbuchhalter nicht auf den "Berufsschutz" berufen kann und deshalb eine einfache Sachbearbeiterstelle annehmen sollte/müsste.
Oder der Mechatroniker-Meister eine Stelle am Fliessband annehmen...
Immer vorausgesetzt, der potentielle Arbeitgeber würde diese Personen tatsächlich einstellen, Stichwort Überqualifizierung.

Dass ein (gelernter) Produktionshelfer als Chefpilot bei einer Fluggesellschaft eingestellt werden würde/könnte, gehört doch eher ins Land der Fantasie. Obwohl?!?😆
 

OF_Hartzer

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Jo, so sehe ich das auch. Man will den gelernten Facharbeiter zwingen etwas unter seiner Qualifikation anzunehmen. Und genau so verhalten die sich auch. Die interessieren sich nicht wirklich für einen, was man kann oder nicht kann. Hauptsache irgendeinen Job. Ob man in dem Job dann glücklich ist oder nicht: Juckt die nicht.
 

Porks

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Hi
die Kunst ist es sich so gut zu verkaufen ,dass die Firmen die für einen selbst uninteressant sind, so begeistert von einem sind . so das sie dich gar nicht erst wollen.Dann kann das Amt auch keinen Stressmachen weil man ja alles unternommen hat was einem Möglich ist.
 

HermineL

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Und genau so verhalten die sich auch. Die interessieren sich nicht wirklich für einen, was man kann oder nicht kann.
Dann kann das Amt
ja, "Die" ist das JC
Ich werde hier gewiss keine Lanze für die Jobcenter brechen aber es sind nicht "die", die dies alles so wollen sondern es ist der Gesetzgeber mit seinen "bahnbrechenden" Hartz 4 Gesetzen. "Die" setzen nur das um was die Politik mit diesen Gesetzen vorgibt. Das dies mitunter auch ausufert lasse ich hier einmal bewusst aussen vor.

Aber wie schon bei den bösen Hartzern die auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen und gerne, fälschlicher Weise, noch nach unten gegen z.B. Asylanten treten ist es bei euren Äußerungen nicht besser. Besser wäre es seinen Unmut nach oben zu richten den da ist die Ursache des Übel´s und nicht im Jokecenter. Nach "Symptomen" zu treten bringt vielleicht kurzfristig Besserung aber langfristig keine Heilung.
 

OF_Hartzer

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Wenn ich die SGB2 Gesetze so anschaue und Querlese, dann strotzen die Gesetze nur so vor Kann-Bestimmungen. Der Gesetzgeber hat da viel Entscheidungsspielraum in die Hände der SB gelegt, die, und das kann man auch öfters lesen, zu 80 oder 90 Prozent zu Lasten des Klienten ausgelegt werden. Auf den SB Plätzen sitzt der kleine Mann der dem Hartzler mal so richtig zeigt wo es langgeht. Und er ist noch ein Held, da er dem Steuerzahler viel Geld spart.

Als Beispiel SGB II, $31 Pflichtverletzungen, Absatz 1, Satz 3
Eine Pflichtverletzung tritt ein, wenn eine zumutbare Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit nicht angetreten wird, abgebrochen wird oder Anlass für den Abbruch gegeben wird.
Nun kommt die Ermessensentscheidung: Dies gilt nicht, wenn ein wichtiger Grund für das Verhalten vorlag.

In wieviel der Fälle werden die SB wohl den Grund für das Verhalten als "wichtigen Grund" ansehen?

Mir fallen hier auf Anhieb mehrere Gründe ein: keine Adäquate Kinderbetreuung für die Zeit, die Inhalte des Kurses führen in keine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle, der Kursleiter ist nicht ansatzweise qualifiziert, die Qualifizierung entspricht in keinster Weise den Interessen des Klienten.

Fördern und Fordern wird zu, wir Fördern was der Gesetzgeber als Recht des Bedürftigen gesetzlich festgeschrieben hat und wir (die SB ) fordern, dass ihr für unser Steuergeld leiden müsst.

Das Problem ist weniger der Gesetzgeber als die MA Struktur der JC .
 

HermineL

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Der Gesetzgeber hat da viel Entscheidungsspielraum in die Hände der SB gelegt, die, und das kann man auch öfters lesen, zu 80 oder 90 Prozent zu Lasten des Klienten ausgelegt werden
Auch damit liegst du schon wieder daneben. Die Sachbearbeiter*innen sind weisungsgebunden. Die fachlichen Hinweise der BA wirst du ja wohl kennen. Diese und weitere geben vor wie die SB ihr Ermessen gem. dem Willen der Behörde auszulegen haben und nicht wie sie es gerne möchten. Ein kleiner SB hat da wesentlich weniger Spielraum als du dir vielleicht in deinen Vorstellungen ausmalen möchtest damit dein Bild für dich stimmig wird..

Auf den SB Plätzen sitzt der kleine Mann der dem Hartzler mal so richtig zeigt wo es langgeht.
Auch diese Klientel gibt es sicherlich genau wie es auch in jedem anderen Beruf auch Stinkstiefel gibt. Sogar nicht nur im Beruf und auch bei den Hartzern.

Und er ist noch ein Held, da er dem Steuerzahler viel Geld spart.
Der Held ist der Vorgesetze der nach Nürnberg oder an seinen Dienstherren Sollerfüllung melden kann das er dadurch erreicht das er die Sachbearbeiter*innen unter Druck setzt.

In wieviel der Fälle werden die SB wohl den Grund für das Verhalten als "wichtigen Grund" ansehen?
Genau so wie es ihm seine Weisungen und sein Vorgesetzter vorgeben. Wenn überhaupt, denn je nach Amtsführung muss so etwas mitunter direkt der Rechtsabteilung gemeldet werden und die diktieren dem SB dann was er zu machen hat. Ist vor allem in Optionskommunen gängige Vorgehensweise.


Das Problem ist weniger der Gesetzgeber als die MA Struktur der JC .
Wiederum falsch, den zum einen wären diese Vorgehensweisen ohne die entsprechenden Gesetze auf denen sie beruhen gar nicht möglich und zum anderen sind auch die Strukturen der Jokecenter, zumindest grob, vom Gesetzgeber vorgegeben.


Egal wie du dir das in deiner Phantasie auch passend legen möchtest, die Mitarbeiter der Jokecenter (Ausnahmen bestätigen die Regel) sind und bleiben der falsche Adressat für deine Tritte weil einfach die Trittrichtung nach unten schon die Falsche ist.
 

bondul

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In wieviel der Fälle werden die SB wohl den Grund für das Verhalten als "wichtigen Grund" ansehen?

Ein "wichtiger Grund“ ist ein unbestimmter Rechtsbegriff und damit regelmäßig (sozial)gerichtlich überprüfbar. Im SGB II regelt § 10 die Zumutbarkeit, genaueres liest du in den "Fachlichen Weisungen“.​
[..]
2.5 Sonstiger wichtiger Grund
(1) Beim Auffangtatbestand des § 10 Abs. 1 Nr. 5 (sonstiger wichtiger Grund) handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der im Einzelfall auszulegen ist. Die Anerkennung eines objektiv wichtigen Grundes ist auf begründete Einzelfälle zu beschränken.

Der einer Aufnahme der Erwerbstätigkeit entgegenstehende Grund muss dabei im Verhältnis zu den Interessen der Allgemeinheit, welche die Leistungen an die Leistungsberechtigten und die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft aus Steuermitteln erbringt, besonderes Gewicht haben.

Es ist erforderlich, dass ein zumutbarer Versuch unternommen wird, den an sich vorliegenden wichtigen Grund zu beseitigen, wenn dies nach dem Sachverhalt grundsätzlich möglich und nicht von vorn herein offensichtlich aussichtslos ist. [..]
(2) Als wichtiger persönlicher Grund anzuerkennen sind z. B.:
... [..]​
Es bestehen also Möglichkeiten, wichtige Gründe vorzubringen, empfehlenswerterweise solche, die objektiv Bestand haben könnten bzw. auch ein Gericht als solche anerkennen würde.​
 

OF_Hartzer

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@HermineL
Der Ermessungsspielraum wird vom SB genutzt, deshalb heißt es auch Ermessungsspielraum.


Moderationshinweis...

Du solltest dich dringend mal mit den Zitierregeln befassen;



 
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