Muss ich der SB beim Antrag auf persönliches Budget wirklich meine medizinischen Befunde geben? (1 Betrachter)

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waal

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Ich hoffe, ich bin in der Kategorie richtig...

Ich beziehe Hilfe zum Lebensunterhalt (SGBXII, Kap. 3) wegen chronischer Krankheit. Ich habe einen GdB von 50 ohne Merkzeichen.

Ich beantrage gerade persönliches Budget, da ich aufgrund meiner Symptome viele Dinge im Alltag nicht mehr hinbekomme und Hilfe bei allem benötige, was Muskelkraft kostet, vornehml. Putzen und Einkaufen.

Mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt habe ich nun einen Antrag auf PB gestellt.

Daran beteiligt sind nun mehrere Abteilungen des zuständigen Amtes.

Nun ist es so, dass ich eine Aufforderung bekommen habe, meine Befunde einzureichen. Die werden - ich habe ausdrücklich gefragt - zunächst von der SB gesichtet! Dies bestätigte mir der Behindertenbeauftragte ebenso wie die Haushaltsplanung.

Diese SB entscheidet dann evtl. schon, ob das PB bewilligt wird und/oder leitet die Befunde an das Gesundheitsamt weiter.

Konkret heißt es in meinem Brief:
"Sie haben Eingliederungshilfe in Form eines Persönlichen Budgets beantragt.

Zur Bearbeitung benötigen wir noch die beiliegenden Unterlagen, ausgefüllt und unterschrieben. Bitte teilen Sie uns auch mit, ob Sie in einem Pflegegrad eingestuft sind und legen Sie gegebenenfalls einen Nachweis vor.

Bevor wir Leistungen bewilligen können, muss vom Gesundheitsamt festgestellt werden, ob eine wesentliche Behinderung vorliegt. Hierfür benötigen wir Kopien der Ihnen vorliegenden ärztlichen Berichte und Gutachten."


Meine Frage nun an euch:
Kann es von Vor- oder Nachteil für mich sein, der SB meine Befunde zu geben? Ich dachte, wenn ich ihr die letzte Untersuchung aus der Uniklinik mit dem gesammelten Elend gebe, entscheidet sie vielleicht gleich "für" mich...andererseits sträubt sich mir alles. Sie hat ja überhaupt keine medizinische Kompetenz.

Was meint ihr?
 

TazD

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Sie hat ja überhaupt keine medizinische Kompetenz.

Was meint ihr?
Dass du bei der Untersuchung im Gesundheitsamt oder durch den ÄD natürlich bereitwillig dem untersuchenden Arzt die Unterlagen vorlegst.
 

waal

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Also untersage ich der SB meine Befunde anzukucken?
 

TazD

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Du untersagst nichts. Du teilst mit, dass du die Unterlagen zum Untersuchungstermin mitbringst und aufgrund der Vertraulichkeit der Daten nur mit dem Arzt darüber reden wirst.
 

Kerstin_K

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Ichhabe von jemandem, der auch das PB beantragt hat, erfahren, dass da die SB auch Zugang zu den medizinischen Unterlagen hatte. Angeblich war die Ärztin.
 

waal

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Ich fragte extra nach - die SB ist definitiv keine Ärztin. Das ist schon ein starkes Stück :icon_surprised:
 

saurbier

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Hallo Kerstin_K,

Ichhabe von jemandem, der auch das PB beantragt hat, erfahren, dass da die SB auch Zugang zu den medizinischen Unterlagen hatte. Angeblich war die Ärztin.
Eine Sachbearbeiterin beim Sozialamt ist Ärztin?

Magst du das wirklich glauben.

Sorry, aber sowas halte ich für sehr unglaubwürdig und selbst wenn, sagt das immer noch nichts über den Bereich des Studiums aus.

Wozu setzen die Herrschaften dann noch das Gesundheitsamt ein.


Grüße saurbier
 

Kerstin_K

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Also dijenige hat extra nachgefragt und da wurde ihr das so gesagt.
 

waal

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Ich war nun in der Hilfeplanung, die mir nochmal sagten: Die SB von der Stelle, die meine Daten ans Gesundheitsamt weiterleitet, müsse meine Befunde vorab sichten. Das heißt, eine nicht ausgebildete Person ist dann auch noch der Gatekeeper für meine Unterlagen vor dem Gesundheitsamt.

Ich musste auch in der Hilfeplanung meine Diagnosen offen legen. Anders könne ich kein PB beantragen. Ich meldete starke Bedenken an, ließ mich dann aber darauf ein, weil ich sonst nicht weiter komme.

Es kam dann so, wie es musste: Man konnte weder auf mein Buchstabieren die Diagnosen richtig schreiben, noch hatte man die Geduld, ALLE mit ihren Auswirkungen zu notieren, weil es mehrere sind. Die SB verwechselte dann auch ständig in ihren Fragen die Krankheiten und ich merkte, dass sie die Einschränkungen nicht erfasste.

Genau deshalb macht sowas keinen Sinn.

Ich hoffe, es geht trotzdem durch.

Noch eine Frage: Man sagte mir, ich müsse bei der Krankenkasse einen Pflegegrad bzw. eine Begutachtung dafür beantragen. Hier steht aber, die Institutionen müssen das unter sich klären SS 14 SGB IX Zustandigkeitsklarung

Was stimmt? Habe die Befürchtung, hin und her geschoben zu werden. Eine Pflegestufe sehe ich bei mir gar nicht gegeben.
 
E

ExitUser

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Ich war nun in der Hilfeplanung, die mir nochmal sagten:
Das übliche Problem. Sagen können die viel und machen das auch.
Wenn man sich auf das gesagte dann berufen will ist das natürlich so nie gesagt worden.
Lass Dir doch mal schriftlich darüber Auskunft geben. Mal sehen was dann geschrieben wird.

Grüße
Murphy
 

waal

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ich habe - wie immer - Angst, dass man mich als Querulant abtut und Leistungen nicht bewilligt.

Ich habe meine Befunde nun in einem verschlossenen Umschlag eingereicht mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass diese nur vom Gesundheitsamt geöffnet und gelesen werden dürfen (eine direkte Zusendung geht anscheinend nicht, muss vorab alles an die SB).

Ich warte, dass ich daraufhin etwas Schriftliches bekomme.
 

Kerstin_K

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Noch eine Frage: Man sagte mir, ich müsse bei der Krankenkasse einen Pflegegrad bzw. eine Begutachtung dafür beantragen. Hier steht aber, die Institutionen müssen das unter sich klären SS 14 SGB IX Zustandigkeitsklarung

Was stimmt? Habe die Befürchtung, hin und her geschoben zu werden. Eine Pflegestufe sehe ich bei mir gar nicht gegeben.
Nein, musst Du nicht.

DAs PB ist ja kein Extra-Geld, was Du bekommst, sondern nur eine andere Form der Leistungserbringung. Alles, was im OB zusammengefasst wird, könntest Du auch einzeln beantragen. DAs PB soll Dir nur ermöglichen, die Leistungen freier einzuteilen.

Die Leistungen der Pflegeversiherungen können ein Teil des PB sein, müssen es aber nicht. Und wenn Du eh keine Chance auf eine Pflegestufe hast, ist der Antrag erst recht sinnfrei.
 
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