Muß ich beim Antrag auf ALG II die Anlage Unterhaltsanspruch UH4 ausfüllen und wird das Jobcenter meine Eltern kontaktieren?

dieandere2

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Guten Tag,
Ich bin 23 und wohne bereits seit nun 6 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern. Zuerst habe ich bei Freunden gelebt, dann mit 18 hatte icj eine eigene Wohnungen bis 19 und bin dann für 4 Jahre ins Ausland gezogen.

Ich hatte auch nie vor zurückzukehren, habe allerdings im Ausland durch Corona meinen Job und dann als Folge auch mein Visum verloren, und bin aus der Not heraus wieder zurück nach Deutschland. Diese kurzfristige Rückkehr hat mich einen Großteil meiner Ersparnisse gekostet.

Jetzt bin ich in Berlin, wo ich vor meiner Auswanderung gelebt habe und wenigstens ein paar Freunde habe, und hangle mich von Unterkunft zu Unterkunft. Meine Berufserfahrung im Ausland bringt mir hier absolut nichts. Ich habe nun das Jobcenter kontaktiert, da ich die Hoffnung hatte wenigstens für kurze Zeit ALG 2 beziehen zu können und hoffentlich Hilfe zu bekommen, eine Wohnung zu finden, sodass ich hier wieder auf die Füße kommen kann.

Das Jobcenter will jetzt von mir dass ich den UH4 Anhang ausfülle, um festzustellen ob ich Unterhalt bekomme. Da ich 23 bin und keine Berufsausbildung habe, gehe ich davon aus dass meine a Eltern unterhaltspflichtig sind? Ich bekomme keinen Unterhalt und habe auch keinen Kontakt mit meinen Eltern, da ich als Kind sexuell mißbraucht wurde (von Verwandten), und meine Eltern mir nicht geholfen haben. Als ich später in meiner Jugendzeit versucht habe, Suizid zu begehen, hat meine Mutter mich gefunden und einfach liegen gelassen. Ich will auf keinen Fall Kontakt mit diesen Menschen, ich weiß nichts von ihrem Einkommen und habe panische Angst dass das Jobcenter sie kontaktieren wird um ggf. Unterhalt einzutreiben, wenn ich diesen Antrag ausfülle. Ich will auf keinen Fall, dass meine Eltern wissen dass ich wieder in Deutschland bin. Mir geht es psychisch schlecht genug, da ich mein ganzes Leben im Ausland zurücklassen musste, diesen Kontakt/Stress brauche ich wirklich nicht.

Ist es unvermeidlich dass das Jobcenter meine Eltern kontaktiert? Gibt es eine Möglichkeit zu belegen, dass ich keinen Unterhalt bekomme? Was kann ich tun?

Danke im Voraus für jegliche Hilfe.
 

xj3Qr1nL7ys

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Hallo diaandere2 :welcome:

Ich kann dir leider nicht helfen da ich mich mit U25 überhaupt nicht auskenne. Da mich dein Beitrag aber berührt hat, möchte ich dir Mut zusprechen und dich drauf hinweisen dass du in dieser Nacht wahrscheinlich noch keine belastbaren Informationen bekommen wirst, da die meisten Menschen hier einen beneidenswerten Tag-Nacht Rhythmus haben.

Also nicht entmutigen lassen und heute den Tag über dran bleiben.

LG xj3Qr1nL7ys
 

grün_fink

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Hallo,
mich hat dein Beitrag auch berührt.

Grundsätzlich gibt es auch im SGB II eine Grenze der Mitwirkungspflicht, die steht sogar im Gesetzbuch. Ich denke, in solch einem Fall müsste es möglich sein, auf das Anschreiben der Eltern zu verzichten uns Leistungen vom JC zu bekommen. Allerdings sind solche Fälle nicht unbedingt der Standart beim JC.
Vielleicht gibt es sogar Urteile in ähnlichen Fällen.

Sicher wird dir noch jemand genauer weiter helfen können, wie man das konkret angeht, dass dieser Bogen möglichst nicht ausgefüllt werden muss.
Wenn nicht, würde ich mich an den Frauennotruf wenden, die wissen oft Anwälte, die sich da gut auskennen. Beratung kostet erstmal nicht so viel, wenn man nix hat, und manchmal haben die sogar Geld aus einem Spendentopf.

Was mir noch einfällt:
Hast du vor Ort einen Facharzt, der dich früher mal behandelt hat und von deiner Geschichte weiß?
Der könnte wichtig für die nötigen Atteste sein, die man ab und an mal braucht, so eventuell auch für dieses Schreiben beim JC.

Vielleicht weiß morgen jemand Konkreteres, oder wie es einfacher geht.

LG
 

Stauer

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Ist es unvermeidlich dass das Jobcenter meine Eltern kontaktiert? Gibt es eine Möglichkeit zu belegen, dass ich keinen Unterhalt bekomme? Was kann ich tun?
Hallo, willkommen im Forum.
Das einzige, was mir einfällt, ist wenn Du Dich mal an ein Frauenhaus wendest. Selbst wenn Du da falsch bist, bekommst Du vieleicht Tipps von denen. Dann wäre da noch der Weiße Ring e.V. Bundesgeschäftsstelle, Weberstr.16,55130 Mainz. Auch gibt es ein Bundesweites Opfer-Telefon des Weißen Rings: 116 006.
Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland e.V. (ado). Oldenburger Straße 38, 10551 Berlin,
Tel.: 030/ 3940 7780
E-Mail: info@opferhilfen.de
Internet: www.opferhilfen.de
Das "Hilfetelefon Sexueller Mißbrauch ist die bundesweite, kostenfreie und anonyme Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt. , für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten.
Weitere Informationen: www.beauftragter-missbrauch.de/hilfe/hilfetelefon
Tel.: 0800/ 2255 530
Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Opferbibel
Ich würde anonyme Beratung zuerst versuchen, dann erfahren weder Familie noch JC etwas. Irgendeiner hilft Dir weiter. Da bin ich mir so ziemlich sicher.
Dein Schritt dieses Umfeld zu verlassen, war richtig und das Beste, was Du damals tun konntest. Evtl, wenn Du das möchtest und es Dich nicht zu sehr aufwühlt, kannst Du über eine Anzeige nachdenken. Diesen Hinweis werden Dir sehr wahrscheinlich, die oben genannten Vereine, auch geben. Ich würde jedoch eins nach dem anderen machen. Also erst Fragen zum JC, ob es erzwungen werden kann, daß Du Kontakt wieder herstellst klären ( wegen dem Nachweis, daß Du keinen Unterhalt bekommst) und danach Über die Anzeige nachdenken.
Ich verstehe Dich, daß Du Dein "richtiges Leben" im Ausland sehr vermißt. Vorher passierten ganz miese Dinge. Jetzt aber bist Du volljährig und kannst Dein Leben selber steuern.
Auch hier im Forum findest Du Hilfe.
 

isso

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Ich sehe auch keine Möglichkeit aktuell, dass du das nicht ausfüllen musst, da es geprüft wird. In der Regel haben Jobcenter aber Schutzteams und Mitarbeiter mit z.B. sogenannten "M" oder "S" Kennungen (Kann in anderen Regionen anders heißen). Schutzteams, die z.B. Frauenhausfälle betreuen haben besondere Sperren auf den Daten, um zu verhindern, dass die Daten von Schutzfällen an Gefährder weitergeben werden. M steht für Mitarbeiterfälle und S für Schutzfälle. Es gibt z.B. Schutzfälle, die in Regelteams geführt werden. Sowohl M als auch S Fälle erhalten eine Auskunftssperre. Auf diese Fälle können auch nur Mitarbeiter mit der Sonderberechtigung zugreifen und das abteilungsübergreifend.

Wenn ein entsprechender Grund vorliegt und begründet ist, dass tatsächlich ein Schutz notwendig ist, dann kannst du un eine solche Auskunftssperre bitten.

Deine Eltern haben nunmal leider eine grundsätzliche Unterhaltsverpflichtung und zu deinen allgemeinen Pflichte zählt es auch alles zu unternehmen, um deine Hilfebedürftigkeit zu verringern oder beenden bzw. nicht aufrecht zu erhalten und das kann ggf. auch durch den Erhalt von Unterhalt der Fall sein.
 

Luna007

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Sofern du dich nicht in einer Schul- bzw. Berufsausbildung befindest hast du als über 18 jährige keinen Anspruch auf Unterhalt. Bezüglich der Wohnsituation würde ich dem Jobcenter mitteilen, dass du keinen Kontakt mit deinen Eltern hast und ihn auch nicht wünscht. Die Kurzinformation " sexueller Mißbrauch im familiären Umfeld" sollte dem SB ausreichen. Ich würde auch dringend hinweisen, dass du einer Kontaktaufnahme mit den Eltern widersprichst.
 

HermineL

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Sofern du dich nicht in einer Schul- bzw. Berufsausbildung befindest hast du als über 18 jährige keinen Anspruch auf Unterhalt.
Das ist nicht zutreffend. Eltern müssen ihren volljährigen Kindern Unterhalt zahlen, bis diese ihre erste berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Der Unterhaltsanspruch endet also nicht mit dem 18.Lebensjahr. Das Kind muss auch nicht in einer Ausbildung sein um einen Anspruch zu haben. Der Anspruch besteht bis das eine abgeschlossen Ausbildung vorliegt.
 

Alter-Sack

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Ist das tatsächlich so? Das würde ja bedeuten, wenn ein Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz findet und auch keinen Job, dann müssen die Eltern bis in alle Ewigkeiten zahlen.
 

HermineL

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Ist das tatsächlich so?
Ja das ist so.
Das würde ja bedeuten, wenn ein Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz findet und auch keinen Job, dann müssen die Eltern bis in alle Ewigkeiten zahlen.
Nein denn volljährigen Kinder müssen nämlich ihren Lebensunterhalt grundsätzlich selbst bestreiten, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass eine gesunde volljährige Person dazu im Stande ist. Anders gesagt: Wer erwerbsfähig ist, muss einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Andernfalls entfällt der Unterhaltsanspruch. Dies gilt aber selbstverständlich nur wenn es auch eine Erwerbstätigkeit gibt die das Kind ausüben kann. Bekommt das Kind keinen Job aufgrund der Arbeitsmarktlage besteht Unterhaltspflicht.
Generell hat jedes Kind einen Anspruch darauf, dass seine Eltern die schulische und berufliche Ausbildung finanzieren (§ 1610 Abs. 2 BGB). Im Gegenzug muss das Kind seine Ausbildung zügig und zielstrebig aufnehmen und abschließen. Lässt sich das Kind hier zuviel Zeit oder beginnt mit Absicht keine Ausbildung erlischt die Unterhaltspflicht der Eltern.

Weiterführende Lektüre:
 

Heil0

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Bekommt das Kind keinen Job aufgrund der Arbeitsmarktlage besteht Unterhaltspflicht.
So pauschal ist die Aussage sicher nicht richtig. Es gibt sehr strenge Anforderungen, was die Erwerbsobliegenheit von volljährigen Kindern angeht. Und der Beweis, dass die Arbeitsmarktlage schuld an der nicht erfolgreichen Jobsuche ist wird auch nicht so einfach zu erbringen sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

HermineL

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wheelie

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Moin,

als erstes: Der Weiße Ring ist in Fällen, wo es um Kindesmißbrauch geht, sehr mit Vorsicht zu genießen. Das gilt nicht für alle Ortsverbände, wäre aber definitiv nicht meine erste Anlaufstelle.

Ich würde auf jeden Fall mal versuchen, das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen zu erreichen: 08000 116016, das ist kostenlos, und da können Dir hoffentlich weitere Anlaufstellen genannt werden.

Wenn es bei Euch die Beratungsstelle Wildwasser oder einen Frauennotruf gibt, würde ich dahin auf jeden Fall umgehend Kontakt aufnehmen.

Der Tipp mit Ärzten ist auch sehr gut, denn vieles wird Dir durch entsprechende Atteste erleichtert/ ermöglicht.

Die Grenzen der Mitwirkungspflicht werden für Dich auch relevant sein, vielleicht gibt es aus der Vergangenheit sogar noch ärztliche oder polizeiliche Berichte über das Geschehen und Verhalten Deiner Eltern.

Zudem könnte evtl die Polizei auch Ansprechpartner sein, wenn Du reale Gefahr für Leib und Leben befürchtest. In dem Fall könntest Du evtl auch vorübergehend in ein Frauenhaus versuchen zu kommen, das würde auch manches vereinfachen.

Bei mir ist alles schon sehr lange her, deshalb kenne ich mich konkret mit den Gesetzen für so eine Lage nicht mehr aus, aber hoffe, dass eine der hier im Thread genannten Anlaufstellen Dir weiterhelfen kann. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du eine gute Möglichkeit findest, wie es weiter gehen kann und würde mich freuen, wenn Du dann kurz berichtest, was am Ende hilfreich war, das kann sicher auch dem ein oder anderen hier noch weiter helfen.

Lg Wheelie
 

wheelie

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Ok, das ist mir vorhin etwas untergegangen. Ich berate viele Menschen zu diesen Themen als selbst betroffene und habe vielfach mit bekommen, dass den Mitarbeitern des Weißen Ringes die nötige Sensibilität im Umgang mit diesem Thema fehlt, das oft das Thema Glaubwürdigkeit groß gehängt wird, was in einer Stresssituation zusätzlichen Stress mit sich bringt, und viele auch über entsprechende Hilfen, Möglichkeiten und Dringlichkeiten nicht bescheid wissen.

Dieses ist, ähnlich wie bei VdK oder SoVD grundsätzlich nicht überall gleich, sondern hängt von den dort arbeitenden Menschen ab, da ich es aber von einigen Regionen mittlerweile mitbekommen habe, mein Satz dazu.

Lg wheelie
 

Stauer

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Ich berate viele Menschen zu diesen Themen als selbst betroffene und habe vielfach mit bekommen, dass den Mitarbeitern des Weißen Ringes die nötige Sensibilität im Umgang mit diesem Thema fehlt, das oft das Thema Glaubwürdigkeit groß gehängt wird,
Machst Du das privat oder in einer Selbsthilfegruppe?
Im Weißen Ring e.V. werden Opfer von Straftaten durch ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bundesweit in vielen Außenstellen unterstützt.
Evtl. hat @dieandere2 Ansprüche auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz( OEG ). Die Frage nach Beweisen ist daher unumgänglich. Das Thema Glaubwürdigkeit ist wichtig, weil es zum Gerichtsprozeß kommen kann, wenn Anzeige erstattet wird. Die Angeklagten würden alles abstreiten, auf häßliche Art und Weise. Wenn sie keine Zeugen hat, steht es Kopf an Kopf. Darauf sollen die Opfer vorbereitet werden. Das wirkt auf viele Gewaltopfer unsensibel, läßt sich aber nicht vermeiden.
Es wäre also wahrscheinlich besser gewesen, wenn das JC vorerst nichts davon erfahren hätte. Denn es wird die Unterhaltssache mit den Eltern klären wollen und wenn dann rauskommt, daß es Kontaktschwierigkeiten gibt, wird es wissen wollen, warum.
Das möchte sie aber vermeiden. Deshalb fragt sie doch, ob es ohne Unterhalt der Eltern gehen würde.
Laut dem, was @isso schreibt, gibt es nur eine Möglichkeit, die Eltern rauszuhalten. Beim JC abmelden.
Die Frage ist also, wovon soll die TE leben, bis sie 25 ist oder, was die Lösung wäre, eine Arbeit findet?
Zur Zeit stehen nur ZAF's und Leihbuden im Raum. Da kann man aber nicht viel verdienen.
Ich will auf keinen Fall, dass meine Eltern wissen dass ich wieder in Deutschland bin.
Wurdest bzw. wirst Du von denen bedroht?
 

wheelie

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Moin,

der Weiße Ring macht grundsätzlich das gleiche, wie die von mir genannten Opferberatungsstellen, mit dem Unterschied, dass man sich bei den Beratungsstellen sicher sein kann, dass sie sich sowohl mit der rechtlichen Lage auskennen als auch, was in dem Fall echt wichtig ist, auch mit den spezifischen Schwierigkeiten von Mißbrauchsopfern. Es gibt auch beim Weißen Ring Menschen, die davon viel Ahnung haben, aber die musst Du dann erst einmal treffen, und im Zweifelsfall hast Du noch eine Erfahrung mehr, die Du nicht brauchen kannst.

Es gibt auch noch einige andere Möglichkeiten als OEG, aber das hängt davon ab, was damals passiert ist, und was heute noch als Drohung im Raum steht. Dieses würde hier aber sicherlich den Rahmen sprengen, deshalb mein deutlicher Hinweis auf Beratungsstellen. Dort kann man dann wirklich aufgefangen werden, und hat direkt jemanden an der Hand, der einen weiter unterstützen kann.


@dieandere2 Ich habe jetzt nochmal rumgefragt, in Berlin gibt es die Beratungsstelle Lara, die neben Wildwasser sehr zu empfehlen ist. Dort kannst Du auch anwaltliche Hilfe bekommen, kostenlos. Das wäre in Deinem Fall sicherlich sehr sinnvoll. Es sollte dort auch recht schnell einen ersten Termin geben, dann kannst Du da hoffentlich auch direkt die Fragen hinsichtlich des geschicktesten weiteren Vorgehens mit dem Jobcenter klären.



@Stauer Ich bin gut vernetzt mit vielen Beratungsstellen, berate inzwischen "nur" noch privat und im online- Kontext, mehr schaffe ich nicht mehr.
 

Nachtfalter

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Hallo,
aus meiner Erfahrung raus möchte ich die den Vorschlag machen, daß du dich im Internet auf die Suche nach Selbsthilfegruppen in dem Bereich *Mißbrauch in der Kindheit* in deiner Umgebung machst und diese einfach mal mit deiner Geschichte anschreibst. Einige Leiter dieser Gruppen haben durch Ihre Arbeit sehr viel Erfahrung und können dir eventuell weiterhelfen (war bei mir damals der Fall gewesen)... ansonsten würde ich auch noch Wildwasser und die Beratungsstelle Lara empfehlen, da die laut Bekannten aus dem Selbsthilfeverein ganz gut sein sollen.

Drück dir die Daumen, daß du schnell Hilfe findest und sich alles flott für dich regelt!
 

isso

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All die Empfehlungen sind ja für die Bewältigung gut helfen, aber bei dem Thema Anlage UH4 (Unterhaltsansprüche volljähriger Kinder gegen Elternteile, die nicht in der Bedarfsgemeinschaft leben) nicht weiter.

Die Anlage UH4 verlangt nicht, dass das Kind beziehungsweise hier die Themenerstellerin Kontakt mir Ihren Eltern aufnimmt oder diesen in irgendeiner Form den Aufenthaltsort mitteilt. Es ist eine Anlage mit der dann das Jobcenter arbeitet. Dieser sollte dann eine Stellungnahme beigefügt werden, dass es ein Fall mit Schutzinteresse ist und Daten nicht an die Eltern offengelegt werden dürfen, zum Beispiel Anschrift. Auch bei der Antragsstellung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) sollte das veranlasst werden.

Ferner sollte bei der Meldebehörde in Berlin eine Auskunftssperre eingetragen werden. Dann kann teilweise auch nicht mal mehr ein Jobcenter auf Meldedaten zugreifen (je nach Auskunftssperre). Das habe ich gerade zum Beispiel bei einem Fall, der das hat, aber bei uns kein Schutzfall ist.

Das Jobcenter wird möglicherweise Auskünfte über die Eltern einholen und möglicherweise auch zu deren Einkommenssituation. Aber solche Schreiben können auch so erstellt werden, dass klar ist worum es geht, aber nicht, wo genau (Berlin ist groß) sich die Person aufhält. Im SGB II kann man leider nicht einfach auf Leistungen verzichten, die den Bedarf mindern könnten. Wenn die Gesamtvoraussetzungen gegeben sind, kann das bei Ü18 und U25 auch der Untehalt sein.
 
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