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Muß ich beim amtsärztlichen Dienst einer Blutabnahme zustimmen?

Sealpoint

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#1
Hallo zusammen,

muss man bei einem Untersuchungstermin beim amtsärztlichen Dienst eine Blutabnahme zulassen?
Hier las ich bisher verschiedene Aussagen dazu und bin mir nun nicht sicher ob man eine Blutuntersuchung ablehnen kann oder nicht?!

Es geht mir speziell darum, dass es ja nun Menschen gibt die panische Angst vor Nadeln/Spritzen haben. Wie sieht es in so einem Fall aus? Könnte einem LE die Verweigerung sich Blut abnehmen zu lassen als fehlende Mitwirkung ausgelegt werden?

Grüsse von Sealpoint
 

Curt The Cat

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#2
AW: Untersuchungen aäD

Moinsen Sealpoint,

ich möchte auch Dir die Forenregel #11 ...

11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Untersuchungen aäD, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... in Erinnerung bringen.

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 85 Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier.


:icon_wink:
 

Roter Bock

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#3
Es kann so ausgelegt werden aber...jeder Arzt gegen Deinen Willen ohne gesetzlichen Anlass (Trunkenheitsfahrt als Beispiel) eine Blutentnahme durchführt begeht eine Körperverletzung.

Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Erkrankungen bei denen die Blutentnahme der beste Indikator dafür ist (Stoffwechselprobleme, Zucker...). Es kann möglich sein das aber diesen Arzt nur die Leberwerte (Alkohol) oder anderes interessiert.

Wenn Du Rücken hast ist ein Röntgenbild mit Sicherheit zielführender als eine Blutentnahme.

Roter Bock
 

Tante Berta

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#4
Stoffwechselerkrankungen und andere Krankheiten, die sich durch das Blutbild feststellen lassen, kann man -falls vorhanden- durch Unterlagen nachweisen.

Das gilt auch für die Forderung zur Abgabe einer Urinprobe.

Sollte beim ÄD das Eine/Andere gefordert werden, dienen die Ergebnisse ausschließlich der Überprüfung von Suchtmittelgebrauch.
Also Gammawerte Blut (Alkoholabusus-Verdacht) und THC/andere Substanzen im Urin.
Unter Verweis auf das nachstehend verlinkte Urteil würde ich persönlich verweigern, der Amtsarzt ist nicht Dein Behandler.

Auszug:
Die Agentur für Arbeit darf gegenüber einem Hartz-IV-Empfänger nur dann einen amtsärztlichen Drogentest anordnen, wenn konkrete Hinweise auf eine Suchtmittelabhängigkeit vorliegen. Dies geht aus einem am Montag bekannt gegebenen Urteil des LG Heidelberg hervor.
Drogentest durch ARGE: Nur bei konkretem Verdacht
 

Sealpoint

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#5
Hallo Roter Bock und Tante Berta,

danke für Eure Antworten!

Das heisst, wenn ich einer eventuellen Blutabnahme nicht zustimmen würde ich mit einer Sanktion wegen Verstoß der Mitwirkungspflicht zu rechnen habe? Wäre denn so eine Sanktion rechtlich zulässig?

Bei mir liegt keine Stoffwechselerkrankung, Alkoholismus o.ä. vor bzw. sowas steht auch nicht im Raume.
Ansich ist mein gesundheitliches Hauptproblem nicht über Blutwerte feststellbar und auch nicht über einen Urintest.

Aber mein letztes Blutbild liegt schon 1-2 Jahre zurück. Eben wegen dieser Panik vor Nadeln.
Wie ich aber hier las, veranlassen die amtsärztlichen Dienste öfter mal eine Blutabnahme, wenn auch nur als Routinecheck um aktuelle Blutwerte zu haben.

Man kann nicht ausschliessen, dass der amtsärztliche Dienst der hier für mein JC tätig ist eine Blutkontrolle durchführen will.
Deshalb möchte ich hier schon vorbeugend fragen ob ich ggf. das nicht zulassen brauche?

Grüsse von Sealpoint
 

Maxenmann

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#6
Wenn ich das Ergebnis zu Gesicht bekäme dann würde ich das Blutbild machen lassen, spart den Gang zum Arzt
 

Sealpoint

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#7
Wenn ich das Ergebnis zu Gesicht bekäme dann würde ich das Blutbild machen lassen, spart den Gang zum Arzt
Ansich wären aktuelle Blutwerte für mich ja auch interessant damit ich wüsste ob soweit alles i.O. ist.
Aber wie gesagt ist da diese blöde Panik vor Nadeln. Ich lasse mir aus diesem Grunde sogar ohne Betäubungsspritze beim Zahnarzt meine Zähne überkronen und Wurzelbehandlungen machen.
Wer diese Panik oder sogar Phobie gegen Nadeln nicht selbst kennt kann sich das vielleicht gar nicht so vorstellen. Ist schlimm, aber ich kann das nicht überwinden.
 

Markus1977

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#9
Bei Invasivem endet die Duldungspflicht.

Im Internet kann man sie sich auch Irgendwo ausdrucken:
"Allgemeine Grundsätze der medizinischen Begutachtung" der Bundesärztekammer.

Ich hatte Die mir auch mal komplett ausgedruckt, weiß aber nicht mehr, Wo.
 

Tante Berta

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#11
Mich meinen Vorschreibern anschließend:
Nein, bei Verweigerung zur Blutabnahme (= Eingriff in die körperliche Unversehrtheit) darf nicht sanktioniert werden.

Die Angst vor Blutabnahme kann ich selbst mehr als gut verstehen (tiefliegende, hauchzarte Rollvenen mit Knick, selten auffindbar und auch mit Schmetterlingsnadel nicht erfolgreich anzuzapfen)

@Maxenmann
Es wird kein Blutbild gemacht, welches dem Zugewiesenen nutzt! Ich schrieb bereits, der ÄD ist nicht der behandelnde Arzt.
Bei den Untersuchungen der Körperflüssigkeiten dreht es sich um den Generalverdacht, der Betroffene könnte ein Suchtproblem haben.
Die fordern (wenn sie das fordern, macht jeder ÄD anders) die Abgabe von Urin/Blut auch bei "Rücken" oder Psyche.
Es geht darum, Defizite zu finden, die in der Person des Probanden liegen, nicht um ärztliche Beratung.
 

Sealpoint

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#12
Hallo Tante Berta,

Mich meinen Vorschreibern anschließend:
Nein, bei Verweigerung zur Blutabnahme (= Eingriff in die körperliche Unversehrtheit) darf nicht sanktioniert werden.

Ok, dann bin ich erstmal beruhigt, dass das JC nicht sanktionieren darf wenn ich mir kein Blut abnehmen lassen möchte.

Die Angst vor Blutabnahme kann ich selbst mehr als gut verstehen (tiefliegende, hauchzarte Rollvenen mit Knick, selten auffindbar und auch mit Schmetterlingsnadel nicht erfolgreich anzuzapfen)

Oh, dann ist es bei Dir ja noch mehr eine Qual bei einer Blutabnahme bei so schlechten Venenverhältnissen :-( .
Ich danke Dir für Deine Antwort!

Grüsse von Sealpoint
 

Kaleika

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#13
LG Heidelberg zu Drogentest durch ARGE

Nur unter strengen Voraussetzungen möglich

07.10.2013

Die Agentur für Arbeit darf gegenüber einem Hartz-IV-Empfänger nur dann einen amtsärztlichen Drogentest anordnen, wenn konkrete Hinweise auf eine Suchtmittelabhängigkeit vorliegen. Dies geht aus einem am Montag bekannt gegebenen Urteil des LG Heidelberg hervor.
(...)
Drogentest durch ARGE: Nur bei konkretem Verdacht


Zu was sonst sollte eine solche allgemeine Blutuntersuchung höchst unspezifisch durchgeführt werden?
Vertraut auf Euer Bauchgefühl!
Überlegt, was Ihr wollt!
 

Markus1977

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#14
Drogentest durch ARGE: Nur bei konkretem Verdacht


Zu was sonst sollte eine solche allgemeine Blutuntersuchung höchst unspezifisch durchgeführt werden?
Vertraut auf Euer Bauchgefühl!
Überlegt, was Ihr wollt!

WACH ICH ODER TRÄUM ICH?

Wie zum Teufel kann eine AfA medizinische Anordnungen erteilen? Mit welcher Gesetzesgrundlage???

Eine AfA hat, über die gutachterliche Feststellung der arbeitsmedizinischen Leistungsfähigkeit hinaus, staatsanwaltliche/polizeiliche Befugnisse?

Hab ich Was verpasst?
 

saurbier

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#15
Hallo Markus,

wach auf und lese das Urteil.

Dort steht doch unmissverständlich nur bei dringendem Verdacht.

Und ja, warum denn nicht. Wenn sich jemand völlig zugekifft im Jobcenter meldet um Arbeit zu bekommen, stellt sich für den SB doch zuerst mal die Frage, kann der mensch so überhaupt arbeiten.

Also schickt er den zum äD (das darf er, ja muss er sogar um die Arbeitsfähigkeit prüfen zu lassen). Dort wird der äD als Arzt dann entscheiden müssen wie er verfährt.


Für den TE sei hier sagt, wenn er panische Angst vor Nadeln hat, würde ich eine Blutabnahme beim äD unter Hinweis auf entsprechende Sachlage verweigern, punkt aus. Einen Eingriff in meine gsundheit bzw. meinem Körper muss ich nicht zustimmen.

Dagegen gibt es auch keine Sanktion. Wie der äD bzw. der SB unbedingt eine Blutprobe, warum auch immer, dann ist es an denen einem Richter eine ausserordentliche Begründung dafür zu liefern, damit dieser sowas anordnet.


Gruss saurbier
 

Markus1977

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#16
Hallo Markus,

wach auf und lese das Urteil.

Dort steht doch unmissverständlich nur bei dringendem Verdacht.

Und ja, warum denn nicht. Wenn sich jemand völlig zugekifft im Jobcenter meldet um Arbeit zu bekommen, stellt sich für den SB doch zuerst mal die Frage, kann der mensch so überhaupt arbeiten.

Also schickt er den zum äD (das darf er, ja muss er sogar um die Arbeitsfähigkeit prüfen zu lassen). Dort wird der äD als Arzt dann entscheiden müssen wie er verfährt.


Für den TE sei hier sagt, wenn er panische Angst vor Nadeln hat, würde ich eine Blutabnahme beim äD unter Hinweis auf entsprechende Sachlage verweigern, punkt aus. Einen Eingriff in meine gsundheit bzw. meinem Körper muss ich nicht zustimmen.

Dagegen gibt es auch keine Sanktion. Wie der äD bzw. der SB unbedingt eine Blutprobe, warum auch immer, dann ist es an denen einem Richter eine ausserordentliche Begründung dafür zu liefern, damit dieser sowas anordnet.


Gruss saurbier
Der ÄD ist aber nur Dafür da, für die AfA/JC die Erwerbsfähigkeit festzustellen und alle Sozialdaten bleiben innerhalb der Schweigepflicht.

Also mit welcher rechtlichen Befugnis kann ein JC konkret eine Blutabnahme durch den ÄD "anordnen"?
In Teil B darf ja rechtlich nichtmal eine "Sucht" erwähnt werden, maximal ein "Leiden".
 
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