Morgens um 7 is die Welt nicht in Ordnung, wenn die Darstellung der Langzeitarbeitslosen derart ausfällt

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Texter50

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Heute im Morgenmagazin in der üblichen Qualität:

In einem Kurhotel in Bad Schmiedeberg treffen sich heute die Ost-Ministerpräsidenten mit unser Mutti, um zu ergründen, wie sie den Arbeitsmarkt Ost so richtig fit machen können. Da bietet es sich doch gleich an, dass sich ein Spitzenmitarbeiter des Zwangszahlfunks mal wieder so richtig zu Wort meldet – in der üblichen Qualität....


Zunächst trifft sich der Reporters mit dem Geschäftsführer des Kurhotels, zur Einstimmung werden die Räumlichkeiten besichtigt, das hätte man sich sparen können, da hat der Innenarchitekt inne Restetonne gegriffen.

Der Geschäftsführer möchte sich gerne einmischen, in die Unterhaltung mit Mutti und den Ministerpräsidenten.
Schließlich ist das Kurhotel der größte Arbeitgeber vor Ort, 480 Leute sind in der Kur GmbH beschäftigt.
Trotz anhaltender Langzeitarbeitlosigkeit ist der Geschäftsführer dringend auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern.
Reporter fragt: „Sie suchen doch nicht nur Fachkräfte, sondern Mitarbeiter für alle möglichen Bereiche innerhalb des Kurhotels?“
Der Geschäftsführer bestätigt die offenen Stellen: Pflegepersonal, Servicekräfte, Restaurantfachleutebis hin zu Physiotherapeuten, also alles, was letztendlich mit dem Service am Kunden verbunden ist.
Der Reporter fragt, ob sich der Geschäftsführer nicht wundert, dass er kein Personal findet, obwohl es im Umfeld ja noch arbeitslose Personen gibt
Der Geschäftsführer spricht von 290 arbeitslosen Menschen in der Region Bad Schmiedeberg und bestätigt, dass das schon ein Problem sei.

Und genau über dieses Problem wollen die Ost-Ministerpräsidenten reden, diskutiert wird die sogenannte Bürgerarbeit, eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die es bereits schon einmal als Modellprojekt in Bad Schmiedeberg gab. Innerhalb des Modellversuchs gingen Arbeitslose mit alten Menschen zum Einkauf oder zum Arzt.

Der Reporter fragt sich: Langzeitarbeitslose trotz offener Stellen, wie geht das und begibt sich zur nächsten Agentur für Arbeit, die in einem schicken Neubau untergebracht ist, und die der Reporter in alter Gewohnheit schlicht als Arbeitsamt bezeichnet. Warum sollte man alte Inhalte mit neuen Begriffen verschönern?

Der Reporter trifft die Chefin des Arbeitsamtes im Eingangsbereich. Die wesentliche Frage lautet, was man in der Behörde von der Idee der Bürgerarbeit hält.
Der Wartebereich ist wie leer gefegt, es sind weit und breit keine Kunden da und der Reporter fragt, das war doch bestimmt mal anders.
Das bestätigt die Chefin: man hätte vor Jahren noch Massenarbeitslosigkeit gehabt, jetzt ist die Arbeitslosigkeit sehr niedrig.
Das große Problem blieben die Langzeitarbeitslosen, sie müssen fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt
Bürgerarbeit könne helfen, Arbeit die sonst nicht bezahlt wird, müsse gefördert werden, um Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen. Bürgerarbeit als Eingliederungsmaßnahme scheint eine Alternative.
Ganz häufig erleben es die Mitarbeiter in der Behörde, dass es Menschen, die länger ohne Job sind, an Selbstvertrauen fehlt. Manchmal haben die Arbeitslosen auch Bedenken oder gar Angst, dass sie den Anforderungen der Unternehmer nicht gerecht werden, die Arbeit beim ersten Mal nicht korrekt zu machen und dann mit Konfliktsituationen nicht umgehen können.

Schwenk auf die Innenstadt, die eher trostlos ausschaut, von Menschen ist auch hier weit und breit nichts zu sehen. In der menschenleeren Umgebung macht sich der Reporter auf die Suche nach geeigneten Vorzeigearbeitslosen. Er möchte mit diesen gemeinsam die Frage klären, ob die Bürgerarbeit helfen kann, Leute wieder in einen Job zu bringen.
Dazu geht er in eine Kneipe. Deren Inhaberin war zuvor auch langzeitarbeitslos, nahm am Modellprojekt Bürgerarbeit teil, um im Altersheim alte Menschen zu bespaßen. Dabei bekam sie selber wieder Spaß an richtiger Arbeit und eröffnete deshalb die Gaststätte. Jetzt verkauft sie Schnapps an die ELOs?

In der Kneipe trifft der Reporter zwei Langzeitarbeitslose aus der Region, einen jungen Mann und eine junge Frau, zwei von den 290 Menschen ohne Arbeit in Bad Schmiedeberg
Seit 8 Jahren haben beide keinen Job.
Sie ist eine Mutter mit 2 Kindern (eines trägt sie auf dem Arm) und sagt, da findet sie nicht so leicht einen Job, der mit der Kindererziehung vereinbar ist.
Jetzt wird der Mann angesprochen, der auf die Frage, ob er auf Arbeitssuche sei sagt mit Jein antwortet. Wenn es sich lohnen würde, dann ja.
Der Reporter fragt: Was heißt, wenn es sich lohnen würde?
Der Junge Mann antwortet: Beim Verdienst nach dem Mindestlohn lohnt es sich nicht für ihn, er hat Hartz iV.
Damit hat der Reporter gefunden, wonach er gesucht hat - endlich! Damit das auch hängen bleibt, wird diese Aussage mehrfach im Verlauf der Sendung wiederholt...

Die Kneipenwirtin hat dem Gespräch zugehört. Von der Bürgerarbeit ist sie total überzeugt, das lohnt sich, denn man habe ja garantiert 500 oder 600 Euro mehr, nimmt man an der Bürgerarbeit teil.
Warum und wovon sie die Kneipe angeschafft hat, das sagt sie irgends nicht...
Reporter und Wirtin gehen zu den jungen Leuten. Die Wirtin spricht von der Chance, zurück zu finden ins Leben, da man sich von der Bürgerarbeit aus ja woanders bewerben kann. Und, für die Wirtin war die Bürgerarbeit nicht der Job, sondern die Berufung.
Der junge Mann sagt: er brauche einen Job und keine Berufung.
Ich kann dem nur beipflichten...
Der Reporter verlässt die Kneipe, er ist ein wenig ratlos.

Schlußkommentar des Beitrags: Wenn die Ministerpräsidenten über die Bürgerarbeit beraten, könnte die einigen Langzeitarbeitslosen helfen, aber im Kurort werden sie auch erfahren, ein Allheilmittel ist die Bürgerarbeit nicht.
Moderatorin, nachdem der Beitrag beendet ist: Und an dieser Stelle müssen wir nochmals darauf hinweisen, dass die Begegnung mit den beiden Arbeitslosen wirklich zufällig war und dass die beiden Leute sicherlich nicht repräsentativ für alle erwerbslosen Menschen sind.
Das klang derart aufgesetzt, dass ich diese Aussage noch schlimmer finde, als wenn nix gesacht worden wäre...

850.000 Menschen müßten da jetzt eigentlich aufschreien, denn sie alle werden hier mehr als mies dargestellt.
Da kann ich nur sagen, das werde ich so nicht stehen lassen, ich werde da reagieren.
Das sollten auch andere Leuts durchziehen, denn irgends muss da mal Feierabend sein, mit diesen blödsinnigen Beiträgen im Zwangsgebührenfunk.
:peace:

Aber nicht genug, dass dieser unverschämte und dümmliche Beitrag stündlich wiederhol wird, was Geld und Aufwand spart, es folgt auch noch ein Bericht, der die Sicht der AfD zum Thema beschreibt.

Die Moderatorin der Sendung meint, die Bürgerarbeit ist keine neue Idee und taucht immer wieder in den Diskussionen auf, die die AfD führt, weshalb man ein Interview mit dem arbeits- und sozialpolitischen Sprecher (Arbeitsmarktexperte :doh:) führt. Dieser war lange in der IG-Metall und kennt sich in diesem Bereich aus (der weiß, wie man wenig arbeitet...)

Die Moderatorin des zweiten Beitrags: fragt nach dem Konzept, langzeitarbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren
Er: begrüßt es, dass sich die Bundesregierung dem Thema annimmt und bedauert, dass es 13 Jahre gedauert hat, bis man damit beginnt, etwas zu tun.
Er: verweist auf das eigene Programm, in dem Schritte vorgeschlagen werden, wie ein aufzehrendes Grundeinkommen. Da bekommt man zusätzlich zu den Leistungen nach dem ALG II auch aufstockende Leistung, ohne dass die ALG II Leistungen sofort entfallen, damit sich Leistung wieder lohnt (kennt wer den Spruch mtsamt der Partei?).
Die Moderatorin kommt auf das Konzept der Bürgerarbeit zurück. Sie fragt, ob das ein Konzept ist, das man fast genau so bei der SPD wiederfindet. Da heißt es dann Solidarisches Grundeinkommen
Er: das ist schon ein bischen anders, sein System basiert auf freiwilliger Basis. Das heißt
Bürgerarbeit in der Form, dass Langzeitarbeitslose die Möglichkeit bekommen sollen, berufsbegleitend unterstützt zu werden. Auf freiwilliger Basis kann jemand im Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen
Er: was die SPD möchte, ist etwas anderes. Sie haben ein mehrschichtiges Konzept, soweit ich das verstanden habe. Man will einmal einen sozialen Arbeitsmarkt schaffen, damit fängt für mich die Frage an, ist der jetzige Arbeitsmarkt unsozial?
Moderatorin: Aber reden Sie lieber über Ihr Konzept, als das der SPD.
Er: Aber ich kann das ja nur vergleichen.
Sie: Ja, aber dann sagen Sie, wie Sie es angehen wollen
Er: das wollte ich gerade tun. Die SPD hat einen sozialen Arbeitsmarkt mit Tätigkeiten wie Babysitter, und andere Dinge das hat er gelesen, die dann wieder kleinen und mittelständigen Unternehmen Konkurrenz machen würden, so dass dort Arbeitsplätze entfallen. Wir haben es so strukturiert, dass man sagen kann, diese Bürgerarbeit wird den Leuten angetragen, dass sie die Möglichkeiten haben, im sozialen Bereich für die Allgemeinheit in Gemeinden und Kommunen, wo diese Tätigkeiten abgebaut wurden, zunächst volontierend kann man sagen, tätig zu werden.
Moderatorin: Ist dann Ihre Hoffnung, dass die Leute wieder in den ersten Arbeitsmarkt kommen
Er: Der Punkt ist, und da sind wir uns denke ich mal alle einig, Personen, die mehr als zwei Jahre bis zu zehn, zwölf Jahre ohne Beschäftigung sind, können auch nicht mehr Teilhabe haben an der Gesellschaft. Das ist ein fürchterliches Problem für diese Menschen. Wir müssen eine Lösung finden, diese Leute wieder „arbeitsfähig“ zu machen. Die Fähigkeit überhaupt wieder jeden Tag einer Tätigkeit nachzugehen und etwas zu machen, das hört sich vielleicht befremdlich an, aber das ist leider Gottes so, durch das System sind die Leute dazu gezwungen worden, so zu agieren.
Moderatorin: Nur ganz kurz, wäre Qualifizierung vielleicht eine Möglichkeit
Er: Qualifizierung ist eine Möglichkeit, um Langzeitarbeitslosigkeit vorzubeugen. Wenn Sie schauen, es sind meisten die niedrig und schlecht qualifizierten, die langzeitarbeitslos sind, über 50. Das heißt, wir müssen direkt, dazu haben wir auch ein Konzept schon vor Jahren gemacht, Q, hat die SPD so ähnlich nach uns gemacht und zwar wird direkt am Arbeitsplatz schon vor abgetastet beim Arbeitgeber, welche Qualifikationen in Zukunft erforderlich sind und das Arbeitsamt sollte dann über einen JobCoach diese Qualifizierung machen, wie gesagt, ähnlich wie es die SPD jetzt auch nachträglich vorschlägt
Moderatorin: Die Antwort sei ein Ja oder Nein. Würden Sie sich auch vorstellen können, einem Vorschlag der SPD oder einer anderen Partei zuzustimmen?
Er: Selbstverständlich. Jeder Vorschlag, der für die Menschen gut ist, wird sich die AfD anschließen.
Moderatorin bedankt sich. Mal sehen, ob es dann eine Änderung gibt, bisher war es ja wirklich fast so, einmal arbeitslos, immer arbeitslos. Und alle Parteien werden sich daran beteiligen, das zu ändern – vielleicht.

Klar werden sie was tun, wenns nur gegen die langzeitarbeitslosen Menschen geht und wenn man diese dann so günstig wie nie verschachern kann... :biggrin:
 
E

ExitUser

Gast
Das ist sehr nett geschildert.

Aber es ist so: Mit Frau und Kind ist Hartz-IV für so Manchen eine besser Alternative als ein Job.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Da gibts ein einfaches Mittel - Hoch mit den Gehältern.

Die AG wollen aber genau das Gegenteil - um noch mehr Kohle zu schaufeln.

Größtes Problem ist aber - Geld verdient massig mehr Geld als Arbeit.
 

noillusions

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[...] um Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen. [...] Wir müssen eine Lösung finden, diese Leute wieder „arbeitsfähig“ zu machen. Die Fähigkeit überhaupt wieder jeden Tag einer Tätigkeit nachzugehen und etwas zu machen,[...]
das hört sich vielleicht befremdlich an, [...]

Ja ich finde auch dass sich das befremdlich anhört!
 

Regensburg

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Nachgeschoben zu #1 :)

https://www.ardmediathek.de/tv/Morg...rste/Video?bcastId=435054&documentId=51755468

https://www.ardmediathek.de/tv/Morg...rste/Video?bcastId=435054&documentId=51759406

macht sich der Reporter auf die Suche nach geeigneten Vorzeigearbeitslosen.
Ich weiß es ehrlich nicht, ob ich in dieser
H4 Leute suchen würde...
Jetzt verkauft sie Schnapps an die ELOs?
Mit ziemliche Sicherheit nicht....
In der Kneipe trifft der Reporter zwei Langzeitarbeitslose
Das glaube ich einfach nicht. Eher wurden sie mit ein paar Freigetränken und einem warmen Mahlzeit dort nach 59/309 eingeladen.
Warum und wovon sie die Kneipe angeschafft hat, das sagt sie irgends nicht...
Dazu Düften sie die Wirtin nicht fragen, den diese
verlässt die Kneipe
ist u.a. auch ziemlich schickes Pension mit Hotel-Charakter. :cheer2:

https://www.smedeberger.de/

Die Bilder anschauen.... nix mit H4 Kneipe.

Hier, als Wirtin und Inhaberin, würde ich auch für die Bürgerarbeit werben in der Aussicht ein paar zugeteilt bekommen.

dass die Begegnung mit den beiden Arbeitslosen wirklich zufällig war
Ups.... :popcorn:
Das klang derart aufgesetzt, dass ich diese Aussage noch schlimmer finde, als wenn nix gesacht worden wäre...
:peace:
 
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Pixelschieberin

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Hey Texter-Schatzi - schön dich zu lesen!
Habe den selben Bericht gesehen und mich gefragt, ob du ein gesprochenes-Wort-in-Text-Umwandlungsprogramm hast.
Die Klischee-Orgel wurde mit altbekannten Mißtönen gespielt.

Mich wunderte kurz, was die gut ausgeruht erscheinende GF des JC dort bei all dem Arbeitsmangel noch zu tun hat.
DAS hätte ich (mich) als steuerzahlender Journalist gefragt.
Sollte diese Stelle nicht auf Teilzeit - besser auf Stundenkonto-Bereitschaft - ausgewiesen werden?

Zu der Erfolgsstory, die an wie Pilze aus dem Boden schießende Sonnen- und Nagelstudios erinnert:
Wer nichts wird wird Wirt?
Bei den Gästen des Glas-Bier-Geschäfts fehlte die Klassifizierung "stinkende Alkis".
Immer positiv denken:
Das Klischee "dumm und stillos" war doch hinreichend bedient.

Insgesamt nichts Neues - aber - Ohren spitz - an DER Stelle kam ich ins Grübeln:
[...] denn man habe ja garantiert 500 oder 600 Euro mehr, nimmt man an der Bürgerarbeit teil. [...]
Einkommen aus Bürgerarbeit wird demnach nicht so rigide mit dem Alg2-Budget verrechnet wie Kindergeld oder Minijob-Einkünfte?
Sag mal einer an.
 
G

Gast1

Gast
Mich wunderte kurz, was die gut ausgeruht erscheinende GF des JC dort bei all dem Arbeitsmangel noch zu tun hat.

Das war die GF der Agentur für Arbeit, nicht vom JC. Warum da kein "Kunde" im Wartebereich saß? Die "Kunden" sitzen mittlerweile fast alle jetzt beim JC. Denn, ich finde eine entsprechende Quelle leider nicht mehr, gibt es mittlerweile weniger als 1 Mio ALG-I-Bezieher, dafür aber 6 Mio ALG-II-Leistungsbezieher (inkl. Kinder, Aufstocker, eigentlich nicht Erwerbsfähige).

Vielleicht hätte der Reporter deswegen besser mal zum örtlichen JC gehen sollen. Da hätte er dann keinen leeren Wartebereich vorgefunden.
 
G

Gast1

Gast
Danke RobbiRob. Mir schwirrte allerdings die Zahl von 855.000 ALG-I-Beziehern im Kopf rum. Sind das also noch weniger geworden.

Bald kann die Regierung stolz verkünden: "Es gibt keinen einzigen ALG-I-Bezieher mehr. Wir können deswegen die Arbeitslosenversicherung abschaffen."
 

Dagegen72

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Ich bin in Bezug auf Zwangszahlfunk (wenn GEZ bzw. TV-und Rundfunkgebühren gemeint sind) inzwischen anderer Meinung. Es ist gut, dass es noch ein staatliches TV- und Rundfunkprogramm gibt, dass neutral sein muss, zumindest sind Journalisten zur Neutralität angehalten meine ich.

Anders könnte jede Interessensrichtung für sich ein eigenes Programm machen um Interessierte für sich zu gewinnen, bspw. auch Rechte, Scientologen ( :doh: ) oder andere .. natürlich auch Linke :peace:, UmweltschützerInnen und andere ...

In der Schweiz gab es im März diesen Jahres eine Abstimmung. Dabei kam raus, dass die Mehrheit gegen die Abschaffung der Gebühren (heißt in CH "Bilag") entschied: https://www.zeit.de/kultur/2018-03/...hnung-gegen-abschaffung-der-rundfunkgebuehren
Die Schweizerinnen und Schweizer haben abgestimmt: Etwa 71 Prozent lehnten die No-Billag-Initiative ab. Die Rundfunkgebühren bleiben somit bestehen.
sonst wäre es vielleicht möglich, dass es passieren kann, dass wie der rechts eingestellte Berlusconi bspw. so jemand auch noch eigene Fernsehsender besitzt, wie das bei Berlusconi der Fall ist.
In Österreich gibt es gerade auch Probleme, dass die rechtspopulistische FPÖ gegen den ORF was tun will:
Die Angriffe von FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger gegen den ORF sind weiterhin Thema. Am Mittwoch schickte etwa die "Association of European Journalists" (AEJ) eine Stellungnahme zu der Causa aus. Präsident Otmar Lahodynsky kritisiert darin die Einschüchterung von ORF-Journalisten durch Politiker der FPÖ. Ein solcher Versuch, die redaktionelle Unabhängigkeit des ORF einzuschränken, müsse umgehend gestoppt werden.
https://diepresse.com/home/kultur/medien/5408721/ORF-und-FPOe_Kritik-und-Staunen-ueber-Steger

ansonsten müsste man überlegen, wie freie, unabhängige, neutrale Presse über TV und Rundfunk möglich sein kann ohne staatl. Einmischung.

Zum anderen: ich sah letztens auf WDR ein Interview. Das könnte gestern morgen oder vorgesteren gewesen sein. Die Moderatorin interviewte einen Mann aus der Handwerkskammer Celle. Es ging um den sog. Fachkräftemangel. Dem Typ von der Handwerkskammer wurde vorgeführt, wie ein junger Mann mit Hauptschulabschluss Arbeit sucht, gerne auch auf Baustellen, er aber immer wieder nur Absagen erhält. Darauf meinte der Typ, dass der junge Mann ja noch verschiedenes anderes probieren könnte (weiß es grad nicht genau), die Handwerkskammer täte auch helfen, warum er keine Arbeit findet, weiß er nicht.
Dann wurde ein anderer Fall geschildert, wo es auch um Absagen ging, dann hieß es wieder, jaaaa in diesem angesprochenen Bereich ist es so und so, mehr aber gefragt sei der Beruf Sanitär, Heizung, Klima.
Also, das Gerede war insgesamt so wie bei einer Zaf (als ich es dort noch versuchte und wagte:) ja, den Job den Sie wollen haben wir gerade nicht, den habe ich gerade einem anderen gegeben, aber ich hätte ja noch das und das (diese Schei* Prod.helferjobs) (für Gelernte) (also für Fachkräfte aus anderen Branchen).

Das mit dem Fachkräftemangel wissen wir ja inzwischen ist eine Farce, eine Volksverdummung. Und genau darauf wollte die Moderatorin auch hinaus.

die im Thread erwähnte Doku will ich mir mal ansehen, danke Regensburger.
 
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Albertt

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Gab es nicht gerade erst einen Unternehmer, dem Säure ins Gesicht geschüttet wurde? Wieso sind solche Typen eigentlich nicht in der Lage aus den Fehlern anderer zu lernen? Möchte er der Nächste sein? Und was ist, wenn er weniger Glück hat und statt der Säure, eine mit dem Baseballschläger zugestellt bekommt?

Er: Der Punkt ist, und da sind wir uns denke ich mal alle einig, Personen, die mehr als zwei Jahre bis zu zehn, zwölf Jahre ohne Beschäftigung sind, können auch nicht mehr Teilhabe haben an der Gesellschaft. Das ist ein fürchterliches Problem für diese Menschen. Wir müssen eine Lösung finden, diese Leute wieder „arbeitsfähig“ zu machen. Die Fähigkeit überhaupt wieder jeden Tag einer Tätigkeit nachzugehen und etwas zu machen, das hört sich vielleicht befremdlich an, aber das ist leider Gottes so, durch das System sind die Leute dazu gezwungen worden, so zu agieren.

Jaja, die Leute sollen möglichst alle im Niedriglohnsektor arbeiten gehen, damit jeder einzelne etwas erwirtschaftet und die Elite sich die Taschen noch voller machen kann als bisher.
Und dann? Wenn alle Niedriglohnplätze belegt wären? Was passiert dann mit den restlichen 6 Millionen Elos? Werden diese dann in Ruhe gelassen?

Man sollte sich lieber darum kümmern, dass eine gerechtere Verteilung von 6echs stattfindet. Die einen dürfen ohne ende und andere gehen leer aus. Das führt zu stetig steigenden Spannungen und diese münden immer häufiger in Katastrophen.
 

Sowhat

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Was sollen diese uralten Threads aus 2018 eigentlich?
 
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