Monatliche Bewerbungen vom Insolvenzgericht angeordnet

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Plochinger

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Hallo zusammen,

ich bin jetzt seit Anfang 2015 in der Privat Insolvenz und habe als Obligenheit mich um eine angemessene Tätigkeit zu bemühen und keine Ausführbare tätigkeit abzulehnen (im Prinzip wie in ALG2).

Ist es normal das der Insolvenzverwalter bisher keine Bewerbungsbemühungen sehen wollte bzw. ich gar nichts von ihm höre ? Ich führe selber eine Liste mit Eigenbemühungen reicht diese als Nachweis falls mal was kommen sollte ? In meinen Unterlagen finde ich keinen Anhaltspunkt wieviele das Inso Gericht / Inso Verwalter haben will.


Gruß
 

axellino

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Hallo Plochinger,

Ist es normal das der Insolvenzverwalter bisher keine Bewerbungsbemühungen sehen wollte bzw. ich gar nichts von ihm höre ?

Frage ihn doch dazu einfach mal.

Ich führe selber eine Liste mit Eigenbemühungen reicht diese als Nachweis falls mal was kommen sollte ?

Das solltest Du aufjedenfall auch, alles schön sammeln und abheften und das nicht nur für deinen Insoverwalter, sondern ggfls. auch fürs Gericht, falls ein Gläubiger meint zum Schlußtermin in dieser Hinsicht, ein Versagungsantrag stellen zu wollen, betreffend Obliegenheitsverletzung des § 295 Abs.1 Nr.1 InsO

In meinen Unterlagen finde ich keinen Anhaltspunkt wieviele das Inso Gericht / Inso Verwalter haben will.

Mir wurde hierzu von Insolvenzschuldnern zugetragen, das so mancher Verwalter ihnen auf Anfrage mitgeteilt hat, das er sich an der Vereinbarung zwischen Jobcenter und Insoschuldner orientiert, das waren dann bei manchen so um die 4 Bewerbungen pro Monat.

Im Gesetz ist auch nicht genau geregelt, in welchen Umfang der Schuldner nach einem Arbeitsplatz suchen muss.

Hierzu das BGH , Beschluss vom 19. 5. 2011 – IX ZB 224/09;

a) Zu der Obliegenheit des Schuldners, sich um eine angemessene Beschäftigung zu bemühen, gehört es, sich im Regelfall bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden und laufend Kontakt zu den dort für ihn zuständigen Mitarbeitern zu halten. Weiter muss er sich selbst aktiv und ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemühen, etwa durch stetige Lektüre einschlägiger Stellenanzeigen und durch entsprechende Bewerbungen. Als ungefähre Richtgröße können zwei bis drei Bewerbungen in der Woche gelten, sofern entsprechende Stellen angeboten werden.

b) Der Schuldner wird dem Bemühen um eine Arbeitsstelle nicht gerecht, wenn er durchschnittlich alle drei Monate eine Bewerbung abgibt, sonst aber keine Aktivitäten entfaltet.

Volltext des Urteils

VG
axellino
 
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