Möchte Klinikaufenthalt abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt (1 Betrachter)

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Seraphim82

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Hallo!

Ich habe ein riesengroßes Problem. Kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich habe bereits 8 Jahre EM-Rente bezogen, die Verlängerung wurde im Oktober 2015 abgelehnt, danach 2 Jahre AU, Mitte dieses Jahres wurde mein Rentenantrag vor Gericht abgelehnt.

Seit ca. 5 Wochen befinde ich mich nun auf einer offenen Station in einer psychiatrischen Klinik (keine Reha). Ich wollte dort nicht hin, wurde aber praktisch gezwungen, da meine Ärztin sagte, sie würde mich nicht weiter krank schreiben, wenn ich das nicht mache.

Nun geht es mir in der Klinik immer schlechter statt besser. Meine Diagnosen: Mittelgeradige depressive Episode, nichtorganische Hypersomnie und Chronic Fatigue Syndrome. Die Medikamente helfen gar nicht, obwohl ich zwei mittlerweile in der Höchstdosis verabreicht bekomme. Therapien habe ich genau eine pro Tag (immer am Vormittag), ein Psychologengespräch, ein wenig basteln, eine Stunde im Schwimmbad planschen, solche Dinge. Nach dem Mittagessen fahre ich nach Hause (nur ca. 10 Minuten Fahrtweg), weil ich für weitere Therapien keine Kraft mehr habe und es dort auch nicht den ganzen Tag aushalten kann. Ca. 21:30 bin ich dann wieder dort.
Alle paar Tage werden die "Daumenschrauben" angezogen, ich soll noch dies und das und jenes machen. Was ich aber nicht schaffe. Alleine der Versuch, den Morgenspaziergang (30 min) mit zu machen, hatte zur Folge, dass ich an besagtem Tag unerträgliche Schmerzen bekam, nachmittags habe ich zu Hause geschrien vor Schmerzen und abends in der Klinik lag ich dann nur zitternd im Bett, konnte kaum schlafen, bin immer wieder aufgewacht und hab geweint, weil es so weh tat. Mir ist auch oft übel und schwindlig vor Müdigkeit, Erschöpfung und Schmerzen. Und es hilft mir niemand... ich höre von meinem Arzt immer wieder das Gleiche: "Inaktivität ist keine Lösung, wir müssen Sie aktivieren - dann fangen Sie halt kleiner an und steigern das langsam, das wird besser". Nein, wird es nicht! Das einzige, was bis jetzt erreicht wurde, war eine Schlafverkürzung von ca. 12 auf 8 Stunden (das Aufstehen ist richtig qualvoll, aber die lassen einen nicht in Ruhe). Na super, was bringt mir das, wenn es mir dadurch nur noch dreckiger geht?

Dazu kommt natürlich die psychische Komponente. Mein Vater hat nach seinem Schlaganfall diverse Abteilungen in genau dieser Klinik durchlaufen und ist dort auch letztes Jahr gestorben, das ist wahnsinnig belastend. Außerdem ertrage ich es kaum noch, dass ich einfach kein Leben mehr habe. Toll, ich kann jeden Tag für einige Stunden heim, kann dort aber auch nichts wirklich machen, weil ich komplett fertig bin. Mein einziges Hobby ist nicht mehr machbar (weil das abends statt findet), von meinem Freund getrennt schlafen zu müssen ist die Hölle...
Ich kann einfach nicht mehr, ich will nur noch weg...

Das war zwar jetzt schon viel Text, aber damit könnt ihr euch am besten vorstellen, wie das in der Klinik läuft. Ich bekam schon oft gesagt, dass ich ja jederzeit gehen könnte, ich bin schließlich freiwillig dort. Und dann? Dann sitze ich mal voll in der Schei*e! Meine Ärztin wird das nicht akzeptieren (vor der Klinik sagte sie zu mir "Das muss gehen") und mich wohl auch nicht weiter krank schreiben, wenn ich abbreche. Meine Sachbearbeiterin vom JC meinte, wenn ich nicht mehr krank geschrieben bin, müssen sie mir eine Arbeit oder eine Maßnahme vermitteln.

Dann der Rentenantrag. Mittlerweile kann ich ihn wieder stellen, aber das Problem ist, dafür brauche ich die Unterstützung besagter Ärztin und diesem Oberarzt aus der Klinik. Wie ihr euch denken könnt, werde ich diese eher nicht bekommen. Ich kann mich auch nicht neben der Klinik nach einem neuen ambulanten Arzt umsehen, weil ich für Arztbesuche einen Konsiliarschein brauche und den kriege ich dafür sicher nicht.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Es muss hier doch irgendeinen Weg geben, außer den, mich weiter dort quälen zu lassen oder dann völlig im Dreck zu sitzen, weil ich keine AU mehr bekomme? Kann ich mich irgendwie dagegen wehren? Gibt es irgendwo einen Ansprechpartner, der mir helfen könnte? Ich dachte an den VdK, aber ich bezweifle, dass die irgendwas tun können.

Ich wäre wirklich froh, wenn mir jemand einen Rat geben könnte...
 

Muzel

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Schau dir doch mal deine Krankenakte an! Sonst würde ich bei der Visite um einen Zwischenbericht für das JC bitten.
 

FrauRossi

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Ich würde dir raten, in der Klinik einen Rehaantrag zu stellen. Direkt aus der Klinik in das Berufsleben halte ich für zu „heftig“.
Trag das doch so vor.
Auch sollten deine orthopädischen Probleme abgeklärt werden. Warum hast du Schmerzen beim Gehen, bzw danach?
Erhältst du Physiotherapie?
 

doppelhexe

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

https://www.kv-rlp.de/fileadmin/use...hnung/Ueberweisungen_Fragen_und_Antworten.pdf

Wenn du beispielsweise in einer Klinik für Inneres liegst, kannst du selbstverständlich z.B. auch zu einem niedergelassenen HNO-Arzt gehen.
wo genau steht das in deinem link?

wenn man im krankenhaus ist kann man nicht einfach ambulant zu einem arzt.
dann muss vom KH ein konsiliarschein ausgestellt werden.

man kann ja nicht mal am entlasstag zu seinem hausarzt, um sich nen neuen krankenschein oder medikamente verschreiben lassen, das kriegt er dann von der kasse nicht bezahlt. geht erst am nächsten tag.
und das weiss ich, weil ich selbst in einer arztpraxis gearbeitet habe und auch an den abrechnungen beteiligt war.

ich selbst war zb. auch in einer orth.-/lungenklinik zur schmerztherapie und musste mir nen Ü-K-/schein von der klinik ausstellen lassen, um meinen hexenschuss bei einem niedergelassenen orthopäden behandeln zu lassen. in der klinik ging das, aus unerfindlichen gründen nicht, also ambulant.
andere patienten mussten wegen beschwerden, wegen derer sie nicht in der klinik waren (mittelohrentzündung und einer mit gebrochenem bein) auch mit Ü-K-/schein dahin.

kein arzt bekommt die behandlung bezahlt, wenn patient zu der zeit in der klinik ist, ausser mit Ü-K-/schein
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Ich dachte, neueste Forschungsergebnisse besagen, dass mehr Sport und mehr Belastung bei CFS tatsächlich kontraindiziert sind? :icon_kinn: Ist deinen Ärzten in der Psychiatrie überhaupt bewusst, was du hast?
Und wieso meinte deine Ärztin, dass man CFS in einer Psychiatrie behandelt....?

Du brauchst da nen vernünftigen Arzt, würde ich mal sagen. Jemand, der einen zu einer stationären Behandlung, die offenbar ja auch noch mehr schadet als nutzt, unter der Androhung, keine AU mehr auszustellen, zwingt, geht mal gar nicht.
 

doppelhexe

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

könnte ne psychosomatische sein, viele ärzte glauben halt, das CFS ne rein psychischosomatische sache ist. wer da nicht wirklich ahnung hat glaubt echt, das man mit mehr action den körper aus seinem "sparmodus" bekommt...

oder ne psychiatrische klinik wegen der depression, die haben von CFS mal gleich garkeine ahnung, da sind ja auch alle schmerzen, die man so haben kann (auch im normalen leben) reine reaktionen des körpers auf iwelche situationen, mit denen man nicht fertig wird.

mir wäre so eine behandelnde ärztin auch nichts, erpressung? wo soll da vertrauen herkommen? leider sind grade psychiater mit freien kapazitäten dünn gesät.

leider fällt mir zum problem der TE nicht wirklich was ein. ich kann zwar verstehen, das sie nachmittags zb. flüchtet, wenns ihr so scheisse geht in der klinik... ich hätt das nie geschafft. war immer froh, wenn ich in meinem zimmer pennen konnte.
aber vielleicht würde eine verteilung der aktivitäten auf den ganzen tag etwas bringen.
aber ich hab auch noch nie solche kliniken erlebt, die so am patienten vorbei gearbeitet haben... :sorry:

mit der drohung im nacken würde ich auf jeden fall versuchen, den klinikaufenthalt nicht abzubrechen, es sei denn, ein andrer arzt übernimmt die AU bis ein neuer psychiater gefunden ist.
und vielleicht die bitte, statt des sports eine andere therapie machen zu können?
 

Muzel

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Kann der Patient alle Ärzte auch ohne Überweisung i
n Anspruch nehmen?
Der Patient kann Ärzte auch ohne Überweisung in Ans
pruch nehmen. Ausgenommen hiervon
sind die Fachgruppen, die gemäß Bundesmantelvertrag
- Ärzte nur auf Überweisung in An-
spruch genommen werden dürfen (zum Beispiel

Mit dem Anklicken klappt das nicht so gut, sorry.
 

doppelhexe

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

... Der Patient kann Ärzte auch ohne Überweisung in Ans
pruch nehmen. ....
das bezieht sich NICHT auf stationäre patienten.

nur wenn man nicht in der klinik ist, braucht man nicht bei allen ärzten eine ÜW...
lies dir das bitte noch mal durch!!!
 

Tica

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Hallo Seraphim,

da Du nicht weiter geantwortest hast, habe ich in Deinem Profil nachgesehen, ob Du noch aktiv bist. Und Du warst es... hatte mir schon Gedanken gemacht... In solchen Situationen kann einem schon mal die Sicherung rausknallen.

Wie geht es Dir jetzt? Bist Du noch in der Klinik?

Aus eigener Erfahrung: ich habe einige Psychologen/Psychiater verschlissen. War 1 Woche in einer offenen Station, habe dort aber abgebrochen. In einer Tagesklinik habe ich es 2 Wochen ausgehalten. Nur Knalltüten (also die Ärzte). Bin dann weg dort und habe mir einen neuen Psychologen/Psychiater gesucht. Zum Glück ein Volltreffer.

Deine Angst wegen der Zukunftsaussichten, falls Du abbrichst verstehe ich. ABER... wer sagt Dir, dass Du von der Klinik nicht als normal Arbeitsfähig beurteilst wirst?
Und von Deiner Ärztin wird danach auch keine weitere Krankschreibung erfolgen.

Auch wenn ich hier gegen den Strom schwimme, wenn es nicht mehr geht nach Deinem Empfinden, dann geh und suche Dir einen neuen Arzt. Vorerst einen Hausarzt. Der kann Dich genauso krankschreiben. Und dann einen entsprechenden Facharzt oder Fachärzte.

Es ist wie im normalen Leben. Man muss viele Frösche küssen. Mir hat das Ärztehopping auch kein Spaß gemacht. Aber welche Wahl hat man sonst, wenn arbeiten nicht geht, man aber auch von irgendwas leben muss.

vg Tica

Falls Du da noch nicht nachgeschaut hast bei der Arztsuche:
Spezialisten fur chronisches Erschopfungssyndrom (CFS)
 
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Seraphim82

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Danke für eure Antworten! Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest!

Schau dir doch mal deine Krankenakte an! Sonst würde ich bei der Visite um einen Zwischenbericht für das JC bitten.
Was genau würde mir das bringen? Kann mir gerade nicht vorstellen, wie das helfen könnte.

Ich würde dir raten, in der Klinik einen Rehaantrag zu stellen. Direkt aus der Klinik in das Berufsleben halte ich für zu „heftig“.
Trag das doch so vor.
Auch sollten deine orthopädischen Probleme abgeklärt werden. Warum hast du Schmerzen beim Gehen, bzw danach?
Erhältst du Physiotherapie?
Physiotherapie wird dort nicht angeboten. Was die Schmerzen angeht, ist es etwas schwer zu erklären, es sind nicht wirklich orthopädische Probleme, es entstehen durch Überlastung/weniger Schlaf alle möglichen Schmerzen und andere Dinge.
Ein Rehaantrag würde mir leider nicht helfen... ich kann noch nicht einmal das leisten, was hier in der Klinik von mir gefordert wird, also würde eine Reha erst recht nicht funtionieren.

Ich dachte, neueste Forschungsergebnisse besagen, dass mehr Sport und mehr Belastung bei CFS tatsächlich kontraindiziert sind? :icon_kinn: Ist deinen Ärzten in der Psychiatrie überhaupt bewusst, was du hast?
Und wieso meinte deine Ärztin, dass man CFS in einer Psychiatrie behandelt....?

Du brauchst da nen vernünftigen Arzt, würde ich mal sagen. Jemand, der einen zu einer stationären Behandlung, die offenbar ja auch noch mehr schadet als nutzt, unter der Androhung, keine AU mehr auszustellen, zwingt, geht mal gar nicht.
Ich war vorher bei einem Schlafmediziner in Behandlung, der auch Oberarzt auf dieser Station ist, auf der ich mich gerade befinde. Die beiden haben das dann miteinander abgesprochen, dass endlich mal was passieren muss, nachdem jahrelang auch durch ambulante Psychotherapie, verschiedenste Medikamente und Versuche meinerseits (Sport, Ernährungsumstellung etc.) keine Besserung eingetreten ist.
Ja, ich will mir auch unbedingt einen neuen Arzt suchen, nur kann ich das eben im Moment leider nicht wegen dieser Konsiliarschein-Problematik.

könnte ne psychosomatische sein, viele ärzte glauben halt, das CFS ne rein psychischosomatische sache ist. wer da nicht wirklich ahnung hat glaubt echt, das man mit mehr action den körper aus seinem "sparmodus" bekommt...

oder ne psychiatrische klinik wegen der depression, die haben von CFS mal gleich garkeine ahnung, da sind ja auch alle schmerzen, die man so haben kann (auch im normalen leben) reine reaktionen des körpers auf iwelche situationen, mit denen man nicht fertig wird.

mir wäre so eine behandelnde ärztin auch nichts, erpressung? wo soll da vertrauen herkommen? leider sind grade psychiater mit freien kapazitäten dünn gesät.

leider fällt mir zum problem der TE nicht wirklich was ein. ich kann zwar verstehen, das sie nachmittags zb. flüchtet, wenns ihr so schei*se geht in der klinik... ich hätt das nie geschafft. war immer froh, wenn ich in meinem zimmer pennen konnte.
aber vielleicht würde eine verteilung der aktivitäten auf den ganzen tag etwas bringen.
aber ich hab auch noch nie solche kliniken erlebt, die so am patienten vorbei gearbeitet haben... :sorry:

mit der drohung im nacken würde ich auf jeden fall versuchen, den klinikaufenthalt nicht abzubrechen, es sei denn, ein andrer arzt übernimmt die AU bis ein neuer psychiater gefunden ist.
und vielleicht die bitte, statt des sports eine andere therapie machen zu können?
Die Station ist eine allgemeinpsychiatrische, auf der auch Schlafstörungen behandelt werden. Und ich bin auch der Meinung, dass sie nicht wirklich wissen, was sie da tun. Es kann einfach nicht sein, dass solche heftigen Symptome ignoriert werden (unaushaltbare Kopf-, Rücken- und Hüftschmerzen, andauernde Verdauungsbeschwerden, weit mehr Müdigkeit und Erschöpfung als vorher) und mir nur gesagt wird, ich solle doch noch härter an mir arbeiten und das würde seine Zeit brauchen.

Ich muss auch nachmittags echt nach Hause, auch wenn es schöneres gibt, als das dauernde hin und her fahren. Ich darf mich in der Klinik tagsüber gar nicht hin legen, weder zum Schlafen noch zum Ausruhen. Außerdem gibt es dort immer eine gewisse Grundlautstärke (auch im Zimmer) und einige der Patienten auf der Station sind sehr "aktiv" und laut. Geht gar nicht... Wenn die Fahrt um einiges längern dauern würde, sähe das wohl wieder anders aus, aber hier hab ich "Glück" im Unglück, dass ich so nah bei der Klinik wohne.

Was einen neuen Arzt angeht, dazu habe ich ja oben schon etwas geschrieben, es ist leider unmöglich, mir jetzt sofort jemanden zu suchen, solange ich in der Klinik bin.
Ich weiß echt nicht, wie lange ich das dort noch aushalten soll. Es gibt jemanden in meinem Bekanntenkreis, der auf der zweiten allgemeinpsychiatrischen Station in genau dieser Klinik 4,5 Monate (!) verbringen musste und das auch noch ohne Besserung. Bei dem Gedanken wird mir richtig schlecht...

Hallo Seraphim,

da Du nicht weiter geantwortest hast, habe ich in Deinem Profil nachgesehen, ob Du noch aktiv bist. Und Du warst es... hatte mir schon Gedanken gemacht... In solchen Situationen kann einem schon mal die Sicherung rausknallen.

Wie geht es Dir jetzt? Bist Du noch in der Klinik?

Aus eigener Erfahrung: ich habe einige Psychologen/Psychiater verschlissen. War 1 Woche in einer offenen Station, habe dort aber abgebrochen. In einer Tagesklinik habe ich es 2 Wochen ausgehalten. Nur Knalltüten (also die Ärzte). Bin dann weg dort und habe mir einen neuen Psychologen/Psychiater gesucht. Zum Glück ein Volltreffer.

Deine Angst wegen der Zukunftsaussichten, falls Du abbrichst verstehe ich. ABER... wer sagt Dir, dass Du von der Klinik nicht als normal Arbeitsfähig beurteilst wirst?
Und von Deiner Ärztin wird danach auch keine weitere Krankschreibung erfolgen.

Auch wenn ich hier gegen den Strom schwimme, wenn es nicht mehr geht nach Deinem Empfinden, dann geh und suche Dir einen neuen Arzt. Vorerst einen Hausarzt. Der kann Dich genauso krankschreiben. Und dann einen entsprechenden Facharzt oder Fachärzte.

Es ist wie im normalen Leben. Man muss viele Frösche küssen. Mir hat das Ärztehopping auch kein Spaß gemacht. Aber welche Wahl hat man sonst, wenn arbeiten nicht geht, man aber auch von irgendwas leben muss.

vg Tica

Falls Du da noch nicht nachgeschaut hast bei der Arztsuche:
Spezialisten fur chronisches Erschopfungssyndrom (CFS)
Hallo Tica!
Du hast natürlich recht, es könnte schon sein, dass die Klinik mich irgendwann arbeitsfähig entlässt, obwohl ich das gar nicht bin und damit wäre auch nichts gewonnen.

Im Moment bin ich noch zu Hause, ich durfte an Heiligabend heim und muss heute Abend wieder hin fahren. Mir graut so sehr davor... der Stresspegel steigt jetzt schon ins Unermessliche, obwohl ich ja noch ein paar Stunden Zeit habe.

Wie ist das bei dir gelaufen, als du die Klinikaufenthalte abgebrochen und dir einen neuen Arzt gesucht hast? Du dürftest ja in der Zwischenzeit dann auch nicht krank geschrieben worden sein, oder? Kam dann nicht gleich das Jobcenter auf dich zu? Und ein Arzt, bei dem man zum ersten Mal ist, der einen also überhaupt nicht kennt, schreibt einen dann sofort krank? Kann mir das kaum vorstellen, irgendwie...

Danke für die Liste, es sind sogar drei Ärzte aus meiner Stadt dabei. Sobald es möglich ist, werde ich versuchen, einen Termin bei einem von ihnen zu bekommen.


Liebe Grüße,

Seraphim
 

MissRuhrpott

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Hallo Seraphim,

wenn Du sicher auch nicht voll abschalten konntest,so hoffe ich doch,Du hattest zuhause ein paar schöne erholsame Tage.

Es ist wirklich erschreckend was Du berichtest und ich denke auch,Du mußt so schnell als möglich aus der Situation heraus.

Da Deine Ärztin Dich erpresst bist Du ja in einer Zwickmühle und wirst,egal wie Du vorgehst,wohl nicht gänzlich ohne Blessuren davon kommen.
Im Grunde kann man nur noch überlegen,was das kleinere Übel ist.

Wenn ich mich in Deine Situation hinein versetze und gedanklich
mein sehr wahrscheinliches Vorgehen durchspiele komme ich zu folgendem Ergebnis:

Ich würde mich zuerst einmal zu meinem Selbstschutz umgehend selbst entlassen.

Da ich in der Regel weiß wie meine Ärzte 'ticken',kann ich das so begründen,daß mir möglichst keine Nachteile entstehen.
Und wenn es notwendig und mir nützlich ist,betone ich besonders solche Gründe,welche nicht einfach lapidar zur Seite geschoben werden können (bei Dir z.B. daß Dein Vater dort verstorben ist).
Gründe zum Abbruch gibt es ja genug und außerdem habe ich es ja versucht.

Die räumliche Trennung vom Freund würde ich aber eher nicht ansprechen,sowas kommt bei Ärzten nie gut an.

Das alles dient erst einmal natürlich nur dazu,weitere AU'en zu erhalten sich Zeit für die Arztsuche zu verschaffen.

Sollte die Ärztin immer noch nicht einlenken und der angedrohte worst case vom JC eintreten,so heißt das aber noch lange nicht,daß Du mit Sicherheit eine Arbeitsstelle bekommst oder eine Maßnahme antreten mußt.
VV kann man oftmals aus gesundheitlichen Gründen ablehnen,und Maßnahmen können auch oft abgewehrt werden.
Hierbei kann das Forum sehr gut helfen.

AU-Lücken kann man - welcher Stelle auch immer gegenüber - mit einem dermaßen zerstörten Vertrauensverhältnis und der daraus resultierenden Unmöglichkeit weitere Termine bei dieser Ärztin wahrzunehmen,begründen.
Am Gesundheitszustand hat sich aber nichts geändert,und man ist eifrig bemüht schnellstens einen anderen Behandler zu finden.

Spiele gedanklich einfach mal für Dich die unterschiedlichen Variationen durch,und wo Du im Problemfall Hilfe erhalten könntest.
Angst ist ein schlechter Begleiter.Aber die schwindet umso mehr,je besser man vorbereitet ist.

Alles Gute Dir!
 

Ines2003

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

@ Seraphim82
Um dich mal ein bisschen Aufzubauen, ich war vor der Bewilligung der EM- Rente nicht AU geschrieben, war vorher in der Rehaabteilung beim JC, dort wird man eigentlich ziemlich in Ruhe gelassen.
Vielleicht wäre das für dich auch eine Möglichkeit, um dahin zu gelangen, würde z.B. schon ein GdB von 30 ausreichen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Die körperlichen Schmerzen werden sicher auch mit der Überlastung zusammenhängen.
CFS ist ja eigentlich auch keine Schlafstörung... Auf einer allgemeinpsychiatrischen Station, egal ob mit Schlafspezialisierung oder nicht, hat diese Diagnose irgendwie wirklich nichts verloren.

In der Psychosomatik schon eher, einfach weil das bisher das Einzige ist, was Ärzten überhaupt bekannt ist, um die Symptome zu lindern. :wink: Aber das dann bitte auch nur mit dem Wissen, dass man die geringe Belastbarkeit eben nicht durch ständige Überlastung steigert, weil da im Gegensatz zur "reinen" Depression nix zu aktivieren ist...

Ansonsten kann ich mich nur MissRuhrpotts Empfehlung anschließen. Der Weg ist natürlich nicht optimal, aber die Klinik macht dich offensichtlich fertig.

Ist die erpresserische Ärztin eine Fach- oder Hausärztin? Wenn Fachärztin, hast du einen Hausarzt? Dieser könnte theoretisch ja mit AUs einspringen. Wenn nicht, könntest und solltest du dir ohnehin einen suchen, da bekommt man ja meist auch zügiger Termine. Wenn du dorthin vielleicht zwei, drei auch ältere Berichte (z.B. von der früheren Rente) bzgl. deiner Erkrankung mitnimmst, kann es gut sein, dass du dort auch sofort und dauerhaft eine AU bekommen kannst.
 

Gemcitabine

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Die körperlichen Schmerzen werden sicher auch mit der Überlastung zusammenhängen.
CFS ist ja eigentlich auch keine Schlafstörung... Auf einer allgemeinpsychiatrischen Station, egal ob mit Schlafspezialisierung oder nicht, hat diese Diagnose irgendwie wirklich nichts verloren.

In der Psychosomatik schon eher, einfach weil das bisher das Einzige ist, was Ärzten überhaupt bekannt ist, um die Symptome zu lindern. :wink: Aber das dann bitte auch nur mit dem Wissen, dass man die geringe Belastbarkeit eben nicht durch ständige Überlastung steigert, weil da im Gegensatz zur "reinen" Depression nix zu aktivieren ist...
naja, Fatigue kann schon eine handfeste Erkrankung sein oder Folge zB einer Krebstherapie (recht häufig).
In die Psychosomatikschublade gehört es eigentlich gar nicht!

Und zu aktivieren ist da durchaus etwas, sofern ich das Krankheitsbild richtig verstanden habe.... es kostet zwar (ähnlich wie bei Depressionen) enorme Überwindung, aber aktiv werden, Sport machen, raus gehen an die frische Luft lindert die Erschöpfungszustände.
Überlastung sicher nicht, aber gewisse "Trainingsreize" gehören dazu.

Ich würde bezüglich der Rücken- und Hüftschmerzen mal umgehend einen Schmerztherapeuten anfordern. So etwas sollte es ja auch in psychiatrischen Einrichtungen geben?
Das sind konkrete Schmerzgeschehen, täte ich nicht zulassen, dass diese einfach übergangen oder in die Psycho-Ecke abgestellt werden.

Gibt es in dieser Klinik keinen Sozialarbeiter o.ä. wie in einem Krankenhaus? Das wäre ja vielleicht mal ein Ansprechpartner für das Erpressungsproblem bzw überhaupt die ganze weitere Vorgehensweise.
Das sollte nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden, wie schutzlos und ausgeliefert sich eine Patientin in einer Einrichtung fühlt, die eigentlich heilen und stabilisieren soll.
 

MissRuhrpott

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Caye meinte:
Ist die erpresserische Ärztin eine Fach- oder Hausärztin? Wenn Fachärztin, hast du einen Hausarzt? Dieser könnte theoretisch ja mit AUs einspringen. Wenn nicht, könntest und solltest du dir ohnehin einen suchen, da bekommt man ja meist auch zügiger Termine. Wenn du dorthin vielleicht zwei, drei auch ältere Berichte (z.B. von der früheren Rente) bzgl. deiner Erkrankung mitnimmst, kann es gut sein, dass du dort auch sofort und dauerhaft eine AU bekommen kannst.
Das ist ein guter Gedanke :icon_daumen:


Und zu aktivieren ist da durchaus etwas, sofern ich das Krankheitsbild richtig verstanden habe.... es kostet zwar (ähnlich wie bei Depressionen) enorme Überwindung, aber aktiv werden, Sport machen, raus gehen an die frische Luft lindert die Erschöpfungszustände.
Überlastung sicher nicht, aber gewisse "Trainingsreize" gehören dazu.
Allgemeine Therapieempfehlungen bleiben allgemein und sind daher nicht in jedem Fall hilfreich,der Therapieplan immer aber individuell zu erstellen.
Gar nicht so selten bleiben dabei auch einzelne Handlungen unberücksichtigt,da sie im Sinne einer Kontraindikation zur Verschlechterung führen.

Wenn ich auch nach längerer Dauer Physiotherapie vor Schmerzen auf dem Zahnfleisch gehe,dann hat sich das für mich erledigt - Punkt!
Dauerte zwar einige Zeit,ehe das und anderes meine Ärzte verinnerlicht haben,aber ich brauche nun nicht mehr zu diskutieren....und zur Not haben wir ja noch die freie Arztwahl.

Was interessieren mich denn allgemeine Empfehlungen - ich habe schließlich mein eigenes Krankheitsbild,
selbst wenn andere eine Erkrankung mit dem gleichen Namen haben......
 

Seraphim82

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Hallo!

Es gibt Neuigkeiten:
Zunächst eine sehr komische Überraschung, die Stationsleitung wollte mir heute einen vorläufigen Arztbrief zur Entlassung in die Hand drücken. Als ich fragte warum, meinte er, dass ich doch heute gehen wollte. Habe das dann richtig gestellt, eine Pflegerin hat wohl meine Aussage, dass ich nicht mehr kann, aber noch nicht weiß, wie es weiter gehen soll, so hin gedreht, dass ich heute sicher abhauen will. Ich will gar nicht wissen, was sonst noch falsch verstanden/verdreht wurde... Den vorläufigen Arztbrief habe ich mir angesehen, da steht leider gar nichts Nützliches drin. Nur die Diagnosen, Aufnahmegrund/Befunde/Verlauf und die Medikation. Alles sehr knapp gehalten, die Hälfte besteht daraus, wie ich meine Beschwerden geschildert habe. Übrigens auch nichts davon, dass ich gegen ärztlichen Rat entlassen werde, sondern nur, dass ich meine Entlassung gewünscht habe und diese möglich ist, da keine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt.

Danach habe ich mit dem Arzt gesprochen, der heute auf der Station ist. Ich meinte, dass es schon so ist, dass ich nach Hause möchte, weil es nicht mehr geht, mir die feste Absicht, tatsächlich heute zu gehen, aber nur unterstellt wurde. Die Problematik mit der fehlenden AU habe ich ihm auch nochmal erklärt, woraufhin er meinte, dass es die Möglichkeit gibt, von der Klinik krank geschrieben zu werden. Ich dachte, ich traue meinen Ohren nicht... Weiß das sonst keiner dort?? Egal, wen ich deswegen schon angesprochen hatte, Stationsleitung, Pflegepersonal, Therapeutin, niemand wusste davon.
Der Arzt schickte mich dann zur Ambulanz, wo ich aber falsch war, die Aufnahme war der richtige Ansprechpartner. Dort bekam ich tatsächlich eine noch nicht vollständig ausgefüllte AU, zusammen mit einer voll bedruckten Seite für den Arzt, wie das auszufüllen ist (darüber musste ich dann tatsächlich lachen... ein Arzt braucht ein Merkblatt, um eine AU auszufüllen? Schon etwas seltsam).
Nun kann er mich allerdings nur für 7 Werktage krank schreiben. Ich fragte ihn, wie ich in dieser Zeit, vor allem in Anbetracht von Silvester/Neujahr/Urlaubszeit, einen neuen Arzt finden soll. Er meinte dann, es gibt die Möglichkeit, nach diesen 7 Tagen nochmal zur Aufnahme zu gehen und für weitere 7 Tage krank geschrieben zu werden.

Das heißt, ich wäre schon mal bis zum 08. bzw. 16. Januar sicher (Entlassungstag und Sonntage/Feiertage zählen nicht). Und ich hoffe/glaube, dass das reichen sollte, um einen Termin bei jemandem zu bekommen. Habe ihn nun noch um Bedenkzeit bis morgen gebeten (um alles eben nochmal durchdenken und planen zu können).

Aber dann gehts wohl morgen nach Hause. Und ich werde mich sofort darum kümmern, so schnell wie möglich einen Termin bei einem der Ärzte von Tica´s Liste zu bekommen. Heute konnte ich da leider nichts mehr erreichen, weil die Sache mit der AU erst gegen Mittag geklärt war und keiner der Ärzte am Mittwoch Nachmittag geöffnet hat. Ich hoffe, das klappt dann alles...


Um noch auf offene Fragen und andere Dinge einzugehen:
Die erpresserische Ärztin ist Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Einen Hausarzt habe ich seit einiger Zeit nicht mehr, mein ehemaliger Hausarzt (der echt gut und engagiert war) ist in Rente gegangen, danach war ich bei seinem Nachfolger, der aber leider sehr plötzlich verstorben ist. Und da das mit meiner Ärztin ein paar Jahre einigermaßen gut geklappt hat, hab ich keine Notwendigkeit gesehen, mir einen neuen zu suchen. Passiert mir nicht nochmal.

Eine Sozialarbeiterin gibt es in der Klinik, diese konnte mir jedoch auf Nachfrage weder wegen der AU noch mit dem Rentenantrag weiterhelfen. An sie wäre ich im Moment auch nicht mehr ran gekommen, weil sie bereits im Urlaub ist.

Zu der Diskussion CFS - Aktivierung/Sport - ja/nein:
MissRuhrpott hat definitiv recht - solche allgemeinen Empfehlungen lassen sich eben nicht auf jeden anwenden. Ich lebe nun über 13 Jahre damit und weiß mittlerweile, wo meine Grenzen sind. Diese sind bei diesem Klinikaufenthalt und allem, was dazu gehört, definitiv überschritten. Es ist auch nicht so, dass ich über die ganzen Jahre nicht versucht hätte, diese Grenzen zu erweitern (ob mit Hilfe oder ohne), im Gegenteil. Und das nicht nur einmal, auch nicht zehn mal, sondern mindestens hundert mal. Wenn ich derart oft damit auf die Schnauze gefallen bin und nur eine Verschlechterung bewirkt habe, darf ich irgendwann auch mal sagen, dass mehr einfach nicht drin ist, denke ich.


Ich möchte mich ganz herzlich bei euch bedanken! Ohne euch und eure Tipps, euren Zuspruch, hätte ich mich dort wahrscheinlich noch weiter abgequält.
Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Liebe Grüße,

Seraphim
 

Tica

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Hallo Seraphim,

habe erst eben wieder hier lesen können. Also, ich bin nach den Klinikabbrüchen zum Hausarzt mich krankschreiben lassen. Bis zum ersten Therapietermin beim Psychologen hat es noch ein halbes Jahr gedauert.
Er war auch derjenige, der mir weitere Psycho-Rehas vom Hals gehalten hat.

Natürlich muss man Glück haben mit einem Hausarzt. Andernfalls bleibt nur ein Anderer.

Ich hoffe, Du findest einen guten passenden Arzt, der dann Deine Rentensache unterstützt. (noch besser er könnte Dich heilen, aber das ist wohl eher ein Wunsch als Wirklichkeit)

vg Tica
 

doppelhexe

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

... woraufhin er meinte, dass es die Möglichkeit gibt, von der Klinik krank geschrieben zu werden. Ich dachte, ich traue meinen Ohren nicht... Weiß das sonst keiner dort?? Egal, wen ich deswegen schon angesprochen hatte, Stationsleitung, Pflegepersonal, Therapeutin, niemand wusste davon.
Der Arzt schickte mich dann zur Ambulanz, wo ich aber falsch war, die Aufnahme war der richtige Ansprechpartner. Dort bekam ich tatsächlich eine noch nicht vollständig ausgefüllte AU, zusammen mit einer voll bedruckten Seite für den Arzt, wie das auszufüllen ist (darüber musste ich dann tatsächlich lachen... ein Arzt braucht ein Merkblatt, um eine AU auszufüllen? Schon etwas seltsam). ...
dieses neue "entlass-management" gibts noch nicht so lange und auch noch nicht alle kliniken machen da mit.
es war bis dieses jahr so, das kliniken generell keine krankschreibungen ausstellen durften, man musste deshalb am tag nach der entlassung zum einweisenden bzw. behandelnden arzt.
seit 2017 sollte eig. flächendeckend das neue entlassmanagement eingeführt sein, nach dem AU´s für bis zu 7 tage, rezepte, verordnungen für hilfsmittel oder häusliche kranken- oder behandlungspflege usw..., ausgestellt werden können und vor allem dann müssen, wenn der ambulante behandler in urlaub ist oder man noch garkeinen hat.
scheint aber noch zu dauern, bis das überall durch ist.

jedenfalls wundert mich weder, das stationspersonal nichts davon wusste, noch das der arzt ein merkblatt braucht.
die kosten für dieses neue entlassmanagement sind wohl auch noch nicht abschliessend geklärt bzw. kämpfen kliniken und kassen da noch miteinander ...

sei doch einfach froh, das der doc dir das anbietet. scheint ein ziemlich vernünftiger kerl zu sein. vielleicht hättest du auch für deine überforderung dort ein offenes ohr bei ihm gefunden?
 

Kerstin_K

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Das mit der AU durch die Klinik ist relativ neu, gibt es erst seit Oktober, vielleicht deshalb die Anleitung.

DAs ganze nennnt sich Entlassmenagement. Die Krankenhäuser sollen sich jetzt auch darum kümmern, wie es nach der Entlassung für den PAtienten weitergeht. Auch dürfen jetzt zum Beispeil die Medis für die erste Zeit (N1) mitgegeben werden und nicht nur lose Tableten für einen Tag.
 

Seraphim82

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AW: Möchte Klinik abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Oh, das erklärt es natürlich. Wusste ich nicht.

Selbstverständlich bin ich froh, dass es so etwas mittlerweile gibt und der Arzt mir damit sehr weiterhilft. Finde ihn auch ganz in Ordnung, aber er mischt sich nicht in die Dinge des Oberarztes ein, darf er ja wohl auch nicht. Er wusste, wie es mir geht, weil er bei jeder Visite mit anwesend war.
 

Fairina

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Hallo,
als 1. würde ich die Ärztin bei der KV (kassenärztlichen Vereinigung) melden, ggfls. auch bei Interessenvertretungen der Psychiater und Psychologen. So geht es gar nicht. Wenn sie keine Ahnung von der Erkrankung hat, was ich jetzt mal unterstelle so wie du das Ganze schilderst, soll sie sich informieren. Und wechsle die Ärztin. Du bist nicht an sie gebunden. Nötigenfalls kann dich auch dein Hausarzt krank schreiben bis zum Wechsel.

Schmerzen verursachen ein Schmerzgedächtnis, wenn der Kreislauf dazu nicht unterbrochen wird oder zu lange dauert. Das sollte die Dame wissen.

Viele Kliniken, Krankenkassen, sozialen Dienste und RV-Träger sind dem Entlassungsmanagment angeschlossen. Da ist vieles möglich.

Bist du in einer Akutstation oder in einer Behandlungsstation. Ggfls. mit der KK/RV sprechen und die Klinik wechseln.

Fakt ist, du brauchst Fachleute denen du vertrauen kannst. Und du musst nicht alles mit dir machen lassen - gerade auch weil du dich selbst eingewiesen hast und nicht eingewiesen wurdest aufgrund einer aggressiven oder lebensbedrohenden Situation wenn ich das richtig verstehe. Daher kannst du jederzeit die Klinik verlassen oder dich woanders einweisen lassen durch konzilliare Behandlungen durch deinen HA oder Facharzt.

Oft ist das Pflegepersonal kaum informiert und der Informationsfluss von oben nach unten ist gelinde gesagt, kaum vorhanden. Auch werden die Pfleger regelrecht verschlissen in ihren Diensten. Zudem sind OÄ gerade in KH sehr hierarisch angesiedelt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Das hört sich ja ziemlich gut an! Es freut mich, dass sich das Problem erstmal ein wenig gelichtet hat.

Bzgl. Arzt würde ich an deiner Stelle dann wirklich erstmal den Weg, einen neuen Hausarzt zu suchen, wählen. Bis zu einem Termin bei einem neuen Psychiater wird es dauern, und auf lange Sicht macht ein guter neuer Hausarzt sowieso Sinn.

Bzgl. Fatigue/CFS:

Von ersterem bin ich selbst eindeutig betroffen und ich weiß auch, dass ich meine Grenzen da manchmal einfach ausreizen muss und das auch bis zu einem gewissen Grad machen kann, ohne dass es mich zu sehr umhaut.
Allerdings belegen neuere Studien zweifelsfrei, dass es gerade bei CFS, aber auch bei durch andere Erkrankungen bedingte Fatigue, ein überschreiten der persönlichen Belastbarkeitsgrenzen eben gerade nicht förderlich ist, sondern im Gegenteil schadet. Daher haben sich in jüngster Zeit auch einige Behandlungsrichtlinien geändert - bis das bei allen Ärzten angekommen ist, dauert es aber natürlich.
Ich freue mich schon auf den Tag, an dem auch in der breiten Allgemeinheit die Botschaft, dass "einfach etwas mehr Bewegung" kein Heilmittel bei pathologischen Erschöpfungszuständen ist.

Und natürlich "gehören" Fatigue (bei behandelter Grunderkrankung) und CFS nicht primär in die Psychosomatik, weil man sie dort heilen könnte, sie werden nur oft dort "geparkt", weil es erstens kein Wunder ist, dass die Psyche über kurz oder lang mitleidet und es zweitens einfach keine anderen Behandlungsansätze gibt, die irgendetwas bringen. Psychosomatik kann da zumindest ein wenig lindern. Und daher ist die Einordnung auch nicht verkehrt solange eine passende Behandlung erfolgt.
 

MissRuhrpott

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Hallo Seraphim,

ich kann mich Caye nur anschließen - das hört sich wirklich ziemlich gut an,und ich hoffe und wünsche Dir,
daß Du niemals mehr in eine solche Situation kommst!

Da Du schreibst daß die Klinik eine Ambulanz hat - ich kann das natürlich nicht beurteilen,aber vielleicht ist es ja möglich,
diese für weitergehende AU'en einzubinden,bis ein vernünftiger Haus- und/oder Facharzt gefunden wurde?

Eine Überweisung würde die derzeitige Ärztin evtl. bereitwillig ausstellen,besser wäre es aber natürlich,
die spielt noch mit bis Du jemanden gefunden hast.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Ärzte,viel Erfolg mit dem neuen Rentenantrag und daß das JC Dich in Ruhe läßt!

Bzgl. Fatigue/CFS:

Von ersterem bin ich selbst eindeutig betroffen und ich weiß auch, dass ich meine Grenzen da manchmal einfach ausreizen muss und das auch bis zu einem gewissen Grad machen kann, ohne dass es mich zu sehr umhaut.
Das geht mir auch so,und so praktiziere ich das auch.
Da Fatique stets 'nur' eine Begleiterscheinung ist,geht das natürlich nicht ohne Blick auf den individuellen Gesamtkontext der Grund- und anderer Begleiterkrankungen.

Leider wird vielen Erkrankten von Seiten der Ärzte nicht zugetraut,einen eigenen Weg zu finden,mit seiner Erkrankung umzugehen.
Insbesondere vor dem Hintergrund der Erwerbsfähigkeit - schließlich ist nur ein leistungsfähiger und belastbarer Mensch wertvoll für die Gesellschaft! -
werden die Wege und Grenzen diktiert,und wenn das dann nach hinten losgeht,ist man noch selbst schuld wie im Fall der TE.

Ich nehme mir auch die Freiheit mich einfach mal hängen zu lassen und nicht darüber nachzudenken,was ich sollte,könnte,müßte
(nur um anderen um jeden Preis zu beweisen,daß ich an meiner Gesundheit arbeite?:icon_evil:) ....wie jeder gesunde Mensch das eben auch mal tut.
Bekommt mir körperlich dann vielleicht nicht gerade gut,meiner Psyche aber umso mehr - die will ja schließlich auch gepflegt werden.

Das ist aber nicht nach Lehrbuch und erwerbsfähig macht mich das auch nicht,und so mancher Arzt kommt darauf so gar nicht klar.
Aber nicht so meine Langzeitärzte,sonst wäre ich auch nicht mehr dort....

Ja,da kann man nur hoffen daß sich die neuen Studien bald herumsprechen und sich damit auch die Behandlungsstrategien und
insbesondere die Leitlinien in sofern positiv verändern,als daß bei Ausarbeitung eines Therapieplans der Individualität mehr Rechnung getragen wird.
 

Anna B.

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AW: Möchte Klinikaufenthalt abbrechen, danach wohl keine AU und Rentenantrag gefährdet, bin verzweifelt

Hallo,

ich schmeisse jetzt mal die mögliche Diagnose "Fibromyalgie" in den Raum.
Bist du bereits mal in diese Richtung mit deinen Ärzten gegangen?
Ist es möglich, dass den Schmerzen (ich habe übrigens 6 oder 7 Jahre starkte Opiate gegen meine Schmerzen genommen) diese Ursache zugrunde liegt?
Schlafstörungen habe ich heute noch...d.h. ich kann nicht einschlafen und muss ein bestimmtes Medikament nehmen. Wenn ich dann einschlafe, werde ich jede 2 Stunden wach...
aber inzwischen habe ich mich dran gewöhnt und nun ist es halt so.

Aber gugel mal nach Fibromyalgie und Symptome...vielleicht könntest du einen behandelnden Arzt mal darauf ansprechen..
Es wird allerdings immer noch von viel zu vielen Ärzten die Fibromyalgie in den psychischen Formenkreis verschoben...
Krankheitsbilder | Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
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