Modellversuch für geförderte Jobs (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Kaleika

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Senat soll im Bundesrat aktiv werden
Modellversuch für geförderte Jobs

Jürgen Theiner 17.06.2016
Der Senat soll im Bundesrat einen Vorstoß unternehmen, um ein neues Instrument zur Beschäftigungsförderung für Langzeitarbeitslose zu ermöglichen. Das hat die Bürgerschaft am Donnerstag parteiübergreifend beschlossen.
(...)
Modellversuch für geförderte Jobs - Bremen Stadtreport - WESER-KURIER

Eine Frechheit, Unverschämtheit und Verarschung - augenscheinlich so wie immer: alter Wein in neuen Schläuchen
 

Zeitkind

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Gemeint ist damit, die staatlichen Leistungen der Grundsicherung und Kosten der Unterkunft nicht mehr an den Langzeitarbeitslosen zu geben,
sondern zur Finanzierung eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses zu verwenden, sprich:
Zwangsarbeitslager wieder einzuführen. Den Arbeitgebern werden damit wirklich alle Instrumente einer Sklavenhaltung zugebilligt.
Das schlimme daran. Die Linke spielt dabei auch noch mit:
Auf Antrag der Linken wurde der Auftrag an den Senat ergänzt. Ihrer Abgeordneten Claudia Bernhard ging es um die konkrete Ausgestaltung des Passiv-Aktiv-Transfers.
 

Texter50

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Und immer dieselbe Nummer, um einen Kuchen zu backen und drei zu verteilen.

Was BW betrifft:

Erfreulich sei auch die Aussage der Arbeitgeber, dass sich die Geförderten als leistungsfähiger erwiesen als erwartet und wider Erwarten eine gute soziale Integration in den Betrieb gelungen sei. Von großer Bedeutung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei die sozialpädagogische Betreuung der PAT-Teilnehmenden, die über Landesmittel finanziert werde.
Nahezu 73 Mio. Euro für Qualifizierung und Beschäftigung von alleinerziehenden Frauen, benachteiligten Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen: Pressemitteilung: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

oder hier:
Landesprogramm ?Gute und sichere Arbeit?: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Und wieder isset der ELO, der assich und dumm is, denn der fliegt aus jedem Job raus, der ihm mühsam besorgt wird. Dass der Verbleib bei ZAFs eher von recht kurzer Dauer ist, der Drehtüreffekt sich für die JC und deren Bienchensammlung so richtig lohnt, das weiß das IAB, nicht aber die Politik. :icon_mrgreen:
 

Kampfmops

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Die Politiker wissen aber schon, das es bisher nur ein "Versuch" war, oder?

Ich glaube nicht, das der Mist Bundesweit funktionieren wird, denn viele Arbeitgeber sind hinterlistig (ja, man mags garnicht glauben :icon_hihi: )

Ich verstehe es so, das es wie son 1-Euro-Job ist, nur das vorher all das Geld an den "Maßnahmeträger" geht. Wenn man fleissig aufkreuzt, bekommt man seine Existenzsicherrung bezahlt.
Somit arbeitet man für eine Firma, wird aber nicht von der bezahlt, sondern bekommt weiter vom Staat, was man eigendlich eh bekommen sollte.

So, Chef nicht doof, wirft Leiharbeiter raus (is ja nicht umsonnst), holt sich Sklaven vom Amt, lässt Sklaven arbeiten. Sklave gibt sich auch mühe und ist eigendlich ganz gut, Aaaaaber: Sklave fest einstellen ist nicht, weil dann kostet es ja. Also Amt anrufen und sagen nö, Sklave doof, schick mal anderen.

Somit keine Festeinstellungen, keiner zahlt Steuern, aber Betriebe haben gratis Arbeiter und der Staat zahlt drauf.

Also einer kann hier nicht rechnen, das bin entweder ich oder die Politiker...das dürft ihr nun entscheiden :icon_mrgreen:
 
I

indiquent

Gast
Zwangsarbeitslager wieder einzuführen. Den Arbeitgebern werden damit wirklich alle Instrumente einer Sklavenhaltung zugebilligt.
Das schlimme daran. Die Linke spielt dabei auch noch mit:
Ehrlich gesagt oder gefragt ist doch, vielleicht spielen die alle ein Spiel, nur jeder hat seine bestimmte Position. Ergo wird am Sein nichts geändert, nur die Schausteller ausgetauscht Wo gibts denn jemanden der das grundlegends ändert? Ich seh weit und breit keinen. Alles Systemleute...........mM
 

XxMikexX

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Im Prinzip war Sklaverei ja auch eine Form von "geförderten Jobs".

Das Geld kam zwar nicht direkt vom Staat, aber die "Förderung" war doch da.


Teilhabe am Arbeitsleben, Betreuung rund um die Uhr.:biggrin:


Coaches gab es auch schon.:wink:

Sanktionen gab es auch schon.:biggrin:

Rechtlos ist man nach wie vor.



Also im Prinzip hat sich nicht viel geändert.
 

Der Auflehnende

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Alter Wein in neuen Schläuchen. Für jeden Elo können die sowieso keine Jobs schaffen. Arbeiten und dafür nur in Höhe der Alg II - Leistungen oder ein bisschen höher entlohnt zu werden will man schon seit Jahren an meinem Wohnort einführen. Es scheitert immer wieder daran, das irgendwelche Fördergelder nicht bewilligt werden.:biggrin:

Das "Die Linke" für Passiv-Aktiv-Transfers ist hatten wir schon letztes Jahr.
 

Kaleika

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Laut „Weser-Kurier“ beschloss die Bremische Bürgerschaft letzte Woche über alle Parteigrenzen hinweg, dass der Senat im Bundesrat einen Vorstoß unternehmen solle, um ein neues Instrument zur Beschäftigungsförderung für Langzeitarbeitslose zu ermöglichen. Verklausuliert steht da, der Schlüsselbegriff des Projektes laute „Passiv-Aktiv-Transfer“ (PAT), womit gemeint sein soll, dass die staatlichen Leistungen der „Grundsicherung“ und Kosten der Unterkunft nicht mehr an den Langzeitarbeitslosen zu geben, sondern als Zuschuss an den einstellenden Arbeitgeber zu zahlen seien. So werde aus dem „passiven Hilfeempfänger“ ein „aktiver Erwerbstätiger“.
Diese Sprache allein ist eine Unverschämtheit. Sie unterstellt Erwerbslosen Passivität und dass sie sich nicht um angeblich existierende Arbeitsplätze bewerben würden.
(...)
Immerzu wird sich irgendein anderer Name für diesen alten, fauligen Wein in neuen Hochglanzschläuchen ausgedacht, der nur dazu führt, dass ehemalige Langzeiterwerbslose für einen Hungerlohn schuften, aber immer noch ausgegrenzt bleiben müssen. Natürlich greifen die Betroffenen nach diesem Strohhalm, wie sonst auch nach den ausbeuterischen Ein-Euro-Jobs, weil Ausgrenzung durch Armut so furchtbar ist, dass nahezu alles getan wird, um diesen Zustand ein winziges kleines Bisschen abzumildern.
(..)
573. Bremer Montagsdemonstration am 20. 06. 2016
 
E

ExitUser0090

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Mehr lässt sich die Umwandlung vom Welfare- zum Workfare-Staat kaum vervollkommnen. Dazu für solch einen Hungerlohn arbeiten zu müssen! Von Hartz IV vegetieren zu müssen, bedeutet alles andere als eine Grundsicherung, kommt mitnichten an sie heran.
PAT = Workfare.
 
E

ExitUser

Gast
Da würde mich die Rechtsgrundlage mal interessieren?

Es gibt ja einen Rechtsanspruch auf Arbeitslosengeld II /Grundsicherung für Arbeitssuchende.

Meiner Meinung nach wäre es rechtswidrig: die existenzsichernden Leistungen eines Bedürftigen einem nicht bedürftigen Unternehmer zu überlassen.

Da würde ich es auf eine Gerichtsentscheidung ankommen lassen (wenn die sowas mit mir versuchen sollten)
 
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Zumal es einen ELO gegenüber dem Arbeitgeber erpressbar macht. Wenn der AG jetzt sag, tu dies oder das oder du kriegst dein ALG2 nicht, was bleibt dem ELO dann noch über außer sich zu beugen. Und wenn man zur Polizei geht passiert idR auch nicht viel.
 

AnonNemo

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Interessante Formulierung. Ich hoffe nur, dass da etwas falsch verstanden wurde:
Kaleika meinte:
dass die staatlichen Leistungen der „Grundsicherung“ und Kosten der Unterkunft nicht mehr an den Langzeitarbeitslosen zu geben, sondern als Zuschuss an den einstellenden Arbeitgeber zu zahlen seien.
Warum soll die KdU - als Zuschuss - an den einstellenden Arbeitgeber gezahlt werden ... seit wann geht die KdU den einstellenden Arbeitgeber etwas an??? :icon_eek:

Ist der Ex-LZA nicht willig, behält der Arbeitgeber den KdU-Zuschuss ein und der LZA landet unter der Brücke.
Eröffnet ganz neue Perspektiven der Erpressbarkeit!
 

BonoboBert

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Ich verstehe es so, das es wie son 1-Euro-Job ist, nur das vorher all das Geld an den "Maßnahmeträger" geht. Wenn man fleissig aufkreuzt, bekommt man seine Existenzsicherrung bezahlt.
Somit arbeitet man für eine Firma, wird aber nicht von der bezahlt, sondern bekommt weiter vom Staat, was man eigentlich eh bekommen sollte.
Du hast dann ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Dafür dass der AG dich einstellt, bekommt er das vom JC, was du vorher bekommen hast. Du als ehemals Erwerbsloser hast reguläre Arbeit mit allen Rechten und Pflichten. Der AG zahlt dir Lohn aus, nicht die Existenzsicherung.

Solche Art der Förderung gibts doch jetzt schon. Zuschüsse für AG.
 
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Du hast dann ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Dafür dass der AG dich einstellt, bekommt er das vom JC, was du vorher bekommen hast. Du als ehemals Erwerbsloser hast reguläre Arbeit mit allen Rechten und Pflichten. Der AG zahlt dir Lohn aus, nicht die Existenzsicherung.

Solche Art der Förderung gibts doch jetzt schon. Zuschüsse für AG.
Hier kommt es doch eher darauf an, wie dieses Arbeitsverhältnis zustande kommt. Wenn du eine Zuweisung bekommst, dass du ab morgen da anfangen musst und deine Zahlung ab morgen eingestellt wird, ist es eindeutig Zwang. Wenn du einen VV bekommst auf den du dich bewerben sollst ist es durchaus was anderes. Denn hier würde man den normalen Bewerbungsprozess durchlaufen.
Aber wenn das Amt und der AG vorher Tatsachen schaffen, die dich beschweren kann ich hier beileibe kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis erkennen. Es mag formal eines sein, nur das Zustandekommen darüber wäre rechtswidrig (Vertragsfreiheit etc) und wohl auch sittenwidrig. Denn warum sollten 2 andere über dich bestimmen dürfen, obwohl du rechtlich voll handlungsfähig bist?
Und der zu erwartende Lohn wäre auch noch interessant. Ist es 1:1 die Höhe vom ALG2 oder regulärer Lohn nach Mindestlohngesetz oder höher? Bei höherem Lohn und freier Bewerbung geh ich mit - ok, aber bei Zwangszuweisung per VA und gleichen Bezügen ist es Zwangsarbeit.
 

Texter50

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Ich verstehe den Protest nicht.
Da hat endlich mal wer aus der Geschichte gelernt.
Das nannte sich im Mittelalter der Leibeigene seines Herren! :icon_hmm: :eek:

Was man an oberster Stelle dabei dann vergessen hat:
Nach dem Status der Leibeigenschaft kamen die Bauernkriege, um eben auch diesen Zustand abzuschaffen. :biggrin:
Falls es die ELOs denn mal schaffen, einen Aufstand hinzubekommen... :icon_mrgreen:

Nachtrag: wir sind schon längst auf einem vergleichbaren Weg.
Das LZA-Programm!
Einfach mal nachlesen...
 

BonoboBert

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Hier kommt es doch eher darauf an, wie dieses Arbeitsverhältnis zustande kommt. Wenn du eine Zuweisung bekommst, dass du ab morgen da anfangen musst und deine Zahlung ab morgen eingestellt wird, ist es eindeutig Zwang. Wenn du einen VV bekommst auf den du dich bewerben..
Das sind Mutmaßungen, die der Text erstmal so nicht hergibt. Die Vertragsfreiheit steht im Grundgesetz und fällt unter die Ewigkeitsklausel und Wesensgehaltsgarantie. Daran gibts nichts zu rütteln. Nur das hier im Forum, sollte es so kommen, ein neues Themenspektrum Einzug hält. Dann muss man sich solchen Arbeitgebern, und das sind sie dann, mit den Mitteln des Arbeitsrechts erwehren. Ist doch gehupft wie gesprungen!

Die Möglichkeit bei Ablehnung eines Arbeitsvertrages zu sanktionieren, ist ja jetzt schon Realität. Da muss man vor dieser neuen "Förderungsmöglichkeit" auch keine neuen Ängste aufbauen.
 
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Das sind Mutmaßungen, die der Text erstmal so nicht hergibt. Die Vertragsfreiheit steht im Grundgesetz und fällt unter die Ewigkeitsklausel und Wesensgehaltsgarantie. Daran gibts nichts zu rütteln. Nur das hier im Forum, sollte es so kommen, ein neues Themenspektrum Einzug hält. Dann muss man sich solchen Arbeitgebern, und das sind sie dann, mit den Mitteln des Arbeitsrechts erwehren. Ist doch gehupft wie gesprungen!

Die Möglichkeit bei Ablehnung eines Arbeitsvertrages zu sanktionieren, ist ja jetzt schon Realität. Da muss man vor dieser neuen "Förderungsmöglichkeit" auch keine neuen Ängste aufbauen.
Hättest du meinen Post richtig gelesen Bono, dann hättest du gemerkt, dass ich beide Möglichkeiten gegenüber gestellt habe. Ich habe nicht vorausgesetzt, dass es so kommen wird, wie du mein Post zitiert hast. Du hast einen Teil meiner Aussage nämlich aus dem Kontext gerissen.

Das mit dem Arbeitsrecht zieht übrigens nicht. Denn das Arbeitsrecht gewährt nicht alle Möglichkeiten die im SGB aufgegliedert sind. Und es würde nichts ändern, es wäre Zwangsarbeit.
 

subfoo

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Also, ich finde es lustig.

Denn es gibt so manche Bezieher des Regelbedarf, die sich schon seit Jahren bewerben und nichts finden.
Insbesondere schwerbehinderte Menschen haben es schwer.

Und die Fördermöglichkeiten gibt es schon lange.

Es solle auf einmal möglich sein, geförderte Arbeitsplätze anzubieten?
Na so was, warum bewerben sich dann z.B viele schwerbehinderte Menschen bereits seit Jahren?
 
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