Mitwirkungspflicht Dritter bei einmaligem "Einkommen"?

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masterofdisaster

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Hallo liebe Mitglieder,

Ich habe habe einige kleine Fragen zu einer folgenden fiktiven Sachlage:

Ein Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft wurde gekündigt, dieser hat eine Abfindung und eine Urlaubsabgeltung erhalten. Dies wurde dem Jobcenter mitgeteilt, indem man die Gehaltsabrechnung zugesandt hat. Daraufhin will das Jobcenter entsprechende Unterlagen (Kontoauszüge), die den Eingang belegen sollen.

1. Frage:

Das Geld wurde nicht direkt auf das Konto des Mitglieds der Bedarfsgemeinschafts überwiesen, sondern einer anderen Person, die nicht in der Bedarfsgemeinschaft ist. Das stand so auch in der Gehaltsabrechnung drin. Der Betrag wurde an Person X überwiesen. In wiefern muss diese Person seine Kontodaten offenlegen? Alles schwärzen bis auf den Namen und dem Geldeingangsdatum?

2. Frage:

Wenn die Frage 1 geklärt ist und das Jobcenter dann anrechnen kann, kann sie doch nur die Abfindung anrechnen jedoch nicht die Urlaubsabgeltung?

Über einige Einschätzungen zur folgenden Sachlage würde ich mich freuen.

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

erwerbsuchend

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Das stand so auch in der Gehaltsabrechnung drin. Der Betrag wurde an Person X überwiesen. In wiefern muss diese Person seine Kontodaten offenlegen? Alles schwärzen bis auf den Namen und dem Geldeingangsdatum?

Der Name des Kontoinhabers wird doch bereits in der Entgeltabrechnung genannt, oder wurde dieser dort ebenfalls geschwärzt?

Auf dem Kontoauszug muss der Geldeingang klar und deutlich erkennbar sein. Dazu müssen zu dieser Buchung der Buchungstext, Betrag und Buchungsdatum erkennbar sein. Name und Kontonummer des Empfängers sollten ebenfalls erkennbar sein.
 

masterofdisaster

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Danke für die schnellen Antworten.

@ erwerbssuchend

Ja. Der Name und Nachname war klar lesbar angegeben.
Wenn die Person an dem die Zahlung ging, in der Bedarfsgemeinschaft wäre, dann wäre dies ja auch kein Problem, weil man bei Antragsstellung eh seine Konten angeben muss.
Aber in dem Fall hat die ja nichts mit der Bedarfsgemeinschaft zu tun. Name und Nachname ist in Ordnung, aber die Kontodaten muss ja niemand wissen. Oder gibst du wildfremden deine Kontonummer?

@ Gast

Das Problem ist halt die Jobcenter haben vermutlich alle standartisierte Vordrucke, die sie durch einige individuelle Zeilen ergänzen und nicht speziell auf den vorliegenden Sachverhalt eingehen. Dann entstehen solche Missverständnisse.
 
E

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Gast
Wie kommt das Geld vom Dritten zum HE? Bar? Dann Quoittung vorlegen und Ende. Wobei es schon ungewoehnlich ist, wenn ein AG an einen dritten ueberweist.
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe im Hinterkopf, dass generell nur bereite Mittel angerechnet werden dürfen.

Evtl. ist erheblich, warum das Geld an den Dritten ging. War es ein Gläubiger, Pfändung, Abtretung, Kredittilgung o.ä..

In wiefern muss diese Person seine Kontodaten offenlegen? Alles schwärzen bis auf den Namen und dem Geldeingangsdatum?
Wenn aus der Abrechnung ersichtlich ist, dass das Geld an einen Dritten ging, muss der m.E. nichts darlegen. Zu klären ist eher, warum es an ihn gezahlt wurde und dies ein anerkannter Grund ist, dass es anrechnungsfrei bleibt.
Ich würde meinen erst wenn der Dritte zur Herausgabe verpflichtet ist, könnte er im Rahmen des § 60 SGB II zur Auskunft verpflichtet sein.
Dies muss aber das JC bei ihm anfordern und nicht der eLb!
Wenn die Frage 1 geklärt ist und das Jobcenter dann anrechnen kann, kann sie doch nur die Abfindung anrechnen jedoch nicht die Urlaubsabgeltung?
Dazu gibt es zwar gegenteilige Urteile, tendenziell ist Urlaubsabgeltung aber wohl anrechenbar. IdR wiegen SG-Urteile schwerer, als SG-Urteile.
 
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