Mitbewohner ist ausgezogen. Muss das Jobcenter nun weiterhin die volle Miete übernehmen ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

ElMundo

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
11 November 2019
Beiträge
8
Bewertungen
0
:)Hallo,
einer unserer Mitbewohner ist ausgezogen wir haben die Wohnung damals zu dritt angemietet, demnach stehen wir alle im Mietvertrag.

DIe Wohnung ist ca. 85qm - kalt 630€, es wird doch der Höchstbetrag bezahlt auch wenn die Wohnung unangemessen wäre dann?
Reicht es wenn man die Meldebescheinigung des Ausgezogenen und eine Veränderungsmitteilung am Jobcenter einreicht?
Wir sind alle keine Bedarfsgemeinschaft, jeder für sich.
-Mitbewohner ist ausgezogen bekomme ich nun mehr Leistung?-

MFG
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.630
Bewertungen
15.253
Das Jobcenter müsste zunächst die Miete mindestens für die nächsten 6 Monate weiter übernehmen und euch eine Kostensenkungsaufforderung zukommen lassen. Also die Miete durch 2 anstatt durch 3 geteilt zahlen.

einer unserer Mitbewohner ist ausgezogen wir haben die Wohnung damals zu dritt angemietet, demnach stehen wir alle im Mietvertrag.
Wenn das so stimmt sollte sich derjenige der ausgezogen ist aber dessen bewusst sein das er weiterhin, genau wie die beiden verbleibenden Mieter, gesamtschuldnerisch (§ 421 BGB) für die Miete haftet. Nur weil er auszieht bedeutet das nicht das er keine Pflicht mehr hätte die Mietzahlung zu leisten. Um da raus zukommen müsste der Mietvertrag mit allen 3 Unterzeichnern gekündigt werden und eine neuer Mietvertrag mit den verbleibenden 2 Mietern gemacht werden. Dem muss der Vermieter aber auch zustimmen wozu er aber nicht verpflichtet ist.
Sollte es nun dazu kommen das die Miete nicht vollständig oder gar nicht an den Vermieter gezahlt wird kann dieser dieser die volle Miete auch bei dem der ausgezogen ist einfordern.
 

Fabiola

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Mai 2015
Beiträge
2.208
Bewertungen
3.347
Ich habe dies hier zum Thema gfunden:
LG Berlin vom 28.8.2013 – 65 S 78/13 –

Wohngemeinschaft
Leitsatz:
Wer eine Wohnung an eine Wohngemeinschaft vermietet, der muss das sich daraus ergebende Wechselrecht in Bezug auf die zur Wohngemeinschaft gehörenden Personen in Kauf nehmen, wenn das nicht ausdrücklich vertraglich ausgeschlossen ist.

oder auch:
Amtsgerichts Greifswald vom 16.08.2018 - 45 C 39/18 –

Wohngemeinschaft darf auf Auswechslung von Mietern bestehen
Kommt zwischen einem Vermieter und einer Wohngemeinschaft ein Mietvertrag zustande, so muss der Hauseigentümer der Auswechslung einzelner Mieter zustimmen. Hierbei muss das Mietverhältnis nicht ausdrücklich mit einer Wohngemeinschaft eingegangen worden sein. Denn es reicht aus, wenn aus den Gesamtumständen hervorgeht, dass die Wohnung durch eine Wohngemeinschaft angemietet wurde.

 

MaunziMaunz

Elo-User*in
Mitglied seit
26 März 2013
Beiträge
334
Bewertungen
312
Habt Ihr schon nach einem neuen Mitbewohner gesucht, grad bei der Wohnungsnot? Oder wollt Ihr evtl. grad keinen mehr...
LG MaunziMaunz
 

Kranzi

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Juni 2010
Beiträge
159
Bewertungen
53
Hallo
Erstmal prüfen ob die Wohnung nicht doch angemessen ist ? 2 Personen teilen sich 630 Kaltmiete , also 315 für jeden.Würde sagen das liegt in den meisten Gegenden Deutschlands im rahmen. Natürlich Ummeldung vom Mieter der die wg verlassen hat besorgen wenn möglich und dann höhere Mietkosten geltend machen.
Falls ich irgendwo einen Fehler in meiner Denkweise habe klärt mich bitte auf.
mfg kranzi
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.630
Bewertungen
15.253
ch habe dies hier zum Thema gfunden:
LG Berlin vom 28.8.2013 – 65 S 78/13 –
Sehr interessant. Kannte ich noch nicht. Dennoch ist darauf zu achten das alle drei gesamtschuldnerisch haften bis der Mietvertrag geändert ist. Wird diese Mietvertragsänderung beim Vermieter nicht angestrebt ändert das nichts an der Haftung. Ganz davon abgesehen das im Streitfall das dortige Gericht nicht zwangsläufig den Entscheidungen des LG Berlin und des AG Greifswald folgen muss.
 

ElMundo

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
11 November 2019
Beiträge
8
Bewertungen
0
Wir werden warscheinlich nicht als WG angesehen da wir alle miteinander Verwandt sind, es wird schwer zu beweisen sein das wir nicht als Familie angemietet haben. Meine Schwester ist schon länger weg, und es wäre möglich das ich in einem Jahr die Wohnung alleine fürhren muss.
Natürlich möchte ich die Wohnung noch weiterbenutzen.
Als weitere Möglichkeiten wäre noch eine Untervermietung oder die Entlassung von Mietern mit einer Entlassungsvereinbarung. Es gibt momentan Verhandlungspotenzial auch wegen der abgenutzen Teppiche, und der fehlenden Kaution in unserem jetzigen Vertrag. Letzendlich muss alles so gedreht werden das ein Verbleib in der Wohnung gewähleistet ist.

Würde ich dann erstmal die volle Miete für 6 Monate auch alleine bekommen? In der Zwischenzeit müsste ich bestimmt Nachweise bringen das ich mir eine neue angemessene Wohnung suche?

Natürlich würde ich untervermieten, so lange bis sich was festeres ergibt.
 

Kranzi

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Juni 2010
Beiträge
159
Bewertungen
53
Hallo
Kann sein das ich mich irre, aber ich glaube solange kein Elternteil mit in der Wohnung wohnt dürfte eine bg nicht automatisch angenommen werden.
bzw ein erziehungsberechtigter (ehemaliger).
Aber bin mir nicht ganz sicher.

lg kranzi
 

Shlock

Elo-User*in
Mitglied seit
21 Februar 2013
Beiträge
45
Bewertungen
40
Solange der alte Mietvertrag mit 3 Mietern besteht, wird das Jobcenter sich darauf berufen, dass alle 3 Mieter ihren Anteil zu zahlen haben. Demnach steht dir nur 1/3 der Kosten zu und das wird sich auch nicht ändern, solange der alte Mietvertrag besteht.
I.d.R. ist es so, dass der alte Mietvertrag von allen 3 Mietern gekündigt werden sollte und ein neuer Mietvertrag mit den 2 verbliebenen geschlossen wird.
 
Oben Unten