Mit was nebenbei selbständig machen

also

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Ich gratuliere jedem der den Mut hat, trotz aller Risiken und Unsicherheiten als Selbständiger an den Aufbau von einem eigenen Geschäft zu denken.

Gerade Geschäftsideen rund um PC und Internet schießen ja wie Pilze aus dem Boden. Und wenn man einschlägigen Webseiten glauben soll, kann jeder mit Null Ahnung in drei Stunden vierhundertdreiundsiebzigeurofünfundneunzig verdienen, hauptsache er kauft jetzt diesen einmaligen geheimen Geheimreport für xy Euro. (Man muss sich echt manchmal fragen, ob solche Autoren überhaupt selbst an den Rotz glauben, den sie da von sich geben.)

Wer sich im PC-Bereich (Dienstleistung, Grafik, Musik, etc.) selbständig machen und etwas ausprobieren will, dem kann ich sogenannte "Mikrojob-Plattformen" empfehlen (einfach mal nach "microjobs" oder "mikrojobs" googlen).

Damit kann man zwar am Anfang nicht seinen Lebensunterhalt verdienen, aber man kann seine Dienstleistungen dort anbieten und bekommt schnell ein Gespür dafür, was die Kunden brauchen.

Wer einen Paypal-Account hast, kann da auch erstmal die ersten Runden zum Testen drehen, bevor man ein Gewerbe anmeldet. So sieht man, ob die eigene Dienstleistung überhaupt ankommt.

Auf das Risiko hin, dass ich von dem einen oder anderen gleich wegen Anstiftung zu Schwarzarbeit angegangen werde: Nein, ich meine nicht damit, dass man das "schwarz" machen soll. Meine Empfehlung ist einfach nur, vorher testen, ob es überhaupt potentielle Kundschaft für die eigene Geschäftsidee gibt. Und ja, das darf man, auch ohne Gewerbeschein und ohne irgendein Amt um Erlaubnis bitten zu müssen.

Jeder kann sich eine Prepaidkarte ohne Registrierung und ein 5-Euro-Handy bei ebucht schießen, damit er für potentielle Kundenanfragen telefonisch erreichbar ist. Eine Freemail-Adresse bei einem "seriösen" Mailanbieter (t-online, web, etc.) ist in Sekunden eingerichtet und kostenlosen, werbefreien Webspace gibt es auch (bplaced, lima-city, etc.).

Das ist nicht verboten, kein Leistungsmißbrauch oder gar Steuerhinterziehung.

Abhängig von der Geschäftsidee gibt es gerade im Internet so viele Möglichkeiten, kostenlos Werbung für sein (zukünftiges) Geschäft zu machen. Aber auch "offline" durch Aushang von Miniplakaten, Direktansprache oder über Flyer kann man Kundenkontakte aufbauen. Und wenn die ersten Anfragen laufen und sich im besten Fall schon Aufträge von zahlenden Kunden ankündigen, dann geht es erst mit dem ganzen Papierkram für die Ämter los.

Eine Bekannte von mir (alleinerziehend, 1 Kind) hat sich so innerhalb von 3 Monaten zum größten Teil aus H4 herausgeschaufelt, nachdem sie gut 4 Jahre im Bezug war und viel Schikane erlebt hat (Auto weg, Wohnung zu teuer, VZ-Stellen obwohl keine Ganztagsbetreuung fürs Kind da war usw...). Sie schreibt jetzt Artikel für verschiedene Auftraggeber und ihr neuester Coup ist die Korrektur von medizinischen Fach-Texten (für Studenten/Doktoranden) auf einer Plattform im Internet. In diesem speziellen Bereich war sie vor der Schwangerschaft 10 Jahre tätig, da kennt sie sich halt auch aus.

Gerade wenn man "nebenbei" (auch aus ALG1/ALG2 darf man nebenbei was starten) beginnt, hat man gute Möglichkeiten seine Geschäftsidee auszuprobieren. Auch mit ganz, ganz wenig Budget. Es ist viel wichtiger einfach auszuprobieren, ob einem das Geschäft auch liegt und man es gerne macht, anstatt immer dem "großen Wurf" hinterher zu laufen.

Solange das eigene Geschäft in der Testphase keinerlei Investitionen benötigt und ausser Eigenleistung im Fall des Scheiterns keine großartigen Werte verbrannt werden, kann man das Thema locker und unverkrampft angehen.

Wie jetzt, man kann sich ohne Startkapital nebenbei selbständig machen?

Aber natürlich kann man. Wer am Markt als Problemlöser auftritt, hat schneller die Bude voller Arbeit, als er sich umschauen kann. In einer Maßnahme habe ich einen Teilnehmer kennengelernt, der bei seiner Schwester auf der Couch wohnen musste. Seine Story war nicht unbedingt die einfachste, aber er hatte einen Plan. Er wollte unbedingt nach Berlin ziehen (da kam er ursprünglich auch her) und da wieder Fuß fassen. Obwohl er gerade in München gewohnt hat, hat er nach kurzer Zeit schon einen Berliner Verlag gefunden, für den er am Telefon Anzeigen verkaufen soll. Kosten? Keine. Die Telefonflatrate war eh schon vorhanden und die selbständige Arbeit am Telefon war genau sein Ding. PC und Internetanschluss für das Verlagsprogramm konnte er von seiner Schwester nutzen.

Das ist nur ein Beispiel. Ich selber habe auch schon so einiges auf dem Buckel. Als selbständiger Kurierfahrer ist mir mal vor vielen Jahren mein Auto durch einen selbstverschuldeten Unfall kaputt gegangen. Geld für ein Ersatzauto hatte ich damals nicht. Nach drei harten Tagen mit echten Existenzängsten (wo kommt jetzt Geld her?) und einen Haufen Telefonaten hatte ich die Lösung: Pakete für einen Zustelldienst mit Firmenfahrzeug zustellen. Abgerechnet wurde nach Paketen, ebenfalls auf selbständiger Basis. Kosten? Keine, der Transporter gehörte dem Chef, die Tankkarte war im Handschuhfach und die Monatskarte für die Öffentlichen hatte ich vorher schon. Also, man kann auch ohne eigenes Auto und hohen laufenden Kosten ein selbständiger Kurierfahrer sein.

Vom Prinzip her ist es gar nicht wichtig was man selber machen will. Es ist vielmehr entscheidend wichtig, was gerade von den potentiellen Kunden gebraucht wird. Hätte in meinem Fall der Unternehmer nicht gerade zu dieser Zeit einen Subunternehmer gesucht, hätte ich wohl keine Chance bei ihm gehabt.

Es gibt natürlich auch Jobs, die man ohne Kapital selbständig nebenbei starten kann, die nichts mit Paketen ausfahren oder Verkäuferjobs am Telefon zu tun haben.

Ich lernte erst neulich jemanden auf einer Messe kennen, der kennt sich ganz gut mit sogenannten "Partnerbörsen" aus. Da es auch in in diesem Bereich leider schwarze Schafe gibt und man (meistens als Mann) gnadenlos abgezockt wird, hat er durch Zufall eine nette kleine Nische gefunden. Für einen festen Stundensatz hilft er seinen Kunden (eine spezielle Zielgruppe) die geeignete Plattform zu finden, das eigene Profil zu erstellen und die ersten Kontakte zu machen. Das ist meist in ein bis zwei Stunden erledigt und er hat wohl auch richtig Spaß bei der Arbeit. Er macht seinen Job so gut, dass er mittlerweile nur durch Mundpropaganda einen vollen Terminkalender hat.

Man sollte einfach die Augen und Ohren offenhalten und sich bewusst werden, welche Probleme gerade aktuell sind. Welche Probleme kannst du besser, billiger oder schneller als der Mitbewerber lösen? Oft erkennt man nur den einzelnen Baum nicht mehr, weil man mitten im Wald steht.

In diesem Sinne - viel Spaß beim "Entdecken"!

PS: Eine fällt mir noch ein, die nichts mit Internet und so zu tun hat. Die Nachbarin von meinem ehemaligen Geschäftspartner hat von ihrem Großvater tolle Rezepte zum Einmachen vererbt bekommen. Nicht nur Marmeladen sondern auch scharfe Pepperonis und allerlei deftiges kocht sie je nach Saison ein und verkauft ihre "Muttis Beste"-Creation auf dem Wochenmarkt in der 20km entfernten Stadt. Das Obst und Gemüse kommt aus dem eigenen Anbau und kostet sie - richtig, gar nichts. Da sie mich zu einem Fan ihrer Einmachkünste gemacht hat (mein Bekannter hat mir letztens eine kleine Auswahl mitgebracht) und ich bis zum Saarland doch eine Ecke zu weit fahren müsste, überlegen wir gerade, wie dieses "Problem" am besten gelöst werden könnte.

PPS: Freue mich auf mehr Beispiele (bitte keine Internas ausplaudern), wie man ohne Startkapital nebenbei gründen kann. Bitte kein MLM oder sowas...
 
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Rounddancer

Gast
Nun, was die eingemachten Sachen angeht: Da kommt dann hat schnell das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz entgegen,- und die Fertigpackungs-Verordnung, diverse Hygiene- und Preisauszeichnungsverordnungen. Und auch die Abgaben für den "Grünen Punkt", Abmahnungen, etc.

Zum Transport gibt es recht ordentliche Verpackungen mit festen Trennfächern,- jedes Paket muß ja samt Inhalt den Fall aus 80cm Höhe überstehen.

Was man tun kann, ohne Kapital? Ist immer irgendwie mit Empfehlungsmarketing verbunden.

Man kann z.B. Ökostrom verkaufen, für 19,9cent /kWh, plus 6,99 Eur/Monat Grundgebühr. Vertragsdauer nur vier Wochen, sechs Wochen Kündigung zum Monatsende, keine Vorkasse, keine Kaution.

Oder man kann Partyservices ud Wirte für den bundesweiten Buffetlieferdienst werben. Der Wirt zahlt im Monat 67 Euro Grundgebühr, davon kriegt man ungefähr 15, jeden Monat. plus anteiliger Provision für jeden Umsatz.

Man kann einen Zanox-Shop machen und bewerben,- kostet nix, bringt aber Provisionen, auch auf die eigenen Umsätze bei den Shops dort.

Oder man kann davon die weiterentwickelte Variante davon Bares Geld zurück beim Onlinekauf , über 1300 Shops im Portal, viele davon auch über Zanox drin,- dazu Werbemittel, etc.

Und so weiter.

Natürlich kann man auch z.B. Worldsoft-Webmaster werden,- die Kurse dazu gibts gratis im Portal https://hdt.webmaster-alliance.com
und dann dem Metzger an der Ecke und dem Schuhmacher im Keller des Kaufhauses, etc. Webseiten machen und warten.

Geht natürlich auch eine Nummer kleiner, man wird 1und1-Profiseller (kostet nix), und lernt in zwei Webinaren, wie man eine der Branchenwebseiten auf den eigenen Kunden einrichtet und anpaßt. Da hat man aber auf Dauer nur dann was, wenn man nach der Vermittlung nd dem Aufbau der Seite auch noch die Wartung der Seiten übernehmen kann, für z.B. 49 Euro/Stunde.

Denn während es für das Hosting bei Worldsoft lebenslang Provision gibt (solange der Kunde bei WS bleibt und zahlt), gibts von 1und1 immer nur eine Einmal-Provision. Die hat dann zwar u.U. einen Mengen-Bonus, aber echtes Geld kommt da nur rein, wenn man auch die Wartung der Seiten -dann auf eigene Rechnung- verkaufen kann.


 

also

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...Was man tun kann, ohne Kapital? Ist immer irgendwie mit Empfehlungsmarketing verbunden...
Danke für deinen Beitrag, aber genau das will ich in diesem Thread mal eben ausklammern.

Hätte ich sicherlich am Schluss noch deutlicher formulieren können: KEIN Empfehlungsmarketing (MLM, Affiliate, etc.). Dankeschön :icon_smile:!

Hmm, wie sieht es denn in deiner Branche aus. Wie schätzt du als Insider die Chancen einer "Nebenbei-ohne Geld-Gründung" in deiner Branche ein?
 
R

Rounddancer

Gast
Ich geh ja mit viel Geduld und einem breitgefächerten Bauchladen raus. Ok, das mit der Personalvermittlung kam ja auch noch dazu.

Aber generell gilt meiner Erfahrung nach: Kontakte, Kontakte, Kontakte sind das A & O.

Generell gilt, egal in welchem Business: Wenn man, auf einen Arbeitsbereich bezogen. erstmal zwanzig Kunden hat und die zufrieden sind,- dann beginnen die Empfehlungen zu laufen und sich fortzupflanzen. Dann kommen die ersten Aufträge, für die man nicht selbst werben mußte. Also wenn man zwanzig Kunden selbst geworben, und denen z.B. eine Webseite verkauft und eingerichtet hat.. Oder zwanzig Kunden den Strom auf günstigen Ökostrom umgestellt.

Nur, so wie ja die erste Million die schwerste ist, so braucht es auch ne Menge Kontakte, um daraus Interessenten zu bekommen.

Will sagen: Ein Beispiel: 300 Gespräche führen mit unbekannten Menschen, ergibt der Erfahrung nach 23-24 Interessenten,- und daraus dann im Schnitt sieben bis acht Aufträge.
Um also 20 Aufträge zu bekommen, muß man rund 850 Menschen ansprechen, um rund 60 Interessenten zu bekommen.

Dann kommt dann eh noch das gute, alte Pareto-Prinzip in den Weg,- das besagt, daß man 80 Prozent seines Umsatzes mit 20 Prozent seiner Kunden mache.

Kurzum: Es ist viel Arbeit, aber auch eine Chance,- wenn man die Nische in der Nische findet,- und/oder viel Ausdauer bringt. "Selbstständig" sein, bedeutet halt auch, selbst ständig zu arbeiten.
 

alexander29

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hatte ich die Lösung: Pakete für einen Zustelldienst mit Firmenfahrzeug zustellen. Abgerechnet wurde nach Paketen, ebenfalls auf selbständiger Basis. Kosten? Keine, der Transporter gehörte dem Chef, die Tankkarte war im Handschuhfach und die Monatskarte für die Öffentlichen hatte ich vorher schon. Also, man kann auch ohne eigenes Auto und hohen laufenden Kosten ein selbständiger Kurierfahrer sein.
Das ist natürlich ein "Scheinselbstständiger", vom Finanzamt verfolgt und strafbar; wenn das auffliegt, zahlt der "Chef" Strafe, die hinterzogenen Sozialabgaben und Steuern obendrauf.
Zusätzlich gibt es noch ein Strafverfahren.

Dasselbe kann dir drohen.
 

Regelsatzkämpfer

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Besonders sinnvoll sind Selbstständigkeiten die auf besonderen eigenen Fähigkeiten aufbauen, die nicht so häufig vorkommen. Hier ist es mit der Konkurrenz meist leichter, denn die Ideen können andere nicht so leicht nachmachen. Es müssen natürlich dadurch Produkte oder Dienstleistungen entstehen, die auch tatsächlich nachgefragt werden bzw. für die ein Bedarf geweckt werden kann.

Etwas zu tun, was eigentlich jeder tun kann, führt seltener zum Erfolg. Da ist dann der Fakter Zeitpunkt, genauer Ort und viel Glück bedeutend entscheidender.
 
R

Rounddancer

Gast
Das ist natürlich ein "Scheinselbstständiger", vom Finanzamt verfolgt und strafbar; wenn das auffliegt, zahlt der "Chef" Strafe, die hinterzogenen Sozialabgaben und Steuern obendrauf.
Zusätzlich gibt es noch ein Strafverfahren.

Dasselbe kann dir drohen.

Nicht unbedingt. Dann nicht, wenn der Selbstständige nicht qua Vertrag dazu verpflichtet ist, ausschließlich für das Unternehmen dieses Chefs zu fahren.
Er kann ja, wenn das legal sein soll, auch die Möglichkeit haben, in einem Teil seiner Arbeitszeit für ein anderes Unternehmen zu fahren, oder sonstwas zu tun, z.B. in seinem Block als Kehrwochen- oder Schneeschipp-Dienst auch auf selbstständiger Basis arbeiten. Oder Dozent sein in irgendeinem Kurs eines Trägers.
Er muß es ja nicht tun, er muß es nur tun können dürfen.
 
E

ExitUser

Gast
@also

Also,-
jetzt mieme ich mal hier die USER;-
die HIER sonst immer meckern!
Weil wir hier ja so ein soziales FORUM sind!
Also,-
was ist das für ein USRNAME @ALSO GEHT SCHON MAL GAR NICHT &
Alianz-ARENA,-
biste ein WIRTSCHAFTSSPITZEL oder AGENT dem die IDEEN fehlen und
sich dachte mal sehen,-
starte ne Anfrage im Forum,-
mal sehen,-
vielleicht fällt ja hier ein NAIVER drauf herein????????
Und ich hab so meine neuen IDEEN!!!!!!!!!!!
@also,-
wir haben haben hier schon alle möglichen KLÖPSE erlebt!
Ich fall nich auf Deine Ideensuche rein,-
ich lass mir meine Ideen vorher
rechtlich absichern und Patentieren,-
bevor ich diese hier unter mir FREMDEN ausplaudere!!!!!!!!!!
Haste schoneinmal,-
was von IDEENKLAU gehört???????:biggrin:
 

also

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Besonders sinnvoll sind Selbstständigkeiten die auf besonderen eigenen Fähigkeiten aufbauen, die nicht so häufig vorkommen. Hier ist es mit der Konkurrenz meist leichter, denn die Ideen können andere nicht so leicht nachmachen. Es müssen natürlich dadurch Produkte oder Dienstleistungen entstehen, die auch tatsächlich nachgefragt werden bzw. für die ein Bedarf geweckt werden kann. Etwas zu tun, was eigentlich jeder tun kann, führt seltener zum Erfolg. Da ist dann der Fakter Zeitpunkt, genauer Ort und viel Glück bedeutend entscheidender.
Danke, danke, danke... :icon_knutsch:

In fünf Sätzen auf den Punkt gebracht.

Ich hätte es nicht besser formulieren können. Chapeau!
 
E

ExitUser

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Ich gratuliere jedem der den Mut hat, trotz aller Risiken und Unsicherheiten als Selbständiger an den Aufbau von einem eigenen Geschäft zu denken.

Gerade Geschäftsideen rund um PC und Internet schießen ja wie Pilze aus dem Boden. Und wenn man einschlägigen Webseiten glauben soll, kann jeder mit Null Ahnung in drei Stunden vierhundertdreiundsiebzigeurofünfundneunzig verdienen, hauptsache er kauft jetzt diesen einmaligen geheimen Geheimreport für xy Euro. (Man muss sich echt manchmal fragen, ob solche Autoren überhaupt selbst an den Rotz glauben, den sie da von sich geben.)

Wer sich im PC-Bereich (Dienstleistung, Grafik, Musik, etc.) selbständig machen und etwas ausprobieren will, dem kann ich sogenannte "Mikrojob-Plattformen" empfehlen (einfach mal nach "microjobs" oder "mikrojobs" googlen).

Damit kann man zwar am Anfang nicht seinen Lebensunterhalt verdienen, aber man kann seine Dienstleistungen dort anbieten und bekommt schnell ein Gespür dafür, was die Kunden brauchen.

Wer einen Paypal-Account hast, kann da auch erstmal die ersten Runden zum Testen drehen, bevor man ein Gewerbe anmeldet. So sieht man, ob die eigene Dienstleistung überhaupt ankommt.

Auf das Risiko hin, dass ich von dem einen oder anderen gleich wegen Anstiftung zu Schwarzarbeit angegangen werde: Nein, ich meine nicht damit, dass man das "schwarz" machen soll. Meine Empfehlung ist einfach nur, vorher testen, ob es überhaupt potentielle Kundschaft für die eigene Geschäftsidee gibt. Und ja, das darf man, auch ohne Gewerbeschein und ohne irgendein Amt um Erlaubnis bitten zu müssen.

Jeder kann sich eine Prepaidkarte ohne Registrierung und ein 5-Euro-Handy bei ebucht schießen, damit er für potentielle Kundenanfragen telefonisch erreichbar ist. Eine Freemail-Adresse bei einem "seriösen" Mailanbieter (t-online, web, etc.) ist in Sekunden eingerichtet und kostenlosen, werbefreien Webspace gibt es auch (bplaced, lima-city, etc.).

Das ist nicht verboten, kein Leistungsmißbrauch oder gar Steuerhinterziehung.

Abhängig von der Geschäftsidee gibt es gerade im Internet so viele Möglichkeiten, kostenlos Werbung für sein (zukünftiges) Geschäft zu machen. Aber auch "offline" durch Aushang von Miniplakaten, Direktansprache oder über Flyer kann man Kundenkontakte aufbauen. Und wenn die ersten Anfragen laufen und sich im besten Fall schon Aufträge von zahlenden Kunden ankündigen, dann geht es erst mit dem ganzen Papierkram für die Ämter los.

Eine Bekannte von mir (alleinerziehend, 1 Kind) hat sich so innerhalb von 3 Monaten zum größten Teil aus H4 herausgeschaufelt, nachdem sie gut 4 Jahre im Bezug war und viel Schikane erlebt hat (Auto weg, Wohnung zu teuer, VZ-Stellen obwohl keine Ganztagsbetreuung fürs Kind da war usw...). Sie schreibt jetzt Artikel für verschiedene Auftraggeber und ihr neuester Coup ist die Korrektur von medizinischen Fach-Texten (für Studenten/Doktoranden) auf einer Plattform im Internet. In diesem speziellen Bereich war sie vor der Schwangerschaft 10 Jahre tätig, da kennt sie sich halt auch aus.

Gerade wenn man "nebenbei" (auch aus ALG1/ALG2 darf man nebenbei was starten) beginnt, hat man gute Möglichkeiten seine Geschäftsidee auszuprobieren. Auch mit ganz, ganz wenig Budget. Es ist viel wichtiger einfach auszuprobieren, ob einem das Geschäft auch liegt und man es gerne macht, anstatt immer dem "großen Wurf" hinterher zu laufen.

Solange das eigene Geschäft in der Testphase keinerlei Investitionen benötigt und ausser Eigenleistung im Fall des Scheiterns keine großartigen Werte verbrannt werden, kann man das Thema locker und unverkrampft angehen.

Wie jetzt, man kann sich ohne Startkapital nebenbei selbständig machen?

Aber natürlich kann man. Wer am Markt als Problemlöser auftritt, hat schneller die Bude voller Arbeit, als er sich umschauen kann. In einer Maßnahme habe ich einen Teilnehmer kennengelernt, der bei seiner Schwester auf der Couch wohnen musste. Seine Story war nicht unbedingt die einfachste, aber er hatte einen Plan. Er wollte unbedingt nach Berlin ziehen (da kam er ursprünglich auch her) und da wieder Fuß fassen. Obwohl er gerade in München gewohnt hat, hat er nach kurzer Zeit schon einen Berliner Verlag gefunden, für den er am Telefon Anzeigen verkaufen soll. Kosten? Keine. Die Telefonflatrate war eh schon vorhanden und die selbständige Arbeit am Telefon war genau sein Ding. PC und Internetanschluss für das Verlagsprogramm konnte er von seiner Schwester nutzen.

Das ist nur ein Beispiel. Ich selber habe auch schon so einiges auf dem Buckel. Als selbständiger Kurierfahrer ist mir mal vor vielen Jahren mein Auto durch einen selbstverschuldeten Unfall kaputt gegangen. Geld für ein Ersatzauto hatte ich damals nicht. Nach drei harten Tagen mit echten Existenzängsten (wo kommt jetzt Geld her?) und einen Haufen Telefonaten hatte ich die Lösung: Pakete für einen Zustelldienst mit Firmenfahrzeug zustellen. Abgerechnet wurde nach Paketen, ebenfalls auf selbständiger Basis. Kosten? Keine, der Transporter gehörte dem Chef, die Tankkarte war im Handschuhfach und die Monatskarte für die Öffentlichen hatte ich vorher schon. Also, man kann auch ohne eigenes Auto und hohen laufenden Kosten ein selbständiger Kurierfahrer sein.

Vom Prinzip her ist es gar nicht wichtig was man selber machen will. Es ist vielmehr entscheidend wichtig, was gerade von den potentiellen Kunden gebraucht wird. Hätte in meinem Fall der Unternehmer nicht gerade zu dieser Zeit einen Subunternehmer gesucht, hätte ich wohl keine Chance bei ihm gehabt.

Es gibt natürlich auch Jobs, die man ohne Kapital selbständig nebenbei starten kann, die nichts mit Paketen ausfahren oder Verkäuferjobs am Telefon zu tun haben.

Ich lernte erst neulich jemanden auf einer Messe kennen, der kennt sich ganz gut mit sogenannten "Partnerbörsen" aus. Da es auch in in diesem Bereich leider schwarze Schafe gibt und man (meistens als Mann) gnadenlos abgezockt wird, hat er durch Zufall eine nette kleine Nische gefunden. Für einen festen Stundensatz hilft er seinen Kunden (eine spezielle Zielgruppe) die geeignete Plattform zu finden, das eigene Profil zu erstellen und die ersten Kontakte zu machen. Das ist meist in ein bis zwei Stunden erledigt und er hat wohl auch richtig Spaß bei der Arbeit. Er macht seinen Job so gut, dass er mittlerweile nur durch Mundpropaganda einen vollen Terminkalender hat.

Man sollte einfach die Augen und Ohren offenhalten und sich bewusst werden, welche Probleme gerade aktuell sind. Welche Probleme kannst du besser, billiger oder schneller als der Mitbewerber lösen? Oft erkennt man nur den einzelnen Baum nicht mehr, weil man mitten im Wald steht.

In diesem Sinne - viel Spaß beim "Entdecken"!

PS: Eine fällt mir noch ein, die nichts mit Internet und so zu tun hat. Die Nachbarin von meinem ehemaligen Geschäftspartner hat von ihrem Großvater tolle Rezepte zum Einmachen vererbt bekommen. Nicht nur Marmeladen sondern auch scharfe Pepperonis und allerlei deftiges kocht sie je nach Saison ein und verkauft ihre "Muttis Beste"-Creation auf dem Wochenmarkt in der 20km entfernten Stadt. Das Obst und Gemüse kommt aus dem eigenen Anbau und kostet sie - richtig, gar nichts. Da sie mich zu einem Fan ihrer Einmachkünste gemacht hat (mein Bekannter hat mir letztens eine kleine Auswahl mitgebracht) und ich bis zum Saarland doch eine Ecke zu weit fahren müsste, überlegen wir gerade, wie dieses "Problem" am besten gelöst werden könnte.

PPS: Freue mich auf mehr Beispiele (bitte keine Internas ausplaudern), wie man ohne Startkapital nebenbei gründen kann. Bitte kein MLM oder sowas...
Fehlt jetzt eigentlich nur noch der Absatz "Bei Bedarf vermittel ich gerne entsprechendes Geheimwissen".
Sorry, aber dieser "Threat" ist Unfug
 
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@also


Mach doch einen eigenen Bildungsträger auf!

Den nennst Du dann auch ALSO
( Arbeit Leistung Schwung & Ordnung)

Das Motivationstraining für Jung und Alt.
Natürlich beschäftigst Du selbst nur Minijobber für die Dozententätigkeit.

Ach so wenn du nebenbei persönliche Daten sammelst kannst du die evtl.
noch an Wirtschaftsunternehmen für gezielte Werbung vermieten.

:biggrin:
 
R

Rounddancer

Gast
Fehlt jetzt eigentlich nur noch der Absatz "Bei Bedarf vermittel ich gerne entsprechendes Geheimwissen".
Sorry, aber dieser "Threat" ist Unfug

Das sehe ich anders. Wir alle wollen doch Arbeit, und wir wollen nicht länger als unbedingt nötig dem Staat, und damit der Allgemeinheit zur Last fallen. Angestellt eingestellt werden immer weniger.

Somit bleibt für immer mehr von uns nur die Selbstständigkeit.
Gut geplant, und vorsichtig angegangen, kann sie sich durchaus lohnen, zum auskömmlichen Einkommen entwickeln.
In jedem Fall braucht man eine Marktnische, oft gar die Nische in der Nische. Dazu Geduld und Ausdauer.

Auch muß man dazu die Augen und Ohren immer auf haben,- für Infos, für Tips. Und dann die guten Tips und Infos heraussuchen und, ganz wichtig, umsetzen.

Nicht selten wird dann aus so einer gut laufenden Existenzgründung sogar ein Arbeitsplatz für weitere Mitarbeiter/innen.

Drum macht auch dieser Thread hier Sinn.
 
R

Rounddancer

Gast
Mach doch einen eigenen Bildungsträger auf!

Den nennst Du dann auch ALSO
( Arbeit Leistung Schwung & Ordnung)

Das Motivationstraining für Jung und Alt.
Natürlich beschäftigst Du selbst nur Minijobber für die Dozententätigkeit.
Mal ernsthaft: Das ist ein Beispiel einer eigentlich guten Geschäftsidee.
Das ginge auch virtuell, - also entfielen die Einrichtungskosten.

Eigentlich.
Bloß: Wer zahlt? Auf die Arbeits(losen)verwaltungen kann man da leider nicht bauen, denn wie viele, auch mir persönlich bekannte Beteiligte erfahren mußten und müssen, kann man sich auf Zusagen dieser Ämter nicht wirklich verlassen. Der eherne Rechtsgrundsatz: "Pacta sunt servanda" (="Verträge sind einzuhalten") wird von diesen Ämtern immer wieder gebrochen. Und immer wieder der Versuch, durch die Neu-Ausschreibung der Maßnahmen noch mehr Geld einzusparen.

Das machen die nicht freiwillig. Sie unterliegen der Politik. Und die ist nicht verläßlich. Leider. Und sie unterliegen der eigenen, oft trägen Bürokratie.

So gingen und gehen schon viele gute Ansätze kaputt. Und gute Träger pleite.
 
E

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Das sehe ich anders. Wir alle wollen doch Arbeit, und wir wollen nicht länger als unbedingt nötig dem Staat, und damit der Allgemeinheit zur Last fallen. Angestellt eingestellt werden immer weniger.

Somit bleibt für immer mehr von uns nur die Selbstständigkeit.
Gut geplant, und vorsichtig angegangen, kann sie sich durchaus lohnen, zum auskömmlichen Einkommen entwickeln.
In jedem Fall braucht man eine Marktnische, oft gar die Nische in der Nische. Dazu Geduld und Ausdauer.

Auch muß man dazu die Augen und Ohren immer auf haben,- für Infos, für Tips. Und dann die guten Tips und Infos heraussuchen und, ganz wichtig, umsetzen.

Nicht selten wird dann aus so einer gut laufenden Existenzgründung sogar ein Arbeitsplatz für weitere Mitarbeiter/innen.

Drum macht auch dieser Thread hier Sinn.
:icon_klatsch:
Naja, das inhaltsfreie Blabla aus dem Handbuch "Sprüche für Toilettentüren" des Beitrags #1 kann jeder, nach Gusto, für voll nehmen :icon_mued:
 
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