mit Vater meines Kindes eine Wohngemeinschaft?

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Luzifera

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Hallihallo,

ich habe mal eine vielleicht etwas merkwürdige Frage...

Der Vater meiner Tochter (11Monte alt) ist ein guter Freund von mir, mein ehemaliger WG Mitbewohner. Kurz nach dem ich schwanger wurde, trennten sich unsere Wege.
Ich war gerade in der Existensgründung, er hatte gerade ausgelernt und seinen ersten Job.
Ich konnte meine Selbständigkeit durch die Kleine nicht aufrecht erhalten und lebe zur Zeit von Hartz4.
Er hat sich an seinem Arbeitsplatz ein Haus (4 Zi )gekauft und rein theoretisch könnten ich mit meiner Tochter und ihm wieder in einem WG Verhältnis dort wohnen, allerdings befürchte ich irgendwie, dass uns kein Mensch das so abkaufen würde, oder?
Wie gesagt, wir verstehen uns bestens, könnte mir keinen besseren Vater für meine Tochter vorstellen, er zahlt 200 Euro im Monat Unterhalt an uns, aber wir sind halt kein Paar, waren wir auch nie...

Ich könnte mit meiner Tochter 2 Zimmer bewohnen und hätte in der Region immerhin schon mal einen 400 Euro Job in Aussicht. Die Kleine hätte Mutter und Vater und ich könnte wenigsten ein bisschen arbeiten...

Was meint ihr?

lg
 

Til Gung

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Was wir meinen ist völlig irrelevant.

Der Gesetzgeber hat in seiner großen Weisheit beschlossen, dass ....

3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner

1.länger als ein Jahr zusammenleben,

2.mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
SGB II § 7 Berechtigte

Du wirst kaum eine Chance haben, diese Vermutung zu widerlegen, durch deinen Zuzug verstärkst du sogar noch die Argumentation gegen dich.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Luzifera,

Deine Frage ist nicht merkwürdig, merkwürdig ist das SGB II, denn Ihr werdet relativ schnell als sog. Einstandsgemeinschaft "eingestuft".

Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner 1.länger als ein Jahr zusammenleben,
2.mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
3.Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
4.befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.
Quelle

Nachtrag: Til Gung hat ja bereits geantwortet...
 

Tinka

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Wäre es denn so schlimm als Einstands- oder Bedarfsgemeinschaft eingestuft zu werden, soviele Euro Abzug gibts doch da nun auch nicht.

:confused:
 

Til Gung

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Klar @Tinka, man kann auch verzichten.

Wenn der Kindesvater ausreichend verdient, um das Haus zu finanzieren wird der ALG II Anspruch und damit die KV der Mutter komplett wegfallen. Die Kdu reduziert sich ja auf 1/3 der Zinsen und Nebenkosten, da das Kind mit Unterhalt, Kindergeld und Wohngeld aus der BG fällt und die Mutter den überschießenden KG-Anteil angerechnet bekommt.
 

haef

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hallo,

Ich könnte mit meiner Tochter 2 Zimmer bewohnen und hätte in der Region immerhin schon mal einen 400 Euro Job in Aussicht. Die Kleine hätte Mutter und Vater und ich könnte wenigsten ein bisschen arbeiten...
Offensichtlich machst Du Dir ja mehr Gedanken um euer gemeinsames Kind und Deine persönliche Unabhängigkeit als um Hartz4 - bravo und alle Achtung.
Wenn euer Verhältnis einigermaßen so bleibt, dann spricht, erst Recht bei der Aussicht auf einen 400-Job, einiges dafür, die Situation so für euch zu regeln, d.h. mit Verdienst, Unterhalt, Kindergeld und Wohngeld.
Letztlich, dass zumindest meine ich aus Deiner Frage und Erklärungen dazu herauszulesen, ist Dir Deine Situation mit Kind und "...wir verstehen uns bestens, könnte mir keinen besseren Vater für meine Tochter vorstellen..." ja wichtiger, als evtl. ein paar Euro mehr.

Es spricht im Gegenzug ja auch etliches dagegen, sich mit Hartz4 "einzulassen", das Forum ist voll davon.
Wobei es durchaus nicht ausgeschlossen ist. Denn, es ist zwar vollkommen richtig, dass die Vermutung für eine Einstandsgemeinschaft spricht, aber Vermutungen lassen sich auch widerlegen. Die Art wie Du argumentierst scheint mir da nicht aussichtslos zu sein. Das wäre sicher auch ein interessanter "Fall" und m.E. besser als von vornherein den Kopf in den Hartz4-Sand zu stecken und auf die befriedigendere, emotionale Lösung zu verzichten.

Also überlegt euch gemeinsam, wozu Dein Freund im Minimalfall (das ist wichtig!) in der Lage und willens ist, und dann habt ihr die Entscheidung.

Alles Gute und frdl. Grüße
Horst
 

Til Gung

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Denn, es ist zwar vollkommen richtig, dass die Vermutung für eine Einstandsgemeinschaft spricht, aber Vermutungen lassen sich auch widerlegen.

Das Gericht möchte ich sehen, welches der Vermutung widerspricht, wenn jemand mit Kind seine Wohnung aufgibt und zum Kindesvater zieht.

Wenn die vorher zusammen gelebt haben und da ist ein Kind "entstanden", dann kann man sich auf Unfall rausreden. Aber nicht bei Zuzug.
 

haef

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Das Gericht möchte ich sehen, welches der Vermutung widerspricht, wenn jemand mit Kind seine Wohnung aufgibt und zum Kindesvater zieht.

Wenn die vorher zusammen gelebt haben und da ist ein Kind "entstanden", dann kann man sich auf Unfall rausreden. Aber nicht bei Zuzug.

Angesichts der sehr guten Argumentation die Lucifera bereits hier gebracht hat, sehe ich mit einem guten Anwalt durchaus Chancen.

Das war aber auch nur ein Teilaspekt, denn im Übrigen präferiere ich sinnvolle, "befriedigendere, emotionale Lösung(en)" für Betroffene, s. gesamtes Posting.

Hartz4 mit seiner menschenverachtenden Systematik, gehört für mich, zumindest um jeden Preis, nicht dazu.

frdl. grüße
Horst
 

Til Gung

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Ich beuge mich deiner Weisheit lieber Horst, wenn du die Argumentation für so gut einschätzt, dann werde ich voller Ehrfurcht verstummen, und auf den Trööt "Hilfe kein Hartz IV mehr" warten. :cool:
 
E

ExitUser

Gast
Angesichts der sehr guten Argumentation die Lucifera bereits hier gebracht hat, sehe ich mit einem guten Anwalt durchaus Chancen.

Wenn ich nicht einen ähnlichen "Fall" aus meinem Bekanntenkreis "hautnah" miterlebt und andere "Fälle" (auch mit Beteiligung von Rechtsanwälten) aus anderen Foren gelesen hätte, dann würde ich zustimmen.
 

Kalkulator

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Leichtsinnig eure Ratschläge, ich mach nur auf den einen Satz aufmerksam:

Ich konnte meine Selbständigkeit durch die Kleine nicht aufrecht erhalten und lebe zur Zeit von Hartz4.

Und wer trägt dafür auch die Verantwortung? Richtig, der Vater, so schlecht scheint es ihm finanziell nicht zu gehen. Schon mal was von Betreuungsunterhalt gehört?
 

HajoDF

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Mir fiel da noch etwas auf:
Wie gesagt, wir verstehen uns bestens, könnte mir keinen besseren Vater für meine Tochter vorstellen, er zahlt 200 Euro im Monat Unterhalt an uns,
"Der brave Mann denkt an sich selbst zuerst" ... oder so ähnlich?
 

Luzifera

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Hallo nochmals,

also die 200 bzw. 211 € hat eine Familienanwältin ausgerechnet. Zur Zeit hat er ein Einkommen von ca. 1700 Euro (aus selbständiger Tätigkeit)
Wir haben schon mal überlegt, was auf uns zukommen würde, wenn ich keine Leistungen mehr beziehen würde (was mir auch sehr recht wäre) aber das wird wohl eher nix. Wir können ja jetzt nicht Heiraten, damit er uns mit krankenversichern kann usw....
Tja, schwierig... Wir sind eben kein Paar, das macht es irgenwie kompliziert.

danke für die Antworten!

lg Luzi
 
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