Mit Freundin zusammenziehen, jedoch keine Bedarfsgemeinschaft. Meine Vorgangsweise gut?

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Junggeselle

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Hallo Forum,

ich hoffe das Thema passt hier her. In die Rubrik Bedarfsgemeinschaft passt es ja nicht wirklich, weil ich ja genau das vermeiden möchte.

Nach längerer Zeit brauche ich mal wieder Rat von euch. Ich bin mit meiner Freundin seit 5 Jahren zusammen und wir möchten nun zusammenziehen, nachdem ich nun 4 Jahre alleine gewohnt habe und sie noch bei ihren Eltern.

Sie ist unbefristet beschäftigt, was die gemeinsame Wohnungssuche schon mal erheblich erleichtert. Bei einschlägigen Immobilienportalen sind wir mit einem gemeinsamen Profil angemeldet, wo man bereits viele Dokumente über uns findet wie Schufa-Auskunft, Mieterselbstsauskunft, Mietzahlungsnachweise von mir etc.

Die Wohnungssuche läuft überraschenderweise sehr gut und wir bekommen für fast jede Wohnung, wo wir Vermieter/Makler anschreiben oder anrufen einen Besichtigungstermin und hätten theoretisch auch schon Zusagen bekommen. Wir suchen uns allerdings die Perlen raus und somit die schönste und preisgünstigste Wohnung, da wir keinen Zeitdruck haben und es hier zum Glück überraschend viele "günstige" Wohnungen gibt (nördliches Ba-Wü).

Ich bin allerdings noch im ALG2 und die Jobsuche für mich als Industriekaufmann läuft schleppend. In einem Monat fange ich dank Bildungsgutschein des Jobcenters eine 3-monatige Fortbildung an und es gibt die Option, das ich mich mit meinem Bekannten Ende des Jahres selbstständig machen kann, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Jedenfalls möchte ich meine Freundin auf keinen Fall irgendwie belasten, die Miete teilen wir 50:50 auf. Wir haben kein gemeinsames Konto, keine gemeinsamen Versicherungen, sind natürlich nicht verheiratet und haben keine Kinder. Jeder hat sein eigenes Auto und kauft für sich selbst Nahrung ein, da wir komplett verschiedene Geschmäcker haben und wir manchmal verschiedene Dinge zu Abend essen.

Meine Freundin wird nicht für mich aufkommen und somit sind ihre Finanzen für mich tabu. Wir sind zumindest auf dem Papier keine Einstehensgemeinschaft.

Bei meinem letztens JC-Termin vor 2 Monaten habe ich angedeutet, das ich im Laufe des Jahres mit meiner Freundin zusammen ziehen möchte, woraus meine Sachbearbeiterin direkt meinte, das wir dann auf jeden Fall eine Bedarfsgemeinschaft bilden. Was man so im Netz lesen würde, das würde angeblich alles nicht stimmen. Um die BG komme ich angeblich auf keinen Fall rum.
Also in Sachen Beratung kann man das JC direkt in die Tonne treten.

Nun frage ich euch: Wenn wir eine Wohnung gefunden haben, wäre es besser wenn meine Freundin die Hauptmieterin ist (möchte sie eigentlich nicht) und mir untervermietet oder ist es egal? Soll meine Freundin ein Schreiben anfertigen, indem sie ausdrücklich erklärt dass sie nicht für mich aufkommen wird, egal in welcher Form?

Habt ihr sonst noch irgendwelche Tipps, wie ich das jetzt am besten angehe? Am 4. Juli habe ich wieder einen Termin beim JC.

Danke und liebe Grüße


PS: Falls das irgendwelche Relevanz hat: Meine Freundin verdient nur 1300,00€ Netto, davon werden ca. 450€ für die zukünftige Miete weggehen, 300€ für ihr Auto, 200€ für diverse Verträge wie Handy, Streaming etc. und 300€ für Nahrung und wichtige Medikamente. Also selbst wenn sie wollte, dann könnte sie mich nicht durchfüttern.
 
G

Gelöschtes Mitglied 65752

Gast
Meine Freundin wird nicht für mich aufkommen und somit sind ihre Finanzen für mich tabu. Wir sind zumindest auf dem Papier keine Einstehensgemeinschaft.
Sachbearbeiterin direkt meinte, das wir dann auf jeden Fall eine Bedarfsgemeinschaft bilden
Du kannst dich schon mal darauf vorbereiten, dies gerichtlich durchzusetzen.

habe ich angedeutet, das ich im Laufe des Jahres mit meiner Freundin zusammen ziehen möchte
Ganz großer Fehler.
 

Junggeselle

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Ich habe das alles meiner Sachbearbeiterin nicht gesagt, nur angedeutet das ich wegen Job in Erwägung ziehe irgendwann im Laufe des Jahres umzuziehen, ich aber eh keine bezahlbare Wohnung finden würde ohne meine Partnerin, mit der ich aber lediglich WG-artig zusammenziehen würde.
 

gila

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Bei meinem letztens JC-Termin vor 2 Monaten habe ich angedeutet, das ich im Laufe des Jahres mit meiner Freundin zusammen ziehen möchte, woraus meine Sachbearbeiterin direkt meinte, das wir dann auf jeden Fall eine Bedarfsgemeinschaft bilden.

Böses Karma!

Nun frage ich euch: Wenn wir eine Wohnung gefunden haben, wäre es besser wenn meine Freundin die Hauptmieterin ist (möchte sie eigentlich nicht) und mir untervermietet oder ist es egal?

Theoretisch wäre das eine Möglichkeit - das JC kennt hoffentlich nicht auch noch den Namen deiner "Bekannten"?

Soll meine Freundin ein Schreiben anfertigen, indem sie ausdrücklich erklärt dass sie nicht für mich aufkommen wird, egal in welcher Form?

Besser man weiß vorerst NICHTS von ihr ...

Also selbst wenn sie wollte, dann könnte sie mich nicht durchfüttern.

Hier kommt es auch nicht aufs "durchfüttern" an - denn für Euch als Unverheiratete oder auch Nicht eingetragene Lebensgemeinschaft gibt es KEINE UNTERHALTSPFLICHT.

ABER: bei einer "BG" muss auch deine Freundin alle ihre Finanzen offenlegen, ist Teil deiner BG, muss ggf. Einladungen Folge leisten, könnte "animiert" werden, mehr zu verdienen, damit DU aus der Hilfe raus fällst etc. etc.

Wenn Ihr ZEIT habt, dann warte lieber bis du einen Job hast!
 

apfelkuchen

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Warum erzählst du deiner SB überhaupt, dass du eine Partnerin hast und dass du mit der zusammen ziehen willst? Deine SB geht das überhaupt nichts an, und leider wird dir diese vertrauensselige Äußerung jetzt das Zusammenleben als WG sehr schwer machen.

Du könntest natürlich sagen, dass deine WG-Mitbewohnerin eine andere ist als deine Partnerin - wird aber wohl sehr unglaubwürdig und du wirst kaum eine Chance damit haben.

Und ja, was Beratung angeht, kann man das JC in die Tonne treten. Du bist doch auch nicht erst seit gestern hier angemeldet - hast du dich da noch nicht informiert, wie mies das mit BGs bei Unverheirateten abläuft?
 

Junggeselle

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Ich werde es am Donnerstag bei meinem Termin "richtig stellen", wobei ich stark bezweifle das sich meine SB noch an das Thema erinnern wird. Hauptsächlich ging es bei unserem letzten Gespräch darum, das meine Vermieterin angedeutet hat meinen Mietvertrag Ende 2019/ Anfang 2020 wegen Eigenbedarf kündigen zu müssen und wenn es soweit ist, ich in eine Region beabsichtige zu ziehen wo es arbeitstechnisch besser aussieht als hier, quasi auf'm Dorf. Denn hier sind die Mietpreise der Wucher, eine kleine ordentliche Zweizimmerwohnung für unter 800€ warm ist unmöglich zu finden.
Sie meinte dann, das ich mit ALG2 kaum eine Chance haben werde und ich darauf hin, das ich vielleicht bis dahin einen Job habe oder mit meiner Partnerin zusammen ziehen KÖNNTE (nicht werde). Ja war dumm, aber ich habe nichts fest zugesagt und sie kennt keinen Namen, ergo kann die Partnerin ja schon wieder weg sein und ich finde Unterkunft bei einer netten jungen Frau als Untermieter, die zufällig genauso aussieht und heißt wie meine Nun-Exfreundin.
Aber wie gesagt, dem JC sind weder Name noch Gesicht meiner Freundin bekannt. Auch nicht, das wir seit 5 Jahren ein Paar sind.

Meine SB ist so unfassbar freundlich und entgegenkommend, da fällt es mir sehr schwer nicht versehentlich etwas falsches auszuplaudern :/ Sie schimpf die ganze Zeit über die Sanktionen oder Strukturen des JC und plaudert auch gerne mal privates raus. Da lässt man sich schnell anstecken, wenn man nicht aufpasst.
 

Beebug

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Selbst als wirkliche, gleichgeschlechtliche WG hat man es schwer, dass das JC einen nicht als BG einstufen möchte und muss einen langen Atem haben.

Lass dich bloß nicht vom netten Verhalten deiner SB blenden und bleib distanziert.
 

apfelkuchen

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Ich werde es am Donnerstag bei meinem Termin "richtig stellen", wobei ich stark bezweifle das sich meine SB noch an das Thema erinnern wird. Hauptsächlich ging es bei unserem letzten Gespräch darum, das meine Vermieterin angedeutet hat meinen Mietvertrag Ende 2019/ Anfang 2020 wegen Eigenbedarf kündigen zu müssen und wenn es soweit ist, ich in eine Region beabsichtige zu ziehen wo es arbeitstechnisch besser aussieht als hier, quasi auf'm Dorf. Denn hier sind die Mietpreise der Wucher, eine kleine ordentliche Zweizimmerwohnung für unter 800€ warm ist unmöglich zu finden.
Aber wie gesagt, dem JC sind weder Name noch Gesicht meiner Freundin bekannt. Auch nicht, das wir seit 5 Jahren ein Paar sind.

Was willst du denn "richtig stellen"? Weißt du sicher, dass deine SB nicht am Ende etwas über deine Zusammenzugspläne in Verbis notiert hat und sich da ganz schnell wieder mit elektronischer Hilfe daran erinnert?
Du kannst sagen, dass du immer noch evtl. mit der Eigenbedarfskündigung zu rechnen hast und dir deswegen auch prophylaktisch schon überlegst, wegen der Jobaussichten dann in eine andere Region zu ziehen. Immer nur von deinen Plänen sprechen, du hast keine Partnerin, mit wem du in die Kiste steigst ist rechtlich nicht relevant. Bei allem anderen nur unverbindlich: Dann suche ich mir ein WG-Zimmer oder eine Wohnung. Was sich dann pötzlich durch Fügungen ergibt, musst du ja im Vorhinein nicht sagen. Fertig.

Meine SB ist so unfassbar freundlich und entgegenkommend, da fällt es mir sehr schwer nicht versehentlich etwas falsches auszuplaudern :/ Sie schimpf die ganze Zeit über die Sanktionen oder Strukturen des JC und plaudert auch gerne mal privates raus. Da lässt man sich schnell anstecken, wenn man nicht aufpasst.
Das ist eine böse Falle. Achte genau drauf, was du sagst. Übers Wetter, oder Allgemeinplätze mitschimpfen und zustimmen ist ja kein Problem. Alles was dich persönlich angeht - Klappe halten und wachsam sein. Sie ist nicht deine Freundin, sondern muss sich im Zweifelsfall auch an die Dienstanweisungen im JC halten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 65752

Gast
Das Vorliegen einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft ist anhand von äußeren Hinweistatsachen zu beurteilen.
Maßgebend ist, ob äußere Hinweistatsachen auf eine partnerschaftliche Gemeinschaft schließen lassen, die auf Dauer angelegt ist und sich durch innere Bindungen auszeichnet, die über die Beziehungen einer reinen Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft hinausgehen und ein gegenseitiges Einstehen füreinander begründen.
Es müssen kumulativ
-die objektiven (Partnerschaft, gemeinsame Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft, die zwingend das Zusammenleben in einer gemeinsamen Wohnung erfordert) und
-die subjektiven (Einstehens- und Verantwortungswille)
Voraussetzungen erfüllt sein.

§ 7 Abs. 3a SGB II zeigt Fälle auf, bei deren Vorliegen der wechselseitige Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, vermutet wird.
Die Vermutung kann widerlegt werden. Erforderlich ist hierzu, dass der Betroffene darlegt und nachweist, dass die gesetzlichen Kriterien nicht erfüllt werden bzw.
die Vermutung durch andere Umstände entkräftet wird.
Nach dem Willen des Gesetzgebers sind die Kriterien, anhand derer der innere Wille, füreinander einzustehen, in Erscheinung tritt, in Bezug auf die widerlegbare Vermutensregelung zwar abschließend. Doch können auch andere äußere Tatsachen das Vorliegen einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft begründen.
Sprich, mit 99% Wahrscheinlichkeit wird das JC versuchen Hausbesuche zu durchführen. Ob du und deine "Bekannte" bereit seid, das alles durchzuziehen, müsst ihr euch gut überlegen.

Wenn das JC das Bestehen einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft erst einmal angenommen hat, wird gemäß § 9 Abs. 2 Satz 1
das Einkommen und Vermögen des Partners bei deiner Leistung berücksichtigt.
 

Junggeselle

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Vielen Dank für eure Ratschläge und Tipps, ich werde sie befolgen.
Die Wohnungssuche geht weiter und ich bin zuversichtlich, das meine Freundin und ich in den kommenden Wochen etwas finden werden. Vielleicht sogar schon kommenden Montag, denn ein Vermieter muss zwischen uns und einem anderen Paar entscheiden und denkt bis Montag nach. Wären sage und schreibe 115 qm für nur 800 € warm, eine sehr schöne Wohnung auf dem Dorf in der Nähe einer großen Stadt, nur 10 Minuten mit dem Auto oder der Bahn bis in die Innenstadt.

Ich hatte gestern meinen Termin im JC und wollte euch kurz davon berichten. Ich habe angemerkt das ich umziehen möchte und einige Wohnungen angeschaut habe. Meine SB hat mir darauf hin eine Liste mit Kaltmieten gegeben, die das JB übernehmen würde. Selbstverständlich ist diese Liste ein dummer Witz, da man für 350€ Kaltmiete gerade mal ein WG-Zimmer findet.

Da ich aber als Untermieter oder Mitbewohner meiner Freundin fungieren werde, komme ich auf maximal 350€ Kaltmiete, also passt das. Alleine ist es aber unmöglich eine Wohnung zu finden.
Von meiner Freundin war nicht eine Sekunde die Rede, das Thema ist also vorerst vom Tisch.

Falls wir das finden, dann muss ich mit dem noch nicht unterschriebenen Mietvertrag zuerst ins JC und die Wohnung genehmigen lassen. Da sie wahrscheinlich günstiger als meine jetzige wird (meine Freundin als Hauptmieterin und ich teilen ja die Kosten 50:50), sollte das kein Problem werden.
Ich werde auch in keinen neuen Landkreis ziehen, sonst hätte ich einen neuen Hauptantrag stellen müssen.

Im Prinzip ist alles geklärt oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?

Ich frage mich jetzt nur noch, ob ich als Untermieter mieten soll oder als Mitbewohner meiner Freundin. Was wäre da besser?
 

erwerbsuchend

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Wie du es drehst und wendest, deine Freundin wird in dieser Konstellation als Teil deiner BG angerechnet werden. Als Untermieter hast du keinen Anspruch darauf überhaupt den Mietvertrag des Hauptmieters zu sehen. Wenn du diesen Hauptmietvertrag nun dem JC vorlegst, zeigst du dem JC, dass ihr zwei mehr als nur eine WG seid.
 

Junggeselle

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Ja das wäre schwierig und vom Vermieter abhängig, ob er das überhaupt so akzeptiert. Falls alle Stricke reißen, dann bleibt uns immer noch dieses "Zusammenleben auf Probe", weil wir offiziell nicht füreinander einstehen. Ich denke mal in dem Fall spielt es keine Rolle wenn wir beide den Mietvertrag unterzeichnen, oder?
Oder geht das nur wenn wir eine Wohngemeinschaft bilden?

Ich habe auch eine Rechtsschutzversicherung für sowas, gegen das JC wehren kann ich mich falls es trotzdem hart auf hart kommt.
 

Beebug

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Wie du es drehst und wendest, deine Freundin wird in dieser Konstellation als Teil deiner BG angerechnet werden. Als Untermieter hast du keinen Anspruch darauf überhaupt den Mietvertrag des Hauptmieters zu sehen. Wenn du diesen Hauptmietvertrag nun dem JC vorlegst, zeigst du dem JC, dass ihr zwei mehr als nur eine WG seid.

Ich hatte bisher zwei untermietverhältnisse mit ALG2-Beziehern und bei beiden wollten das JC den Hauptmietvertrag sehen um zu prüfen, ob die Miete gerecht aufgeteilt ist, wie die Nebenkosten gestaffelt sind und nach dem Energieausweis. Ich habe vom Vermieter einen Muster-Untermietvertrag für den Mitbewohner erhalten und die drei Angaben standen dort nicht drinne, daher sollte der Hauptmietvertrag vorgelegt werden. Anspruch als Untermieter diesen zu sehen, hat man allerdings nicht.


Laut der Beratungsstelle ist es immer besser, wenn man bei einer WG einen Untermietvertrag macht. Ein gemeinsamer Hauptmietvertrag ist noch ein eindeutigeres Zeichen für ein gemeinsames Einstehen.
 
E

ExitUser

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Ich halte von diesen Tricksereien wenig, letztendlich belastet es auch das Zusammenleben
sinnvoller finde ich es sich gegen diese Systeme zu wehren anstatt immer nur zu versuchen irgendwie davon zu kommen
 
G

Gelöschtes Mitglied 65752

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Man sollte auch aufpassen, dass man in dem Untermietvertrag nicht auf den Hauptmietvertrag verweist, sonst wird er Bestandteil des Untermietvertrages und man muss ihn dann auch vorlegen.
 

Uwe69

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Mit Freundin zusammenziehen
...halt ich für eine Schnapsidee, weil Dein Hauptsponsor so sicher wie das Amen in der Kirche
jedoch keine Bedarfsgemeinschaft.
jedoch eine Bedarfsgemeinschaft konstruieren wird.
Meine Freundin wird nicht für mich aufkommen und somit sind ihre Finanzen für mich tabu.
Träum weiter.
Besorgt euch getrennte Wohnungen, möglichst nahe beieinander und besucht euch regelmäßig abwechselnd. Das kann auch so gestaltet werden, dass Sie eine kleine, günstige Wohnung oder ein WG-Zimmer anmietet und Du den vollen Rahmen der Kostenübernahme mit entsprechend grosser Wohnung ausschöpfst. Dann kann überlegt werden, wo wer den grösseren Teil der gemeinsamen Zeit verbringt.
Und kein! Gequatsche mit den Nachbarn oder "Freunden"!!!
Wenn Ihr beide euch beruflich sicher etabliert habt, könnt Ihr über eine gemeinsame Wohnung nachdenken.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66417

Gast
Besorge die die Anlage VE.
Fülle nur die Felder 1.1 und 1.2 aus.
Unter Punkt 3 gibst du an: Erprobungsjahr.
Unter Punkt 2 nichts ankreuzen!

Somit werdet Ihr für 12 Monate in Ruhe gelassen. Du bekommst deine Regelleistungen und deine Freundin wird als Haushaltsmitglied geführt. Kosten der Unterkunft bekommst du natürlich nur anteilig. Nach 12 Monaten werdet Ihr als BG geführt. Bis dahin solltest du deine Angelegenheiten sicherlich geregelt haben und wieder eine Beschäftigung haben.
 

HermineL

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Unter Punkt 3 gibst du an: Erprobungsjahr.
Das sorgt mit Sicherheit für Gelächter bei der Leistungsabteilung aber mehr auch nicht
denn es gibt kein Erprobungsjahr.

§ 7 Abs. 3 a SGB II
Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner
1. länger als ein Jahr zusammenleben,
2. …

Es gibt lediglich einen Vermutungstatbestand der aber widerlegt werden kann.
 

gila

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Ich halte von diesen Tricksereien wenig, letztendlich belastet es auch das Zusammenleben
sinnvoller finde ich es sich gegen diese Systeme zu wehren anstatt immer nur zu versuchen irgendwie davon zu kommen

Das ist "eigentlich" einzig richtig und wichtig, denn meine langjährigen Erfahrungen auch im privaten Bereich mit Hilfesuchenden haben in puncto Unterstellung von Bedarfsgemeinschaften immer extrem harte und schikanöse Auseinandersetzungen zur Folge gehabt, um hier die Rechte der einzelnen Menschen zu wahren, denn es gibt kein "Erprobungsjahr" für eine Beziehung vor dem Gesetz, wenn zwei Menschen zusammen wohnen wollen, die vom Gesetz ja noch nicht einmal zu Unterhalt verpflichtet wären.

Es ist eine reine Erfindung dieser kruden Hartz IV Gesetzgebung, die es jedoch aufgrund der vielen Auseinandersetzungen und auch Selbstherrlichkeiten von Sachbearbeitern, die hier meinen, am Bettpfosten einen Blickwinkel auf persönliche Beziehungen werfen zu dürfen, bis in die allerhöchsten Gerichts Ebenen geschafft hat.

Der sogenannte beidseitige WILLE zum Einstehen, der neben einer tatsächlich gelebten Beziehung vorhanden sein MUSS, wird in der Realität weder beachtet noch respektiert, geschweige denn gibt es in der Regel auch Sachbearbeiter die davon auch nur die geringste Ahnung haben wie sich das auf privatrechtlicher Ebene darstellt.

Es wird munter schikaniert, kontrolliert, vermutet, Hausbesuche angesetzt deren Sinnhaftigkeit die oberen Gerichtsebenen zur Feststellung von Bedarfsgemeinschaften schon lange angezweifelt haben, und was noch schlimmer ist, es wird einfach auch dann Leistung komplett versagt und verweigert für den Hilfesuchenden und somit, sollte es sich um eine Bedarfsgemeinschaft handeln bei dem der eine berufstätig ist, auch in die Privatsphäre und die privaten Entscheidungsbereiche "für wen oder was stehe ich mit meiner Kohle ein" von eigentlich nicht-Leistungsempfängern eingegriffen.

sehr jungen Menschen, die noch nicht wirklich in gefestigten Beziehungen leben und wo sich alles noch verändern könnte, kann ich persönlich eigentlich nur raten, dieses Spiel von Hause aus nicht mitzumachen und sich auf bekannte Schleichwege zu begeben, denn davon abgesehen, dass es diskriminierend ist, wenn jemand sich von Hause aus überlegen muss, ob er eine Beziehung mit einem Erwerbslosen eingeht, weil er dann in die staatlichen Fänge gerät, gibt es wohl nur äußerst wenige Fälle die das auf der Ebene des "gegenseitigen Willens" , der zum Einstehen ja auch vorhanden sein muss, geschafft haben, nicht als Bedarfsgemeinschaft verwurstet zu.
im Prinzip ist es so, ich kann sagen ich verdiene mein Geld, ich gebe keinen Cent ab, mit wem ich eine Beziehung Pflege oder ins Bett gehe ist meine Sache.
Eine andere Sache ist, dies rechtlich durchzudrücken...
 
G

Gelöschtes Mitglied 66417

Gast
Ich kann dir versichern dass dies nicht zu Gelächter führt. Bei der ersten gemeinsamen Wohnung "auf Probe" kann vom Leistungsbezieher nicht erwartet werden dass dieser sofort für den anderen einsteht.

(3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner
1.
länger als ein Jahr zusammenleben, -> Nein, Sie ziehen erst jetzt zsm und das auf "Probe"
2.
mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben, -> Laut Sachverhalt liegt dies nicht vor
3.
Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder -> Laut Sachverhalt liegt dies nicht vor
4.
befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen. -> wurde im Sachverhalt ganz klar verneint, solange keine Verfügungsberechtigung vorliegt. Kann dies auch nicht unterstellt werden
 

HermineL

Super-Moderation
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Auch wenn du den § 7 nochmals postest so hast du ihn nicht wirklich verstanden. Es gibt kein Erprobungsjahr
und das JC kann auch schon vor diesem "Jahr" eine BG annehmen nur muss das JC dies dann auch nachweisen
können wobei nach einem Jahr der Leistungsempfänger in der Nachweispflicht ist das es keine BG ist.

Wie du erkennst ändert sich durch § 7 Abs.3a SGB II lediglich nach einem Jahr die Beweislast auf Grund dessen
weil der Gesetzgeber damit dem JC die Möglichkeit verschafft hat nach diesem Jahr einfach diese BG als
Vermutungstatbestand anzunehmen.
 

Junggeselle

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Hallo Leute, sehr wertvolle Beiträge von euch, vielen Dank.
Ich war im Urlaub und hatte privaten Stress, weshalb ich jetzt erst wieder hier reinschaue.

Mittlerweile haben wir eine schöne Wohnung mit 65 qm für 550€ kalt bzw. 700€ warm gefunden und erhalten in den nächsten Tagen den Mietvertrag. Nach der eigentlichen Wohnungsbesichtigung haben wir noch 1 Stunde privat mit der sehr freundlichen Vermieterin geplaudert und bereits am nächsten Tag hat uns die Vermieterin telefonisch voller Freude gesagt, das sie uns gerne als Mieter hätte.
Wie wir den Mietvertag genau machen möchten, also ich als Untermieter meiner Partnerin oder als WG, das können wir selbst entscheiden.

Mit 350€/Monat wird mein ALG 2 bzgl. der Miete nun über 100€ weniger. Laut Tabelle des JC, wie viel mir je nach Ort an Kaltmiete bezahlt werden könnte, bin ich da locker drin, weshalb ich die Wohnung vom JC sicherlich auch genehmigt bekomme.
Mit dem noch nicht unterschriebenen Mietvertrag werde ich spätestens am Montag beim JC aufkreuzen und mir das abnicken lassen.

Von der "Bedarfsgemeinschaft auf Probe" habe ich natürlich auch schon sehr viel gelesen und wir erfüllen alle Anforderungen, um erstmal nicht als BG eingestuft zu werden. Natürlich rechne ich damit, das das JC das anders sehen wird und uns eine BG unterstellt. Dank Rechtsschutz und einem Anwalt, der oft mit dem JC zutun hat, bin ich aber guter Laune das wir das vorerst abwehren können, sei es nur ein Jahr.

Mir ist die ganze Geschichte eh schon peinlich genug, alleine wie ihre Eltern von mir denken... Natürlich werde ich nach dem Umzug alles in Bewegung setzen, um in der neuen Stadt einen Job zu finden. Weil jemand meinte, wir sollen einfach warten bis ich wieder einen Job habe und dann erst zusammenziehen: So einfach geht das nicht und glaub mir, ich habe eine wunderschöne Wohnung in einer netten Stadt. Aber ich werde eh bald wegen Eigenbedarf rausgekickt und finde alleine in tausend Jahren keine bezahlbare Wohnung, vor allem nicht mit ALG 2. Als ALG 2-Empfänger ist man für viele Vermieter ein nicht gern gesehener Schmarotzer und bekommt im Voraus kaum Besichtigungstermine, wenn man am Telefon sagt das man übergangsweise von ALG 2 lebt aber sich um einen neuen Job bemüht. Keine Einkommensnachweise mit mindestens 1500€ Nettolohn und man ist verloren. Habe es so oft erlebt, all diese Demütigungen und Rückschläge :( Auch weil meine Freundin "nur" Friseurin ist, musste ich so viel asoziales Zeug von Vermietern oder Vormietern hören...


Was ich mich frage: Wenn wir den Mietvertrag erhalten, können wir das dann wirklich so machen wie ich denke? Also quasi eine WG mit getrennten Zimmern (zumindest offiziell), getrennten Konten, keinen gemeinsamen Versicherungen etc... oder wie gehen wir beim Mietvertrag am besten vor? Meine Partnerin ist dem JC kein Begriff, theoretisch könnte sie eine völlig fremde Person sein, mit der ich mir eine WG teile.
Ich möchte dem JC nicht von Anfang an offen legen, das sie meine Partnerin ist. Erst im Notfall möchte ich dann die Schiene fahren mit "BG auf Probe" und das im Extremfall Dank Rechtsschutzversicherung einklagen.
 
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Beebug

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Genau so macht ihr es. Der Untermietvertrag und deine Freundin als Hauptmieterin ist da die beste Möglichkeit. Du gibts im Antrag keinerlei Daten von ihr an, fertig.
 
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Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

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