Mit Freundin zusammengezogen wir sind noch kein Jahr zusammen, ist das eine Bedarfsgemeinschaft oder Haushaltsgemeinschaft oder etwas anderes?

G

Gelöschtes Mitglied 69311

Gast
Hallo!

Ich habe ein Problem, bei dem mir leider noch niemand helfen konnte. Auch noch keine von den Beratungsstellen bei denen ich bisher war.

Ich beziehe Alg 2 und wohne seit letztem Jahr Juni mit meiner Freundin zusammen. Sie kommt aus dem nicht EU-Ausland und hat hier als Au-Pair gearbeitet. Nach ihrem Au-Pair brauchte sie einen Wohnsitz um ihren Aufenthaltstitel zu verlängern und zog bei mir ein. Sie absolviert zur Zeit den Bundesfreiwilligendienst und bekommt monatlich 424 €.
Das Jobcenter berücksichtigt meine Freundin als Haushaltsangehörige. Mit der Begründung, dass laut ihres Aufenthaltstitels, das Aufenthaltsrecht in Deutschland bei Bezug von SGB II entfällt.
Mir zahlt das JC seit Juli nur noch die Hälfte für Unterkunft und Heizung. Da das JC aber direkt die Miete an den Vermieter überweist ziehen sie mir das Geld vom restlichen Bedarf ab. Sodass ich nach aktuellem Stand nur 202,95 € im Monat bekomme.
Am Anfang war es noch nicht so gravierend, da ich bis Ende Oktober selber noch 200 € durch den BFD dazu verdient habe.

Meine Fragen an euch sind:

- besteht zwischen mir und meiner Freundin nicht eigentlich eine "BG auf Probe" und müsse ich nicht eigentlich den vollen Satz bekommen?
- wie kann ich da am besten gegen vorgehen und argumentiren?

Ich würde mich sehr über eure Hilfe freuen
 

Sodele

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Wenn in Deiner Wohnung ein Bezieher von ALGII wohnt und ein Nicht-ALGII-Bezieher, dann wird die MIete auf 2 Personen aufgeteilt. Somit entfällt die Hälfte der KDU-Leistung und Deine Mitbewohnerin muss die andere Hälfte bezahlen. Weil Du offensichtlich das JC damit beauftragt hast, dass es die Miete komplett an den Vermieter bezahlt, wird Dein Auszahlungsbetrag somit angepasst. Ist zwar -m.W. - unüblich, dass das JC die Komplettmiete bezahlt, wenn nur ein Teil von Leistungsempfänger bezahlt werden muss, scheint aber möglich zu sein.
"BG auf Probe" gibt es nicht. Entweder BG oder Nicht-BG. Dazwischen passt kein Blatt.
 

anrawo

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Sie kommt aus dem nicht EU-Ausland und hat hier als Au-Pair gearbeitet. Nach ihrem Au-Pair brauchte sie einen Wohnsitz um ihren Aufenthaltstitel zu verlängern und zog bei mir ein. Sie absolviert zur Zeit den Bundesfreiwilligendienst und bekommt monatlich 424 €.
Moin, deine Freundin hat wie lange als Au-Pair in Deutschland gearbeitet? Sie macht gerade BFD!
Als Au-Pair war Sie sicherlich angemeldet und hat abhängig der Dauer dieser Meldung (unter 1 Jahr für 6 Monate, über 1 Jahr Dauerhaft) einen Anspruch auf ALG2 bzw. ALG.

Im BFD ist Sie ganz klar Arbeitslosenversichert und somit wäre hier eine Aufstockung in Betracht zu ziehen bzw. zwingend zu erbringen seitens des JC. Da ohne Visum kein BFD stellt sich die Frage nach dem Aufenthaltstatus hier nicht.

ALG 2 beantragen und zwar sofort noch im März, damit Ihr diesen Monat nicht verschenkt
 
G

Gelöschtes Mitglied 69311

Gast
Danke für eure Antworten!

Wenn in Deiner Wohnung ein Bezieher von ALGII wohnt und ein Nicht-ALGII-Bezieher, dann wird die MIete auf 2 Personen aufgeteilt.
Ich dachte, da sie meine Patnerin ist und wir aber noch kein ganzes Jahr zusammen wohnen, würde ich noch wenigstens ein Jahr den vollen Regelsatz bekommen.

deine Freundin hat wie lange als Au-Pair in Deutschland gearbeitet?
Sie hat 1 Jahr als Au-Pair gearbeitet.

hier eine Aufstockung in Betracht zu ziehen bzw. zwingend zu erbringen seitens des JC
Auf ihrem Aufenthaltstitel ist vermerkt:
"Beschäftigung nicht gestattet mit Ausnahme der Tätigkeit als im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei ..."
"Selbstständige Tätigkeit nicht gestattet."
"Erlischt mit Bezug von Leistungen nach SGB II oder SGB XII bzw. AsylbLG"

Das schließt deinen Vorschlag wohl leider aus, oder?

Kann ich noch gegen die Annahme des JC, dass wir eine Haushaltsgemeinschaft sind, vorgehen?
 

Sodele

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Kann ich noch gegen die Annahme des JC, dass wir eine Haushaltsgemeinschaft sind, vorgehen?
Mit welcher Begründung denn? Ich hab doch oben schon erklärt, wie es sich verhält... Kosten der Unterkunft werden ab Einzug auf ALLE Bewohner aufgeteilt - egal ob diese tatsächlich etwas zahlen oder nicht! Da gibt es keinen Spielraum!
 

anrawo

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Sie hat 1 Jahr als Au-Pair gearbeitet.
Hat sie auch nur einen Tag drüber, ist sie ALG und ALG2 berechtigt für die Dauer ihres Aufenthaltes in Deutschland
Auf ihrem Aufenthaltstitel ist vermerkt:
"Beschäftigung nicht gestattet mit Ausnahme der Tätigkeit als im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei ..."
"mit Ausnahme der Tätigkeit als im Rahmen des BFD", langt dies aber nicht um Ihren Lebensunterhalt aus eigen Stücken zu bestreiten, dann steht ihr der Zugang zu ALG2 zu.
Kann ich noch gegen die Annahme des JC, dass wir eine Haushaltsgemeinschaft sind, vorgehen?
Kommt darauf an wie Ihr wohnt. In einer 1-2 Zimmerwohnung ist dies wohl eher Schwierig. Bei drei und mehr Zimmern könnte man eine WG mit seperatem Mietvertrag anführen. Es gibt jedoch zu bedenken, dass sich dies egal wie nicht auf die KdU auswirkt. Ihr seit zusammen und damit sollte es gut sein!
 

Sodele

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"mit Ausnahme der Tätigkeit als im Rahmen des BFD", langt dies aber nicht um Ihren Lebensunterhalt aus eigen Stücken zu bestreiten, dann steht ihr der Zugang zu ALG2 zu.
Wenn der Aufenthaltstitel an die Bedingung geknüpft ist, dass der Lebensunterhalt selbst bestritten wird, dann kann es ja sein, dass sie theoretisch Anspruch auf ALGII hätte, aber der Bezug würde automatisch den legalen Aufenhalt beenden.
Und beim Au-Pair kommt es ja wohl darauf an, ob dies tatsächlich als versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zählt. Und - wie schon gesagt - dann muss es mindestens 12 Monate (warum 1 Tag drüber?) gedauert haben, um einen Anspruch auf ALG nach dem SGB III zu begründen. Einfach mal Antrag auf ALG bei der Agentur für Arbeit stellen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Nena

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Ich dachte, da sie meine Patnerin ist und wir aber noch kein ganzes Jahr zusammen wohnen, würde ich noch wenigstens ein Jahr den vollen Regelsatz bekommen.
Du bekommst ja den vollen Regelsatz. Aber das JC zahlt ihr nicht ihren Anteil (die Hälfte) der Miete. Sondern Dir Deinen.
 

anrawo

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Du bekommst ja den vollen Regelsatz.
Dann habe ich einiges Falsch gemacht. Als meine Frau (Portugiesin) bei mir einzog, wurde auch gleich mein Regelsatz gekürzt. Sollte der TE €432,00 bekommen würde mich das echt wundern.
Einfach mal Antrag auf ALG bei der Agentur für Arbeit stellen...
Wenn, dann käme hier wohl allenfalls ALG2 als Aufstocker in Betracht. Aber, und das habe ich nicht auf dem Schirm gehabt.
"Erlischt mit Bezug von Leistungen nach SGB II oder SGB XII bzw. AsylbLG"
So ist das dann natürlich schon wieder was anderes. Evtl. kann der TE ja Wohngeld beantragen. Heiraten wäre auch noch eine Option
 

Sodele

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Heiraten wäre auch noch eine Option
Versuch das mal:
1. in der aktuellen Situation (hast Du ne Ahnung, was bei der Heirat in D mit einem Nicht-EU-Bürger an Dokumenten beigebracht werden muss - das hat man normalerweise nicht im Reisegepäck), Dokumentenbeschaffung unter Coronabedingungen im Heimatland in Abwesenheit beo oftmals geschlossenen Behörden dürfte schwierig sein.
2. muss man anschließend wieder ins Heimatland ausreisen um dann mit einem Familienzusammenführungsvisum (von der deutschen Botschaft im Heimatland) legal wieder einzureisen - denn nur damit bekommt man einen Aufenthaltstitel, mit dem man ggfs. Leistungen vom JC bekommen kann.

Außerdem: Bedarfsgemeinschaft "auf Probe" dürfte Heirat erst mal ausschließen!
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Evtl. kann der TE ja Wohngeld beantragen
Der TE bekommt doch die Miete vom JC bezahlt - Seine Mitbewohnerin könnte Wohngeld beantragen, oder?
 

anrawo

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1. in der aktuellen Situation (hast Du ne Ahnung, was bei der Heirat in D mit einem Nicht-EU-Bürger an Dokumenten beigebracht werden muss - das hat man normalerweise nicht im Reisegepäck), Dokumentenbeschaffung unter Coronabedingungen im Heimatland in Abwesenheit beo oftmals geschlossenen Behörden dürfte schwierig sein.
Dänemark, vereinfacht alles
Der TE bekommt doch die Miete vom JC bezahlt - Seine Mitbewohnerin könnte Wohngeld beantragen, oder?
Der Wohnungsmieter (Mietvertrag) beantragt Wohngeld, Da seine Freundin bei Ihm zur "Probe" wohnt, gehe ich mal nicht davon aus dass Sie im Vertrag steht.
Außerdem: Bedarfsgemeinschaft "auf Probe" dürfte Heirat erst mal ausschließen!
Ich wusste nicht, dass man das JC darüber vorab informieren muss das man heiraten will.
 
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