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#1
Hallo an Alle ...

Mich würde mal interessieren wie andere Langzeitarbeitslose mit der Situation an sich umgehen?

Ich meine nicht nur die finanziellen Auswirkungen denen wir als ALG II- Bezieher ausgesetzt sind. Ich meine das Bewußtsein, sinnlose Bewerbungen zu verschicken, die entweder unbeantwortet bleiben, oder abschlägig beantwortet werden.

Wie geht ihr mit dem Frust um der sich einschleicht? Was tut ihr um seelisch gesund zu bleiben? Wie geht ihr mit den Anfeindungen denen wir ausgesetzt sind um?

Zu meiner Person: 48 Jahre alt, von 1972 -2002 berufstätig, trotz guter Zeugnisse und erstklassigen Ausbildungen, nach nicht mehr gezählten Bewerbungen (auch Bundesweit) ohne Job.


Grüße von MacWombel
 
E

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  Th.Starter/in  
#2
Meines Erachtens spielen Zeugnisse heutzutage gar keine Rolle mehr, vollkommen irrelevant. Heute zählt nur noch jung und billig mit jahrelanger Berufserfahrung.

LG
 

DJL-HH

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#3
Auf meine Bemerkung, ich sei nun über 2,5 Monate arbeitslos und je länger dieser Zustand nun anhält, desto schwieriger wird es, sagte meine private Vermittlerin vom Integrationsfachdienst letzte Woche zu mir: "... Sie sind momentan in einer Frustphase, aber das geht vorüber..." (wie beruhigend... ;) )

Was für ein Blondchen war sie??? Oder ist sie dazu angehalten, Zweckoptimismus zu verbreiten??
Weder bin ich gefrustet, noch fühle ich mich "minderwertig", Tatsache aber ist und bleibt, je länger die Lücke im Lebenslauf ist, desto zusätzlich schwieriger wird es.

Auf meine Frage, wie sich meine längere Arbeitslosigkeit Anfang und Ende der 90er Jahre auswirken könnten, sagte Blondchen "... darauf schaut kein Arbeitgeber, interessant sind nur die letzten Zeugnisse..." Und warum bin ich dann trotz klasse Zeugnisse arbeitslos und erhalte nur Absagen?? Blondchen: "... dann passten Sie wohl nicht ins Bewerberprofil..."

Mein zweifelnder Gesichtsausdruck veranlasste sie, das Thema zu wechseln um uns meine "Vorlieben" bezüglich Größe der potentiellen Firma zu widmen, ob ich da "Wünsche hätte".
" Die Größe einer Firma ist absolut zweitrangig, Hauptsache ist, eine Vollzeittätigkeit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis".

Nunja... ;)

Was eher frustierend ist, um mal wieder auf MacWombel zurück zu kommen, ist, dass teilweise selbst von den nahestehendsten Personen manchmal ein Unverständnis vorherrscht, warum "... Du bei Deinen guten Zeugnissen..." keine Arbeit bekommst. Klingt da ein vorwurfsvoller Hauch mangelnder aktiver Arbeitsplatzsuche mit?

Ich befürchte, eigentlich weiß ich es mehr, die, die in Lohn & Brot stehen, sind sich der dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht so bewusst, zappen im TV weiter, wenn entsprechende Sendungen, Dokus laufen, weil, sie haben ja nen Job, wen interessiert das millionenfache Schicksal einzelner Fallbeispiele, sind ja eh nur Looser, Ungelernte, Kriminelle, Drogensüchtige, kaputte Typen... dass aber immer mehr Facharbeiter und Akademiker 1 €-Jobs annehmen müssen, wird nicht oder nur selten zur Kenntnis genommen.

MacWombel, nur nie den Mut und schon garnicht die Lust aufs Leben verlieren, weil, schlimmer kanns im Grunde nimmer werden, ergo, positiv nach vorne schauen, es kann nur bergauf gehen ;) , sagt Dir ein fast 40jähriger, gut qualifizierter, mit besten Zeugnissen ausgestattetter arbeitsloser Leidensgenosse ;)
 

jodi

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#4
Frust

hallo Mc Wombel,

ich weiß genau was du meinst.
mir geht es ähnlich, glaube man kann nur seine Einstellung allmählich verändern in puncto Arbeit.
Das dauert natürlich, weil man ja täglich auf sich selbst zurückgeworfen wird.
Es ist die Frage, warum wir uns so stark nur Arbeit definieren können.
Sinn nur die Arbeit gibt.
Wichtig ist auch, das nicht persönlich zu nehmen, denn es geht, ja 7 Mill.
ähnlich.
vielleicht sich bewußt machen, das man wenigstens ein Dach über dem Kopf hat und was zu essen hat.
Hört sich schlicht an, jedoch, bin ich langsam soweit..
Strukturiere mir den Tag und manchmal gibt es Tage oder Phasen in denen man logischerweise meint, es geht nicht weiter, geht es aber.
sicherlich ist der Job, Arbeitslos zu sein und die Hoffnung nicht aufgeben.
Es ist mühsam, aber ein gutes Allheilmittel gibt es nicht, ausser die Beschäftigung mit dem Warum ist Arbeit so wichtig.
Ich bin ebenso gut qualifiziert, Akad. und bekomme noch nicht mal einen Bürojob.
Versuche schon lange den Umstieg, werde aber abgelehnt.
Auch überregional, hab ich es schon versucht.
Es gibt wohl nichts anderes als die Zeit abzuwarten, nicht passiv, immer wieder bewerben, aber eben nicht mit Verwzeiflung daran gehen, dann wirds nur noch schlimmer.
 

Bruno1st

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#5
Hans im Unglück sagte :
Heute zählt nur noch jung und billig mit jahrelanger Berufserfahrung.LG
Plus Promotion - Auslandserfahrung - max. 25 Jahre - Familie mit 3 Kindern und Haus - damit der AN nie mehr auf dumme Gedanken kommt und man ihn gut erpressen kann.

Aber alles nicht so ernst sehen - die Sachbearbeiter und Fallmanager sind die ALGler von übermorgen. Heute haben die Typen nur Macht, wenn du dich von denen pressen läßt oder dich auf deren Ratschläge verläßt oder glaubst, daß die dir wirklich helfen wollen.
Ich habe meinen beiden FMs vorgeschlagen, daß sie mich bei einem Massenmailing unterstützen oder meine Bewerbungspage überprüfen. Irgendwie kommen die mit soviel Aktivität nicht zurecht und kneifen.

Sonst hilft nur die Ohren steifhalten und losmarschieren. Werde selbst aktiv - Flyer von hier ausdrucken, usw. Every little helps. Irgendwann könnte der Damm brechen und das schmarotzende Politikergepäck (Baggage möchte ich nicht sagen) wegspülen. Denn solange sich Deutschland solche Poliiker noch leisten kann, geht es dem Land noch SEHR gut.
:p
 

mostes

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#6
Ich befürchte, die FM bleiben lange auf ihren Posten sitzen; trotz Befristung ihrer Stelle.

Das Problem, dass z.B. ich habe ist, dass mir da eine Figur gegenüber sitzt, die selber jahrelang arbeitslos war, geringer qualifiziert ist und mich ( 20 Jahre Berufserfahrung ) mit seinem sozialpädagogischen Fall - Out
belästigt.
Keine Ahnung von Arbeitsvermittlung, selbst für keine unangenehme Entscheidung verantwortlich aber professionell penetrant.

Ich habe nichts gegen sog. Geringqualifizierte - aber bei der Handhabung der individuellen Fälle von einem Fallmanagement betroffen zu sein, als ob ich Pisa - Abfall bin, mir es am notwendigen Durchblick fehlt und es letztlich alles an mir liegt - das kotzt mich an.

Die FM sind total von der volkswirtschaftlichen Realität abgekoppelt.

Fall - Management bedeutet in der Realität, dass Existenzrecht des FM zu legalisieren. Die denken leider selber, dass sie notwendig sind.

Habe 20 Jahre als Selbständiger gekämpft - und jetzt sagt mir so eine Pfeife, wo es lang geht. Man muß sich nur die Schulungsliteratur der FM mal ansehen: Alle Betroffenen sind danach psyisch labil, antriebslos und
sozial prekär. Diese Sozialpädagogen sind üble Typen: alles nur theoretisch: das eigene Leben, das Leben der Betroffenen. Ein Sozialpädagoge auf die Menschheit los gelassen bedeutet: Bringt euch in Sicherheit. Das Leben eines Sozialpädagogen ( Lehrers ) : Morgens recht haben, nachmittags frei haben. Bin übrigens 47 und selbst Akademiker ( was hier nichts bedeuten soll ) Wünsche uns allen viel Glück beim täglichen Kampf !!!
 

p-hinze

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#7
Wie geht unsereins damit um im Prinzip besch...

Laut die die da oben in Berlin sitzen geht es uns gut ja sogar zu gut wir faulen Säcke bekommen ja alles in den Ar.. geblasen, man zahlt unsere Miete hält und am Fressen was wollen wir denn mehr.

Früher ging es mir jedenfalls schlecht, ich hatte eine Stelle als EDV-Leiter in einem Sanitär & Heizungsgroßhandel die überbezahlt wurde, man ich wusste garnicht wie ich die Kohle unter die Leute bringen sollte, ja ich war glücklich das ich eine Steuerklasse I hatte und dem Staat einen großen Anteil meines monatlichen leicht verdienten Gehalts zur Verfügung stellen durfte. Da ich nach Abzügen der Steuern und Sozialleistungen noch immer zuviel auf meinem Konto hatte, hatte ich mich dazu entschlossen 1992 ein Haus zu bauen welches denn 2003 versteigert wurde weil ich ja gottseidank die montalichen Hypotheken nicht mehr aufbringen konnte.Ich zog dann in eine 65 m² Etagenwohnung, jetzt erst merkte ich das die 145 m² in der ich bis dahin gelebt hatte doch reichlich übertrieben waren und dann auch noch der Garten von 60 m² in dem man sich im Sommer aufhalten musste, man was hatte ich übertrieben.

Dann erfuhr ich das ein gewisser Herr Schröder einen Herrn Hartz kennen gelernt hatte und das dieser Herr Hartz mit einem Konzept beauftragt wurde (für diese Leistung sollte er nur mit ein paar DM oder waren es schon € belohnt werden) damit wir Arbeitslosen uns glücklicher fühlen würden. Und dann war es endlich soweit im Januar 2005 bekamen wir es zu spüren der Staat bezahlte uns die Mietkosten und wir bekommen sogar noch 345,00 € obendrauf, man das ist jede menge Kohle soviel das ich am 15. eines Monats noch meistens 30,00 € in der Tasche habe und da weiß ich wirklich nicht wie ich die bis zum 30. unters Volk bringen soll. Aber das soll ja noch nicht alles gewesen sein, im November 2005 kam dann die Aufforderung der ARGE das ich umziehen dürfte, hurra jetzt erst war ich richtig glücklich von 65 m² in eine 49 m² Wohnung. Dieses setzte ich den im Januar 2006 in die Tat um und was soll ich Euch sagen diese 49 m² sind noch immer für eine Person zu groß 5 m² wären mit Sicherheit ausreichend wobei der Staat dann ja auch weniger an Kosten hätte und man den Überschuß an die armen Damen und Herren Politiker verteilen könnte.

Als ich in der vergangen Woche bei einem Arbeitsberater eine Termin hatte wurde mir von ihm mittgeteilt das ich als 50 jähriger keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hätte und das auch die ARGE auf Grund dessen mich nicht belästigen würde. ich solle mich alle 6 Monate melden, aber nicht bei ihm sondern nur an der Anmeldung das würde voll und ganz reichen. Voll und ganz Happy habe ich dann sein Büro verlassen und laut gejubelt.

Und wie fühle ich mich natürlich unglaublich glücklich, glücklich darüber das jede Bewerbung mit dem Standardsatz "Wir bedauern sehr das wir Ihnen mitteilen müssen das wir uns für einen Mitbewerber entschieden haben." zurück kommt. Glücklich darüber das mir der Staat die Wohnung finanziert und das mir 345,00 € zum leben geschenkt werden, hier überlege ich ja ob ich den Überschuss den ich an jedem Monatsende habe nicht Frau Merkel spenden soll damit sie sich mal einen neuen Hosenanzug leisten kann, denn die arme bekommt ja nur ein paar Cent an Diäten.

Das Problem an der Sache ist das wir die "Alten" doch die jenigen sind die über genügent Erfahrung verfügen, nur man uns nicht mehr will weil wir zu relistisch Denken und auch noch Kopfrechnen können. In welchem Unternehmen ist denn noch ein Personalchef zu finden der in unserem Alter bzw. noch älter ist als wir. Heute liegt doch das Höchstalter eines Personalchefs bei 35 und die haben Angst vor uns weil wir ihnen was vormachen könnten und auch können.
 

Donald

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#8
MacWombel sagte :
Hallo an Alle ...

Mich würde mal interessieren wie andere Langzeitarbeitslose mit der Situation an sich umgehen?

Ich meine nicht nur die finanziellen Auswirkungen denen wir als ALG II- Bezieher ausgesetzt sind. Ich meine das Bewußtsein, sinnlose Bewerbungen zu verschicken, die entweder unbeantwortet bleiben, oder abschlägig beantwortet werden.

Wie geht ihr mit dem Frust um der sich einschleicht? Was tut ihr um seelisch gesund zu bleiben? Wie geht ihr mit den Anfeindungen denen wir ausgesetzt sind um?

Zu meiner Person: 48 Jahre alt, von 1972 -2002 berufstätig, trotz guter Zeugnisse und erstklassigen Ausbildungen, nach nicht mehr gezählten Bewerbungen (auch Bundesweit) ohne Job.


Grüße von MacWombel
Na ja, mir geht es nicht anders, und ich bin gerade 40.
Von 1982-2004 berufstätig, gute Zeugnisse, davon 8 Jahre Selbständig. Erfahrung im Einzelhandel in verschiedenen Warenbereichen (Sportartikel, Baumarkt, Garten, Haushaltswaren usw.).
Trotzdem traut sich keiner mehr, mich einzustellen.
Bewerbungen ebenfalls Bundesweit, kein Erfolg, nur Kosten.
Tja, mit dem Frust habe ich auch zu kämpfen, aber was will man machen.
Auch ich kann ein Lied davon singen, wie selbst langjährige "Freunde" nicht verstehen können, dass ich keinen Job finden kann.
Von einigen habe ich mich inzwischen getrennt, diesen wünsche ich, dass sie selber mal in diese Situation kommen. Ich denke, dass nur der, der mal wirklich in dieser Situation war, das Ganze versteht.
 

mostes

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#9
Am besten sind die Geburtstage im Verwandtenkreis.

Muss mich da auch mit einigen " Kandidaten " über meine Arbeitslosigkeit auseinander setzen. Nach ein paar Bier geht das echt gut. Fast alle aus dem öffentlichen Dienst und noch nie irgendwie existenziell bedroht gewesen.

Mit etwas rethorischem Geschick kann man denen schnell beikommen.

Beim nächsten Mal sind die dann meistens sehr kleinlaut. Viele waren früher nicht gerade die Cleversten - aber jetzt die moralische Keule schwingen. Jeder, der z.B. hier im Forum ist, zeigt damit, dass er den Kopf noch über Wasser hält. Ganz wichtig erscheint mir, immer in den rechtlichen Dingen up to date zu sein, um mit den FM auf Augenhöhe sprechen zu können.

Außerdem sollte sich jeder immer seine Leistungen des bisherigen Lebens in Erinnerung rufen und diese mit der aktuellen Situation abgleichen.
Dass macht wütend - und das !!! hilft beim Überleben.

So wird man wieder lebendig und das hilft morgens beim Aufstehen.

Ganz wichtig erscheint mir auch Galgenhumor zu sein - es macht das Gehirn frei, wenn man darüber lachen kann, in welcher Situation man steckt. Und es verringert das Gefühl des Ausgeliefertsein.

Ich denke , wir werden noch 1-2 Jahre abwarten müssen, bevor wir wissen, wohin der Hase läuft ( Hartz IV etc. ).

Bis dahin - immer schön am Abgrund langlaufen und ohne Angst die Aussicht geniessen.
 
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#10
ich bin 55J jung, seit 2000 wegen Insolvenz arbeitslos und lebe alleine.
den Frust habe ich schon seit einiger Zeit abgelegt! Dagegen gehe ich an mit Sport (Fitness, Radfahren und Krafttraining) und fröne meinem Hobby (Fotografieren). Meine Gesundheit und mein Wohlbefinden sind mir wichtiger! natürlich schreibe ich regelmässig Bewerbungen - ohne ernsthafte Hoffnung - aber 1.tens um dem verblö..* FM was vorweisen zu können und 2.tens bekomme ich pro Bewerbung 5 Euro.
im übrigen habe ich noch einen Minijob für 2x die Woche aufgerissen. macht Spass, ich komme unter Leute und lerne neue Menschen kennen. (kann nur von Vorteil sein!) und es bleiben ein paar TEuro übrig. stehen zwar ehrlich gesagt in keiner Relation zur Arbeitszeit- und Leistung, aber es geht mir eben auch darum, nicht gänzlich soziale Kontakte zu verlieren. Aber das ist auch Einstellungssache. Viele oder einige werden sagen- für die paar Kröten abeite ich nicht - gut .. dann soll der/diejenige daheim hocken bleiben und eben verblöden (mit Partner ist's ein bisserl was anderes!)
HabedieEhre beiernander
 

kalle

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#11
Tja, jeder verarbeitet die Probleme auf seine Art. Wenn man sich gehen läßt, dann könnte man auch gleich einen Strick nehmen und sich von hinten durch die Brust ins Auge schießen.

Auch bei mir ist es nach 20 Jahren Selbstständigkeit zum großen Bruch gekommen. Durch meine Behinderung konnte ich nicht mehr arbeiten. Da ich aber auch vorher schon ein umfangreiches Engagement im Ehrenamtlichen Bereich hatte und immer noch habe, habe ich eigentlich immer noch genug "zutun". :mrgreen: Und auch meine Arbeit hier und in der Schwerbehindertenberatung helfen einem doch gut über die Runden.

Eigentlich kann ich nur jedem raten, sich beschäftigung im Ehrenamtlichen zu suchen.

Ist zwar pekunär kein Ersatz, aber es hilt einem ein wenig über die Löcher des Daseins hinweg.

Dieses ist nur mein Rezept, wie ich versuche, über die Löcher hinwegzukommen. Bei mir ist es aber auch klar, das ich mit den Behinderungen nichts mehr von AfA zu erwarten habe. Aber vielleicht machen wir ja auch mal ne Beratungsfirma auf und schnacken klug. :lol:

Wenn man sieht, was die für dumme Sprüche kassieren. :twisted:
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#12
Hallo an Alle ...

Danke für Eure Antworten. Es wurde mir bewußt das meine Situation nicht nur "meine" Situation ist, sondern dass es vielen anderen ebenso geht.

Danke nochmal !

Grüße von MacWombel
 

heinbloed

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#13
moin moin,

gründet mal ne erwerbslosen initiative vor ort, da habt ihr arbeit ohne ende. nach einem halben jahr dürfte die qualifizierung für jeden sachbearbeiterjob ausreichen.

grüsse
 

Gandhi

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#14
Hallo an alle in diesem Beitrag.

Die Geschichten spiegeln die Situation sehr gut wieder.

Nicht nur, dass die ARGE weiß, und auch jedem sagt: " Für Sie bekommen wir keine Angebote mehr ... "

Nein, die FM´s etc. ( nicht alle ) müssen auch noch zusätzlich Druck ausüben mit menschenverachtenden Handlungen.

Ich nehme an, dass viele, wenn nicht sogar alle, solche Anweisungen von oben bekommen. Und da bestätigt sich mal wieder der uralte Spruch:

Der Staat verrät seine Kinder.

Selbst ex BDI Präsident Henkel sagte in einer TV Runde:

" Immer mehr Druck auf die Arbeitslosen zu machen - schafft auch nicht mehr Stellen! "

Wie viele der Schreiber hier, habe ich auch ( Lemminghaft ) jahrzehnte mit die Höchstbeiräge u.a. zur AL Versicherung geleistet. Dafür könnten viele von uns ihre eigenen FM´s einstellen. Und nun diese Behandlung.

Der Oberhit ist anscheinend die Planung!!, den Hartz IV Satz auf Aslyantenniveau 225,-- Euro zu senken.

Weiß eigentlich jemand, ob es Initiativen gibt, das Hartz IV Programm auf die Verfassungsmäßigkeit zu prüfen?

Mir dreht sich der Magen um, wenn ich daran denke, dass viele, die jahrzehnte fleißig Abgaben gezahlt haben, nun behandelt und auf die gleiche Stufe wie z.B. Asylanten gestellt werden, die noch nie einen Cent zu irgendetwas hier beigetragen haben.

Dass ich hier nicht missverstanden werde! Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun.

Die Typen in der Kommunen, Landtagen und in Berlin schieben für ein paar Jahre Tätigkeit, ( ich lasse bewusst die Qualität und den Sinn dieser Tätigkeiten weg ) 1000´ende von Euros an Pensionen ein, und uns, die versucht haben auch für´s Alter vorzusorgen, wird das Wasser vorn und hinten abgegraben.

Und nicht nur uns - auch unseren Kindern.

Tja, zur Ausgangsfrage : "Mich würde mal interessieren wie andere Langzeitarbeitslose mit der Situation an sich umgehen? "

Einen gewissen Rhythmus beibehalten, sich am Markt weiter auf dem Laufenden halten, sich selbst der beste Freund sein, das Glas als halb voll ansehen, wie einige der Schreiber hier - etwas Galgenhumor beibehalten, wenn alle Stricke reißen durchaus auch mal einen Tiefenpsychologen aufsuchen, aktiv sein: Hobby - Bewegung - Internetrecherchen.

Die Idee mit der Beraterfirma finde ich gut. Es wurde hier schon mehrfach geschrieben, dass wir alle jede Menge Erfahrung haben. Und das stimmt ja auch. Warum setzen wir uns nicht zusammen und "spinnen"???

Vielleicht kommt ja wirklich eine gute Geschäftsidee heraus. Denn jeder hat andere, ergänzende Fähigkeiten.

Das war der Satz zum Wochenende. Ich denke jedenfalls darüber ernsthaft nach.
 
E

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  Th.Starter/in  
#15
Nicht erst mit 48, schon mit fast 38.

Zitat meines SB, als ich das erste Mal bei ihm war:

Hm ... sie waren bisher zwar nie arbeitslos, aber es könnte sehr schwierig werden wegen ihrem Alter. :shock:
 

uwe

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#16
Ich wünsche diesen Damen und Herren von ganzem Herzen den Platz auf der anderen Seite Des Schreibtisches!!!!!!!
Auch hoffe ich,daß dann auch solche Fm`s und weiteres Behördenpack vor ihnen sitzt!!!! :motz: :motz:

:lol: :lol:

Uwe
 

Gandhi

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#17
andine sagte :
Nicht erst mit 48, schon mit fast 38.

Zitat meines SB, als ich das erste Mal bei ihm war:

Hm ... sie waren bisher zwar nie arbeitslos, aber es könnte sehr schwierig werden wegen ihrem Alter. :shock:
So einen Blödsinn hat man mir schon mal erzählt, als ich 44 war.

Konnte, wollte das nicht akzeptieren und hatte drei Monate später einen Job.

Leider haben die - Ami´s - nach drei Jahren gemeint, dass sie Deutschland nicht brauchen und alles viel besser von Brüssel aus zu managen sei. Shit happens.

Jetzt, mit 50 ist anscheinend der Deckel voll drauf. Alters- und wirtschaftsmäßig. Nach über 1.500 Bewerbungen habe ich mein Enagement zurückgefahren.

Was ich damit schreiben will: Die BA, AfA etc. können nicht über ihren Tellerrand blicken und verwalten eh nur den Mangel.

Also beim größten Teil des unqualifizierten und demotivierenden Geredes ( !!! nicht von allen !!! ) die Ohren auf Durchzug schalten und gegen Missstände angehen wo´s angebracht ist.

Warum? Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

P.S. Nochmal zur Frage von MacWombel:

" Hallo an Alle ...

Mich würde mal interessieren wie andere Langzeitarbeitslose mit der Situation an sich umgehen? "

Seit einer Weile habe ich das Kochen als Hobby entdeckt.
Bringt jede Menge Erfolgserlebnisse ( nicht immer aber immer öfter ).
 

heinbloed

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#18
moin moin,

Seit einer Weile habe ich das Kochen als Hobby entdeckt.
wenn man das ganze mit ein paar leuten in einem geeigneten ort (kulturzentrum, soziale einrichtung) dann noch zur volxküche aufbohrt, bekommt man dazu noch jede menge soziale kontakte.

nebenbei hat man, da man ja auch probieren muss, noch eine kostenlose mahlzeit.

hier gibt es jede menge adressen, bei denen ehrenamtliche helferInnen in der regel gern gesehen sind http://www.soziokultur.de/

grüsse
 
E

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#19
Ich bin 46 und habe auf dem 1. Arbeitsmarkt definitiv auch keine Chance mehr!!!
 

Gandhi

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#20
Na also, klappt doch.

Weg vom Trübsinn - hin zu was auch immer.

So manch ein Autor Name ist anscheinend nur Blöff.

Siehe > heinbloed < : Die Antwort und die Anregung sind alles andere als blöd. Danke
 

Gandhi

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#21
Catweazle sagte :
Ich bin 46 und habe auf dem 1. Arbeitsmarkt definitiv auch keine Chance mehr!!!
Hey Mann / Frau :evil:

Nur wer sich selbst aufgibt - hat verloren.

Pfeif auf das allgemeine Geschwätz und gib weiter Gas.

Dieses kurze Leben hier ist deine :party:

Also - auf die Dauer hilft nur power :daumen:
 

heinbloed

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#22
moin moin,

mal was für besinnliche stunden

die lage der arbeitenden bevölkerung ende 1800, anfang 1900 war in der regel wesentlich schlechter als die eines algII-empfängers heute.

die wesentlichen unterschiede: sie hatten in der masse, da sie nicht sozial isoliert in ihrer bude vor dem flimmerkasten saßen, ein wesentlich grösseres selbstwertgefühl.

da wuppt man dann trotz knapper mittel auch sowas http://www.abg-paradies.de/

Mit der Gründung der ersten Wohnungsbaugenossenschaft ab 1886 entstanden erstmals eigene Selbsthilfeunternehmen von Wohnungssuchenden. Die Namen dieser Genossenschaften wie Obstbaumkolonie „Eden“, „Freie Scholle“ und auch „Paradies“ brachten die Wünsche und Träume ihrer Gründer zum Ausdruck. Gustav Voigt, von Beruf Malermeister und SPD-Mitglied, popularisierte in Zirkeln und Debattierclubs den Selbsthilfegedanken und eröffnete Möglichkeiten, aus der Wohnungsnot und dem Mietwucher herauszukommen. So war es vorrangig seiner Initiative zu verdanken, dass sich am 4. März 1902 18 Personen zusammenfanden und unsere Genossenschaft gründeten.
5 millionen arbeitslose, die 500 euro in eine genossenschaft einzahlen, könnten damit schon einige nette häuschen bauen.
wenn die fertig sind, baut man von den mieten die nächsten.

habe auf dem 1. Arbeitsmarkt definitiv auch keine Chance mehr
die frage ist wer die definition des arbeitsmarktes übernimmt
für mich ist der derzeit neoliberale arbeitsmarkt eher der letzte.

grüsse
 

Arania

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#23
1.Arbeitsmarkt definiert sich angeblich durch die Bezahlung die ein Leben ohne zusätzliche Sozialleistungen möglich macht, aber das ist Angesicht einiger Löhne auch schon Illusion
 

___________

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#24
andine sagte :
Nicht erst mit 48, schon mit fast 38.

Zitat meines SB, als ich das erste Mal bei ihm war:

Hm ... sie waren bisher zwar nie arbeitslos, aber es könnte sehr schwierig werden wegen ihrem Alter. :shock:
Hallo Andine,

kenn ich doch irgendwo her: hat er Dir denn einen Tipp gegeben, was Du bis zum wirklichen Alter, sprich Rente machen sollst?



Tja, mir gehts wie Euch, habe mit meinen 3 Berufen keine Chance mehr, alles war irgendwie umsonst, die ganze Kohle, Zeit und Mühe, die ich für die Weiterbildungs zahlte. Ich seh ja ein, dass ein weiterer Beruf auch keinen Job bringt, weil es keine Arbeitsplätze gibt. Was mein Alter angeht, kann ich mich schlecht verbessern. Und wenn ich mich bewerbe, heisst es überqualifziert und zu alt. Keine Ahnung, welchen Vorwurf ich mir da machen soll. Wahrscheinlich bin ich der Illusion erlegen, eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und jetzt mit Hartz4 bin ich unsanft in der Realität gelandet.

Sadness
 
E

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  Th.Starter/in  
#25
Hallo Gandhi,

ich habe mich nicht aufgegeben - das hat schon die Gesellschaft, der Staat an meiner Stelle übernommen.

Ich bin im fünften Jahr arbeitslos. Trotzdem schreibe ich nach wie vor 5 bis 10 Bewerbungen pro Monat.

Das Resultat:

Ich wurde zu einem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen. Ansonsten waren es nur Absagen.

Fazit:

Ich mache mit meinen regelmäßigen Bewerbungen weiter. Obwohl ich mir keine Chancen mehr auf Arbeit in diesem Land ausrechne.
 
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#26
Re: 48 und zu alt!!!

Hallo erstmal an Euch in die Runde :)

Bin erst vor ein paar Tagen zu Eurem Forum zugestoßen. Kenne zwar das Tacheles forum seit 3 Jahren, bin aber über das VDK Forum zu Euch gestoßen. Stelle fest, das hier das richtige Forum für mich ist.

Ich selbst habe hier mal so Euren Lebenslauf gelesen, und möchte, falls es jemand interessiert gerne auch meinen beschissenen Lebenslauf erörtern.

30 Jahre nahtloses Arbeitsleben ohne Unterbrechungen, tja das kann ich nicht vorweisen.

Ich habe 1976, 1975 kam ich aus der Schule (Volksschule) eine Lehre als Maler und Lackierer begonnen und diese nach 3 Monaten abgebrochen. Ich wäre heute froh gewesen, wenn damals noch mein Vater gelebt hätte, der hätte dies mit Sicherheit abgewendet. Meine Mutter war mit mir und meinen gleichaltrigen Bruder damals überfordert. Meine älteren 16 + 18 Jahre Brüder gingen Ihre Wege. Mein gleichaltriger Bruder ist den Alkohol abgestürzt und heute ein Krüppel.

Mit 18 ließ ich mich zur Bundeswehr einziehen (freiwilig) wollte mich damals verpflichten, ging nicht da ich kein Berufsabschluß nachweisen konnte. Nach meiner Bundeswehr wollte ich Geld verdienen, was ich auch tat und fing als Lagerhelfer in einer Fabrik an. Gut ich hätte damals bleiben können, der Lohn war übertarif und eine Pension war auch drinn. Ich gab diesen Job aber aus gesundheitlichen Gründen nach 3 Jahren auf und zwecks der Fahrerei, jeden Tag 140 Kilometer. Damals war ich gerade mal 23. Danach fing meine Arbeitslosigkeit an, da ich ja auf dem Lande wohnte, ich zog wegen meiner Frau dorthin. Ich bin eigentlich ein Großstätter. So 2 Jahre jobte ich in dem armen Spessart ost /Rhön als Landschaftsgärtner in Aushilfe. Das war eine echte Buckelei. Danach fing ich durch einen Bekannten als Fernmeldemonteur an. Das heißt Privatfirma arbeitete damals noch für die Post, später ab 1990 hieß sie dann Telekom. Dort mußte ich im Telefonaußenbau (Telefonmasten stellen, Kabel verdrahten, und anschließen). Nach 7 Jahren dieser Tätigkeit, da war ich mitten im Leben am Boden zerstört. Ich konnte diese Arbeit aus Gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Mein neues Auto, das 1 nagelneue im Leben, mußte ich abbestellen, das tut weh.

Ich mußte ob ich wollte oder nicht, eine neuen Beruf erlernen. Nicht so eine 0815 Umschulung ala Arbeitsamt. Ich mußte in eine Erwachsenen Umschulungsmaßnahme für Rehabiltanden. Dort konnte ich mir was aussuchen. War eigentlich für alle Berufe technisch sowohl auch als Kaufmännisch prestiniert. Ich entschied mich für den Beruf des Industrieelektroniker 1993. Auch mußte ich 4 monate Schulungen nachmachen, da mir der Mittlere Bildungsabschluß fehlte. Eigentlich wäre ich gerne in einen Computerberuf, damals war diesr Berufszweig erst am Kommen!!!

Schön und gut, wie ich 1995 anfangs April fertig war, dachte ich, ich würde schon was finden. Außer 300 Bewerbungen in 3 Jahren nur Absagen. Dies frustet ungemein. Die Familie bricht auseinander. Und da wohnte ich noch auf dem Land, da wird man angeglotzt als wäre man der größte FAULENZER des Ortes. Zum Glück hatten "wir" Hauseigentum, so konnten wir (Familie) mit dem wenigen Arbeitslosengeld die Jahre leben. Ich wollte, ich hing an dem Haus, umfassende Reonovierungen und Modernisierungen vornehmen. Das konnte ich mir abschminken. Aber wenn man gezwungen ist, 80 km einfach in den Frankfurter Raum zu bewerben und doch Absagen einzuhandeln. Das macht einen Menschen kaputt.

Durch eine Psychosomatische Kur 2001 10 Wochen, packte mich der Ehrgeiz, mein Umfeld zu verlassen und zog mit Familie weiter Richtung Süden. Es war nicht einfach am Anfang. Wenn mein Sohn schon keine Perspektive auf dem Land hat, dann gute Nacht. Auch ich fing als LKW-Fahrer trotz meiner misserablen Gesundheitszustand an zu arbeiten. Ich hatte ja nur den 3 Führeschein, 1 jahr Später machte ich den 2 er nach auf meine Kosten!!!

Leider hielt ich bei meinem ersten Arbeitgeber nur 1, 5 Jahre aus, der Streß, die Knochen machten das nicht mehr mit. Nach verschieden Fahrertätigkeiten (Ausfahrer im Lebensmittleberich) mußte ich passen. Ich stand kurz davor Suizid zu begehen. Einen Teilerfolg habe ich, meine Familie ist noch bei mir, mein Sohn fand eine Ausbildungsstelle als Kaufmann. Manchmal denke ich wehmütig zurück, wo ich 25 Jahre meines Lebens verbrachte. Es gibt kein Zurück.

Auch hatte ich vor kurzem eine gute Begegung, ein jemand war 23 Jahre bei Daimler und wurde vor kurzem erst Arbeitslos. Was soll ich dazu sagen, er hatte ein neues Auto, eine sehr gute Abfindung, was will er noch, sich selbst bemittleiden. Ich habe dafür kein Mitleid, wer hatte den mit mir Mitleid. Ich könnte heute ein Berufsunfähigkeitsrente haben, leider hat mich mein damaliger AG mich in die Pfanne gehauen. Das frustet!!!

Ps: Zu meiner Qualifikation: Ich habe zwar kein Abitur, nur meine Umschulung, und eine Qualifizierung als EDV Sachbearbeiter nach zu weisen. Des weiteren habe ich mir das 10 Fingerschreibsystem vor über 10 Jahren selbst bei gebracht.

Das ist das wahre Leben!!!
 
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