Missbrauch der Jobbörse der BA durch Datenhändler

franzi

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Interessant wäre auch noch die Frage, wer rechtlich für den Datenmissbrauch haftet?
Nur der Daten-Händler oder auch die BA?
 

Onkel Tom

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Das Hauptproblem liegt in der Beweisbarkeit, wer sich darum kümmert, die
Bewerberdaten vorsätzlich in den Datenhandel zu überbringen..

Hartnäckigkeit bedeutet auch, aus der verdächtigten Leihbude heraus zu bekommen,
wo sie die Daten her haben. Die Leihbude kann (meistens) nicht wissen, ob der
Berwerber damit einverstanden war, das seine Bewerberdaten weiter gereicht werden.
Mit dem 2.Satz könnte mann mit der verdächtigten Leihbude so kommen, das es doch
besser sei, wahrheitsgemäße Auskunft zu geben, da man sich sonst gezwungen
sähe, die Leihbude bezüglich rechtlicher Schritte einbeziehen müsste.

Die Mobbörse könnte hergehen, Statistiken darüber zu sammeln, welcher AG wie
viel Stellenangebote hochläd und wie viel Stellen davon tatsächlich durch Mitwirken
der Mobbörse besetzt werden. Theoretisch ginge das jedoch was ist der Schutz von
Arbeitsuchenden der BA wert ?? Weiter würde dieses AG-Ernsthaftigkeits-Controlling
ihrem Gebot, Arbeitsuchende an zu biedern wiedersprechen.

Nach dem Prinzip " Unsere Kunden sind Arbeitgeber. Die Arbeitsuchenden nennen
wir nur so".. kann man von der BA nicht wirklich gleicher Augenhöhe erwarten.

Jedenfalls scheint die Mobbörse darauf gerüstet zu sein, das der schwarze Peter
nur beim AG zu finden ist, der die Mobbörse anders gebraucht, wie vorgesehen.

An dem Rest, Datenhandel zu begegnen etc. kann sich ja der Arbeitsuchende
abkaspern a la Ist ja sein Problem (und hat ja Zeit, sich darum zu kümmern).

Die neue Datenschutzverordnung dürfte die Jagt gegen Bewerberdatenhandel
deutlich erleichtern, wenn Beteiligte des Vergehen anbei auskunftspflichtig
wären / sind.

Unterstützend könnte dazu eine unabhängige Datenbank sein, in der dubiose
Vorgänge gesammelt würden. Dies müsste jedoch dort gehostet werden, wo unsere
europäische Rechtsprechung bezüglich Namensnennung etc. nicht mehr greift.

Trinidad-Tobago ist ein teures Pflaster, was Hosting angeht :-(

Ach, irgendwie werden wir schon zu einer Lösung kommen :)
 
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franzi

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Hilfreich wäre es auch, wenn es eine Stelle gäbe, bei der man als Bewerber melden kann, wenn bei einem Bewerbungsprozess etwas nicht korrekt gelaufen ist.
Gründlich aufgeräumt werden müsste hierbei auch bei den ZA-Firmen, die Stellen ausschreiben, die gar nicht existieren, oder nicht mehr aktuell sind.
Ebenso müssten als Werbung genutzte Stellenanzeigen in Tageszeitungen verboten werden.
Wenn man den Schotter beharrlich rausfiltern würde, bliebe das klare Wasser der Wahrheit.
Vielleicht bliebe dann etwa ein Drittel der bisherigen Stellenangebote übrig ...
 

Kerstin_K

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Ebenso müssten als Werbung genutzte Stellenanzeigen in Tageszeitungen verboten werden.
Hier muust Du aber unterscheiden, ob die Firma eine fingierte Stellenanzeige schaltet, weil die billiger it als eine Werbeanzeige, oder ob die Firma wirklich jemanden sucht und das gleichzeitig nutzt, um Werbung zu betreiben. (Letzteres ist aus meiner Sicht fast immer der fall und auch in Ordnung. DIe Firmen müssen eben auch um die besten Mitarbeiter Werben.)
 

erwerbsuchend

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Hilfreich wäre es auch, wenn es eine Stelle gäbe, bei der man als Bewerber melden kann, wenn bei einem Bewerbungsprozess etwas nicht korrekt gelaufen ist.
Du kannst dich an den Betreiber der Jobbörse wenden.

Ebenso müssten als Werbung genutzte Stellenanzeigen in Tageszeitungen verboten werden.
Wie möchtest du das ermitteln und wie verhindern?
 

cibernauta

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Viele Menschen gehen einfach zu sorglos mit ihren Daten um.

Bevor ich eine Bewerbung absetze, schaue ich doch erstmal, was das überhaupt für ein Laden ist. Fake-AG sind mir bisher nur in Form von Leihbuden begegnet, die Stellen erfinden, um ihren Pool zu füllen.

Die Gratisanbieter von Mailadressen verkaufen oder verlieren auch gerne mal Daten. Ich hatte mich bei einem mit falschem Namen angemeldet und erhielt schon häufiger Mails mit direkter Ansprache, ein mal auch von einem Headhunter, der meinen Beruf kannte.
 

notme!

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Viele Menschen gehen einfach zu sorglos mit ihren Daten um.

Bevor ich eine Bewerbung absetze, schaue ich doch erstmal, was das überhaupt für ein Laden ist. Fake-AG sind mir bisher nur in Form von Leihbuden begegnet, die Stellen erfinden, um ihren Pool zu füllen.

Die Gratisanbieter von Mailadressen verkaufen oder verlieren auch gerne mal Daten. Ich hatte mich bei einem mit falschem Namen angemeldet und erhielt schon häufiger Mails mit direkter Ansprache, ein mal auch von einem Headhunter, der meinen Beruf kannte.
Die hier datenstehlende und -verkaufende Firma hat die Rechtsform einer GmbH und einen ordentlichem Internetauftritt samt Impressum und Hinweisen zum Datenschutz, wovon man sich unter Startseite | CNCN-Contract Consulting GmbH überzeugen kann. Nicht jeder, vor allem ältere Nutzer, kann da auf Anhieb Verdacht schöpfen.

Selbst wenn alle überaus vorsichtig mit ihren Daten umgingen, bliebe immer noch das große Problem der fingierten Zahlen der freien Arbeitsplätze.
Ich weiß nicht, inwieweit die von der Agentur für Arbeit präsentierten Zahlen mit der Jobbörse zusammenhängen, aber wenn man sich die geschönten Statistiken der Zahl der Arbeitslosen anschaut, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch bei der Zahl der offenen Stellen massiv getrickst wird. Es wäre zu wünschen, dass der hier besprochene Datendiebstahl zu mehr Transparenz beitragen würde. Wie @franzi bereits schrieb, bin ich mir nicht sicher, ob überhaupt die Hälfte der egal wo gemeldeten, freien Arbeitsplätze tatsächlich existieren. Die SWR-Reporter äußerten eine Schätzung, nach welcher 10% der Stellen in der Jobbörse ausschließlich dem Datenklau dienen. Doppelte, vielfache, abgelaufene, nie existent gewesene und ausschließlich der Werbung dienende Stellen kommen noch hinzu.
 
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Georg1975

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Call-Center X sucht 5 Mitarbeiter. Ausgeschrieben werden 10 offene Stellen, man will ja eine möglichst große Auswahl haben, zudem macht das nach außen hin ja einen guten Eindruck.

5 Leihbuden werden auf die Anzeige aufmerksam, wittern ein gutes Geschäft, und schreiben ebenfalls jeweils 10 Stellen aus. So werden aus 5 Stellen kurz mal 60 Stellen.

Kleine Niederlassung einer Leihbude beschäftigt 15 externe Mitarbeiter, hat bei der Jobbörse aber knapp 150 offene Stellen gemeldet. Arbeitgeberservice wird stutzig, fragt nach, wer die Kundenunternehmen sein sollen. Disponent der Leihbude nennt irgendwelche bekannten Unternehmen der Region, Arbeitgeberservice muss sich damit zufrieden geben.

Nur zwei Beispiele auf die Schnelle, könnte ein ganzes Buch darüber schreiben.
 

Kreativlos

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Diese Datenhaendler finden immer einen Weg.
Deshalb sollte man sich auf VV die aus der Jobboerse stammen am besten ohne Angabe von Telefon und Mail bewerben.

Und fuer Iniativbewerbungen laesst man diese Jobboerse am besten ganz links liegen.
 

apfelkuchen

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Oder, was noch spannender wäre: sich für solche Bewerbungen eine besondere Emailadresse zulegen (schön unauffällig), die man nur für gezielt diese eine Bewerbung nutzt. Wenn dann Nachrichten an diese Adresse kommen, ist klar, woher die stammen bzw. wie jemand an die Adresse kam. :D
 

Baller111

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Ich hoffe ich bin hier richtig. Bitte weiterleiten wenn es hir nicht hineingehört. Vielen Dank

Wieder einmal muss ich feststellen, dass es immer wieder was neues gibt ( zumindest für mich ). Gefakte Daten zu " Stellenangeboten " in der JB der hießigen AFA. Dass es sich hier nicht nur um eine Bagatelle handelt, kann man im folgendem Bericht ( Link hier ) lesen. Aber, anscheinend sieht die AFA KEINEN Bedarf daran, etwas zu ändern. Dass ist schon ein Skandal. Dies soll nur als Information dienen, damit man nicht " leichtsinnig " und auch nicht unbedacht, eigene Sozialdaten von sich preis gibt.
 

noillusions

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Bis Ende der 90er Jahre hat das Arbeitsamt ja noch selbst gefakt wie der Herr Bixler das ja dann mal gepetzt hat...
Tja auch das faken läßt sich privatisieren
:rolleyes:
...natürlich in ganz anderer Größenordnung.

Die BA hat angeblich über 100000 Stellen entfernt daraufhin - was waren wohl die Kriterien dafür?
Nach meinen Kriterien würde auch gleich jede ZAF rausfliegen.
 

humble

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Die Antwort vom Steinbruch ist da :icon_neutral:
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen:

Wir sind nicht verantwortlich und nicht schuld. Änderungsbedarf nicht notwendig. Die Nutzer sind dumm, weil sie sich bei einem potentiellen Arbeitgeber beworben haben. Wir vertrauen dem Markt, der wird das schon regeln.

So liest sich das für mich.

Moderation:

Anhänge auf Grund unvollständiger Anonymisierung entfernt. Es dürfen nur vollständig anonymisierte Anhänge eingestellt werden. Eine Anleitung gibt es hier: Richtiges Anonymisieren. Bitte in Zukunft in eigenem Interesse beachten :) LG @HermineL
 
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noillusions

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Aha. Gegen unliebsame Meinungen müssen Upload-Filter her. Fake-Stellen und welche die den Jobbörsen-AGB zuwiderlaufen müssen natürlich nicht gefiltert werden.
Dann sollte man auch endlich so ehrlich sein und die Zahl der offenen Stellen auch in einer erweiterten Statistik erfassen, wo unterschieden wird zwischen geprüft und nicht geprüft. Ebenso einen Abschlag bei Stellen von ZAF weil oft mehrere ZAF eine einzige Stelle ausschreiben.
Ihre Prüfmethoden haben die Typen nun verbessert, aber mögen sie auch schreiben wie? Gibt bestimmt noch Möglichkeiten das weiter zu optimieren.
 

humble

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Urheberrechte sind wichtiger, als Daten der ELOs. Aber mit der geforderten Klarnamenpflicht wird ja alles besser.
 
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