Minijob vom Arbeitsamt abgelehnt (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Schokopudding23

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Hallo zusammen,
Leider habe ich ein Problem. Ich bin leider seit dem 22. Dezember aufgrund einer fristlosen Kündigung arbeitslos. Habe mich dann auch direkt beim Amt gemeldet alles gemacht wie vorgeschrieben. Nun hatte mein Berater aber nicht so wirklich Lust und meinte dass aktuell eh keine Jobs da sind und ich ab dem 22.01 über eine Maßnahme ein Praktikum machen soll. Jetzt habe ich aber gestern ein Angebot einer Firma erhalten in der ich schon 1 1/2 Jahre über eine Zeitarbeitsfirma eingesetzt war, auf 450€-Basis dort anzufangen mit Chancen das aus dieser Stelle mehr wird.
Jetzt habe ich versucht das meinem Berater zu erklären, der wiederum sagte das Praktikum geht vor (ein Praktikum wo ich kaum Chancen habe übernommen zu werden, weil die gar niemanden suchen und mir das auch so gesagt wurde). Beides geht nicht weil es Uhrzeit-mäßig in die selbe Zeit fällt. Mir war der Job wichtiger, da ich aufgrund der fristlosen Kündigung eh vom Arbeitsamt kein Geld bekomm, bei dem Job aber wenigstens etwas verdiene und die Chancen übernommen zu werden höher sind.
Ich hab damit gerechnet das ich bei Absagen der Maßnahme sanktioniert werde und eventuell eine neue Sperrezeit erhalte allerdings wurde ich nun komplett vom Arbeitsamt abgemeldet und habe angeblich keine Ansprüche auf nichts mehr.
Könnt ihr mir helfen und sagen ob das alles so seine Richtigkeit hat?
Vielen Dank schon mal :)
 

Rotten

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Was Dein sog "Berater" da sagt ist barer Unsinn. NIEMAND kann Dich sanktionieren, wenn Du einen Job annimmst, der Deine ALG2-Anteil kleiner werdern lässt, Du also Deine Bedürftigkeit verringerst. Niemand.
Und wenn er das versucht, kann ihn jeder auch noch so mittelmäßige Rechtsanwalt in seine Schranken verweisen.

Ich weiss nicht, wie seine Bosse da so drauf sind. Gibt es Erfahrungen, dass seine Vorgesetzten halbwegs verständig sind, schlüge ich damit sofort auf und bäte um eine Stellungnahme.

Nimm den Job also sofort an, wenn Dir danach ist.

Man darf sich von diesen widerlichen , nur auf die eigene Karriere bedachten und nach unten tretenden/nach oben buckelnden SB nicht in die Defensive drängen lassen.
Der denkt auch nur daran, sich mit Deiner Entledigung in so ein sinnloses "Praktikum" dich als "langzeitarbeitslos" vom Hals zu schaffen, was mit dem 350ger nicht ginge.
DAHER sein Theater.
 

Nena

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Du beziehst doch gar kein ALG2, oder? Es geht doch hier um die AfA und um ALG1?
Warum hast Du "gefragt"? Und nicht einfach eine VÄM eingereicht?
 

Schokopudding23

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Ja es geht um Alg1. Ich kenn mich mit all dem nicht aus weil ich das Problem noch nie hatte. Ich weiß nicht was ich kann und darf und was nicht. Und da ja beides also Praktikum und Job nicht geht dachte ich das ich mit meinem Berater darüber reden muss, weil ich ja selbst nicht einfach die Maßnahme abmelden kann.:(
 

Regensburg

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- Arbeitsvertrag (450 €) unterschreiben
- Dem JC nachweislich mitteilen
- Fertig

Hast Du wegen der Maßnahme etwas unterschrieben?

Merke -> Arbeit geht vor
 

Schokopudding23

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Ich hab wegen der Maßnahme unterschrieben das ich damit einverstanden bin. Aber da wusste ich ja von dem Job nichts. Und ich dachte eigentlich auch das Job vorgeht. Arbeitsamt sieht das leider nicht so.
Bringt es denn was, das ich das melde auch wenn mich der Berater wie er ja gesagt hat jetzt einfach komplett von allem abgemeldet hat?
 

Nena

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Bei der AfA ist es anders!

Alles über 165 Euro wird zum Beispiel auf Deinen Anspruch angerechnet.
 

Schokopudding23

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Aber angerechnet heißt ja das mir nur weniger vom Amt zusteht, weil ich ja über der Grenze liege. Das sind ja alles Dinge die würde ich noch verstehen.
Aber ich wurde ja komplett abgemeldet.
Er sagte wenn ich das Praktikum nicht machen will, weil ich einen Job habe, der mir aber zum Leben nicht reicht, soll ich sehen wie ich das mache, er meldet mich jetzt ab und dann steht mir gar kein Geld mehr von Seiten vom Amt zu.
 

Nena

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Du hast also noch nichts schriftlich?
 

Schokopudding23

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Nein, bis jetzt habe ich noch nichts schriftliches. Bis jetzt ist das alles nur mündlich über Telefon heute morgen passiert.
 

Helga40

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Arbeitslos ist gem. § 138 Abs. 1 SGB III:

(1) Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und

1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),

2. sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen), und

3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).
Abs. 5 führt dann weiter aus:

(5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer

1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,
2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann,
3. bereit ist, jede Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben, und
4. bereit ist, an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen.
Aufgrund der Ablehnung der Maßnahme giltst du wohl bei der Agentur für Arbeit nicht mehr als verfügbar. Ohne Verfügbarkeit steht dir aber kein ALG 1 zu. Und noch schwerwiegender: niemand zahlt deine KV/PV Beiträge.
 

ladydi12

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Hallo zusammen,

genau das
Jetzt habe ich aber gestern ein Angebot einer Firma erhalten in der ich schon 1 1/2 Jahre über eine Zeitarbeitsfirma eingesetzt war, auf 450€-Basis dort anzufangen mit Chancen das aus dieser Stelle mehr wird.
......
Mir war der Job wichtiger, da ich aufgrund der fristlosen Kündigung eh vom Arbeitsamt kein Geld bekomm, bei dem Job aber wenigstens etwas verdiene und die Chancen übernommen zu werden höher sind.
beißt sich ja dann irgendwie damit

Arbeitslos ist gem. § 138 Abs. 1 SGB III:
Abs. 5 führt dann weiter aus:
Zitat:
(5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer

1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,
2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann,
3. bereit ist, jede Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben, und
4. bereit ist, an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen.
denn der 450€-Job der TEin könnte ja bis zu 15 Stunden/wöchentlich gehen und damit stünde sie ja weiterhin der Arbeitsagentur zur Verfügung.:icon_kinn:
Außerdem verringert sich dann auch die Bedürftigkeit der TEin.:icon_kinn:

meint ladydi12
 

hansklein

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Wichtig ist, was die Arbeitsagentur dazu meint, siehe Arbeitslosengeld und Nebenverdienst

Klares Limit für die erlaubte Wochenarbeitszeit

Arbeitslos gemeldete Arbeitnehmer dürfen maximal 14 Stunden und 59 Minuten pro Woche arbeiten. Wichtig! Es gilt hier die Beschäftigungswoche und nicht die Kalenderwoche. Wird nur eine Minute länger gearbeitet, ergeben sich 15 Stunden. Und die sind zu viel. Wer 15 oder mehr Wochenstunden im Nebenjob arbeitet, gilt nicht mehr als arbeitslos und verliert dementsprechend seinen Anspruch auf ALG I. Und zwar vollständig und nicht etwa teilweise. Nebenjobber sollten daher diese Bestimmung unbedingt ernst nehmen. Es gibt keine Kulanzzeit. Und auch, wer nur einen Minijob mit Pauschalvergütung auf 400-Euro-Basis ausübt, darf die 15-Stunden-Grenze nicht überschreiten.
Hällst du die Grenzen ein, kann dir keiner was. @Schokopudding23 kannst du dir von der Nebenjobstelle nicht bescheinigen lassen, das diese Regeln (vor allem die wöchentliche Arbeitszeit) die 14Std. 59 Minuten nicht überschreiten würde?

Dir direkt eine Komplettsperre auferlegen, geht gar nicht, solange du dich an die Regeln hällst und diese nicht überschreitest, den Nebenjob hattest du noch nichtmal angenommen ( Arbeitsvertrag) oder doch?. Da würde ich mich mit allen Mitteln gegen wehren und gegen Maßnahme Praktikum Widerspruch einlegen, wenn du die Teilzeitstelle machen könntest, sowie mich mit den Vorgesetzten des SB unterhalten.

Statt mündlich über Telefon, würde ich pers. nur noch persönlichen Kontakt unter mitnahme eines Zeugen wahrnehmen. Telefonnr. und emailadresse habe ich allen seinerzeit weggenommen, einfach aus dem System streichen lassen. Ich habe kein Tele oder E-Mall.
 

Schokopudding23

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Ich würde die 15 Stunden nicht überschreiten, es würde sich um eine 12Stunden Woche handeln. Ich kann noch nicht genau sagen was in meinem Vertrag drin steht, da ich diesen erst Montag unterschreiben, aber es gäbe sogar die Möglichkeit dem Amt anhand meiner Stempelzeiten später genau zu zeigen wie lange ich gearbeitet habe.
Ist ja auch nicht so als wäre ich nicht gewillt mich weiterhin auf andere Stellen zu bewerben und eine Vollzeitstelle anzunehmen wenn ich die Chance bekomme.
Kann ich selbst Widerspruch einlegen oder mache ich das besser über einen Anwalt?
 

Nena

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Dein Arbeitgeber wird der AfA die wöchentlich gearbeiteten Stunden im Rahmen einer Arbeitsbescheinigung nachweisen.

Widersprechen kannst Du erst, wenn Du was Schriftliches (einen Bescheid) hast.

Beim ALG1 sollst/musst Du übrigens nicht alles tun, um Deine Hilfebedürftigkeit zu verringern. Hier zählt nur JA ODER NEIN, beschäftigt (also mindestens 15 Stunden) oder nicht.
 

saurbier

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ich wäre da etwas vorsichtiger.

Helga40 dürfte ja deutlich genug aufgezeigt haben, woran sie der/die SB zu orientieren hat.

Ein Nebenjob mag zwar generell nicht schlecht sein, aber er darf eben nicht mit der ersten Arbeitstelle (welche die Haupteinnahmequelle darstellt) in direkter Konkurenz stehen.

Und für die AfA gelten bei einem Arbeitslosen auch Qualifizierungsmaßnahmen als wichtiges Instrument um einen schnell wieder in Arbeit zu bringen.

Wir wollen nicht vergessen, ALG-I ist eine Versicherungsleistung und da ist man eben ans Kleingedruckte gebunden, wenn man sie haben möchte.


Grüße saurbier
 

Helga40

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denn der 450€-Job der TEin könnte ja bis zu 15 Stunden/wöchentlich gehen und damit stünde sie ja weiterhin der Arbeitsagentur zur Verfügung.
Außerdem verringert sich dann auch die Bedürftigkeit der TEin
Die Bedürftigkeit spielt im SGB III keine Rolle, das ist eine Versicherungsleistung.

Natürlich ist ein 15h/Woche/Job erlaubt bzw. steht der Verfügbarkeit nicht im Wege. Aber, wenn man deswegen eine Maßnahme verweigert, dann tritt Abs. 5 Nr. 4 ein (Maßnahmeverweigerung) und man ist nunmal nicht verfügbar.
 
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