Minijob und ALG II

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Haribo

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
23 April 2013
Beiträge
12
Bewertungen
0
Ich mache mal einen neuen Thread auf, weil diese Fragen nicht das Geringste mit meiner anderen Sache zu tun haben.

Alles was ich jetzt hier schildere, ist momentan rein fiktiv, könnte aber in gewisser Weise im Bekanntenkreis so eintreffen.

Nehmen wir mal an, Frau Müller hat einen Minijob, aber wirklich sehr mini, die mittlerweile erlaubte Grenze von 450 Euro wird nie erreicht, sie bleibt in der Regel deutlich drunter und das schon seit einigen Jahren.
Nun wird der Ehemann von Frau Müller arbeitslos und landet irgendwann im ALG II - Bezug. Nun versucht natürlich das Jobcenter, die Familie Müller mit einer Beschäftigung zu beglücken, die die Hilfebedürftigkeit der Familie lindert.

Nun gut, der Chef von Frau Müller hat ein Einsehen und schätzt auch die Leistungen seiner Mitarbeiterin so sehr, dass er ihr, um sie nicht zu verlieren, eine Tätigkeit anbietet, bei der sie immer ihre 450 Euro ausschöpft. Sehr zur Freude von Frau Müller, weil sie macht die Arbeit gerne und möchte auch nicht wechseln, bzw. ihren jetzigen Minijob aufgeben. Dann wird das Jobcenter von den 450 Euro Einkommen das ALG II um 280 Euro kürzen, ist ja auch alles richtig so.

Nur der Haken bei der Sache, der Arbeitgeber von Frau Müller weigert sich strikt, bei Urlaub und Krankheit den Lohn zu zahlen, er zahlt nur für geleistete Arbeitsstunden. Der einzige Weg, ihn zur Entgeltfortzahlung zu zwingen, wäre eine Klage bei Gericht, hat aber bisher noch nie ein Mitarbeiter gemacht, weil alle Beschäftigten auch so zufrieden sind.
Eine (vom Jobcenter) erzwungene Klage auf Entgeltfortzahlung würde garantiert die sofortige Kündigung des Mini-Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen.

Möchte gerne Eure Meinungen dazu hören, denn so wie es aussieht, ist der Kleine mal wieder der Dumme. Das JC wird im Krankheitsfall das ALG weiterhin kürzen und ein fiktives Einkommen anrechnen, dass es (im Krankheitsfall) aber nicht geben wird.

Hat Jemand von Euch Ideen, wie man mit der Thematik umgehen sollte?
 

obi68

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Oktober 2011
Beiträge
1.517
Bewertungen
1.941
Eine (vom Jobcenter) erzwungene Klage auf Entgeltfortzahlung würde garantiert die sofortige Kündigung des Mini-Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen.

Ganz so einfach ist es nicht. Ein Minijobber hat die selben Rechte wie ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, sprich Kündigungsfristen müssen eingehalten werden und bei entsprechender Betriebsgröße (mindestens 10 Arbeitnehmer) greift auch der Kündigungsschutz.

Und eine Kündigung aufgrund der Tatsache, daß ein Arbeitnehmer seine gesetzlichen Rechte wahrnimmt, dürfte auch auf sehr wackeligen Beinen stehen.

Ist halt immer die Frage, wie viel Unbill und Aufwand jemand in Kauf nehmen möchte, um seine Rechte durchzusetzen.

Zusammenfassung der Rechte von Minijobbern:

Minijob-Zentrale - Arbeitsrecht
 
Mitglied seit
6 Oktober 2012
Beiträge
2.070
Bewertungen
423
Nur der Haken bei der Sache, der Arbeitgeber von Frau Müller weigert sich strikt, bei Urlaub und Krankheit den Lohn zu zahlen, er zahlt nur für geleistete Arbeitsstunden.

Was in der Lohnabrechnung als Minus auftaucht wird vom JC ausgeglichen.:icon_pfeiff:
Natürlich nur wenn die Gehaltsabrechnungen eingereicht werden.
 

Frabbel

Elo-User*in
Mitglied seit
21 Mai 2012
Beiträge
75
Bewertungen
8
Was in der Lohnabrechnung als Minus auftaucht wird vom JC ausgeglichen.:icon_pfeiff:
Natürlich nur wenn die Gehaltsabrechnungen eingereicht werden.

Unsere Bekannte fühlt sich also in dem Betrieb sehr wohl, sowie auch die anderen Beschäftigten, Jedem ist das gute Betriebsklima scheinbar so wichtig, dass noch Niemand dagegen angegangen ist, dass keine Entgeltfortzahlung geleistet wird.
Die Frage ist nur, was das JC bereit ist, hinzunehmen.

Und was ganz wichtig ist, wie sie reagieren, wenn man es ihnen so vorträgt.

Dass auch Mini-Jobber gewisse Rechte haben, ist mir ja durchaus bekannt, trotzdem glaube ich, dass bestimmt die Hälfte aller 'Minis' keine Entgeltfortzahlung erhalten und wenn, dann sind sie spätestens bei der 2. Erkrankung ihren tollen Job los.

Eigentlich sollte es aber logisch sein, so wie Du es geschrieben hast, Abrechnung, bzw. Kürzung des ALG II nach vorgelegten Lohnabrechnungen und nichts anderes, genau so werde ich es der Bekannten erzählen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten