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Mini GmbH, Hartz IV und Rücklagen - ein Ausweg?

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Archibald

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#1
Hallo geehrte Existenzgründer,

das Schlimme bei Selbstständigkeit und Hartz IV ist auch zumeist, dass die ArGen nötige Rücklagenbildung verweigen. Das kann so manche Selbstständigkeit von vorn herein zum Scheitern verurteilen.

Ein Ausweg hierzu wäre eine Mini GmbH zu gründen. Mit einem Startkapital von einem Euro, der gesetzlich verordneten Pflicht ein Viertel des Jahresüberschusses als Rücklagen zu behalten, der Option bei erreichen von 25.000 Euro eine "richtige" GmbH zu werden eine ideale Rechtsform, die auch unfähige SBs rechtlich nicht ignorieren oder umgehen können.

Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass ein Viertel des Jahresüberschusses der Mini-GmbH in einer Rücklage der Gesellschaft angespart werden sollen.
Weitere Informationen dazu gibt es hier:
Mini GmbH - Newsportal zur Unternehmergesellschaft

LG, Archibald
 

Comesso

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#2
Hallo,

die Überlegung mit einer UG ist nicht schlecht, allerdings sollte niemand aus der Bedarfsgemeinschaft Gesellschafter sein.

Und bitte nie vergessen: 1 Euro reicht zur Firmengründung nicht aus!

Gruß
comesso
 

Guter

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#3
... ich hatte es schon an anderer Stelle geschrieben: Ein Weg könnte sein, dass 76 % von einer anderen Person gehalten werden und über ein Geschäftsführer-Gehalt ein kleines Einkommen generiert wird. Der somit nicht selbständige Hartz 4 Empfänger könnte sich vielleicht ein Kaufrecht auf die übrigen 76 % einräumen lassen, so dass er spätestens dann auch formell Selbständig wird, wenn er auf Zuschüsse nicht mehr angewiesen ist, weil die Mini-GmbH langsam ins Laufen kommt.

Könnte doch ein Weg sein, oder?



Alles, was ich schreibe, gibt meine persönliche Meinung wieder. Für eine verbindliche Beratung bitte zum Unternehmensberater, Rechtsanwalt, Steuerberater, Architekten, Statiker, etc. gehen
 

Archibald

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#4
Hallo,

die Überlegung mit einer UG ist nicht schlecht, allerdings sollte niemand aus der Bedarfsgemeinschaft Gesellschafter sein.

Und bitte nie vergessen: 1 Euro reicht zur Firmengründung nicht aus!

Gruß
comesso
Ein Euro Einlage am Anfang sicherlich, danach muss ja laut Gesetz aufgestockt werden. dass ein Euro allein zu einer Existenzgründung nicht ausreichen ist schon klar.

Wichtig ist dabei dass kein Sozialgericht oder SB die Pflicht relativieren kann, das die Einlagen aufgestockt werden müssen. Somit steigt die Chance auf eine erfolgreiche Existenzgründung, relativ zum derzeitigen Zustand, doch erheblich an.

Weiteres unterliegt dem Einfallsreichtum des Gründers.

LG, Archibald
 

Archibald

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#5
... ich hatte es schon an anderer Stelle geschrieben: Ein Weg könnte sein, dass 76 % von einer anderen Person gehalten werden und über ein Geschäftsführer-Gehalt ein kleines Einkommen generiert wird. Der somit nicht selbständige Hartz 4 Empfänger könnte sich vielleicht ein Kaufrecht auf die übrigen 76 % einräumen lassen, so dass er spätestens dann auch formell Selbständig wird, wenn er auf Zuschüsse nicht mehr angewiesen ist, weil die Mini-GmbH langsam ins Laufen kommt.

Könnte doch ein Weg sein, oder?
Da wird vorher die Arge mit EGV und 1-Euro-Sklaventum einen Strich durch die Rechnung machen.

Zudem werden solche Tricksereien, wie beschrieben, sehr schnell dazu führen, dass Existenzgründer aus ALGII heraus diese Rechtsform nicht mehr wählen dürfen. Das passiert nicht, oder aber wäre höchstrichterlich anfechtbar, wenn diese Tricksereien unterbleiben.
Immer ein Stück weiter Denken :icon_kinn:

LG, Archibald.
 
E

ExitUser

Gast
#6
Im Normalfall wäre dieser Weg wohl rein rechtlich vollkommen legal.

Aus Sicht des SGB II aber könnte die Rechtssprechung dahin gehen, dass man verpflichtet wird die Mini-GmbH aufzugeben und als Selbstständiger ein Einzelunternehmen gründen solle. Damit wäre man nicht mehr verpflichtet Rücklagen zu bilden und würde somit seine Bedürftigkeit verringern.

Der Grund, die GmbH zu gründen sollte also wasserdicht nachvollziehbar sein. Die Haftungsbeschränkung wäre ein Argument.
 

Archibald

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#7
@Patenbrigade

Keine Rücklagen bilden zu dürfen ist nur oberflächlich gesehen ein Argument dafür, dass man somit seine Hilfebedürftigkeit verringert.

Da sehe ich mich als gutes Beispiel.
Hätte ich als Selbstständiger, in den vergangenen Jahren keine Rücklagen gebildet, wäre ich bereits seit Anfang diesen Jahres in der Hartz IV Falle, da sich mein Umsatzvolumen um ca. 50% verringert hat und nach kurzem Anstieg vor 3 Monaten nun sogar noch weiter fällt.

Somit verhindert meine Rücklagenbildung Bedürftigkeit, ich frage mich warum in diesem Punkt niemand der Betroffenen den Rechtsweg beschreitet. Dabei müsste man die Möglichkeit Rücklagen im ALG II Bezug zu bilden natürlich Deckeln, da sonst Argumente wie "...soll kein Vermögen bilden..." greifen. Eine in der Höhe gedeckelte Rücklagenbildung hingegen, etwa in der Höhe von 6 Monaten laufende Kosten der Selbstständigkeit + Regelsatzhöhe für 6 Monate - was ja nur bei entsprechenden Einnahmen überhaupt möglich ist, bildet ja kein "Vermögen" aus Steuergeldern, das muss ich ja erstmal selbst verdienen. Man verhindert also Bedürftigkeit.

Daher glaube ich dass sowohl ein Verbot der Gründung einer Mini GmbH, als auch das Verbot der Rücklagenbildung vor höheren Gerichten keinen Bestand haben wird - sofern der Kläger das richtig zu formulieren versteht.

LG, Archibald
 

Mike_B

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#8
hm....

ich glaub ich muß hier mal etwas klarstellen:

1) Es gibt keine 1-Euro GmbH, da du mindestens 150 Euro uir GRündung brauchst, weil du sonst in dem Augenblick wenn du zum Notar gehst und die Eintragung vornehmen läßt bereits insolvent bist.

2) Du mußt 25% des bereinigten Jahresüberschusses, nicht des Gewinnes dem Stammkapital zuführen. Das heisst du könntest dir aber auch regelmäig GEhalt auszahlen, das zum Schluß kein Überschuss erhalten blebt, dann brauchst du auch nix in die Stammeinlage einführen. Und genau das nutezn jetzt viele ARGEN aus.
 

VipAir78

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#9
1) Es gibt keine 1-Euro GmbH, da du mindestens 150 Euro uir GRündung brauchst, weil du sonst in dem Augenblick wenn du zum Notar gehst und die Eintragung vornehmen läßt bereits insolvent bist.
Das sollte von vorneherein bedacht werden. AUSNAHME: Man legt das benötigte Kapital für die Gründung direkt auf den Tisch..... oder auf das Konto, dann ist die Inso umgangen. (< ist aber nen anderes Thema)


2) Du mußt 25% des bereinigten Jahresüberschusses, nicht des Gewinnes dem Stammkapital zuführen. Das heisst du könntest dir aber auch regelmäig GEhalt auszahlen, das zum Schluß kein Überschuss erhalten blebt, dann brauchst du auch nix in die Stammeinlage einführen. Und genau das nutezn jetzt viele ARGEN aus.
Die ARGEN versuchen diese Regelung für sich zu nutzen, die Erfahrung hatte ich auch gemacht. Konnte aber mit gezielten Antworten und Erklärungen schnell ausser Gefecht setzen.

Aus eigener Erfahrung und damit bin ich sehr gut gefahren, habe ich in meinem Dienstvertrag (Gesellschaftervertrag) explizit aufgeführt, wieviel Geld es als Lohn gibt, wann welche Gratifikationen gezahlt werden und wann das Gehalt steigt.
Und grundsätzlich geht, die Rücklage vor einer Gratifikation. Natürlich vertraglich festgehalten und verankert. Entsprechende Verträge gibt es bei dem Anwalt des Vertrauens.
 

Mike_B

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#10
Die ARGE haben nur êin Problem..

Der entgültige Bescheid für den Bewilligungszeitraum, sofern er 6 Monate beträgt und am 31.12. endet, wird natürlich erst im Januar erstellt. Dann kannst du, sofern du Geld nach der ARGE als Lohn aus der Firma nehmen sollst, das auch erst im Januar machen. Da das Wirtschaftsjahr allerdings im Dezember ausläuft, bleibt die Rücklage zur Stammeinlage trotzdem bestehen.

Da bei mir ja gerade immernoch die Beschwerde bei dem LSG läuft, habe ich natürlich dem LSG auf diese Punkt am 27.12.2009 per FAX darauf hingewiesen, das ich bis zum 31.12.09 den Betrag, welchen ich mir als Lohn auszuzahlen habe, benötige. Da wir bereits den 07.01. haben, ich keine Antwort erhalten habe, geht alles in die Stammeinlage rein, so das wir mit den GWG's unsere 12.500 Euro für die GmbH zusammenhaben sollten.

Aber schaun mer mal
 
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