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Mini-GmbH - Fragen/Alternativen?

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wiedereinsteiger

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#1
Bin immer noch dabei zu überlegen, wie es unter H4 weitergehen soll. Ich hole hier ein bisschen weiter aus, vielleicht ergibt sich ja aus diesem Text und den Antworten ein kleiner Leitfaden, der oben angepinnt werden kann und somit auch anderen weiterhilft.

Bislang war ich mit der Einzelunternehmung gut zufrieden. Flexibel und unkompliziert. Haftung war bisher auch nicht so das Thema, auch wenn es Momente gab, in denen ich mir eine saubere Trennlinie zwischen mir als Privatperson und Selbstständiger gewünscht habe.

Unter H4 hat sie allerdings mehrere gravierende Nachteile. Zum einen, dass der Aufbau von Reserven und Investitionskapital nur schwer möglich ist. Zum anderen, und das ist das Gravierendste, dass sich unter Umständen der SB in das Geschäft mischt, von dem er keinerlei Ahnung hat. Das macht sämtliche Planungen und Kalkulationen zum Glücksspiel, an eine geplante Befreiung aus H4 ist so nicht zu denken. Dazu kommen noch Sachen wie komplette Einsicht in alle Geschäftsunterlagen seitens der SB, was auch nicht immer erwünscht ist. Aufgrund der geringen Resourcen, gewinnt auch das Thema Haftung wieder an Gewicht.

Lösung für all diese Probleme scheint die Mini-GmbH, zu der ich noch ein paar Frage habe.

Im wesentlichen ist es eine normale GmbH, nur mit verminderter Einlage. Ab einen Euro geht es los. Vom Gewinn müssen 25% zurückgelegt werden, dass man im Laufe der Zeit zwangsläufig eine "richtige" GmbH wird. So weit richtig?

Die Gründung soll ja recht schnell und unkompliziert gehen solange man sich an das Musterprotokoll hält. Kosten sollen so bei 150,- Euro liegen.

Wo bekomme ich das Musterprotokoll her?

Wie teuer werden Abweichungen?

Kann ich erstmal nach Muster gründen und bei Bedarf nachträglich ändern? Welche Kostengrössenordnungen kämen auf mich zu?

Was habe ich an laufenden Kosten und wovon sind sie abhängig? Kammerbeiträge, Handelsregisterveröffentlichungen, ...? Beim Einzelunternehmer ist vieles nach Umsatz/Gewinn, wie sieht es bei der Mini-Gmbh aus?

Brauche ich einen Steuerberater, oder kann man sich die Mini-GmbH auch auf "einfach" zurechtbiegen und alles selber machen?

Muss ich die Mini-GmbH an meinem Wohnort gründen oder kann ich sie auch irgendwo anders gründen und nur die Postadresse des Geschäftsführers, ich, bei mir halten?

Mehrheitsverhältnisse; bei einem 100%-Gesellschafter, der gleichzeitig auch Geschäftsführer ist, sehe ich die Gefahr der Argumentation, dass die Gmbh ja sein "Vermögen" wäre, inklusiv weitgehender Verfügungsmöglichkeiten, und damit auch zum Lebenunterhalt zu verwerten ist. Selbst wenn das Geschäft bestehen bleibt besteht die Gefahr, dass es wie eine Einzelunternehmung behandelt wird. D.h. weitestgehende Offenlegung sämtlicher Geschäftsdaten, Gewinnermittlung nach SGB und Diskussionen mit dem SB ob die, den Erlösen gegenüberstehenden Kosten, auch angemessen sind. Als einzigen Ausweg aus diesem Risiko sehe ich das Reinholen von einem weiteren Gesellschafter in die Gesellschaft und Ausgestaltung des Vertrages in der Art, dass gravierende Änderungen, z.B. Auflösung der Gesellschaft, Verwertung und Aussschüttung des Vermögens, Gesellschaftsvertragsänderungen, Änderung der Gesellschaftsanteile, ... nur mit der Zustimmung aller Gesellschafter möglich sind. Wäre man damit auf der sicheren Seite?

Gibt es noch andere Wege sich gegen die ARGE abzusichern? Worauf ist bei solchen Gesellschaftsvertragskonstrukten zu achten?

Gibt es sonst noch was zur Mini-GmbH zu beachten? Informative Links dazu?

Gibt es Alternativen zur Mini-GmbH?

Da bleibt vermutlich nur die Limited, oder? AG entfällt aufgrund der höheren Einstiegskosten und bei den Personengesellschaften hängt man wieder komplett mit seinem Privatvermögen, und bei mehreren Gesellschaftern, sogar solidarisch drin.

Bei der Limited schreckt mich die fremde Sprache in Verbindung mit fremden Recht ab. Obwohl ich mit der englischen Sprache kaum Probleme habe, möchte ich mir das eher nicht antun.

Gibt es gute Gründe trotzdem eine Limited in Erwägung zu ziehen?

Was ist von der Konstruktion Limited gründet Mini-GmbH zu halten?

Sonstige Tips und Ratschläge trotz H4 selbstständig da raus zu kommen?
 
E

ExitUser

Gast
#2
Hallo und guten Tag ersteinmal,nimm es mir nicht Übel aber bei deinen vielen Fragen die du hast würde ich dir ein Seminar bei der IHK an deinem Wohnort empfehlen. Genannt Gründungsseminar oder so Ähnlich. Da werden alle Fragen die du Beantwortet haben möchtest behandelt. Sowas ist eine Ganztagsverantaltung. Das kann man hier im Forum nicht behandeln.Denn letztendlich geht es um Unternehmerische Entscheidungen und die kann dir keiner abnehmen.:icon_daumen:
 

Wanted

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#3
Ich hab auch eine Mini Gmbh im sinn und damit eine Existenzgründung.
Für meine Frage möcht ich nicht ein eigenen Thread aufmachen:

Beim letzten Gespräch mit meiner SB hab ich nach einem Gründungsseminar gefragt und eine Telefonnummer zu einem Arge Mitarbeiter bekommen, der sich mit Existenzgründung auskennt und mit dem ich mich kurzschließen soll.

Meine FRage: Muß ich mit dem Mitarbeiter sprechen? ich hab Bauchschmerzen bei der Vorstellung und würde lieber ein GSeminar bei der IHK machen. WO muß ich den Antrag stellen und muß die Arge das Seminar bezahlen?
 

Koelschejong

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#4
Müssen muss die ARGE in dem Bereich wenig, sie kann die Kosten übernehmen. Sprich ruhig mal mit dem SB (unter Zeugen!!), es gibt da manchmal auch gute, und fähige Leute, leider nicht allzu oft.
 
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#5
wiedereinsteiger, ich befürchte das wird eine lange recherche, für dich.


bei dem existenzgründerseminar werden nur allgemeine, oberflächliche punkte angesprochen.

was kann man schon in ein paar stunden lernen, eben!


wie du dich auch entscheidest, ltd. (zu der ich neige) oder mini-gmbh,


es wird ein harter kampf mit den argen gesellen.

zumal sie keinerlei unternehmerische bildung, meistens haben.


die meisten fragen werden wohl, vor den gerichten ausgetragen werden müßen.

du darfst davon ausgehen, das die argen leute, natürlich?!?
aus ihrem blickwinkel argumentieren. beachte auch in dem zusammenhang, meine signatur



benutze auch die forensuche, einmal für deine fragen


alles Gute
 

Mike_B

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#6
Ich antworte mal ;)

<< Im wesentlichen ist es eine normale GmbH, nur mit verminderter Einlage. Ab einen Euro geht es los. Vom Gewinn müssen 25% zurückgelegt werden, dass man im Laufe der Zeit zwangsläufig eine "richtige" GmbH wird. So weit richtig? >>

Stimmt, vom Gewinn.... und das ist wichtig. Dir steht als Geschäftsführer Gehalt zu, das kann die ARGE berechnen und du solltest es Dir dann aus der UG nehmen. Rechtlich ist dieses allerdings unmöglich, wird zur Zeit von LSG NRW gesprüft und ist vom LSG Sachsen bestätigt worden. Schlußendlich wird das BSG in Kassel das prüfen müssen.


<<Die Gründung soll ja recht schnell und unkompliziert gehen solange man sich an das Musterprotokoll hält. Kosten sollen so bei 150,- Euro liegen. >>

stimmt in etwa.... 100.- Euro für die Eintragung, 1 Euro für die Veröffentlichung im HR ; und ca 46 Euro für den Notar


<<Wo bekomme ich das Musterprotokoll her?>>

aus der anlage zurm GmbHG ... Google ist dein Freund

<<Wie teuer werden Abweichungen?>>

Teuer, da die vereinfachte und günstige Gründung nur mit dem Muster möglich ist ( rechne mal mit 500-1500 Euro, wie bei der GmbH)

<<Kann ich erstmal nach Muster gründen und bei Bedarf nachträglich ändern? Welche Kostengrössenordnungen kämen auf mich zu?>>

solltest du auch tun, Kosten stehen oben

Was habe ich an laufenden Kosten und wovon sind sie abhängig? Kammerbeiträge, Handelsregisterveröffentlichungen, ...? Beim Einzelunternehmer ist vieles nach Umsatz/Gewinn, wie sieht es bei der Mini-Gmbh aus?

Kammerbeiträge erfragst du bei der IHK ( bei uns z.B. 106 Euro in Dortmunfd 201 Euro .. also alles unterschiedlich), aber auch hier geht es nach dem Gewinn; HR-Veröffentlichungen habe ich oben geschrieben; Veröffentlichungen des Jahresabschlusses ca. 43 Euro; etc.

<<Brauche ich einen Steuerberater, oder kann man sich die Mini-GmbH auch auf "einfach" zurechtbiegen und alles selber machen?>>

empfehle ich immer, da hier ja Bilanziert werden muss und eine einfache Einnahmen- Überschussrechnung nicht reicht!


<<Muss ich die Mini-GmbH an meinem Wohnort gründen oder kann ich sie auch irgendwo anders gründen und nur die Postadresse des Geschäftsführers, ich, bei mir halten?>>

Die Mini-GmbH muss eine Geschäftsanschrift haben, du musst dort nicht wohnen! Aber bedenke, wenn du die Post zu Dir geschickt haben willst musst du dort wenigstens eine unselbstständige Geschäftsstelle haben. Dort arbeitet zwar keiner, aber die IHK will dann auch für diese Geschäftsstelle ihren Beitrag haben (also 2x)


<<Mehrheitsverhältnisse; bei einem 100%-Gesellschafter, der gleichzeitig auch Geschäftsführer ist, sehe ich die Gefahr der Argumentation, dass die Gmbh ja sein "Vermögen" wäre, inklusiv weitgehender Verfügungsmöglichkeiten, und damit auch zum Lebenunterhalt zu verwerten ist. Selbst wenn das Geschäft bestehen bleibt besteht die Gefahr, dass es wie eine Einzelunternehmung behandelt wird. D.h. weitestgehende Offenlegung sämtlicher Geschäftsdaten, Gewinnermittlung nach SGB und Diskussionen mit dem SB ob die, den Erlösen gegenüberstehenden Kosten, auch angemessen sind.>>

Habe ich in einem anderen Thready bereits beantwortet. zur Veröffentlichung der Daten bist du so oder so verpflichtet. Als einzelunternehmung kann es nicht gewertet werden, da hier andere Pflichten und Aufgaben auf dich warten.

<<Als einzigen Ausweg aus diesem Risiko sehe ich das Reinholen von einem weiteren Gesellschafter in die Gesellschaft und Ausgestaltung des Vertrages in der Art, dass gravierende Änderungen, z.B. Auflösung der Gesellschaft, Verwertung und Aussschüttung des Vermögens, Gesellschaftsvertragsänderungen, Änderung der Gesellschaftsanteile, ... nur mit der Zustimmung aller Gesellschafter möglich sind. Wäre man damit auf der sicheren Seite?>>

hm... die Punkte Auflösung, Vertragsänderungen, Veränderung der Gesellschaftsanteile brauchst du nicht im Vertrag machen, da es im GmbHG eh schon geregelt ist. Das einzige sind die Ausschüttungen, die sollte man zumindest in einer Gesellschafter-Versammlung klären und protokollieren.


<<Gibt es noch andere Wege sich gegen die ARGE abzusichern? Worauf ist bei solchen Gesellschaftsvertragskonstrukten zu achten?

Gibt es sonst noch was zur Mini-GmbH zu beachten? Informative Links dazu?

Gibt es Alternativen zur Mini-GmbH?

Da bleibt vermutlich nur die Limited, oder? AG entfällt aufgrund der höheren Einstiegskosten und bei den Personengesellschaften hängt man wieder komplett mit seinem Privatvermögen, und bei mehreren Gesellschaftern, sogar solidarisch drin.




Bei der Limited schreckt mich die fremde Sprache in Verbindung mit fremden Recht ab. Obwohl ich mit der englischen Sprache kaum Probleme habe, möchte ich mir das eher nicht antun.

Gibt es gute Gründe trotzdem eine Limited in Erwägung zu ziehen?

Was ist von der Konstruktion Limited gründet Mini-GmbH zu halten?

Sonstige Tips und Ratschläge trotz H4 selbstständig da raus zu kommen?>>

Ich bin ein Ablehner der Ltd, weil man dort eien Abwicklungsphase von 99 Jahren hat und auch (im Gegensatz zur UG) mehr Pflichten hat und die Gesellschaft auch von seiten des Finanzamtes etc. aufgelöst werden kann.
 

wolfgang2

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#7
Brauche ich einen Steuerberater, oder kann man sich die Mini-GmbH auch auf "einfach" zurechtbiegen und alles selber machen?
Hallo

Also bei der Minni-GmbH - eigentlich bei allen Formen der Personengesellschaften muss eigentlich immer ein Fachmann zur Seite stehen. Alleine die Tatsache, dass sich die Gesetze heute in einer abenteuerlichen Geschwindigkeit ändern macht das erforderlich.

Die Gegenfrage, die ich in solchen Fällen stellen würde, wäre: Wieso tut man sich nicht zusammen und gründet eine eigene GmbH wie in meinem Fall die Consultpool.

Herzliche Grüße
Wolfgang
 

CyberCorp

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#8
Ich hab auch eine UG gegründet, mit einem Freund zusammen. Und bin zu1/3 teilhaber an einer zweiten UG. Was mich in diesem Zusammenhang sehr beruhigt hat, war die Aussage meine Sachbearbeiters bei der Arge ( speziell für Selbstständige ist der ) : Ug ?? Was ist das ??

Gibt einem Hoffnung für die Zukunft.....

Erstmal ist alles Geld Eigentum der UG, weil sie ja eine eigenständige juristische Person ist. Soviel wir mit Steuerberater und Anwalt rausbekommen haben, kann dir die Arge nur max 75% des gewinnes anrechnen. die anderen 25% sind von gesetzeswegen in der UG zu belassen.

Wenn du jetzt einen Teilhaber hast, wird der Gewinnanteil der dir angerechnet werden kann natürlich geringer. Gewinnermittlung bei einer UG ist nach ablauf des Geschäftsjahres. Auch von Gesetz wegen. Wie das jetzt bei der Arge gehandhabt wird, kann ich dir demnächst irgendwann sagen, wenn ich meinen Termin beim Sachbearbeiter Leistung hatte :) Wird bestimmt lustig der Termin...

Das Geschäftsführer gehalt legt die Gesellschafterversammlung fest, wenn du alleine bist, also du.

Wier haben uns auf endlose Diskussionen und Klagereien beim SG eingestellt. Einzig aus dem Grund, da die Arge eigentlich einer dritten eigenständigen Person ( der UG ) nichts vorschreiben darf und kann, was die Ausgaben angeht.

EIGENTLICH

Naja wir werden sehen....

Gruß

Stefan
 

wolfgang2

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#9
Wier haben uns auf endlose Diskussionen und Klagereien beim SG eingestellt. Einzig aus dem Grund, da die Arge eigentlich einer dritten eigenständigen Person ( der UG ) nichts vorschreiben darf und kann, was die Ausgaben angeht.

EIGENTLICH
Da wäre ich vorsichtig. Wenn die UG in einer Hand ist - in der Hand des Empfängers von Hartz-IV, dann gibt es eine zumindest indirekte Weisungsbefugnis. Sind mindestens zwei Personen in der UG von denen eine idealerweise eine Person kein Hartz-IV enthält, dann hast du absolut recht. Diese außenstehende Person kann jeden Satz einleiten mit: Was habe ich mit euch zu tun?
 

CyberCorp

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#10
Bei der zwei-mann UG , bei der ich Geschäftsführer bin, erhält der andere Gesellschafter kein Hartz4....

Bei der anderen , bei der ich zu 1/3 beteiligt bin, erhält der Geschäftsführer Hartz4, weil er Blind ist, und der dritte Gesellschafter kein Hartz4....

Es gibt aber im Gesellschaftervertrag folgenden Passus ( Musterprotokoll) :
Der Notar hat darauf hingewiesen, dass der Gesellschafter in Sonderfällen einer Haftung wegen eines existenzvernichtenden Eingriffs ausgesetzt sein kann. Hierzu kann es insbesondere bei Verletzung des Eigeninteresses der Gesellschaft kommen ( Liquiditätsentzug, Umleitung von Aufträgen, Gefährdung der Kreditfähigkeit durch Entziehung von Sicherheiten, Verlagerung von Haftungsrisiken). Betroffen ist jeder Gesellschafter, der an dem Eingriff in das Gesellschaftsvermögen mitgewirkt hat.
Die 25% bilden die gesetzliche geforderte Rücklage um die 25.000 für die Umwandlung in eine GmbH anzusparen. Dieser Posten ist auch nur dafür zu verwenden, und bildet keine Rücklage um Rechnungen zu bezahlen oder ähnliches. Demzufolge ist eine weitere Rücklage für die laufende Liquidität zu bilden.

Demzufolge liesse sich, ich bin kein Anwalt aber in meinen Augen jedenfalls, bei entsprechendem Verlangen der Arge und der daraus resultierenden Überentnahme von Kapital und der Insolvenz, eine Schadensersatzklage gegen die Arge begründen. Auch kann man in meinem Augen damit Argumentieren, das man sich bei Überentnahme einem haftungsrisiko aussetzt, welches aus dem Privatvermögen, da Hartz4, nicht bezahlbar ist......

Gruß

Stefan
 

wolfgang2

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#11
Der Hinweis ist kein Hinweis auf "Fehlverhalten der ARGE" sondern auf mögliches Fehlverhalten der Gesellschafter. Die UG ist eine eigenständige juristische Person, die kein Vertragsverhältnis mit der ARGE hat.

Der "Existenzvernichtende Eingriff" ist etwas anderes. Nehmen wir an, 2 Personen beginnen mit jeweils 1.000 Euro Startkapital. Dann müssen die Einnahmen teilweise verwendet werden, um 25.000 Euro aufzubauen.

Rechnen wir nun nach 1 Jahr Geschäftstätigkeit, dass das Kapital pro Person um 1.000 Euro erhöht werden muss.

Dann ist die Frage: Sind die 1.000 Euro nun Gewinn, den man der ARGE melden muss oder nicht? Nach meiner Auffassung bezogen auf die derzeitige Rechtslage ist das der Fall. Man bekommt also auf sein Einkommen 1.000 angegeben, die man sich per Gesetz (man ist ja zur Kapitalbildung verpflichtet) nicht auszahlen lassen kann.

Und irgendwann steigt das Kapital dann auf € 5.000 Euro oder sogar 10.000 Euro und nun *muss* man sich sogar alles auszahlen lassen.

Das ist dann der existenzvernichtende Eingriff.

Und ein Klagen gegen die ARGE nützt nichts. Sie ist juristisch im Recht. Hier hilft nur Presse- und Lobbyarbeit, damit die eine Lösung finden.
 

CyberCorp

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#12
Ich weiß das sich das nur auf die Gesellschafter bezieht :wink:

Wenn jedoch die Arge einen Gesellschafter zu solchen Handlungen zwingt.....In so einem Fall hat glaube ich bis jetzt noch keiner geklgt weil er wohl noch nicht passiert ist.....

Laut unserem Anwalt kann sich die Arge auch nicht über geltende Gesetze hinweg setzen. Die 25% Ansparpflicht und das daraus resultierende Kapital sind tabu und nicht antastbar für die Arge. Also auch nicht anrechenbar....Damit würde die Arge ja einen gesellschafter zuim rechtsbruch zwingen....
 

wolfgang2

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#13
Sorry mal klartext ...

Wenn jedoch die Arge einen Gesellschafter zu solchen Handlungen zwingt.....In so einem Fall hat glaube ich bis jetzt noch keiner geklgt weil er wohl noch nicht passiert ist.....
Das ist richtig aber Ansparzwang innerhalb der gesetzlichen Regelungen zur UG und der Zwang der ARGE das Vermögen korrekt zu beurteilen sind Grundregeln, die für alle Beteiligten letztlich die Katastrophe garantieren.

Laut unserem Anwalt kann sich die Arge auch nicht über geltende Gesetze hinweg setzen. Die 25% Ansparpflicht und das daraus resultierende Kapital sind tabu und nicht antastbar für die Arge. Also auch nicht anrechenbar....Damit würde die Arge ja einen gesellschafter zuim rechtsbruch zwingen....
Nein Sie zwingen niemanden zum Rechtbruch sondern sie stellen fest, dass ein Kapital vorhanden ist, dass aufgelöst werden muss. Das bedeutet: Sie erzwingen den Verkauf der Firma.

Und eines müsst ihr auch wissen. Steuerberater und Anwälte verdienen immer auch wenn ihr hinterher vor einem Scherbenhaufen steht.

Die UG ist eine tickende Zeitbombe, mehr nicht.

Deshalb oben meine Linkerei mit der Consultpool. Das ist eine GmbH & Co-KG. Hier gibt es mehrere Personen und nur einer $reich packt 25.000 Euro an und zahlt die in eine GmbH ein. Diese GmbH wird vollhaftender Kommanditist mit einer Beteiligung von x.000 Euro. Dann gibt es mehrere Komanditisten $arm, die sich mit 1.000 Euro fest beteiligen. Diese GmbH kann sich auch an mehrere solcher Firmen beteiligen.

Folge: Keine Ansparpflicht, der Anteil bleibt unverändert und fest auf 1.000 Euro.

Herzliche Grüße
Wolfgang
 
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