Mindestlohn - Wirtschaft will weitere Ausnahmen bei Langzeit-Elos

franzi

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Langzeitarbeitslose und Jugendliche: Arbeitgeber: Mehr Mindestlohn-Ausnahmen - n-tv.de

"Wer noch nie gearbeitet habe, mindestens ein Jahr arbeitslos sei oder nicht über einen anerkannten Abschluss verfüge, solle für die ersten zwölf Monate der Beschäftigung vom Mindestlohn ausgenommen sein.

Ziel sei es, die Chancen für Menschen mit Vermittlungshemmnissen deutlich zu verbessern, hieß es. Bislang können Langzeitarbeitslose für die ersten sechs Monate ohne Mindestlohn beschäftigt werden."

Worin genau besteht hier die deutliche Verbesserung der Chancen? Das ist doch grauenhaft heuchlerisch ...
 

jockel

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Es ist eine wiederholte Forderung der Privatwirtschaft an Pippilangstrumpf-Nahles und Bundesmutti gegen gezahltes Schmiergeld an die Bundesregierung die Ausbeutung und Unterdrückung gesetzlich verbrieft zu verschärfen, damit in Zeiten anhaltender Wirtschafts- und Finanzkrisen, die die Privatwirtschaft selbst verursacht, die Profite munter weiter sprudeln und die politische und wirtschaftliche Macht in immer weniger Hände konzentriert wird.

Die Menschen als Untertanen sind rechtlos und arm zu halten, damit man sie in ihrer von der Privatwirtschaft geschaffenen sozialen Not besser erpressen kann. Kapital ist wichtig und die Untertanenmenschen überflüssig oder jederzeit austauschbar.

An den Granzen Deutschland gehören Nazischilder aufgestellt zur Abschreckung - Prekärarbeit macht frei und Jedem Untertan das Seine! - Hier seit ihr im deutschen Dunkeldeutschland von Deutscher Bank bis BMW, Thyssen und Krupp.

Derweil ruiniert im Auftrag von Goldman Sachs und der USA der EZB-Chef Draghi Europas Finanzhaushalte, damit man Europa mit TTIP und CETA besser im Griff hat.

Goldman Sachs-Vernetzung (Kabarettist Erwin Pelzig)

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes
Ihr von der Privatwirtschaft gekaufte Majonette Grüßaugust Gauck
 

Rotten

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Dann schmeissen sie die Leute nach einem Jahr raus statt nach 6 Monaten, 1 Jahr zum Nulltarif für Arbeitgeber statt nur Monate. Das ist im Grunde noch schlimmer, weil dann ein ganzes Jahr sinnlos verprasst bzw verprasst werden muss wird seitens der Elo.
 

vidar

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S.g. Langzeitarbeitslose müssen bereits jetzt für ein halbes Jahr jedwede Beschäftigung unterhalb des Mindestlohns annehmen. Diese Ausnahme nutzen bestimmt schon heute viele Unternehmen dafür aus, um sich nach Ablauf des halben Jahres von dem „neuen“ Beschäftigten zu trennen. Danach wird kurzfristig wieder ein Mitarbeiter zu den gleichen Bedingungen eingestellt.

Mit dieser (erneuten) Forderung der Arbeitgeber ist es nicht die Zielsetzung die Vermittlungshemmnisse zu verbessern, sonder vielmehr dieses perfide “Hire and Fire-System“ zeitlich weiter auszudehnen bzw. zu perfektionieren.
.
 

Taunustanne

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Zunächstmal ist es lediglich eine Forderung der Arbeitgeberverbände. Mehr nicht. Es ist legitim, daß ein Arbeitgeberverband (überzogene) Wünsche an die Politik äussert. Viele Kinder kennen das: Auch sie formulieren Wünsche an den Osterhasen und den Weihnachtsmann. Nicht alle davon gehen jedoch in Erfüllung.

Die Bereitschaft in der Politik, schon wieder an einem Gesetz herumzufummeln, daß erst kürzlich mit Mühe und Not verabschiedet wurde, kann nicht sehr groß sein.

Insofern: BDA-Forderung nehmen, lächeln ---> Rundablage.
 

götzb

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Motivation entsteht nicht durch Hungerlöhne.
Sollte man diesen Forderungsstellern mal ins Beinkleid schreiben.

Wenn es keinen Annahmezwang gäbe, also der Arbeitslose freiwillig
einen geringeren Lohn als ML akzeptieren darf, wäre das anders.
 

AnonNemo

Vorlagenmoderation
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Taunustanne meinte:
Zunächstmal ist es lediglich eine Forderung der Arbeitgeberverbände. Mehr nicht. Es ist legitim, daß ein Arbeitgeberverband (überzogene) Wünsche an die Politik äussert.
... klar, nur wenn sie aktuell in der Tarifverhandlung der M+E-Industrie so argumentieren
Tageszeitung meinte:
„Bei uns häufen sich die Anfragen nach Kurzarbeit, eine strotzende Konjunktur sieht anders aus“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmied von Niedersachsen-Metall.
Tageszeitung meinte:
Seit der Forderung der IG Metall seien bereits acht der rund 750 Mitglieder im Südwesten ausgetreten. „Das sind ungewöhnlich viele. Das kann auch nicht im Sinne der IG Metall sein.“ Südwestmetall-Chef Wolf.
... und dann noch zum letzten Poststreik ...
Tageszeitung meinte:
Post lässt Folgen des langen Streiks hinter sich
... was schließe ich daraus?
Anfragen nach Kurzarbeit, ist noch keine bewilligte Kurzarbeit ~> Täuschung/Nebelkerze!
:icon_kinn: Was sollen eigentlich die Anfragen bei SWM? Dafür ist doch die BA zuständig, oder?

Ich möchte auch nicht wissen, wie viele der SWM-Firmen vom Verband den Tipp bekommen haben; „Wartet bis zur Tarifverhandlung mit eurem Austritt, dann können wir die IGM unter Druck setzen!“, bzw. sogar; „Tretet aus! Damit bindet ihr eure (kampferprobte) Belegschaft, bekommt durch uns Flankenschutz während eurer betrieblichen Auseinandersetzung und nehmt - sobald die Tarifverhandlung vorüber ist - euren Austritt zurück.“
8:750 = ca. 1% der Mitglieder! Und weil die IGM vorab(!!!) etwas gegen Austritte der Arbeitgeber aus dem Arbeitgeberverband machen kann.

Wie sich jetzt bei der Post zeigt (war aber auch schon, bei dem Vulkanausbruch auf Island vor einigen Jahren, so);
Der (Verdienst-)Ausfall ist inzwischen ausgeglichen!
D. h., während dem Vorfall wurde die Belegschaft/Politik/Bevölkerung mit Horror-Szenarien unter Druck gesetzt (Massenentlassungen, Verlagerung ins Ausland usw.) ... und heute ist der Gewinn sogar höher als vor dem Vorfall.

ABER,
die aktuelle (Einstiegs-)Forderung der IGM von 5% mehr Lohn ... ist realitätsfern und Wirtschaftsschädigend.
 

jockel

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Zunächstmal ist es lediglich eine Forderung der Arbeitgeberverbände. Mehr nicht. Es ist legitim, daß ein Arbeitgeberverband (überzogene) Wünsche an die Politik äussert. Viele Kinder kennen das: Auch sie formulieren Wünsche an den Osterhasen und den Weihnachtsmann. Nicht alle davon gehen jedoch in Erfüllung.

Die Bereitschaft in der Politik, schon wieder an einem Gesetz herumzufummeln, daß erst kürzlich mit Mühe und Not verabschiedet wurde, kann nicht sehr groß sein.

Insofern: BDA-Forderung nehmen, lächeln ---> Rundablage.
Es gibt noch Wirtschaftslobbyisten, die sich die Stimmen und Meinungen der Abgeordneten kaufen. Schon werden die Wünsche der Privatwirtschaft schnellstens real. Außerdem sitzen Vertreter der Wirtschaft in den Bundes- und Landesministerien und gestalten die Gesetzesentwürfe mit, die meist 1:1 so die Parlamente passieren.

Außerdem fließt reichlich Schmiergeld an die Parteien - Parteispende genannt.

Deshalb soll ja auch am Bundestag nicht mehr "Dem deutschem Volke", sondern "Der deutschen Wirtschaft" stehen. Also hat es niemals in der BRD eine Demokratie gegeben, sondern immer eine Diktatur - die des Kapitals und Profits.
 
E

ExitUser0090

Gast
Zum Thema Mindestlohn immer interessant:

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Eine häufige Behauptung der Neoliberalen lautet: Mindestlöhne führen zu mehr Arbeitslosigkeit, weil Unternehmen jene Mitarbeiter entlassen müssen, die den Mindestlohn von 8,50 Euro nicht erwirtschaften. Schließlich machen sie mit diesen „unproduktiven“ Beschäftigten ja Verluste. Was aber, wenn ein Unternehmer um Hilfe bittet beim Versuch, die Wirtschaftlichkeit bzw. Produktivität seiner Mitarbeiter zu berechnen? Dann sind fünf – teils prominente – Volkswirte und Institutionen mit ihrem Latein am Ende, wie unser Gastautor Thorsten Wolff als imaginärer Café-Betreiber Klaus Stettmer von ihnen erfahren musste.
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