Mindestlohn schützt nicht vor Ausbeutung

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Kampfmops

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Wie es ausschaut werden Arbeitgeber immer dreister. Es war ja schon bekannt, das der Mindestlohnt gedrückt wird, indem Überstunden nicht aufgeschrieben werden oder ähnliches. Doch nun wollen sie erfahrene Mitarbeiter, mit hoher Motivation für Lau.


So kann man natürlich auch Arbeitsplätze vernichten, indem man ständig neue "Praktikanten" holt, die umsonnst arbeiten.
 

Heidschnucke

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Wer bitte hat behauptet, das der Mindestlohn vor Ausbeutung schützt? Allein wenn ich mir die Lohnschere anschaue frage ich mich ist die Arbeit z.B. eines Autobauers z.B. so viel mehr wert wie die z.B. eines Fleischers von den Arbeitsbedingungen mal abgesehen.

Und eines wissen wir doch alle wenn es darum geht den Arbeitnehmer immer mehr auszupressen können die Arbeitgeber extrem Kreativ werden und wo kein Kläger da kein Richter. Es gäbe reichlich Instrumente diese Ausbeutung zu unterbinden, aber will man das ist das vor allen Politisch gewollt ganz einfach NEIN ich sage nur gute Lobby Arbeit, auf ganzer Linie!
 

Nena

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Allein wenn ich mir die Lohnschere anschaue frage ich mich ist die Arbeit z.B. eines Autobauers z.B. so viel mehr wert wie die z.B. eines Fleischers
Frag Dich mal selbst: Kaufst Du Dein Fleisch/Deine Wurst beim Fleischer oder beim Discounter?
Kaufst Du Deine Ersatzteile online in China/Tschechien oder beim (möglichst noch Vertrags-)Händler vor Ort?

Es gibt ganz viel, bei dem ich mich erwische, dass ich "selber schuld" bin. Ja, ich versuche, deutsches Obst/Gemüse zu kaufen, auch wenn es teurer ist. Aber Wochenmarkt gönne ich mir dann doch nicht. Zu schimpfen/jammern, dass Bauern zu wenig verdienen wäre also anmaßend. Finde ich.

Wer bestimmt den Wert einer Arbeit? AG sagt, wenn Du mir meine Klos putzt, gebe ich Dir 12 Euro. Ich antworte: Nee, ich gehe lieber zu den Bayern für 65 Millionen. Wenn AG niemanden für 12 Euro findet, bietet er vielleicht 14. Wenn die Bayern mich nicht wollen, muss ich vielleicht doch nach Unterhaching. Oder mir einen anderen Berufswunsch zulegen.

Wenn es niemanden gibt, der mir für meine wirklich schönen Gemälde meinen Lebensunterhalt finanziert, dann ist das so. Wenn kein Arbeitgeber findet, dass das, was ich kann, so viel wert ist, dass es für meine Miete reicht, dann ist das so. Dann liegt es aber vielleicht auch nicht nur an allen Arbeitgebern.

Ich finde es unfair, von Arbeitgebern zu erwarten (gar verlangen), alle Menschen zu unterhalten. Wenn mir meine Klos doch für 12 Euro geputzt werden, warum sollte ich dann 16 zahlen? Und wenn mein Bäcker für 11 Euro backt, warum sollte ich ihm von meinem Geld was "schenken"? Selbst wenn ich ein netter Mensch bin, bin ich mir selbst näher.

Kaufst Du Dein Brot da, wo die Backenden/Verkaufenden okay bezahlt werden? Oder bei Netto in der "Back"-Abteilung? Wie, es ist Dir nicht wert, dass sie fair behandelt werden?

(Mit DU meine ich niemand Bestimmten, sondern alle!)
 

Heidschnucke

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Das ist die Kausalität!

Die meisten Arbeitnehmer holen sich nicht ihre Rechte! Wenn sich alle ihre Rechte holen würden, und die bekommt man vor dem Arbeitsgericht, hätten Arbeitgeber das Problem ihre Arbeitsplätze zubesetzten, die der Ausbeutung unterliegen.

Ich gebe Dir da vollkommen Recht, dabei ist es so einfach zu seinen Recht zu kommen, man nennt das Arbeitnehmer Vertretung oder besser gesagt z.B. Gewerkschaft und Betriebsrat man ist da nicht alleine werde Mitglied und gestaltet euren Beruf eure Arbeit mit vor allen auch in kleinen Betrieben!
 

Maximus Decimus

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Besonders in Deutschland ist die Geiz ist Geil Menthalität ziemlich ausgeprägt. Nur wenige sind bereit für gute Qualität mehr zu zahlen. Im Umkehrschluß wird es jetzt heissen, gerade als LE kann man sich nun mal keine teureren Dinge leisten. Da fängt der Kreislauf an und klingt für mich wie ein Henne Ei Problem.
 
E

ExUser 2606

Gast
Aber wenn man keinen Fleischer vor Ort hat, dann muss man zum Discounter gehen. Und letztendlich muss der seine Waren auch irgendwo her bekommen.

Der niedrigere Preis entsteht ja nicht nur dadurch, dass die Angestellten und Lieferanten schlechter bezahlt werden, e entsteht auch durch die Abnahme grösserer Mengen. Allerdinjgs ist die Preissenkerei über den Mengenrabatt völlig aus den Fugen geraten, wie man zum Beispiel am Milchpreis sehen kann.
 

Nena

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Und auch am Lebensmittelpreis in anderen (europäischen) Ländern. In Italien und Frankreich zum Beispiel im Supermarkt, da haut's mich regelmäßig aus den Socken...
(In Italien gibt es nur heimisches Obst und Gemüse (außer Bananen und so natürlich) - zu horrenden Preisen (für eine Deutsche).)
 
M

Mitglied 6000

Gast
Man muss im verlinkten Beispiel berücksichtigen, dass es sich um Studenten handelt. Die müssen mitunter Pflichtpraktikas machen.
Da gilt nicht mal der MiLo!
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Ausbeutung in dem Sinne das es sich um die unentgeltliche Aneignung fremder Arbeit handelt ist invariant von der Lohnhöhe.
 

Birt1959

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Man muss im verlinkten Beispiel berücksichtigen, dass es sich um Studenten handelt. Die müssen mitunter Pflichtpraktikas machen.
Da gilt nicht mal der MiLo!

Na ja, es sind teilweise auch Angebote für Werkstudenten und Berufsanfänger dabei. Bei einigen der Ausschreibungen könnte es sich auch um duale Ausbildungen handeln. Die meisten Werkstudenten bekommen ein Salär. Für die Studierenden dualer Studiengänge und Werkstudent*innen gilt, dass sie ja nun mal nur ein gewisses Einkommen haben dürfen, um den Status "Studierende" behalten zu können. Das MiLoG berücksichtigt Studierenede nun mal nicht, da sie nicht als reguläre Arbeitnehmer*innen gelten.

Ausbeutung in dem Sinne das es sich um die unentgeltliche Aneignung fremder Arbeit handelt ist invariant von der Lohnhöhe.

Das gilt aber nur für reguläre Arbeitnehmer*innen und zu denen gehören Studierende, Praktikant*innen und Bufdis nun mal nicht. Insofern ist ist hier zu hinterfragen, ob die Stellen, auf die sich der zitierte und verlinkte Artikel beruft davon betroffen sind. Praktikant*innen, Werkstudent*innen sowie Volontär*innen sind meist außen vor, da es sich um ausbildungsbedingte Jobs bezieht. Ich kann diese Menschen schon deswegen häufig ausbeuten, weil sie meist keinen beruflichen Vertretungen angehören. Auch viele Kleinbetriebe, die Praktikas und Werkstudenten beschäftigen, sind so klein, dass das Betriebsverfassungsgesetz für sie nicht gilt. Damit gibt es da dann auch keine offizielle Arbeitnehmervertretung.

Die meisten in dem Artikel aufgeführten Jobs in Volontariaten sind im Bereich Presse, Funk und Fernsehen. Für die haben meist der Journalistenverband oder Ver.Di die Gehälter verhandelt. In einem Beritt, in der die meisten Jobs auf freiberuflicher Basis existieren, ist ein angemessenes Gehalt für Menschen, die erst berufliche Praxis erwerben müssen, schwer durchzusetzen. Da fehlen dann häufig einfach vergleichbare Größen, da die Freiberufler ja ihre Entlohnung selbst aushandeln und die nur dem Finanzamt offenbaren müssen.

Wer bestimmt, ob ein Praktikum Pflicht ist?

Die Antwort findet sich in Kerstins und IronFists Beiträgen.

Die Studienordnung vermute ich?
Das ist in den Studien- und Prüfungsordnungen der jeweiligen Studiengänge festgelegt. Grundlage sind die Hochschulgesetze.

Das sind genau die richtigen Antworten. Weil für die Hochschulgesetze die jeweiligen Länder verantwortlich sind, gibt es in dem einen Land Credits für's Praktikum und in einem anderen nicht. Bei letzterem ist dann das Praktikum häufig eine Empfehlung der Hochschule und keine Pflicht. Da ist dann das Praktikum "Privatvergnügen" und das wird selten entlohnt. Also nehmen die Studierenden das in der Hoffnung, später vernünftig zu verdienen und das Praktikum als erste berufliche Erfahrung anerkannt zu bekommen, in Kauf.
 

lino

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Die Antwort findet sich in Kerstins und IronFists Beiträgen.

Das sind genau die richtigen Antworten. Weil für die Hochschulgesetze die jeweiligen Länder verantwortlich sind
Und die Prüfungsordnung und die Hochschulgesetze kommen vom lieben Gott?
Oder sind die geschrieben worden, und wenn ja, vom wem?
 
E

ExUser 2606

Gast
Was stellst Du dir denn sonst vor, wo man in die theoretische Ausbildung einen Prxsianteil reinbekommen soll? Azubis in der Dualen Ausbildung sind in der Berufsschule und die Praxis lernen sie im Betrieb. Und beim Studium soll eben das Praktikum diesen Praxisanteil bringen.
 
M

Mitglied 6000

Gast
@All die Regelungen für die Bezahlung von Praktikas ist leider kompliziert.
Für Erwachsene und viele Praktikas gilt das MiLoG, bzw. ich glaube 7,50 € ? Ganz unentgeltlich geht kaum noch.

Näheres für alle möglichen Konstellationen kann man hier recht komfortabel abfragen:
BMAS - Mindestlohn und Praktikum
 

lino

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Nein, diese werden von den Parlamenten unter Federführung der Kultusministerien erlassen.
Und vom wem wissen die im Kultusministerium, ob ein Praktikum benötigt wird und wenn ja, welche Inhalte darin vermittelt werden müssen?
Was sitzen da im Kultusministerium für Leute, die das entscheiden?
Sind das Arbeitslose, Obdachlose oder Tagelöhner? Oder woher kommen die?
 
E

ExUser 2606

Gast
Meine Güte, du kannst Fragen stellen: Das sind genau die selben Leute, die auch über die Lehrpläne in den Schulen entscheiden. Da gibt es ein Kultusministerium mit einem Minister oder einer Ministerin und die hat Mitarbeiter, ein Team von Referenten und Fachleuten und dann wird sowas erarbeitet und beschlossen. Bei Bedarf werden eben auch noch externe Berater hinzugezogen.

Und becor du jetzt die nächste Frage stellst: Es werden Länderparlaente gewählt und dann werden Minister ernannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Sag doch frei heraus, daß du ein Problem mit unbezahlten Pflichtpraktika hast, dann wird‘s leichter mit dir zu diskutieren.

Arbeitslose, Obdachlose und Tagelöhner sind, zumindest nach meinem Kenntnisstand, von Pflichtpraktika im Rahmen eines Hochschulstudiums eher selten betroffen.

Es sind ausschließlich aktive Studenten betroffen.

Willst du die unbezahlten Pflichtpraktika in der Wirtschaft, Kanzleien, Praxen etc. abschaffen, mußt du entweder dafür sorgen das den Studenten die Praxis durch die Universitäten (unieigene „Ausbildungsbetriebe) vermittelt wird oder aber, die Pflichtpraktika abschaffen.

Macht man das erste, also die unieigenen „Ausbildungsplätze“, muß man wahrscheinlich die Anzahl der Studienplätze drastisch reduzieren. Macht man das zweite, die Praktika abschaffen, muß man u.U. damit leben, demnächst Rechtsanwälten, Architekten, Ärzten etc. etc. ohne jede Praxis gegenüber zu sitzen.

Die unbezahlten Pflichtpraktika sind im übrigen auch nicht das Problem. Um die geht es in dem Ursprungsthread auch gar nicht.

Das Problem sind die Praktika, die von Menschen mit bereits erfolgreich abgeschlossenem Studium oder bereits abgeschlossener Lehre verlangt werden. Das sind diejenigen, die ausgebeutet werden. Das sind nämlich „fertige Arbeitskräfte“. Oder die „studentischen Aushilfskräfte“ die kurz vor Ende des Studiums stehen.
 

Bananenbieger

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Ich finde es eine Schande, dass "fertige" Fachleute in jungen Jahren nur einen Mindestlohn (derzeit von unter 10€) bekommen. Haben diese keine vernünftige Bezahlung verdient?
 

Maximus Decimus

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Ich finde es eine Schande, dass "fertige" Fachleute in jungen Jahren nur einen Mindestlohn (derzeit von unter 10€) bekommen.
Wieviel fertige Fachleute beziehen denn Mindestlohn? Was sind für dich Fachleute? Vor allem wieviel Fachleute arbeiten überhaupt in Vollzeit für den Mindestlohn?
 
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